Decken und Co. verschenken?

13 Antworten · 2'445 Aufrufe · gestartet 06. Juli 2014 von Elba
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Themenstarter6 Beiträge · seit 201406. Juli 2014 · #1
Liebe Fomis,

wir reisen im Juli/August das erste Mal für 3 Wochen durch Namibia und wollen uns - dank eurer Tipps- natürlich mit vielen Decken für die kalten Nächte rüsten. 😉


Viele von euch schreiben, dass sie die Decken (und was man sonst so kauft) an "Bedürftige" am Ende der Reise verschenken.
Gibt es eine Organisation/Sammelcontainer o.ä. in Windhoek, die sich über eine solche Spende freuen würde?

Viele Grüße
Elba

PS: Die Einträge, die ich über die Suchfunktion gefunden habe, sind alle schon älter... Ich suche nach aktuellen Tipps, wo man die Sachen abgeben kann.
1'162 Beiträge · seit 201206. Juli 2014 · #2
Hallo Elba,

wir machen das immer so, dass wir die Sachen, die wir nicht mehr benötigen, gegen Ende der Reise den Lodge-Mitarbeitern ganz offiziell zur Eigen- und Weiterverwendung übergeben. Das muss nicht auf der letzten Lodge sein.
Wir haben so relativ wenig Stress und die Hilfe kommt unmittelbar an. Wegen 1-2 Decken und ein paar Klamotten brauche ich keine Hilfsorganisation.

Beste Grüße
Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
3'883 Beiträge · seit 201107. Juli 2014 · #3
Wir haben auf unserer letzten Namibiareise alles, was wir nicht mehr brauchten, einem jungen Mann geschenkt, der den kleinen Campingplatz südlich von Windhoek betreute. Sein Glück hat uns beschämt. Er strahlte und hüpfte (ja, er hüpfte) glücklich von dannen.

LG freshy
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1'324 Beiträge · seit 201307. Juli 2014 · #4
freshy schrieb:Wir haben auf unserer letzten Namibiareise alles, was wir nicht mehr brauchten, einem jungen Mann geschenkt, der den kleinen Campingplatz südlich von Windhoek betreute. Sein Glück hat uns beschämt. Er strahlte und hüpfte (ja, er hüpfte) glücklich von dannen.

LG freshy
Das haben wir auch so erlebt.
Unglaublich mit welchen Kleinigkeiten (Kleinigkeiten sind das aber nur für uns) man den Menschen eine Freude machen kann.
Manchmal ist man selber ganz beschämt.

Wir bringen z.B. Parkplatzwächtern abends beim Restaurant immer eine Flasche kühles Wasser mit. Das Strahlen in den Gesichtern über solche Kleinigkeiten treibt mir oft die Schamesröte ins Gesicht.

Alles was wir entbehren können wird von uns verteilt und immer gerne angenommen.


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
85 Beiträge · seit 200907. Juli 2014 · #5
Ich mache es auch immer so. All meine Kleider und Decken verschenk ich unterwegs,ausserdem
hab ich nun schon zweimal mein Schlafsack, welcher ich in Windhuk gekauft habe, am Ende meiner Reise verschenkt.
Und jedes Mal habe ich mich so sehr darüber gefreut, dass ich etwas zurück geben darf.

Wie erwähnt, für uns NUR eine Kleinigkeit, aber für jene welche fast nix haben, ist es viel.

Gruss Shanta
Ein Augenblick der Geduld kann vor großem Unheil bewahren, ein Augenblick der Ungeduld ein ganzes Leben zerstören.
412 Beiträge · seit 201107. Juli 2014 · #6
Wir überlassen in der Regel alles, was wir nicht mehr brauchen, den Leuten, die den Campground auf der letzten Farm betreuen. Wie die andern schon geschrieben haben, freut man sich über jede Kleinigkeit.
Letztes Mal hatte ich noch ein Paar Schlarpen, die man als solche fast nicht mehr erkennen konnte. Diese waren so ausgelatscht, dass ich sie definitiv nicht mehr guten Gewissens jemandem überlassen konnte, also warf ich sie beim Autovermieter in einen Container. Sie waren keine 2 Minuten drin, als eine Mitarbeiterin sie rausholte und mich fragte, ob sie sie behalten dürfe. Sie freute sich wie ein kleines Kind darüber. Wirklich unglaublich, worüber sich diese Leute noch freuen können.

Gruss Dieter
7'296 Beiträge · seit 200607. Juli 2014 · #7
... das ist ein Thema mit mehreren komplizierten Aspekten.

Grundsätzlich führt das Verschenken (also ohne Gegenleistung) schnell dazu, dass Einheimische erkennen, dass Touristen etwas zu verschenken haben und letztendlich oft zur Bettelei, die wir Touristen damit erst fördern, um uns einige Jahre später darüber zu beklagen, wenn es ausufert.

Es führt auch zu Neid innerhalb des Mitarbeiterstamms einer Unterkunft oder im Bekanntenkreis der Mitarbeiter. In den Unterkünften bzw. auf Farmen gibt es immer Mitarbeiter, die mehr Kontakt zu Touristen haben als andere. Wer dann mehr dieser Geschenke abstaubt, ist wohl keine Frage. Zu diesem Thema habe ich einmal ein Statement des Besitzers einer Unterkunft mit Campingplatz gelesen, der darum bat, solche nicht mehr benötigten Gegenstände bei ihm abzugeben, damit er diese eine Weile sammeln und dann bei Geburtstagen oder zu Weihnachten gerecht an alle Mitarbeiter verteilen kann. Die Bedienung im Restaurant bekommt sonst z.B. ungleich mehr als der Koch, den kaum einer zu Gesicht bekommt (nur mal als Beispiel).

Natürlich kommt es auch bei mir vor, dass ich irgendwelche Gegenstände zurücklasse, aber ich versuche, die o.g. Problematik im Auge zu behalten. Deshalb finde ich die ursprüngliche Frage ziemlich gut, auch wenn ich keine Antwort darauf habe ... 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
785 Beiträge · seit 200808. Juli 2014 · #8
Hi,

ich muss leider dem Wolfgang zustimmen, wer einmal in Nord- oder Westafrika unterwegs war und permanent mit den Rufen "Cadeau" in jedem noch so entfernten Dorf von Heerscharen von Kindern begrüßt wurde, der verflucht die Personen die mit dieser Schenkerei angefangen haben!!

Ich finde, man kann gerne, anstelle von Trinkgeldern auch Sachleistugen abgeben, aber diese bitte nicht ohne eine gewisse Gegenleistung, ansonsten vermittelt man den Beschenkten ein völlig falsches Weltbild!

Warum nicht einfach tauschen: Decke gegen Schnitzerei, oder sonst irgendetwas, aber bitte nicht wie der Weihnachtsmann einfach nur verteilen, bringt auch dem Beschenkten auf Dauer nichts!

Ist zumindest meine Meinung!


Gruß


Markus
7'296 Beiträge · seit 200608. Juli 2014 · #9
maggus schrieb:ich muss leider dem Wolfgang zustimmen, wer einmal in Nord- oder Westafrika unterwegs war und permanent mit den Rufen "Cadeau" in jedem noch so entfernten Dorf von Heerscharen von Kindern begrüßt wurde, der verflucht die Personen die mit dieser Schenkerei angefangen haben!!
... mir ging es schon vor über zehn Jahren im Kaokoveld so. Da sind Kinder 3 Kilometer bettelnd neben mir hergerannt, weil zuvor massenweise Touristen Bonbons und Geld verschenkt haben. Als Autofahrer ist man an einer solchen Stelle in Sekunden vorbei, aber als Radler plagt man sich damit je nach Region und Pistenzustand schnell eine halbe Stunde rum, kann sich in der Regel nicht verständigen und wird evtl. noch mit Steinen beworfen.

Und wer in Regionen wie dem Kaokoveld Kindern Bonbons schenkt, dem wünsche ich sowieso, dass man seine Kinder bei Zahnschmerzen so behandelt wie die Kinder dort. Stück Ast auf den Zahn, Stein drauf gekloppt und das Problem samt Wurzel ist beseitigt. Sollte man mal drüber nachdenken, ob das sinnvoll ist. Ich finde es jedenfalls nicht gut, in solchen Regionen Süßkram zu verteilen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
412 Beiträge · seit 201108. Juli 2014 · #10
BikeAfrica schrieb:Grundsätzlich führt das Verschenken (also ohne Gegenleistung) schnell dazu, dass Einheimische erkennen, dass Touristen etwas zu verschenken haben und letztendlich oft zur Bettelei, die wir Touristen damit erst fördern, um uns einige Jahre später darüber zu beklagen, wenn es ausufert.
Hi Wolfgang

Da bin ich voll bei dir, ohne Gegenleistung gibt's nichts. Die Camps auf den Farmen werden aber in aller Regel von einer einzelnen Person oder von einer Familie betreut und diese erbringt m.E. auch die entsprechende Gegenleistung, indem sie z.B. die Duschen einheizt, den Platz sauber hält und einem auch sonst oft behilflich ist. Klar, sie bekommt auch Lohn vom Farmer, aber ein "Trinkgeld" in Form eines T-Shirts oder einer Decke ist in diesem Fall sicher nicht falsch.
Über das Thema "Süssigkeiten" brauchen wir nicht zu diskutieren, das ist tabu, auch wenn es offenbar immer noch nicht alle Touris begriffen haben. Stattdessen freut man sich z.B. in den Schulen immer wieder über Papier, Blei- und Farbstifte (keine Filzer oder Kugelschreiber aus Plastik, denn diese landen am Schluss in der Natur), und als Gegenleistung kriegt man vom Lehrer eine Führung durchs Schulhaus und eine kleine Einführung ins afrikanische Schulsystem, oder die Schulklasse singt einem ein Liedchen vor 🙂 .

Gruss Dieter
zuletzt bearbeitet 08. Juli 2014
3'883 Beiträge · seit 201108. Juli 2014 · #11
Wolfgang, ich stimme dir ebenfalls zu. Ich werde mich hüten, aufs Betteln zu reagieren, "Bonbons zu werfen" oder Ähnliches. Aber ich habe ein gutes Gewissen, wenn ich die Dinge, die ich nicht mit nach Hause nehmen will oder kann, jemandem schenke. Vermutlich haben die meisten Mitarbeiter in den Unterkünften oder auf Campingplätzen öfters die Gelegenheit als andere Bedürftige. Aber sie arbeiten für einen geringen Lohn und ein Trinkgeld - und sei es in Naturalien - tut ihnen bestimmt gut.

Wäre es sinnvoller, die überflüssigen Dinge einschließlich Woll- bzw. Vliesdecke in die Mülltonne zu stopfen?

LG freshy
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7'296 Beiträge · seit 200608. Juli 2014 · #12
freshy schrieb:Wäre es sinnvoller, die überflüssigen Dinge einschließlich Woll- bzw. Vliesdecke in die Mülltonne zu stopfen?
... nein, aber die aufgeführte Problematik im Auge zu behalten. Denn auch, wenn Du auf Betteln zwar nicht reagierst, aber Dinge ohne Gegenleistung verschenkst, ist das Ergebnis das Gleiche. Wenn ein Mitarbeiter von fünf Touristen hintereinander etwas geschenkt bekommt und der sechste will so gehen, ist die Gefahr schon groß, dass der Mitarbeiter ihn fragt, ob er nicht auch eine Kleinigkeit für ihn hätte. Die Erwartungshaltung steigt einfach.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
1'419 Beiträge · seit 200908. Juli 2014 · #13
Hallo,

ich (ich weiss ich bin komisch) würde die Decken ganz einfach beim SPCA in Windhoek abgeben. Die werden dort immer gebraucht und die Bettelei wird damit auch nicht gefördert 🙂 Und was Gutes tut man auch. Mache ich hier in D mit alten Decken und Handtüchern auch nicht anders 😉

Gruss
janet
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!
zuletzt bearbeitet 08. Juli 2014
22 Beiträge · seit 201409. Juli 2014 · #14
Hallo Elba,

halte ich auf jeden Fall für eine sinnvolle Idee die Sachen zu spenden! So müsst ihr das ganze Zeug auch nicht mit nach Hause schleppen und vermeidet Übergepäck! 😄