Eine Reise durchs südliche Afrika im Juli und August 2012
Reiseberichte über Tiererlebnisse gibt es hier viele, darum habe ich mich entschieden, meinen Bericht mit vielen Informationen für „Ersttäter“ zu spicken. Alle die Fragen, die vor der Reise unbeantwortet blieben oder gar nicht gestellt wurden, möchte ich hiermit beantworten. Den sehr langen Bericht habe ich Regionen gegliedert, so dass man nicht alles lesen muss.
Erste Erfahrungen in Namibia
Alles begann am Flughafen in Johannesburg. Pünktliche Landung, aber endlos lange Warteschlangen an den Kontrollen. Zum Glück blieben uns 4 Stunden bis zum Weiterflug nach Windhoek.
Dann die Landung auf dem kleinen Flughafen Hosea Kutako. Der Flughafen ist nicht viel größer als der Hauptbahnhof in Hamburg! Zu Fuß liefen wir über das Rollfeld zur Abfertigungshalle, von links kamen Traktoren, die die Flugzeuge entluden, von rechts schien die afrikanische Sonne. Stahlblauer Himmel empfing uns. Die Einreise nahm über eine Stunde in Anspruch. Es gab Angolaner im Flieger, die einer besonderen Einreisekontrolle unterliegen. Sie schmuggeln Rauschgifte nach Namibia, deshalb erfolgte ihre Einreisekontrolle im Moment gründlicher.
Am Flughafen erwartete uns Amon, der uns zur Autovermietung „African Tracks“ brachte. Er empfahl, gleich am Flughafen den ATM zu benutzen. Erst später bei der Einreise nach Botswana wussten wir den Tipp richtig zu schätzen!
Amon machte uns gleich mit den ersten Geflogenheiten in Namibia bekannt, erzählte viel, beantwortete all unsere Fragen. Bei „African Track“ übernahmen wir den 4x4 mit Dachzelt. Inzwischen war es bereits 17.30 Uhr, es wurde dunkel. Mit dem letzten Sonnenlicht erreichten wir unsere erste Unterkunft, eine Pension in der Nähe von Joeys Beerhouse. Auch ohne Vorreservierung erhielten wir an dem Abend noch einen Tisch.
In netter deutschsprechender Gesellschaft verbrachten wir auch gleich unseren ersten Abend. Ein junges Paar beendete ihren Urlaub und hatte viel zu erzählen. Bei Kudusteak und Savanna (Cidre) bzw. Windhoek Lager (Bier) vergingen die ersten Stunden in Afrika. Wir haben übrigens, auf Anraten unserer Vermieter, den kurzen Weg zu Fuß zurückgelegt und wurden nicht überfallen! Zur Pension zurück nahm uns dann das deutsche Paar in seinem Auto mit und als wir uns vor dem Tor verabschiedeten, hielt tatsächlich ein Wagen mit Einheimischen an (Weiße) und bat uns doch lieber hineinzugehen. Es sei sicherer! Wir fühlten uns immer sicher!
Am nächsten Morgen starteten wir zu Cymot (Campingausstatter), zur Christuskirche und zum Einkaufszentrum. Bei Cymot kauften wir einen Faltkanister mit Ausgießer, der sehr praktisch ist, wenn man nur kleine Mengen
Wasser benötigt. Bei African Tracks gab es nur einen Wasserkanister, der ganz hinter im Canopy untergebracht war und auch noch aufgeschraubt werden musste – 20 l Wasser sind schwer, der Kanister war zum schnellen Händewaschen oder Cappuccinokochen ungeeignet. (Mein Mann braucht immer mal seinen Cappo zwischendurch bei einer kleinen Pause!) Einige Autovermieter wie z. B. Asco haben da deutlich besser positionierte Kanister mit Schlauch.
Den Wagen parkten wir dann erst an der Kirche und später bei Cheeker in der Maenua Mall auf dem Parkplatz. Ein Wächter in Warnweste war anwesend. Wir gaben ihm 0,50 N$. Auf einem zweiten Parkplatz beim Liquorshop und Spar verfuhren wir genauso. Es war alles völlig unproblematisch.
Gegen Nachmittag erreichten wir die Ondekaremba Farm. Am Abend sahen wir die erste Kuhantilopenherde. Unsere erste Nacht im Zelt war mit -7 °C die kälteste der Reise. Zum Glück schliefen wir in unseren eigenen Meru-Säcken!
Nachdem unsere Hände wieder durchblutet waren ( nur durchs Lagerfeuer waren sie aufzuwärmen!) konnten wir langsam unser Equipment zusammenräumen und in Richtung Botswana aufbrechen. Die netten Angestellten der Farm fragten am Morgen, ob sie die Dusche anheizen sollten. Da die Duschen draußen sind und die Temperaturen wenig einladend waren, verzichteten wir auf das nette Angebot!
Die Asphaltstraße gen Osten ist ziemlich eintönig, aber zügig zu fahren. Es gab wenig Schlaglöcher. In Gobabis fiel meinem Mann ein, dass er dringend Magnesiumtabletten benötigt, um Krämpfe im Bein zu verhindern. Na ja, was soll ich schreiben? So etwas bringt man sich besser aus Deutschland mit. Es gab nur Vitamintabletten mit Magnesium und die waren wohl vergoldet. Der Preis lag bei knapp 50 N$ (ca. 5 €) /20 Tabletten.
Botswana - Okavango Delta
Die Grenzabfertigung war völlig unproblematisch. Bei der Aus- und Einreise füllt man in Namibia ein Formblatt fürs Immigrationoffice aus. Wir haben uns für die erneute Ein- und Ausreise gleich mit ausreichend Formularen versorgt. Die kann man dann ausfüllen, wenn man Zeit dazu findet und nicht am Schalter steht. Besonders am Flughafen bei der Ausreise hat sich gezeigt, dass man die Abfertigungszeit damit deutlich verkürzt.
Bei der Einreise nach Botswana muss man ein Road Permit und eine Versicherung abschließen (160 Pula) . Diese ist nur in SA Rand oder Botswana Pula zu bezahlen. Eine Kreditkarte wurde nicht genommen. Nun waren wir doch froh, dass wir bereits am Flughafen in Windhoek den ATM nutzten, denn dieser spuckte SA Rand aus. Am Grenzübergang befindet sich kein ATM und man erhält erst in Ghanzi Geld. Namibische Dollar werden hier nicht genommen. In Namibia ist der
SA Rand der einheimischen Währung gleichgesetzt und es kommt häufiger vor, dass man aus dem ATM Rand bekommt. Welch ein Glück für uns!
Wir planten noch nach Simbabwe weiterzureisen, deshalb ist es sinnvoll sich bei der Einreise nach Botswana ein Returnticket fürs Auto ausstellen zu lassen. Man zahlt dann nicht noch einmal die Gebühren bei der erneuten Einreise.
Die Fahrt nach Ghanzi war interessanter als die Strecke zur Grenze. Strauße und Warzenschweine befanden sich häufiger auf der oder an der Straße, eine erste Oryxherde begegnete uns.
Die erste Tankstelle befindet sich ca. 100 Km hinter der Grenze. In Botswana war der Liter Diesel mit ca. 0,88 € günstiger als in Namibia (ca. 1,10 €/ abhängig vom Wechselkurs!))
Nachdem wir in Ghanzi den ersten Kontakt zu Einheimischen und uns mit Fleisch und Geld versorgt hatten, meldeten wir uns an der Tautona Lodge an. Der Campingplatz liegt hier direkt und ganz offen an einer Wasserstelle. Viele Tiere kamen vorbei. Die erste Büffellherde, Zebras aber überwiegend Antilopen (Eland) suchten die Salzlecksteine oder das Wasser. Affen oder Ducker liefen am Auto vorbei.
Sehr angenehm überrascht waren wir von der Sauberkeit in Botswana. Nicht nur die Campsites, auch die Landschaft machte einen sehr guten Eindruck. Wir lernten nette und sehr offene Südafrikaner auf der Lodge kennen, die uns mit Feuerholz versorgten und es stellte sich im Gespräch heraus, dass der Vater von Otto sogar aus Deutschland stammt. Diese Männer und Frauen waren zum Jagen hier.
Die Nacht war auch hier sehr kalt, aber das Wasser war nicht mehr gefroren! Bei einer Pirschfahrt durch das Lodgegelände begegneten uns (leider auch tote) Eland- und Kuhantilopen. Die Campeinrichtung war auch hier sehr gepflegt und sauber. Warme Duschen und Toilettenpapier, nebst einem Security in der Nacht – alles super und längst keine Selbstverständlichkeit.
Bis nach Maun benötigten wir 3 Stunden, passierten zwei Polizeikontrollen. Das Auto wurde desinfiziert, die Schuhe in ein Bad getaucht (gegen Maul und Klauenseuche; mein Mann trug Sandalen, so waren auch die Socken und Füße keimfrei) und wir wurden auf frische Farmartikel wie loses Fleisch o.ä. hin kontrolliert. Dieses darf nicht durch die Kontrollposten geführt werden. Die Polizei war aber stets nett und freundlich.
Immer wieder standen Rinder- oder Ziegenherden auf der Straße, die Tiere haben aber Vorfahrt!
In Maun versorgten wir uns mit frischem Fleisch beim Schlachter im Rileys Complex und besorgten das Permit für den Moremi NP. (120 Pu/Pers/Nacht und 50 Pu/ Auto/Tag). Das Fleisch war sehr günstig, während Gemüse wie z. B. eine Gurke oder Paprika (eingeführt aus SA oder GB) teurer als bei uns sind. Gamefleisch ist sehr zart, dunkelrot und kann gut eingeschweißt gekauft werden.
Die folgende Nacht verbrachten wir im Crocodile Camp. Den Sundowner genossen wir in der Bar am Fluss. Eine sehr schöne Atmosphäre, die viel Ruhe ausstrahlte. Spätabends wurde der Platz zur die lautesten Nacht des Urlaubs. In unmittelbarer Nachbarschaft fand eine Art Volksfest in und an einem Pub statt, zumindest hörte es sich so an. War mal kurzfristig Ruhe eingekehrt, bellten gefühlte 100 Hunde im Chor.
Auf dem Camp standen mit uns zwei weitere Familien aus Deutschland. Es war nicht voll, eine Vorreservierung ist zu dieser Jahreszeit nicht notwendig.
Nach einem Schwätzchen mit den Nachbarn und dem guten Frühstück starteten wir gegen 9.00 Uhr zum Moremi NP. Auf dem Weg dorthin kauften wir noch Feuerholz, gutes Mopaneholz an der Straße. Schon bald wechselte die Teerstraße in eine Pad, die sich aber noch gut fahren ließ. Wellblech und ein paar Löcher, wir hatten später noch viel schlimmere Pads!
Giraffen und Impalas kreuzten den Weg oder begleiteten uns. Nach der Anmeldung am South Gate fuhren wir zum North Gate. Hier habe ich, nach der Anmeldung für die Nacht im Khwai Camp, eine Mekorotour organisiert. Am Nachmittag fuhren wir ins Dorf (Achtung, die Brücke aus dem Park hat große Schrauben, die sich in die Reifen bohren! Wir hatten Glück – man sollte sehr langsam fahren) und von dort mit einem Safariwagen zum Fluss weiter. 3 Stunden ließen wir uns durch die herrliche Landschaft staken. Eine unbeschreibliche Ruhe begleitete uns. Elefanten waren die einzigen Großtiere am Fluss, aber viele Vögel sahen wir, auch den Schädel eines Hippos. Das sanfte Dahingleiten und die Ruhe waren die richtige Einstimmung auf das Okavangodelta.
Im Khwai Camp wurde uns der Platz MK 2 zugewiesen. Er grenzt an den Fluss und befindet sich in Nähe zum Gate, noch schöner liegen aber die Plätze 3 und 4. Nachts war ein Generator zu hören. Das störte die eigentliche Ruhe der Umgebung. In der zweiten Nacht wurde aber dieser durch das Hippogebrüll verdrängt. Das waren angenehme Geräusche für uns, machten sie uns doch deutlich weshalb wir hier sind. Ein Hippo-Pool grenzt unmittelbar an die Campingplätze. Vom Platz aus lassen sich Elefanten beobachten, die sogar durch die Plätze stolzieren. Impalas und Meerkatzen zogen ebenso durch wie Warzenschweine und Wasserböcke.
Eine Tagestour führte uns in Richtung Dombo Hippo Pool. Auf der Pad dorthin sahen wir viele Elefanten, Zebras, Impalas, Kudus, Wasserböcke, Warzenschweine, Giraffen, einen Waran, Baboons und Meerkatzen. Die vielen Tiere brachten meine Speicherkarten zum Platzen und den Akku zum Kochen!
Hinter dem Pool folgten wir der Pad nach Osten. Wasserdurchfahrten waren nicht immer unproblematisch. Nach Xakanaxa kann man aber auch eine südlichere Route wählen. Man kommt dann gut durch.
Ein bisschen naiv habe ich ab und zu den Wagen verlassen, um Fotos mit Auto zu
aufzunehmen. Uns war schon klar, dass wir nicht im Serengetipark in Hodenhagen waren, dennoch fühlte ich mich immer sicher, bis .... naja..
Am nächsten Morgen stand er plötzlich auf der Pad, direkt vor dem Auto, sah aus der Ferne aus wie ein Hund, war nur ein bisschen gefährlicher. Wir ließen den Wagen rollen und kamen direkt neben einem Busch zum Stehen. Hierher hat er sich zurückgezogen und beobachtete uns genauso wie wir ihn. Ein echter Leopard
– welch ein Tageshighlight und das schon am frühen Morgen. Das Fenster öffneten wir aber trotzdem zum Fotografieren. Leider war noch der Busch dazwischen, aber als er mit erhobenem Schwanz von dannen lief, gelang mir noch ein Beweisfoto.
Auf der Pad zur First Bridge hatten wir viele Begegnungen mit größeren Herden. (Zwei- und vierbeinigen!!) Ob ... , Zebras, Elefanten, Kudus, Gnus, Giraffen, Mangusten oder Störche alle waren da, nur der große König fehlte. Wir sahen keine Löwen! Noch nicht.
Einen Abstecher fuhren wir um die Hidden Lagoon. Wir hofften hier auf Löwen zu treffen, sahen viele Fußabdrücke, aber keine Tiere. Vielleicht fehlte uns noch der Blick für die Tiere, die eventuell im Gras lagen? Vielleicht sahen sie uns? Wir trafen auf keine anderen Fahrzeuge. Ein einsamer unberührter Landstrich. Eine größere Gnuherde weidete in der Nähe, viele Vögel bevölkerten die Wasserstellen.
Eine besonders nette Begegnung hatten wir dann noch im Crocodile Camp. Eine Urlauberin aus Südafrika machte uns auf die kleinste Eule im südlichen Afrika aufmerksam. Sie saß direkt am Fluss im Abendlicht. Leider hatte ich nur meine kleine Kamera (Canon Power shot G1X) dabei, die zwar schöne Bilder macht, aber der Zoom hätte durchaus größer sein können. Na ja, aber wir konnten die Eule gut beobachten bis sie zur Jagd aufbrach.
Zurück ging es über Maun in Richtung Gweta zum Nxai Pan NP. Sobald man den Bereich der Makgadikgadi Pans NP erreicht, nimmt die Tierwelt zu. Bereits auf der A3 ab Motopi kreuzten Zebras und Strauße die Fahrbahn, auch einen Waran an einem Termitenhügel sahen wir.(Vielleicht war es auch eine große Echse?) Am Gate zum Nxai Pan trafen wir eine schweizer Familie, die uns mitteilte, dass man um diese Jahreszeit kaum Tiere dort sieht. Dennoch wollten wir zu den Baines Baobabs, zur Kudiakam Pan. Erneut zahlten wir unsere 290 Pula für den Park und fuhren los. Die Fahrt über die Salzpfanne erwies sich dann auch als sehr schön, jedoch war die Pad sehr tiefsandig und stark ausgefahren mit sehr tiefen Spuren.
Bei Temperaturen von über 30°C genossen wir den Nachmittag unter den Riesenbäumen bei einem Cappuccino. Hier kann und darf man auch aussteigen!
Übernachtet haben wir im Planet Baobab, auch hier fanden wir wieder einen sehr schönen Campsite vor. Jeder einzelne Platz ist mit einer Lampe und Stromanschluss ausgestattet, zudem sitzt man unter einem eigenen Schattendach oder an der Feuerstelle. Hin und wieder wird dieses Camp von Overlandern angefahren, die Gruppen campen jedoch auf einem separaten Platz mit einem extra Dusch- und Toilettenhaus. Eindrucksvoll sind die Baobabs auf dem Gelände, die nachts angeleuchtet werden.
Wir kennen viele Campingeinrichtungen in Nordafrika, Syrien oder Jordanien, aber selten sind sie so sauber oder komfortabel wie die Plätze auf dieser Reise.
In Nata wurde uns erneut bewusst, dass wir in Afrika waren: Die Nord-Südverbindungen (A33 + A3 + A1) zwischen Sambia/Simbabwe und Südafrika verlaufen hier. Tägliche Reisebusse aus Lusaka oder Harare sowie LKWs aus dem Kongo, Sambia und angrenzenden Staaten passieren den kleinen Ort, der kaum größer ist als ein deutsches Dorf mit 200 Einwohnern. Es gibt aber drei Tankstellen. Allerdings hatte nur eine davon Diesel oder Benzin. An der ersten Säule erhielten wir nur 11 Liter, dann war auch diese Quelle erschöpft. Auf der Straße im Sand gab es noch eine Säule für Kleinbusse. Hier konnten wir unseren Tank füllen.
Der einzige ATM wurde gerade befüllt, der Panzerwagen stand noch vor der Barclaybank. Es dauerte aber dennoch eine Stunde bis wir an unser Geld kamen. Zeit, die wir nutzten um das Leben an dieser Raststätte zu erkunden. Da stiegen Mütter mit übernächtigten Kindern aus den Bussen, manchmal hingen drei bis vier an einer Frau. Ältere Kinder mussten sich um die Geschwister kümmern. Junge Männer und Frauen telefonierten eifrig mit modernen Handys, andere Menschen zwängten sich in die Kleinbusse, die zum nächstgelegenen Dorf fuhren. Und dann gab es auch die, die um ein paar Pula baten.
Die Straße nach Norden bis Kazungula war auf den ersten 120 KM völlig neu und ließ sich schnell fahren. Dann steckten wir mitten in der Baustelle. Mal ging es auf einer Behelfsstraße weiter, mal auf einer Schlaglochpiste und dann wieder auf einer Pad, die letzten Kilometer ab Pandamatenga waren bis auf Tagesbaustellen und kleinere Unterbrechungen sehr gut zu fahren.
In und um Pandamatenga wird Sorghum angebaut. Ein Getreide aus dem die Einheimischen ihr „Bier“ brauen. In großen Silos werden die Körner gelagert und später auf LKWs verladen. Diese verlieren ab und zu ein paar Körner, sehr zur Freude der Tokos. Diese Vögel picken die Körner auf und sind dann bereits davon benommen. Ein „angetrunkener“ Toko auf der Straße kann vor einem Auto nicht mehr flüchten!
Bei Franz auf der Touch of Africa Farm wollten wir zwei Nächte bleiben. Leider sind seine 9 ha Grundstück gerade einem Buschfeuer zum Opfer gefallen, so dass die Umgebung wenig einladend war. Angrenzend an den bisherigen Campsite
befindet sich eine Baustelle, die Granit zum Straßenbau abbaut. Viel Staub und Lärm machen einen Aufenthalt derzeit unmöglich.
Langfristig plant Franz ein großes Wasserloch dort anzulegen. Wir blieben eine Nacht. Zum kleinen Wasserloch kamen Giraffen, Impalas und Säbelantilopen.
Wunderschöne Tiere. Das Feuer und die Baustelle haben aber viele Tiere verdrängt und in andere Gegenden ziehen lassen.
Auf der Chobe Safari Lodge in Kasane konnten wir weitere Nächte verbleiben. Diesen Campingplatz kann man nicht vorreservieren. Der Platz war ab 12.00 Uhr mittags voll belegt. Wer hier nächtigen möchte, sollte früh an der Anmeldung sein. Er liegt besonders günstig zum Chobe NP. Bootstouren und viele weitere Aktivitäten lassen sich hier gut buchen.
In Kasane befindet sich ein modernes Einkaufszentrum mit zwei ATM. Aber auch hier erlebten wir die Situation, dass der eine ATM „out of order“ war und vor dem anderen bildete sich eine lange Schlange. Nach zwanzig Minuten warten, meldeten die Leute an Anfang der Schlange: „Die Maschine ist leer!“ Übersetzt heißt das: Heute kein Geld mehr! Na ja, zum Glück waren in der Geldbörse noch ein paar Scheine.
Es war Winterzeit und wir waren uns sicher, die Schlangen schlafen. Nun wollten wir aber wissen, mit welchen Kriechtieren man hier rechnen kann. Wir besuchten das Caracal Biodiversity Centre und lernten so die Schlangen kennen. Dabei erfuhren wir, dass sie zwar in einer Winterstarre sind, aber bei Tagestemperaturen von um die 25 °C sich durchaus bewegen. Sie sind nur träger, als im Sommer. Die schwarze Mamba war mit Abstand die Interessanteste. Die Tiere sahen wir alle bei den täglichen Temperaturen draußen und sie lagen nicht in einer Winterstarre unter dem Laub!
Simbabwe folgt demnächst...
LG Birgit
Reiseberichte über Tiererlebnisse gibt es hier viele, darum habe ich mich entschieden, meinen Bericht mit vielen Informationen für „Ersttäter“ zu spicken. Alle die Fragen, die vor der Reise unbeantwortet blieben oder gar nicht gestellt wurden, möchte ich hiermit beantworten. Den sehr langen Bericht habe ich Regionen gegliedert, so dass man nicht alles lesen muss.
Erste Erfahrungen in Namibia
Alles begann am Flughafen in Johannesburg. Pünktliche Landung, aber endlos lange Warteschlangen an den Kontrollen. Zum Glück blieben uns 4 Stunden bis zum Weiterflug nach Windhoek.
Dann die Landung auf dem kleinen Flughafen Hosea Kutako. Der Flughafen ist nicht viel größer als der Hauptbahnhof in Hamburg! Zu Fuß liefen wir über das Rollfeld zur Abfertigungshalle, von links kamen Traktoren, die die Flugzeuge entluden, von rechts schien die afrikanische Sonne. Stahlblauer Himmel empfing uns. Die Einreise nahm über eine Stunde in Anspruch. Es gab Angolaner im Flieger, die einer besonderen Einreisekontrolle unterliegen. Sie schmuggeln Rauschgifte nach Namibia, deshalb erfolgte ihre Einreisekontrolle im Moment gründlicher.
Am Flughafen erwartete uns Amon, der uns zur Autovermietung „African Tracks“ brachte. Er empfahl, gleich am Flughafen den ATM zu benutzen. Erst später bei der Einreise nach Botswana wussten wir den Tipp richtig zu schätzen!
Amon machte uns gleich mit den ersten Geflogenheiten in Namibia bekannt, erzählte viel, beantwortete all unsere Fragen. Bei „African Track“ übernahmen wir den 4x4 mit Dachzelt. Inzwischen war es bereits 17.30 Uhr, es wurde dunkel. Mit dem letzten Sonnenlicht erreichten wir unsere erste Unterkunft, eine Pension in der Nähe von Joeys Beerhouse. Auch ohne Vorreservierung erhielten wir an dem Abend noch einen Tisch.
In netter deutschsprechender Gesellschaft verbrachten wir auch gleich unseren ersten Abend. Ein junges Paar beendete ihren Urlaub und hatte viel zu erzählen. Bei Kudusteak und Savanna (Cidre) bzw. Windhoek Lager (Bier) vergingen die ersten Stunden in Afrika. Wir haben übrigens, auf Anraten unserer Vermieter, den kurzen Weg zu Fuß zurückgelegt und wurden nicht überfallen! Zur Pension zurück nahm uns dann das deutsche Paar in seinem Auto mit und als wir uns vor dem Tor verabschiedeten, hielt tatsächlich ein Wagen mit Einheimischen an (Weiße) und bat uns doch lieber hineinzugehen. Es sei sicherer! Wir fühlten uns immer sicher!
Am nächsten Morgen starteten wir zu Cymot (Campingausstatter), zur Christuskirche und zum Einkaufszentrum. Bei Cymot kauften wir einen Faltkanister mit Ausgießer, der sehr praktisch ist, wenn man nur kleine Mengen
Wasser benötigt. Bei African Tracks gab es nur einen Wasserkanister, der ganz hinter im Canopy untergebracht war und auch noch aufgeschraubt werden musste – 20 l Wasser sind schwer, der Kanister war zum schnellen Händewaschen oder Cappuccinokochen ungeeignet. (Mein Mann braucht immer mal seinen Cappo zwischendurch bei einer kleinen Pause!) Einige Autovermieter wie z. B. Asco haben da deutlich besser positionierte Kanister mit Schlauch.
Den Wagen parkten wir dann erst an der Kirche und später bei Cheeker in der Maenua Mall auf dem Parkplatz. Ein Wächter in Warnweste war anwesend. Wir gaben ihm 0,50 N$. Auf einem zweiten Parkplatz beim Liquorshop und Spar verfuhren wir genauso. Es war alles völlig unproblematisch.
Gegen Nachmittag erreichten wir die Ondekaremba Farm. Am Abend sahen wir die erste Kuhantilopenherde. Unsere erste Nacht im Zelt war mit -7 °C die kälteste der Reise. Zum Glück schliefen wir in unseren eigenen Meru-Säcken!
Nachdem unsere Hände wieder durchblutet waren ( nur durchs Lagerfeuer waren sie aufzuwärmen!) konnten wir langsam unser Equipment zusammenräumen und in Richtung Botswana aufbrechen. Die netten Angestellten der Farm fragten am Morgen, ob sie die Dusche anheizen sollten. Da die Duschen draußen sind und die Temperaturen wenig einladend waren, verzichteten wir auf das nette Angebot!
Die Asphaltstraße gen Osten ist ziemlich eintönig, aber zügig zu fahren. Es gab wenig Schlaglöcher. In Gobabis fiel meinem Mann ein, dass er dringend Magnesiumtabletten benötigt, um Krämpfe im Bein zu verhindern. Na ja, was soll ich schreiben? So etwas bringt man sich besser aus Deutschland mit. Es gab nur Vitamintabletten mit Magnesium und die waren wohl vergoldet. Der Preis lag bei knapp 50 N$ (ca. 5 €) /20 Tabletten.
Botswana - Okavango Delta
Die Grenzabfertigung war völlig unproblematisch. Bei der Aus- und Einreise füllt man in Namibia ein Formblatt fürs Immigrationoffice aus. Wir haben uns für die erneute Ein- und Ausreise gleich mit ausreichend Formularen versorgt. Die kann man dann ausfüllen, wenn man Zeit dazu findet und nicht am Schalter steht. Besonders am Flughafen bei der Ausreise hat sich gezeigt, dass man die Abfertigungszeit damit deutlich verkürzt.
Bei der Einreise nach Botswana muss man ein Road Permit und eine Versicherung abschließen (160 Pula) . Diese ist nur in SA Rand oder Botswana Pula zu bezahlen. Eine Kreditkarte wurde nicht genommen. Nun waren wir doch froh, dass wir bereits am Flughafen in Windhoek den ATM nutzten, denn dieser spuckte SA Rand aus. Am Grenzübergang befindet sich kein ATM und man erhält erst in Ghanzi Geld. Namibische Dollar werden hier nicht genommen. In Namibia ist der
SA Rand der einheimischen Währung gleichgesetzt und es kommt häufiger vor, dass man aus dem ATM Rand bekommt. Welch ein Glück für uns!
Wir planten noch nach Simbabwe weiterzureisen, deshalb ist es sinnvoll sich bei der Einreise nach Botswana ein Returnticket fürs Auto ausstellen zu lassen. Man zahlt dann nicht noch einmal die Gebühren bei der erneuten Einreise.
Die Fahrt nach Ghanzi war interessanter als die Strecke zur Grenze. Strauße und Warzenschweine befanden sich häufiger auf der oder an der Straße, eine erste Oryxherde begegnete uns.
Die erste Tankstelle befindet sich ca. 100 Km hinter der Grenze. In Botswana war der Liter Diesel mit ca. 0,88 € günstiger als in Namibia (ca. 1,10 €/ abhängig vom Wechselkurs!))
Nachdem wir in Ghanzi den ersten Kontakt zu Einheimischen und uns mit Fleisch und Geld versorgt hatten, meldeten wir uns an der Tautona Lodge an. Der Campingplatz liegt hier direkt und ganz offen an einer Wasserstelle. Viele Tiere kamen vorbei. Die erste Büffellherde, Zebras aber überwiegend Antilopen (Eland) suchten die Salzlecksteine oder das Wasser. Affen oder Ducker liefen am Auto vorbei.
Sehr angenehm überrascht waren wir von der Sauberkeit in Botswana. Nicht nur die Campsites, auch die Landschaft machte einen sehr guten Eindruck. Wir lernten nette und sehr offene Südafrikaner auf der Lodge kennen, die uns mit Feuerholz versorgten und es stellte sich im Gespräch heraus, dass der Vater von Otto sogar aus Deutschland stammt. Diese Männer und Frauen waren zum Jagen hier.
Die Nacht war auch hier sehr kalt, aber das Wasser war nicht mehr gefroren! Bei einer Pirschfahrt durch das Lodgegelände begegneten uns (leider auch tote) Eland- und Kuhantilopen. Die Campeinrichtung war auch hier sehr gepflegt und sauber. Warme Duschen und Toilettenpapier, nebst einem Security in der Nacht – alles super und längst keine Selbstverständlichkeit.
Bis nach Maun benötigten wir 3 Stunden, passierten zwei Polizeikontrollen. Das Auto wurde desinfiziert, die Schuhe in ein Bad getaucht (gegen Maul und Klauenseuche; mein Mann trug Sandalen, so waren auch die Socken und Füße keimfrei) und wir wurden auf frische Farmartikel wie loses Fleisch o.ä. hin kontrolliert. Dieses darf nicht durch die Kontrollposten geführt werden. Die Polizei war aber stets nett und freundlich.
Immer wieder standen Rinder- oder Ziegenherden auf der Straße, die Tiere haben aber Vorfahrt!
In Maun versorgten wir uns mit frischem Fleisch beim Schlachter im Rileys Complex und besorgten das Permit für den Moremi NP. (120 Pu/Pers/Nacht und 50 Pu/ Auto/Tag). Das Fleisch war sehr günstig, während Gemüse wie z. B. eine Gurke oder Paprika (eingeführt aus SA oder GB) teurer als bei uns sind. Gamefleisch ist sehr zart, dunkelrot und kann gut eingeschweißt gekauft werden.
Die folgende Nacht verbrachten wir im Crocodile Camp. Den Sundowner genossen wir in der Bar am Fluss. Eine sehr schöne Atmosphäre, die viel Ruhe ausstrahlte. Spätabends wurde der Platz zur die lautesten Nacht des Urlaubs. In unmittelbarer Nachbarschaft fand eine Art Volksfest in und an einem Pub statt, zumindest hörte es sich so an. War mal kurzfristig Ruhe eingekehrt, bellten gefühlte 100 Hunde im Chor.
Auf dem Camp standen mit uns zwei weitere Familien aus Deutschland. Es war nicht voll, eine Vorreservierung ist zu dieser Jahreszeit nicht notwendig.
Nach einem Schwätzchen mit den Nachbarn und dem guten Frühstück starteten wir gegen 9.00 Uhr zum Moremi NP. Auf dem Weg dorthin kauften wir noch Feuerholz, gutes Mopaneholz an der Straße. Schon bald wechselte die Teerstraße in eine Pad, die sich aber noch gut fahren ließ. Wellblech und ein paar Löcher, wir hatten später noch viel schlimmere Pads!
Giraffen und Impalas kreuzten den Weg oder begleiteten uns. Nach der Anmeldung am South Gate fuhren wir zum North Gate. Hier habe ich, nach der Anmeldung für die Nacht im Khwai Camp, eine Mekorotour organisiert. Am Nachmittag fuhren wir ins Dorf (Achtung, die Brücke aus dem Park hat große Schrauben, die sich in die Reifen bohren! Wir hatten Glück – man sollte sehr langsam fahren) und von dort mit einem Safariwagen zum Fluss weiter. 3 Stunden ließen wir uns durch die herrliche Landschaft staken. Eine unbeschreibliche Ruhe begleitete uns. Elefanten waren die einzigen Großtiere am Fluss, aber viele Vögel sahen wir, auch den Schädel eines Hippos. Das sanfte Dahingleiten und die Ruhe waren die richtige Einstimmung auf das Okavangodelta.
Im Khwai Camp wurde uns der Platz MK 2 zugewiesen. Er grenzt an den Fluss und befindet sich in Nähe zum Gate, noch schöner liegen aber die Plätze 3 und 4. Nachts war ein Generator zu hören. Das störte die eigentliche Ruhe der Umgebung. In der zweiten Nacht wurde aber dieser durch das Hippogebrüll verdrängt. Das waren angenehme Geräusche für uns, machten sie uns doch deutlich weshalb wir hier sind. Ein Hippo-Pool grenzt unmittelbar an die Campingplätze. Vom Platz aus lassen sich Elefanten beobachten, die sogar durch die Plätze stolzieren. Impalas und Meerkatzen zogen ebenso durch wie Warzenschweine und Wasserböcke.
Eine Tagestour führte uns in Richtung Dombo Hippo Pool. Auf der Pad dorthin sahen wir viele Elefanten, Zebras, Impalas, Kudus, Wasserböcke, Warzenschweine, Giraffen, einen Waran, Baboons und Meerkatzen. Die vielen Tiere brachten meine Speicherkarten zum Platzen und den Akku zum Kochen!
Hinter dem Pool folgten wir der Pad nach Osten. Wasserdurchfahrten waren nicht immer unproblematisch. Nach Xakanaxa kann man aber auch eine südlichere Route wählen. Man kommt dann gut durch.
Ein bisschen naiv habe ich ab und zu den Wagen verlassen, um Fotos mit Auto zu
aufzunehmen. Uns war schon klar, dass wir nicht im Serengetipark in Hodenhagen waren, dennoch fühlte ich mich immer sicher, bis .... naja..
Am nächsten Morgen stand er plötzlich auf der Pad, direkt vor dem Auto, sah aus der Ferne aus wie ein Hund, war nur ein bisschen gefährlicher. Wir ließen den Wagen rollen und kamen direkt neben einem Busch zum Stehen. Hierher hat er sich zurückgezogen und beobachtete uns genauso wie wir ihn. Ein echter Leopard
– welch ein Tageshighlight und das schon am frühen Morgen. Das Fenster öffneten wir aber trotzdem zum Fotografieren. Leider war noch der Busch dazwischen, aber als er mit erhobenem Schwanz von dannen lief, gelang mir noch ein Beweisfoto.
Auf der Pad zur First Bridge hatten wir viele Begegnungen mit größeren Herden. (Zwei- und vierbeinigen!!) Ob ... , Zebras, Elefanten, Kudus, Gnus, Giraffen, Mangusten oder Störche alle waren da, nur der große König fehlte. Wir sahen keine Löwen! Noch nicht.
Einen Abstecher fuhren wir um die Hidden Lagoon. Wir hofften hier auf Löwen zu treffen, sahen viele Fußabdrücke, aber keine Tiere. Vielleicht fehlte uns noch der Blick für die Tiere, die eventuell im Gras lagen? Vielleicht sahen sie uns? Wir trafen auf keine anderen Fahrzeuge. Ein einsamer unberührter Landstrich. Eine größere Gnuherde weidete in der Nähe, viele Vögel bevölkerten die Wasserstellen.
Eine besonders nette Begegnung hatten wir dann noch im Crocodile Camp. Eine Urlauberin aus Südafrika machte uns auf die kleinste Eule im südlichen Afrika aufmerksam. Sie saß direkt am Fluss im Abendlicht. Leider hatte ich nur meine kleine Kamera (Canon Power shot G1X) dabei, die zwar schöne Bilder macht, aber der Zoom hätte durchaus größer sein können. Na ja, aber wir konnten die Eule gut beobachten bis sie zur Jagd aufbrach.
Zurück ging es über Maun in Richtung Gweta zum Nxai Pan NP. Sobald man den Bereich der Makgadikgadi Pans NP erreicht, nimmt die Tierwelt zu. Bereits auf der A3 ab Motopi kreuzten Zebras und Strauße die Fahrbahn, auch einen Waran an einem Termitenhügel sahen wir.(Vielleicht war es auch eine große Echse?) Am Gate zum Nxai Pan trafen wir eine schweizer Familie, die uns mitteilte, dass man um diese Jahreszeit kaum Tiere dort sieht. Dennoch wollten wir zu den Baines Baobabs, zur Kudiakam Pan. Erneut zahlten wir unsere 290 Pula für den Park und fuhren los. Die Fahrt über die Salzpfanne erwies sich dann auch als sehr schön, jedoch war die Pad sehr tiefsandig und stark ausgefahren mit sehr tiefen Spuren.
Bei Temperaturen von über 30°C genossen wir den Nachmittag unter den Riesenbäumen bei einem Cappuccino. Hier kann und darf man auch aussteigen!
Übernachtet haben wir im Planet Baobab, auch hier fanden wir wieder einen sehr schönen Campsite vor. Jeder einzelne Platz ist mit einer Lampe und Stromanschluss ausgestattet, zudem sitzt man unter einem eigenen Schattendach oder an der Feuerstelle. Hin und wieder wird dieses Camp von Overlandern angefahren, die Gruppen campen jedoch auf einem separaten Platz mit einem extra Dusch- und Toilettenhaus. Eindrucksvoll sind die Baobabs auf dem Gelände, die nachts angeleuchtet werden.
Wir kennen viele Campingeinrichtungen in Nordafrika, Syrien oder Jordanien, aber selten sind sie so sauber oder komfortabel wie die Plätze auf dieser Reise.
In Nata wurde uns erneut bewusst, dass wir in Afrika waren: Die Nord-Südverbindungen (A33 + A3 + A1) zwischen Sambia/Simbabwe und Südafrika verlaufen hier. Tägliche Reisebusse aus Lusaka oder Harare sowie LKWs aus dem Kongo, Sambia und angrenzenden Staaten passieren den kleinen Ort, der kaum größer ist als ein deutsches Dorf mit 200 Einwohnern. Es gibt aber drei Tankstellen. Allerdings hatte nur eine davon Diesel oder Benzin. An der ersten Säule erhielten wir nur 11 Liter, dann war auch diese Quelle erschöpft. Auf der Straße im Sand gab es noch eine Säule für Kleinbusse. Hier konnten wir unseren Tank füllen.
Der einzige ATM wurde gerade befüllt, der Panzerwagen stand noch vor der Barclaybank. Es dauerte aber dennoch eine Stunde bis wir an unser Geld kamen. Zeit, die wir nutzten um das Leben an dieser Raststätte zu erkunden. Da stiegen Mütter mit übernächtigten Kindern aus den Bussen, manchmal hingen drei bis vier an einer Frau. Ältere Kinder mussten sich um die Geschwister kümmern. Junge Männer und Frauen telefonierten eifrig mit modernen Handys, andere Menschen zwängten sich in die Kleinbusse, die zum nächstgelegenen Dorf fuhren. Und dann gab es auch die, die um ein paar Pula baten.
Die Straße nach Norden bis Kazungula war auf den ersten 120 KM völlig neu und ließ sich schnell fahren. Dann steckten wir mitten in der Baustelle. Mal ging es auf einer Behelfsstraße weiter, mal auf einer Schlaglochpiste und dann wieder auf einer Pad, die letzten Kilometer ab Pandamatenga waren bis auf Tagesbaustellen und kleinere Unterbrechungen sehr gut zu fahren.
In und um Pandamatenga wird Sorghum angebaut. Ein Getreide aus dem die Einheimischen ihr „Bier“ brauen. In großen Silos werden die Körner gelagert und später auf LKWs verladen. Diese verlieren ab und zu ein paar Körner, sehr zur Freude der Tokos. Diese Vögel picken die Körner auf und sind dann bereits davon benommen. Ein „angetrunkener“ Toko auf der Straße kann vor einem Auto nicht mehr flüchten!
Bei Franz auf der Touch of Africa Farm wollten wir zwei Nächte bleiben. Leider sind seine 9 ha Grundstück gerade einem Buschfeuer zum Opfer gefallen, so dass die Umgebung wenig einladend war. Angrenzend an den bisherigen Campsite
befindet sich eine Baustelle, die Granit zum Straßenbau abbaut. Viel Staub und Lärm machen einen Aufenthalt derzeit unmöglich.
Langfristig plant Franz ein großes Wasserloch dort anzulegen. Wir blieben eine Nacht. Zum kleinen Wasserloch kamen Giraffen, Impalas und Säbelantilopen.
Wunderschöne Tiere. Das Feuer und die Baustelle haben aber viele Tiere verdrängt und in andere Gegenden ziehen lassen.
Auf der Chobe Safari Lodge in Kasane konnten wir weitere Nächte verbleiben. Diesen Campingplatz kann man nicht vorreservieren. Der Platz war ab 12.00 Uhr mittags voll belegt. Wer hier nächtigen möchte, sollte früh an der Anmeldung sein. Er liegt besonders günstig zum Chobe NP. Bootstouren und viele weitere Aktivitäten lassen sich hier gut buchen.
In Kasane befindet sich ein modernes Einkaufszentrum mit zwei ATM. Aber auch hier erlebten wir die Situation, dass der eine ATM „out of order“ war und vor dem anderen bildete sich eine lange Schlange. Nach zwanzig Minuten warten, meldeten die Leute an Anfang der Schlange: „Die Maschine ist leer!“ Übersetzt heißt das: Heute kein Geld mehr! Na ja, zum Glück waren in der Geldbörse noch ein paar Scheine.
Es war Winterzeit und wir waren uns sicher, die Schlangen schlafen. Nun wollten wir aber wissen, mit welchen Kriechtieren man hier rechnen kann. Wir besuchten das Caracal Biodiversity Centre und lernten so die Schlangen kennen. Dabei erfuhren wir, dass sie zwar in einer Winterstarre sind, aber bei Tagestemperaturen von um die 25 °C sich durchaus bewegen. Sie sind nur träger, als im Sommer. Die schwarze Mamba war mit Abstand die Interessanteste. Die Tiere sahen wir alle bei den täglichen Temperaturen draußen und sie lagen nicht in einer Winterstarre unter dem Laub!
Simbabwe folgt demnächst...
LG Birgit