Hallo, also hier ein paar Bilder aus 2009, die ich damals schon hier reingestellt hatte:
Am Samstag wurden die Gäste vom amtierenden Oberkapitän der Herero und Mbandero begrüßt. Eine besondere Auszeichnung ist, von ihm dabei bespuckt zu werden. Dafür sitzt er und die ganzen anderen Kapitäne der verschiedenen Gruppen im Halbkreis auf dem Festplatz. Aus einer Tonne schöpft er Wasser, nimmte es in den Mund und pustet es auf die vor ihm oft knienden Gäste Ansonsten präsentieren sich die Trupps, die am Sonntag an der Parade teilnehmen am Samstag auf dem Exerzier- und Festplatz. In fantastischen Uniformen und mit berittenen und Fahnenschwenkenden Einheiten versucht jeder sein bestes zu zeigen. In einem Festzelt werden vorwiegend politische Reden gehalten. Es geht dabei um Fragen der Hererostämme, aber auch um nationale und internationale Fragen. Die Stimmung glich 2009 sehr einem süddeutschen Bierzelt an Aschermittwoch. Am Sonntag zieht dann ein Festzug vom Exerzierplatz (westlich von Okahandja gelegen) über die B1 in die Stadt und zu den Gräbern der Hereroführer. Dort werden den Ahnen Ehrerbietungen erbracht und Fragen gestellt, wonach in tiefer Stille auf die Antwort gewartet wird. 2009 hat mich beeindruckt, dass dies über ein mit langer Leitung mitgeführtes Festnetztelefon auch life per Rundfunk in das Land übertragen wurde. hier noch 2 Bilder von dem Festzug: Er wurde 2009 von ca. 40 Reitern angeführt, dann das Auto mit dem Oberkapitän und danach alle anderen Stammesführer. Anschließend die "Armeen" der verschiedenen Gruppen in sehr bunten Uniformen, danach die Kindersoldaten und dann die Frauen. Die Farben der Frauen entsprechen der Gruppen-/ Stammeszugehörigkeit.
Viele Grüße jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
herero-pos3Themenstarter101 Beiträge · seit 201121. Aug. 2011 · #24
sehr schön.... kann dieses jahr leider net dabei sein.... mein herero-kleid is ja au no gar net fertig 😉
am schönsten ist immer der gemeinsame braai in der familie vor deinem zelt...
ach übrigens, weiß net, obs n schreibfehler ist, aber heißt MbanderU...
wünsch dir viel spaß dort nächstes Wochenende und freu mich schon auf deinen bericht...
ich stelle mir das wirklich phantastisch vor. Obwohl - wie das erste Foto erahnen lässt - das wohl eine "skurrile" Mischung ist: einerseits die Einheimischen in ihren tollen Kostümen, andererseits die (vielen?) Touristen. Bleiben die eigentlich Zuschauer oder mischt sich das bunt durcheinander?
schöne Grüße
Den Moment genießen heißt das Leben genießen.
Schmetterlinge
herero-pos3Themenstarter101 Beiträge · seit 201121. Aug. 2011 · #26
also so wie ich das kenne sind ein paar touris dabei.. aber das wird schnell weniger... sie sind aber alle sehr willkommen.
später beim braai sind dann keine weißen mehr sichtbar...
nun kostüme würd ichs net nennen... unsere bayrischen dirndl und lederhosn sind ja au keine... würde es eher als traditionelle kleidung oder tracht bennennen 😉
Namib Tom841 Beiträge · seit 200821. Aug. 2011 · #27
jaw schrieb:Diese politische Ideologisierung trögt aber nur dazu bei Stimmung, evtl. auch Aggressionen zu fördern, bringt aber keinerlei Lösungen und Zukunftsperspektiven.
genau so ist es !!
Mittlerweile sind über 100 Jahre vergangen, sprich 4 Generationen.
Lasst doch endlich mal die Vergangenheit ruhen und gemeinsam nach vorne blicken.
herero-pos3Themenstarter101 Beiträge · seit 201121. Aug. 2011 · #28
das wär echt wünschenswert... leider gibt es aber sowohl bei den deutschen als auch bei den hereros solche und solche... d.h. überall gibts ein paar, die leider nicht so denken, wie wir es tun mit einer gemeinschaftlichen zukunft...
daher müssen die mit dem gemeinschaftsgedanken einfach mehr sein und zamhalten 😉
PS: SChmetterling ich hab n foto davon jetz hochgeladen
Namib Tom841 Beiträge · seit 200821. Aug. 2011 · #29
herero-pos3 schrieb:das wär echt wünschenswert... leider gibt es aber sowohl bei den deutschen als auch bei den hereros solche und solche... d.h. überall gibts ein paar, die leider nicht so denken, wie wir es tun mit einer gemeinschaftlichen zukunft...
da hast du vollkommen recht .......................
Swakop521'223 Beiträge · seit 201021. Aug. 2011 · #30
herero-pos3 schrieb:das wär echt wünschenswert... leider gibt es aber sowohl bei den deutschen als auch bei den hereros solche und solche... d.h. überall gibts ein paar, die leider nicht so denken, wie wir es tun mit einer gemeinschaftlichen zukunft...
daher müssen die mit dem gemeinschaftsgedanken einfach mehr sein und zamhalten 😉
Schön wärs. Es wird eine Herero-Fraktion immer wieder aufgewiegelt durch Anwälte und ehemalige SED-Kader ("Linke"), weil sie die große Kohle mit Hilfe der Altkommunisten und ihrer antideutschen Anwälte aus den USA auf Kosten des deutschen Steuerzahlers zu machen suchen. Im Gegensatz zur Roten Zora verhält sich die heutige deutsche Regierung bisher völlig richtig. Aus und tschüs.
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
CHcheeta155 Beiträge · seit 200722. Aug. 2011 · #31
ich möchte mal alles geschriebene so stehen lassen. aber über eins dürfen wir doch einig sein; wenn ein land occupiert wird, dann geht es gewiß nicht um menschenrechte, sondern immer um schürfrechte. und daraus resultiert das verbrechen. lg wolfgang
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
herero-pos3Themenstarter101 Beiträge · seit 201102. Sept. 2011 · #33
oooh supi danke... na da bin ich mal gespannt ob das dieses jahr no was wird 😉
54? das bissle viel leute..lol
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200918. Sept. 2011 · #34
Die Übergabe ist für den 30.09.2011 terminiert (falls nichts dazwischen kommt).
HG Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200923. Sept. 2011 · #35
carl1'287 Beiträge · seit 200829. Sept. 2011 · #38
Hallo,
gestern war ich bei der Podiumsdiskussion der namibischen Delegation mit Mitgliedern des deutschen Bundestages hier in Berlin. Mit gemischten Gefühlen bin ich nach der Diskussion nach Hause geradelt.
Zuerst fiel mir auf, dass sich die deutsche Regierung nicht besonders feinfühlig verhält. Sie glänzte bei dieser Diskussion durch Abwesenheit. Einzig Vertreter der Opposition (SPD, Grüne, Linke) waren anwesend. Auch wenn es völkerrechtlich nicht einfach sein mag, die Konsequenzen der Ereignisse um 1904 als aktuelle Regierung zu bewerten bzw. sich diesem zu stellen, wäre es doch ein wichtiges Zeichen gewesen, der Delegation eine gewisse Wertschätzung entgegen zu bringen. So war in einigen Redebeiträgen der Delegierten auch deutlich zu hören, dass man sich noch immer als zweitrangig behandelt fühlt. Hier wäre die Absendung eines Staatssekretärs oder einer Abordnung des auswärtigen Amtes sicher eine einfache und wichtige Geste gewesen. Zumal der Veranstaltungsort ungefähr 10 min zu Fuß vom Regierungssitz entfernt lag.
Im Laufe der Diskussion wurde u.a. die inner namibische Problematik einer möglichen Entschädigung deutlich, da es hier offensichtlich unterschiedliche Ansichten zwischen der namibischen Regierung und den Opferverbänden der Hereros und Namas zu geben scheint. Neben einer offiziellen Entschuldigung wurde auf eine Entschädigung in Form von Landrückgaben an die Herero und Nama thematisiert. Die Vertreter des deutschen Bundestages mussten stellvertretend für die fehlenden Verantwortlichen Position beziehen. Leider war der Abgeordnete der SPD nicht nur sehr kurz da, sondern auch eher ohne entsprechende Kompetenz. Anders bei Grünen und Linken, hier war zu mindestens jeweils ein Vertreter vor Ort, der Zeit und Ahnung von der Materie hatten.
Natürlich wurde in dieser Diskussion nichts gelöst es war ein Podium zur Präsentation der verschiedenen Ansichten.
Was mich an dem Thema wirklich nachdenklich stimmt ist neben der stiefmütterlichen Behandlung der namibischen Abordnung durch unsere Regierung, das offensichtliche Desinteresse der deutschen Bevölkerung UND der Medien. So wurde von diesem Podium (meines Wissens nach) durch kein Medium berichtet. Also nicht einmal von der Berliner Abendschau, die eigentlich über alles berichtet was so in Berlin passiert. Ich habe jedenfalls keine Kameras von ARD, ZDF oder RBB gesehen.
Im Sinne einer möglichen Einigung mit den Opferverbänden ist dieses Verhalten nach meinem Dafürhalten eher kontraproduktiv, zumal man in Berlin ja sehr deutlich das Bekenntnis der Schuld an anderen Menschheitsverbrechen sehen kann. Die Delegation war natürlich im Holocaust Mahnmal direkt neben dem Brandenburger Tor und fragt sich jetzt natürlich wo ein entsprechenden Gegenstück zu den Ereignissen von 1904-08 in Nambia zu finden ist. Da hilft es sicher nicht, dass im afrikanischen Viertel noch Strassen nach Carl Peters oder Lüderitz benannt sind.
Am Freitag ist die offizielle Übergabe in der Charite, soweit ich weiss eine öffentliche Veranstaltung. Leider werde ich keine Zeit haben, aber ich hielte es für eine wichtige Geste, wenn möglichst viele Deutsche dort hingingen, um der Delegation zu zeigen, dass ein gewisses Interesse an der Aufarbeitung der Vergangenheit in Deutschland vorhanden ist.
Nachdenkliche Grüße Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15)
"Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon)
"I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
heute in der "TAZ": (ich kann mir nicht helfen - bei aller Sympathie für die Hereros, das finde ich allerdings nicht so gut) __________________________
Eklat bei Rückgabe der Herero-Gebeine Bis auf die Knochen blamiert
Die Zeremonie zur Rückgabe von 20 Schädeln namibischer Opfer des deutschen kolonialen Genozids gerät zum deutsch-namibischen Showdown.von E. BEIS & D. JOHNSON
Es geht nicht nur um die Rückgabe der Schädel von Opfern des deutschen Völkermords. Bild: dpad
BERLIN taz | Ständig wird die deutsche Staatsministerin bei ihrer Rede unterbrochen. "Entschuldigung sofort" und "Reparationen" steht auf Zetteln, die die namibischen Delegierten hochhalten. "Ihr habt unser Volk getötet!" ruft eine Frau. Cornelia Pieper (FDP), Staatsministerin im Auswärtigen Amt und höchstrangige Vertretung der Bundesregierung bei der Zeremonie in der Berliner Charité zur Rückgabe der Schädel von 20 Opfern des deutschen Völkermords an den Herero und Nama in Namibia 1904, gerät außer Fassung.
"Deutschland ist das Land der freien Rede", da habe man zuzuhören, doziert Pieper. Sie wird ausgebuht. Schließlich brüllt sie: "Ich bitte das namibische Volk im Namen der deutschen Regierung um Versöhnung!!"
Die namibische Antwort aus dem Saal: Gelächter. Andere deutsche Vertreter schauen betreten weg. Was für ein Unterschied zur "Bitte um Vergebung" von Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) 2004 in Namibia - die allerdings nicht als offizielle Entschuldigung gilt.
Die Schädelrückgabe am Freitagnachmittag sollte Abschluss und Höhepunkt einer bewegenden Berlinreise von Regierungsvertretern und traditionellen Führern aus Namibia sein. Aber es dominierte die Irritation. Die namibische Seite fühlte sich von offizieller Seite ignoriert, auch weil Minister aus Namibia nicht von Ministern aus Deutschland empfangen wurden. Irritiert von Irritationen
Die deutsche Seite war irritiert, dass die namibische Seite irritiert war. Am Donnerstagabend stand der Besuch kurz vor dem Abbruch. Die namibischen Regierungsvertreter wollten zurückfahren. Die traditionellen Ältesten sagten, sie würden nicht ohne die Schädel nach Hause fahren. Also blieb die Delegation. Aber die Regierungsvertreter sagten ihre Teilnahme an einer Unterschriftenzeremonie ab.
Während in Namibias Hauptstadt Windhoek zu Demonstrationen vor der deutschen Botschaft aufgerufen wurde, bot sich im Großen Hörsaal der Charité am Freitag ein seltsames Bild: zwei Schädel in Glasvitrinen, dahinter weitere Schädel in Kartons auf einem Tisch mit namibischen Flaggen, feierlich bewacht von namibischen Offizieren in Uniform. Von deutscher Seite: nichts dergleichen. Es war ja bloß eine Veranstaltung der Charité.
Direkt nach Pieper ergreift Namibias Kulturminister Kazenambo Kazenambo das Wort, seine dröhnende Stimme übertönt die Aufregung im Saal. Artikel zum Thema
Völkermord in Namibia Deutschland gibt Schädel zurück Kommentar Rückgabe von Herero-Gebeinen Keine Anerkennung Deutsche Kolonialgeschichte Der verleugnete Völkermord
Der prominente Herero-Politiker zählt die Verbrechen des Kolonialgenerals Lothar von Trotha auf, dessen "Vernichtungsbefehl" als Grundlage des Völkermordes gilt. "Und hier hält man ihn für einen Helden", ruft ein Delegierter. Eine Delegierte hält die Hände vors Gesicht und weint.