Vereinsgründung "Fahrräder für Afrika" in Dresden

82 Antworten · 22,6k Aufrufe · gestartet 23. Nov. 2010 von JohannesW
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Themenstarter28 Beiträge · seit 200923. Nov. 2010 ·
Gründungsveranstaltung "Fahrräder für Afrika" am 2. Dezember 2010. Ort: Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, Friedrich-List-Platz 1. Zeit wird noch bekannt gegeben. Bitte anmelden! Unterlagen gibt es vorab per Mail!

Infos: www.fahrraeder-fuer-afrika.de

Partner vor Ort in Namibia: www.benbikes.org.za/namibia
Gast23. Nov. 2010 ·
G
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2011
Themenstarter28 Beiträge · seit 200923. Nov. 2010 ·
Natürlich, das wissen wir!
1'223 Beiträge · seit 201023. Nov. 2010 ·
Wo sollen denn die Fahrräder noch herkommen? Die sind doch schon alle weiter im Osten, in Rumänien u.s.w.
Warum sammelt man die nicht dort ein?

Und außerdem schadet das der Fahrradindustrie von China!

BadBoy
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
Themenstarter28 Beiträge · seit 200923. Nov. 2010 ·
Da täuschst Du Dich (zum Glück). Die ersten Erfahrungen zeigen, dass viele Menschen noch sehr gute Fahrräder übrig haben, die sie für diesen Zweck gerne zur Verfügung stellen.

Die Fahrradproduktion in China? Sollte Deutschland keine Autos mehr bauen, damit China mehr Autos exportieren kann? Es gibt Läden, die in Afrika Fahrräder aus China verkaufen. Leider sind die teurer und von schlechterer Qualität als die gebrauchten Fahrräder, die wir sammeln. Außerdem bieten diese Läden keine Ersatzteile und auch keinen Service an. Diese Erfahrungen gibt es. Auch die Einheimischen wissen das, und kaufen sich lieber ein gebrauchtes Fahrrad aus den USA, Kanada, Australien, Deutschland als ein Chinarad.

Und abgesehen von einigen kleinen Herstellern von Bambusbikes gibt es in Afrika keine eigene Fahrradindustrie. Das könnte sich allerdings ändern, wenn Menschen die Fähigkeiten erlangen, die wir in unseren Projekten vermitteln wollen und andere Projekte schon vermitteln.

Noch Einwände?
962 Beiträge · seit 200723. Nov. 2010 ·
Bezeichnend,
leider kommen, u.a. auch für diese vorbildliche Hilfsaktion immer nur provozierende und unsachliche Antworten von Badboy 🤩
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/193547-afrika-2011-so-qbeautiful-greenq-1teil.html http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/193761-afrika-2011-so-beautiful-green-teil-2.html http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/195398-a-f-r-i-k-a-2011-so-beautiful-green-teil-3.html
962 Beiträge · seit 200723. Nov. 2010 ·
Natürlich keinerlei Einwände JohannesW,
Kompliment für eure Aktion, am Besten ihr straft diese merkwürdigen fadenscheinigen Einwände mit Nichtachtung, von dem überwiegenden Teil der Fomis habt ihr volle Zustimmung.
mfG Inka 🙂
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/193547-afrika-2011-so-qbeautiful-greenq-1teil.html http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/193761-afrika-2011-so-beautiful-green-teil-2.html http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/195398-a-f-r-i-k-a-2011-so-beautiful-green-teil-3.html
Themenstarter28 Beiträge · seit 200923. Nov. 2010 ·
Danke!
409 Beiträge · seit 200923. Nov. 2010 ·
Hallo JohannesW,

was Ihr nicht vergessen solltet, ist, selbstdichtenden slime in die Schlaeuche zu fuellen und jedem Fahrrad ein ordentliches Schloss beizufuegen.
Und nochmal darueber recherchieren, warum es denn in Nambia, speziell in den Staedten so wenige Fahrraeder im Strassenbild gibt - und das bei fehlendem oeffentlichen Nahverkehr und hohen Taxipreisen in Relation zum Durchschnittseinkommen der Bevoelkerungsmehrheit. Die China-Antwort erscheint mir in doppeltem Sinne zu billig.
Es ist schlicht und einfach sehr, sehr gefaehrlich, mit dem Fahrrad auf oeffentlichen Strassen zu fahren. Die Autofahrer sind nicht an Zweiraeder gewoehnt und raeumen ihnen keine Rechte ein. Fahrradspuren gibt es keine. Ich habe mein aus D mitgebrachtes Rad nach einigen Beinaheunfaellen eingemottet.
Nicht zu vernachlaessigen ist auch die Tatsache, dass ein Radfahrer aufgrund seines Besitzes eines Wertgegenstandes zu einem potentiellen Raubopfer wird. Ein Handy kann man in der Tasche verstecken, ein Rad nicht. Ausserdem ist man auf dem Rad allein - im Taxi, bei allen Gefaehrdungen, nicht.
Beim Lesen der eindrucksvollen Oeffentlichkeitsarbeit in Deutschland moechte ich den Rat geben, mindestens das gleiche Engagement auch in der namibischen Oeffentlichkeit an den Tag zu legen. Ein, zwei bekennende Alltags-Radler (a la Rezzo Schlauch/Rudolf Scharping) aus dem politischen, wirtschaftlichen Spektrum wuerden der Sache sicherlich dienlich sein. (Meine Phantasie, mir einen zum Tintenpalast radelnden Politiker vorzustellen, reicht hier jedoch leider nicht aus, aber das soll Euch nicht entmutigen.)
In der Theorie ist das Projekt super, wie auch das Solar-Parabolspiegel-Koch-Projekt. Aber auch hier warten begeisterte Unterstuetzer seit Jahren auf den Durchbruch der Gesellschaftsfaehigkeit.
Ebenso das Bauen mit Lehm. Alle sind begeistert, nur die potentiellen Endverbraucher zoegern.
Wasserdicht sinnvolle Projekte scheitern meines Erachtens gemeinhin an einem Imageproblem.
Fuer das Fahrradprojekt reicht es nicht, die oekologischen Vorteile zu beschreiben, nicht einmal die oekonomischen.
Sobald es "in" ist, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, wollen alle eines haben. Solange aber einem bike das Image anhaftet, ein Fahrzeug fuer Arme zu sein, laesst man sich lieber per Taxe in die City chauffieren wie in London oder New York, auch wenn's ein Drittel des Lohnes auffrisst.

Daran solltet Ihr arbeiten.

Aber Einwaende habe ich keine.

Camelthorn
"Nothing is more powerful than an idea whose time has come" (Victor Hugo)
zuletzt bearbeitet 23. Nov. 2010
1'223 Beiträge · seit 201023. Nov. 2010 ·
Als jemand der seine ganze Jugend in NAM Fahrrad gefahren ist, kann ich nur müde blinzeln und mich nach dem ganzen Sinn einer solchen Aktion fragen.

Will man gutmenschlich die Welt verbessern als Fahrrad-Sozialdistribution, den Öki spielen, oder was ist bezweckt?

Jedenfalls bin ich mal gespannt, wie der Zoll die Container voller Drahtesel ankommend ohne Importpermit abfertigen wird, und was da an Cash hingelegt werden muß. Möglicherweise sind dann die Fahrräder aus südafrikanischer Produktion preiswerter als der ganze deutsche Spendenberg alternder Drahtesel.

Good Luck!

Der böse BadBoy
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
zuletzt bearbeitet 23. Nov. 2010
Themenstarter28 Beiträge · seit 200923. Nov. 2010 ·
Es gibt erfolgreiche Projekte in Namibia - bitte nimm dir die Zeit, und lies auf www.benbikes.org.za/namibia nach. Ich würde das nicht machen, wenn ich nicht ganz genau wüsste, was da abgeht. Ich war im vergangenen Jahr 6 Monate in Namibia und habe 10 von 25 Projekten des BEN Namibia besucht und mit den Leuten gearbeitet. Die Erfolge stimmen sehr optimistisch. Es wird kein Geld in diese Fahrradwerkstätten gesteckt, das Anfangskapital ist lediglich der Container mit den Fahrrädern und die Kurse zum Fahrradmechaniker. Die Werkstätten werden in Zusammenarbeit mit schon etablierten Organisationen wie Rotes Kreuz, CAA, USAID usw. geschaffen, deren "Kunden" dann auch die Mitarbeiter stellen. Z. b. gibt es ein Projekt in Oshakati, wo körperlich behinderte Menschen eine sehr erfolgreiche Werkstatt führen, selbstständig eine Unterstützung der amerik. Botschaft i. H. v. 8000 € aquiriert haben, ein Bürogebäude gebaut haben und darin u. a. nun auch computerkurse anbieten.

Ein Anliegen von BEN Namibia ist es auch, das Fahrrad als Transportmittel in Namibia zu promoten. Und ich bin in meiner Zeit dort jeden Tag Fahrrad gefahren, überall, auch Abends. Klar, es gab auch mal brenzlige Situationen, aber hier in Deutschland wird man auch mal schnell übersehen...

Natürlich arbeiten wir auch daran, prominente Fürsprecher zu gewinnnen, jedoch alles Schritt für Schritt.

Sicherlich gibt es noch einige Fettnäppfchen, in die wir treten werden. Aber das Wichtigste ist, anzufangen. Das unser vorhaben kein neues Projekt ist, zeigt z. b. die Aktivität von bicycles for humanity, eine weltumspannende Grassroots-Organisation.

Ich glaube, erst wenn man sich ausführlich mit dieser speziellen Thematik der Entwicklungshilfe beschäftigt, kann man sich ein Urteil erlauben.

Lebst Du in namibia? Keine Ahnung, was für Erfahrungen du gemacht hast. Ich nur positive, deswegen setze ich mich ein!
Gast23. Nov. 2010 ·
g
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2011
Themenstarter28 Beiträge · seit 200923. Nov. 2010 ·
Wer lesen kann ist klar im Vorteil...wir sammeln, wie geschrieben, gebrauchte FUNKTIONSTÜCHTIGE Fahrräder und ausdrücklich keinen Schrott.

Es gibt zum Glück Menschen, die ganz bewusst ein Fahrrad, was sie auch hier hätten verkaufen können, für so etwas zur Verfügung stellen.

Komm mal vorbei, dann zeige ich dir die 50 Fahrräder, die wir schon haben. Mit ALLEN könntest du sofort losfahren!
Gast23. Nov. 2010 ·
G
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2011
409 Beiträge · seit 200923. Nov. 2010 ·
Hallo JohannesW nochmal,

mir wuerde es helfen, wenn Du bei Deinen Antworten auf Beitraege den Autor direkt ansprichst und auch erwaehnst. Das verhindert Missverstaendnisse.

Danke.
Camelthorn
"Nothing is more powerful than an idea whose time has come" (Victor Hugo)
Themenstarter28 Beiträge · seit 200923. Nov. 2010 ·
Wir verkaufen gar nicht!

Aber wir checken die Räder, die Sammlung erfolgt u. a. durch Fahrradläden und da gibt es fachkundiges Personal.

Bevor ein Fahrrad von den Angestellten einer Werkstatt verkauft wird, wird es nochmal gecheckt und auch auseinander genommen, überprüft, alle Lager gereinigt und neu abgefettet. Und wenn nötig, bekommt das Rad neue Reifen, die vorher durch die Angestellten bestellt wurden

Gerade in Städten mit Hochschulen gibt es eine riesen Nachfrage nach Gebrauchträdern für <50 Euro. Und trotzdem gibt es Leute, die es bewusst zu solchen wie unseren Projekten geben.

Kommst du aus der Branche? Hast du kenntnisse in der Fahrradmechanik???
Gast23. Nov. 2010 ·
g
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2011
237 Beiträge · seit 201023. Nov. 2010 ·
Das was du fährtst,Sambezi ist wohl nicht das richtige für Namibia.
Einfache Räder ohne Federgabel, mit 7 Gang Nabenschaltungen oder ältere XT oder LX ausgestatten Bikes sind immer besser, als der Billigschrott der aus China kommt. Überschaubare Technik, wenn möglich 26er Reifen und gut zu warten ist wichtig. Wir sahen relativ viele Radler in Namibia, deshalb kann ich mir schon vorstellen das das Sinn macht. Und wenn Johannes schon 6 Monate unten war, dann wird er sich schon ein Bild gemacht haben. Tatsache ist das sich viele in Namibia den Sprit für ihre Autos nicht leisten können, und da wäre ein Fahrrad schon eine Alternative.

Gruß
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Ovambo)
Gast24. Nov. 2010 ·
g
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2011
3'080 Beiträge · seit 200924. Nov. 2010 ·
@ Sambezi,

genau das war der Spruch der mir auch eingefallen ist.

Mal ins Unreine gedacht:

Wer zahlt denn den Transport für die 9000 km. Da wäre es doch eine Überlegung wert von diesem Geld dort Arbeitsplätze zu schaffen und vor Ort zu produzieren.

Mit gutem Grund gibt es in Afrika andere Autos als bei uns, das müsste doch auf Fahrräder zu übertragen sein.

Einfach, unkompliziert, unkaputtbar, bezahlbar.

Noch mal ins Unreine gedacht:

Gründet doch versuchsweise mal einen Fahrradverleih, wer sich für eine Tour für bezahlbares Geld ein Rad mietet kauft vielleicht später auch mal eins.

Ich bin gerade dabei eine Firma zu gründen, nein, nicht in Afrika und auch nicht mit Fahrrädern, aber das erste was ich dabei gehört habe war das Wort "Bedarfsanalyse".

Und bitte nicht falsch verstehen, ich gebe nur Denkanstösse, ich möchte nichts schlechtreden, ich unterstütze selbst Projekte in Namibia.

Viele Grüsse

SASOWEWI