Wie umgehen mit Fotos, die viel Blut zeigen?

32 Antworten · 5'863 Aufrufe · gestartet 09. Sept. 2014 von lionfight
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2'780 Beiträge · seit 200710. Sept. 2014 ·
Ich habe dieses Jahr etliche Fotos gemacht auf denen viel frisches Blut und auch Innereien zu sehen. Teilweise aus nur 2-3m Entfernung. Zwar sind diese Fotos (zumindest für mich) sehr faszinierend und geben nur das wieder was eben nach einer Jagd passiert (keine 10m von uns), aber eben auch sehr intensiv und nicht jedermanns Sache.
Wie soll ich damit umgehen? Ich will ja niemandem zu nahe treten.
Mein Sohn hat recht heftig auf dieses Ereignis des Tötens in unmittelbarer Nähe reagiert. Auch auf die Geräusche, die ich hier natürlich nicht wiedergeben kann.
Meine Antwort bezieht sich nur auf Angaben die du selber gemacht hast. Einerseits findest du die Fotos faszinierend, es ist mir sternenklar dass du sie zeigen willst, aber andererseits hast du erlebt wie dein Sohn auf das Töten in unmittelbarer Nähe reagiert hat.

Wenn ich von Zensur spreche dann meine ich damit deine eigene Zensur, vielleicht nicht der richtige Ausdruck, ich meinte dass du eventuell erst das Erlebte (vorallem im Zusammenhang mit der Reaktion deines Sohnes) verarbeiten musst um zu wissen was du wie und wo genau mit deinen Bildern machen willst. Beim Aussortieren der Fotos zensuriert man selber. So war das gemeint.

Schreiben kann ein Weg sein um Erlebtes und Gefühle zu verarbeiten, in gewissen Kreisen nennt man so was auch einfach Therapie - aber vielleicht tönt es in Bayern wie Amateur-Psychologie-Schmarrn 😉


nichtsfürungut
Leona
Gruss Leona
Themenstarter1'324 Beiträge · seit 201310. Sept. 2014 ·
La Leona schrieb:

Schreiben kann ein Weg sein um Erlebtes und Gefühle zu verarbeiten, in gewissen Kreisen nennt man so was auch einfach Therapie - aber vielleicht tönt es in Bayern wie Amateur-Psychologie-Schmarrn 😉


nichtsfürungut
Leona
Tönt es.
Es geht dabei nicht um mich. Und auch nicht um meinen Sohn.
Ich bearbeite die Fotos und habe diese auch schon fertig.
Es geht ausschließlich wie solche Fotos auf andere wirken (könnten).
Für mich ist das Teil von Wildlife und ich fand das Ereignis spannend. Definitiv ein Wildlife-Höhepunkt.

Warum wird es eigentlich oft als störend empfunden, wenn man sich über etwas oder über andere Menschen Gedanken macht?
Das es dazu unterschiedliche Meinungen gibt war von Anfang an klar. Aber warum soll ich jemanden vor den Kopf stoßen, wenn es auch Wege gibt dies ohne Aufwand zu verhindern?


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
4'132 Beiträge · seit 200810. Sept. 2014 ·
Hallo, lionfight, noch eine Ergänzung zu meiner Äußerung von vorhin:
Ich denke, man muss so was nicht „gut ertragen“ können, nur weil man sich gern in der Natur/Wildnis aufhält. Ich kenne einige, die das Überwindung kostet sich sowas anzusehen, sollte es was von dem Kaliber wie Kibokos Fotos sein.
Und auch wenn das alles Natur ist, - die kennt eben keine Moral.
Man darf ruhig mitfühlend sein, das ist doch das Menschliche! Das ist einer der Momente, wo wir uns glücklich schätzen können, dass wir Menschen sind, mit einer Moral und viel Gefühl.
Deshalb finde ich es gut, vorgewarnt zu werden.
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
2'462 Beiträge · seit 200610. Sept. 2014 ·
lionfight schrieb: Tönt es.
Es geht dabei nicht um mich. Und auch nicht um meinen Sohn.
Ich bearbeite die Fotos und habe diese auch schon fertig.
Es geht ausschließlich wie solche Fotos auf andere wirken (könnten).
Für mich ist das Teil von Wildlife und ich fand das Ereignis spannend. Definitiv ein Wildlife-Höhepunkt.

Warum wird es eigentlich oft als störend empfunden, wenn man sich über etwas oder über andere Menschen Gedanken macht?
Das es dazu unterschiedliche Meinungen gibt war von Anfang an klar. Aber warum soll ich jemanden vor den Kopf stoßen, wenn es auch Wege gibt dies ohne Aufwand zu verhindern?


Gruß!
der Joe
Dann mach es doch einfach. Die Geschmäcker sind nun mal unterschiedlich. Wie Deine Bilder wirken werden, wirst Du eh erst feststellen, wenn Du sie denn dann hier gezeigt hast. Durch Kibokos Bildern ist meines Wissens seinerzeit keiner ohnmächtig umgefallen 😗

Ist sicher nett gemeint, Rücksicht nehmen zu wollen, das gelingt bei der Menge an FoMis aber eh nicht... einen Tod musste also sterben... 😉

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter1'324 Beiträge · seit 201310. Sept. 2014 ·
@ Sanne
Ich habe mich ja schön gefühlte 20 Kommentare vorher entschieden.
Steht ja alles da.


Gruß!
der Joe
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1'425 Beiträge · seit 201310. Sept. 2014 ·
Hi Joe,

ich finde es beachtlich, dass du dir über dieses Thema Gedanken machst und über Gefühle deiner Mitmenschen nachdenkst.
Auch ich bin der Meinung, dass "Fotos mit viel Blut" in einen gesonderten Bereich gehören, so dass jeder für sich selbst entscheiden kann, ob er diese Bilder anschauen möchte oder nicht und sie nicht einfach mitten in einem Reisebericht ohne Vorwarnung vor den Latz geknallt bekommt.

Vielen Dank für deine Gedanken und deine Rücksicht

LG

Claudia
Unsere Reisen findet man unter: http://clamat.de/
2'852 Beiträge · seit 201110. Sept. 2014 ·
Hallo Joe,

auch meinen Dank dafür, dass Du Dir Gedanken machst - und vl. die Bilder getrennt oder gekennzeichnet einstellen willst.
Auch wenn es völlig natürlich ist - ich lese zB. gern Reiseberichte während meiner Mittagspause, während ich esse. 😗
Da finde ich es dann nicht so geschmacksfördernd, wenn ich einen "Riss mit Inhalt" sehe.

Es gibt doch Fotos, die zwar eingefügt sind - jedoch erst unten im Bericht als Thumbnail auftauchen, die man dann extra anklicken muss. Vl. wäre das ein Weg?

Viele Grüße
Strelitzie

(PS. oT.
hast Du Deinen Zeckenbiss hier noch einmal begutachten lassen?)
Themenstarter1'324 Beiträge · seit 201310. Sept. 2014 ·
Strelitzie schrieb:

(PS. oT.
hast Du Deinen Zeckenbiss hier noch einmal begutachten lassen?)
Derzeit verheilt alles gut.
Werde aber in ca. 1,5 wochen nach Würzburg fahren und vom dortigen Tropeninstitut noch einmal alles überprüfen lassen.
Danke der Nachfrage. Finde ich sehr lieb.


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
2'780 Beiträge · seit 200710. Sept. 2014 ·
Ein paar ausschweifende Überlegungen zum Thema:

Blut gehört zu einer Safari.
Hunger, Armut und Gewalt gehören zu Afrika.
Vielleicht erlebt man und macht man als Reisender ab und zu Bilder die brutal sind und schwer anzuschauen sind
Die wirkliche Frage ist: gehören solch explizite Fotos überhaupt in einen Reisebericht in einem öffentlichen Forum? offen, verlinkt, kaschiert oder wie auch immer.

Topobär hat es so formuliert
.....in den Reiseberichten gepostet, soweit sie für die Erlebnisse des Tages von Bedeutung waren
VG leona
Gruss Leona
7'315 Beiträge · seit 200610. Sept. 2014 ·
La Leona schrieb:
Blut gehört zu einer Safari.
Hunger, Armut und Gewalt gehören zu Afrika.
Vielleicht erlebt man und macht man als Reisender ab und zu Bilder die brutal sind und schwer anzuschauen sind
Die wirkliche Frage ist: gehören solch explizite Fotos überhaupt in einen Reisebericht in einem öffentlichen Forum? offen, verlinkt, kaschiert oder wie auch immer.
... ich würde keine Fotos von hungernden Menschen oder Gewaltszenen (würde ich sowieso nicht fotografieren) einstellen, aber die Armut lässt sich ja gar nicht ausblenden. Der größte Teil der Einheimischen lebt nun mal unter eher ärmlichen Verhältnissen und auf meinen Reisen komme ich damit auch immer in Kontakt. Und eine kleine Holzhütte mit Strohdach und nacktem Erdboden oder ein aus Draht gebasteltes Spielzeugauto zeigt halt eben auch die Armut bzw. die dortigen Verhältnisse. Aber wenn man die Kinder mit ihrem Spielzeug oder Erwachsene, zu denen man Kontakt bekommt, vor ihrer Hütte fotografiert, dann sind diese stolz darauf und ich finde, solche Fotos kann man auch zeigen.

In einem Armenviertel wurde ich mal von einem Mann angesprochen, der mich fragte, ob ich von der Regierung sei. Als ich verneinte, antwortete er traurig, dass der Regierung die Lebensumstände der armen Menschen halt egal seien. Dann fragte er mich, ob ich eine Kamera habe und meinte, ich solle Fotos machen und "den Leuten da draußen" zeigen, unter welchen Umständen man hier leben müsse.

In Sierra Leone habe ich mal einen Einheimischen kennengelernt, der nebenbei ehemalige Kindersoldaten betreute. Ich war mit ihm dort und es waren so ca. 15 junge Männer, die in einer winzigen Hütte lebten. Es mussten immer einige draußen schlafen, weil in der Hütte nicht genug Platz für alle war. Er bat mich um meine Mailadresse und wollte mit seinem Mobiltelefon ein Video machen und mir zusenden, damit ich das bei Youtube einstellen sollte.

Es gibt also durchaus Afrikaner, die es begrüßen, wenn Menschen aus den reichen Ländern mal die Umstände vor Ort zu sehen bekommen. Man sollte natürlich die Würde der Menschen achten. Ich käme z.B. nicht auf die Idee, die ganz armen Schlucker zu fotografieren, die auf den Müllkippen die Essensreste braten, die die Ratten übrig gelassen haben.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
zuletzt bearbeitet 10. Sept. 2014
Themenstarter1'324 Beiträge · seit 201310. Sept. 2014 ·
BikeAfrica schrieb:
Man sollte natürlich die Würde der Menschen achten. .

Gruß
Wolfgang
Und das unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Einkommen.
Man sollte jedem Menschen mit Wertschätzung begegnen.

Danke für deine worte.

Passt zwar nicht her, aber damit sollte man das Thema beenden.


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
1'419 Beiträge · seit 200910. Sept. 2014 ·
Servus,

von mir aus kannst das gerne mit in den Reisebericht packen. Ich hab hier fast täglich Innereien und Blut im Haus weil ich Katzen hab 😄

Aber jeder ist halt anders gestrickt, verstehen kann ichs ja wenn man sowas nicht sehen will, auch wenns zur Natur dazu gehört.

Grüssla
janet
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!
938 Beiträge · seit 201310. Sept. 2014 ·
Hallo Joe,

ich muss auch noch meinen Senf dazu geben, auch wenn ich glaube, dass alles wesentliches gesagt ist.
Als Kind bin ich beim Schlachten eines Schweines ohnmächtig geworden. Ja eigentlich bei jedem Tropfen Blut. Als Zivi durfte ich in einer Werkstatt für Behinderte (ist das Wort eigentlich noch politisch korrekt?) Menschen mit zum Teil extremen Einschränkungen betreuen und habe so vieles was vorher "ekelig" war, als gegeben akzeptiert.

Da wir auch Katzen haben, kann ich Janet nur voll bestätigen, es gibt nichts, was ich nicht schon vor die Tür hätte bringen müssen.
Blut gehört zum Leben, verliert irgendwer zu viel davon, hat sein Leben ein Ende. That's nature.

Dass das jeder anders empfindet ist normal. Und darum zeige einfach, was Du zeigen möchtest. Du wirst es sowieso nicht allen recht machen können.

Gruß Andreas
Aktueller Reisebericht September/Oktober 2018: Wüste, Wind und der KTP Reiseberichte von uns