Quo vadis, SA?

1'048 Antworten · 262k Aufrufe · gestartet 26. Sept. 2006 von Yoshikawa
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1'125 Beiträge · seit 200620. Mai 2008 ·
Hallo,
Behauptungen wirken glaubwürdiger, wenn sie durch konkrete Beispiele gestützt werden. Im obigen Beitrag werden die besonderen Fähigkeiten der simbabwischen Handwerker (als Flüchtlinge in SA tätig) erwähnt. Meine Schwester, seit 20 Jahren in Mafikeng ansässig, hat immer für Sonderaufgaben in Haus und Garten örtliche schwarze Arbeiter angestellt - und etliche Erlebnisse mit ihnen gehabt. Das tollste war wohl, als ein 'Gärtner' bereitgestellte Blumen mit der Blüte nach unten pflanzte, so dass die Wurzeln nach oben ragten.... Nicht gelogen.
Nun hat sie Hilfen aus Simbabwe und ist von deren Sachverstand begeistert. Die Leute sind einfach gut ausgebildet - durch wen auch immer. Und bei den meisten Schwarzen in SA ist das einfach nicht der Fall. Man wird das nicht verallgemeinern dürfen, aber als eine Momentaufnahme ist das schon aussagekräftig.
Mbeki hat sich die Unruhen selber zuzuschreiben. Vielleicht wird er, zusammen mit Nujoma und Pohamba, langsam vernünftig. Aber wer kriegt den Geist schon wieder in die Flasche zurück? Den Subkontinent erwarten schwere Zeiten. Ich weiß von vielen Deutschen in SA, dass sie auf gepackten Koffern sitzen. Die WM wird in D stattfinden, befürchte ich ...
Viele Grüße!
Wolff-Rüdiger
Omnia vincit amor
1'457 Beiträge · seit 200620. Mai 2008 ·
Yoshikawa schrieb:
[...]
Die Jagd auf die Zimbabwer in den Townships ist sicherlich zum kleinsten Teil von grundsätzlicher Fremdenfeindlichkeit gespeist. [...]
das zeigt mal wieder, wie gut du die Lage anhand deiner Internetmedien einschaetzen kannst . . .
183 Beiträge · seit 200620. Mai 2008 ·
Nur glaub ich nicht , das du Mbeki mit Pohamba vergleichen kannst. Denn von diesen Herren sind die Auffassungen ganz anders.
LG
Windhuk
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ThemenstarterGast20. Mai 2008 ·
Wow, Konno,

damit bringst Du natürlich meine gesamte hier in diesem Thread über eineinhalb Jahre aufgebaute Argumentationskette der Apokalypse zum Einsturz!
😊
Hoffentlich merkt es außer Dir keiner.
😉

Gruß, Michael
ThemenstarterGast20. Mai 2008 ·
Moin zusammen.
Police have evidence of third force – MEC
The police have "concrete evidence" of a suspected third force involvement in xenophobic attacks in and around Johannesburg, the Gauteng Legislature heard on Tuesday.
http://www.int.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=13&art_id=nw20080520121118765C555815

Hier zeigt sich die Neuauflage eines elten Desinformationsspielchen. Schon zum Ende der Apartheidszeit, als sich ANC- und IFP-Parteigänger in vielen Teilen des Landes einen Bürgerkrieg auf kleiner Flamme lieferten, gab es Gerüchte über eine ominösen Dritte (weiße) Kraft.
POLITICAL VIOLENCE AND THE "THIRD FORCE"
Although South Africa's inquiry into public violence last April denied there was evidence of a "third force" operating in the country, it did not, as the South African government first claimed, clear the country's security forces of complicity in the violence.
http://www.africafiles.org/article.asp?ID=4701

Hier versuchen sich jetzt meines Erachtens die Verantwortlichen an einer Neuauflage, da es ja unmöglich ist, dass sich die schwarze südafrikanische Bevölkerung von sich aus so benimmt, wie sie sich benimmt.

Gruß, Michael
2'612 Beiträge · seit 200720. Mai 2008 ·
Yoshikawa schrieb:
Wow, Konno,

damit bringst Du natürlich meine gesamte hier in diesem Thread über eineinhalb Jahre aufgebaute Argumentationskette der Apokalypse zum Einsturz!
😊
Hoffentlich merkt es außer Dir keiner.
😉

Gruß, Michael
Hallo Michael,

wieso kann ich mich zum wiederholten Male nicht des Eindrucks erwehren, dass es Dir in dieser Diskussion lediglich darum geht, Recht zu bekommen, aber nicht nach Lösungsansätzen zu suchen? Ich sehe Dich regelrecht frohlocken bei der aktuellen Nachrichtenlage - findest Du das angemessen? Ist schon eine tolle Leistung, so nachzutreten. Denk mal darüber nach...

Zum Thema Lösungsansatz: einige der letzten Postings verdeutlichen es - wenn sich die (Aus-)bildung nicht verbessert, werden immer mehr (Süd-)Afrikaner abgehängt. Aber das gilt nicht nur in Afrika, das gilt überall auf der Welt!!! Und nicht nur die Südafrikaner reagieren agressiv, schon die ganzen fremdenfeindlichen Übergriffe in D - und deren Ursachen - vergessen? Und jetzt sage nicht, das man das nicht vergleichen kann.

Schöne Grüße,

Volker
Bye bye Forum
ThemenstarterGast20. Mai 2008 ·
Moin Volker.
wieso kann ich mich zum wiederholten Male nicht des Eindrucks erwehren, dass es Dir in dieser Diskussion lediglich darum geht, Recht zu bekommen, aber nicht nach Lösungsansätzen zu suchen?
Meine Antwort auf Konno, soll meinen von ihm bemerkten Irrtum in einer meiner Einschätzungen ironisch –deswegen die beiden Smilies, Volker!- in den Zusammenhang meiner vielen anderen Äußerungen in diesem Thread setzen.

Selbst von Dir oder mir nicht nur gesuchte, sondern möglicherweise auch gefundene, Lösungsansätze würden an den Verhältnissen im Süden Afrikas nichts ändern, da es zur Realisierung einer Veränderung nicht nur des Willens dazu bedarf, sondern auch der Macht, sie durchzusetzen.

Auf die Problematik der Zimbabwe-Flüchtlinge und seiner möglichen negativen Auswirkungen auf die politische und soziale Lage habe ich in der Vergangenheit in diesem Thread mehrfach hingewiesen. Tue ich dieses, bin ich für Dich und einige andere der Apokalyptiker. Tritt die negative Entwicklung dann ein, die ich als möglich oder wahrscheinlich beschrieben habe, werfen Du und einige andere mir vor, nur Recht haben zu wollen.

Dieses Verhalten ist nicht konsistent.

Gruß, Michael
2'612 Beiträge · seit 200720. Mai 2008 ·
Yoshikawa schrieb:
Selbst von Dir oder mir nicht nur gesuchte, sondern möglicherweise auch gefundene, Lösungsansätze würden an den Verhältnissen im Süden Afrikas nichts ändern, da es zur Realisierung einer Veränderung nicht nur des Willens dazu bedarf, sondern auch der Macht, sie durchzusetzen.
Und da ist meine Aussage, dass man nicht seine Hoffnung allein auf die Politik setzen darf. Unterstützung im Bildungssektor hat nur bedingt mit Macht zu tun, da kann auch im Kleinen geholfen werden - man muss es nur wollen...
Auf die Problematik der Zimbabwe-Flüchtlinge und seiner möglichen negativen Auswirkungen auf die politische und soziale Lage habe ich in der Vergangenheit in diesem Thread mehrfach hingewiesen.
Dies ist nicht nur ein rein afrikanisches Problem - siehe mein Posting zuvor.
Tue ich dieses, bin ich für Dich und einige andere der Apokalyptiker. Tritt die negative Entwicklung dann ein, die ich als möglich oder wahrscheinlich beschrieben habe, werfen Du und einige andere mir vor, nur Recht haben zu wollen.
Selbst wenn Du es gut meinen solltest - wovon Du andere und mich nicht überzeugen kannst (weshalb wohl) - ist es die destruktive Art der Postings, die kaum jemandem weiterhilft.
Dieses Verhalten ist nicht konsistent.
Tut mir leid, verstehe ich nicht.

Schade, dass du auf mein vorheriges Posting nur so selektiv eingehst - ist aber typisch, passt nicht in Deine Argumentationskette. Wärst ein prima Tunnelbauer, den ausgeprägten Blick würde ich Dir sofort bescheinigen...
Bye bye Forum
2'612 Beiträge · seit 200720. Mai 2008 ·
Aus gegebenem Anlass ändern wir mal den Titel. Für mich stellt sich immer mehr die Frage, ob Mbeki das Ende seiner Amtszeit im Frühjahr 2009 noch im Amt erlebt:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,554320,00.html

Die Gewalt scheint vor allem von Zulus auszugehen. Zur Erinnerung: Mbeki ist Xhosa, während Zuma zum Stamm der Zulu gehört. Ich denke jetzt mal nicht laut, weil ich nichts Nähreres weiss...
Bye bye Forum
2'612 Beiträge · seit 200720. Mai 2008 ·
Yoshikawa schrieb:
Selbst von Dir oder mir nicht nur gesuchte, sondern möglicherweise auch gefundene, Lösungsansätze würden an den Verhältnissen im Süden Afrikas nichts ändern, da es zur Realisierung einer Veränderung nicht nur des Willens dazu bedarf, sondern auch der Macht, sie durchzusetzen.
Mensch Yoshi,

da lieferst Du mir eine Steilvorlage und ich verwandle sie nicht direkt. Wenn Du also keine Chancen (weil keine Macht) zur Besserung siehst, was vergeudest Du dann noch Deine Zeit, um all die Missstände akribisch aufzulisten - bringt doch nichts. Dann können wir uns hier und jetzt darauf einigen, solche Postings ganz einzustellen 🙂

Mensch,

auf einmal hast Du auch wieder Zeit, um kontruktiv zu denken, ist das nicht toll 🙂
Bye bye Forum
zuletzt bearbeitet 20. Mai 2008
1'125 Beiträge · seit 200620. Mai 2008 ·
Ich lese immer gerne die Äußerungen der beiden Kontrahenten zu Sachthemen - man lernt. Aber der pubertäre Klein- und Privatkrieg geht mir allmählich auf die Nerven.
Wolff-Rüdiger
Omnia vincit amor
ThemenstarterGast21. Mai 2008 ·
Moin zusammen.

Das Auswärtige Amt rät:
Aktueller Hinweis
Seit einigen Tagen kommt es in mehreren der sogenannten Townships in den Randgebieten südafrikanischer Großstädte, insbesondere Johannesburg und Pretoria, sowie in Teilen der Innenstadt von Johannesburg zu massiven gewaltsamen Übergriffen gegen überwiegend schwarzafrikanische Ausländer und ethnische Minderheiten. Es wird daher zurzeit dringend davon abgeraten, während Aufenthalten in Südafrika selbständige oder organisierte Reisen in solche Townships und die Innenstadt von Johannesburg zu unternehmen.
http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Suedafrika/Sicherheitshinweise.html#t3
Zwei der Stadtteile, Jeppestown und Hillbrow, in denen die Gewalt am Wochenende eskalierte, liegen übrigens nur wenige hundert Meter vom Ellis-Park-Stadion, einem der Stadien für die WM 2010, entfernt. Ob das Stadion im Juni 2009 auch Spielstätte für den Confederations Cup sein wird, ist mir nicht bekannt.
Township of fear
The attacks have been branded as xenophobic, but police don't agree that the motivation is a hatred of foreigners.

Devi: 'What is police intelligence saying? How did this start? What is the actual story?'

Director Govindsamy Marimuthoo (SAPS): 'The station commissioner had a meeting with members of the community last week, which he normally has. There was no indication of this. It started off on Sunday night and it is pure criminal elements.'

But the cold reality is that since last Sunday night hundreds of mostly foreigners have been seriously affected by the violence.
http://www.mnet.co.za/Mnet/Shows/carteblanche/story.asp?Id=3503
Besonder interessant sind die Kommentare am Ende des Transkripts.
Attacks start against suspected minersHorror scenes presented themselves on Tuesday morning at a hostel in Reiger Park in Ekurhuleni.

A mob had raided Central Village hostel in the early hours of Tuesday - and their blood lust left at least two people dead, two others seriously injured and one man who escape with a deep cut to his forehead.
http://www.int.iol.co.za/index.php?art_id=nw20080520085957841C951921
'Police running like headless chickens'
Attacks in the Ramaphosa informal settlement on the East Rand which began as xenophobia violence continued with looting and the burning of shacks on Tuesday.

Police spokesperson Sasa Lengene said the situation was tense.

"Criminals are taking advantage of the situation... we don't know what is happening, whether it is xenophobia or what," she said.

What started as xenophobic attacks in the settlement outside Reiger Park was "now spreading to everybody", she said.
http://www.int.iol.co.za/index.php?art_id=nw20080520143438955C605160
Government blamed for attacks
"In failing to maintain the rule of law the state had conditioned many poor communities to violent behaviour," it said.

Incompetence in the safety and security ministry and corruption in the police as well as affirmative action had diminished the capacity of the police to ensure a safe environment in the country.
"Warnings to this effect from a variety of sources had been largely ignored or treated with arrogance and contempt from the office of the minister of safety and security downwards.
http://www.int.iol.co.za/index.php?art_id=nw20080520151918510C639371
The shame of Thabo Mbeki
Harrowing images of the (still unidentified) burning man recall the nadir of the apartheid era, when black-on-black violence terrorised the townships and suspected collaborators were set alight with petrol-filled tyres. A return to such brutality is shocking by any standards. Yet it is also remarkable that South Africa's truce with its great influx of foreigners has lasted so long. The country has managed to absorb up to five million economic migrants even as President Mbeki's administration has left 40 per cent of South Africans worse off than they were under apartheid. Crime is endemic, with 50 murders a day in Johannesburg alone. Education, for most, remains rudimentary at best. Mr Mbeki has personally deepened the human and economic toll of the Aids pandemic by refusing to acknowledge its extent or talk frankly about its causes, and he has stubbornly refused to face reality in Zimbabwe.

By failing to condemn Robert Mugabe's murderous dictatorship, Mr Mbeki has done more than any other outsider to keep him in power. He has also perpetuated the flood of Zimbabwean refugees who now comprise three fifths of South Africa's foreigners. They seek shelter and livelihoods in an economy burdened further by systemic corruption and sharply rising food prices. The results include lynchings and looting that have left one Johannesburg district looking “like a war zone”. For Mr Mbeki to announce the creation of panel to study the causes of the lawlessness, as he has, is fiddling while Rome burns.
http://www.timesonline.co.uk/tol/comment/leading_article/article3964919.ece
http://www.zimbabwehope.org/index.php/component/content/22?task=view
http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/7408320.stm
Money raised for Africa 'goes to civil wars'
That huge amount of aid, which includes money from the United Nations and donations generated by Live Aid for Ethiopia, organised by Geldof, and the Live 8 concert in 2005, organised by Bono, has instead "served as a rogue force, notably as an important form of terrorist financing" in countries such as Ethiopia, Somalia, Sudan, Zimbabwe, Tanzania and Kenya. Ethiopia, for example, received $1.8 billion in foreign aid between 1982-85, including a large contribution from Live Aid; $1.6 billion of that, she points out, was spent on buying military equipment.
"The money has ended up making Africa poorer and more violent because the money has been diverted towards warlords, weapons and armed invasions," she says. "The problem of Africa is corruption."
Napoleoni says there are parallels with Burma in the aftermath of the cyclone as aid organisations appeal for donations. "What is happening in Burma is a good example. You can have the best intentions but getting the money to the people in need is very hard because you have to go through the bureaucracy. The problem is the governance. You also need expertise. What the international relief organisations are saying is, you should send people from our team who know exactly what to do in these circumstances."
http://www.nzherald.co.nz/topic/story.cfm?c_id=1500904&objectid=10509966

Gruß, Michael

P.S.
Hallo Wolff-Rüdiger,
Du hast mich mit Deiner Äußerung etwas verwirrt, da:
Unter Pubertät (lat. „Mannbarkeit“) versteht man etwa seit dem 16. Jahrhundert den Teil der Adoleszenz, in welchem der entwicklungsphysiologische Verlauf der Geschlechtsreifung als Ziel die „Geschlechtreife“ im Sinne von Fortpflanzungsfähigkeit erreicht und im weiteren Verlauf auch zu einem ausgewachsenen Körper führt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Pubert%C3%A4r

Mit meinen nunmehr 55 Jahren bewege ich mich seit geraumer in die andere Richtung 😉
Also, ehe es wieder falsch verstanden wird, das war ironisch gemeint. Ich habe Dich verstanden und werde mich also in der Zukunft nicht mehr auf die Diskussion persönlicher Motivationen anderer Foriker einlassen.
ThemenstarterGast22. Mai 2008 ·
Moin zusammen.
The violence spreads
Xenophobic violence that has killed at least 24 people spilled over to South Africa's volatile Zulu heartland on Wednesday and security officials discussed whether to use troops to quell unrest.
http://www.int.iol.co.za/index.php?art_id=nw20080521172556148C550140
'Plan to attack home affairs'
A senior Gauteng Home Affairs manager fears the department's provincial offices and staff will be the next target of xenophobic attacks.
Provincial home affairs manager Raynold Ndema told MPs on Wednesday they were beefing up security to protect officials and buildings throughout Gauteng.
They had heard from security sources that attacks were planned on officials who were said to be corrupt and issuing fraudulent documents to illegal immigrants.
http://www.int.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=13&art_id=vn20080522060424478C992285
Refugee crisis grows
The sprawling white-tented camp stretches across the veld in Primrose - home to 2 000 displacees from violent xenophobic attacks.
In Reiger Park, another 5 000 people sleep in church yards, community halls and the police station.
The official figure from the violence that started in Alexandra 11 days ago is now 42 dead, 15 000 displaced and 400 arrests, according to provincial police communications Director Govindsamy Mariemuthoo.
http://www.int.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=13&art_id=vn20080522060210441C334686

http://www.visionofhumanity.org/gpi/about-gpi/overview.php
In diesem Global Peace Index haben sich Namibia und Südafrika zwischen 2007 und 2008 vom 64. auf den 77. bzw. vom 99. auf den 116. von jeweils 140 betrachteten Staaten verschlechtert.
http://www.namibian.com.na/2008/May/national/0850989D8.html
Foreign shores lure South Africans
Twenty percent of South Africans are planning to emigrate or are seriously considering it, according to the results of a survey released on Wednesday by global market research company Synovate.
http://www.int.iol.co.za/index.php?art_id=nw20080521172820176C253402

Schon etwas älter (2006):
Bringt den weißen Mann zurück!
Bob Geldof, der Erzengel, besiegt die Finsternis
Andere Afrikaner finden genau das gut. »Sir Bob Geldof / Who made the dark very bright / Thinking us to put the light«, dichtete ein junger Äthiopier in einem Leserbrief an die ZEIT. Geldof, der Erzengel, besiegt die Finsternis. 1984, als er sein erstes globales Benefizkonzert für Afrika organisierte, lebten in Äthiopien 45 Millionen Menschen, heute sind es 70 Millionen. »Die Grundprobleme sind die gleichen wie damals«, erklärte Geldof bei einem Besuch. Auf die Idee, dass das andauernde Desaster etwas mit der Regierungspolitik in Addis Abeba zu tun haben könnte, zum Beispiel mit dem Krieg gegen Eritrea, kommt der barmherzige Barde nicht.
Und so werfen afrikanische Intellektuelle ihren Rettern nicht nur grenzenlose Naivität vor, sondern auch gefährliche Kollusion mit den Mächtigen. Die Täter sind immer die anderen, die Opfer immer die Afrikaner, dieses Ritual des Beschönigens und Beschuldigens verbinde schwarze Eliten und weiße Helfer – das ist die Kernthese von Axelle Kabou. Wer sie beim Wort nimmt, muss sich fragen, ob die Einfalt der Solidaritätsgemeinde mitunter nicht an Mittäterschaft grenzt.
http://www.zeit.de/2007/01/EWP-Shikwati

Gruß, Michael
2'612 Beiträge · seit 200722. Mai 2008 ·
Yoshikawa schrieb:
http://www.visionofhumanity.org/gpi/about-gpi/overview.php
In diesem Global Peace Index haben sich Namibia und Südafrika zwischen 2007 und 2008 vom 64. auf den 77. bzw. vom 99. auf den 116. von jeweils 140 betrachteten Staaten verschlechtert.
Yoshi,

sehr interessante Studie, leider aber zum wiederholten Male verfälscht interpretierte Ergebnisse, aber Du willst es ja nicht anders sehen. Vielleicht solltest Du Deine ganzen angegebenen Quellen erst einmal gründlich durchlesen und dann deinen Sermon loswerden. Weniger ist manchmal mehr.

Konkret meine Anmerkung zu dem Artikel: während in der ersten Untersuchung per 2007 lediglich 121 Länder im Ranking aufgenommen waren, berücksichtigt die aktuelle Studie von 2008 bereits 140 Länder. Allein dadurch kommt es schon zu Verschiebungen. Ist vielleicht auch ganz interessant zu wissen, dass sich die USA auf den Plätzen 96 bzw. 97 wiederfindet.

Seriöse "Berichterstattung" sieht anders aus.
Bye bye Forum
ThemenstarterGast22. Mai 2008 ·
Moin zusammen.

Namibia hat im Jahr 2007 einen Wert von 2.003 und im Jahr 2008 einen von 2.042 Punkten. Vor Namibia wurden vier Staaten neu aufgenommen:
Island, Luxemburg, Laos und Ruanda.
Insofern ist sowohl im absoluten Ergebnis als auch im Ranking eine Verschlechterung eingetreten.

Südafrika hat im jahr 2007 einen Wert von 2.399 und im Jahr 2008 einen von 2.412.
Vor Südafrika wurden insgesamt elf neue Staaten bewertet. Zusätzlich zu den oben genannten sind dies:
Albanien, Burkina Faso, Mongolei, Weißrussland, Mali, Turkmenistan und Haiti.
Im absoluten Ergebnis ist somit eine echte Verschlechterung eingetreten, wohingegen sich der schlechtere Platz 2008 wohl auch auf die neu aufgenommenen Länder zurückführen lässt. Einen ins Einzelne gehenden Vergleich habe ich hierzu nicht gemacht.

Gruß, Michael
zuletzt bearbeitet 22. Mai 2008
92 Beiträge · seit 200622. Mai 2008 ·
ich hab garnicht die Zeit, den ganzen Kram durchzulesen und dann noch das Tendenziöse rauszusortieren, aber bei dieser scheinbaren Flut an Katastrophen in Südafrika überrascht die Verschlechterung von etwa einem halben Prozent doch, oder? Apokalypse sieht anders aus - ordentliche Recherche übrigens auch.
(Im übrigen halte ich die Situation in SA tatsächlich für besorgniserregend, nur finde ich komischerweise nicht dieses Vergnügen(?) und Zeit nur negative Geschichten aufzulesen.)

Gruss

Remo
Remo Nemitz auf Google+ Reisezeiten
ThemenstarterGast22. Mai 2008 ·
Habe ich auf der GPI-Site doch glatt übersehen:
GPI Year to Year Comparison

The expansion of the GPI from 121 countries to 140 does not lend itself to direct comparisons of changes in rank as the introduction of a number of countries instantly pushes various countries downwards. Below is a special comparative version of the GPI in 2008 for the original 121 countries. The comparison excludes new 2008 countries.
http://www.visionofhumanity.org/gpi/results/rankings/compare/

Namibia also -9 und Südafrika -6.
ThemenstarterGast23. Mai 2008 ·
Moin zusammen.

Nachdem das Thema nach den überregionalen deutschen Tageszeitungen und die 20.15-Tagesschau erreicht hat, kommt es auch in die regionalen Zeitungen. Aus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung von heute ist der nachstehende Seite 1–Kommentar, als seriöser Wochenabschluss sozusagen:
Südafrika

Führungslos

Von Wolfgang Drechsler

Selten ist die Bewunderung für ein Land derart schnell blankem Entsetzen gewichen wie nun gegenüber Südafrika. Fassungslos starrt die Welt auf die Gewaltexzesse in den Townships um Johannesburg, wo schwarze Jugendbanden seit Tagen Jagd auf afrikanische Immigranten machen. Die jahrelang vom Westen gepriesene Rassenharmonie, für die das Land einst auch den WM-Zuschlag erhielt, hat sich als trügerischer Versöhnungskitsch entpuppt.

Dass es so weit kommen konnte, liegt auch daran, dass die vermeintliche Regenbogennation lange Zeit nichts falsch machen konnte. Weil der Westen hier nur eine afrikanische Erfolgsgeschichte erblicken wollte, übersah er geflissentlich alle Warnsignale. Fast über Nacht wird nun deutlich, auf welch dünnem Fundament die junge Demokratie am Kap ruht – eine Erkenntnis, die erst die Lichtgestalt Nelson Mandela und dann der Rohstoffboom verdeckt hatten.

Ein zweiter Mandela…

Viel der vom regierenden Afrikanischen Nationalkongress ANC sträflich vernachlässigten Probleme – von der AIDS-Epidemie über die Gewalt und Simbabwe bis zur ungezügelten Einwanderung – treten nun offen zutage.

Zwei Jahre vor der Fußball-WM hat ein geballter Mix schlechter Nachrichten den naiven Optimismus in einen fast apokalyptischen Pessimismus verkehrt. Neben dem nun sichtbaren Fremdenhass beunruhigt vor allem die tiefe Führungskrise im ANC. Während sich die frühere Widerstandsbewegung seit Langem in einem zermürbenden Machtkampf verschleißt, treibt das Land führungslos dahin. Auf der einen Seite Steht der parteiintern isolierte Präsident Thabo Mbeki, der Südafrika diktatorisch regiert und rassisch gespalten hat. Auf der anderen Seite sein populistischer Herausforderer Jacob Zuma, von dem niemand so recht weiß, was für eine Politik er bei einer Machtübernahme verfolgen würde.

Die allgemeine Verunsicherung wird noch durch die Energiekrise verschärft, die Südafrikas schleichenden Niedergang als einstiger Hoffnungsträger des Kontinents zu bestätigen scheint. Abgesehen von der hohen Kriminalität hat die Menschen am Kap zuletzt nichts mehr demoralisiert als der chronische Mangel an Strom. Besorgniserregend ist an der jüngsten krise vor allem, dass die Polizei nicht in der Lage war, die Unruhen zügig zu kontrollieren. Der nun angeordnete Einsatz der Armee ist nur ein weiteres Indiz dafür, wie schlecht die Sicherheitskräfte am Kap mittlerweile ausgebildet und ausgerüstet sind. Immer öfter verlässt sich die Regierung darauf, dass die Unruhestifter ermüden und sich die Gewalt von allein legt. Dies lässt wenig Gutes für die Sicherheitslage in zwei Jahren erahnen, wenn fast eine halbe Million Menschen zur Fußball-WM ans Kap strömen.

Angesichts der Apathie der Regierung gegenüber allen drängenden Fragen ist kaum damit zu rechnen, dass sich bis dahin viel daran ändert. Noch erschreckender ist, dass der klägliche Zustand der Polizei ein Licht auf den allgemeinen Niedergang des Staates am Kap wirft, wie er sich etwa im staatlichen Stromkonzern Eskom oder im hochkorrupten Innenministerium widerspiegelt. Armee und Polizei zahlen nun ihrerseits den Preis für den völlig überstürzten Umbau der Gesellschaft. Das fast besessene Streben der Regierung Mbeki nach einem künstlichen Rassenproporz hat alle wichtigen Institutionen nachhaltig geschwächt. Im neuen Südafrika zählt immer öfter nicht mehr die Befähigung des Einzelnen, sondern allein die schwarze Hautfarbe.

…ist nirgends in Sicht

eigentlich wollte Südafrika der Welt zur WM zeigen, wie sehr seine Demokratie seit dem Ende der Apartheid 1994 gereift ist.. Stattdessen befindet sich das Land permanent in der Defensive und ist gezwungen, seine Wahl als Gastgeberland zu rechtfertigen. Eine Aberkennung der WM durch die FIFA ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch schon deshalb undenkbar, weil dies der symbolische Todesstoß für einen ganzen Kontinent wäre.

Vielleicht entfalten die jüngsten Rückschläge eine heilsame Wirkung und Rütteln das Regime am Kap im letzten Augenblick wach. Leicht wird die Wende zum Besseren nach all dem Versäumten jedoch nicht werden. Nach der verheerenden Präsidentschaft von Thabo Mbeki8 bräuchte das Land nun einen Führer, der seinen Menschen eine neue Vision gibt und die gespaltene Gesellschaft aussöhnt. Doch diesmal ist ein zweiter Mandela nirgendwo in Sicht.
http://www.haz.de/newsroom/politik/zentral/politik/ausland/art666,599105


Gruß, Michael
667 Beiträge · seit 200623. Mai 2008 ·
Dieser Kommentar von Wolfgang Drechsler bringt die Lage auf den Punkt, dem ist kaum noch etwas hinzuzufügen. Auch nicht aus südafrikanischer Sicht. Gruss, Helmar
2'612 Beiträge · seit 200723. Mai 2008 ·
Die aktuelle Lage ist tatsächlich äußerst kritisch, bin gespannt, wie sich Zuma in den nächsten Wochen positioniert.

Wolfgang Drechsler hat bereits seit einigen Jahren einen Blog im Handelsblatt mit wechselnden Themen:

http://blog.handelsblatt.de/kapstadt-drechsler/

Im Gegensatz zu Michael sieht er trotz aller Probleme immer noch eine Chance zur Besserung...

Und zum Schluss noch Spiegel Online zum Thema:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,554819,00.html
Bye bye Forum
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Quo vadis, SA? · Seite 31 · Namibia-Forum