Wir hatten uns in Bonn ja über Madagaskar und eure geplante Tour ausgetauscht. Jetzt ist es spannend zu sehen, wie ihr die Reise tatsächlich erlebt habt.
Deine im ersten post geschilderte Ambivalenz kann ich sehr gut nachvollziehen. Das Erlebte - gerade wenn man stunden-/tagelang...- über die Insel fährt und dadurch viel mitbekommt, hat uns auch im Nachhinein noch lange beschäftigt.
Aber die Natur und Tierwelt sowie die Menschen sind absolut einzigartig.
Das Palmarium und das Aye-Aye gleich an den Anfang zu setzen, ist ja schon sportlich. Das setzt die Ansprüche richtig hoch.
Champagner8’758 Beiträge · seit 201006. Sept. 2026 ·
H.Badger schrieb:
Soso - das Gespräch kam neulich auf Madagaskar. Und dann drei Pünktchen. Jetzt bin ich neugierig... (drei Pünktchen) 😉
Lieber Sascha,
da interpretierst du zu viel in meine Pünktchen rein (die benutze ich ja eh ganz gerne und ein wenig inflationär, zumal ich nach einigen Rüffeln von Ruth Eulenmuckel schon sehr sparsam mit meinen Ausrufezeichen umgehen muss 😁).
Ich hatte mit einigen aus der 2021er-Gruppe (aus meinem pädagogischen Umfeld) neulich mal ganz grob darüber geredet, weil sie eigentlich letztes Jahr hinwollten, dann aber wegen der politischen Lage zurückgeschreckt sind. Mal schaun, vielleicht wird es irgendwann mal noch was... 😉. Ich werde ihnen auf jeden Fall den Link zu deinem Bericht schicken, wenn er dann fertig ist (erkennst du das Zaunpföschdle?).
Liebe Grüße und einen schönen Sonntag von Bele, auch an die anderen Dachse im Hause! Und bis ganz bald!
Ich bin ganz bei dir: Madagaskar kann eine prägende Reiseerfahrung sein.
Das Palmarium an den Beginn zu setzen war für gar keine so schlechte Idee. Klar - man sieht hier bereits viele Lemuren auf kurze Distanz. Aber das hatte auch einen entspannenden Effekt. Außerdem hat sich (sieht man von Nosy Be ab) der Wildheitsgrad im Laufe der Reise gesteigert. Und so war das vergleichsweise "zahme" Palmarium eigentlich ein ganz guter Einstieg.
ich kann hier schwer klar empfehlen, weil wir nur im Beach Hotel genächtigt haben. Von der Lage her hat mir dieses besser gefallen als die Hauptlodge. Aber die habituierten Lemuren findet du vor allem dort. Und Strand gibt es dort auch. Am Anfang habe ich mit unserem Wohnort etwas gefremdelt, denn am Beach Hotel kommt "nur" zu wilden Zufallsbegegnungen und ich hatte Sorge, etwas zu verpassen. Aber ein halber Tag in der Umgebung der Hauptlodge hat dann doch ausgereicht, um "alles" zu sehen. Ich zeige das im nächsten Kapitel.
H.BadgerThemenstarter1’841 Beiträge · seit 201607. Sept. 2026 ·
Kapitel 3: Lemuren zum Sattsehen
Bereits vor Sonnenaufgang werde ich durch lautes Prasseln
auf dem Hüttendach geweckt. Oh Schreck – es wird doch im Regenwald nicht etwa
regnen? Ich versuche vergeblich nochmal einzudösen und lausche dem irgendwann
schwächer werdenden Geräusch.
Leise mache ich mich ausgehfertig und lasse die Familie noch
ein wenig schlafen. Im Dämmerlicht des neuen Tages gehe ich die paar Schritte
zum Seeufer und genieße den Frieden der Szenerie. Alles ist ganz leise. In der
Ferne watet ein Reiher. Ein Fischerboot legt ab. Das sanfte Plätschern des
eintauchenden Ruders gibt der Stille Struktur. Tief ein- und ausatmen.
Bald
kommt aber ein neues Geräusch dazu: Über den See nähert sich ein Prasseln in
beeindruckender Geschwindigkeit und der nächste Regenguss lädt mich unmissverständlich
dazu ein, schnell in die Hütte zurückzukehren.
Zum Glück dauert dieser neue Schauer nicht sehr lange an. Und
es wird der letzte Regenguss des Tages gewesen sein.
Vor dem Frühstück schauen wir schnell nach dem Oustalet’s
Chamäleon und finden es erwartungsgemäß noch in seinem Schlafbaum. Die große
Echse bewegt sich aber bereits langsam durch die Äste. Leider ist es durch die
Bewölkung und das dichte Blätterdach hier noch so dunkel, dass wir für ein Foto
lichttechnisch etwas nachhelfen müssen.
Es folgt ein leckeres Frühstück sowie eine kurze und entspannte
Zeit in der Hängematte, am Strand und im See. Zum Entspannen ist das Palmarium
Beach Hotel genau der richtige Ort.
Am späteren Morgen wollen wir zu einem Ausflug in den Teil
des Palmarium Reservats aufbrechen, der sich bei der Hauptlodge befindet, denn
dort leben die meisten Lemuren des Schutzgebiets. Dazu müssen wir gemeinsam mit
einer sehr netten deutsch-madagassischen Großfamilie, die mit uns das Beach Hotel bewohnt, auf einer
kurzen Bootsfahrt den See queren.
Als wir am Anleger des Beach-Hotels auf unser Boot warten,
wird die Stille plötzlich durch ein lautes Brüllen durchbrochen. Wir können die
Geräusche erst gar nicht zuordnen. Sie erschallen aus den nahen Baumwipfeln und
sind uns völlig fremd. Entfernt erinnern sie an das Krächzen einer Krähe. Nur
gestaltet sich der Schrei hier erheblich lauter. Ein genauer Blick zeigt uns
schnell die Urheber im dichten Blattwerk: Einige schwarzweiße Varis sind hier
unterwegs. Was ist das doch für ein Spektakel, das die hübschen Tiere
veranstalten!
Vom Steg aus lassen sich interessante Kreise auf dem
Seeboden entdecken, die jeweils von einem Fisch bewacht werden. Ein Nest?
Während der Überfahrt singt die Großfamilie madagassische
Lieder. Welch schöner Soundtrack für die Überfahrt! Als der Bootsführer in das Lied einstimmt, entsteht ein richtiger Gänsehautmoment.
Kurze Zeit später erreichen wir das Ufer an der Hauptlodge und
steigen die Treppenstufen vom Anleger zum Garten des Hotels hinauf. Wir trauen
unseren Augen nicht: Kaum haben wir die letzte Stufe hinter uns gebracht, sehen
wir uns auf Nahdistanz einem kleinkindgroßen Indri gegenüber. Wie alle Lemuren
im Akanin’ny Nofy Reservat, so zeigt auch dieses Tier keinerlei Scheu gegenüber
Menschen und lässt sich von uns ausgiebig in Augenschein nehmen, bis es schließlich
mit einem Riesensatz scheinbar schwerelos den Baum wechselt.
Ganz in der Nähe sind außerdem einige schwarzweiße Varis in
den Bäumen unterwegs.
All dies findet in nächster Nähe des Hotelrestaurants in einem
sauber angelegten botanischen Garten statt. Das trübt den Wildnis-Charakter
natürlich ein. Beeindruckend bleiben die Nahbegegnungen aber trotzdem unbedingt.
Daher noch mal schnell zurück zum Indri, der nicht weniger
fotogen als vorhin auf Augenhöhe an seinem neuen Stamm klammert.
Wenig später spazieren wir aus dem Garten in den Wald, etwas
unsicher, wo wir nun hingehen können. Es gibt einen breiten Weg, von dem immer
wieder kleinere Trampelfade in den tieferen Wald abgehen. Hier ist es schon
etwas wilder und Menschen sind auch nicht mehr viele unterwegs.
Wir sehen erste Braune Makis, die ebenso gut an menschliche
Nähe gewohnt sind.
Früher war es im Reservat laut diverser Reiseberichte
erlaubt, die Lemuren auch als Tourist mit Bananen zu füttern. Bei unserem
Besuch war dies (zum Glück!) nicht mehr vorgesehen und nur die Guides dürfen
die Primaten mit Leckerbissen versorgen. Der Umgang mit den Tieren des
Reservats erscheint uns insgesamt sehr respektvoll zu sein. Das haben wir nicht überall auf Madagaskar so erlebt.
Nach einiger Zeit ziellosen Umherstreifens können wir einen
Guide auftun, der uns die nächste Zeit über die Pfade des Reservats führen und die verschiedenen Waldbewohner zeigen wird. Stand 2026 leben im Palmarium
mit wenigen Ausnahmen nur noch Lemuren, die auch natürlich im östlichen
Madagaskar vorkommen.
Auf dem Spaziergang durch den Wald können wir so einige
unterschiedliche Arten beobachten.
Immer wieder zeigen sich uns Braune Makis.
Auch Kronenmakis kommen uns sehr nah. Bei dieser Lemurenart
– die ihren angestammten Lebensraum an der Nordspitze Madagaskars hat –
unterscheiden sich die Geschlechter farblich deutlich voneinander.
Außerdem finden wir einige Hybridlemuren, die aus der
Verpaarung der nah verwandten Braunen Makis und Kronenmakis entstanden sind.
Wir machen eine kleine Pause am Restaurant, bevor es tiefer
in den Wald geht. Hier finden wir die Indris wieder.
Im dichten Wald kommt als neue Art für uns der Rotbauchmaki hinzu.
Diese Lemurenart finde ich besonders hübsch. Die Weibchen und Männchen kann man
unter anderem anhand der unterschiedlichen Gesichtszeichnung gut voneinander
unterscheiden. Die weiße Zeichnung zum Nasenrücken hin tragen nur die
männlichen Tiere.
Wir laufen eine ganze Weile durch den Wald. Zum Abschluss
nimmt ein Hybridlemur durch eine Guide-Banane motiviert für einen Moment auf
der Schulter unserer Kleinen Platz. Bei solchen Kontakt-Aktionen haben wir
immer ein wenig Bauchgrimmen…
Unser weiterer Weg führt uns zum Seeufer weit entfernt von
der Hauptlodge. Auf dem Weg entdecken wir an einem Baumstamm einen Großen
Madagaskarleguan.
Am Seestrand zeigt uns der Guide schließlich einige
Madagaskar-Riedfrösche in der himmelblauen Farbmorphe. Sie sind nur zwei bis
drei Zentimeter groß, aber wegen ihrer Färbung der absolute Hingucker. Auch
wenn man sie im dichten Blattwerk, wo sie den Tag verschlafen, schnell
übersieht.
Eine letzte Station machen wir bei einer Ansammlung
fleischfressender Kannenpflanzen, die unweit des Seeufers in einem Sumpfgebiet
gedeihen. Die zahlreichen Trichterfallen haben eine beeindruckende Größe.
Gut gefüllt mit neuen Eindrücken besteigen wir ein kleines
Boot, das uns zurück zum Palmarium Beach Hotel bringt. Die Ruhe unserer
Unterkunft empfängt uns: Hängematte, Strand und See locken als
Nachmittagsprogramm.
Wir haben die Umgebung quasi für uns allein, nur beäugt von wunderhübschen Taggeckos.
Meine Frau und ich machen außerdem einen ausgedehnten
Spaziergang durch den Wald und am Strand entlang. Das Gebiet verengt sich nach
einigen hundert Metern zu einer kleinen Landzunge, die auf den See hinausführt.
Hier beobachten wir einige Vogelarten: Schildraben und Schmarotzermilan sind
uns aus dem südlichen Afrika wohlvertraut. Ein Neuzugang auf unserer
Sichtungsliste ist der Weißstirn-Regenpfeifer, der sich uns zum Glück auf
passable Fotodistanz nähert, als wir still und leise am Spülsaum des Sees verharren.
Zu Einbruch der Dämmerung wird unsere Aye-Aye-Exkursion mit
der ganzen Familie starten. Im Anschluss daran werden der Vater und die jüngere
Tochter noch eine Nachtwanderung im Wald unweit der Hauptlodge machen. Davon
aber erst im nächsten Teilkapitel mehr.
Das Foto von dem Boot auf dem See, hat durchaus Ohmmmmm- Wirkung😀.
Was für tolle Begegnungen mit den Lemuren und wie cool, dass sie auf Augenhöhe mit euch waren. Besonders begeistert mich allerdings der hübsche Frosch.
Auf dieser Tour wäre ich gerne dabei gewesen. Vielen Dank fürs visuelle Mitnehmen.
warte mal, ob Sascha was zu den Gesängen der Indris beschreibt oder gar eine Tonaufnahme einstellt. Das möchtest du dann doch nicht von deinem Plüschtier hören😃
H.BadgerThemenstarter1’841 Beiträge · seit 201610. Sept. 2026 ·
das war tatsächlich eine tolle Tour! Die verschiedenen Lemuren nicht nur hoch in den Wipfeln zu beobachten, war ein sehr schönes Erlebnis. Das Fotografieren war hier dadurch vergleichsweise einfach.
mein liebster Lemur ist wahrscheinlich der Schwarzweiße Vari. Aber auch deinen zwei Favoriten kann ich viel abgewinnen. Derzeit gibt es einen Schleich-Indri. Aber der ist natürlich nicht kuschelig. 🙂Marion hat aber unbedingt Recht: Die Spielzeugvariante sollte ohne Stimme auskommen. Sonst hat man Probleme mit den Nachbarn...
kurz haben wir die Indri bereits hier im Palmarium hören können. Ein paar Tage später konnten wir uns dann aber von ihrem vollen akustischen Potential überzeugen. Ich werde hier auf jeden Fall davon berichten. Wenn es möglich ist, hier eine Audiodatei einzustellen, werde ich das machen. Den Indri sollte man nicht nur gesehen, sondern auch gehört haben! 🙃
H.BadgerThemenstarter1’841 Beiträge · seit 2016gestern 18:52 ·
Kapitel 3: Fortsetzung
Kurz nach Sonnenuntergang schippert die ganze Familie über
den See: Unser Ziel ist die Fingertier-Futterstelle. Der Besuch gleicht dem am
Vortag. Nur ist dieses Mal zu Beginn kein Aye-Aye anwesend und es dauert eine
Weile, bis sich eines an der bereitgelegten Kokosnuss zu schaffen macht. Bis
wir das beständige Nagen hören, warten wir in absoluter Finsternis, denn wenn
die Beleuchtung bereits vor dem Eintreffen des Fingertiers angeschaltet wird,
vermeidet das Tier wohl die Annäherung.
Die ganze Familie ist begeistert von der Beobachtung. Für
drei von uns ist es eine tolle Premiere. Und auch für mich hat die Begegnung
nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Das Aye-Aye ist ein wirklich besonderes
Tier.
Heute Abend zeigen sich nach und nach zwei adulte Tiere und
ein Jungtier. Ich denke, dass es das gleiche Individuum ist, das sich am
Vorabend bereits an den angenagten Nüssen gütlich getan hat.
Der starre Blick aus den gelben Augen, das
borstig-struwwelige Fell: Das Fingertier ist unter den nachaktiven Lemuren
unbestritten die außergewöhnlichste Kreation.
Sein Aussehen und seine Lautäußerungen, die ihm seinen Namen
eingebracht haben, sorgen unter anderem aber auch dafür, dass das Tier auf
Madagaskar einen schlechten Ruf genießt. Laut lokalem Aberglauben kündigt eine
Begegnung mit einem Aye-Aye den schweres Unglück oder gar den Tod an. Ein
bekannter madagassischer Ausspruch dazu lautet „Mangatambo hita miseo tsy
tsara“ (etwa: Das Tier zu sehen bringt nichts Gutes). Das Töten des Aye-Aye
gilt als einzige Möglichkeit, das drohende Unheil abzuwenden. Der Tourismus hat
der Bevölkerung an den Ufern des Kanals aber auch gezeigt, dass Menschen von
weither kommen, um das Tier zu sehen. Hoffentlich ein wirksames Mittel gegen
den herrschenden Aberglauben.
Nach dem Besuch der Aye-Aye-Futterstelle trennen sich die
Wege unserer Familie temporär. Meine Frau und die Große fahren zurück ins Beach
Hotel und genießen dort ihr Abendessen und einen gemütlichen Tagesausklang.
Unsere Kleine und ich lassen sich zur Hauptlodge fahren, um
dort eine geführte Nachtwanderung zu machen, die wir am Nachmittag organisiert
haben.
Zuvor genießen wir aber ein harmonisches
Vater-Tochter-Dinner in der Hauptlodge. Auch hier isst man gut. Die Atmosphäre
des Beach-Restaurants gefällt mir aber besser. Lustig wird es, als ein
Schwarzweißer Vari in die offene Lobby klettert und von den Angestellten
herauskomplimentiert werden muss. Kaum sind die Vertreiber jedoch weg, kehrt
der Vari zurück und das Spiel beginnt von Neuem… 😄
Nach dem Essen trifft uns unser Guide am Restaurant und kurz
darauf streifen wir auch schon zu dritt durch den finsteren Wald.
In den Wipfeln quiekt und grunzt es immer wieder, als wir an
den Schlafstellen tagaktiver Lemuren vorbeikommen.
Unser Interesse gilt aber der „Nachtschicht“. Bald finden
wir den ersten Östlichen Wollmaki des Abends. Wunderbar frei sitzt das Tier
hoch oben in einem Baum.
Besonders freuen wir zwei uns über die Entdeckung eines
Stummelschwanzchamäleons. Toll, dass unsere Kleine diesen Winzling jetzt auch
zu Gesicht bekommen hat!
Wollmakis sehen wir im Laufe des Abends noch einige. Hier
sogar mal mit Schwanz.
Eine Erstsichtung für uns ist ein Kurzhorn-Chamäleon. Da
Chamäleons zu den Lieblingstieren unserer Tochter gehören, ist sie sehr
glücklich damit, jetzt auch noch ein recht großes Reptil gesehen zu haben.
Wir suchen eine ganze Weile nach den winzigen Mausmakis,
leider werden wir heute aber nicht fündig.
Und so kommt es erst, als wir auf unseren Bootstransfer
warten, zu einem letzten Höhepunkt unseres Ausflugs. Eine
Madagaskarnachtschwalbe jagt ausdauernd Insekten, die von der Stegbeleuchtung
angelockt werden. Immer wieder setzt sich der kuriose Vogel dabei kurz auf das
Geländer und so können wir ein paar nette Fotos aus recht kurzer Distanz
machen.
In unserer Hütte treffen wir vier uns nach rascher Überfahrt
wieder. Meine Frau und ich machen noch einen kleinen Spaziergang über die
Waldwege hinter den Unterkünften, denn während unserer Trennung konnten sie und
unsere Große dort tatsächlich einen Mausmaki durch Geäst turnen sehen.
Nun ist uns dieses Glück leider nicht mehr vergönnt, aber
der Abend soll trotzdem noch mit einem kleinen Highlight enden. Plötzlich
huscht nämlich nahebei ein kleines Tier über den Pfad und ich traue meinen
Augen nicht! Ich rufe kurz aus: Tenrek!
Es handelt sich um einen Großen Igeltenrek, der sich jedoch
schnell in den Schutz der Pflanzen am Wegesrand zurückzieht. Es gelingen daher
nur kaum zufriedenstellende Belegfotos. Wir versuchen seinen Laufweg zu
antizipieren und suchen die nähere Umgebung gründlich ab, um ihn wiederzufinden.
Leider scheint das vergeblich zu sein, bis meine Frau damit beginnt, auch die
Baumstämme abzuleuchten.
Und dort sitzt es tatsächlich an den Stamm geklammert: Ein
Wesen, das an Niedlichkeit kaum zu überbieten ist. Dem europäischen Igel
äußerlich sehr ähnlich, ist dieser Tenrek jedoch viel kleiner. Und im Klettern
hat er ganz sicher die Nase vorn. Lange betrachten wir den kleinen Kerl und
sind ganz verzückt.
Tief zufrieden mit diesem erlebnisreichen
Lemuren-Intensivtag verkrümeln wir uns in die Betten. Um 22 Uhr wird der Strom
im Hotel abgeschaltet – ab diesem Zeitpunkt herrscht die Dunkelheit am Ampitabe-See.
Morgen früh werden wir das „Nest der Träume“ bereits wieder
verlassen. Hier könnten wir uns durchaus vorstellen, noch einmal länger zu
bleiben. Das Palmarium Beach Hotel hat das Potential zum Sehnsuchtsort.
Melanie1982663 Beiträge · seit 2023gestern 21:06 ·
Ich hab ja von der Tierwelt auf Madagaskar noch so überhaupt keine Ahnung und auch die Namen sagen mir nichts, aber die Bilder sind auf jeden Fall sehr interessant. Manch eines der Tiere sieht richtig knuffig aus ☺️Schade, dass die Zeit dort schon wieder vorbei ist. Vielleicht kommt ihr aber ja wirklich noch einmal hierher zurück. Es hört sich auf jeden Fall sehr gut an und auch die Bilder überzeugen!
Plötzlich
huscht nämlich nahebei ein kleines Tier über den Pfad und ich traue meinen
Augen nicht! Ich rufe kurz aus: Tenrek!
Ich musste so sehr lachen, als ich das gelesen habe 😂! Vermutlich hätte ich gerufen, "Huch, was war DAS denn??" oder "Ein IGEL!", aber ganz sicher nicht "Tenrek"! Noch nie gehört, diesen Namen 🙄. Hast du dich vor der Reise so intensiv mit der Tierwelt Madagaskars beschäftigt, dass du den einfach so drauf hattest oder gehört das schon zur Allgemeinbildung?
mein liebster Lemur ist wahrscheinlich der Schwarzweiße Vari.
Da sieht man mal wieder, wie verschieden die Geschmäcker - zum Glück - sind 😉! Ich mag ja schon keine schwarzweißen Vögel, von daher gefällt mir dieser Lemur auch nicht sonderlich 😕.