Schädel aus Kolonialzeit

62 Antworten · 15,8k Aufrufe · gestartet 18. Aug. 2011 von herero-pos3
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Themenstarter101 Beiträge · seit 201118. Aug. 2011 · #1
hab da mal wieder eine frage 🙂

was ist jetz eigentlich mit den Herero- und Namaschädeln passiert, die damals während und nach dem kolonialkrieg (1904) nach deutschland zu wissenschaftlichen zwecken gebracht wurden?

Sind sie noch in Deutschland? Oder wieder in Namibia?
zu welcher Lösung kamen OCD-1904 und NTLA mit den Deutschen?

Lg leni

PS: NÄCHSTES WOCHENENDE IN OKAHANDJA: Gedenken an den Genozid in Hamakari
3'700 Beiträge · seit 200918. Aug. 2011 · #2
Hallo Leni,

hier in der ZDF Mediathek kannst Du Dir einen Beitrag zu diesem Thema anschauen.

So weit ich weiß, liegen die Schädel immer noch in irgendwelchen Museen und Sammlungen in Deutschland rum.

http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/149899/index.html

Hier eine recht junge Kleine Anfrage der Linken vom 30.05.2011 an den Deutschen Bundestag zu diesem Thema. Die Rückführung einiger namibischer Schädel war ursprünglich für Ende Mai 2011 vorgesehen, ist aber wohl von namibischer Seite verschoben worden.

Für alle, die sich für die koloniale Geschichte interessieren ist vielleicht auch die Seite des Journalisten Golf Dornseif mit vielen Artikeln etwas.

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
zuletzt bearbeitet 18. Aug. 2011
2'048 Beiträge · seit 200718. Aug. 2011 · #4
Hallo Leni,
PS: NÄCHSTES WOCHENENDE IN OKAHANDJA: Gedenken an den Genozid in Hamakari


das ist so aber nicht richtig.
Es gibt den allgemeinen Heldengedenktag in ganz Namibia am 26. August. Das ist aber ein Gedenktag der Helden der Befreiung von der letzten Kolonialmacht Südafrika.
und es gibt das Hererofest in Okahandja. Dort gedenken alle Heroerostämme dem Führer/Kapitän Samuel Mahahero und anderen verstorbenen Führern. Samuel Mahahero war zwar Kapitän zur Zeit der deutschen Schutztruppen und ihrer Kämpfe mit den Herero. Er starb aber friedlich 1923 im Exil in Botswana. Das Fest richtet sich nach der Überführung und Beisetzung seiner Gebeine im August 1923. Die Herero ehren und befragen die Ahnen, befassen sich mit der Einheit der verschiedenen Herero und Mbandero Gruppen.
Das Fest hat aber nicht mit dem Thema Völkermord zu tun. Ich werde nächstes Wochenende in Okahandja sein und wie 2009 an den Feiern teilnehmen.

Die Schädel sind übrigens noch in D, weil die traditionellen Gruppen sich in Namibia bisher nicht über die Delegation, ihre Zusammensetzung und den Reisetermin einigen konnten. Das betrifft aber nicht nur die Hererogruppen sondern auch Nama.

Viele Grüße

jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
zuletzt bearbeitet 18. Aug. 2011
1'223 Beiträge · seit 201018. Aug. 2011 · #5
herero-pos3 schrieb:

Lg leni

PS: NÄCHSTES WOCHENENDE IN OKAHANDJA: Gedenken an den Genozid in Hamakari
Quatsche nicht so unqualifiziert! (geändert)
Es gab keinen Genozid.
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
zuletzt bearbeitet 18. Aug. 2011
2'048 Beiträge · seit 200718. Aug. 2011 · #6
Hallo Badboy,
das kann man sicher sehr unterschiedlich bewerten. Jedenfalls gab es rechtlich die entsprechende Qualifizierung nicht, weil die erst Mitte des vorherigen Jahrhunderts geschaffen wurde.
Ungeachtet davon ist deine liebliche Ausdrucksweise mal wieder sehr beeindruckend. Als hätte man dir das nicht schon so oft gesagt. So bitte nicht.

Viele Grüße aus Windhuk
jaw
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Themenstarter101 Beiträge · seit 201118. Aug. 2011 · #7
danke jaw..damit hast du vollkommen recht, habe das mit genozid und den chiefs grad verwechselt....

tja badboy da sollte mal jemand wirklich an der ausdrucksweise arbeiten...
übrigens bevor man so mit leuten spricht les lieber mal:
genozid und gedenken von henning melber (verlag: Brandes und apsel)

oder hab am besten ein interview bei Jarii Kaputu
1'223 Beiträge · seit 201018. Aug. 2011 · #8
Mein lieber Jaw,
das ist eine These des DDR-Propagandisten Drechsler als vermeintlicher Historiker.
Schau mal welche Juristen aus den USA dahinter sitzen, die die Herero offenbar nur als Trittbrettfahrer benutzen um große Kasse zu machen. Und wo sie vorher aufgetreten sind. Immer gegen den deutschen Staat. Auch wenn Du als Zugereister mir Grüße aus Windhoek schickst, hast auch Du noch lange nicht Recht. Die Fragestellung war gezielt provozierend, gut, werde ich ändern.
Im übrigen möchte ich Dir raten, mal die Bücher des Missionars Dr. Heinrich Vedder zu lesen, der sich u.a. auch die Mühe gemacht hat, die Geschichte nach Überlieferungen der schwarzen Völker vor Ankunft der Deutschen aufzuschreiben. Nein, man liest lieber Propaganda!

@ herero-pos:
Henning Melber war ein Schulkamerad, und er kann mir mit seinem Werdegang überhaupt nicht imponieren. Er hat sich m.E. von Anfang an in trüben politischen Gefilden bewegt, hanebücherne Thesen aufgestellt, und als ihn seine Freunde der Swapo, wahrscheinlich aufgrund seiner Hautfarbe ob seiner heroischen Propaganda nicht gleich in die Regierung erhoben, und er wegen Meckerei in Ungnade fiel, nahm er den Reißaus nach Skandinavien. Also komme mir nur nicht mit dem! Er war sich nicht einmal zu schade, Drechsler nachzuplappern.
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zuletzt bearbeitet 18. Aug. 2011
Themenstarter101 Beiträge · seit 201118. Aug. 2011 · #9
nun er war "nur" der herausgeber... das heißt inhalte sind u.a. definitiv von anderen wie z.b. jan-bart gewald oder joachim zeller....


auch dein geänderter beitrag ist leider nicht angebracht!
zuletzt bearbeitet 18. Aug. 2011
1'223 Beiträge · seit 201018. Aug. 2011 · #10
Fahre erst einmal nach Namibia wo Du offenbar noch nie warst, sprich mit allen Seiten, dann können wir uns gerne darüber unterhalten. Unterlasse provozierende Propagandathesen, dann bekommst Du auch keine entsprechenden Reaktionen.
Nun sage ich nichts mehr zu dem Thema.

http://www.traditionsverband.de/magazin/rahn_kor.html
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
zuletzt bearbeitet 18. Aug. 2011
1'247 Beiträge · seit 200918. Aug. 2011 · #11
Lieber Badboy

ich weiss nur sehr wenig über den Herero-Aufstand und bin mir bewusst, dass Wikipedia nicht über alle Zweifel erhaben ist. Wenn man aber den Wikipedia-Eintrag zu diesem Thema und die dort zitierten Quellen anschaut, kann man doch wohl mit Fug und Recht von Völkermord oder eben Genozid sprechen.

Und Lothar von Trotha's Befehl dürfte doch wohl historisch genügend belegt sein, oder nicht?

Gruss
Thomas
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht (Fritz Grünbaum) Reisebericht: 50 Tage NamBots (PDF ganz am Ende)
1'223 Beiträge · seit 201018. Aug. 2011 · #12
Lieber Thomas,
da Du mich noch einmal angesprochen hast: Wikipedia ist anrüchig für falsche Angaben, je nachdem durch welche Brille der Schreiber schaut. Man sollte auch ein kleines bischen sorgfältiger sein, Daten vergleichen, Daten des Befehls vergleichen, wie lange eder Befehl in Kraft war bis er widerrufen wurde und von Trotha gehen mußte.
Lese mal nach:
http://www.traditionsverband.de/magazin/rahn_kor.html
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
Themenstarter101 Beiträge · seit 201118. Aug. 2011 · #13
ich lebte in namibia und arbeitete dort als sozialarbeiter... ich habe viel zeit mit verschiedenen tribes verbracht und lebt mit ihnen zusammen, damit meine ich nicht mal n kaffee trinken gehen, sondern in deren dörfern und habe die selbe tasse kaffee mit ihnen geteilt. ich bin dort nicht gewesen um das land zu erkunden sondern dessen menschen, deren geschichte, deren kultur und tradition.


ich denke wir sind hier auf einer öffentlichen plattform und auch du solltest dich deinem alter entsprechend verhalten...
1'247 Beiträge · seit 200918. Aug. 2011 · #14
Swakop52 schrieb:Lese mal nach:
http://www.traditionsverband.de/magazin/rahn_kor.html
Sorry, Badboy, aber so etwas kann ich leider nicht ernst nehmen: "Traditionsverband ehemaliger Schutz- und Überseetruppen" klingt für mich wie ein Verein Ewiggestriger. Und die Aufmachung der Homepage passt dazu.

Ich gebe ja zu, dass ich die Thematik viel zu wenig kenne, um fundiert mitdiskutieren zu können; ich wollte nur etwas zusätzlichen Input zum konkreten Begriff "Genozid" liefern. Und übrigens: Widerrufen wurde von Trotha's Befehl doch wohl erst, nachdem er ihn selber ausgeführt hatte!

Eigentlich hatte ich hier noch zwei weitere Absätze geschrieben, habe sie aber wieder gelöscht, weil ich den Spruch in meiner Signatur ab und zu doch beherzige. Und weil ich doch zu wenig von der Thematik verstehe, klinke ich mich hiermit aus und bilde mich weiter.

Gruss
Thomas
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1'223 Beiträge · seit 201018. Aug. 2011 · #15
Kein weiterer Kommentar. Siehe PM.
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2'048 Beiträge · seit 200719. Aug. 2011 · #16
Hallo Swakop
das ist eine These des DDR-Propagandisten Drechsler als vermeintlicher Historiker.
ich unterscheide sehr genau zwischen einer moralischen Wertung und der juristischen Einordnung. Moralisch waren einige Taten, insbesondere aber der Vernichtungsbefehl von Trothas eindeutig verwerflich. Juristisch gab es den Begriff und die Vorstellung des Völkermordes damals noch nicht. Das trifft auf viele Auseinandersetzungen zu, die im Kolonialsystem stattgefunden haben.
Für Südwestafrika ist die Situation auch durch die kriegerischen Auseinandersetzungen der Ethnitäten aber auch verschiedener Gruppen gleicher Ethnität untereinander geprägt. Das habe sich die Deutschen durchaus zu Nutze gemacht. Eine Diskussion über die Zahl der Opfer ist unsinnig. Tatsache ist, dass ein größerer Trupp in die Omaheke geflohen ist, mit dem Ziel sich nach Osten abzusetzen. Das Leid entstand, weil die Wasserstellen nicht ausreichend Wasser hergaben. Das Nachsetzen der Truppen war aber begrenzt, weil denen genauso das Wasser fehlte und die gefundenen Stellen z.T. Typhus pbertrugen. Aber mit dem Vernichtungsbefehl sollte die Rückkehr ins Kolonialgebiet auch der Frauen und Kinder verhindert werden. Das war Unrecht, auch nach damaligen Vorstellungen und trug mit zur Ablösung v. Trothas bei. Es war aber sicher keine Reichspolitik oder politisches Ziel der Reichsregierung. Letzteres versuchen aber ideologisch geprägte Kräfte über willfährige Medien immer wieder zu verbreiten. Zuletzt auch wieder im Bundestag (klick hier) mit einer Anfrage der Linken. Diese politische Ideologisierung trögt aber nur dazu bei Stimmung, evtl. auch Aggressionen zu fördern, bringt aber keinerlei Lösungen und Zukunftsperspektiven.

Viele Grüße aus Windhuk
jaw
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33,1k Beiträge · seit 200619. Aug. 2011 · #17
FAST OFF-TOPIC
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Hi Eggitom,

nur als kurze Info zu
Sorry, Badboy, aber so etwas kann ich leider nicht ernst nehmen: "Traditionsverband ehemaliger Schutz- und Überseetruppen" klingt für mich wie ein Verein Ewiggestriger. Und die Aufmachung der Homepage passt dazu.
Ein sehr großer Teil der Deutsch-Namibier ist Mitglied in diesem Verein. Unter anderem unterstützt er auch die Kriegsgräberfürsorge, den Deutschen Pfadfinderbund Namibia, etc. Da sind also durchaus sinnvolle Projekte dabei (neben der in der Tat sehr "alten" Grundausrichtung).

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
1'247 Beiträge · seit 200919. Aug. 2011 · #18
INZWISCHEN SCHON ZIEMLICH OFF-TOPIC
travelNAMIBIA schrieb:Ein sehr großer Teil der Deutsch-Namibier ist Mitglied in diesem Verein. Unter anderem unterstützt er auch die Kriegsgräberfürsorge, den Deutschen Pfadfinderbund Namibia, etc. Da sind also durchaus sinnvolle Projekte dabei (neben der in der Tat sehr "alten" Grundausrichtung).
Hallo Christian

Danke für die Aufklärung. Da habe ich wohl doch zu voreilig geurteilt. Und die Deutschnamibier in corpore gegen mich aufbringen, das möchte ich denn doch nicht; schliesslich will ich im Oktober nicht irgendwo mit ein paar schwieligen Farmerfäusten Bekanntschaft machen 😵

Ich glaube, es ist nur fair, wenn ich mir die Seite mal etwas genauer anschaue.

Gruss Thomas
INZWISCHEN SCHON ZIEMLICH OFF-TOPIC ENDE
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht (Fritz Grünbaum) Reisebericht: 50 Tage NamBots (PDF ganz am Ende)
1'223 Beiträge · seit 201019. Aug. 2011 · #19
Siehst Du Thomas,
wir haben uns beide brav bei Jaw und bei Christian bedankt,
und nun dürfen wir uns wieder lieb haben, auch ohne schwielige Farmerfäuste! 😉
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
zuletzt bearbeitet 19. Aug. 2011
562 Beiträge · seit 200919. Aug. 2011 · #20
Hi Swakop

Also ich finde Deinen Hinweis auf den Beitrag zur Kolonialgeschichte von Walter Rahn sehr interessant, er ist auf jeden Fall lesenswert.

Danke!
zuletzt bearbeitet 19. Aug. 2011