Staubschutz für DSLR

13 Antworten · 11,6k Aufrufe · gestartet 17. Juni 2012 von tip_tob
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Themenstarter5 Beiträge · seit 201217. Juni 2012 · #1
Hallo!
In einem Monat geht es bei uns los. Sind zu viert und haben für 3 Wochen einen 4x4 Geländewagen mit 2 Dachzelten gemietet. Einige Eckpunkte der Route: Windhoek - Maun - Savuti - Kasane - Victoria Falls - Caprivi - Etosha - Swakopmund - Sesriem - Windhoek

Wollte nun gestern eine Bereitschaftstasche für meine Kamera kaufen, da hat mich der Verkäufer etwas verunsichert. Habe gesagt ich brauche etwas um die Kamera vor Staub zu schützen wenn ich sie im Auto liegen habe und bei Wanderungen usw. Da meinte er, ich müsste unbedingt einen Regen-/Staubschutz für die ganze Zeit auf die Kamera machen, und hat mir so was ähnliches für ca.150 Euro gezeigt:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/512QaXGW8zL.jpg

Er meinte, der Staub geht in jede Ritze, besonders Bajonett (habe die Canon 60D und die ist nicht völlig staubgeschützt), und man kann sich nicht dagegen wehren. Er kenne einige Leute, "die waren z.B. in Namibia" (ich hatte ihm nicht mal gesagt wohin es gehen wird), die hätten sich die ganze Kamera ruiniert da Staub durch das Bajonett und den Zoomtubus ins Innere gelangt ist.

Nun wollte ich wissen wie ihr zu dieser Aussage steht. Ist das wirklich so schlimm, oder kann man eine Verschmutzung schon verhindern, wenn man etwas aufpasst. Denn erstens ist mir der Preis für diesen Überzug einfach etwas zu überteuert (hab mitlerweile schon vergleichbares für 20 Euro im Internet gefunden, also fällt das Argument eigentlich weg) und zweitens will ich nicht 3 Wochen mit so einem Regenmantel auf der Kamera rumlaufen, bei dem man die Hände immer durch diese blöden Öffnungen stecken muss..

War letztes Jahr in West-USA (Bryce Canyon, Arches NP...) unterwegs. Es war dort sicherlich nicht so staubig wie in Namibia, aber wenn ich nicht aufgepasst hätte, hätte ich mir auch dort die Kamera ruinieren können.

Lange Rede, kurzer Sinn: Läuft in Namibia und Botswana jeder mit so einem Kamera-Regenmatel rum, oder ist der Staub (geräde auch im Auto bei den ganzen Sandpisten) mit etwas Vorsicht beherrschen?

Danke für eure Antworten.
191 Beiträge · seit 200917. Juni 2012 · #2
Hallo, ein Verkäufer will in erster Linie verkaufen und zwar möglichst viel und möglichst teuer. Deiner scheint ja besonders fleißig zu sein. Eine normale Fototasche oder Fotorucksack reicht meiner Erfahrung nach völlig aus, um die Fotoausrüstung zu schützen. Relevant ist das Problem des Verstaubens hauptsächlich während der Fahrt auf den Schotterpisten. Natürlich sind die Autos nicht staubdicht, sodaß man die Tasche oder den Rucksack noch in einem Plastiksack (Müllbeutel) verpacken kann, um das Einstauben zu verhindern. In den Nationalparks empfehlen sich Einschlagtücher oder einfach ein Handtuch.
Von den dramatischen Kameraschäden, die der Verkäufer beschreibt, habe ich noch nie gehört, reine Verkaufspsychologie, außerdem kann man jede Kamera und jedes Objektiv reinigen lassen.
Wenn Du einigermaßen sorgfältig mit der Ausrüstung umgehst wie z.B. in den USA, sollte eigentlich nichts schiefgehen.
Kurzum - ich habe noch nie jemanden mit "Kamera-Regenmantel in Afrika gesehen.

Beste Grüße
Gobobos
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Themenstarter5 Beiträge · seit 201217. Juni 2012 · #3
Na dann bin ich mal beruhigt. Der Verkäufer hat mich gestern ja hingestellt als ob ich der dummste Tourist bin und nicht an sowas denke. Natürlich weiß ich, dass ich aufpassen muss, aber eben, grad so einen Umhang fand ich als übertrieben.

Ich hätte da noch ne Frage zum Objektivwechsel: Habe zwei Objektive, das 18-135 und das 150-500. Diese möchte ich je nach Einsatz wechseln, das heisst, wenn Safari das 150-500, sonst das 18-135 um Landschaftsaufnahmen und einfach Schnappschüsse zu machen. Nun kommt aber das Thema Objektivwechsel, das mir ein Bisschen Sorgen bereitet. Da wir ja meist campen, das heisst kein staubfreies Zimmer haben, und der Autoinnenraum eben auch verstaubt sein dürfte, weiss ich nicht wie ich da vorgehen sollte. Kann ich riskieren das im Auto zu machen, oder lieber im Freien und dann darauf achten, dass kein Wind geht? Habe erst seit kurzem 2 Objektive und diese immer einfach zuhause gewechselt. Weiss also nicht wie man damit in freier Natur umgeht.

Beste Grüsse!
3'491 Beiträge · seit 200617. Juni 2012 · #4
Hallo Tip Tob,
dass Staub in Namibia ein Thema und besondere Vorsicht beim Ojektivwechsel anzuraten ist, ist Dir sicher klar. Ich würde es immer im Auto machen. Und die tägliche Kamerapflege sollte auch eine Selbstverständlichkeit sein. Am besten mit Pinsel, nicht mit Blasebalg, weil Du mit letzterem den Staub erst in die Kamera hineinbläst. Kritisch wird es m.E. vor allem an den VicFalls, denn dort kannst Du Dich gar nicht anders vor der Nässe schützen als mit einer Regenhaube.Das muss aber nichts Großartiges sein - eine Plastiktüte, bei der nur das Objektiv frei bleibt ( kann man gut abkleben), reicht da schon. Eine Alternative für VicFalls ( und andere "gefährliche" Orte) wäre eine Outdoorkamera. Da gibt es einige durchaus bedenkenswerte Angebote für Kompaktkameras, die gar nicht so teuer sind. Und eine Zweitkamera dabei zu haben, ist auch etwas wert.
Gruß Joli
Themenstarter5 Beiträge · seit 201217. Juni 2012 · #5
Hallo Joli!
Danke für die Antwort. Eine Zweitkamera habe ich dabei, zwar keine Outdoorkamera aber das müsste schon hinhauen. Und wenn es zu nass wird, dann muss ich eben auf ein paar Fotos verzichten und die Kamera in der Tasche behalten.
Bezüglich der täglichen Kamerapflege: Dies war bei mir eigentlich bis jetzt kein Thema. Nicht weil ich das nicht möchte oder zu faul dazu bin, sondern eher aus Unwissenheit.
Was gehört da dazu? Immer Body und Objektiv trennen und alles säuber? Dadurch wird wohl eher mehr verschmutzt, oder nicht? Oder meinst du damit einfach die äussere Pflege?

Gruss Tobi
222 Beiträge · seit 200617. Juni 2012 · #6
Hallo Tobi,

wir verpacken unsere Objektive und Kameras in Ziplock Beuteln. Wir haben nur Festbrennweiten, das ist da zugegebenermassen manchmal umständlich, aber als ein wirkliches Problem habe ich es bisher nie empfunden und die Sachen sind besser geschützt.

Beim Objektivwechsel die Kamera nach unten halten, das hilft. Im Auto wechseln mache ich nicht so gerne, da es im Innenraum auch sehr staubig ist - schön im Gegenlicht zu sehen.

Im Endeffekt kann man es nicht vermeiden und ich bin nach 18 Tagen mit circa 40 Flecken auf dem Sensor auf allen drei Kameras zurückgekommen 😉 Die Sensorreinigung mache ich mit Arctic Butterfly selber.

Die Kamera zu ruinieren halte ich als Aussage ziemlich übertrieben!

LG
Sandra
Naturfotografie Fotoblog Reisebericht Namibia 2011 Reisebericht Namibia 2012
zuletzt bearbeitet 17. Juni 2012
Themenstarter5 Beiträge · seit 201217. Juni 2012 · #8
Hallo BuboBubo!
Danke für die Antwort! Der im Geschäft meinte eben auf meine Aussage, dass mir 150 Euro für so einen Regenschutzsack etwas viel erscheinen: "Aber lieber als danach die ganze Kamera ruiniert zu haben würde ich hier Geld ausgeben. Denn wenn die Kamera erstmal total verstaubt ist, dann rentiert sich die Reinigung nicht mal mehr.". Das hat mich eben etwas stutzig gemacht.
Habe jetzt folgende Ausrüstung:
- Bereitschaftstasche für Kamera + 18-135mm
- 10 Liter Rucksack von Jack Wolfskin. Da passt der Body mit 150-500mm Objektiv wunderbar rein. Ist dort meines Erachtens einigermassen vor Staub geschützt (weniger vor Stössen, aber da muss ich eben aufpassen).
- Für den Fall dass es mal ganz staubig wird habe ich mir eine 10 Liter Ortlieb-Tasche gekauft, welche etwa deinen Ziplock-Taschen entsprechen dürfte.
Ich finde es müsste von der Ausrüsting also schon passen. Wollte nur nochmals nachfragen, da mich der Verkäufer etwas eingeschüchtert hat.

Noch ne Frage zu den Flecken auf dem Sensor: Du sagst, du hattest 40 Flecken drauf, da musstest du dann jedes Bild bearbeiten, oder?
Und dann hätte ich ne Frage zu Schmutz auf der Mattscheibe. Ich habe jetzt ein paar Stubfussel auf der Mattscheibe und wollte die reinigen lassen. Aber die wird nach dem Urlaub wahrscheinlich eh wieder dreckig sein. Hat der Schmutz auf der Mattscheibe eigentlich einen Einfluss auf die Bildqualität? Er ist auf dem Bild zwar nicht sichtbar. Aber wird der Autofokus oder sonst etwas dadurch beeinträchtigt?

Gruss Tobi
222 Beiträge · seit 200617. Juni 2012 · #9
Schmutz auf der Mattscheibe ist für das Foto egal - stört halt nur die Idylle 😉

Ja, je länger die Ferien, desto mehr Sensordreck, desto mehr Sensordreck stempeln 😠 Aber das mache ich natürlich nicht bei jedem Bild - nur bei denen, die ich im Blog oder im Reisebericht zeige, drucken lasse oder zu Bildagenturen hochlade.

Je geschlossener die Blende, desto mehr sieht man sie. D.h. bei Offenblende sind sie nicht sichtbar, bei f11 - f16 deutlich.

Mit Deiner Ausrüstung bist Du bestens geschützt - lass Dich nicht einschüchtern; Du wirst mit einer brauchbaren Kamera zurück kommen 😉 . So eine Aussage wie von dem Verkäufer halte ich persönlich - gelinde gesagt - für unseriös! Wahrscheinlich hat er auch unbedingt zum Kauf eines UV-Filters zum Schutz der wertvollen Frontlinse geraten... 🤩 😈

LG
Sandra
Naturfotografie Fotoblog Reisebericht Namibia 2011 Reisebericht Namibia 2012
Themenstarter5 Beiträge · seit 201217. Juni 2012 · #10
Hallo Sandra!

Nein das hat der spezielle Verkäufer nicht. Ein anderer Verkäufer hat mir jedoch mal dazu geraten. Seit damals habe ich einen UV Filter drauf. Soll ja bisschen was von der Schärfe nehmen. Habe mir jedoch immer gedacht dass die Frontlinse, dadurch wirklich geschützt ist.
Bei dir klingt das irgendwie ironisch... aber die Frontlinse ist doch schon "wertvoll" oder nicht? Wenn die hin ist, dann kann man doch nichts mehr machen, oder liege ich da falsch?

LG Tobi
222 Beiträge · seit 200617. Juni 2012 · #11
Hallo Tobi,

ja sorry - das war ironisch 😊 ich wollte Dich nicht verwirren. Entschuldigung 😉

Meine persönliche Meinung: der beste Schutz ist die Streulichtblende. Wenn Dir die Kamera runter fällt, ist die Frontlinse bestens geschützt. Mir ist vor langer Zeit (noch analog) die EOS 1n RS mit dem 70-200mm Zoom vom fahrenden Autodach auf den Asphalt geknallt - Dank Streulichtblende gab es ausser einer fetten Beule an der Kamera keinen Schaden 😛 Beim Säubern der Frontlinse ist es mir bisher weder mit Meerspritzwasser noch mit Staub gelungen, einen Kratzer auf die Linse zu machen. Aber ein UV-Filter ist nun wirklich unnötig und ja, jedes bisschen zusätzliches Glas nimmt Schärfe.

Und ich gehe mit meinem Geraffel nun wirklich nicht übervorsichtig um 😈 Da darf auch mal Dreck oder Eis dran 😐

Viele Grüsse und sorry nochmal,
Sandra
Naturfotografie Fotoblog Reisebericht Namibia 2011 Reisebericht Namibia 2012
zuletzt bearbeitet 17. Juni 2012
143 Beiträge · seit 200917. Juni 2012 · #12
Hallo zusammen,

vielleicht sollte man einfach mal in einem Fotogeschäft in Namibia fragen - und auch mal fragen, wie viele (Kompakt-)Kameras denn so (an Touristen) verkauft werden. Wir haben da spannende Antworten gehört; zum größten Teil handel es sich da in der Tat um Zweitkamerakäufe, weil man die von den Touristen mitgebrachten dann nicht mal eben so vom Sand (nicht Staub) befreien könnte - und da sei eine neue Kamera günstiger.

Wir haben bislang zwei gebrauchte Kompaktkameras in Namibia "aufgebraten" ("Sandflug im Getriebe"). Da ist dann eine zweite gebrauchte im Gepäck schon mal ganz praktisch.

Canon erklärt auf Nachfrage, dass man fabrikintern eigene Kameras und Kundenkameras gleicher Marke reinige, es lohne sich aber nur bei Spiegelreflexkameras, die noch nicht 10.000 Bilder gemacht haben. Ansonsten muss ggf. die ganze Spiegeleinheit getauscht werden. Letzteres kostet ein paar € mehr.

Wir finden daher die Idee mit dem heimischen "gelben Sack" als Transportschutz schon ganz okay und haben weiterhin günstige Kameras aus zweiter Hand dabei oder kaufen je Trip eine neue, die wir dann im Krisenfall halt auch wieder umtauschen können, wenn sie nicht funktioniert oder durchhält 😉 .

Bislang geht das immer ganz kostengünstig auf. Unsere "alte" Zeiss-Ikon-Contaflex mitsamt Wechselobjektiven scheint "Namibia-resistent" zu sein und verrichtet trotz wirklich böser Behandlung immer noch tadellos nach mehr als 10 Fahrten in die Subtropen ihre Dienste - allerdings analog... 🤪 .- und macht auch gute Bilder.

Gruß an alle Foto-Spezis wünscht Steenbok
562 Beiträge · seit 200917. Juni 2012 · #13
Hallo

Ich hab meine drei Kameras im Auto liegen, eingeschlagen in ein Frotteehandtuch - bis jetzt ist immer alles gut gegangen. Ich halte Plastiksäcke nicht für so gut, denn wenn auch nur ein paar Staubkörner im Sack sind, finden diese bestimmt den Weg in die Kamera hinein. Das hab ich in der Sahara erlebt, da hat dann das Objektiv nur noch geknirscht und musste zum (teuren) Service.

Objektivwechsel mache ich immer nur bei abgeschalteter Kamera, wenn sie eingeschaltet ist, könnte durch die Statik Schmutz auf den Sensor gelangen.

LG Lumela
1'419 Beiträge · seit 200917. Juni 2012 · #14
Hi,

Tipp: spar Dir die 150 Euro, leg evtl. a bissl was drauf und kauf Dir nen zweiten Body (kann ja auch ein günstiger gebrauchter aus der Bucht sein).

Erstens minimierst Du damit das Staubproblem da Du die Objektive so gut wie nie wechseln musst, zweitens spart es Dir Zeit da Du im entscheidenden Moment dann nicht rumschrauben und das Objektiv wechseln musst und das Motiv u.U. dann schon über alle Berge ist.

Ansonsten hatte ich auch Zip-Beutel dabei, letztendlich die Cams aber dann eigentlich immer griffbereit auf einem Duschhandtuch zu meinen Füssen im Auto liegen 😄

Gruss
janet
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!