Berg-EuleThemenstarter2'060 Beiträge · seit 201313. Nov. 2014 · #1
Guten Morgen,
ich habe eine - vielleicht dumme - Frage. 😊 Auf Satellitenbildern kann man gut erkennen, wie der Okavango in der Wüste endet. Mich würde interessieren, ob man auch auf dem Boden erkennen kann, wo die Enden der Flussarme sind. Ich habe schon gegoogelt, aber kein entsprechendes Foto finden können - hat eine/r von euch so ein Bild?
Liebe Grüße von Gabriele
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Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
das Okavango-Delta ist wie gesagt ein Delta, d.h. eine breit angelegte Mündung des Flusses. Es ist bei Hochwasser wie ein großer See, ansonsten eine Vielzahl aus Flüsschen. Es gibt da kein definiertes "Ende", zumal sich der Hauptstrom in viele Nebenarme immer wieder verzweigt.
Viele Grüße Christian
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Berg-EuleThemenstarter2'060 Beiträge · seit 201313. Nov. 2014 · #3
Ok, ich hake - weiterhin "dumm" nach: Bei den Flussarmen müsste man doch einmal an eine Stelle gelangen, wo das Wasser plötzlich endet?
Bei einem See gibt es ein erhöhtes Ufer, wo das Wasser endet, aber laut den Satellitenbildern enden die Flussarme nicht in Seen, sondern das Wasser ist einfach nicht mehr da, versickert also. Man müsste doch erkennen können, wo das stattfindet.
Liebe Grüße von Gabriele
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lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200813. Nov. 2014 · #4
Hallo, Berg-Eule,
Ein solches Ufer kannst du an vielen Stellen im Moremi erleben, weil dort ständig Wasser ist.
Ansonsten liegt es einfach an der flachen Landschaft, dass das Wasser sich letztendlich so "wegschummelt" 😉
und nicht nur das, das Delta hat darüber hinaus auch Ausflüsse, die auch mal über 40 Jahre trocken bleiben und dann wieder befüllt sind, wie z.B. den Boteti, der über den Thamalakane gespeist wird.
Es ist ein sehr komplexes Flusssystem, das sehr veränderlich ist, abhängig von lokalem Regen, der Flut aus Angola und den tektonischen Aktivitäten. Die jeweiligen enden dieses Deltas sind sehr unspektakuläre Pfützen im oder außerhalb des Moremi... – keine klar abzugrenzenden Enden. Manchmal ist es ein Sumpf, manchmal sind es mehr o. weniger trockene kleine Lehmpfannen.
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
Berg-EuleThemenstarter2'060 Beiträge · seit 201313. Nov. 2014 · #5
Gut, also nichts Spektakuläres, wo man mal stehen möchte 😉 - danke euch beiden.
Obwohl ja die nächste Reise zwar schon durchgeplant, aber noch nicht angetreten ist, sammle ich im Hinterkopf schon Ziele für die übernächste 😊 😄
Ich denke, dass ich mit dieser "Verrücktheit" hier nicht alleine bin. 😉
Liebe Grüße von Gabriele
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lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200813. Nov. 2014 · #6
Oh, doch, sehr spektakulär - nur nicht an einem Platz und nicht auf den Begriff Ende reduziert.
Das Gesamt dieser Geologischen und ökologischen Besonderheit zu erkunden, zu erleben das ist an sich schon spektakulär.
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
Berg-EuleThemenstarter2'060 Beiträge · seit 201313. Nov. 2014 · #7
Ja klar, ich habe mich falsch ausgedrückt - sorry! 😊
Das Delta steht ganz oben auf meiner Wunschliste, aber ich dachte, man könnte z. B. von Süden, von der Wüste aus hinfahren und die Stellen sehen, wo das Wasser beginnt/endet. Wahrscheinlich erlebt man das am besten aus der Luft.
Liebe Grüße von Gabriele
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Strelitzie2'844 Beiträge · seit 201113. Nov. 2014 · #8
Guten Morgen Gabriele,
vl. helfen Dir diese Bilder - leider war die Sicht (wegen der Hitze) nicht besonders.
Aufnahmen vom Pom Pom Camp (Okavango) nach Maun.
Viele Grüße Strelitzie
PS. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! 😗 Jetzt habe ich auch verstanden, dass Du Bilder "vom Boden" suchst - aber nicht einmal von dem kleinen Flieger aus kann man ein definiertes Ende erkennen. Dazu müsste man das Gebiet vermutlich aus größerer Höhe betrachten. Die Vorstellung, es so sehen zu können, hatte ich allerdings auch....
Berg-EuleThemenstarter2'060 Beiträge · seit 201313. Nov. 2014 · #9
Danke für deine tollen Bilder, Strelitzie!
Meine falsche Vorstellung hat wohl diesen Grund: Es heißt immer, das Wasser versickert in der Wüste, also stellte ich mir viele immer kleiner werdende Rinnsale vor, die sich im Sand verlieren.
Aber im Delta ist es ja grün, wenn Wasser da ist, und somit kann man die "Enden" wohl wegen der Vegetation nicht erkennen. Was man auf den Satellitenbildern sieht, ist dann auch nicht der Wasserlauf allein, sondern das dazugehörige grüne Band.
Gut, eine falsche Vorstellung korrigiert!
Liebe Grüße von Gabriele
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Strelitzie2'844 Beiträge · seit 201113. Nov. 2014 · #10
So, habe etwas "Bodennahes" gefunden:
Blick von der Holzterrasse (links)
wie das Delta dann "endet" 🙂
Berg-EuleThemenstarter2'060 Beiträge · seit 201313. Nov. 2014 · #11
Super, vielen vielen Dank! Auch wenn das nicht die "Wüste" ist, die ich mir vorgestellt hatte. 😉
Egal, die Region hat sich in meinem Kopf eingenistet, wenn unsere Gesundheit es zulässt, wird die übernächste Reise dorthin gehen. Träumen darf ich ja schon einmal! 😎
Liebe Grüße von Gabriele
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SFiedler2327 Beiträge · seit 200813. Nov. 2014 · #12
Hallo Berg-Eule, Wie eschon einige schrieben gibt es kein so richtiges Ende. Bei geringem Wassersrand des Deltas versickert das Wasser irgend wann. 2000 als ich das erste Mal in Maun war hatte der Thamalkane kein wasser, die Brücken waren keien wasser Brücken, die Esel haben im Flussbett gegrasst. Ebenfalls 2003 und 2008. Vor 2 Wochen stand das Wasser fat bis an die Brücke. Der Botetie floss gar nicht. heute Endet der Boteti im Lake Xau, in der gegend von Oprapa und verdunstet dort Der Khwai im Norden der Moremi wird Richtung Osten immer weniger und östlich von Mabab gibt es kein Wasser mehr. Oder wie jetzt viel Wasser. Als Livingston in den 1850ern an Maun verbai zog erichtete er von einem See südlich (heute Lake Ngami) voller Pelikane etc. Resiende die ca. 10 Jahre später den see suchten fanden gar nichts und erklärten Livingston für verrückt. Gruss Stefan
Berg-EuleThemenstarter2'060 Beiträge · seit 201313. Nov. 2014 · #13
Danke auch dir, Stefan, für deinen Beitrag!
Liebe Grüße von Gabriele
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Champagner8'672 Beiträge · seit 201013. Nov. 2014 · #14
Hallo Gabriele,
ich finde das auch immer wieder spannend! "Wüste", wie du schreibst, wirst du eh keine finden - durch das Wasser wächst ja auch sehr viel dort! Und eine Versickerungsstelle zu finden nach Angaben wird schwer sein - denn schließlich ändert sich das von Tag zu Tag! Ich war 2013 an Stellen, wo wir 2012 zur gleichen Zeit durchs Wasser mussten, die ein Jahr später (noch) völlig trocken waren.
Hier sieht man übrigens gerade das Wasser kommen - und ich hatte damals dazu geschrieben: Als ich kapiere, dass hier demnächst auch Wasser sein wird, keimt bei mir der Wunsch auf, mal länger vor Ort zu sein – ich würde zu gerne die Veränderungen, die das Wasser mit sich bringt, über einen längeren Zeitraum hinweg beobachten
Und hier sieht man, wie das Wasser das Gras erobert und bald überschwemmt hat - und irgendwann geht das wieder zurück. Und das alles an unendlich vielen Stellen....
Zur "normalen" Flut kommt dann noch die Plattentektonik, die dem Ganzen manchmal wieder eine neue Richtung und Dynamik gibt. Ich hatte meinen Lieblingsguide mal gefragt, wo denn eigentlich genau der Khwai River versickert - hier seine Antwort:
Meine Frage: .....I got the impression that it seeps into the sand about 50 km east direction from khwai village??? After havening meandered a lot.... Am I right??
Seine Antwort:
It is a very interesting topic. For about 28 years, the Khwai River seeped down into the Kalahari sands. From 1982 - 2010. Before that it use to flow all the way pass Mababe village and end in the Mababe Depression. The depression use to receive its water from both the Khwai system and the Savuti channel. The Savuti River dried for 28 years (1982-2010). Savuti River gets its water from the Okavango Delta through the Selinda Spill-Way. Due to the tectonic movements or plates shifting under the ground the Savuti channel came to life as well as the Khwai system pushing pass Mababe again. So the two systems are alive again and supplying the Mababe Depression.
(Kalahari Sands darfst du dir aber auch wieder nicht als Wüste vorstellen....)
Du siehst - die Gegend ist ständig dabei, sich zu verändern - und das ist ja das Tolle! !! Und man kommt schwer wieder von ihr los - also überleg dir genau, ob du wirklich hinreisen willst 😄
Liebe Grüße von Bele (die am liebsten jetzt dort wäre 😊 😮 )
P.S. Zu der Tektonik (die mich fasziniert und einfach zum Delta dazu gehört) hatte Face mir übrigens auch noch folgende witzige Geschichte geschrieben:
I totally agree, it is very interesting. We did not feel the tectonic movements but yes the physical appearance of the landscape significantly changed. It was a great experience for me. It changed almost everything: be animal behaviour, plants and and we made a lot new roads due the terrible situation of the water. It was exciting and at the same time annoying when i drown a land rover in a river crossing and later yelled by the Directors who thought we were not taking care of their vehicles.
Berg-EuleThemenstarter2'060 Beiträge · seit 201313. Nov. 2014 · #15
Hallo Bele,
herzlichen Dank für deine tollen Bilder und interessanten Erläuterungen!
Champagner schrieb: Und man kommt schwer wieder von ihr los - also überleg dir genau, ob du wirklich hinreisen willst 😄
Wir kommen schon von Namibia nicht mehr los, haben die nächste Reise ein Jahr vorverlegt, 😉 das Delta scheint dasselbe Potential zu haben! Allerdings ist in unserem Alter die Gefahr nicht mehr allzugroß, ich werde froh sein, wenn wir es einmal schaffen können.
Jedenfalls tragen auch deine Bilder dazu bei, dass ich mich näher mit der Gegend beschäftigen werde - kann ja nichts schaden, sich weiterzubilden! 😄
Liebe Grüße von Gabriele
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Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
Hallo, viel Interessantes über die Veränderungen der Wasserführung in der Deltaregion im Lauf der Zeit gibt es hier:
Malgorzata Dziewiecka: The Life & Times in Ngamiland: The Story of Maun ISBN: 978-83-7611-997-7
Grüße vom Leser und Danke für viel interessanten Lesestoff
Berg-EuleThemenstarter2'060 Beiträge · seit 201315. Nov. 2014 · #17
Vielen Dank für diesen Tipp. Das Buch werde ich mir besorgen, sobald eine Reise ins Delta in Sicht ist.
Dazu auch ein Tipp von mir, fiel mir gerade erst wieder ein:
"Okavango Delta - Floods of Life" von John Mendelsohn, Cornelis vanderPost, Lars Ramberg, Mike Murray-Hudson, Piotr Wolski & Keta Mosepele
Allerdings muss ich gestehen, dass dieses wunderschön bebilderte Buch schon seit einigen Jahren in meinem Schrank steht, ich aber noch nicht weit damit gekommen war, weil bisher andere Regionen Vorrang hatten - und weil das Lesen in Englisch doch nicht ganz so flott geht wie in Deutsch. 😊
Liebe Grüße von Gabriele
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