ROron74324 Beiträge · seit 200827. Juli 2012 · #41
Hallo,
interessante Diskussion.
Wir haben die letzten 15 Jahre trotz Hochrisikogebiete nie etwas genommen. Bei unserer Tochter haben wir das dann etwas anders gesehen und Malarone Junior hatte keine für uns sichtbaren Nebenwirkungen. Dennoch haben wir (wie bei uns auf den eigentlichen Schutz vor Stichen geantwortet).
Ich möchte nur mal auf folgendes hinweisen: Wenn man darüber diskutiert, welcher Arzt für diese Antwort kompetent ist, sollte man sich mal die Frage stellen, woher die Ärzte in D ihre Infos bekommen.
1. Sie sind vorrangig auf Infos von der WHO oder anderen Organisationen angewiesen. Diese Infos kann auch der beste Tropenmediziner nicht prüfen. Auch ist überhaupt nicht klar, von welchen Pharmakonzernen solche "Vorortpartner" gesponsort werden- "Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing."
2. Die Frage nach den Risiken ist so komplex, dass sie auch der beste Tropenmediziner eigentlich der jeweiligen Person selber überlassen muss. Er kann letztlich nur Vor- und Nachteile aufzählen.
3. Auch Tropenmedziner kommen an Grenzen: Meine einzige slimme Krankheit in Afrika hatte ich mir vor 10 Jahren wohl durch das trinken von verunreinigten (farmabgepackten) Wasser am Fischfluss eingefangen. Ca. 1 Jahr Durchfall, Übelkeit, Bauch-, Kopf und Rückenschmerzen. Das Tropeninstitut in MUC hatte dann nach vielen Untersuchungen und Tests folgende Diagnose: "Lokale Enteritis, ohne Eregernachweis mit einer gewöhnlich hohen Spontanheilungsquote." Sagt eigentlich alles: Keine Ahnung! Der letzte Punkt hat aber nach einem Jahr gestimmt.
Also: Vor und Nachteile aufzählen lassen. Im Internet lesen (auch die Erfahrungen von anderen Laien). Und dann selbst entscheiden!
Wir haben die letzten 15 Jahre trotz Hochrisikogebiete nie etwas genommen. Bei unserer Tochter haben wir das dann etwas anders gesehen und Malarone Junior hatte keine für uns sichtbaren Nebenwirkungen. Dennoch haben wir (wie bei uns auf den eigentlichen Schutz vor Stichen geantwortet).
hallo ronald, was bedeutet ihr habt " auf den eigentlichen schutz vor stichen geantwortet"? martin
ROron74324 Beiträge · seit 200828. Juli 2012 · #43
Hallo,
ich meinte, dass man sich halt abends etwas Langes anzieht und sich auch kräftig einsprüht. Wenn man zum Beispiel machmal Leute in Okaukeju am Wasserlcoh mit kurzen Sachen sieht, stellt man sich schon seine Fragen.
Vg
Tomcat1'155 Beiträge · seit 200628. Juli 2012 · #44
Der gemeinsame Nenner eines Bundesliga Stammtisches, einer Malaria Diskussion von Laien und der buddhistischen Religion ist in etwa: Alles dreht sich im Kreis 🤪 ... hier seit etwa 10‘000 Posts ...
La Leona2'779 Beiträge · seit 200728. Juli 2012 · #46
Tomcat schrieb:Der gemeinsame Nenner eines Bundesliga Stammtisches, einer Malaria Diskussion von Laien und der buddhistischen Religion ist in etwa: Alles dreht sich im Kreis 🤪 ... hier seit etwa 10‘000 Posts ...
Und von Laien lernt man was man die Profis fragen muss LG leona
Gruss Leona
Tomcat1'155 Beiträge · seit 200628. Juli 2012 · #47
La Leona schrieb:
Und von Laien lernt man was man die Profis fragen muss LG leona
… ein eher schwierigeres Unterfangen aus hunderten von Antworten die „richtigen“ Fragen zu extrahieren 😎
Tutonka erinnert mich ja sogleich wieder an „Der mit dem Wolf tanzt“!
Bezüglich „Malariaprophylaxe“ sind ja bereits gute Hinweise gebracht worden, wie Holger und Wolfgang berichten ist es wirklich wichtig einen kompetenten Arzt aufzusuchen, idealerwiese einen, der sich regelmäßig reisemedizinisch weiterbildet. Ein Tropeninstitut ist in der Tat nicht immer die beste Wah,l wenn es um ausführliche Beratung geht. Eine Liste reisemedizinisch erfahrener Ärzte gibt es u.a. auf der Homepage des Centrums für Reisemedizin (www.crm.de). Dieses Forum, so gut es auch ist, ersetzt keinesfalls diesen Arztbesuch.
Zur Prophylaxe eigen sich die bekannten 3 Medikamente, Lariam, Malarone und Doxycyclin. Welches Medikament am besten geeignet ist oder ob eines gar kontraindiziert ist hängt von diversen Faktoren ab, u.a.: Reiseziel und Aufenthaltsdauer, Alter, geplante Schwangerschaft, andere i.d.R. chronische Erkrankungen oder bekannte Allergien, andere Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen (einige Medikamente hemmen oder verstärken die Wirkung der Anti-Malaria Medikamente, so dass evtl. eine Dosisanpassung erforderlich sein kann). Eine gute, individuelle Beratung ist daher schon sehr ratsam.
Generell zeigen alle 3 Medikamente bei korrekter Einnahme und Dosierung eine sehr gute Wirkung, ein 100%iiger Schutz besteht nicht, was die Notwendigkeit und Bedeutung der Expositionsprophylaxe (Langärmlige, helle Kleidung, idealweise Einsprühen mit Permethrin, imprägnierte Moskitonetze und Repellentien) insbesondere in den Morgen- und Abendstunden trotz Pophylaxe noch mal verdeutlicht – dies schützt bekanntlich nicht nur vor Malaria, sondern auch vor anderen durch Stechmücken übertragene Erkrankungen.
Ganz allgemein gesprochen weist Malarone wohl die wenigsten Nebenwirkungen und Interaktionen auf, nichtsdestotrotz vertragen viele Menschen Lariam und Doxycyclin genauso gut. In vielen europäischen Ländern ist die Einnahmedauer von Malarone auf 28 Reisetage limitiert, in Nordamerika gibt es hingegen keine Limitierung. Studien belegen, dass Malarone auch bei Langzeiteinnahme von bis zu einem Jahr gut vertragen wird. Dennoch sind allein schon aus Kostengründen Lariam und Doxycyclin hier die Mittel der Wahl.
Doxycyclin hat meines Erachtens einen zu schlechten Ruf in Deutschland, das es hier nicht offiziell zur Prophylaxe zugelassen ist, hat ja keinen medizinischen Hintergrund. Es darf vom Arzt nach sorgfältiger Aufklärung und mit dem Hinweis, dass es offiziell in D nicht zur Malaria Prophylaxe zugelassen ist, verschrieben werden. Ein Arzt sollte ja auch darauf hinweisen, wie und wann die Medikamente einzunehmen sind; so sollte Doxycyclin beispielsweise nicht auf nüchternen Magen eingenommen werden sondern immer während einer Mahlzeit. Für Leute, die lediglich zum Sonnenbaden verreisen ist es sicher auch nicht das ideale Medikament; doch für Berufstätige oder Abenteuerreisende in jedem Fall eine gute Option. Als Antibiotikum schützt es ja auch vor diversen bakteriellen Erkrankungen.
Gegen Doxy und Malarone sind derzeit noch keine Resistenzen berichtet worden, gegen Lariam sind Resistenzen in Teilen Südost-Asiens und Südamerikas bekannt.
Auch für den Fall, dass man eines der 3 Medikamente nicht verträgt und umsteigen muss/möchte gibt es Richtlinien: Wer Lariam nicht verträgt kann auf Malarone oder Doxy ausweichen, wer Malarone oder Doxy nicht verträgt sollte auf das jeweils andere Medikament umsteigen, Lariam ist hier auch nicht zu empfehlen.
@Tatonka: Da noch genügend Zeit ist bis zu deinem Abflug hättest du für 3 Wochen Malawi alle 3 Optionen, vorausgesetzt du bist gesund und planst keinen reinen Badeurlaub: Empfehlen würde ich dir eine Prophylaxe in jedem Fall.
1.Malarone: tägliche Einnahme im Reiseland sowie 1 Tag vor Abreise starten und noch 7 Tage nach Rückkehr einnehmen = 29 Tabletten = 3 Packungen a 12 Tabl. = ca. 150€ 2.Lariam: 1x wöchentlich idealerweise zur etwa zur gleichen Zeit; sowie 2-3 Wochen vorher und 4 Wochen nachher = mindestens 9 Tabletten = 1 Packung a 8 Tabletten reicht nicht aus = 2 Packungen = ca. 90€ 3.Doxycyclin: tägliche Einnahme sowie 1 Tag vorher und 4 Wochen nach Rückkehr = 50 Tabletten = 1 Packung a 50 = ca. 5-15€
Ob man sich für eine Prophylaxe entscheidet und welches Medikament man dann einnimmt entscheidet jeder für sich, der Arzt gibt jeweils lediglich Empfehlungen.
Ich hoffe, dieser Beitrag hilft ein wenig und verkompliziert die Sache nicht noch mehr.
Gruß,
Uwe
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200628. Juli 2012 · #49
... der Name "Daktari" hat hier wohl seine Berechtigung.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
... der Name "Daktari" hat hier wohl seine Berechtigung.
Gruß Wolfgang
verstehe ich nicht ganz, willst du loben oder kritisieren? Daktari waren Tierärzte. Aber was Daktari schreibt ist sehr vernünftig. Ganz im Gegensatz zu manch anderem Post hier.
Viele Grüße jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200628. Juli 2012 · #51
... Daktari ist Kiswahili für Arzt. Ich fand den Beitrag sehr gut.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
@jaw und Wolfgang: Vielen Dank für eure positive Rückmeldung!
Ich würde noch sehr gerne etwas zu dem Bericht, den Piscator mit seinem „link‘“ auf der 3. Seite diese Themas ins Spiel gebracht hat anmerken (http://www.dt800.de/malaria_ernstfall.htm):
Der Roland hatte eine erste Malariainfektion, die er erfolgreich mit Malarone behandelt hat. Sieben Wochen später hatte er wieder ähnliche Symptome und erneut eine Therapie mit Malarone erfolgreich durchgeführt. Denn der Arztbesuch in Windhuk kurz darauf ergab ja, dass zwar Antiköper aber keine Parasiten mehr nachzuweisen waren. Er hatte also Malaria und hat diese erfolgreich therapiert. Mehr wäre nicht nötig gewesen, da es sich sehr wahrscheinlich einfach um eine erneute (zweite) Malariainfektion gehandelt hatte.
Bei einer Infektion mit Erregern der sogenannten „tertiären Malaria“ (durch Plasmodium vivax und ovale verursacht) kann sich der Parasit wochen- bis monatelang unbemerkt in den Leberzellen aufhalten (sogenannte Hypnozoiten), bis es wieder zu einem Krankheitsausbruch mit Fieberschüben kommt. Diese Malariainfektion ist i.d.R. nicht lebensbedrohlich und kann nur mit dem Medikament Primaquine behandelt werden.
Malarone und auch Coartem/Riamet sind hier wirkungslos!!! Bei der weitaus gefährlicheren „Malaria tropica“ (durch Plasmodium falciparum) gibt es dieses Phänomen der „in den Leberzellen schlafenden Parasiten“ nicht. Die zusätzliche Behandlung mit Coartem war also überflüssig, da ja bereits mit Malarone therapiert wurde.
Gruß
Uwe
Sabine261'394 Beiträge · seit 200928. Juli 2012 · #53
Hallo Uwe,
bist du Doc der Humanmedizin? Quasi Nomen est Omen?
Wenn ja, kannst du etwas zu Eurartesim sagen? Darüber bin ich letzte Woche in einem Ausdruck zufällig "gestolpert", als ich mir eine Gelbfieberimpfung abgeholt habe.
Das ist aber kein Mittel zur Malaria-Prophylaxe, wenn ich es richtig verstanden habe und wird zur Behandlung nur bei bestimmten Formen verwendet? Ist wohl auch recht neu, ich weiß noch nicht einmal, ob es schon eine Zulassung hat.
Normalerweise halte ich mich hier bei diesen medizinischen Fragen gerne sehr zurück, aber du hast mit deinem Beitrag, den ich ebenfalls sehr gut fand, meine Neugier geweckt ...
Viele Grüße Sabine
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200628. Juli 2012 · #54
Daktari schrieb:Bei einer Infektion mit Erregern der sogenannten „tertiären Malaria“ (durch Plasmodium vivax und ovale verursacht) kann sich der Parasit wochen- bis monatelang unbemerkt in den Leberzellen aufhalten (sogenannte Hypnozoiten), bis es wieder zu einem Krankheitsausbruch mit Fieberschüben kommt. Diese Malariainfektion ist i.d.R. nicht lebensbedrohlich und kann nur mit dem Medikament Primaquine behandelt werden.
Malarone und auch Coartem/Riamet sind hier wirkungslos!!!
... Danke für diese Ausführungen. Diese Infos sind vielen nicht bekannt, was dann zu der häufigen Meinung führt, dass man Malaria immer wieder bekommt, wenn man es einmal hatte. Das ist nur so, wenn man es nicht richtig behandelt.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
TOtoumtoum319 Beiträge · seit 201228. Juli 2012 · #55
Hallo Uwe,
eine gute Zusammenfassung von Dir.
Noch ein paar Zusatzinformationen:
Doxycyclin: Dosierung 100mg Wirkstoff - es gibt auch Doxycyclin 200 - die haben 200mg Wirkstoff - kann man aber prima teilen. Doxycyclin nicht bei Kindern unter 8 Jahren anwenden (negative Wrikung auf Zahnbildung) und auch für Schwangere nicht verwendbar.
Lariam (Mefloquin) Für Taucher und Leute die Flugzeuge führen nicht geeignet - kann negative Auswirkung auf räumliches Orientierungsvermögen haben. Als Notfallmedikament ohne ärztliche Aufsicht auch nicht geeignet, da sehr häufig starke Nebenwirkungen auftreten, die eine ärztliche Intervention notwendig machen. Als Prophylaxe sind diese Nebenwirkungen nicht so ausgeprägt (häufig wird es sogar sehr gut vertragen)
Andere Erkrankungen, wie Leber- und Nierenerkrankungen aber auch Blutkrankheiten können eine Gegenindikation für gewisse Malariaprophylaxen sein. Also diese dem Arzt immer mitteilen.
Wie gesagt, es ist auchsehr viel Wert auf die passive Prophylaxe zu legen (Moskitonetz ...).
Malariaprophylaxe kann nicht 100% Malaria vermeiden - dies sollte man immer im Kopf behalten. Deshalb bei Krankheitsanzeichen auch an Malaria denken. In den meisten afrikanischen Ländern können die Arzte sehr schnell eine Infektion feststellen ("meisten" deshalb, weil in manchen Ländern würde ich nicht ins Krankenhaus gehen - sind aber fast immer sehr unruhige Gebiete wie Congo). Deshalb auch mein Rat mit dem Fieberthermometer - es gibt genug Reisende, die so etwas nicht dabei haben. Fieber ist einfach meist eine Begleiterscheinúng der Malaria (nicht immer). Wenn man mal über 39 Grad ist, sollte man doch einen Test machen lassen. Übrigens Inkubationszeit liegt so ca. bei 7-13 Tagen (bis die ersten Anzeichen auftreten).
Das war übrigens mein Fehler in Namibia vor 17 Jahren - Lariam vorschriftsmäßig genommen, an einem Tag 130km bei starkem Gegenwind geradelt, in der Nacht dann total geschwitzt. Ich dachte, nach so einer Etappe ist der Körper einfach überdreht und kalt geduscht. Nächster Tag noch etwas schlapp und den übernächsten Tag dann schon wieder geradelt. Zweiter Anfall dann im Flieger. Mein Fehler war einfach, daß ich nicht einfach mal meine Temperatur gemessen habe, obwohl ich sogar ein Fieberthermomewter dabei hatte. Die Heilung wird mit jedem verstrichenen Tag komplizierter.
PS. Bei dem Bericht von Piscator habe ich auch gleich an Malaria Tertiana gedacht - naja, ist wenigstens nicht akut lebensgefährlich.
Sabine261'394 Beiträge · seit 200928. Juli 2012 · #56
toumtoum schrieb: Übrigens Inkubationszeit liegt so ca. bei 7-13 Tagen (bis die ersten Anzeichen auftreten.
Hallo toumtoum,
wie die meisten anderen hier auch, bin ich nur Laie, aber ich dachte bisher immer, die ist unterschiedlich, je nach Form der Malaria?
Viele Grüße Sabine
TOtoumtoum319 Beiträge · seit 201228. Juli 2012 · #57
Sabine26 schrieb:
toumtoum schrieb: Übrigens Inkubationszeit liegt so ca. bei 7-13 Tagen (bis die ersten Anzeichen auftreten.
Hallo toumtoum,
wie die meisten anderen hier auch, bin ich nur Laie, aber ich dachte bisher immer, die ist unterschiedlich, je nach Form der Malaria?
Viele Grüße Sabine
Ja, das ist korrekt. Aber die gefährliche Malaria tropicana, welche zum Tod führen kann hat üngfähr diese Zeit - ist auch die Malaria, die meist in Afrika auftritt. Aber zur Vollständigkeit Malaria quartana im Schnitt 3-4 Wochen Malaria tertiana im Schnitt 8-20 Tage (also ähnlich tropicana)
Ist einfach ein sehr umfassendes Fachgebiet. Übrigens auch Resitenzzonen werden von einigen Ärzten nicht beachtet - schon mehrmals erlebt, daß Lariam oder Malarone für Resitenzgebiete A verschrieben wurde und hier reicht eigentlich Resochin - also ein bißchen selbst informieren kann nicht falsch sein und dann einfach den Arzt auch fragen, wieso, weshalb, warum.
Holger
Sabine261'394 Beiträge · seit 200928. Juli 2012 · #58
Hallo Holger,
bzgl. der Resistenzen habe ich mich immer auch darüber vorab informiert. So habe ich damals (vor 20 Jahren) auch für ein Gebiet, wo es seinerzeit ausgereicht hat (ob das heute noch so ist, keine Ahnung), einmal Resochin und Paludrine genommen, und nicht Lariam. Malarone gab' es da noch nicht. Ich möchte ja auch nicht unbedingt Resistenzen fördern. Nichtsdestotrotz lasse ich mich aber auch immer vom Doc beraten.
@Wolfgang: Kurz Ergänzung: Primaquine ist auch zur Prophylaxe geeignet in Gebieten, wo es lediglich zu P. vivax Infektionen kommen kann, eine Infektion mit P. falciparum also ausgeschlossen ist.
Eine Therapie nach Infektion mit P. vivax oder P. ovale sollte sowohl die sich in den Leberzellen vermehrenden bzw. schlafenden Parasiten als auch die sich in den roten Blutkörperchen vermehrenden Parasiten mit einschließen. Primaquine wirkt gegen das Leberzellstadium und Chloroquine (auch Malarone und Coartem/Riamet) gegen die Erreger im Blut. Also bitte nicht falsch verstehen, lediglich Primaquine allein zur Therapie ist nicht ausreichend aber eben essentiell um die schlafenden Parasiten in den Leberzellen zu eliminieren und so einen Wiederausbruch zu verhindern.
Es ist aber bei einer seltenen Stoffwechselerkrankung streng kontraindiziert, die bei Afrikanern häufiger anzutreffen ist. Diese sollte vor einer Therapie oder einer prophylaktischer Einnahme von Primaquine zunächst ausgeschlossen werden.
@Sabine 1. Bezüglich der Zulassung von Euratesim musste ich selbst erst einmal kurz recherchieren; das Medikament ist von der European Medicines Agency (EMA) im Dezember 2011 für die Behandlung der unkomplizierten P. falciparum Infektion (Malaria tropica) zugelassen worden. Es ist also ähnlich einzuordnen wie Coartem bzw. Riamet zur Stand-by Therapie, nicht zur Prophylaxe. Es hat im Vergleich zu Coartem/Riamet eine sehr lange Haltbarkeitsdauer von 3 Jahren, muss nur 1x täglich 3 Tage lang eingenommen werden, unabhängig von den Mahlzeiten und ist gut verträglich.
2. Bezüglich Inkubationszeiten: Diese variieren sowohl innerhalb einer Spezies als auch unter denhumanpathogenen Arten: P. falciparum: 7-28 Tage P. vivax: 12 Tage – 1 Jahr P. ovale: 12 Tage – 1 Jahr P. malariae: 20-50 Tage
@Holger (Toumtoum) …an Malaria tertiana hat der Arzt in Windhuk ja gedacht; aber mit Coartem erreicht man die in den Leberzellen „schlafenden“ P. vivax Parasiten nicht. Da der Ronald damals aber nicht mit Primaquine behandelt wurde und wohl auch im Nachhinein keine neuen Symptome zeigte, war es keine Infektion mit P. vivax sondern Malaria tropica, was mit Malarone bereits vor dem Arztbesuch erfolgreich behandelt wurde.
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200628. Juli 2012 · #60
Daktari schrieb: Eine Therapie nach Infektion mit P. vivax oder P. ovale sollte sowohl die sich in den Leberzellen vermehrenden bzw. schlafenden Parasiten als auch die sich in den roten Blutkörperchen vermehrenden Parasiten mit einschließen. Primaquine wirkt gegen das Leberzellstadium und Chloroquine (auch Malarone und Coartem/Riamet) gegen die Erreger im Blut. Also bitte nicht falsch verstehen, lediglich Primaquine allein zur Therapie ist nicht ausreichend aber eben essentiell um die schlafenden Parasiten in den Leberzellen zu eliminieren und so einen Wiederausbruch zu verhindern.
... mir ist das schon klar, aber die Verdeutlichung hilft evtl. dem ein oder anderen. Ich habe lange (überhaupt?) keinen so sachlichen und informativen Thread zu Malaria gesehen. Vielen Dank dafür! ...
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...