Air Namibia heute in der AZ

8 Antworten · 2'667 Aufrufe · gestartet 01. Feb. 2012 von Savuti
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Themenstarter479 Beiträge · seit 200601. Feb. 2012 · #1
hier wird mal das Grundübel des Air Namibia Desasters angesprochen:

http://www.az.com.na/kommentar/parteiabzeichen-vor-kompetenz.142110.php
Höflichkeit ist der Schlüssel zu den Herzen der Menschen Höflichkeit ist auch der Schlüssel zum Wissen. Niemand wird dann mit seinem Rat geizen.
1'125 Beiträge · seit 200601. Feb. 2012 · #2
Ja, das ist das Grundübel - und es beschränkt sich nicht auf Namibia. Ich kenne die Lage, was das betrifft, besser aus Südafrika, wo ein Teil meiner Verwandtschaft seit 30 Jahren lebt. Tausche SWAPO gegen ANC - und schon hast du dasselbe Phänomen. Man hat Parteigenossen ins Amt geschoben, ohne zu fragen, ob sie lesen und schreiben können (cum grano salis formuliert). Manchmal hab ich mir gedacht: Ich hätte Anfang der Neunziger Kultusminister mit großen Vollmachten werden mögen. Und dann ein massives Bildungsprogramm angeschoben und durchgesetzt. Und dann ginge es beiden Staaten besser, weil man dann gut ausgebildete und kompetente Leute in die Führungspositionen hätte holen können. Aber dazu hat eben die Geduld gefehlt. Irgendwie verständlich, aber fatal.
Ministerielle Grüße!
Rodrigo
Omnia vincit amor
zuletzt bearbeitet 01. Feb. 2012
Gast01. Feb. 2012 · #3
Hallo,

in der Namibian von gestern gibt es noch ein paar mehr Aussagen des Ministers zu Air Namibia. "yet they failed to restore and maintain client confidence. Either they are late, or never turn up while clients are waiting unaware."
http://allafrica.com/stories/201201310593.html

Air Namibia ist nach wie vor zu klein, um am Markt ohne Subventionen überleben zu können. Air Namibia sucht zurecht nach Partner-Airlines. Da man aber zum Schutz von Air Namibia offenbar keinen weiteren Wettbewerber am Flughafen Windhoek zulässt, wird Air Namibia auch nie namhafte Airlines als Partner finden. Andere Airlines brauchen Air Namibia nur dann als Partner, wenn sie Langstreckenflugzeuge in Windhoek auskippen dürfen, für die Air Namibia dann die regionalen Anschlussflüge übernimmt. An der Stelle beißt sich auch der 37. Turnaround-Plan selbst in den Schwanz.

Beste Grüße

Guido
5'538 Beiträge · seit 200801. Feb. 2012 · #4
OFF TOPICS:

Liebe Freunde,

ich frage mich, wo bei der "Pöstchenvergabe" der Unterschied zu Nicht-Afrika ist. Wenn wir sehen, wie hier die Posten in den Verwaltungen nach Parteibuch oder Proporz und die Posten in den halbstaatlichen Unternehmen - Stadtwerke, Müllabfuhr etc. - auch nur nach Parteibuch und nicht nach Know How vergeben werden, ist das doch nicht anders als in Afrika. Nur dass hier jedes Mal, wenn die Machtverhältnisse sich ändern, ein Mensch mit einem anderen Parteibuch den Posten bekommt und der alte Platzinhaber mit einer Pension verabschiedet wird. Insofern spart man sich in SA und Nam. dank der stabilen Machtverhältnisse noch überflüssige Pensionen.

Wir haben allerdings hier trotzdem das Glück, das sehr häufig der "Unterbau" das Geschäft so gut versteht, dass es egal ist, wer da oben sitzt, so lange er den Laden einfach arbeiten lässt.

Zurück zum Thema:

Ansonsten gebe ich Guido Recht, dass Umstrukturierungen bei Air Namibia so lange ohne Erfolg bleiben werden, wie man die internationalen Linien ausschließt. Aber dazu doch noch eine Frage: Könnt Ihr Euch eine europäische Gesellschaft vorstellen, die sich Windhoek als Drehkreuz für ihre großen Flieger aussucht? Ich im Moment noch nicht, denn sonst müsste noch viel in die Infrastruktur des Flughafens investiert werden.

Liebe Grüße
Gerd
33,1k Beiträge · seit 200601. Feb. 2012 · #5
EIN WENIG OFF TOPIC
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Hi Gerd,
Ich im Moment noch nicht, denn sonst müsste noch viel in die Infrastruktur des Flughafens investiert werden.
Was ja geplant ist und die Ausschreibung ist gerade in der Vorbereitung. Unter anderem soll an HKIA ein neues Arrival-Terminal mit 2-3 Fluggastbrücken errichtet werden. Aber Du hast schon Recht, ein Drehkreuz wird es nicht werden (wer soll sich hier auch von wo nach wo drehen... ist ja wenig was südlich liegt... Kapstadt, Antarktis...). Es wird aber durchaus eine mehr Fluggesellschaften geben, die hierher fliegen würden/wollen, nur bedeutet das laut Air Namibia das Ende der Air Namibia. Lufthansa bzw. Töchter (BMI, Brussels), KLM haben durchaus Interesse und sogar Emirates wäre denkbar (die ja nun schon u.a. Lusaka, Luanda und Harare fast täglich anfliegen).

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Gast01. Feb. 2012 · #6
Hallo,

es wird keine internationale Airline Windhoek zu ihrem eigenen Drehkreuz ausbauen. Das gibt der Markt nicht her. Wenn mehrere Airlines Windhoek anfliegen würden, dann würde Windhoek trotzdem zu einem Drehkreuz werden.

Es gibt jeden Tag ca. zehntausend Passagiere, die mit Emirates, Etihad, Egyptair, Qatar, Air France, KLM, Turkish, Ethiopien, Iberia, Delta, Cathay, Singapore, Qantas, Virgin, usw. nach Johannesburg fliegen. Teile davon wollen weiter nach Windhoek, VicFalls etc. Alle oben genannten Airlines bieten ab Johannesburg aber selbst keine Anschlussflüge und brauchen eine lokale Partnerairline. Einige Airlines haben über ihre jeweilige Allianz dann automatisch SAA (Star Alliance) oder British Airways (OneWorld) als regionalen Partner. Andere wie Emirates, die bewusst in keine Allianz wollen, schließen auch Verträge mit den Airlines, die JNB als Drehkreuz haben. Die Rolle könnte Air Namibia in Windhoek einnehmen, wenn mehrere internationale Airlines Windhoek anfliegen würden.

Beste Grüße

Guido
570 Beiträge · seit 201101. Feb. 2012 · #7
".....nur bedeutet das laut Air Namibia das Ende der Air Namibia"

Da dreht es jedem Wirtschaftler die Zehennägel hoch... Wenn ich tot wäre würde ich mich im Grabe umdrehen.

Es gab in Deutschland mal eine Zeit da musste jeder Transport durch die Post geschehen... Es wurde ausdrücklich von Postbenutzern gesprochen!
Heute ist es ein multinationales Unternehmen mit Weltführung (logistic). (Viele mögen Zumwinkel nicht, aber ich finde er macht(e) gute Arbeit).

Es gibt tausend Beispiele dafür, wie wichtig Privatisierung und Beendigung von Subventionen UND Schutz durch Zölle oder politische Abschottung ist. Die politische Reaktion muss Air Namibia dazu verleiten so zu reagieren wie sie es machen. Air Namibia würde unwirtschaftlich handeln, wenn sie die Subventionsforderungen und den Schutz vor Konkurrenz nicht so weit wie möglich ausnutzen würden. Erst durch eine Abschaffung von Beidem wird die Gesellschaft sich gesundschrumpfen und sich umstruckturieren.
Da ist dem Management kein Vorwurf zu machen. Die handeln so, weil die Politik dieses Handeln unterstützt und sich selbst züchtet. Neoklassizistisches Denken aus dem ersten Semester würde schon so handeln....

Erst wenn die Politik den Protektionismus unterlässt wird sich eine starke, kundenorientierte und leistungsorientierte Gesellschaft herauskristallisieren.

Hoffen wir auf das Beste.

Grüße Amos
5 Wochen Namibia - Caprivi und Zurück http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/260644-there-and-back-again.html?rb=0
5'538 Beiträge · seit 200801. Feb. 2012 · #8
Hallo Zusammen,

wenn sie Windhoek International tatsächlich so ausbauen, dann wird es aus meiner Sicht letztlich eine Frage der Flughafengebühren. Jo'burg ist ja sehr teuer und ich könnte mir tatsächlich denken, dass dann die eine oder andere Gesellschaft einen Teil der Flüge über WDH laufen ließe.
Air Namibia will ja "nur" sein Europa-/Deutschlandgeschäft schützen. Es wäre ja denkbar, dass man Flüge, die nicht von FRA oder einem der anderen großen mitteleuropäischen Flughäfen kommen, zulässt. Denn Etihad, Egyptair, Qatar, Turkish, Ethiopien, Delta, Cathay, Singapore, Qantas oder wer sonst aus anderen Ländern dürften Air Namibia so gut wie keine Fluggäste wegnehmen. Es gibt zwar immer wieder Leute, die von FRA über Katar oder Kairo oder ..... fliegen, um € 50 zu sparen, aber die meisten tun das wegen der erheblich längeren Unterwegszeiten (Flugzeiten kann man ja in diesen Fällen nicht sagen) nicht.

Es gibt ja doch schon einige Bewegung. So habe ich z. B. meinen Flug nach Nairobi im Juli d. J. über AN gebucht.

Liebe Grüße
Gerd
62 Beiträge · seit 200703. Feb. 2012 · #9
erste Massnahme zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit:
Im online-Buchungssystem wurde der billigste Ticketpreis (FRA-WDH) von 660€ auf 770€ erhöht 🤩
zuletzt bearbeitet 03. Feb. 2012