Reinhard728 Beiträge · seit 200629. Juni 2014 · Hallo Andrea,
zu Deiner Kritik an der Jagd in Namibia ist alles gesagt worden. Ich schließe mich der von allen geäußerten Meinung ausdrücklich an. Zu einigen Argumenten, die m.E. nicht ganz treffen, möchte ich gleich etwas sagen.
Zunächst zum Verhältnis Tierschutz und Naturschutz, was immer wieder, auch hier in diesem thread, durcheinander geworfen wird.
Tierschutz kümmert sich um das Wohl des einzelnen Tieres, meist geht es um Haustiere, aber auch um Wildtiere. Zentrales Thema ist die artgerechte Haltung von Haustieren und generell geht es um die Vermeidung aller unnötigen Schmerzen von Tieren (Tierquälerei). In diesem Punkt sind sich, glaube ich, 99% aller Menschen einig.
Die Meinungen teilen sich, wenn Menschen, die sich auch auf den Tierschutz berufen, verlangen, dass Tiere generell nicht getötet werden sollen, auf welche Art auch immer. Ebenso, wenn mit hochemotionalen Argumenten etwa gegen Jäger polemisiert wird ("niedrigste Instinkte" usw.). Ich bin kein Jäger, habe aber einige im Laufe der Zeit kennengelernt. Ihnen ist der Tierschutz im eigentliche Sinne (Vermeidung unnötiger Schmerzen) sehr wichtig und sie tun auch viel dafür. Das Ziel dieser Jäger ist es, dass das Tier tot ist, bevor es den Schuss hört. Da mag einem tierlieben Menschen die Galle hochkommen. Wenn ich aber akzeptiere, dass Fleisch gegessen wird, muss ich mich fragen lassen, wie Tiere gelebt haben und wie sie ihr Leben verloren haben. Die Exzesse einiger Menschen, die sich selbst Tierschützer nennen, gegen Jäger, richten gegen die Tatsache, dass überhaupt Tiere getötet werden. Hier scheint eine Annäherung, angesichts der gegenseitigen Abneigung ausgeschlossen.
Der Naturschutz kümmert sich ausschließlich um wildlebende Tiere und Pflanzen und sichert ihre Lebensräume. Um Tierindividuen geht es nicht. Jagd und Naturschutz sind nicht immer einer Meinung, aber die grundsätzliche Berechtigung, Wildtierbestände zu bejagen, wird nicht bestritten.
Insofern müsste die Aussage, wonach es keinen Tierschutz ohne Tiernnutzung gebe, abgeändert werden in: bei der Erhaltung genutzter Wildtierbestände, und um die geht es auf Farmen (übrigens im Prinzip genauso wie auf deutschen Bauernhöfen), ist die nachhaltige Nutzung (also nicht die "Ausrottung", sondern die Erhaltung der Bestände) eine unverzichtbare Methode. Kann man wahrscheinlich griffiger ausdrücken 😗 Die Nutzung weckt das Interesse an der Erhaltung der Bestände.
Wildtiere sind übrigens nur dann scheu, wenn sie Gefährliches befürchten. Kleintiere sind fast alle scheu, einfach weil der Mensch sie einfach, auch versehentlich, tottreten kann (von zudringlichen Nagetieren und manchen Kleinvögel abgesehen). Huftiere sind grundsätzlich Fluchttiere, haben aber auch Erfahrungen mit der Jagd gemacht. Nur deshalb sind die scheu. Das ist keineswegs natürliches Verhalten und das Gegenteil hat nichts mit Streichelzoo zu tun. Diese fehlende Scheu ist als "Nationalpark-Effekt" bekannt und kann auch in Deutschlands NPs beobachtet werden.
Gruß
Reinhard
Guggu2’265 Beiträge · seit 201130. Juni 2014 · Liebe Namibiafreunde,
bleibt hübsch ruhig. Ich glaube Andrea ist ein Troll, die hier etwas für das Sommerloch tut 🤩
Wenn dem nicht so ist, hat sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Sie hätte dann gewusst, dass man in Namibia viel Wildfleisch serviert bekommt und hätte sich ein Reiseziel aussuchen können welches besser zu ihre Gesinnung passt.
Liebe Grüße von
Guggu, die im Land der Trolle aufgewachsen ist und sich da bestens auskennt. 😉
PS. Robbenjagd erfolglos abgeschlossen - Huntelaar hat den Vogel aber abgeschossen 😗
Reiseberich Namibia August 2012:
Tagebuchaufzeichnungen einer Wikingerin in Namibia
Reisebericht Namibia/Botsuana August 2013:
Frau HIRN on the floodplains
Reisebericht Namibia 2015:
A trip down Memory Lane
NAM/BOT 2017 :
So weit! So gut!
Kenia/Masai Mara 2019 :
Der Kreis schliesst sich
Selbstfahrer46 Beiträge · seit 200930. Juni 2014 · Hallo Andrea,
auch von mir ein herzliches Willkommen.
Erstmal freue ich mich immer über Austausch und Diskussion zu unser aller Lieblingsland 🙂
Das man dabei nicht immer einer Meinung ist liegt in der Natur der Sache.
In der Tat schießt du mit deiner Fundamentalkritik aus meiner Sicht am Ziel vorbei.
Ich esse gerne Wild (am liebsten Oryx 🙂 ) finde die Tiere trotzdem sehr schön und sehe sie mir gern an. Gleiches gilt aber auch z.B. für Rinder bzw. Tiere allgemein hier in D.
Was ich auch absolut nicht verstehen will ist der Jagdtourismus. Etwas was für mich weder irgendeinen Sinn hat noch eine ethische Berechtigung hat. Allerdings ist es ja nun nicht auf jeder Farm so, dass es Jagdtourismus gibt.
Ich informiere mich vorab ob das wo ich hin will der Fall ist und suche mir dann lieber andere Unterkünfte.
Ich denke so kann jeder durch sein eigenes Handeln Einfluss nehmen und hoffentlich das Angebot von Jagdfarmen Stück für Stück reduzieren. Kostet halt nur ein wenig Mühe dazu mal eben zu googeln und die Infos zu den Farmen einzuholen.
Ich hoffe du wirst in eurem Urlaub mehr Freude empfunden haben als es deine Beiträge ausdrücken.
Viele Grüße,
Dirk
ROrolfhorst538 Beiträge · seit 201230. Juni 2014 · Hallo Andrea60,
mit verallgemeinernden Feststellungen wie: „In jeder Guestfarm unter deutscher Führung“ oder: „Die Idiologie ...“oder: „Die Guestfarmbetreiber …“, tue ich mich gelinde gesagt, etwas schwer.
Bei allem Respekt, aber die vorstehend geäußerte Menschensicht über Namibia ist mir dann doch zu schlicht.
Im Übrigen sei der Hinweis auf die zahlreichen Reiseberichte verschiedenster Forumsmitglieder erlaubt, die einerseits mit zauberhaften Fotos die unfassbar schöne und artenreiche Tier-und Pflanzenwelt Namibias dokumentierten und andererseits mit Worten Reiserlebnisse zusammenfassten, die die Ihrigen doch sehr solitär erscheinen lassen.
Freundlichen Grüße, und schöne Woche,
rolfhorst
travelNAMIBIA33,2k Beiträge · seit 200630. Juni 2014 · Hi Andrea,
nun habe ich mir nochmal Dein Ausgangsposting durchgelesen. Und erst da fällt mir dieser Satz auf "Schade für das Land und die indigene Bevölkerung." Ja, die indigene Bevölkerung (also San und vielleicht noch Damara) sind arm dran, v.a. die San. Da sollte man aber eher mit dem Finger auf die Leute zeigen, die Alkohol verkaufen als auf die (deutschen Gäste-) Farmer die Wildtiere zur Nutzung erlegen.
Aber wenn wir nun diese "indigene Bevölkerung" und das angebliche nicht Vorhandensein von Wildtieren in Namibia in Einklang bringen, dann sind wir in den Kommunalgebieten, d.h. solchen Gebieten, die der Gemeinschaft gehören und in der es eben keine Zäune gibt. Und genau in diesen Gebieten gibt es leider am wenigsten Wildtiere. Ein Beispiel: Doro !Nawas Conservancy zählte Anfang der 2000er Jahre noch an die 10.000 Springböcke. Nun sind es noch 300. Das liegt daran, dass das Wild der Gemeinschaft gehört und somit jeder einzelne keinen Wert darin sieht. Quintessenz: Es wird auf Biegen und Brechen abgeschossen. Einmal zur Eigenversorgung und dann natürlich weil es Nahrungskonkurrenz für Donkey, Ziege und Rind ist. Es ist in der Tat "Schade für das Land und die indigene Bevölkerung"... aber wer ist daran Schuld?
Beste Grüße aus der Mitte des tierarmen Landes 😉
Christian
Vom 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
LAlonjo africaGast30. Juni 2014 · Hallo Andrea,
ich habe deinen Beitrag mit Staunen gelesen und darf Dir als Jäger antworten, der gerne nach Namibia reist und dort auch auf die Jagd geht – und diese beiden Dinge nicht als Widerspruch sieht.
Der Berufsjägerverband in Namibia regelt die Abschussquoten für die einzelnen Jagdgebiete extrem streng – wie auch in Europa reist kein „Bambimörder“ ins Land ein und nietet um was er vor die Büchse oder den Bogen bekommt – gejagt wird streng nach Abschussplan, man achtet auf Geschlecht, Alter, den Wildbestand im Gebiet.
Unterscheide bitte, ob es sich um ein Gatter handelt – erkennbar an den hohen Zäunen, oder ob ein Jagdgebiet nur rindersicher eingezäunt ist – hier kann Wild ein- und auswechseln und überspringt die Zäune mit Leichtigkeit.
Einheimische (ob es sich dabei um indigene Gruppen handelt musst du entscheiden) leben von der Jagd, ein Jagdteam erhält vom Jäger nach der Jagd mehr Trinkgeld als er Lohn am Konto hat. Meist arbeiten die Frauen der Berufsjäger auch auf den Farmen, die Kinder gehen zur Schule, ihnen wird Unterkunft geboten usw. Die Jagd ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, ist einfach so.
Gejagd wird nur der sogenannte „jagdliche Überschuss“ – also nicht mehr als durch Geburten nachwächst. So wird die Zahl der Tiere auf einem für Farmer, Einheimische und Tierwelt vertretbaren Level gehalten – und dieses Level ist gerade in Namibia extrem hoch.
Du machst meiner Meinung nach denselben Fehler wie viele Jagdgegner – du glaubst nämlich, dass du dich in der Natur befindest. Die findest du weder in Deutschland noch in Namibia – was du bereist sind „Kulturlandschaften“, also vom Mensch genutzte Gegenden mit Weiden, Straßen, Häusern usw. Selbst im Deadvlei stehen Dixi-Klos, also keine Natur – und dazu trägst du mit deiner Fahrt im Offroader selber bei – denk mal darüber nach! Und hier wird nun einmal das Wild reguliert. Machst du das nicht, passiert, was in Kenia nach dem generellen Jagdverbot passiert – hier vermehren sich Elefanten und vernichten die Minifarmen der Einheimischen, trampeln Dörfer nieder und richten extremen Schaden an. Klar, das stört dich wohl wenig wenn du mit dem Auto durch die Landschaft fährst und alle 3 Sekunden „Ach, guck mal, ein Elefant“ sagen kannst! Denk auch mal an die von dir angesprochen Völker – auch die Massai brauchen eine Weide für die Kühe!
Übrigens jagen auch die San – und zwar mit kleinen Bögen, die Pfeile sind mit Gift getränkt und ein Tier verendet nach 2 bis 3 Tagen. Brutal? Möchtest du ihnen das verbieten? Sollen die San deiner Meinung zum Pick n‘ Pay gehen und Tofu kaufen?
Zählst du zu den Menschen, die stundenlang warten, bis sie einen Löwen beobachten können, der eine Antilope reißt (dauert ziemlich lange, ist qualvoll)? Schon pervers, auf so eine Show zu warten, oder?
Der Mensch ist ein Allesfresser, ähnlich dem Schwein. War so, ist so, wird so bleiben. Ausgewogen ernähren ist das Stichwort – und Afrika ist einfach kein Ponyhof.
LG
lonjo africa
Berg-Eule2’060 Beiträge · seit 201330. Juni 2014 · Hallo lonjo africa,
zwar bin ich alles andere als ein Freund von Jägern 😉 - auch nicht hier in Deutschland - aber wir hatten in Namibia auf der letzten Reise einen Namibianer als Guide, der uns in den drei Wochen sehr viel erzählt hat, was in die Richtung deines Beitrages ging, daher kann ich dir nur zustimmen!
Liebe Grüße von Gabriele
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Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
lionfight1’324 Beiträge · seit 201330. Juni 2014 · Berg-Eule schrieb:
zwar bin ich alles andere als ein Freund von Jägern 😉 - auch nicht hier in Deutschland - aber wir hatten in Namibia auf der letzten Reise einen Namibianer als Guide, der uns in den drei Wochen sehr viel erzählt hat, was in die Richtung deines Beitrages ging, daher kann ich dir nur zustimmen!
Dem kann ich nur zustimmen.
Ich war bei meinem letzten Urlaub sogar extra einemal auf einer Jagdfarm zu Gast, um einmal beide Seiten der Geschichte zu hören. Jagdfarmen leisten überwiegend hervorragende Arbeit, die auch dem Artenschutz dient.
Es war definitiv ein besonderes Erlebnis.
Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela
10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
LAlonjo africaGast30. Juni 2014 · Hallo Gabriele, hallo Joe!
Schön euer Feedback zu hören! Ich habe eigentlich damit gerechnet, als Jäger im Namibia-Forum in der Luft zerrissen zu werden. Die Jagd wird - in Deutschland wie in Afrika - an den Fehltritten einiger schwarzer Schafe bewertet. Das ist schade, weil hier und dort die Jagd aktiver Naturschutz ist. Während sich viele Naturschützer als solche fühlen weil sie 20 Euro an Greenpeace zahlen sind die Jäger - auch in Namibia - draußen und verrichten ihre Arbeit.
Durch den Einfluss der Menschen verschwinden Tierarten (sogenannte "Kulturflüchter"), während sich die "Kulturfolger" teilweise explosionsartig vermehren. Siehe Wildschwein in Deutschland... hier können Jäger einen (wenn auch kleinen) Beitrag liefern. Gott sei Dank ist das in Namibia nicht notwendig, weil die Landschaft keine endlosen Monokulturen zulassen und die Gebiete trotz der Farmnutzung noch sehr ursprünglich sind!
Aber genug der Jagd - es geht um Namibia als Reiseland und darum, dass jeder seine wertvollste Zeit im Jahr so verbringen soll, wie sie/er es für richtig hält. Wir sind von Land und Leute begeistern und ein Oryx-Steak am Abend vom Grill ist - neben einem Eiscafe am tierreichen Flussufer - die Krönung eines tollen Tages. Müsste ich nach einem staubigen, heißen und anstrengenden Tag am Abend Reiswaffeln futtern weil ich ein Tier fotografiert habe wäre das für mich ehrlich gesagt eine nervliche Belastung!
LG
Lonjo Africa
Strelitzie2’860 Beiträge · seit 201130. Juni 2014 · Hallo,
es ist ein sehr kontroverses Thema ... vor allem, wenn man kein Vegetarier ist!!!
Ich habe mir gestern, aufgrund des Beitrages der Thread-Eröffnerin, eine Doku (15 min) hierzu angehört, fand sie sehr interessant:
http://http-ras.wdr.de/CMS2010/mdb/ondemand/weltweit/fsk0/44/447313/447313_4587958.mp3Viele Grüße
Strelitzie
Berg-Eule2’060 Beiträge · seit 201330. Juni 2014 · lonjo africa schrieb:
Wir sind von Land und Leute begeistern und ein Oryx-Steak am Abend vom Grill ist - neben einem Eiscafe am tierreichen Flussufer - die Krönung eines tollen Tages. Müsste ich nach einem staubigen, heißen und anstrengenden Tag am Abend Reiswaffeln futtern weil ich ein Tier fotografiert habe wäre das für mich ehrlich gesagt eine nervliche Belastung!
😄 😄 😄
Um auf den Titel des Threads zurückzukommen: Leute, die in Deutschland Urlaub auf dem Bauernhof machen, fotografieren tagsüber ihren Nachwuchs zusammen mit den ach so süßen Schweinchen und Lämmlein - - - und machen sich dann beim Essen auch keine Gedanken, woher das Schnitzel oder die Haxe auf dem Teller stammen! 😉
Liebe Grüße von Gabriele
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Topobär5’485 Beiträge · seit 200930. Juni 2014 · Wenn wir nach einem Safari-Tag unser Wildfleisch auf dem Grill haben, fassen wir die Situation meist mit den Worten "erst niedlich, dann lecker" zusammen. Ich sehe darin keinen Wiederspruch.
Zu den vielen sachlichen Fehlern in Andreas Posts haben sich ja schon viele von Euch sehr fundiert geäußert. Da gibt es nichts mehr hinzuzufügen.
AndreasG2523938 Beiträge · seit 201330. Juni 2014 · Hallo zusammen,
ich glaube auch, dass so gut wie alles gesagt wurde. Ich möchte daher nur meine persönliche Erfahrung auf einer Jagd- und Gästefarm schildern.
Angefangen hat es, dass ich diese Unterkunft nicht selbst gebucht hatte, als ich die Jagd-Webseite sah, wurde mir mulmig. Ich bin kein Freund der schiesswütigen Jäger, zum Glück gibt s auch andere.
Als wir auf der Farm angekommen sind wurde uns erklärt, dass es keine Rinder mehr auf der Farm gibt, da diese in einer Trockenheitszeit alle verendet sind, die Wildtiere aber überlebt haben (komisch, dass einheimische Tiere besser mit dem Klima zurechtkommen). Seither werden Antilopen gezüchtet.
Man kann die Tagsüber fotografieren, ja in der Aufzuchtstation mit füttern etc. Eigentlich wie ein Bauernhof, nur halt viel größer. Ja alle Antilopen waren sehr scheu, weil gejagt wurde. Aber meine Erkenntnis war: es wird eine Landwirtschaft betrieben, die in die Umgebung passt. Die Tiere werden erschossen, nicht zusammengetrieben und geschlachtet. Wenn ein Jäger kommt und eine Trophäe schiesst, muss er das zu Fuß tun, alle andern dürfen im Auto die Tiere sehen. Das Fleisch wird dann verarbeitet. Nichts wird weggeworfen.
So sehr ich mich an dem Begriff Jagdfarm gestört habe, so toll finde ich die Umsetzung. Lieber Fleisch aus solch einer Haltung und Verwertung, als beim real irgendwas in einer Plastikschale mit "Bio" drauf....
Gruß Andreas
Aktueller Reisebericht September/Oktober 2018:
Wüste, Wind und der KTP
Reiseberichte von uns
lionfight1’324 Beiträge · seit 201330. Juni 2014 · @ Andreas
Ähnlich war auf der von mir besuchten Jagdfarm auch.
Gejagt wurde immer zu Fuß. Ein Jagdaufseher (wohl staatlich) war immer dabei.
Tiere waren bei der Beobachtung teilweise recht scheu.
Eine Aufzucht wurde dort nicht betrieben, das war also "rein natürlich".
Man bemühte sich sehr um das Ansiedeln kleiner Katzen (Serval, Karakal, Wildcat und Co.), um die natürlich Auslese voranzutreiben.
Es wurde alles, aber wirklich alles von den erlegten Tieren verwendet.
Man hat dort ca. 30 Arbeitsplätze geschaffen, dabei bemüht man sich immer beide Ehepartner zu beschäftigen.
Es wurde eine kleine Schule errichtet.
Insgesamt haben sich dort 3 Jagdfarmen zusammengeschlossen. Die Tiere können sich frei bewegen. Das Gelände ist dabei größer wie das der meisten kleineren südafrikanischen NPs.
Die Jäger selber (Amerikaner) waren ganz ehrlich gesagt echte Kotzbrocken. Die Besitzer der Farm waren genau das Gegenteil.
Ich habe viel gelernt. Und es war äußerst interessant.
Natürlich ist nicht jede Jagdfarm gleich. Schwarze Schafe gibt es immer und überall.
Wir haben mitbekommen was die Jagdgenehmigung, Ausfuhr und Zoll von Nyalas und Kudus gekostet hat, das ist ein Vermögen. Aber wenn Jäger das ausgeben wollen, dann nützt das den Menschen und der Umwelt.
Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela
10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
ANAndrea60Themenstarter3 Beiträge · seit 201430. Juni 2014 · Hallo liebes Forum,
vielen Dank für euere Feedbacks, habe mir im voraus schon gedacht, dass ich ein riesiges Fass aufmache und mit vielen Emotionen und Rechtfertigungen rechnen musste.
Wie ich sehe seid ihr eine eingeschworenen Gemeinschaft, die andere Eindrücke und Empfindungen nicht
akzeptiert.
Schon lange beschäftige ich mich mit" Afrika", bereise dieses Land mit offenen Augen und Sinnen, am liebsten mit
Zelt oder in kleinen Unterkünften, um sehr nahe der Natur und der Bevölckerung zu sein. (Also weit weg vom Massen-
tourismus). Kenne und verstehe die Probleme u. Nöte der indigenen Bevölkerung außerhalb der Nationalparks.
Suche immer den Kontakt mit den Einheimischen u. höre mir ihre Sicht der Dinge an.
Auch haben wir bei unserer drei wöchigen Camping Tour durch Botswana von eine einheimischen Guide, (der mit
viel Enthusiasmus und Herzblut dabei war),vieles über das Ökosystem u. der Bevölkerung ( Sans ) des Landes
gelernt und erfahren. Botswana hat auch Wasserprobleme, wie auch Kenia u. viele afrikanische Länder und trotzdem
wurde kaum Wild verzehrt. Unser Guide verabscheute, wie wir alle in unserer Gruppe,dass viele Jagen in Namibia
Natürlich ist es schwer für Afrika den enormen Bevölkerungszuwachs mit der Tierwelt u. Natur in Einklang zu
bringen um jeden gerecht zu werden. Man darf aber auch nicht vergessen, dass Tourismus (am besten Öko-
toursimus) die Tierwelt mit ihrer Natur diese erst wertvoll macht.
Wir bereiteten uns wirklich auf die Namibiareise gut vor, mit Büchern, Reiseführer ,DVDs, Internet u.s.w. Wir
wussten von der Trophaenjagd, doch nicht, dass uns nur Wild serviert wird. Darum mein Beitrag im Forum.
Wir selber essen wenig Fleisch und wenig Fisch( Überfischung) ,desshalb konnte ich auch in Namibia gut auf
Fleisch verzichten. Natürlich bin ich gegen Massentierhaltung, die mit Leid und Elend verbunden ist u. die ich aktiv
ablehne, doch müssen dann auch noch Wildtiere für uns ihren Kopf hinhalten? Man kann sich natürlich alles schön
reden!
Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass ohne die Jagd das Ökosystem wieder ins Gleichgewicht kommt.( siehe
Internet, Bücher, Dokus usw z.B. Yellostone Ausrottung und wieder Einführung der Wölfe.
Also in diesem Sinne, Waidmanns Heil
und guten Appetit
Andrea60
GUGuido.Gast30. Juni 2014 · Hallo,
Andrea60 schrieb:Wie ich sehe seid ihr eine eingeschworenen Gemeinschaft, die andere Eindrücke und Empfindungen nicht akzeptiert.
Ich glaube schon, dass hier andere Eindrücke akzeptiert werden. Du warst 3 Wochen in Namibia unterwegs, hast dabei eine Momentaufnahme von einem winzigen Teil der Landesfläche gesehen. Das das für Dich nicht so toll war, ist als Bericht völlig OK. Tiersichtungen haben zu 80-90% mit Glück zu tun.
Aus dieser sehr begrenzten Momentaufnahme Pauschalurteile abzuleiten wie "Namibia ist nicht Afrika, kein Safari-Land, alles eingezäunt" ist nicht so ganz nachvollziehbar. Wie hier schon geschrieben wurde: In kaum einem afrikanischen Land findest Du noch so viele Wildtiere außerhalb von eingezäunten Nationalparks und Game Reserves.
Beste Grüße
Guido
Chrigu7’347 Beiträge · seit 200630. Juni 2014 · Hallo Andrea
Kannst Du bitte noch Deine Zahlen erläutern. Diese interessieren mich wirklich.
Andrea60 schrieb:
Absch ussquote namibia 67% samiba 2% Südafrika4% Botswana ab
2014 0% Tansania 6% Kenia kein Abschuss.
Herzliche Grüsse
Chrigu
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Erlebnisse: Einige unserer Reiseerlebnisse aus Namibia, Botswana und Sambia
maggus785 Beiträge · seit 200830. Juni 2014 · Hi Andrea,
ok, ich stimme dir zu, in Namibia gibt es viel eingezäuntes Farmland auf dem auch teilweise gejagt wird und das Fleisch dient dann dem Eigenverbrauch oder wird entsprechend vermarktet, sollte man eigentlich wissen wenn man dieses Land besucht.
Es stört dich, dass das Wild welches du so schön beobachtest auch geschossen und gegessen wird, ok.
Nur was schlägst du jetzt vor?
Du schreibst ein Ökosystem kann auch ohne Jagt existieren,sehe ich auch so, aber wie soll es jetzt konkret in Namibia umgesetzt werden?
Sollen jetzt die Farmer Wild auf ihren Farmen halten, dieses aber nicht nutzen dürfen?
Oder sollen die Farmer jetzt lieber doch Rinder halten, weil du nicht möchtest das Wildtiere geschossen werden ?
Sollen jetzt alle Farmer enteignet werden, die Zäune niedergerissen damit die Wildtiere frei ziehen können und die Löwen und sonstige Raubtiere die Regulierung übernehmen?
Klingt toll, aber was machen wir dann mit den Menschen die dort leben, sollen diese dann auf der Strecke bleiben damit wir uns ein heiles und tolles "Bilderbuch Afrika" anschauen können?
Irgendetwas passt da nicht!
Wie währe es denn, wenn wir vor unserer eigenen Haustüre anfangen und die Landwirtschaft in Mitteleuropa verbieten, damit Hase, Reh, Fuchs und Wolf sich völlig frei und ungehemmt bewegen können!
Ist doch ne tolle Idee, vielleicht ziehen wir ja dann Touristen aus Afrika an, die sich diese tolle Natur dann anschauen wollen,dass währe doch mal ein Vorschlag!
Mir ist eine vernünftige Nutzung der Wildtierbestände auf jeden Fall lieber wie obige Vorschläge, denn so haben beide seiten etwas davon, der Mensch und auch das Tier!
Viele Grüße
Markus
travelNAMIBIA33,2k Beiträge · seit 200630. Juni 2014 · Hallo Andrea,
Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass ohne die Jagd das Ökosystem wieder ins Gleichgewicht kommt.
wenn wir noch ein paar tausend Jahre warten kann das sogar angehen... dann haben wir uns sicher auch wieder alle lieb auf der Welt, tanzen gemeinsam - unseren Namen singend - ums Lagerfeuer 😉 . Man darf nie aufhören zu Träumen.
Viele Grüße aus Namibia (wo das Ökosystem übrigens noch so ziemlich nahe am Gleichgewicht ist)
Christian
Vom 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Biologe1’162 Beiträge · seit 201201. Juli 2014 · Hallo Andrea,
selten habe ich solch eine schräge Meinung gehört, mit der Du ganz offensichtlich ziemlich isoliert stehst.
Nichts gegen abweichende / eigene Meinungen, aber dann sollten sie seriös dargelegt und begründet werden. In Deinem Elaborat findet sich leider kein einziger Ansatz, der es wert wäre, ernsthaft diskutiert zu werden. Einen wissenschaftlichen Beweis gibt es in der Biologie fast nicht. Es ist immer eine Frage des Ansatzes, der Fragestellung und letztlich der Auslegung. Natürlich kommt ohne die Jagd das Ökosystem langfristig wieder ins Gleichgewicht. Die Jagd wird aber vom Menschen ausgeübt. Schaffe den Menschen ab (und damit nicht nur die Jagd), dann wird die Welt wieder in Ordnung kommen können. Ziemlich abstruse Vorstellung!
Mich interessiert noch eine Frage: was sollte der Beitrag eigentlich grundlegend vermitteln?
Beste Grüße
Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer