Infos über Giftschlangen in Afrika ...

15 Antworten · 4'524 Aufrufe · gestartet 06. März 2014 von BikeAfrica
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Themenstarter7'315 Beiträge · seit 200606. März 2014 ·
Hallo zusammen,

hier mal ein etwas reißerisches, aber insgesamt informatives Video über Giftschlangen im südlichen Afrika. Wenn irgendwo von der giftigsten Schlange die Rede ist, bezieht sich das auf Afrika, nicht weltweit.

Und wenn in der Rangfolge die Puffotter relativ weit hinten kommt, sollte das nicht darüber hinweg täuschen, dass diese Schlange meines Wissens für die meisten tödlichen Schlangenbisse in Afrika verantwortlich ist. Das liegt daran, dass sie träge in der Gegend rumliegt und vergleichsweise viele Leute versehentlich auf sie treten und gebissen werden. Andere Schlangen hauen da sehr schnell ab und deshalb passiert da im Verhältnis weniger. Auch ist die Auflistung nicht komplett. Grüne Mamba, Kapkobra usw. fehlen.

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Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
5'057 Beiträge · seit 201406. März 2014 ·
Hallo Wolfgang,

der Film ist zwar sehr reißerisch aufgemacht, aber es sind sehr gute Aufnahmen von den Schlangen. Einige davon sind mir zwar schon "über den Weg gekrochen" aber - Gott sei Dank - immer mit genügend Abstand.

Der Fotograf erinnert mich etwas an den Australier Steve Irwin - hoffe, dass er nicht auch das gleiche Schicksal erleidet.
Link zu Reiseberichten: http://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/286619-reiseberichte-linksammlung-daxiang.html https://www.tickerfactory.com/ezt/d/4;10402;80/st/20261020/e/Namibia+%26+KTP+2026/dt/6/k/0145/event.png
Themenstarter7'315 Beiträge · seit 200606. März 2014 ·
... ich habe in Gambia mal jemanden getroffen, der auch Schlangen gefangen hat. Die hat er zu Beobachtungen eine Weile in Gehegen gehalten und dann wieder freigelassen. Eine Puffotter und eine Speikobra waren auch dabei. Einen Königspython hat er mir in die Hand gegeben, weil er meinte, dass diese Schlange sehr entspannt sei und nur selten mal beißt.

Schwarzer Mamba und Kapkobra bin ich schon recht nahe gewesen. Die Kobra hat schon durch Spreizen des Halses gewarnt und ich bin ein Stück zurück gewichen. Die Nerven, davon ein Foto zu machen, hatte ich allerdings nicht. Eine Baumschlange (vermute ich) hatte ich auch mal ganz nahe (etwa 2-3 Meter), als ich auf der Lehne einer Bank saß (die Sitzfläche war völlig versifft). Sie kam ahnungslos auf die Bank zugekrochen und ich bin dann nach vorne runter gesprungen und habe bewusst nicht abgefedert. Unglaublich, wie schnell so eine Schlange sein kann.

Gruß
Wolfgang
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281 Beiträge · seit 201406. März 2014 ·
Hm, die Wünsche kommen etwas spät 🙁

Auszug Wikipedia:
Tod
Steve Irwin starb am 4. September 2006 bei Unterwasseraufnahmen am Great Barrier Reef an den Folgen des Stichs eines Stachelrochens ins Herz. Er soll über dem Rochen geschwommen sein, als dieser mit dem Stachel in Irwins Brust stach. Für die Filmaufnahme, auf der zu sehen sein soll, wie Irwin sich den Stachel aus der Brust zieht, bevor er das Bewusstsein verliert, wurden bis zu 600.000 Euro geboten.[2] Die Kopien der Todesaufnahmen wurden kurz darauf vernichtet. Die Originalversion wurde an seine Frau übergeben.
--------------------------------------------- carpe diem
2'168 Beiträge · seit 200906. März 2014 ·
Hallo wolfgang,

Danke fuer das Video!
Darauf sieht man ganz deutlich, wie jede einzelne dieser Schlangen erst mal versucht hat, zu fluechten! Sogar die Puffotter hat erst gewarnt.

Dass die Puffotter fuer die meisten schlimmen Schlangenbisse verantwortlich ist, stimmt. Ob sie fuer die meisten toedlichen Bisse verantwortlich ist, weiss ich nicht. Tatsache ist, dass nur etwa 1 bis 2 % aller Schlangenbisse toedlich enden.

Gruss aus Sodwana
Maddy
Reiseberichte: Camping Tour Northern Namibia, August 2010 Dlinza Forest, Eshowe, KZN, South Africa Die erste Reise - Loggerhead Camping trip 2020: KNP-Mapungubwe-Magoebaskloof-Mt.Sheba
5'057 Beiträge · seit 201406. März 2014 ·
Hallo Reisetiger,
Hm, die Wünsche kommen etwas spät 🙁
ich hatte dabei auch eher an den "Schlangenmann" Steve Austin gedacht.
Link zu Reiseberichten: http://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/286619-reiseberichte-linksammlung-daxiang.html https://www.tickerfactory.com/ezt/d/4;10402;80/st/20261020/e/Namibia+%26+KTP+2026/dt/6/k/0145/event.png
zuletzt bearbeitet 06. März 2014
Themenstarter7'315 Beiträge · seit 200606. März 2014 ·
maddy schrieb:Tatsache ist, dass nur etwa 1 bis 2 % aller Schlangenbisse toedlich enden.
... trotzdem führt das dazu, dass die Einheimischen jede Schlange tot kloppen, die sie sehen. Mein Reisepartner hat in Malawi mal erfolgreich dafür gesorgt, das man davon abgesehen hat. Die Schlange hat aber schon so viel abbekommen, dass man sie wahrscheinlich besser totgeschlagen hätte. Die hat sich jedenfalls völlig seltsam benommen. Das Bewusstsein den Schlangen gegenüber hat sich bei den Menschen vielleicht für die Zukunft verändert.

Gruß
Wolfgang
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412 Beiträge · seit 201106. März 2014 ·
maddy schrieb:Ja. leider wird in Afrika erst totgeschlagen und dann gefragt.....
Das koennen wir wahrscheinlich auch nicht so schnell aendern!
Vor allem nicht mit solchen Videos, für die mir schlicht und einfach jedes Verständnis fehlt. Keine Schlange reagiert so, wenn man sie nicht bis aufs äusserste bedroht. Für mich grenzt das an Tierquälerei. Ich fotografiere viele Schlangen, auch giftige, das geht definitiv auch anders.

Gruss Dieter
Themenstarter7'315 Beiträge · seit 200606. März 2014 ·
deemha schrieb:Vor allem nicht mit solchen Videos, für die mir schlicht und einfach jedes Verständnis fehlt. Keine Schlange reagiert so, wenn man sie nicht bis aufs äusserste bedroht. Für mich grenzt das an Tierquälerei. Ich fotografiere viele Schlangen, auch giftige, das geht definitiv auch anders.
.... heißt das umgekehrt, dass jeder, der von einer Schlange gebissen wurde, selbst dran schuld ist?
Natürlich ist das anders möglich. Es soll aber auch informieren.

Gruß
Wolfgang
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412 Beiträge · seit 201106. März 2014 ·
Nein, heisst es nicht, die meisten Schlangenbisse sind Unfälle, bei denen die Schlange und der Gebissene zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Da sind Schuldzuweisungen fehl am Platz. Wer aber mit Schlangen so umgeht hat es definitiv selber zu verantworten, wenn diese sich wehrt und er zu Schaden kommt. Dem Image der Schlangen sind solche Typen sicher nicht förderlich. Das ist reine Sensationshascherei zu Lasten der Tiere.

Gruss Dieter
2'168 Beiträge · seit 200907. März 2014 ·
.... heißt das umgekehrt, dass jeder, der von einer Schlange gebissen wurde, selbst dran schuld ist?
Natürlich ist das anders möglich. Es soll aber auch informieren.
Nicht jeder ist selbst schuld, aber Leute wie dieser Austin Stevens schon! Die bitten ja direkt darum, gebissen zu werden! Und in der tat sind es meistens Leute, die taeglich mit Schlangen zu tun haben, oder Leute, die Schlangen fangen wollen, die dann am falschen Ende stehen und gebissen werden.

Informieren ist schon gut, aber so?
Wie der mit der Rinkhals umgeht wird's schon schwierig deinen Kindern beizubringen, niemals eine vermeintlich tote Schlange anzuruehren, wenn die sowas am TV sehen.
Und, nach einem Egyptian Cobra Biss 2 Stunden spaeter wieder aus dem Krankenhaus entlassen zu werden, das ist doch Quatsch! Reine Sensationslust.
Schade.

Gruss aus Sodwana
Maddy
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zuletzt bearbeitet 07. März 2014
2'168 Beiträge · seit 200908. März 2014 ·
Wen's interessiert:

Hier noch eine Ergaenzung zu den toedlichen Schlangenbissen:

Die Cape Cobra - Naja nivea - ist die Cobra mit dem staerksten Gift (neurotoxic) und zusammen mit der Black Mamba - Dendroaspis polylepis - fuer die meisten menschlichen Todesfaelle verantwortlich. Diese beiden Schlangen besitzen ein so potentes neurotoxisches Gift, das die Atmung in weniger als einer halben Stunde beeintraechtigen kann.

Gruss aus Sodwana
Maddy
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Themenstarter7'315 Beiträge · seit 200608. März 2014 ·
... hast Du da irgendwo eine Aufstellung? Würde mich interessieren, wo die Puffotter in der Statistik liegt und wie diese entsteht. Durch das gewebezersetzende Gift tritt der Tod hier ja meist nicht direkt ein, sondern u.U. Wochen nach dem Biss durch die Folgen.

Die Kapkobra hat doch kaum Verbreitungsgebiet im Vergleich zur Mamba und vor allem zur Puffotter. Außerdem hauen doch beide Arten eher ab als die Puffotter, so dass man denen doch kaum versehentlich zu nahe kommt.

Aber wie auch immer ... am besten macht man um alle diese Schlangen einen respektablen Bogen und albert nicht mit ihnen rum.

Gruß
Wolfgang
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2'168 Beiträge · seit 200908. März 2014 ·
Hallo Wolfgang,

Also so klein ist das Verbreitungsgebiet der Kap Cobra nun auch wieder nicht! C. 2/3 von suedafrika, die suedliche Haelfte von Namibia und vielleicht ca. 1/4 von Botswana ist das Verbreitungsgebiet.
Die Schwarze Mamba: Noerdliches und oestliches SA, zentral und Nord-Namibia mehr als die Haelfte von Botswana, ganz Zimbabwe und das suedliche Mozambique.
Die Puffotter:das ganze suedliche Afrika.

Wo diese drei weiter oben in Afrika vorkommen weiss ich nicht, meine info beschraenkt sich auf das Suedliche Afrika.
Meine Referenzen sind 'A complete Guide to the Snakes of Southern Africa" von Johan Marais

Statistiken habe ich da leider nicht, aber die letzte Weisheit kommt direkt von unserem Experten:
http://www.4x4community.co.za/forum/showthread.php?t=178812

Ich denke das Problem liegt darin, dass die neurotoxischen Gifte einer Mamba oder Cobra so schnell wirken koennen, dass man es nicht schafft, rechtzeitig in ein Krankenhaus zu kommen. Bei einer Puffotter hast du genuegend Zeit. Nekrosis von Gewebe, auch wenn sie schnell voranschreitet, kann meist behandelt werden - kann aber unter Umstaenden zu Amputationen fuehren.
Wenn man sich, wie viele Einheimische, nicht behandeln laesst, kann ein Biss natuerlich auch zum Tod fuehren.

Aber der normale Urlauber ist jedenfalls nicht uebermaessig gefaehrdet!
Ich hatte in der Schweiz viel mehr Schlangen gesehen als in den ersten 10 Jahren in Suedafrika!

Gruss aus Sodwana
Maddy
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Themenstarter7'315 Beiträge · seit 200608. März 2014 ·
Hallo Maddy,

Danke nochmal für Deine Erläuterungen.
Das Verbreitungsgebiet der Schwarzen Mamba geht übrigens im östlichen Afrika noch weiter hoch bis zur Sahararegion. Die Puffotter gibt es quasi im gesamten Afrika mit Ausnahme von Regenwaldregionen. Deshalb meine Bemerkung, dass das Verbreitungsgebiet der Kapkobra vergleichsweise gering ist.

Gruß
Wolfgang
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