HHDeernThemenstarter105 Beiträge · seit 200823. Juli 2010 · #1
Hallo, kennt jemand das Buch "Herero" von Gerhard Seyfried ? Bevor ich es mir kaufe, würde ich gerne mal eure Meinung hierzu wissen. Wie findet ihr das Buch ?
Gruß HH Deern
Chrigu7'267 Beiträge · seit 200623. Juli 2010 · #2
Hallo
ich kenne das Buch nicht. Aber vielleicht hilft dir die Bewertung bei Amazon: Herero. Vier von fünf Sternen.
Herzliche Grüsse Chrigu
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christina235 Beiträge · seit 200923. Juli 2010 · #3
Hi Obwohl ich den mächtigen Schinken nicht bis an sein bitteres Ende lesen konnte, da ich es nur ausgeliehen hatte, hat mir der Teil den ich gelesen hatte sehr gut gefallen. Mein Tipp für alle die sich für das "andere Namibia" interessieren ist aber Morenga von Uwe Timm. Mein absoluter Favorit! schönes Lesen chris
Wer die Biographie von Gerhard Seyfried ( Bulletten und Freakadellen ) kennt, wundert sich, wie realistisch und vorbehaltlos historische Quellen von ihm in den Roman / die Fiktion eingearbeitet wurden. Seyfried hat auch mehrere Monate vor Ort in Namibia recherchiert und auch intensive Quellenkunde in Berlin betrieben. Fakten sind gut in die Story eingewoben,für Situationen und Szenen, in denen es keine Fakten gab, hat er natürlich Phantasie walten lassen müssen. Kann man so machen. Hat er meiner Ansicht nach stimmiger als Uwe Timm bei Morenga gemacht.
Ein sachlicher Fehler ist ihm unterlaufen: Sein Alter Ego der Landvermesser reitet im Dezember den ganzen Tag in Richtung Gobabis und hat abends einen Sonnenbrand auf der linken Wange. Im Dezember müsste der Sonnenbrand auf der ungeschützten rechten Wange sein.
Für Arte hat er einen ausgewogenen Themenabend über das Deutsch-Herero Verhältnis mitproduziert.
Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek Carsten Möhle
Der Autor Gerhard Seyfried 2. von rechts beim Hererotag 2003 neben Super Journalistin Katrin Türk
Die Sache mit dem Sonnenbrand auf der falschen Wange ist mir allerdings nicht aufgefallen, naja dafür haben wir ja Carsten.
Liebe Grüsse Heidi
Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
Burschi4'140 Beiträge · seit 200923. Juli 2010 · #6
Hallo Deern, Carsten hat es wirklich gut beschrieben! Es hat ein paar historische Schwächen, ist in dieser Beziehung aber besser als Timms "Morenga". Was mir besonders gut gefallen hat, ist der Erzählstil und die sprachliche Gestaltung. Die hebt sich sehr wohltuend von anderen Romanen ab. Ich kann es nur empfehlen, aber daran denken, es ist ein Roman, kein Geschichtsbuch! Gruß: Burschi
camelthorn409 Beiträge · seit 200923. Juli 2010 · #7
Das Buch ist sicherlich interessant. Noch interessanter finde ich hier allerdings die Sonnenbrandfrage. Ich gehe mal davon aus, dass der Landvermesser von Windhoek aus nach Gobabis geritten ist, also stramm ostwaerts, und das im Dezember. Also, ich bekomme meinen Sonnenbrand im Sommer eigentlich immer oben auf dem Kopf, egal ob ich nach Gobabis oder nach Swakopmund reite. Und zwar deswegen, weil die Sonne im Hochsommer mittags im Zenit steht und an den meisten Dezembertagen nur noch knapp durch den Norden zieht und an einigen, wenigen Tagen kurz durch den Sueden, Ist es dann nicht so, dass die Sonnenbrandgefahr fuer meine linke Backe statistisch weit ueber der fuer meine linke Backe, aeh... linke Wange liegt?
Camelthorn
"Nothing is more powerful than an idea whose time has come" (Victor Hugo)
kauf Dir das Buch, Du wirst es bestimmt nicht bereuen. Ich fand es sehr schön zu lesen. Und weil Du es hier gerade erwähnst werde ich es mal wieder lesen, danke.
liebe Grüße Petra
Gott gab den Europäern die Uhr und den Afrikanern die Zeit
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Ach, lieber Camelthorn, jetzt verstehe ich auch den Ausdruck "geneigter Leser"
Der Sinn des Sonnenbrandes ist: 23° 26'
Jeweils zur Sonnenwende am 21./22. Dezember erreicht der Sonnenstand auf der Südhalbkugel auf dem Wendekreis den Zenit; die Sonne steht damit am höchstmöglichen Punkt und ein senkrecht auf dem Boden stehender Camelthorn würde dann keinen Schatten werfen.
Den ganzen Dezember durch scheint also die Sonne zwischen Windhoek und Rehoboth direkt von oben. Bis auf den Wendekreis sogar zweimal von fast der selben Stelle- auf dem Hinweg und auf dem Rückweg von 23° 26' . Nördlich dieser Linie kommt die Sonne also immer von rechts, wenn man gen Osten reitet.
Im Sinne der tropischen Tierkreiszeichen bzw. auch nach dem Sternbild der Ekliptik, in dem die Sonne bei Einführung der Sternbilder in der Antike zur Sonnenwende stand, wird der südliche Wendekreis auch „Wendekreis des Steinbocks“ (lat.: tropicus capricorni, engl.: Tropic of Capricorn) genannt. Zurzeit steht die Sonne zur Sonnenwende bedingt durch die Präzession im Sternbild Schütze.
Früher war also irgendwie doch alles anders.
Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek Carsten Möhle
P.S.: Photographentipp: Das Sossusvlei ist südlich des Wendekreises. Immer. Und deshalb hat man an den Kameldornbäumen im Dead Vlei auch um die Mittagszeit schräge Schatten. Immer.
HHDeernThemenstarter105 Beiträge · seit 200826. Juli 2010 · #10
Danke für eure Antworten. Ich habe es mir mal bestellt und bin schon gespannt.