Kenya im Dezember 2010

6 Antworten · 4'483 Aufrufe · gestartet 24. Mai 2010 von estefe
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Themenstarter690 Beiträge · seit 200924. Mai 2010 · #1
Hallo Formis, wir haben für den Dezember Kenya ins Auge gefasst, sind erfahrene Selbstfahrer im südlichen Afrika (Namibia und Südafrika ). Meine Hauptfrage ist erst einmal: Kann man im Dezember dorthin fahren? Ich habe Eure Reiseberichte gelesen, aber noch keinen, der etwas über die Regenzeit im Dezember und die Strassenverhältnisse schreibt. In den einschlägigen Reiseführern wird angegeben, dass die meisten Strassen nicht befahrbar sind.
Weitere Fragen: Welche Tour (3 Wochen) sollte man machen
Welches Auto bei geplantem Camping?
Malariaprophylaxe ist klar - aber wie ist es mit Gelbfieber (wird nicht verlangt, aber empfohlen)
Wirklich nicht barfuß durch den Sand (Hakenwürmer)?
Hauptthema aber ist er einmal - Ist Kenya im Dezember zu empfehlen?
Gruß Edith
287 Beiträge · seit 200924. Mai 2010 · #2
Hallo Edith,

die kleine Regeneit in Kenya dauert normalerweise von Mitte November bis Mitte Dezember. Es ist natürlich ein wenig gewagt, einen so ganauen Zeitraum anzugeben, denn wir erfahren ja zur Zeit ständig - nicht nur in Afrika - dass sich die Klimaverhältnisse deutlich verschieben.
Doch gegen Ende Dezember ist eigentlich eine gute Reisezeit für Kenya.

Die Straßenverhältnisse sind weniger als mittelmäßig. Viele Hauptstraßen wurden/ werden neu gemacht. Somit hat man z.T. gute Straßen, z.T. Straßen under construction aber eben auch viele Wege und Tracks, die steinig und schlaglochreich sind.
Bei der Planung einer Route sollte man daher immer recht genau die Entfernung von A nach B kennen, wissen dass man mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 - max.40 kmh vorwärts kommt, um so sicherzustellen, dass man immer vor Einbruch der Dunkelheit seion Ziel erreicht. Aber: Die Straßen sind alle befahrbar!
In den einschlägigen Reiseführern wird angegeben, dass die meisten Strassen nicht befahrbar sind.
Ich glaube langsam, die Autoren der Reiseführer betrachten das immer vom europäischen Straßenstandard aus oder werden von Reiseveranstaltern bezahlt, die mit solchen Aussagen verhindern wollen, dass man sich selbstorganisiert auf den Weg macht. Sebstfahren sollte für euch kein Problem sein.

Gelbfieber wird verlangt, wenn man nach Tanzania will und wieder nach Kenya zurück will. Wir haben mittlerweile die Imfpung - haben wir auch problemlos überstanden. Einige Krankenversicherer zahlen mittlerweile auch den Impfstoff.

Welche Tour? Kommt ganz darauf an, wo ihr landet und was ihr sehen wollt. Samburu ist sicher eine gute Entscheidung zu dieser Jahreszeit und - wenn ihr euch für Vögel interessiert das in Verbindung mit Shaba. Allerdings weiß ich noch nicht, wie es jetzt in Samburu aussieht nach der großen Überschwemmung im März. Massai Mara finde ich persönlich natürlich im Juli, August, September interessant zur Great Migration. Im Dezember wird man nicht mehr auf die riesigen Gnu- und Zebraherden treffen. Aber natürlich sind alle anderen Tiere noch da und Löwen sind ja recht standorttreu.
Lake Baringo und Lake Nakuru sind ebenfalls sehr schön und vielleicht da noch einen Abstecher nach Lake Bogoria für ein bis max. 2 Nächte einplanen.

Wenn ihr auch noch runter an die Küste wollt, könnt ihr je nach Zeitplan ja auch noch die Tsavos und Amboseli mitnehmen.

Das schöne beim Selbstfahren mit Camping ist ja die Freiheit, zwischendurch die Route spontan ändern zu können. Ihr braucht in Kenya keine Campsites vorbuchen. Lediglich wenn ihr in Lodges übernachten wollt, seid ihr etwas gebundener an einen Zeitplan.
Als Auto würde ich euch auf jeden Fall einen Landcruiser oder Landrover empfehlen - ob mit Dach- oder Bodenzelt ist sicher Geschmacksache. Da gibt es in Kenya ja einige Vermieter in sehr unterschiedlichen Preisklassen.

Zur Küste und den Sandwürmern können wir nicht viel sagen, da wir so gar keine Strandurlauber sind. Wenn wir zur Küste fahren, dann sind wir auf der Halbinsel Shimoni in Mwazaro Beach bei Hans von Lösch. Ganz ruhiges, pradisisches Plätzchen zum Seele baumeln lassen (Bootstour durch die Mangroven, Hochseefischen, Tauchen und Schnorcheln möglich). Aber es ibt dort keine Action, keine Parties, dafür aber auch keine Beachboys und trotzdem ein tolles privates Anwesen direkt am Strand gelegen (da kann man auch barfuß durch den Sand gehen).

Ich hoffe, dass die Infos euch in eurer Planung schon mal ein gutes Stück vorwärts bringen. Bei weiteren Fragen gerne posten, mailen oder tel.

Liebe Grüße
Birgitt
www.jambo-kenya-safari.de www.106812.forums.motigo.com/
439 Beiträge · seit 200924. Mai 2010 · #3
Wir waren zuletzt vom 20. Dezember bis Mitte Januar unterwegs und hatten keine Probleme was die Straßenverhältnisse angeht. Wir hatten einen Toyota Landcruiser. In unseren gut drei Wochen waren wir (drei Tage) im Tsavo West (war sehr gut, würden wir wieder machen), in der Massai Mara (war noch besser, würden wir auch sofort wieder besuchen, allerdings mit mindestens fünf Tagen oder besser sogar einer ganzen Woche) und im Amboseli (müsste nicht noch mal sein, ist schon sehr touristisch und mit Autoschlangen). Dfür würden wir uns unbedingt den Tsavo Ost ansehen. An der Küste waren wir auch ein paar Tage, ist aber entbehrlich. Auf medikamentöse Malariaprophylaxe haben wir wie immer aus gutem Grund verzichtet, Autan, entsprechende Kleidung und Moskitonetz allerdings sorgfältig. Gelbfieberschutz hatten wir ohnehin (Impfung hält zehn Jahre vor), hätten wir aber ansonsten machen lassen.
Themenstarter690 Beiträge · seit 200924. Mai 2010 · #4
Liebe Birgitt, danke für Deine ausführliche Information, sie hat natürlich geholfen. Ich werde jetzt mal weiter über die Tour nachdenken und mich bei weiteren Fragen - die bestimmt auftreten - hier im Forum oder aber in einer PM melden. Lieben Dank für die Mühe.
Gruß Edith und noch einen schönen Pfingstmontag - hier in Kempen kann man diesen ja mit Sonnenschein geniessen
Themenstarter690 Beiträge · seit 200924. Mai 2010 · #5
Hallo Fritzmann, auch Deine Infos sind sehr informativ für uns. Malariaprohylaxe: darauf haben wir in den meisten Fällen im südlichen Afrika auch verzichtet, jedoch Malarone als Stand by immer im Gepäck gehabt. Für uns ist es nicht wichtig am Ocean zu sein, viel mehr interessieren uns die von Euch angegebenen Parks mit den Tieren und die Einsamkeit. Werde jetzt mal weiter planen. Nochmals Dank.
Lieben Gruß Edith
5'479 Beiträge · seit 200927. Mai 2010 · #6
estefe schrieb:
Kann man im Dezember dorthin fahren? Ich habe Eure Reiseberichte gelesen, aber noch keinen, der etwas über die Regenzeit im Dezember und die Strassenverhältnisse schreibt.
Hier gibt es einen Reisebericht aus Dezember. War bislang ausschließlich über den Jahreswechsel in Ostafrika halte es für eine sehr gute Reisezeit.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
Themenstarter690 Beiträge · seit 200927. Mai 2010 · #7
Topobär, vielen Dank! Sehr informativ und mit tollen Bildern ausgestattet Dein Bericht. Da will man sofort hin! Wenn ich weiter in der Planung bin, werde ich mich per PM noch einmal melden, ebenso bei Birgitt.