Tourismus in Namibia im Aufwärtstrend

800 Antworten · 226k Aufrufe · gestartet 08. Dez. 2011 von Guido.
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ThemenstarterGast08. Dez. 2011 · #1
Hallo,

Das Namibia Tourism Board sondert ja pausenlos Jubelmeldungen ab, was für grandiose Arbeit sie machen, wie toll die Entwicklung im Tourismus in Namibia ist und wie sehr alles aufwärts geht. Die Zentralbank von Namibia (Bank of Namibia) gibt vierteljährlich einen nüchternen Wirtschaftsbericht heraus. Der zeigt für den Tourismus in Namibia einen klaren Abwärtstrend. Hier mal 2 Diagramme, die die langfristige Entwicklung zeigen.

tour1.gif



tour2.gif



Q2/2011 ist nur schlecht mit dem Vorjahr zu vergleichen, weil es da durch den Vulkanausbruch und die Fussball-WM im Vorjahr starke Sondereffekte gab. Bemerkenswert ist, dass die Anzahl der internationalen Touristen selbst in Q4/2010 und Q1/2011 unter den Vorjahreswerten lagen. Und das obwohl die Wirtschaft im wichtigsten Auslandsmarkt Deutschland gut da steht und Verbrauchenvertrauen und Konsumklima so hoch wie seit Jahren nicht mehr sind. Die Zahl der verkauften Betten/Zimmer in Q1/2011 hat sich seit Q1/2007 anscheinend fast mehr als halbiert.

Beste Grüße

Guido


EDIT 27.10.2016: Titel von "Abwärtstrend" zu "Aufwärtstrend" geändert. Irgendwie schafft man es ja nicht, mal einen neuen Thread aufzumachen und der 5 Jahre alte Titel ist mittlerweile völlig unpassend.
zuletzt bearbeitet 27. Okt. 2016
709 Beiträge · seit 201108. Dez. 2011 · #2
Hi,

in meinem Familienkreis halten die Meisten NAM für ein hochgefährliches Land!

Wenn in den deutschen Medien über die Kriminalität z.B. in dem Land Südafrika berichtet wird, wird dies von Unkundigen auf die Region südliches Afrika ausgedehnt.

Und solche Geschichten wie von dem bewaffneten Überfall auf den Münchner Kriminalbeamte Helmut G. 2002 und dem Tod seiner Frau sowie wie die nam. Behörden damit umgehen, schaffen auch wenig Vertrauen.

Vor Jahren hatte NAM z.B. immer einen eigenen Stand auf der Touristikmesse in Leipzig (größte Reisemesse im östl. D), in den letzten Jahren nicht mehr.

Und dann ist ein Urlaub in NAM ja auch sehr sehr teuer. Für das notwendige Geld fahre ich 4x ebenfalls 3 Wochen nach Nordafrika oder 6x nach Osteuropa bei ähnlichem Komfort.

Gruß

Rocky
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
zuletzt bearbeitet 08. Dez. 2011
54 Beiträge · seit 200808. Dez. 2011 · #3
Hallo

für uns Namibia Begeisterte hat das langfristig mit (hoffentlich) sinkenden Preisen einen Vorteil. Allerdings kann man, wenn auch nicht überall noch einigermaßen preiswert übernachten.
Wenn ich da an Botswana und die Pläne dort denke bin ich froh, dass Namibia noch anders ist.
Die Verantwortlichen in den Regierungen müssen erkennen, dass die Touristen nicht die Melkkühe sind.

Viele Grüße
Harald
5'538 Beiträge · seit 200808. Dez. 2011 · #4
Hallo Guido,

das ist für mich keine Überraschung. Der harte Rand in den letzten Jahren in Verbindung mit den unaufhaltsam steigenden Übernachtungspreisen - insbesondere bei Lodgen - hat Namibia zu einem Hochpreisland gemacht. Das erste Jahr des harten Rands wurde noch abgemildert, weil viele deutsche Reiseveranstalter Kontingente einigermaßen günstig eingekauft haben und sie dann "unter" den Preisen, die die Lodgen hier den Selbstbuchern anboten, weiter verkauft haben. Das ging dann 2009 und 2010 aber nicht mehr.

Und jetzt dreht sich das Ganze wieder. Der Rand und damit der N$ fallen im Verhältnis zum Euro. Aber viele Veranstalter haben noch zu Vorjahreskursen eingekauft und kalkuliert. Da wird es m. E. dann so sein, dass Direktbucher billiger wegkommen. Ich hoffe nur, dass die Lodgebesitzer nicht gleich wieder glauben, den Kursgewinn für sich realisieren zu müssen und die Preise über die "normalen" 10 % hinaus erhöhen. Das wäre dann aus meiner Sicht für den Tourismus hier im Lande katastrophal.

Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd
ThemenstarterGast08. Dez. 2011 · #5
Hallo Gerd,

Der Wechselkurs ist zweifelsohne ein wichtiger Aspekt, aber der allein erklärt auch nicht alles. Von März 2008 bis März 2009 hatten wir einen sehr förderlichen Wechselkurs von um die 1:13. Da war das südliche Afrika billig und das war weitestgehend noch vor der schweren Rezession in Deutschland. Da gab es auch keinen Tourismus-Boom. Dann ist der Wechselkurs auf unter 1:9 gefallen und Mietwagen und Unterkünfte wurden richtig teuer.

Zumindest einige Anbieter müssen sich vielleicht mal fragen, warum sie überhaupt jedes Jahr die Preise um "normale" 10 Prozent erhöhen?

Beste Grüße

Guido
123 Beiträge · seit 201108. Dez. 2011 · #6
Hallo Gerd,

bei meinen Buchungsantragen als Individualreisender mußte ich leider den Trend feststellen, den Du als hoffentlich vermeidbar darstellst. Obwohl die Preise bei einigen Lodges für 2012 bereits im Internet verzeichnet sind, kommt bei einigen sehr stereotyp die Rückantwort, daß für den September 2012 "nur noch 1 Doppezimmer" frei sei und der Preis erhöht sich z.B. von N$ 950 auf N$ 1280, also wenn ich richtig rechne um 35%. Ich wundere mich da nur und suche noch etwas weiter...

Mir kommt es persönlich dabei nicht auf eine normale Preiserhöhung an, sondern auch auf die Art einer Begründung. Schade, denn das Land hat so viel zu bieten und viel mehr verdient.

Grüsse tau
545 Beiträge · seit 200608. Dez. 2011 · #7
Die Preise steigen jedes Jahr, weil die "doofen" Europäer (fast)jeden Preis Bezahlen.

Wenn ich hier im Forum sehe wie Lodges z.B. Okonjima, Wolwedans und ähnliche empfohlen werden, wundert mich vieles nicht mehr.

Da werden Farmrundfahrten für viele hundert Dollar gemacht und als dringend notwendig anderen Fomis empfohlen.

Ich kann und will mir viele Dinge in Namibia nicht leisten, Urlaub besteht auch mal darin einfach nichts zu tun.

Einträchtliche Grüße
2'610 Beiträge · seit 200708. Dez. 2011 · #8
Hallo Eintracht,

du sprichst mir aus der Seele!

Das Namibia (Bots, Zim...) kein Billigreiseland ist und war ist unter den Namibiatouristen wohl allgemein bekannt, aber mancherorts wird einfach übertrieben. Und so lange übertriebene Preise bezahlt werden, wird an der Preis-Schraube eben immer noch etwas fester gedreht.

Danke
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
221 Beiträge · seit 200608. Dez. 2011 · #9
Die Preistreiberei sehe ich schon lange. Daher hatte ich mal die Campingreise aufgelistet. Je nach dem, ob wir dieses Jahr (2012) wieder nach Namibia kommen, oder doch "nur" in Ostafrika bleiben, wird die Liste fortgeführt.

Siehe http://www.dt800.de/campingplaetze.htm

Die Folge für diejenigen die öfters kommen ist eigentlich klar, man sucht nach Alternativen - die heissen dann eben nicht Namibia. Nur, man muss auch sehen, dass tatsächlich die Touristenströme alles andere als kleiner werden und solange können die Lodgenbesitzer beinahe verlangen was sie wollen.

Gruss
Roland
www.dt800.de
ThemenstarterGast08. Dez. 2011 · #10
Hallo,
Eintracht schrieb:Die Preise steigen jedes Jahr, weil die "doofen" Europäer (fast)jeden Preis Bezahlen.
Schaut man sich die Bettenbuchungszahlen der BoN an, dann scheint aber eben diese Schar der "doofen" Europäer, die jeden Preis zahlen, ganz dramatisch zu schrumpfen. Die hat sich in 4 Jahren anscheinend halbiert. Da drängt sich eher die Frage auf, wann die "doofen" Lodgebetreiber endlich mitbekommen, das die "doofen" Europäer durch eine fürchterliche Erkenntnisseuche vom Aussterben bedroht sind? Man kann natürlich versuchen, seine Einnahmen zu sichern, in dem man den 50 Prozent, die noch kommen, das Doppelte berechnet. Eine langfristig tragfähige Strategie ist das aber eher weniger. Es sei denn das namibische Werben um Touristen aus dem Zukunftsmarkt China ist irgendwann von Erfolg gekrönt.

Beste Grüße

Guido
250 Beiträge · seit 201008. Dez. 2011 · #11
... der ganze Laden ist unverschämt überteuert ... wie ein Hermès Shop.

Es ist wie an der Börse wenn alle Preise bezahlt werden, irgendwann kracht alles zusammen 😄

Gruss Tom
Die ganze Bar kam mir hoch (Charles Bukowski)
4'140 Beiträge · seit 200908. Dez. 2011 · #12
Hallo Eintracht,
danke für deinen Beitrag. Ich habe mich immer still verhalten, wen die von dir genannten Lodges im Forum weiterempfohlen wurden. Ich sage ganz ehrlich, dass ich noch in keiner davon übernachtet habe, weil ich sie mir einfach nicht leisten kann. Im letzten Jahr musste ich zwangsweise eine reine Lodge-Reise machen, wobei ich bei manchen ehrlich beleidigt über das Preis-Leistungsverhältnis war. Sicher, die Lodges in Botswana sind noch etwas teurer, aber was ich dort für das gleiche Geld bekomme ist schon ein großer Unterschied. In Namibia glauben einige, dass sie für Übernachtung mit Frühstück das gleiche verlangen können wie in Botswana, nur dass ich dort eine Ganztagesbetreuung mit 3 Gamedrives und 4 Mahlzeiten habe.
Hinzu kommt zu allem noch, dass die Flugpreise wieder kräftig angezogen haben. Selbst in der ersten Buchungswoche wird jetzt ein Preis bei AB verlangt, der 300 Euro über dem vom letzten Jahr zur gleichen Zeit liegt. Macht bei 2 Personen schon 600 Euro, das ist bei uns hier schon allein ein Zweiwochenurlaub!
Eine weitere Entwicklung verstehe ich auch nicht: In diesem Jahr habe ich etliche Unterkünfte über Meiers gebucht, weil die im Durchschnitt mindestens 10 Euro billiger waren, als wenn ich direkt beim Anbieter in Namibia buche. Dabei bin ich überhaupt kein Freund von den großen Pauschalanbietern.
Ich bin jetzt nur gespannt, wann in Namibia bei einigen Lodgebetreibern endlich die Erkenntnis kommt, dass die Preistreiberei nicht unendlich weiter geht, und man die Preise bei dieser Entwicklung auch mal senken muss. Das gilt auch für die "Zusatzangebote" wie Sundownerfahrten. Eine Sonnenuntergangsfahrt mit einer Dose Bier und ein paar Springböcken und einem Gemsbock sind allemal keine 300 N$ wert!
Tut mir leid, wenn ich mal jetzt ein wenig geschimpft habe. Ich beruhige mich schon wieder und werde trotzdem nächstes Jahr wieder nach Namibia fahren, denn nach 12 Jahren Namibiareisen habe ich viele Freunde, wo ich auch mal "sehr günstig" übernachten kann.
Allen anderen wünsche ich viel Spaß und einen großen Geldbeutel.
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
709 Beiträge · seit 201108. Dez. 2011 · #13
Eintracht schrieb:Die Preise steigen jedes Jahr, weil die "doofen" Europäer (fast)jeden Preis Bezahlen.
...
Das wird so sein!

Man hat als Europäer ja wohl folgende Möglichkeiten einer NAM-Reise für Flüge, Mietwagen, Übernachtungen:
-Hummeldumm
-Selbstfahrer Fertigangebot 4x2
-Selbstfahrer Fertigangebot 4x4
-Selbstfahrer kpl. selbst zusammengestellt und über Reiseanbieter gebucht
(so machen wir das; kleines Reisebüro in NAM mit deutschem kleinem Partner)
-Selbstfahrer selbst zusammengestellt und ALLES, aber
auch ALLES selbst organisiert und SELBST GEBUCHT
-Sonstige

Da gibt es dann noch Abstufungen, wie Näggermaon, spezailisiertes Reisebüro, NAM-Reisebüro usw.

Gerade während der europäischen Sommerferien schiebt sich das beschränkte Angebot (was ja auch gut ist, sonst wäre es wie in Malle oder vielleicht nur wie auf Djerba) an Campingplatzsstellplätzen, Hotel- und Lodgeszimmer, Miet-KFZ usw zusammen.
Die Großen buchen schnell viel vor, die kleinen stellen sich an.
Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.

Gruß


Rocky
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
zuletzt bearbeitet 08. Dez. 2011
3'383 Beiträge · seit 200908. Dez. 2011 · #14
Hallo zusammen,

ich will ganz ehrlich sein - mich freut es, dass der Tourismus in Namibia rückläufig ist. Und es freut mich deshalb, weil leider viel zu viele Lodge-Betreiber meinen, Sie müssten jährlich die Preise für die Übernachtung um 10 - 20 % anheben.
So eine Geschäftstaktik kann nur ins Auge gehen. Und darum freut mich so eine Meldung.

Wir lieben Namibia. Für uns ist dieses Land halt ganz was anderes als Asien oder auch unsere vielen Urlaube, die wir hier in Europa gemacht haben. Aber es musste so kommen, und das ist gut so.

Ich weiß, dass man Namibia nicht mit dem Rest der Welt vergleichen kann bzw. darf. Aber man muss sich schon fragen, ob man in Namibia für einen Urlaub so viel Geld ausgeben will.

Bei unseren Planungen zu unserer letzten Namibiareise, die uns auch in den Caprivi führte, haben ich mir "erlaubt", einen Lodgebesitzer auf sehr freundliche aber durchaus ernste Weise zu fragen, warum denn die Preise für die ÜN schon wieder um 15 % teuerer geworden sind. Und wohlgemerkt, ich habe da einen wirklich sehr freundlichen Ton angeschlagen.

Dieser Mann wurde derartig böse mit mir und hat mir am Schluss unserer "e-mail-Debatte" doch direkt gesagt, dass wenn man (so wie wir) es uns leisten können, jedes Jahr in Namibia einen Urlaub zu machen, dann dürfte uns eine Preiserhöhung von 15 % nichts ausmachen.

Also ich mein, da weiß man doch auch nicht mehr, was man sagen soll.

Zum Glück ist das aber nicht bei allen Lodgebetreibern so. Man stößt da durchaus auch auf offene Ohren. Denn eines ist klar - auf lange Sicht geht solch eine Preispolitik nie gut.

Das ist unsere Meinung.

LG,
der bayern schorsch

P.S. ich bin von Beruf wegen Controller. Das sagt schon alles. Und ich kann sehr wohl etliche Preise von den "wichtigen" Lodgen aus den letzten fünf Jahren nennen. Und das ist Preistreiberei, eindeutig.
Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
5'538 Beiträge · seit 200808. Dez. 2011 · #15
Liebe Fomis,

ich kann Euren Ärger verstehen, denn im Erschließen von Mehreinnahmequellen sind viele Lodgebesitzer, aber auch Farmer einfach grandios. Es wurde hier schon der Game Drive angestoßen. Ganz früher war er mal im Preis enthalten, dann kostete er so um die N$ 100 und heute - ich kenne Preise bis N$ 550 (!). Und das sind noch nicht einmal exklusive Lodgen! Seit neuestem zahlt man bei einigen Lodgen bzw. Ranches und Farmen auch noch eine "Conservancy Fee". Da wurde der Zimmerpreis um "nur" 8 % erhöht, dazu kommt aber eine Conservancy Fee von N$ 50, 60 oder 80, die jeder Besucher zu zahlen hat. Das macht nicht nur Wolwedans so, sondern auch noch einige Farmen, die sich zwar sehr bemühen, die aber wirklich nicht zu den attraktivsten zählen. Ich habe deshalb diese Lodgen aus meinem Verzeichnis gestrichen.

Andere haben auf diese Entwicklung aber auch richtig reagiert, indem sie entweder eine Saison-Preisstaffel eingeführt haben - das kannten wir in diesem Land bis zum vorigen Jahr noch nicht - oder indem sie einfach mal auf eine Preiserhöhung verzichtet haben.

Das Hauptübel ist m. E., dass Viele auf der Basis einer 20-%igen Durchschnittsbelegung kalkulieren und dabei schon break even erreichen. Das kann auf Dauer nicht gut gehen, aber noch ist es leider so, dass mein immer wieder lästerhafter Grundsatz gilt: Lieber weniger arbeiten, aber dafür ein bisschen mehr verdienen.

Was können wir Touristen dagegen tun? Wenn ich die Statistiken von Guido richtig interpretiere, dann sind ja wohl kaum weniger Fluggäste hier angekommen, sondern nur die Bettenbelegung in den Lodgen ist erheblich zurückgegangen. Dafür gibt es m. E. zwei Gründe:

1. Immer mehr neue Lodgen entstehen, so dass das Gesamt-Betten-Angebot steigt, was bei gleicher Besucherzahl bedeutet, dass die Auslastung der einzelnen Betriebe sinkt.
2. Immer mehr Besucher weichen auf Camping oder Wohnmobil aus. Das sehen wir auch hier im Forum bei den Tourvorstellungen, das sehen wir aber auch auf den Straßen, wenn wir die Leihwagen mit Zelt oder die Camper sehen.

Es gibt sicherlich noch viel mehr zu diesem Thema zu sagen. Wir können nur eines tun - verstärkt auf preiswertere Lodgen ausweichen, auch wenn die mal etwas weiter von der Attraktion Sossusvlei, Etoscha oder Fish River entfernt und Lodgen/Unterkünfte mit einem wirklich guten Preis-/Leistungsverhältnis hier verstärkt publik machen.

Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd

PS: Guido, Du hast natürlich Recht mit den 1:13. Aber da hatten die Reiseanbieter schon längst Ihre Kataloge gedruckt und den möglicherweise entstandenen Sondergewinn (Windfall profit) eingesteckt. Meine Freunde und ich buchen seit 30 Jahren grundsätzlich in der Landeswährung (nicht nur in Namibia) und wenn wir meinen, der Kurs sei günstig, dann kaufen wir unsere Urlaubsdevisen zu diesem Zeitpunkt. Natürlich sind wir dabei auch schon "auf die Schnauze gefallen", aber meistens war es besser, als über einen deutschen Veranstalter zu buchen.

2. PS: Ich habe gerade den Beitrag von Bayern Schorsch gelesen. Leider gibt es dass immer noch, dass man hier uns Europäer als die reichen Onkels ansieht, denen man ja das Geld abknöpfen, weil sie es sich leisten können. Diese Einstellung kenne ich auch von vielen Einzelhändlern, bei denen Touristen ihre Safari-Ausstattung kaufen.
zuletzt bearbeitet 08. Dez. 2011
5'479 Beiträge · seit 200908. Dez. 2011 · #16
Damit ich nicht falsch verstanden werde, möchte ich ganz klar zum Ausdruck bringen, dass mir die Preisentwicklungen auch nicht gefallen. Allerdings bin ich auch der Ansicht, dass das Thema vielschichtiger ist, als hier bislang diskutiert.

Zunächst einmal ist zu berücksichtigen, dass die Inflationsrate in Namibia deutlich höher als in Deutschland ist.

2007: 6,7%
2008: 10,3%
2009: 8,8%
2010: 4,6%

Unter diesem Gesichtspunkt stellt sich eine Preiserhöhung von 10% schon ganz anders dar, als wenn man von deutschen Inflationsraten ausgeht, denn die Unterhaltskosten für eine Lodge steigen in vergleichbaren Größenordnungen.

Weiterhin ist es zwar richtig, dass Namibia ein teures Urlaubsland ist - allerdings nur auf den ersten Blick. Namibia mit anderen Fernreisezielen, wie z.B. Thailand, USA und Australien zu vergleichen ist eine Milchmädchenrechneung, es sei denn, es kommt einem nur darauf an, möglichst weit von zuhause weg zu sein. Für mich als Afrikafan kommt deshalb nur ein Vergleich mit andern afrikanischen Safari-Destinationen in Frage und da muss ich leider feststellen, dass die Preissteigerungen in Botswana, Zambia und Ostafrika noch viel drastischer ausfallen.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
709 Beiträge · seit 201108. Dez. 2011 · #17
Gerd1942 schrieb:...
Attraktion Sossusvlei...
Diesen Ringelbietz lassen wir 2012 einfach weg.
Das ist ja wie mit Näggermoan nach Malle...


Rocky

PS: Wir hatten ja schon genug Sand in der Sahara.
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
zuletzt bearbeitet 08. Dez. 2011
5'538 Beiträge · seit 200808. Dez. 2011 · #18
Hallo Topobär,

richtig, die Inflationsraten in Namibia sind andere als in Europa. Aber wenn Du berücksichtigst, dass die Preise bei den meisten Lodgen etwa 18 Monate im Voraus festgelegt werden - wenn also die aktuelle Rate noch gar nicht bekannt ist - dann ist die regelmäßige 10%ige Erhöhung ein Grund für diese Inflationsraten und keine Folge.

Du hast Recht, als Afrikafan kann ich nur die Preissteigerungsraten mit denen anderer Länder vergleichen. Was da so ab geht, kenn ich nur vom Hörensagen. Allerdings stimmt mich die Höhe der Parkeintrittsgebühren in den von Dir genannten Ländern schon sehr, sehr nachdenklich und mein Geldbeutel schreit, wenn er ans nächste Jahr (da fahren wir nach Kenia) denkt.

@ Rocky 1964: Diesen Ringelbietz lassen wir 2012 einfach weg. Wir hatten ja schon genug Sand in der Sahara
Schön, dass Du das nicht brauchst. Aber andere Leute kennen weder die Sahara noch sonst irgendwelche Wüsten. Für die sind die Sossusvlei Dünen ein Höhepunkt der Reise und nicht malle....

Liebe Grüße
Gerd
zuletzt bearbeitet 09. Dez. 2011
172 Beiträge · seit 201108. Dez. 2011 · #19
Rocky1964 schrieb:
Attraktion Sossusvlei...
Diesen Ringelbietz lassen wir 2012 einfach weg.
Das ist ja wie mit Näggermoan nach Malle...

Rocky

PS: Wir hatten ja schon genug Sand in der Sahara.

schau schau, da gibt es ja auch kritische Meinungen zu den immer wieder genannten "Attraktionen". Die anscheinend täglichen Rennen um die besten Sonnenaufgangsbilder in Sossusvlei sind ja ausreichend in den Reiseberichten beschrieben.
Ebenso Unterkunft und Verpflegung in Etosha mit inkludiertem Ärger über jene Idioten die zu blöd sind ihre Blitzautomaktik bei der nächtlichen Massenansammlung an den künstlichen Wasserlöchern abzuschalten... usw.
Ist doch überall auf der Welt dasselbe, ob auf den Malediven, in den Alpen, im Grand Canyon oder sonstwo. Da wo der Herdentrieb einsetzt wird kräftig abgesahnt. Rühmliche Ausnahme sind jene Gebiete, die nun von den neureichen Nachbarn aus den östlich gelegenen Staaten Europas überschwemmt werden - die sind für Normalsterbliche bereits nicht mehr leistbar wodurch die netten Leute bald ganz unter sich sind und dafür auch jede geforderte Summe bezahlen.
Aber gerade aus diesen Gründen habe ich mich entschieden mal Namibia zu bereisen - in vielen Ländern findet man eben nicht diese Vielfältigkeit des Individualtourismus. Wo ich nicht hin will fahre ich auch nicht hin und wenn mir die Lodges zu teuer ab ins Dachzelt solange die Flüge über solche Distanzen noch einigermaßen leistbar bleiben....und nochmals danke für die vielen Berichte hier, sie haben mir wirklich sehr bei der Routenerstellung geholfen.
LG Luigi
zuletzt bearbeitet 08. Dez. 2011
709 Beiträge · seit 201108. Dez. 2011 · #20
Gerd1942 schrieb:...
@ Rocky 1964: Diesen Ringelbietz lassen wir 2012 einfach weg. Wir hatten ja schon genug Sand in der Sahara
Schön, dass Du das nicht brauchst. Aber andere Leute kennen weder die Sahara noch sonst irgendwelche Wüsten. Für die sind die Sossusvlei Dünen ein Höhepunkt der Reise und nicht malle....
...
Hi,

daß Hummeldumms zum Sossusvlei gekarrt werden, kann ich ja noch nachvollziehen. Aber warum so viele Individualreisende sich sowas perverses antun, ist mir ein Rätsel.
Und in NAM gibts ja nicht nur die Dünen am Sossusvlei. Wüste bedeutet doch auch Einsamkeit, und die gibts am Sossusvlei ja nicht.

Und bevor die Frage nach Etosha gestellt wird, ja das halte ich auch nur für sowas wie einen Safaripark oder befahrbaren Zoo. Und wenn nicht Frau und Kind hinwollten, würde ich nicht hinfahren.

Nach NAM fahre ich wegen der Kombination Landschaft, Tierwelt und Historie.

Gruß

Rocky
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zuletzt bearbeitet 08. Dez. 2011