Tourismus in Namibia im Aufwärtstrend

800 Antworten · 226k Aufrufe · gestartet 08. Dez. 2011 von Guido.
Antworten
545 Beiträge · seit 200608. Dez. 2011 ·
Das ist doch mal eine schöne Diskusion.

Ich finde es geht hier nicht um "no go" Reiseziele oder Lodges in Namibia, sondern um eine falsche Kundenprognose der Touristen.

Sicherlich mag es Leute geben, für die der Preis keine Rolle spielt, Menschen die sich einfach mal was richtig nettes gönnen wollen. Aber sicherlich ist das in Namibia ein geringer und scheinbar immer kleiner werdender Kreis von Touris

Da ich weiß, das hier viele Lodbesitzer/Farmbesitzer mitlesen, ist das doch für viele mal ein feedback, was so manchen vor Ort gar nicht so bewußt war.

Für mich steht devinitiv fest, wenn die Preise in Namibia so weiter steigen, wird es bald so manche Farm/Lodge/B&B zum Verkauf geben.

Und da ich niemanden etwas schlechtes Wünsche, hoffe ich das ich auch in einigen Jahren noch ein gutes Angebot an Beherbungsbetrieben in Namibia finde.
Nicht so wie im letzten Januar in der Ai-Aiba Lodge, als wir zur Hauptreisezeit dort insgesamt sechs zahlende Gäste waren, so wird man auf dauer nicht Überleben können.

Einträchtliche Grüße
172 Beiträge · seit 201108. Dez. 2011 ·
Eintracht schrieb:Das ist doch mal eine schöne Diskusion.

Ich finde es geht hier nicht um "no go" Reiseziele oder Lodges in Namibia, sondern um eine falsche Kundenprognose der Touristen.
stimme ich dir einträchtlich zu 😉

eines sollten aber Lodgebesitzer auch bedenken: Nur die Nähe zu einer sogenannten Attraktion rechtfertigt noch lange keine völlig überzogenen Preise - solche Falscheinschätzungen führten in der Vergangenheit schon häufig zu leerstehenden Hotels z.B. in Nobelskiorten, also sollte man hier vorsichtig sein. Dass es nicht einfach ist immer das Richtige zu treffen ist mir auch klar, aber der gesunde Menschenverstand hat schon so manchem Betreiber in der Touristikbranche das Überleben gesichert. Wer das ganze Jahr über arbeitet und sich für sein Erspartes einen schönen, erholsamen Urlaub gönnen will, kann eben mal äußerst sauer reagieren wenn er sich abgezockt fühlt, genauso dankbar können aber auch jene Zufriedene reagieren die sich fair behandelt fühlten - so was findet man einfach in keinen Kundenprognosen und wir freuen uns alle wenn die Anbieter überleben, wo sollten wir den sonst absteigen?
LG Luigi
1'419 Beiträge · seit 200908. Dez. 2011 ·
Sers und sry für OT,
Rocky1964 schrieb:daß Hummeldumms zum Sossusvlei gekarrt werden, kann ich ja noch nachvollziehen. Aber warum so viele Individualreisende sich sowas perverses antun, ist mir ein Rätsel.
Und in NAM gibts ja nicht nur die Dünen am Sossusvlei. Wüste bedeutet doch auch Einsamkeit, und die gibts am Sossusvlei ja nicht.
Was ist denn daran pervers? 😮 Wir waren als Individualreisende auch dort, und glaube mir, Dead Vlei zum Sonnenaufgang war einer der magischsten Orte der Welt die ich je gesehen habe! Und stell Dir vor, wir waren sogar alleine da. Auch danach beim Frühstück im Sossusvlei waren wir nicht belagert von Horden von Touris sondrn schön alleine mit den Horden von Spatzen die uns belagert haben!
Nach NAM fahre ich wegen der Kombination Landschaft, Tierwelt und Historie.
Herrjeh, na dann. Ich auch. Wobei ich die Historie mal aussen vor lasse 😛

Ansonsten: ich gebe euch bei vielen Unterkünften recht. Auch wir haben uns manchmal sehr über den Preis geärgert. Wobei wir richtig hochpreissiges ja nichtmal dabei hatten 😕

Grüssle
janet
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!
ThemenstarterGast08. Dez. 2011 ·
Hallo,

noch mal 2-3 Punkte zur Versachlichung, damit das kein reiner Thread zum Frust ablassen wird.

1. Sind die Preise generell zu hoch, d.h. oberhalb eines Levels das man sich leisten kann oder will? Oder stimmt das Preis-/Leistungsverhältnis einfach nicht?

2. Zwischen gefühlten und tatsächlichen Preissteigerungen gibt es häufig einen Unterschied. Auf http://www.archive.org kann man sich die historischen Versionen sehr vieler Websites anschauen und damit häufig auch die vor 2, 5 oder 8 Jahren gültige Preisliste.

3. Habe ich die Quellenangabe vergessen. Falls sich jemand den kompletten Report ziehen will: Die erscheinen wie gesagt vierteljährlich und sind immer ganz interessant. In Kürze müsste der für Q3 erscheinen.
https://www.bon.com.na/Content/TopLevelItems/EconomicInfo/Publications/QuaterlyBullitins.aspx

4. @Gerd die Zahlen der BoN beschreiben meines Erachtens keine Auslastungsquoten, sondern die Gesamtzahl der verkauften Betten bzw. Zimmer in Namibia. An der Skala steht Volumenindex. Basiswert für den Index ist die Zahl der in Q1/2006 verkauften Betten/Zimmer. BoN bezieht die Zahlen von HAN. Da sind meines Wissen nicht alle Unterkünfte Mitglied und insofern muss dass nicht zu 100,0% repräsentativ sein. Aber HAN ist auch kein Randgruppenverein, weshalb die Zahlen schon eine Aussagekraft haben dürften.


Zu 1. noch meine eigene Meinung:

Eintritte in Nationalparks
sehr günstig. Preis-/Leistung völlig OK.

Mietwagen
Preisniveau und Preis-/Leistung sind für mich OK. In Relation zum Neupreis der Fahrzeuge sind die Mieten zwar hoch, aber die Autos werden von vielen Mietern auch böse gequält und verschlissen. Subjektiv habe ich den Eindruck, dass das Preisniveau wieder etwas gesunken ist, weil neue Anbieter wie Africa4x4Rentals den Markt etwas aufgemischt haben.

Flüge
Flüge nach Namibia sind meistens 200-400 Euro teurer als z.B. nach Johannesburg und man bekommt für das Mehr an Geld bei Air Namibia weniger Leistung als bei Lufthansa, SAA oder Emirates und ein immer wieder etwas fragwürdiges Sicherheitsniveau. Aktuell gibt es Anschuldigungen, dass Teile des Management die Piloten aufgefordert haben, bewusst gegen Sicherheitsregularien zu verstoßen. Kein gutes Preis-/Leistungsverhältnis.

Unterkünfte
Da kenne ich nicht genug, da wir überwiegend campen. Viele NWR-Angebote finde ich im Vergleich zu SANParks-Angeboten in Südafrika allerdings zu teuer. Beipielsweise kostet ein Bush-Chalet in Okaukuejo in der Hauptsaison 2.000 NAD. Kiliekrankie im Kgalagadi oder das Tlopi-Camp im Marakele sind für mich ungefähr in der selben Liga und kosten 900-1.100 ZAR. Die Differenz von 1.000 NAD kann man nicht sicher nicht mit dem Frühstück in Okaukuejo rechtfertigen. Die schlimmsten Exzesse bei Campsites wurden zwischenzeitlich wieder eingeebnet (NWR hatte zwischenzeitlich ja mal 60 EUR für 2 Personen in Sesriem aufgerufen).

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 08. Dez. 2011
53 Beiträge · seit 200808. Dez. 2011 ·
Liebe Fomis,
auch uns stoßen die Preiserhöhungen ziemlich sauer auf. Das ist auch der Grund, warum es uns nächstes Jahr nach Südafrika verschlägt, wo es durchaus noch etliche Unterkünfte unter 50 Euro pro Person und Tag gibt, teilweise sogar mit Frühstück für 350 Rand. So etwas gibt es in Namibia fast gar nicht mehr. Was ich aber auch wirklich übel finde, sind die schon erwähnten Preise für die Game Drives auf Gästefarmen und Lodges. Wir fahren seit 6 Jahren jedes Jahr nach Namibia und in den ersten Jahren lag ein Game Drive so zwischen 120 und 170 Dollar inklusive Getränk. Dies hat sich in den letzten zwei Jahren schlagartig geändert. Mittlerweile kosten die 300 Dollar und mehr, ohne dass sich die Leistung geändert hat. Der Benzinpreis ist jedenfalls nicht so gestiegen, dass diese Preise gerechtfertigt sind. Wir jedenfalls haben uns mittlerweile einige Game Drives verkniffen, weil wir das einfach nicht einsehen. Auch Lodges wie Bagatelle, die uns supergut gefällt, buchen wir nicht mehr, weil die Übernachtung mit HP mittlerweile pro Person!!! 40 Euro mehr kostet als noch vor 3 Jahren. Wir sind gespannt, wie das weitergeht. Eine moderate Preissteigerung kann man nachvollziehen, aber nicht in dem Maße, wie das in den letzten Jahren erfolgt ist. In den Jahren mit gutem Kurs hat dieser das ja aufgefangen, aber 2010 und 2011 ist Namibia superteuer geworden. Wir sind eigentlich Nichtcamper, aber werden gezwungenermaßen mit Dachzelt losziehen, wenn wir wieder einmal Namibia bereisen. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt jedenfalls häufig nicht mehr. Dies gilt natürlich nicht für alle Unterkünfte. Es gibt auch durchaus positive Beispiele, die aber leider dünn gesäht sind. Dazu zählt z.B. das Etosha Safari Camp. Es ist zwar eine Massenunterkunft, aber wir finden es dort trotzdem OK. Ich hoffe, dass die Lodgebesitzer vernünftig werden, denn wir gehören zu den Mittelverdienern, und wenn das so weitergeht, wird Namibia für uns nicht mehr bezahlbar sein. Auch die Pläne Botswanas, die Eintrittspreise für die Parks drastische zu erhöhen, machen uns wirklich traurig. Ich kann verstehen, dass sie damit die müllhinterlassenden Rowdies draußen lassen wollen, aber es gibt ja auch jede Menge Leute wie wir, die sich brav an alle Regeln halten (langsam fahren, keine Tiere erschrecken und einfach nur die Natur genießen wollen). Kasane und die Chobe Riverfront sind für uns nur genial und wir wären unglaublich enttäuscht, wenn wir nicht mehr dorthin könnten. Andererseits frage ich mich, ob die Superreichen sich wirklich so viel anders benehmen. Die zahlen hohe Preise und, was wir gehört haben, benehmen sich manchmal übelst daneben (ich nenne bewusst keine Nationalität) Saufen z.B. ohne Ende und schmeißen dann die Schnapsflaschen während des Gamedrives in den Busch, wo sich dann die Tiere verletzen können. Aber weil die viel Geld da lassen, wird das alles akzeptiert. Uns brave Leute lässt man lieber draußen. Da kann ich Kotzen (entschuldigt die Ausdrucksweise). Ich hoffe, dass Namibia nicht so einen Weg beschreitet, denn solchen Leuten geht es nicht um die Natur, die Weite, die Stille, sondern nur um ein weiteres Häkchen hinter einer weiteren Luxusdestination. So jetzt hab ich meinem Ärger, der sich schon länger angestaut hat, freien Lauf gelassen.
Viele Grüße und einen schönen Abend,
Uli
172 Beiträge · seit 201108. Dez. 2011 ·
Uli70 schrieb: Die zahlen hohe Preise und, was wir gehört haben, benehmen sich manchmal übelst daneben (ich nenne bewusst keine Nationalität) Saufen z.B. ohne Ende und schmeißen dann die Schnapsflaschen während des Gamedrives in den Busch, wo sich dann die Tiere verletzen können. Aber weil die viel Geld da lassen, wird das alles akzeptiert.
also liegen auch in Namibia bereits die Wodkaflaschen herum - das ist echt zum Kotzen

LG Luigi
265 Beiträge · seit 201009. Dez. 2011 ·
Hallo Eto,

ich bin eben erst auf den Thread gestoßen. Eine spannende Diskussion, die sich für einen AZ-Bericht auf jeden Fall lohnt. Werde das im Auge behalten und darüber schreiben, sobald der Vorweihnachts-Auftrags-Stress sich etwas gelegt hat.
Hier haben die großen Sommerferien begonnen und alles muss jetzt und sofort passieren 😎

Sonnige Grüße aus Swakop
Konny
Namibia Aktiv organisiert und vermittelt Aktivitäten an der Küste und in der Wüste OHNE AUFPREIS. Wir helfen mit jeder Buchung namibischen Familien in Not.
2'848 Beiträge · seit 201109. Dez. 2011 ·
Hallo,

Guido fragte:
"1. Sind die Preise generell zu hoch, d.h. oberhalb eines Levels das man sich leisten kann oder will? Oder stimmt das Preis-/Leistungsverhältnis einfach nicht? "

Da wir recht "hochpreisig" verreisen, bin ich nach meinem 1. NAM-Aufenthalt der Meinung, dass das Preis-Leistungsverhältnis nicht stimmt.
Die Lodges sind teilweise wunderschön, sehr integriert in die Landschaft, Vieles aus Naturmaterialien.
Nur kostet ein gemauertes Waschbecken, Dusche, Badewanne, ein gemauerter Schrank, ein Bett aus Ästen bei den in NAM gezahlten Löhnen vermutlich längst nicht soviel wie gekauft. Auch sollten wohl Zelte preiswerter als Häuser sein! Und das Personal wird auch nicht gerade üppig entlohnt.
Wir haben z.B. im letzten Jahr ebenso einen dreiwöchigen Urlaub gemacht, allerdings auf Hawaii. Mit Inselhopping, Fahrzeug Jeep (NAM 2x4) und ausschließlich 4-5* Hotels. Das ist erheblich preiswerter gewesen als 3 Wochen NAM in 3-4*Unterkünften. Lediglich die Heinitzburg für die letzte Nacht entsprach einer Nacht auf Hawaii.
Und da fange ich dann an zu grübeln! Denn bei den Angestellten kommt das Geld nicht an! 🙁

Meiner Meinung nach müssten viel mehr Lodges in NAM betrieben werden, damit der Konkurrenzkampf die Preise wieder auf ein normales Maß schrumpfen lässt (siehe Südafrika)

Gruß, Strelitzie
250 Beiträge · seit 201009. Dez. 2011 ·
Hallo Strelitzie

Ich kenne das Hochpreissegment von Asien, Südafrika und Namibia und bin gleicher Meinung wie Du. Preis / Leistung stimmt leider sehr oft nicht mehr in Namibia.

Die Landschaft in der die Lodgen eingebettet sind ist grandios, zweifellos. Aber die Details, das Design, der Service und das Kulinarische passen sehr oft nicht zum Preis.

Heinitzburg hat sehr gute Restaurants, eine schöne Terrasse und einen erhabenen Weinkeller. Die Zimmer sind mir zu kammerartig und muffig , aber trotzdem stilvoll und passend zur Burg eingerichtet.

Südafrika ist auch schon teuer, besonders Kapstadt, wo sich die Preise an gewissen Orten in den letzten 8 Jahren fast verdreifacht haben. Aber für mich stimmt es in RSA gerade noch.

Ich vergleich bekomme ich in Asien aber viel mehr für das viele Geld, dass für Luxus bezahlt werden muss. Auch dort gibt es wunderbare Lodgen, ökologisch in die Natur eingebettet, freundliches aufmerksames Personal und kulinarische Freuden (nicht nur asiatische…) die Du in Namibia nie finden wirst.

Viele Lodge in Namibia treiben ein gefährliches Spiel mit ihrer Hochpreispolitik. Lieber nur 30% Auslastung zu Mondpreisen als 70% zu fairen Preisen.

Gruss Tom
Die ganze Bar kam mir hoch (Charles Bukowski)
Gast09. Dez. 2011 ·
Hallo, ich habe einige der hier berichteten Lodgetouren und – Reiseberichte „nachkalkuliert“, hart geschluckt und mir meinen Teil dazu gedacht. Macht mir aber gar nichts, denn ich würde das sowieso nicht machen. Ohne Kampieren lohnt sich das für mich nicht, als Erlebnis. Um aufgemotzt zu essen und zu schlafen brauche ich nicht nach Afrika zu fahren. Ich will daher einen anderen Aspekt anschneiden, der bisher noch nicht thematisiert wurde: Dieses Geschäftsmodell, nämlich die Preise immer hart an der Schmerzgrenze des zahlungskräftigsten (internationalen) Publikums zu halten, und das auch in den Nationalparks (!), schließt die einheimische Bevölkerung fast vollständig von deren Benutzung und Genuss aus, obwohl sie mit Arbeit, Steuern und Verzicht zu deren Bestand und Erhalt beigetragen. Die Preisstaffelung nach nationals, residents und international kompensiert das (vermutlich) nicht. Würde mich echt interessieren, wie die in diesem Forum versammelten namibischen Bürger und Residents dies sehen.
Grüße Werner
723 Beiträge · seit 201109. Dez. 2011 ·
Hallo,
ich für meinen Teil kann einen Abwärtstrent des Tourismus in Namibia nicht ausmachen. Schon gar nicht in Verbindung mit der Preisentwicklung! Seit wann entspricht denn der Preis einer Ware oder Leistung unbedingt ihrem Wert. Die heilsame Wirkung des Preises
Angebot und Nachfrage zu steuern wird nachhaltig das zubetonieren von Naturlandschaften
wie an vielen Orten dieser Welt verhintern! Kaum eine Gastfarm oder Lodge in Namibia
wird aus diesem Grund schließen müssen! Wahrscheinlich wird sich das Gästeklientel ändern. Weniger Gäste die bereit sind für dieses "Weniger" mehr zu bezahlen.
Trotzdem wird es immer Anbieter für günstige Preissegmente geben, eben im angemessenen Preisleistungsverhältnis und das ist gut so!
Das Besondere wird seinen Preis haben, wie überall auf der Welt. Glückwunsch Afrika!
Gruß Reinhard
zuletzt bearbeitet 09. Dez. 2011
5'538 Beiträge · seit 200810. Dez. 2011 ·
Hallo Zusammen,

@Strelitzie
Denn bei den Angestellten kommt das Geld nicht an.
Generell hast Du Recht. Allerdings bin ich der Meinung, dass dies nur zum Teil stimmt. Denn wenn wir den Personalbestand bei den Lodgen einmal mit dem eines vergleichbaren europäischen Hotels vergleichen, werden wir feststellen, dass das Beherbergungsgewerbe in Namibia erheblich mehr Personal beschäftigt.
@werner
Natürlich empfinden auch wir die Preise als viel zu hoch. Es gibt Ausnahmen - eine davon ist zum Beispiel Gondwana, die für das Geld eine Menge Leistung bieten. Aber ansonsten können auch wir uns die meisten Lodgen nicht leisten. In Wolwedans war ich nur einmal, weil die ein Resident Special in 2010 hatten für rund ein Drittel des sonst gefragten Preises.

Liebe Grüße von der noch trüben Atlantikküste
Gerd
237 Beiträge · seit 201010. Dez. 2011 ·
Hallo an alle,
Wenn Namibias einen Besucherrückgang zu verzeichnen hat liegt das meiner Meinung nach nicht nur an den Preisen. Was hat Namibia dem Touristen zu bieten. Viel einsame Landschaften, Tiere ( Etosha, Caprivi) und etwas Historie die aber die wenigsten interessiert. Es wird schwierig sein für Namibia neue Touristen zu gewinnen, denn wer mag schon gerne viel Autofahren mit Linksverkehr, Staub , Wind , im Sommer Hitze und meist nur einen kleinen Pool. Um das alles zu mögen muss man schon einen kleinen Wüsten Tic haben oder absoluter Wildtier Fan sein. Dann gibt es noch den Jagdtourismus, und dann hats sichs.
Als Indivudual Reisender hat mans auch nicht immer leicht, bei der Einreise Probleme mit den Zollstempeln, eigenartigste Veterinärkontrollen, wenn du ohne Buchung kommst, überall fully booking, obwohl der halbe Platz leer steht ( Sossusvlie, Etosha), die Damen in den Tourismusbüros sprechen zum Teil so ein schlechtes English das man sie kaum versteht, Polizisten die auch bei Kleinigkeiten extrem durchgreifen( siehe Beitrag über das Road Permit). Bei Leihwägen wird oft aus einer kleinen Beule ein halber Totalschaden und dann dementsprechend abgerechnet. Dann fehlt eben vielen Touristen auch noch Bademöglichkeiten ( geografisch in Namibia nicht möglich).
Namibia kann nur verkaufen was es hat, aber das sollte teilweise etwas freundlicher und netter gemacht werden, denn wenn ich zu Hause erzähle was teilweise so abgeht dann schreckt das schon viele ab.
Und die Touristen , die mit der geführten Reisegruppe im Bus durchs Land ziehen, die machen das vielleicht ein oder zweimal, aber dann ist ein anderes Land dran.
Nambia ist meiner Meinung nach ein Land für Individual Reisende, das ließt man auch hier im Forum
( viele Wiederholungstäter) und auf die muss sich dieses Land einstellen. Und ich bin auch gerne bereit etwas mehr zu bezahlen, aber Freundlichkeit und Service müssen stimmen.

Gruß Cruiserland
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Ovambo)
ThemenstarterGast10. Dez. 2011 ·
Hallo,
cruiserland schrieb:Was hat Namibia dem Touristen zu bieten.
Ich denke eine ganze Menge. Südafrika bekommt nach offiziellen Zahlen pro Jahr rund 10 Millionen Touristen, Namibia knapp 1 Million. In beiden Fällen werden alle Ankommenden als Touristen gezählt. Nach unserer Definition von Tourismus kann man beide Zahlen wohl mindestens halbieren bis dritteln. Südafrika ist etwas vielfältiger und kann z.B. auch mit Badetourismus punkten. Dafür erfüllt Namibia die europäischen Afrika-Klischees besser.
cruiserland schrieb:Als Indivudual Reisender hat mans auch nicht immer leicht, bei der Einreise Probleme mit den Zollstempeln, eigenartigste Veterinärkontrollen, wenn du ohne Buchung kommst, überall fully booking, obwohl der halbe Platz leer steht ( Sossusvlie, Etosha), die Damen in den Tourismusbüros sprechen zum Teil so ein schlechtes English das man sie kaum versteht, Polizisten die auch bei Kleinigkeiten extrem durchgreifen( siehe Beitrag über das Road Permit). Bei Leihwägen wird oft aus einer kleinen Beule ein halber Totalschaden und dann dementsprechend abgerechnet. Dann fehlt eben vielen Touristen auch noch Bademöglichkeiten ( geografisch in Namibia nicht möglich).
Visastempelprobleme u.ä. sind meines Erachtens Einzelfälle, die man nicht pauschalisieren darf. Bei den Veterinärkontrollen darf man Hoffnung haben. Präsident Pohamba hat sich gerade für die Abschaffung der Zäune und Kontrollen ausgesprochen. Was Streit um Mietwagenschäden anbetrifft, haben wir im Forum auch jede Menge südafrikanische Fälle, trotzdem bekommt Südafrika 10 mal so viele Touristen wie Namibia.

Kein Einzelfall sondern ein Dauerzustand sind Buchungsärgernisse bei NWR. Die fallen besonders ins Gewicht, weil viele ihre Reise rund um die Highlights Sossusvlei und Etosha planen wollen. Aber die namibische Politik meint leider, dass die staatliche NWR ebenso wie die staatliche Air Namibia von unschätzbarem Wert für den Tourismus in Namibia sind. Tatsächlich schaden beide dem Tourismus in Namibia, weil sie zu überdurchschnittlichen Preisen eine unterdurchschnittliche Leistung bieten und darüber hinaus belasten beide die Steuerzahler in Namibia mit Milliardensummen. Auch wenn das angesichts von Monopolen wie im Etsoha kaum begreifbar ist, häuft ja auch NWR Jahr für Jahr Millionenverluste an. Das seit Ewigkeit angekündigte Online-Buchungssystem bekommt man dafür Jahr für Jahr nicht auf die Reihe.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 10. Dez. 2011
250 Beiträge · seit 201010. Dez. 2011 ·
Guido. schrieb:Hallo,
cruiserland schrieb:Was hat Namibia dem Touristen zu bieten.
Ich denke eine ganze Menge.

Guido
Hallo Guido

Das sehe ich schon so wie Cruiserland. So spektakulär ist Namibia auch wieder nicht. Viel Einöde und Wüste. Da gibt es im Westen der USA spektakulärere Gegenden und Felsformationen. Oder Australien. Dort habe ich neben den Wüsten auch noch tropische Regenwälder, das Barrier Reef, kristallklare Seen und Bäche zum Baden und eine vielseitige Fauna. Ja klar keine Big 5, aber es gibt ja noch anderes, gerade die Vogelvielfalt in Australien ist unglaublich… und man muss nicht die ganze Zeit Angst haben eines über die Rübe zu bekommen oder beklaut zu werden 🤨

Gruss Tom
Die ganze Bar kam mir hoch (Charles Bukowski)
5'483 Beiträge · seit 200912. Dez. 2011 ·
@cruiserland:

Diene Kritikpunkte sind sicherlich berechtigt. Verglichen mit anderen afrikanischen Ländern ist das jedoch Jammern auf ziemlich hohen Niveau.

Beispiel Visa: In Namibia mußt Du lediglich schauen, ob das Datum stimmt. In anderen Ländern erst einmal 50,-US$ oder mehr auf den Tresen legen, damit Du den Stempel überhaupt bekommst.

Beispiel Leihwagen: In keinem anderen Land Afrikas hat man eine derart große Auswahl zuverlässiger Autovermieter.

Linksverkehr gibt es in allen Ländern des südlichen und östlichen Afrikas. Das werden sie nicht wegen ein Touristen aufgeben. Staubige Gravelroads sind oftmals angenehmer zu fahren, als die vernachlässigten Asphaltstraßen anderer Länder.

Gerade als Individualreisender hat man es in Namibia so einfach, wie in keinem anderen afrikanischen Land.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
1'125 Beiträge · seit 200612. Dez. 2011 ·
Hallo miteinander,
ich möchte auch noch ein Beispiel für Preistreiberei liefern. Ich war im Mai auf einer Gästefarm und habe dort gecampt. Trummi gab den Preis für 2008 mit N$ 95 an, 2011 war dieser Preis auf N$ 170, geklettert. Ein Einzelzimmer kostete 2008 N$ 890, jetzt N$ 1695. Die Preissteigerung möge jeder selbst in Prozenten ausrechnen. Möge dem Farmer jede Dollarnote im Halse steckenbleiben! Es ist wohl eine Mentalitätsfrage. Im Gespräch mit dem Farmer erklärte er wörtlich: "Die Natur ist das Produkt, das wir vermarkten." Aber dies wird nicht aufgehen. Ich war beispielsweise (bei 5 Chalets und drei Campingstellplätzen) der einzige Gast - und werde, obwohl das Produkt Natur in der Tat schön war, nie wieder dorthin gehen.
Rodrigo
Omnia vincit amor
zuletzt bearbeitet 12. Dez. 2011
186 Beiträge · seit 201112. Dez. 2011 ·
Hallo,

auch von mir einige Worte zum Thema:

Glücklicherweise konnten wir bereits 1997 zum ersten Mal Namibia besuchen - jetzt waren wir wieder einmal dort - bereits da 18.Mal!

Die günstigen Preise von damals gibts nicht mehr - dafür teilweise horrende Erhöhungen bei gleicher Leistung.

Unsere Strategie lautet, möglichst Selbstversorgung, günstige Autos und Unterkünfte - Verzicht auf irgendwelche Logdes, Gästefarmen u.ä. mit vermeintlich großen Namen...
So haben wir, 2 Pers., den letzten Aufenthalt ,ca. 5 Wochen mit einem Gesamtbudget von weniger als 6.000 Euro all.inkl. hinbekommen (immer noch ne Menge Geld - aber wie immer war der Aufenthalt jeden Cent wert.
Eckpunkte: Air Berlin ca. 1000 Euro p.P.- Auto mit Dachzelt 42,00 Euro/Tag, Ferienwohnung Swakopmund 35,00 Euro/Tag ( in SWKP PKW für 20 Euro/Tag), Camping im Schnitt ca. 15 Euro/Nacht Einkäufe in den großen SPAR SHOPRITE oder Checkers
Ein paar Highlights waren trotzdem dabei, aber nur wenns vom Preis akzetabel war......
Februar 2013 gehts wieder hin! Unser nächster Sachspendencontainer geht im Frühjahr 2012 hier los - s.a. namibiahilfe.de

Den Reisebericht der letzten Reise werde ich in Kürze hier im Forum mit den wichtigsten Details posten.
Bis dahin erst einmal ein paar Fotos!
Bis dahin Gruß
Eddie
www.namibiahilfe.de - Sachspenden für Namibia
297 Beiträge · seit 200712. Dez. 2011 ·
Topobär schrieb:@cruiserland:

Diene Kritikpunkte sind sicherlich berechtigt. Verglichen mit anderen afrikanischen Ländern ist das jedoch Jammern auf ziemlich hohen Niveau.

Beispiel Visa: In Namibia mußt Du lediglich schauen, ob das Datum stimmt. In anderen Ländern erst einmal 50,-US$ oder mehr auf den Tresen legen, damit Du den Stempel überhaupt bekommst.

Beispiel Leihwagen: In keinem anderen Land Afrikas hat man eine derart große Auswahl zuverlässiger Autovermieter.

Linksverkehr gibt es in allen Ländern des südlichen und östlichen Afrikas. Das werden sie nicht wegen ein Touristen aufgeben. Staubige Gravelroads sind oftmals angenehmer zu fahren, als die vernachlässigten Asphaltstraßen anderer Länder.

Gerade als Individualreisender hat man es in Namibia so einfach, wie in keinem anderen afrikanischen Land.
ich sehe das wie Topobär... das Visum kostet nichts, die NP-Gebühren sind vergleichsweise niedrig, die Pisten sind in einem sehr akzeptablen Zustand. Mir ist eine (gut gepflegte) Piste lieber als zerschlissener Asphalt. Ich kenne kein Land Afrikas mit besseren Strassen. Wer auf Teer fahren möchte... bleibt zu Hause 😉

Für mich hat Namibia viel zu bieten: Ruhe, endlose Weite, Einsamkeit, Landschaften und Wildlife. Alles das gibts bei mir zu Hause nicht (bzw nicht in so viel!!!)

LG heike
*noch 1 1/2 Tage bis Kenya* 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂