Vielen Dank für deinen Bericht! Ich bekomme richtig Sehnsucht! Viele der Orte die Ihr besucht habt haben wir auf unseren letzten beiden Touren besucht. Freue mich schon auf den Rest des Berichts.
Zudem würde mich eure Erfahrung mit dem Fahrzeug interessieren (Ausrüstung, Platzangebot, Schlafkpmfort, etc.) da wir gerade überlegen das gleich Fahrzeug zu buchen für unsere nächste Reise. Wir sind uns aber nicht sicher, ob sich der hohe Preis wirklich lohnt.
Lg Myriam
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201413. Jan. 2015 ·
Hallo Myriam
Leider habe ich keine wirklichen Vergleichsmöglichkeiten betreffend dem Fahrzeug, da es unsere erste Reise in dieser Art war. Für den SL Trax haben wir uns u.a. entschieden, weil er eine Sitz- bzw. Aufenthaltsmöglichkeit im Inneren des Wagens bietet. Der Landcruiser PT (den wir ja als Upgrade erhalten haben) bietet dies theoretisch auch, jedoch konnten wir den Tisch und die Sitzbank kaum nutzen, wenn unsere Koffer im Wagen waren. Dafür war es schlicht zu eng. Auch sonst waren die Platzverhältnisse nicht riesig, unsere Kleider konnten wir kaum in den Schubladen verstauen, weil diese bereits mit viel Camping-Zubehör gefüllt waren (ausser den Streichhölzern war wirklich alles dabei). Die Hälfte davon haben wir gar nie gebraucht. Ein grosser Vorteil ist sicher das "Poptop", welches mit wenig Aufwand hochgeschoben wird und schon kann man stehen und/oder das Bett "ausfahren". Ich stelle mir ein Fahrzeug mit Dachzelt viel komplizierter vor (habe aber wie gesagt keine Erfahrung damit). Zum Schlafen fand ich es super - wie im Zelt, aber mit verhältnismässig guter Matratze und festem Dach über dem Kopf. Ärgerlich war, als sich plötzlich die eine Hintertür nicht mehr öffnen liess. Ein- und Aussteigen wurde damit ganz mühsam (vorallem nachts) und es gab jede Menge blaue Flecken. Ein anderer Cruiser-Fahrer zeigte uns dann, wie man die Tür mit Gewalt und etwas Kraftaufwand aufbekommt. 😗 Von da an klappte es wieder. Ich gehe davon aus, dass dies ein Einzelfall war. - wir haben es bei der Rückgabe gemeldet und das Problem sollte behoben sein. 🙂 Mein Fazit: Das Auto war gut, aber beim nächsten Mal würden wir sicher auch mit dem SL Trax zurechtkommen!
Ich hoffe, dir mit diesen Infos geholfen zu haben! 😏
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201413. Jan. 2015 ·
So und nun gehts weiter mit der Reise... 😎
Donnerstag, 20. November 2014 Fish River Canyon – Klein-Aus Vista - Garub
Wir verabschiedeten uns nach dem Frühstück vom netten Roadhouse-Team und machten uns auf den Weg zum Main Viewpoint des Fish River Canyon. Dort waren nur zwei weitere Autos parkiert und – man glaubt es kaum – beide hatten ein Schweizer Nummernschild! Der Mini-Camper mit SG-Nr. machte sich gleich auf den Weg, der andere war ein grosser Overlander mit Transa/Globotrek-Logo. Der Chauffeur kam infolge unseres breiten Grinsens sofort auf uns zu und sprach uns an. Wir erfuhren, dass die 8-köpfige Gruppe von Kairo nach Kapstadt unterwegs ist. Wir selber könnten uns kaum vorstellen, mit wildfremden Menschen so lange auf so engem Raum zusammen zu leben. Dann viel lieber mit unserem „Crüüser“, der vom Chauffeur auch ausgiebig begutachtet wurde. 😄 Als die Gruppe weiterfuhr, hatten wir die Aussicht auf den Canyon ganz für uns allein – gigantisch! 🤩 Auch vom Hikingpoint wagten wir einen Blick in die Schlucht. Runter durfte man wegen der Hitze leider nicht mehr. Der Zugang ist nur in den zwei kühlsten Monaten des Jahres erlaubt. Nun ja, Zeit für eine Wanderung hätten wir sowieso nicht – also weiter geht’s! Es folgte eine endlose Fahrt auf Gravelroad durch die Halbwüste, wo wir hunderte von Kilometern keinem Dorf und (fast) keinem Auto begegneten. Da auch kaum Tiere zu sehen waren, empfanden wir die Fahrt als ziemlich eintönig. Als wir auf die geteerte B4 Richtung Aus/Lüderitz einbogen, ging es zumindest etwas schneller vorwärts. Unser „Crüüser“ ist zwar ein Muskelpaket, aber der schnellste ist er nicht. So überholten uns sogar einige schwere Lastwagen, während wir mit 110 km/h Klein-Aus Vista "entgegenruckelten". Dort angekommen, verpflegten wir uns kurz im Restaurant, um uns danach auf die Suche nach den Wildpferden von Garub zu machen. Schwierig war die Suche nicht: Bereits auf dem Weg zur Wasserstelle waren viele Pferde zu sehen. Selber Pferdebesitzerin, war ich sehr überrascht, wie gut die Tiere mit den Gegebenheiten in der Wüste klar kommen. Es waren wunderschöne Tiere dabei, wenn auch etwas hager und zum Teil von Rangkämpfen gezeichnet. Sogar zwei Fohlen waren zu sehen! Bei schöner Abendstimmung fuhren wir zurück zum Campingplatz von Klein-Aus Vista. Hungrig waren wir nach dem Imbiss nicht mehr und da es stark windete, verschwanden wir schnell in unsere fahrbare Unterkunft und hüllten uns in warme Decken.
Fish River Canyon
wir sind einfach zu langsam... 😣
Das Wasserloch bei den Pferden lockt auch andere Tiere an...
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201414. Jan. 2015 ·
Freitag, 21. November 2014 Klein-Aus Vista – Camp 707/Kanaan-Farm
Da kein frisches Brot mehr vorhanden war und unsere Lust auf das trockene Müesli bescheiden, beschlossen wir, heute im Restaurant zu frühstücken (die lustigen Webervögel fanden das Müesli aus meiner Hand gar nicht so schlecht). Das Buffet im Restaurant war für uns aber definitiv die bessere Wahl, zudem trafen wir ein nettes Paar aus der Schweiz, das auch mit dem Camper in Namibia unterwegs ist. In Aus kauften wir noch ein paar Kleinigkeiten ein und tankten unseren Wagen auf. Danach ging es weiter. Ich war gespannt auf die anscheinend wunderschöne Landschaft entlang der D707. Die Strecke bis zu unserem Tagesziel war verhältnismässig kurz, jedoch entpuppte sie sich als ziemlich mühsam, weil plötzlich der Fahrer schlapp machte. Mäthu fühlte sich nicht wohl, hatte Kopfschmerzen und vermutlich Fieber. Irgendwie schien ihm die Wüste und die Einsamkeit nicht zu behagen, denn plötzlich fing er an, panisch zu werden und zu hyperventilieren. Er meinte, er werde gleich ohnmächtig. (Männer 😗 ) Ich versuchte ihn zu beruhigen und übernahm das Steuer. Plötzlich kreuzten wir einen verletzten Oryx-Bullen – er hatte wohl einen Kampf mit einem Rivalen. Man sah zwei Einstichstellen und ein zersplitterter Spiess steckte immer noch in der Schulter. Der arme Oryx war am Ende seiner Kräfte und tat uns furchtbar leid. Dieses Erlebnis weckte die Lebensgeister von Mäthu wieder – jedoch nur kurzzeitig. Mit einem apathisch seufzenden Mann an der Seite erreichte ich irgendwann die Kanaan Farm. Wir hatten das Camp 707, das abseits des Farmgebäudes liegt, gebucht, überlegten jedoch aufgrund der Situation, ein Zimmer auf der Farm zu nehmen. In der Zwischenzeit durften wir uns in der schönen Lounge draussen ausruhen und unsere elektronischen Geräte aufladen (wir hatten seit dem Cañon Roadhouse keine Gelegenheit mehr dazu). Wir sprachen noch mit der Managerin über den Oryx und sie meinte, ihr Ranger werde sich darum kümmern. Gegen 17 Uhr fuhren wir dann doch zum Camp, weil uns die Zimmer auf der Farm zu sehr „Hotelcharakter“ hatten (Tür an Tür). Das Camp 707 hat nur einen Stellplatz und bietet einen wundervollen Blick über die Ebene, mit Felsen im Rücken. Uns gefiel das vorhandene Häuschen mit Dusche und Toilette total, jedoch flossen beim Spülen mehr Bienen als Wasser aus dem Spülkasten heraus. 😵 Schnell kochten wir unser Menü; der Appetit seitens Mäthu war jedoch bescheiden und so blieben 2 Würstchen übrig (ich bin ja Vegetarierin). Ich weiss, man sollte ja nicht… Aber wir beschlossen, die Würstchen draussen für einen hungrigen Karnivoren hinzulegen. Wird des Nachts eine Hyäne vorbeischauen? Wir warteten gespannt im sicheren Fahrzeug. 🤩
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201416. Jan. 2015 ·
Samstag, 22. November 2014 Kanaan – Sesriem
Lange warteten wir nicht – schon bald übermannte uns der Schlaf. Als wir nachts auf die Toilette mussten, klemmte die Türe und wir kriegten nur die Seite auf, die durch einen „Schrank“ versperrt war. So kamen wir nur kriechend/kletternd/Glieder verbiegend aus dem Fahrzeug und hofften, dass draussen nicht besagter Karnivore auf uns wartet. 😈 Am Morgen lagen die Würstchen jedoch immer noch da. 😗 Mangels Strom rösteten wir unseren Frühstücks-Toast in der Bratpfanne.
Kleine elektrische Zwischenbemerkung: Der Campingplatz beim Cañon Roadhouse sollte die Ausnahme bleiben. Wir hatten danach nirgendwo mehr Stromanschluss. Dank des Solarpanels auf dem Dach lief unser Kühlschrank (es war eher eine Kühltruhe) sowie die Wasserpumpe stets einwandfrei, für elektrische Geräte/Kamera- und Natel-Akkus reichte es jedoch nicht aus, da waren wir auf externe Stromversorgung angewiesen.
Wir wollten unser Ziel heute schnell erreichen, da Mäthu sich immer noch schlecht fühlte. Also fuhren wir bald los Richtung Sesriem. Eigentlich war heute wieder campen angesagt, aber wir entschieden unterwegs, auf gut Glück bei der Sossusvlei Lodge nach einem Zimmer zu fragen, damit Mäthu sich auskurieren konnte. Wir hatten ursprünglich geplant, da zu übernachten, jedoch war die Lodge bei der Anfrage einige Monate zuvor ausgebucht. Doch siehe da, jetzt hatte man ein Zimmer für uns frei und so konnte ich den Nachmittag lesend auf der Terrasse eines schönen Zelthäuschens mit wunderbarem Blick in die Weite verbringen 😎 , während mein Göttergatte schlafend und Tee trinkend den restlichen Tag im Bett verbrachte. Auch wenn der Appetit bei ihm nicht überbordend war, konnten wir später trotzdem ein schönes Nachtessen im Restaurant geniessen.
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201416. Jan. 2015 ·
Sonntag, 23. November 2014 Sesriem – Rostock Ritz Desert Lodge
Da wir gestern infolge Mäthus schlechtem Zustand leider nicht mehr zu den Dünen konnten, wartete heute ein etwas stressiges Programm auf uns. Schliesslich mussten wir um 10 Uhr auschecken und danach noch zur Rostock Ritz Lodge weiterfahren. Doch die Dünen einfach streichen, das kam für uns nicht in Frage. Also tranken wir nur kurz einen Tee und standen um Punkt 6 Uhr vor dem Gate. Zu unserer Überraschung war die Strasse geteert und die 60 km-Fahrt zu den Dünen dadurch sehr schnell und angenehm. Beim Parkplatz stiegen wir auf den Shuttle-Bus um – wir hatten keine Zeit, im Sand stecken zu bleiben. 😄 Beim Deadvlei stiegen wir aus und liefen die 1.1 km durch den Sand bis zur berühmten Pfanne mit den toten Bäumen. Wir waren beinahe alleine und liessen die faszinierende Landschaft auf uns einwirken. Das Wetter war traumhaft schön und wir konnten tolle Bilder schiessen. Es war überraschend kühl, aber bei Hitze wäre es für Mäthu wohl nicht zu machen gewesen. Er hatte immer noch Fieber. Einen Dünenaufstieg liessen wir aus diesem Grund bleiben. Schade. 😐 Der Shuttle-Bus wäre noch weiter gefahren bis zum Sossusvlei, aber wir mussten zurück, weil die Zeit knapp wurde. So haben wir leider verpasst, was dort zu sehen gewesen wäre… (Hat vielleicht jemand ein Foto zur Hand? 🤪 ) Um 9.45 Uhr bekamen wir sogar noch ein Frühstück (obwohl es offiziell nur bis 9.30 Uhr serviert wird) und pünktlich um 10 Uhr gaben wir den Schlüssel ab. Uff… 😗 Wir fuhren zur Tankstelle in der Nähe, um Proviant für die Strecke zu kaufen und parkierten dort neben einem „Zwilling“ unseres Fahrzeugs. Ich sprach die dazugehörigen Fahrer auf Englisch an und fragte, ob sie auch Probleme mit dem Öffnen der Hintertüre haben (Koffer einladen mit klemmender Türe ist fast genau so lustig wie nächtliche Toilettengänge 😠 ). Das Paar – es waren schon wieder Schweizer - erzählte uns, dass dies schon ihr drittes Fahrzeug auf dieser Reise sei. Bei den vorherigen (identischen) Modellen sei jedesmal etwas kaputt gegangen und so waren sie wohl ziemlich krisenerprobt (leider haben wir nicht nach ihrem Anbieter gefragt). Zusammen und mit viel Kraftaufwand konnten wir die Türe wieder öffnen. Sie funktionierte von da an mehr oder weniger zuverlässig. Die Fahrt erwähne ich nicht weiter – Mäthu hatte Fieber und mir war plötzlich schlecht. 🤢 Wir waren beide sehr froh, als wir endlich am Ziel – unserem letzten Zwischenstopp vor der Küste - ankamen. Die Rostock Ritz Lodge liegt auf einer Anhöhe bei den Rotstock-Bergen und bietet einen Campingplatz sowie tolle Steiniglu-Chalets. Diese sahen so toll aus, dass wir schon wieder den Campingplatz gegen ein weiches Bett tauschten. 🤪 Und wir bereuten es nicht! Vom kleinen Terrässli aus sah man weit über die Ebene und ein Wasserloch lag in Sichtweite. Die Lodge beherbergt ebenfalls einige gerettete Erdmännchen, die als Haustiere gehalten wurden und nun wieder auf ein Leben in Freiheit vorbereitet werden. Wir durften bei der Fütterung zuschauen. Später unternahmen wir eine kurze Wanderung auf den Hausberg, um danach mit einem kühlen Rock Shandy den wunderbaren Sonnenuntergang zu geniessen, inkl. spannender Unterhaltung mit Kellner Frans und der Managerin. In gemütlicher Atmosphäre genossen wir später das Abendessen im schönen Restaurant, welches im „Rundbau-Stil“ gebaut wurde.
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201426. Jan. 2015 ·
Huuuch, ich bin in Verzug! 😮 Hier endlich die Fortsetzung unseres Reiseberichts!
Montag, 24. November 2014 Rostock Ritz – Walvis Bay
Von unserem kleinen Privatbalkon beobachteten wir bereits vor 6 Uhr morgens das tierische Treiben am Wasserloch. Eine Herde Zebras hatte es in Beschlag genommen und tollte herum. Aber auch Schakale und Springböcke waren da. Ein leckeres Morgenbuffet erwartete uns im gemütlichen Lodge-Hauptgebäude. Nach dem Check-out liessen wir nochmals am herrlichen Pool die Seele baumeln. Wir konnten uns fast nicht von diesem wunderbaren Ort trennen. Vor der Abfahrt stärkten wir uns noch mit einem köstlichen Tomatensüppchen und beim Verabschieden von der sympathischen Crew liessen wir uns zu gern noch von der einen oder anderen Anekdote anderer Gäste aufhalten. Die Fahrt führte über den Gaubpass, wo uns plötzlich eine Herde abgemagerter Pferde entgegen kam. Wir wissen nicht, ob sie wild waren oder jemandem gehörten; jedenfalls sahen die Tiere viel schlechter aus als diejenigen in Garub. Ich erinnerte mich, dass wir noch Karotten im Kühlschrank haben und wollte den Pferden einen kleinen Snack bieten. Sie waren jedoch so ängstlich, dass die Karotten überhaupt nicht von Interesse waren. Nun ja, Karotten in der Wüste sind nicht alltäglich und können schon beängstigend wirken. 😗 Wir durchquerten auch den imposanten Namib-Naukluftpark. Die Gesteinsformationen müssten ein Paradies sein für Geologen. Das Gebirge ist einige Millionen Jahre alt. Der letzte Teil der Fahrt bis zum Meer bot kaum mehr Höhepunkte, eine gefühlte Ewigkeit fuhren wir durch eine staubige, flache Einöde. Wir fuhren heute von knapp 1300m ü. M. bis runter an den Atlantik. Kurz vor dem Ziel tauchten wir in eine Nebelwand hinein, welche sich über ganz Walvis Bay erstreckte. Der Temperaturunterschied war markant. Wir übernachteten in der Oyster Box, einem Guesthouse mit perfekter Lage am Meer und schön modern ausgestatteten Zimmern. Nach einem Spaziergang an der Uferpromenade wo sich Pelikane und Flamingos aufhielten, hatten wir genug von der frischen Brise. Das Nachtessen im Guesthouse war wie erwartet unspektakulär (Snackkarte), wir hatten jedoch keine Lust mehr, nochmal rauszugehen um ein Restaurant zu suchen. Nebst den fast surreal tönenden Klicklauten der schwatzenden Angestellten war die Spannung und Vorfreude auf die morgige Kajaktour das Thema des Abends.
Die Zebras am Wasserloch
Das Hauszebra bei den Rostock Ritz-Pferden
Begegnung am Gaub-Pass
Noch eine Begegnung (der freute sich über 'ne Karotte! 😄 )
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201428. Jan. 2015 ·
...und weiter gehts! 🙂 Den heutigen Tag hat zur Abwechslung mein Göttergatte literarisch festgehalten. 😄
Dienstag, 25. November 2014 Walvis Bay –Swakopmund
Die heutige Kajaktour war ein besonderer Leckerbissen für mich. Nach einem üppigen Morgenessen, holte mich Jeanne (Guide) gleich am Guesthouse ab. Leider war Karin nicht so fit und kniff heute, was sie später sicherlich ein wenig bereute. Auch dabei war Anja, eine Namibierin, welche nun seit 10 Jahren in München arbeitet und ab und zu ihr Heimatland als Feriengast besucht. Die 4x4-Strecke führte uns zu riesigen Salinen zur Salzgewinnung. Wir beobachteten verschiedene Flamingokolonien, Säbelschnäbler, Pelikane und weitere Vögel, welche dem sehr fischreichen Gewässer beiwohnten. Entlang der Küste war ein ca. 3 Meter breiter, rot schimmernder Streifen erkennbar, die "Krillbank". Dank dem von der Antarktis herkommenden Benguelastrom ist das Gewässer an der fast ganzen Küste Namibias sehr planktonreich und zieht Fische, Säuger und Vögel aller Art an. Auf der sandigen Piste zum Pelican Point trafen wir auf drei Schakale und konnten bis auf 30 Meter an sie heran. Den Leuchtturm und deren umgebaute Lodge passierten wir ebenfalls. Der Leuchtturm stand einmal an der Spitze der vorgelagerten Landzunge. Nun ist er bereits über 2 km weiter hinten, da sich die Landzunge jährlich um 20 Meter verlängert. Dann schlüpften wir in unsere Kajak-Utensilien und hüpften ins Kajak. Sogleich trafen wir auf drei Delfine, welche im seichten Wasser umher tummelten. Die Vögel kreisten in grossen Schwärmen ums uns herum. Am Strand sichteten wir Pinguine, Pelikane, Flamingos und Kormorane. An die beiden Robbenkolonien kamen wir ganz nah heran. Sie nehmen das schwimmende Kajak überhaupt nicht als Bedrohung war. Man konnte den "rülpsenden", ständig spielenden und umher hopsenden Seelöwen eine ganze Weile zuschauen ohne sich zu langweilen. Im Wasser sind diese Tiere sehr agil und plötzlich taucht einer vor dir auf. Man bemerkt es kaum. Als ein Auto von hinten an den Strand fuhr, war eine kollektive Flucht ins Meer vom Gros der Kolonie die Folge. Das war auch nicht ungefährlich, denn die ausgewachsenen Männchen kommen auf eine sehr stattliche Grösse und Gewicht, dem Vielfachen eines Menschen. Leider sahen wir keinen Mondfisch, welcher sich hier häufig zeigt. Im Winter zieht es mit den wärmeren Strömungen auch die grössten Meeresschildkröten (Lederschildkröte) hierher. Unser persönlicher Höhepunkt war dafür die knapp vor uns (2 m) aufspringenden Delfinen, welche Guide Jeanne sogar mit Ihrer wasserfesten Kamera erwischt hatte. Auf dem Rückweg sprachen wir noch gemeinsam einige spannende Themen über Namibia, Südafrika, Kontinent Afrika, Korruption, Bildung etc… Zurück im Guesthouse war Karin schon bereits für die Weiterreise nach Swakopmund. Es war zur Abwechslung wieder einmal eine asphaltierte Strasse, aber spannende Strecke. Links das Meer, rechts waren die Sanddünen. Heute war es etwas wärmer als gestern bei der Ankunft in Walvis Bay. Unser Guesthouse in Swakopmund ( das "Swakopmund Guesthouse") war sehr schön. Unser Zimmer war ganz in weiss und blau eingerichtet. Wir machten einen Spaziergang rund um unser Viertel dieses ehemals deutschen Kolonialstädtchens, in dem man mit Deutsch fast überall durchkommt. Der „old jetty“ (Hafenpier) erzählt von einer grossen Geschichte. Nun ist er nur noch auf der einen Seite begehbar. Wir besuchten weitere Sehenswürdigkeiten wie u.a. den Leuchtturm und das Kriegerdenkmal mit der Erinnerung an die im Krieg umgekommen deutschen Staatsbürger. Als afrikanischer Einwohner hätte ich das Denkmal sicher schon längst entfernt... 😗 Für das Nachtessen besuchten wir das Kücki’s Restaurant. Für mich gabs köstlichen Fisch und Karin wurde eine vegetarische Pasta serviert. Leider konnte ich das Essen nur halbwegs geniessen, denn mich plagte immer noch das Fieber. Mein zum Fisch bestellter Pfefferminz-Tee zog schon einige fragende Blicke auf sich. 🤪
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201402. Feb. 2015 ·
Wie ein paar von euch vielleicht schon festgestellt haben, ist einer von uns ein ziemlicher Reptilien-Fan... 😗
Mittwoch, 26. November 2014 Swakopmund
Ein leckeres Morgenbuffet erwartete uns im Swakopmund Guesthouse. Dann waren wir bereit für die „Living Desert Tour“ und unser Guide Douglas holte uns zeitig ab. Schnell kamen wir mit anderen Teilnehmern in Kontakt, besonders mit Jenny und Cyrill, einem deutsch/schweizerischen Paar aus der Region Zürich. Wir fuhren mit zwei wüstentauglichen Autos in Serie in die Sanddünen. Beim ersten Stop erklärte uns Douglas die Entstehung der Namib-Wüste und erteilte uns Theorieunterricht über die hier heimische Flora und Fauna. Obwohl wir lange stehen mussten, war es war sehr kurzweilig; Douglas erklärte das Thema sehr unterhaltsam und sorgte mit seinem Mix aus Englisch und einigen deutschen Wörtern immer wieder für ein Schmunzeln bei den Teilnehmern. „Nobody wants to eat dry muesli every day“: Dieser Satz – in Zusammenhang mit einem tierischen Wüstenbewohner – ist uns besonders in Erinnerung geblieben. Währenddessen uns Douglas in die Theorie einführte, war Adam auf der Suche nach Spuren der hier lebenden Tiere. Mit einer speziellen Grabtechnik und dem notwendigen Wissen buddelten die beiden für uns den „durchsichtigen“ Gecko raus, welchen wir fotografieren durften. Leider war in unserer Truppe ein deutsches Duo dabei, dass die Linse bis auf wenige Millimeter an das Tier heranstreckte, wiederholt dutzende Fotos schoss und so den Blick auf den Gecko für alle anderen versperrten. Nach einiger Zeit kam auch Mäthu dazu ein Fotos zu machen ohne fremden „Schädel“ drauf. 😈 Dass wir nicht die einzigen waren, die sich an den beiden störten, war kaum zu übersehen. Später sahen wir auch die „White Lady“, eine giftige, weisse Spinne, einen beinlosen Skink sowie eine pfeilschnelle kleine Sandechse, welche in knapp zwei Sekunden nach dem Loslassen wieder in den Sand eintauchte und verschwand. Dann fanden die Guides ein Namaqua-Chamäleon. Das Tier ist ein wahrer Zauberkünstler. Es wechselte drei Mal innert kürzester Zeit seine Hautfarbe (Busch, Hand, Sand). Douglas hatte ein paar „Zückerli“ in Form von Mehlwürmern dabei und legte diese in der Nähe des Chamäleons auf den Boden. Nun zog das Tier eine spannende Show ab. Zuerst rollte es mit seinen Augen 360° herum. Dann lieferte es den „Moonwalk“ ab und näherte sich stetig ein bisschen der Beute. Nur keine Hektik! 😄 Der „Moonwalk“ soll ein im Wind stehendes Grasbüschel imitieren um Feinde (Raubvögel) abzulenken. Nun der Höhepunkt - die ultraschnelle Zunge des Chamäleons schnellt hervor und die Beute hat keine Chance zu entkommen. Das geht so schnell, dass wir später kaum Fotos des Tieres mit der ausgestreckten Zunge auf dem Kameradisplay finden. 😵 Auch einen giftigen schwarzen Skorpion sahen wir noch. Dann wurde die Fahrt so richtig rasant und Douglas fuhr mit uns einige Dünen hoch und runter. Bei einem Halt mit Erfrischung inmitten der Dünenlandschaft konnten wir den Ausblick von den Dünen auf das im Hintergrund sichtbare Meer geniessen. Fazit: Die Namib-Wüste direkt entlang dem Atlantik ist ein einzigartiger Lebensraum, den es sonst nirgendwo sonst in dieser Form gibt. Die absolut empfehlenswerte Tour war nach ca. 5 Stunden fertig.
Mit Jenny und Cyrill verabredeten wir uns noch provisorisch zum Nachtessen. Am Nachmittag musste unser „Cruiser“ getankt und die Esswaren aufgestockt werden. Hinzu entschied sich Mäthu nun doch mal einen Arzt aufzusuchen. Die Chance auf einen deutsch sprechenden Arzt ist hier in Swakopmund wohl am grössten. 😉 Nach gut einer Stunde Arztsuchen waren wir beim dritten Versuch am richtigen Ort (im wöchentlichen Turnus hat ein Arzt "Touristendienst"), und Mäthu konnte sich in den Wartsaal setzen. Nach ein paar Stunden konnte ich ihn wieder abholen. Er bekam Antibiotika und Schmerzmittel. Da es Mäthu wieder schlechter ging (Fieber wieder 39°C), entschieden wir uns, im Guesthouse zu bleiben und beim Take-Away das Abendessen zu bestellen statt mit Jenny und Cyrill essen zu gehen. Da war noch die Story mit dem Kurier der Thaiküche, den die Nachtwache des Guesthouse nicht passieren lassen wollte. Als wir draussen ein lautes Gespräch hörten, konnten wir rasch alles regeln, der Wächter entschuldigte sich und wir konnten ein überraschend gutes Essen geniessen. 😄
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201405. Feb. 2015 ·
Donnerstag, 27. November 2014 Swakopmund – Spitzkoppe
Heute sollte unsere Reise Richtung Spitzkoppe weitergehen. Da die zu fahrende Strecke nicht allzu lang ist, organisierte ich mir vor der Abreise spontan noch einen Ausritt bei Okakambe Stables. Ich trank kurz einen Tee und schnappte mir ein Brötchen für unterwegs und fuhr los. Ein komisches Gefühl, plötzlich allein im Auto zu sitzen. 😐 Ich fand den Stall aber auf Anhieb und so konnte das Abenteuer starten. Mir wurde „Costa“ zugeteilt, ein riesiges Pferd (im Vergleich zu meinem), mit dem ich zuerst noch den „Reit-Fähigkeitstest“ bestehen musste, da ich mit einer Fortgeschrittenen-Gruppe unterwegs war. Als ich beim Galoppieren nicht runterfiel, schien ich den Test bestanden zu haben. 😄 Wir ritten durch das trockene Swakop-Rivier und der Guide erklärte zwischendurch ein paar Details über die Wüste (wobei mir das meiste nun schon von der gestrigen Tour bekannt war). Vom Pferderücken aus wirkte die Wüste noch mal eindrücklicher. Nach dem Ritt musste ich schnell nach Swakopmund zurückfahren, weil wir pünktlich auschecken mussten. Mäthu liess mir Grüsse von Jenny + Cyrill ausrichten, die bereits abgereist waren. Während ich unterwegs war, hat Mäthu ausgeschlafen und danach mit ihnen zusammen gefrühstückt. Nach einer kurzen Dusche ging die Reise weiter. Auf der Hauptstrasse Richtung Windhoek ging es zügig voran und wir erreichten bald die Spitzkoppe. An der dortigen Reception kam uns ein zahmes Erdmännchen entgegen und wir stellten fest, dass nur ein Teil des Gebiets für uns zugänglich war, weil gerade Dreharbeiten für einen Film im Gange waren. Schade. 🙁 Als wir uns an einem wunderschönen, einsamen Plätzchen eingerichtet hatten, kochten wir unser Abendessen und Mäthu fühlte sich erstmals seit Langem nicht mehr so krank. Beim anschliessenden Sundowner-Walk sahen wir einen Hasen und etliche Perlhühner und entdeckten Gräber direkt neben unserem Nachtlager. Es kamen aber keine Geister über Nacht… 🤩
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201410. Feb. 2015 ·
So liebe Afrika-Freunde, der Winter hat seinen Tribut gezollt und ich sitze mit einer Stirnhöhlenentzündung zuhause fest. 😠 Dafür geht es jetzt endlich weiter mit unserem Reisebericht! 😉
Freitag, 28. November 2014 Spitzkoppe – Mowani Mountain Camp
Der Baum, unter dem wir unser Nachtlager aufgeschlagen hatten, war über Nacht erblüht und so wurden wir vom Summen eines Bienenschwarms geweckt. Der Baum duftete intensiv. Mangels Strom gab es wieder nur Müesli zum Frühstück, beobachtet von vielen Dassies. Trotz kaum vorhandener Infrastruktur (es gab an unserem Platz einzig ein Trockenklo), wären wir hier gerne noch etwas länger verweilt, die Landschaft ist einfach atemberaubend schön! Wir packten unsere Sachen und fuhren – wo wir durften – noch ein bisschen um die Spitzkoppe herum. Danach folgten 230 km auf Wellblech-Pisten. Es schüttelte uns so richtig durch und wir hatten etwas Angst um unseren Crüüser. Leider merkten wir erst gegen Schluss, dass es viel weniger schlimm ist, wenn man einfach mit Tempo darüberbrettert. Bis dahin waren wir mit ca. 40 km/h über die Piste geruckelt, und da uns kein einziges Auto begegnete, hatten wir keine Vergleichsmöglichkeit für das „richtige“ Tempo. Dies änderte sich auf den letzten 60 km Richtung Twyfelfontein, da überholten uns plötzlich einige Wagen im Affenzahn. Zuerst ärgerten wir uns, aber dann merkten wir, dass ein Trick dahinter steckt. 🤪
In Uis machten wir vorher noch einen Einkaufsstop, wir brauchten neues Brot, da unser Toast angegraut war. Vor dem Laden verdiente ein Mann sein Geld damit, Autos von Kunden zu „bewachen“. Nun ja, zu bewachen gab es wohl nicht viel, aber wir finden, besser Geld für eine Leistung abgeben, als einfach so zu verschenken. Später machten wir Halt an einem Stand am Strassenrand, wo Herero-Frauen Souvenirs verkauften. Wir kauften der netten und gesprächigen Dame in traditioneller Tracht ein Leo-Kissen ab (reine Vorsichtsmassnahme, falls wir keinen zu Gesicht bekommen sollten 😏 ) und baten sie um ein Foto. Honey, so der Name der Frau, willigte ein, und gab uns ihre Adresse, damit wir ihr die Fotos auch schicken können (dies habe ich in den letzten Tagen auch getan, ich hoffe, es hängt bald eine winterliche Postkarte aus Bern an ihrem Stand! 😎 ). Dann erreichten wir das Mowani Mountain Camp. Es gibt auch hier wieder keinen Strom 😈 , ansonsten gibt es aber gar nichts zu meckern: Wunderschöne, riesige Plätze (wir konnten uns kaum entscheiden), jedem seine privaten und sehr hübschen „Ablutions“, fliessendes Wasser und sogar eine kleine Outdoor-Kitchen sowie natürlich die Natur rundherum. Alle Plätze boten eine fantastische Sicht über das Tal. Wir konnten beobachten, wie eine Horde Paviane auf den Nachbarfelshügel „zügelte“. Wir teilten uns den Platz mit vielen neugierigen Piepmätzen sowie unterschiedlichen Agamen, die bereitwillig für Fotos posierten. 😄 Mit den anwesenden Fliegen hätten wir den Platz lieber nicht geteilt, diese waren echt lästig und versuchten, in unsere Nasen, Augen und Ohren zu kriechen. Die Fliegen plagten uns jedoch nur gegen Abend, am nächsten Tag waren sie verschwunden. In der Nacht hörten wir Lärm draussen, konnten aber durch unser „Dachzeltnetz“ nichts erkennen. 😗
Als begeisterter Reiseberichtsleser verfolge ich natürlich auch Eure Tour. Aber mal eine Frage: Wofür habt Ihr den Strom vermisst? Das schöne an den Mietcampern ist doch, dass die so ausgestattet sind, dass man auf der Reise komplett ohne externen Strom auskommt.
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201411. Feb. 2015 ·
Hallo Topobär
Unser Landcruiser hatte zwar ein Solarpanel auf dem Dach, mit dem der Kühlschrank und die Wasserpumpe zuverlässig versorgt wurden, jedoch konnte man damit keine elektrischen Geräte (wie Wasserkocher und Toaster, die unsere Schubladen unnötig füllten) benutzen. Darauf können wir auch gut verzichten, wäre da nicht unser Kamera-Akku gewesen, der von Zeit zu Zeit hätte geladen werden müssen. Und auch die Handy-Akkus verlangten Nachschub. Normalerweise lassen wir unsere Handys im Urlaub gerne mal unbenutzt, jedoch war es in unserer Situation (Krankheit) beruhigend zu wissen, dass wir im Notfall jemanden hätten kontaktieren können. Nun ja, da wir doch 2-3x ungeplant auf eine feste Unterkunft mit Steckdose gewechselt haben, ging uns der Strom zum Glück nie ganz aus. Mich würde aber interessieren, wie es andere Camper so machen mit dem Aufladen der Akkus? Lag es bei uns nur am Auto?
Wasserkocher und Toaster hatten wir in Form von Teekessel und Grillrost auch immer in der Fahrzeugen. 😎 In elektrisch betriebener Form allerdings noch nie. Die Camper die wir hatten, waren immer auf ein Leben in der Wildnis, abseits aller Strohmquellen ausgelegt.
Für die diversen Akkus, die man heutzutage ständig laden muss (Foto, Handy, E-Reader, usw.) haben wir immer einen Wechselrichter dabei, so dass wir dafür die 12V Steckdose des Fahrzeugs nutzen können.
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201411. Feb. 2015 ·
Samstag, 29. November 2014 Mowani – Twyfelfontein - Vingerklip
Am Morgen fanden wir unseren Abfallkübel am Boden liegend, verziert mit 2 Pfotenabdrücken. Wir machten ein Foto und zeigten es später einem Guide, welcher meinte, dass die Spuren von einem Porcupine stammen. Gehört haben wir sie ja; schade haben wir die Stachelschweine nicht live zu Gesicht bekommen. 😐 Gemütlich assen wir unser Frühstück und machten uns dann auf zu den Organ Pipes und dem Burned Mountain, die ganz in der Nähe lagen. Da wir die einzigen weit und breit waren, bekamen wir eine Privatführung von Agathe. Bei dem kurzen Fussmarsch zu den Pipes empfanden wir es zum ersten Mal als so richtig heiss! Den Burned Mountain hatten wir schnell abgehakt. Wir sind ja keine Geologen. 😗 Bei der Weiterfahrt kamen wir in Clinch mit dem Navi. Dieses schickte uns auf der gleichen Strecke zurück, wie wir gekommen waren. Mäthu war jedoch überzeugt, dass es einen direkteren Weg zum Vingerklip geben musste. Trotzdem folgten wir brav den Angaben unseres Navis und fuhren über die Rumpelpiste zurück bis zur C35. Nun ja, wenn ich das jetzt auf google.maps nachschaue, ist der entstandene Zeitverlust von 15 Minuten auch nicht weiter tragisch! 😛 Wir hofften immer noch, irgendwo Wüstenelefanten zu erblicken, aber wir trafen nur auf Ziegen und Schafe. Heute wollten wir in der Ugab Terrace Lodge campieren, welche ganz in der Nähe des Vingerklip liegt. Doch bei der Anfahrt sahen wir dass der Campingplatz am Fusse des Berges liegt, während die „Cabanas“ der Lodge AUF dem Berg platziert waren. Wir beschlossen, hochzufahren und die Aussicht zu bestaunen. Die Zufahrt war verdammt steil, links und rechts neben dem Weg ging es steil runter. Doch unser Crüüser meisterte auch diese Aufgabe locker. 😄 Oben angekommen waren wir begeistert von der schönen Anlage mit Pool und der fantastischen Aussicht auf den Vingerklip und andere Gesteinsformationen. Das ganze erinnerte uns ein bisschen an den Grand Canyon oder an Bardenas Reales (Navarra/Spanien). Zacharias an der Reception begrüsste uns mit Handshake und lachte nur auf unsere Frage, ob sie eventuell noch ein Häuschen frei hätten. Wir können auswählen, es seien noch fast alle frei. Er wollte uns unbedingt noch ein Häuschen von innen zeigen, um uns die Entscheidung zu erleichtern. Aber die war eh schon gefallen. 😗 Den restlichen Nachmittag verbrachten wir lesend auf der schönen Terrasse, inkl. einem feinen offerierten Stück Kuchen. Später legte ich mich etwas hin, weil ich von einem Stechen im Kopf geplagt wurde. Derweil machte Mäthu Fotos von der Umgebung und dem schönen Sonnenuntergang (den ich leider verpasst habe). Das Nachtessen im Restaurant war sehr lecker, auch wenn diesmal mein Appetit nicht riesig war. In der Nacht hörte ich plötzlich ein Rascheln hinter meinem Kissen. Ich nahm die Taschenlampe und entdeckte eine Maus! Da sie daraufhin verschwand, schlief ich weiter. Später bemerkte ich, dass sie auf unserer Bettdecke herumhüpft. Ich dachte an meine Mutter, die jetzt sicher kreischend das Bett verlassen hätte. 🤩 Am Morgen lag die Maus zwischen den frischen Badetüchern und schlief gemütlich. Ach wie süss, dachten wir beide. Bis Mäthu ein paar Tage später feststellte, dass sein Lieblings-T-Shirt durchlöchert war… 😈
Da meine Kopfschmerzen immer noch nicht besser waren, musste Mäthu alleine zum Frühstück. Mir war gar nicht nach Essen zumute. Als er zurück kam, erzählte er mir, die Ugab-Mitarbeiter seien alle besorgt und hätten nach mir gefragt. Gegen 10 Uhr starteten wir trotzdem und statteten als erstes dem Vingerklip einen Besuch ab. Mäthu kletterte zu ihm hoch und umrundete ihn einmal. Ich verzichtete darauf und blieb im Wagen - bloss keine unnötige Kopf-Erschütterung. 🙁 Danach fuhren wir weiter Richtung Etosha Nationalpark. Irgendwann wechselte die Strasse zu Teer und wir kamen rasch vorwärts. Unterdessen ging es auch meinem Kopf wieder besser. In Outjo machten wir noch einige Besorgungen, tankten und stillten gleich im Auto vor dem Shop unseren Heisshunger nach M&Ms. 😄 Dabei wurden wir von zwei „getarnten“ Makalani-Nuss-Verkäufern erwischt, die uns prompt so ein Ding aufschwatzen konnten. 😈 Damit war nun unser letztes Bargeld weg. Da in Outjo anscheinend kein ATM existiert (jedenfalls keiner der funktioniert, ich kann mich nicht mehr so genau erinnern), starteten wir also „cashless“ ins Abenteuer Etosha. Wir bezogen unser Zimmer im Etosha Safari Camp, kurz vor dem Anderson Gate und verbrachten dann den Nachmittag am Pool, zusammen mit einer schwedischen Reisegruppe, bestehend aus Frauen und einem schwedischen „Harry Hasler“ (gibt es eine vergleichbare Figur in Deutschland? Mir fällt grad keine ein…). Jedenfalls war es ziemlich amüsant, der Gruppe zuzuschauen. 😄 Im Curio-Shop kauften wir noch T-Shirts und neuen Lesestoff für mich („Hummeldumm“ hatte ich schon in Sesriem durch), sowie eine CD für unterwegs (habe ich schon erwähnt, das unser Radio nicht funktioniert und wir uns die ganze Zeit selber unterhalten müssen? 😵 ). Nach einem Imbiss legten wir uns erneut auf die Liegestühle am Pool und ich begann mit dem Buch „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“, welches mich von Beginn weg fesselte. Das Abendessen vom Buffet war lecker und die Stimmung sehr gemütlich. Nach dem Essen setzten wir uns auf die lustigen Pneu-Sessel ums Feuer und lauschten bei einem Drink den zwei Sängern mit Gitarre. Dabei kamen wir ins Gespräch mit einem deutschen Pärchen, welches sich als unsere Häuschen-Nachbarn entpuppte. Auf dem „Heimweg“ weckten sie mit ihren Erzählungen grosse Erwartungen an den Etosha NP. Wir waren ja sooo gespannt auf die nächsten zwei Tage! 🤩
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201411. Feb. 2015 ·
Hier geht es bald weiter mit ETOSHA!! 🤩
Et voila... (diesen Tag hat wieder mal Mäthu auf Papier festgehalten)
Montag, 1. Dezember 2014 Etosha Safari Camp – Halali
Früh aufstehen war angesagt - der berühmte Etosha Park erwartete uns. Dieses Unterfangen war aber nicht so einfach, weil wir gestern zum ersten Mal auf dieser Reise erst um Mitternacht ins Bett fielen. Doch wir haben es geschafft und los ging die kurze Fahrt zum Parkeingang. Wir waren beide gespannt was wir heute so an Tieren sehen würden. Auf unserer letztjährigen Reise in Südafrika waren wir safaritechnisch ziemlich verwöhnt worden. Die Erwartungen waren entsprechend hoch. In Okaukuejo bezahlten wir unsere 2-Tagespässe. Am zweiten Wasserloch sahen wir bereits ein junges Löwenpaar am Trinken. Die beiden mussten wohl ihre nächtliche Mahlzeit herunterspülen, sie waren beide noch blutverschmiert. Rund ums Wasserloch standen zig Antilopen (Gnus, Oryx, Zebra, Springbock, Impala etc.), welche abwarteten bis die Löwen ihren Durst gelöscht hatten. Einzig ein Schakal wagte sich zur gleichen Zeit wie die Löwen ans Wasserloch. Wir besuchten weitere Wasserlöcher und sahen Kuhantilopen, Kudus, Strausse und Warzenschweinen. Diese Wasserlöcher wären gemäss Theorie auch beliebt bei Elefanten, jedoch waren bisher nur die "Hinterlassenschaften" zu sehen. Ganz wenig enttäuscht erreichten wir gegen Mittag unser heutiges Nachtlager, das Halali Restcamp. Dort verpflegten wir uns kurz und checkten ein. Wir bekamen das „Elephant“-Honeymoon-Chalet was uns - wegen des Namens - zuversichtlich stimmte, sicher auch noch "echte" zu Gesicht zu bekommen. 😗 Als erstes wollten wir dem hiesigen Wasserloch einen Besuch abstatten. Dieses war sehr schön gestaltet, wie in einer natürlichen Arena hatte man den Blick frei auf die "Bühne". Es waren Zebras und Kudus zu beobachten. Wir chillten ein wenig im Chalet und wollten ein kühlendes Bad im privaten Outdoor-Whirlpool nehmen. Doch das Wasser war unter der schützenden Plastikmatte fast über 50°C heiss geworden und alles andere als eine Abkühlung. Bevor wir zu einer weiteren Pirschfahrt starteten, besuchten wir abermals das Wasserloch und wurden dabei von einem heftigen Gewitter überrascht. Rennend suchten wir Unterschlupf in der Wäscherei des Campingplatzes. Es schiffte lange wie aus Kübeln und wir warteten sicher eine Stunde stehend in dem Wäschehäuschen - Karin freute sich über die wohltuende Abkühlung und nahm es mit Humor. Wie grün würde es bald hier aussehen! Ich hingegen ärgerte mich - warum musste es ausgerechnet jetzt regnen? Als das Gewitter vorbei war, wollten wir trotz vorgerückter Stunde nochmal rausfahren. Die Sonne zeigte sich wieder und ein riesiger doppelter und sehr stark leuchtender Regenbogen begleitete uns auf der Fahrt entlang der Etosha-Pfanne. Wegen der Regenflut änderte sich die Situation schlagartig und wir verzichteten auf die Wasserlöcher, denn nun konnten die Tiere aus jeder Strassenpfütze trinken. Wir sahen eine Schakalfamilie im offenen Feld, einige Zebra- und Gnuherden, Impalas und Kuhantilopen. Dann doch noch ein Highlight. Wir entdeckten ein Spitzmaulnashorn aus ca. 30 m Entfernung. Wir schauten dem wuchtigen Bullen zu, wie er gemütlich am grasen war. Plötzlich hob er seinen Kopf und rannte wie wild los. 🤩 Wir hielten kurz die Luft an. Zum Glück galt der Angriff nicht uns, sondern einer Riesentrappe, welche dem Bullen wohl auf die Nerven ging. Wiederholt sprintete das Nashorn auf den Riesenvogel zu, welcher sich jeweils schwerfällig in die Luft erhob und ein kurzes Stück davonflatterte. Vor lauter Begeisterung vergassen wir die Zeit und stellten plötzlich fest, das wir nun eiligst zurückfahren mussten. Das Halali-Camp schliesst um 19.30h seine Tore und wir hatten nur noch knapp 20 Minuten. Im hastigen Tempo fuhren wir in unbekanntem Terrain durch unzählige Wasserlachen, der heruntergehenden Sonne entgegen in Richtung Camp und kamen einige Minuten zu spät. Zum Glück nehmen es die Afrikaner auch im Etosha Park nicht so genau mit der Zeit und wir konnten problemlos durch das noch geöffnete Tor brausen. 😗 Das Nachtessen im Halali-Restaurant war einfach aber in Ordnung. Den langen Tag rundeten wir mit einem letzten Besuch am Wasserloch ab. Ein Nashorn war da und trank eine halbe Stunde lang ganz vorsichtig und aufmerksam und verschwand dann fast lautlos.
Der Empfang war vielversprechend...
Zuerst sind die Löwen dran..
...und dann der Rest 😕
Kann uns jemand verraten, was das für Vögel sind?
Nach dem Regen...
Ein begossener Pudel ....äähh Schakal 😄
Der Bulle und sein "Widersacher"
**schnell weg hier*** 🤩
Auf dem Heimweg - schnell noch ein Foto vom Sonnenuntergang
Carinha schrieb: Kann uns jemand verraten, was das für Vögel sind?
Hallo Ihr Zwei, das sind Paradieskraniche (Blue Crane)...Wunderschön, nicht wahr 😁 ? Hab ich bisjer leider nur im Kölner Zoo gesehen 🙁 ; die sind richtig groß !! Sind glaube ich auch die Nationalvögel von Südafrika 😕
Vielen Dank 😘 😘 überhaupt mal für Euren Bericht, lese schon die ganze Zeit mit und schwelge in Erinnernungen an unsere erste Namibiatour 2012...