Mit dem Fahrrad unterwegs in Rwanda ...

Reisebericht 47 Antworten · 13,5k Aufrufe · gestartet 10. Feb. 2014 von BikeAfrica
6'377 Beiträge · seit 201112. Feb. 2014 ·
Hoi Wolfgang
BikeAfrica schrieb:Kurz nach der Hauptstadt komme ich an einigen kleinen Teichen vorbei, in denen vermutlich Fische gezüchtet werden. In jedem dieser Teiche steht ein kleines hölzernes "Bauwerk" mit mir unbekannter Funktion.
Gemäss unserem Driverguide sind das wirklich Fischteiche, wir haben vor allem auf dem Weg zum Akagera-NP einige davon gesehen. Die Hütten werden offenbar als Material-Hütten und als Unterkunft zur Bewachung der Teiche (oder eher der Fische da drin) vor Dieben (weniger Menschen, mehr Vögel) genutzt, wurde uns zumindest gesagt.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
8'057 Beiträge · seit 200812. Feb. 2014 ·
Coucou Wolfgang,

Die Sichtungen im Akagera NP sind wohl nicht gerade der Hammer...... 😗

Bist Du gleicher Meinung wie ich: man kann darauf verzichten? 😎

Ruanda steht nämlich 2015 auf meiner Wunschliste. 🙂

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
6'377 Beiträge · seit 201112. Feb. 2014 ·
Hoi Annick
ANNICK schrieb:Die Sichtungen im Akagera NP sind wohl nicht gerade der Hammer...... 😗
Nein, ich bin nicht Wolfgang, aber ich antworte trotzdem! 😈
Ich kann den Akagera nur empfehlen, sehr schöner Park, meines Wissens der einzige Ostafrikanische Park mit Roan-Antilopen, Seen mit Motorboot erkunden usw...kannst Du in meinem Reisebericht nachlesen.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
3'700 Beiträge · seit 200912. Feb. 2014 ·
Hallo Wolfgang,

vielen Dank für den sehr eindrücklichen und interessanten Bericht.

Hi Picco,
meines Wissens der einzige Ostafrikanische Park mit Roan-Antilopen
Zumindest in der Mara gibt es auch Roans.

Herzliche Grüße und Dank
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
Themenstarter7'305 Beiträge · seit 200612. Feb. 2014 ·
ANNICK schrieb:
Die Sichtungen im Akagera NP sind wohl nicht gerade der Hammer...... 😗

Bist Du gleicher Meinung wie ich: man kann darauf verzichten? 😎
... der NP ist halt der einzige in Rwanda mit der Möglichkeit, Tiere dieser Art zu sehen. Man sollte dann auch den nördlichen Teil besuchen. Dafür hat unsere Zeit nicht ganz gereicht. Die Zufahrt zu der Region, in der sich Giraffen üblicherweise aufhalten, war überschwemmt. Elefanten gibt es nicht sehr viele. Wir haben immer nur die Hinterlassenschaften gesehen, z.T. auch sehr frisch, aber nie den Verursacher. Großkatzen gibt es im Park keine mehr. Was es jedoch gibt, sind reichlich Tsetsefliegen. Wir haben auch diverse Antilopenarten gesehen, die ich bisher nicht kannte. Davon gibt's aber keine gescheiten Fotos. Ich habe nur noch 'ne recht einfache Knippskamera mit auf Reisen.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter7'305 Beiträge · seit 200612. Feb. 2014 ·
... am nächsten Morgen fahre ich weiter nach Gitarama. Das ist nicht mehr weit und ich bin bereits morgens gegen 10:30 Uhr dort. Ich suche mir eine Unterkunft, bezahle diese gleich und schaue mir die kleine Stadt an. Ich finde auch ein nettes Lokal, in dem es das für Rwanda typische Büffet gibt. Man bezahlt in der Regel 1.000 RWF (etwas über 1 Euro)und kann sich den Teller einmal so vollhäufen wie man möchte. Hier gibt's in der Regel immer Reis, Kartoffeln, Pommes (bzw. handgeschnitzte frittierte Kartoffelteile), Bohnen, eine Art "Spinat" (vermutlich aus Cassava-Blättern) und verschiedene Sorten Fleisch und Fisch. Man wird dort auf jeden Fall immer satt, aber kulinarische Genüsse sind das natürlich nicht. Nachdem ich von dem "Spinat" so begeistert bin, gehe ich am Abend noch einmal dorthin. Diesmal hält sich die Begeisterung jedoch in Grenzen. Während ich mittags nur noch die Reste vom "Spinat" bekam, ist diesmal die Schale noch recht voll und ich nehme etwas mehr. Leider habe ich dann ständig Knochensplitter im Mund (in Sierra Leone waren es gelegentlich Fischgräten). Die Leute dort essen das halt mit, aber für mich ist das eher nichts. Ich bekomme dann einen Würgreiz, zumal die Knochenteile nicht gerade klein sind.

Abends liege ich bereits im Bett und schlafe, als es an meine Tür klopft. Jemand will für die Übernachtung kassieren. Ich antworte, dass ich bereits bezahlt habe und bekomme zur Antwort, dass ich nochmal bezahlen müsse. Ich habe keine Ahnung, warum (vielleicht, weil ich bereits am Vormittag eintraf? Oder weil mich jemand bescheißen will?) und schlage wieder vor, das am nächsten Morgen und ggf. mit der Polizei zu klären. Dann lege ich mich wieder ins Bett. Am nächsten Morgen begegne ich nur einer Putzfrau, die mir freundlich die Tür aufhält und verlasse diesen Ort. Die zweite Übernachtung während der Radtour und gleich die zweite unschöne Erfahrung. Es bleiben aber die beiden einzigen während der gesamten Zeit.

Dann geht's weiter nach Kibuye am Lake Kivu. Hier nun ein paar Eindrücke von der Landschaft unterwegs. In den Morgenstunden liegen die Täler oft noch im Nebel. Das sieht zum Teil surreal schön aus, aber birgt die Gefahr einer heftigen Erkältung. Manchmal fahre ich in der Sonne 10 km den Berg hoch und bin nassgeschwitzt und auf der anderen Seite geht es plötzlich im Nebel bei geschätzten nur noch 18 Grad wieder 10 km den Berg runter. Und weil ich bisher in Afrika die Erfahrung gemacht habe, dass die Verdunstungskälte angenehm kühlt, trage ich natürlich keine Funktionswäsche, sondern normale Baumwoll-T-Shirts. Das wird dann richtig kalt.











Hier ein Blick auf den Lake Kivu in der Nähe von Kibuye.



Der See enthält große Mengen an Kohlendioxid und Methan, die in großer Tiefe durch den Druck gehalten werden. Steigt der Gasgehalt an, was z.B. durch vulkanische Aktivität geschehen kann, kann es passieren, dass das Gas schlagartig an die Oberfläche gelangt und in der Umgebung alles Leben auslöscht. In der Nähe des Lake Kivu wären etwa 2 Millionen Menschen vom Erstickungstod bedroht. In Kamerun sind solche Ereignisse in den 80er Jahren an zwei Seen vorgekommen.

Am Lake Kivu plant man derzeit den Bau eines Kraftwerks, das die Gase aus ca. 450 Metern Tiefe ansaugt und verwertet.



...
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zuletzt bearbeitet 12. Feb. 2014
3'385 Beiträge · seit 200912. Feb. 2014 ·
Hallo Wolfgang,

ich wurde von unserem Freund Casimodo ja schon "vorgewarnt", was den African Biker Wolfgang anbelangt, und bei den Beschreibungen zu Deiner Person hat er anscheinend nicht übertrieben.
Du musst schon ein "ganz ein B´sonderer" sein, denn wer solch eine Reise tut, der hat nicht nur was zu erzählen, sondern der hat seinen Horizont wahrscheinlich um ganze Welten erweitert. Es ist sagenhaft, was Du da für eine Reise beschreibst und ich kann nur sagen: allen Respekt, und dann noch mit dem Rad´l. Unglaublich, aber wahr !!!

Wolfgang, ich freue mich sehr auf Kronau, wenn wir Dich persönlich kennen lernen dürfen. Und was Ruanda und vor allen Dingen die Menschen in Ruanda anbelangt, nun, da fällt mir nichts ein. Jedes Wort der Beschreibung ist überflüssig und eine Beurteilung der Situation steht, zumindest mir, weder zum heutigen Zeitpunkt, wo sich das Land doch recht beruhigt hat, noch zum Zeitpunkt der Horrorszenarien zu.

Du wirst bestimmt viel berichten können.

Herzliche Grüße
der bayern schorsch

Ah ja - Du weißt ja, nur weil man einen Vortrag hält, kommt man in Kronau auch nicht schneller an´s Buffet. 😛
Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
Themenstarter7'305 Beiträge · seit 200612. Feb. 2014 ·
bayern schorsch schrieb:wer solch eine Reise tut, der hat nicht nur was zu erzählen, sondern der hat seinen Horizont wahrscheinlich um ganze Welten erweitert.
... in meinem Fall war das zumindest so.
Als ich zum ersten Mal nach Afrika kam, hatte ich schon ein wenig Angst. Die Menschen dort haben mir jedoch überall geholfen, in jedem Land, in dem ich war und egal in welchen Verhältnissen sie dort lebten.

Mir ist heute ständig bewusst, dass ich ohne mein Zutun auf der Sonnenseite unseres Planeten lebe, während viele Mitmenschen hierzulande nur mit Neid auf die schauen, denen es noch besser geht. Ich weiß, dass es mir sehr gut geht. Neid ist mir fremd. Die meisten Menschen weltweit leben deutlich schlechter, sind erstaunlicherweise aber meist glücklicher.

Um den Menschen in Afrika, die mir immer so gastfreundlich und hilfsbereit gegenüber traten, etwas zurück zu geben, unterstütze ich seit einiger Zeit Patenkinder in drei der ärmsten Länder Afrikas.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter7'305 Beiträge · seit 200614. Feb. 2014 ·
... da es überall im Land steile Hänge gibt, hat man häufig befestigte Ablaufrinnen erstellt. So kann nicht der gesamte fruchtbare Boden durch die starken Regenfälle weggespült werden.



Einer der zahlreichen kleinen Läden am Straßenrand.



Hinweis zum Congo Nile Trail. Ganz so easy wie auf dem Schild ist es allerdings nicht. Ich habe ein Pärchen aus Deutschland getroffen, das die Strecke mit dem Bus zurücklegte und acht Stunden brauchte. Mit dem Rad habe ich 1,5 Tage benötigt. Die Höhenangaben zweifle ich mal an. Auf meiner üblichen Strecke zuhause liegen auch knapp 400 Höhenmeter, aber das ist in 'ner halben Stunde erledigt. Hier ging es auch mal zwei Stunden am Stück bergauf.



Eine Dorfkneipe am Pistenrand lädt zu einer Pause ein.



Die Piste windet sich den Berg hoch.



In Dörfern gibt es häufig mal öffentliche Toiletten. Diese hier hat sogar eine Vorrichtung zum Händewaschen.



Ein paar staunende Einheimische freuen sich. Schnell wird mit dem Handy ein Foto gemacht.



Hier mal wieder ein Zimmer in einer Unterkunft. Das Fahrrad passt nur gerade so eben mit hinein. Immerhin gibt es sogar ein Moskitonetz.



Dieses Fahrrad halte ich zuerst für einen Eigenbau. Wie ich später noch feststelle, gibt es diese Art Räder aber häufiger. Sie haben sogar eine Gangschaltung.



Auch dieses "Fahrrad" halte ich für einen Eigenbau. 😉



Landschaft entlang des Congo Nile Trails.



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Themenstarter7'305 Beiträge · seit 200614. Feb. 2014 ·
... ganz im Westen direkt an der Grenze zum Kongo liegt die Kleinstadt Gisenyi. Ein paar Kilometer weiter, direkt am Lake Kivu, liegt ein kleines Dorf. Hier ist nicht nur die Brauerei Primus angesiedelt, sondern es gibt auch einige recht nette Unterkünfte. Eine davon ist die Inzu Lodge, deren Zufahrt allerdings die letzten 50 Meter so steil ist, dass es mit einem normalen Pkw recht grenzwertig sein dürfte. Es gibt drei oder vier feste Zelte und eine kleine Bar mit Speisekarte. Zudem kann man auch mit eigenem Zelt dort übernachten bzw. ein kleines 2-Personen-Zelt ausleihen.

Ich bleibe eine Nacht dort. In der Nähe wird gerade ein Hotel gebaut und man hört den ganzen Tag den Lärm von Trennschleifern, mit denen große Steine geschnitten werden. Da ich wegen Knieproblemen ein paar Tage pausieren möchte, suche ich am nächsten Tag eine andere Unterkunft.









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Themenstarter7'305 Beiträge · seit 200614. Feb. 2014 ·
... ich lande für drei Nächte im Paradise Malahide, das Picco vor einiger Zeit bereits beschrieben hat. Ich bekomme das Zimmer oben links.



Die Aussicht von meinem Balkon ist schon ganz nett. Ich kann auch kostenlos mit einem kleinen Paddelboot auf den See rausfahren. Da man kurz zuvor ein Loch im Boot flickt (mit Seife, wie mir scheint), paddle ich erst einmal geradeaus zum gegenüber liegenden Ufer der Bucht und dann zu der kleinen Insel am rechten Bildrand. Da das Boot relativ breit ist, habe ich auf dem Rückweg ganz schön mit der Strömung zu kämpfen und es ziehen dunkle Wolken auf. Zum Glück gibt es kein Gewitter.



Jeden Abend fahren zahlreiche Fischerboote, immer drei von ihnen fest verbunden, auf den See raus. Erst am Vormittag kommen sie zurück - nach 14-15 Stunden.



Mein Zimmer ist relativ groß und bietet genug Platz für mein Fahrrad.





Zur Unterkunft gehört auch ein uriges Lokal.







Auf der Speisekarte steht sogar Pizza, die ich neugierig bestelle. Kurz darauf schleppt jemand ein ordentlich großes Bündel Holz zum Pizzaofen und macht ein Feuer. Dann dauert es natürlich seine Zeit, bis sich Glut bildet und der Ofen aufgeheizt ist. Nach etwa 90 Minuten ist bereits die Pizza fertig. 😉



Da ich ein paar Tage Zeit habe, laufe ich des Öfteren durch das Dorf und lerne einige Leute kennen. Die Fotos davon gibt's in Kronau, deshalb lasse ich sie an dieser Stelle weg. Ein junger Mann erzählt mir, dass sein Vater während des Genozid ermordet wurde. Er lebt mit seiner Mutter, den Großeltern und anderen Mitgliedern der Familie zusammen und nimmt mich dorthin mit. Dabei geht es auf Trampelpfaden zwischen den Häusern entlang. Die Großmutter spricht Kiswahili und freut sich, dass ich ihre Sprache erkenne. Mit dem jungen Mann (dessen Name ich leider vergessen habe) besuche ich zweimal im Abstand von zwei Tagen eine kleine Kneipe, in der es sogar einen Billardtisch gibt. Hier spielt man am Abend dann sogar um Geld. Es geht um 9.000 RWF, also ca. 10 Euro ...
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Themenstarter7'305 Beiträge · seit 200614. Feb. 2014 ·
... jetzt geht es zügig weiter.

Kleine Dorfkneipen werden mit dem Fahrrad beliefert. Sechs Bierkisten auf dem Gepäckträger sind Standardbeladung. Manchmal kommt noch etwas oben drauf, in diesem Fall noch ein Karton mit weiteren Bierflaschen. Wenn man bedenkt, dass die Flaschen dort 0,72 Liter fassen, packen die so um die 100 kg auf die Fahrräder. Damit geht's dann ungebremst die Berge runter. So 80-90 km/h werden die da wohl erreichen. Motorräder und Autos fahren jedenfalls langsamer.



In Rwanda sehen die Schubkarren oft so aus. In jedem Land ist die Bauweise ein wenig anders. In Rwanda gibt es aber sehr häufig Schubkarren, wie wir sie auch in Deutschland benutzen.



Und wer kein Gefährt hat, muss seine Sachen halt tragen. Kilometerweit ...



Es wird Zeit, einen Platz zum Übernachten zu finden. Von außen sieht es ja ganz nett aus.



Der Flur zu den Zimmern wirkt jedoch ein wenig arg kahl. Hat ein bisschen was von einem Gefängnisflur.



Das Zimmer selbst ist ok. Sauber, wie überall im Land und mit Moskitonetz. Für meine Ansprüche absolut ausreichend.



Interessante Farbkontraste.



Auch diese bescheidene Hütte hat Stromanschluss. Zur Lüftung im Giebel ist übrigens eine BMW-Felge verbaut.



Dieser junge Mann nahm die Verfolgung auf und fuhr ca. 2 km neugierig hinter mir her. Irgendwann hielt ich an und er blieb ebenfalls stehen und schaute mich nur an. Nachdem ich ihn fragte, ob ich ein Foto machen dürfe, bejahte er es und kehrte dann einfach wieder um.



Weit gekommen sein kann er dann nicht mehr, denn nur zwei Minuten später setzte aus dem Nichts ein ordentlicher Sturm ein und es begann, wie aus Eimern zu schütten. Mit einigen Einheimischen konnte ich mich rechtzeitig in ein Gebäude flüchten. Es war vermutlich eine Art Trauerhalle. Hier freute sich ein ca. 4-5 Jahre altes Mädchen über den Mzungu und alberte mit mir herum.



Backsteine und Verbundpflaster werden per Hand hergestellt. Deshalb hat auch jeder Stein seine eigene Form.



Strom gibt's praktisch überall, aber die Verkabelung sieht manchmal nicht so vertrauenserweckend aus. Man könnte meinen, dass umgehend im gesamten Ostafrika der Strom ausfällt, falls man den Schalter betätigt.



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Themenstarter7'305 Beiträge · seit 200615. Feb. 2014 ·
... am Tag meines Rückflugs besuche ich noch einen Holzschnitzer in seiner Werkstatt, die sich etwa 100 Meter entfernt vom Mamba Club befindet. In seiner Werkstatt ist es ein bisschen durcheinander, aber in einem zweiten Raum mit den fertigen Ergebnissen sieht es ordentlich aus.













Mein Fahrrad habe ich bereits morgens soweit wie möglich geputzt und verpackt. Mit Kartons von Bierdosen, reichlich Kabelbindern und etwas Klebeband sieht das Ergebnis doch ganz passabel aus und übersteht den Rückflug prima.



Damit bin ich am Ende des Berichts angelangt und vielleicht ist jemand neugierig geworden, mal selbst mit dem Fahrrad auf Tour zu gehen. Muss ja nicht gerade das bergige Rwanda sein.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter7'305 Beiträge · seit 200615. Feb. 2014 ·
picco schrieb:Danke, Wolfgang

Für diese schönen Erinnerungen an dieses wunderbare Land...zumindest wunderbar wenn man mit dem Auto unterwegs ist.... 😈 😗 😄
... wunderbar passt auch als Beschreibung, wenn man mit dem Rad unterwegs ist. Es ist halt nur ein bisschen anstrengender. Ich kann mir gut vorstellen, das Land noch einmal zu bereisen.

Gruß
Wolfgang
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1'060 Beiträge · seit 200615. Feb. 2014 ·
Lieber Wolfgang

Vielen herzlichen Dank für diesen schönen Bericht! Diese Art zu Reisen ist schon sehr beeindruckend, mir gefällt das sehr. Irgendwann möchte ich auch mal etwas langsamer werden und mit dem Rad oder auch zu Fuss afrikanische Länder bereisen.

Mir gefällt auch dein Blick für das Detail (Fahrräder, Schubkarren, Giebel-Belüftungen, etc.) und natürlich auch dein offenbar unkomplizierter Zugang zu den Einheimischen.

Schade, bin ich in Kronau nicht dabei. Das wird bestimmt super interessant.

Nochmals vielen Dank!

Liebe Grüsse
Samuel
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
Themenstarter7'305 Beiträge · seit 200615. Feb. 2014 ·
Hallo Samuel,
kalachee schrieb:Irgendwann möchte ich auch mal etwas langsamer werden und mit dem Rad oder auch zu Fuss afrikanische Länder bereisen.
ich kann das nur empfehlen, auch wenn manchmal der Hintern schmerzt oder es Tage gibt, an denen man sich die Frage stellt, warum man das eigentlich macht, wenn es doch auch weniger anstrengend ginge. Wichtig sind hier für mich immer wasser- und staubdichte Packtaschen. So ein Gefrickel mit Regenüberzug und in den Taschen nochmal alles in Plastiktüten verpacken finde ich umständlich.
Mir gefällt auch dein Blick für das Detail (Fahrräder, Schubkarren, Giebel-Belüftungen, etc.) und natürlich auch dein offenbar unkomplizierter Zugang zu den Einheimischen.
Das passiert ja in Afrika fast automatisch, wenn man es nicht aktiv abblockt. Der Kontakt zu den Einheimischen geht fast immer von ihnen aus. Und mit dem Fahrrad ist man so langsam, dass sich ständig solche Situationen ergeben.

Manche sind natürlich auch lästig. Manchmal laufen ganze Schulklassen kilometerweit neben einem her, wenn es den Berg hoch geht. Fährt man dann gerade auf Piste und muss Schlaglöchern oder größeren Steinen ausweichen, wird jeder Schlenker zu einer Beinahe-Kollision mit einem der Kinder.
Oder das Flicken eines Platten. Ich habe schon bis zu 50 Kinder gezählt, die dann neugierig drum herum stehen, jeden Handgriff beobachten und sich freuen, dass in ihrem Dorf seit Wochen mal wieder etwas Ungewöhnliches passiert.
Oder man macht 'ne kurze Pause in einer Dorfkneipe und will 'ne Cola oder 'n Bier trinken und vor der Kneipe läuft das halbe Dorf zusammen.
Manchmal wird man auch ausgelacht. Ein Weißer, der sich offenbar kein Auto und scheinbar nicht einmal ein Busticket leisten kann, muss ja wohl der absolute Turnbeutelvergesser sein. So etwas kommt gelegentlich auch vor, wenn auch selten. In Rwanda etwa 5-6 mal.

Das sind alles neue Erfahrungen, wenn man zum ersten Mal mit dem Rad in Afrika unterwegs ist und an manche davon muss man sich bei jeder Reise wieder neu gewöhnen.

Gruß
Wolfgang
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521 Beiträge · seit 201115. Feb. 2014 ·
Hallo Wolfgang,

vielen Dank für die Fotos und Deine Texte dazu. Das macht sehr neugierig auf Ruanda.
Schön, dass Du Dir die Zeit genommen hast, uns an Deinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

Ich freue mich schon auf Deine nächste Reise!

Gruß,
Nunanani
Südafrika, Botswana, Namibia, Zimbabwe, Mosambik,...
Themenstarter7'305 Beiträge · seit 200615. Feb. 2014 ·
Nunanani schrieb:Ich freue mich schon auf Deine nächste Reise!
... ich auch ... 🙂

Gruß
Wolfgang
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