Dachzelt - Kondensfeuchtigkeit

29 Antworten · 8'278 Aufrufe · gestartet 15. Juni 2013 von toemmel
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Themenstarter116 Beiträge · seit 201215. Juni 2013 · #1
Wir sind gerade bei den Vorbereitungen für unseren Südnamibiatrip mit Hilux 4x4 und Dachzelt Ende August 2013.

Im letzten Urlaub vor 6 Jahren hatten wir die selben Randbedingungen, aber das Problem Feuchtigkeit, sprich Kondenswasser, im Dachzelt nicht in den Griff bekommen. Da tropfte es nachts wie in einer Tropfsteinhöhle und morgens war alles ordentlich durchfeuchtet. Von der schrägen Dachplane lief das Kondenswasser abwärts auf Gestänge und von dort aus tropfte es auf uns drauf und in die Liegefläche.

Wir dachten uns zwei große Microfaserhandtücher einzubauen, in der Hoffnung dass die ordentlich Wasser aufnehmen können. Aber mit der Schwerkraft sammelt sich auch da das Wasser am tiefsten Punkt und tropft ab. Irgendwie gehen uns die Ideen aus.

Nun sind wir auf der Suche nach den ultimativen Tipps.

Gruss Petra & Tom

PS) Foto wird nachgereicht
Reisebericht unserer Namibiareise 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/280385-es-geht-richtung-sueden.html Reisebericht unserer Namibia- Botswanareise 2014 http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283611-chobe-moremi-und-namibias-norden.html
709 Beiträge · seit 201115. Juni 2013 · #2
Hi,

war das Dachzelt nicht doppelwandig, zumindest am Dach? Also entweder mit eingehängtem originalen Innenzelt oder einer zusätzlichen originalen Dachplane.

Ansonsten hilft nur stärker Lüften.

Gruß

Rocky

Nachtrag:
Thermodynamisch begründet, tritt bei Zelten u.ä. eine Kondensatbildung immer auf, wenn auf der wärmeren Seite der Zeltwand die Luftfeuchtigkeit höher ist. Wenn man in der Nacht im Dachzelt schläft, erwärmt man den Innenbereich des Zeltes durch die Körpertemperatur wenige Grad. Durch Feuchtigkeit in der Atemluft und auf der Haut erhöht sich auch die Luftfeuchtigkeit im Innenbereich des Zeltes. So kommt es dann bei Unterschreitung des Taupunktes an der Zeltwand zur Bildung von Kondenswasser.
Bei Baumwollzelten nimmt die Baumwolle dann das Kondensat auf. Bei doppelwandigen Zelten wirkt die zusätzliche Wand als Isolierung. Eingehängte Innenzelte sind meist auch aus Baumwolle o.ä., so hat man Isolierung und die Aufnahme der Feuchtigkeit in der Baumwolle gleichzeitig.
Kondensatbildung und längerfristig Schimmel ist daher immer eine Frage der Isolierung und des richtigen Lüftens.
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
zuletzt bearbeitet 15. Juni 2013
2'610 Beiträge · seit 200715. Juni 2013 · #3
Hi,

zu Rockys Tipp noch folgendes: auch wenn es richtig kalt ist, muss man immer mind. 1 "Fenster " ein kleines Stück auflassen (am besten eines der schmalen Seitenteile). Dann kann die Feuchtigkeit abziehen. Ansonsten hast du das von dir beschriebene Problem.

Grüße
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
2'610 Beiträge · seit 200715. Juni 2013 · #5
Hi nochmals toemmel.

das ist ein stinknormales Dachzelt. Wie ich schon geschrieben habe, eines der seilt. Fenster ein klein wenig offen lassen, bei Wärme natürlich auch mehr 🙂 . Die Seitenfenster mit der passenden Stange natürlich auch noch abspannen, dann passiert nix.

Grüße
Jambotessy
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Themenstarter116 Beiträge · seit 201215. Juni 2013 · #6
das Zelt war außen einwandig, ziemlich dick laminierter (Kunst-)Stoff.
Ein Innenzelt hatten wir eingehangen (später aber rausgenommen), aber das hinderte die Tropfen nicht daran zu tropfen. Gelüftet haben wir auch.

Ich vermute, dass wie beschrieben das Kondensat einerseits aus der Atemfeuchtigkeit sowie aus der kalten, feuchten Außenluft bestand. Verhindern kann man es nicht. Aber ich hatte die Hoffnung, dass es ein probates Mittel gibt, das Zeug gezielt zu leiten oder zu sammeln. oder sonst irgendwas... hmpf
dank Euch für Eure Antworten.
Reisebericht unserer Namibiareise 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/280385-es-geht-richtung-sueden.html Reisebericht unserer Namibia- Botswanareise 2014 http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283611-chobe-moremi-und-namibias-norden.html
2'664 Beiträge · seit 201215. Juni 2013 · #7
Hier sind sie wieder, die Regeln der Physik.
Das Wasser das sich innen bildet schnauft Ihr mit Eurer Atemluft aus.
Deshalb unterlegen wir im Winter die Schlafsäcke zur Isolierung, und legen oben auf die Schlafsäcke die (billigen) Pep-Store-Decken.
Dann lassen wir die Öffnung am Fußende OFFEN, ziehen nur die Gaze zu.
Und schon gibts kein Kondenswasser mehr, und man hat die ganze Nacht keinen eigenen Mief zum Einatmen. Es wird jedoch kalt im Zelt, dafür hat man aber schließlich Decken und Schlafsäcke! 🙂
7'296 Beiträge · seit 200615. Juni 2013 · #8
toemmel schrieb:das Zelt war außen einwandig, ziemlich dick laminierter (Kunst-)Stoff.
Ein Innenzelt hatten wir eingehangen (später aber rausgenommen), aber das hinderte die Tropfen nicht daran zu tropfen. Gelüftet haben wir auch.
... das Phänomen ist ja kein spezielles von Dachzelten, daher antworte ich auch als Bodenzeltender.
Hat man ein einwandiges Zelt (also ohne Innenzelt), tropft das Kondenswasser natürlich runter und zwar um so mehr, je höher der Temperaturunterschied zwischen Außen- und Innentemperatur ist.
Bei Verwendung eines vernünftigen Innenzeltes steigt der Wasserdampf auf und sammelt sich außerhalb des Innenzeltes. Dort läuft es dann ab, ohne erneut abzutropfen. Auch wenn das Innenzelt Murks war, hat das Rausnehmen des Innenzeltes das Problem eher verschärft.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
709 Beiträge · seit 201115. Juni 2013 · #9
toemmel schrieb:hier mal unser Dachzelt
tent.jpg
Gehören an die Längsseiten noch Aufstellstangen?
toemmel schrieb:das Zelt war außen einwandig,..
Das ist so üblich. Außenzelt = 1. Wand, Innenzelt = 2. Wand. Oder aber Zelt als 1. Wand, originale Dachplane, Regenschutzplane o.ä. als 2. Schicht darüber. Dazwischen ist als Isolierschicht dann Luft.
toemmel schrieb:...Ein Innenzelt hatten wir eingehangen (später aber rausgenommen)...
Somit also von doppelwandig auf einwandig rückgebaut. Da fehlt dann die Isolierwirkung und die Aufnahmefähigkeit des Innenzeltes für die Luftfeuchtigkeit.
toemmel schrieb:...Gelüftet haben wir auch...
Empfehlung: nicht ein oder mehrfach im Zelt zwischenlüften. Sondern Dauerlüften um so die Luftfeuchtigkeit stetig abzuführen und einen Temperaturaustausch durchzuführen (Achtung: ist bei festen Gebäuden anders). Ein Zelt dient ja hauptsächlich dem Schutz gegen Regen und Wind, als Sichtschutz, gegen Insekten usw. Als Temperaturschutz ist ein Zelt völlig ungeeignet. Dafür sind Schlafsack und Isomatte da.

Rocky
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zuletzt bearbeitet 15. Juni 2013
Themenstarter116 Beiträge · seit 201215. Juni 2013 · #11
sowohl zweiwandig als auch einwandig wars pläddernass. Der Rückbau war ja unsere Hoffnung, dass es besser werden könnte, was nicht der fall war.

Lüftung: wir haben dauergelüftet.
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709 Beiträge · seit 201115. Juni 2013 · #12
Hi,

die Fensterüberdachungen sind extra so groß gebaut, damit man die Fensterflächen voll geöffnet läßt. Man sollte auch die Fensterüberdachung immer kpl. aufbauen. Die Fensterflächen schließt man nur auf der Regen- oder Windrichtung wenn es notwendig ist.

In Regionen wie Swakop, wird's auch in geheizten festen Gebäuden klamm...

Rocky
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zuletzt bearbeitet 15. Juni 2013
Themenstarter116 Beiträge · seit 201215. Juni 2013 · #13
ok, ich verstehe, es gibt scheins keine Lösung, die das Problem gänzlich vermeidet.
Danke dennoch für deine Mühe!!!
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2'610 Beiträge · seit 200715. Juni 2013 · #14
Hallo nochmals,

ich kenne wirklich niemanden mit Dach- oder Bodenzelt, der - trotz lüften - ein so ein Problem hat.

Vielleicht solltest du vom Vermieter ein anderes Zelt verlangen - unserer hat welche der Fa. Howling Moon oder so ähnlich.

Liebe Grüße
Jambotessy
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4'129 Beiträge · seit 200815. Juni 2013 · #15
Hallo, toemmel!

Hier noch mal eine kleine Ergänzung zu eurem Kondenswasser-Problem:
Eigentlich ist das mit der Tropfenbildung im Dachzelt nix ungewöhnliches. Besonders häufig bildet sich das Kondenswasser bei extremen Wetterlagen und insbesondere bei Minusgraden in der Nacht.
Wir nutzen seit vielen Jahren auch hier in Europa ein Dachzelt (einwandig, Seiten: Canvas, Dachflächen: Gummi) und die Luftfeuchte tropft nachts fast immer, insbesondere vom Gestänge (übrigens auch im Winter in der Sahara), obwohl das Zelt beidseitig im oberen „Eck“ je eine Lüftungsklappe hat. Diese Lüftung nutzen wir natürlich solange, wie es das Wetter erlaubt: Bei Regen und Sturm wird sie natürlich geschlossen und wenn Frost ist, damit wir nicht „erfieren“ – wir sind da eher von der Sorte: Es ist noch keiner erstunken, aber erfroren... 😗
Allerdings hat unser Zelt innen einen zusätzlichen „Himmel“ aus dünnem Baumwollstoff (locker von Gestänge zu Gestänge gehängt), der all das Kondensat auffängt.
Vielleicht könnt ihr euch so einen dünnen festen Baumwollstoff mitnehmen (es sollte Baumwolle sein! Microfaser ist unbrauchbar, es hat nicht dieselben Eigenschaften!) und unter das Gestänge klemmen (idealerweise hat es kleine Bändchen, mit denen man es am Gestänge festbindet) – dann tropft es dorthinein und kann sich verteilen und ggf. später verdunsten...
Eigentlich tropft es bei uns fast nie durch den „Himmel“, der reguliert das ziemlich gut.

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 15. Juni 2013
Themenstarter116 Beiträge · seit 201215. Juni 2013 · #16
echt? puh, uns hat das Thema den ganzen Urlaub begleitet und wir waren schon etwas angenervt morgens in nassem Bettzeug wach zu werden.
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3'080 Beiträge · seit 200916. Juni 2013 · #17
Hi Toemmel,

ich hab schon einige Hersteller durch was die Zelte angeht, im Moment sind wir bei Hannibal, nicht unbedingt der günstigste aber mit Kondenswasser gibts keine Probleme, wie schon geschrieben, ein Fenster sollte offen sein damit die Feuchtigkeit raus kann, wir nehmen immer das am Fußende, dann hat man auch nur einen Reißverschluss den man nachts öffnen muss. Gegen eventuelle kalte Füsse helfen dicke Socken, funtioniert bei uns seit Jahren.

lg sasowewi
709 Beiträge · seit 201116. Juni 2013 · #18
lilytrotter schrieb:...Eigentlich ist das mit der Tropfenbildung im Dachzelt nix ungewöhnliches...
mmmhhhhhh.... ehmmm....... eigentlich schon
lilytrotter schrieb:...Besonders häufig bildet sich das Kondenswasser bei extremen Wetterlagen und insbesondere bei Minusgraden in der Nacht...
Wie oben schon erklärt, so mit Feuchte, Temperaturdifferenz, Luftaustausch...
lilytrotter schrieb:...Dachzelt (einwandig, Seiten: Canvas, Dachflächen: Gummi) und die Luftfeuchte tropft nachts fast immer, insbesondere vom Gestänge (übrigens auch im Winter in der Sahara...
Bei einwandigen Zelten ist das normal. Deshalb gibt es für diese Zelte zusätzliche originale Dachplanen.
lilytrotter schrieb:...Diese Lüftung nutzen wir natürlich solange, wie es das Wetter erlaubt: Bei Regen ... wird sie natürlich geschlossen und wenn Frost ist, damit wir nicht „erfieren“...
Dann wird es unter genannten Bedingungen Kondenswasser geben.

Nichts für ungut 🙂

Rocky
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zuletzt bearbeitet 16. Juni 2013
7'296 Beiträge · seit 200616. Juni 2013 · #19
Rocky1964 schrieb:
lilytrotter schrieb:...Dachzelt (einwandig, Seiten: Canvas, Dachflächen: Gummi) und die Luftfeuchte tropft nachts fast immer, insbesondere vom Gestänge (übrigens auch im Winter in der Sahara...
Bei einwandigen Zelten ist das normal. Deshalb gibt es für diese Zelte zusätzliche originale Dachplanen.
... das bringt aber nicht wirklich was.
Ein richtiges Innenzelt lässt Wasserdampf durch, der dann auf der Innenseite des Außenzelts kondensiert. Die herabfallenden Tropfen laufen dann auf der Außenseite des Innenzeltes ab.
Ein einwandiges Zelt ist wasserdicht. Der Wasserdampf bleibt drinnen, kondensiert und tropft wieder ab. Ob ich da außen noch eine weitere Plane befestige, ändert daran nichts. Durch die Luftschicht zwischen den beiden Planen ist vielleicht die Temperaturdifferenz ein bisschen geringer. Die Ursache der "Tropfsteinhöhle", nämlich die nicht entweichende Luftfeuchtigkeit, bleibt bestehen.

Gruß
Wolfgang
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4'129 Beiträge · seit 200816. Juni 2013 · #20
Ääähh???
Worum gehts dir, Rocky1964?


Das Ortec Camp Vario benötigt keine albernen zusätzlichen Dachplanen, das Dach ist absolut dicht und für das Kondenswasser hat es den Himmel.
Reine Sommer- und Schönwettercamper kennen Kondenswasserbildung eher nicht, bei Frost sieht das ganz anders aus. Und toemmel hatte es im August nachts kalt, da ist das nichts Ungewöhnliches.
Hersteller, die undichten Zelten eine umständliche zusätzliche Dachhaube anbieten sind nicht unser Ding, wir brauchen bei Regen, Sturm und Frost ein dichtes Zelt, und das ist mit dem oben genannten Modell gegeben.

Ich habe toemmel zu seiner Ausgangsfrage geantwortet: Es gibt zu dem Kondensations“problem“ durchaus eine Lösung: Himmel einziehen.


Rocky1964 schrieb:
"lilytrotter schrieb:
...Diese Lüftung nutzen wir natürlich solange, wie es das Wetter erlaubt: Bei Regen ... wird sie natürlich geschlossen und wenn Frost ist, damit wir nicht „erfieren“..."


Dann wird es unter genannten Bedingungen Kondenswasser geben.
Glaub nur dran.



Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 16. Juni 2013