Lüderitz im März 09

18 Antworten · 6'851 Aufrufe · gestartet 18. Mai 2009 von lilytrotter
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Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200818. Mai 2009 · #1
Liebe Fomis!
Wir ziehen für unsere Reisen nach Namibia so viel wertvolle Reise-Information aus dem forum. Dank an alle, die das forum mit informativen Berichten füttern.
Entsprechend danken wir mit einem kleinen Reisebericht: 3 Tage Lüderitz. Ausnahmsweise hab ich Teile meines chaotischen Reisetagebuchs ins Reine geschrieben, was bei mir eine kleine Ewigkeit dauert und mir sonst immer zu viel ist. Deshalb kommt der Reisebericht erst jetzt im Mai.

Freitag
Fahrt nach Lüderitz.
Viele sagen, dass man hier nur einen Tag zu bleiben braucht, weil es eh nix zu sehen gibt. Glaub ich nicht. Viele machen nur einen Tagesausflug von Klein Aus hierher, oder zur Kolmannskuppe. Ist mir völlig unverständlich. Und viele fürchten die windige Campsite auf Shark Island. Bitte? Wir alle kommen aus dem kalten Norden, machen hier einen auf 4x4-Explorer, aber zittern vor einer windigen Campsite an der See. Nun ja, bei Sturm ist es überall unangenehm und der Atlantik kann manchmal rau sein, aber es ist doch auch gerade der Kontrast von Wüstensand und trockener Hitze - zu Meer und salziger Brise, der eine spannende Abwechslung bietet, das verpasst man sonst. Und wir haben März.

Bei Garub haben wir das Glück eine große Herde der „Wildpferde“ zu sehen, Nachfahren der hier freigelassenen deutschen Schutztruppenpferde. Ganz dicht stehen sie und grasen so vor sich hin.
Weiter, immer parallel zur alten Bahnstrecke, hie und da, Reste alter Bahnhäuschen, streckenweise liegen neue Betonschwellen zum Wiederaufbau der Strecke bereit. Vielleicht wird es ja irgendwann mal eine historische Zugfahrt zwischen Keetmannshoop und Lüderitz geben? Wäre der Stadt, die ein etwas stiefmütterliches Dasein in der touristischen Wahrnehmung führt, nur zu wünschen.
Im Abendlicht durch die Straßen von Lüderitz, eine hübsche leicht überschaubare lebendige Kleinstadt, Jahrhundertwende-Architektur, ein wenig Bäderarchitektur, überwiegend sehr gepflegt, die Abendsonne knallt auf die Häuserfronten, ein Licht! Ich fotografiere begeistert.
Wir haben Lüdritz von vor 20 Jahren lange nicht so hübsch in Erinnerung, damals war es eine etwas triste Stadt, schien uns etwas erstarrt. Das ist jetzt ganz anders. Viele Häuser sind bunt angemalt, sehr farbig, eigenwillig bunt, sie geben dem Straßenbild einen ganz neuen, eigenen Charakter, gut so! Es ist ein eigenes Flair entstanden, eben ein bisschen mehr afrikanisch. Angenehm. Gehen an die Waterfront, zu Ritzi’s: Prawns mit gelbem Reis, schmackhaft, leider etwas trocken. Dazu gibt es die nette Atmosphäre und die gute Aussicht auf die Lüderitzbucht und den kleinen Hafen im Abendlicht. Langsam füllt sich das Restaurant bis auf den letzten Platz, mit gemischtem Publikum. Gute Idee der Stadtplaner, die Waterfront zu bauen.
Nach Sonnenuntergang zum Campingplatz auf Shark Island. Wir erinnern nix mehr, von damals, ich bildete mir glatt ein, es hätte einen kleinen Strand gegeben, haha! Alles purer dunkler Fels mit glatten Sandplätzen und flachen Schutzmauern, ungewöhnlicher Ort, Klasse. Bei Sturm ist hier richtig was los, das erinnern wir noch gut von damals, es war verdammt windig, unser Zelt hat ziemlich gezappelt. Jetzt allerdings haben wir geniales Wetter, es weht eine leichte warme Brise. Wir zelebrieren unseren Sundowner und genießen den Ausblick zu beiden Seiten: nach Westen, auf den Atlantik im Dämmerlicht; nach Osten, auf den Hafen, die Lichter der Stadt und ihre Spiegelungen auf dem Wasser.

Samstag
Shark Island, eine seichte Brise: Breakfast at the Seaside, mit Weitblick! Boah! Das ist First Class: Cappucino, Toast, Butter, Feigenmarmelade, Frischkäse mit Smoked Salmon. Abertausende von Kormoranen, Bank Cormorant und Cape Cormorant ziehen über das Wasser in Richtung Diaz Point, die auslaufende ‚Sedina’ tuckert an Shark Island vorbei, hat ihr braunes Segel gehisst, sieht gut aus in der Morgensonne.
Wir sitzen am Mäuerchen und genießen, der sanfte Wind kühlt angenehm, aber es ist wie immer bei diesen Kurz-Reisen, alles immer nur kurz … Wir haben noch was vor, heute, also Bewegung!
Ab ins Landesinnere, vorbei am Fish Shop! Der liegt am Hafen, an der Straße zur Campsite (Insel Street), gleich am Anfang, links. Die gleiche Tür wie das „portugiesische Konsulat“(? oder so), was eigentlich gar keins ist, sagt man mit hinterher. – Und wir fahren dran vorbei und erkennen den Laden als solchen nicht; hätten anhalten, hineingehen und fragen sollen. Also, Crayfish und Fisch, ade. Hinterher wird uns von zwei Seiten diese Adresse bestätigt.
Bei ‚Lüderitz Safari & Tours’ für morgen Früh die ‚Sedina-Tour’ gebucht. Hier im Laden liegt ein antiquarischer Henno Martin aus … Weiter zum Postamt, Briefmarken holen. Kolmannskuppe: Die Führung haben wir verpasst, aber egal, wir können ja auch so besichtigen. Ist uns ja auch nichts Neues. Morbide deutsche Kolonialgeschichte umweht uns. Sehr interessant. Auch hier sehr positive Entwicklung, ein kleines Museum ist eingerichtet, das Haus des Krämers ist mit Inneneinrichtung bestückt, sehr anschaulich, ein Haus ist renoviert, es gibt einen Shop und ein Cafe, in dem man leckeren „home made“ Kuchen und Kaffee sowie Erfrischungsgetränke serviert bekommt. Das alles macht den Aufenthalt hier vielseitiger und sehr viel netter, als früher, da war es in der Hitze nur anstrengend ohne Erholung. Die alte Kegelbahn, auf der wir damals kegeln durften, darf natürlich nicht mehr benutzt werden. Nun, es kommt mittlerweile auch ein Vielfaches an Besuchern hierher und alles wäre schnell verbraucht. Die meisten Häuser sind im gleichen zerfallenen Zustand, wie damals und das ist auch gut so. Wenn sie alles renovieren würden, hätte der Ort nicht mehr die Anziehungskraft. Denn das ist es ja, was man sehen will: Wie sich die Wüste die Stadt erobert, die Rahmen ohne Fensterglas, die Häuser ohne Türen, die Sandhaufen in den Häusern … Wehe, sie räumen hier alles auf ... Sa um 13 Uhr ist Feierabend, ich fahre hinaus, parke vorm Tor, wir dürfen aber trotzdem noch die verfallenen Häuser oben am Hang erkunden.
Neben dem Eingang zur Kolmannskuppe liegt der Eingang ins Diamantengebiet von NAMTEB. Auffällig, die große blaue Halle – zum Röntgen der Fahrzeuge? An der Straße stehen die Warnschilder, das Gebiet neben der Straße nicht zu betreten, Diamantengebiet.
Wir fahren zurück Richtung Lüderitz, folgen vor der Stadt links einem Schild zum Dias Point und landen auf dem Weg dorthin im Bereich der Sturmvogelbucht an einer „Lagune“ in der Wüste. Für andere hätte dieser Platz hat den Charme ein Kiesgrube, aber nicht für uns. Auf einer winzigen Landzunge liegt unser Nachmittagsplatz: Baden im lauwarmen Wasser, es ist leider etwas sehr flach, aber man kann gerade eben schwimmen, ohne sich die Knie zu schrabseln. Eine seichte Brise kühlt. Essen im Schatten unseres Autos, dieser ist schon etwas breiter, ja, der Tag neigt sich.
Weiter zum Diaz Point. In der Bucht links davor schwimmt was! - Delfine! Mindestens 10, nein, bestimmt 20 kleine Delfine! Begeistert schnappen wir uns unsere Ferngläser, so können wir sie gut beobachten, sie schwimmen in mehreren Gruppen und spielen. Wir stehen am Straßenrand und verfolgen ihr Spiel, am Strand stehen 8 Greater Flamingos, sehr grau, kein rosa. Irgendwie beglückend, dem Spiel von Delfinen zuzuschauen.
Auch am Diaz Point gibt es eine Campsite, in der Bucht mit Strand und ein kleines Restaurant. Aus Zeitgründen und mangels erneuten Hungers lassen wir einen Besuch ausfallen, unseren Campnachbarn hat es dort sehr gut gefallen.
Vom Diaz Point aus beobachten wir die Robbenkolonie auf der gegenüber liegenden Insel, echte Seebären …, die Sonne sinkt merklich, wir wollen noch in die Große Bucht.

Zum Abfahren der kleinen Abstecher reicht die Zeit nicht, obwohl wir gerne die Reste der alten Walfangstation wiederfinden würden, die wir erinnern. In der nächsten Bucht grölen uns ein paar Jugendliche zu, die feiern hier am Wochenende. Ja und mehr noch, die fangen Crayfish. Viele namibische Jungs sind begeisterte Crayfish-Sucher. Wäre ich hier wohl auch! Als wir halten kommt einer angelaufen, außer Atem grüßt uns der junge Mann höflich und stellt sich vor: - Ich bin Bure, aus der Gegend Witpütz, wir sind/mein Vater ist Karakul-Farmer. Sie sind mit Freunden hier zum Crayfish fangen, er liiiebt Crayfish, sie übernachten hier, morgen früh, bei Ebbe, fangen sie weiter. Aufgeregt stellt er uns dann viele Fragen: - Es kommen so viele Touristen hierher. Was ist es, was ihr an Namibia liebt, warum kommt Ihr hierher? Er hat Charme, der junge Bure mit seinem Brausekopf, er ist ein sehr netter Gesprächspartner. Die Sonne ist schon untergegangen, wir wollten doch noch … wir verabschieden uns herzlich, im Nachhinein bedaure ich sehr, dass wir nicht unsere Namen und Adressen ausgetauscht haben!! Wir hätten auch einfach noch hier bleiben können, weiter schwätzen … die Große Bucht … man ist immer so festgelegt im Kopf …
In der Dunkelheit sind wir auf der Campsite Shark Island. Essen, Abwasch, wegräumen, duschen, es wird 11 Uhr, wir sind wieder mal die Letzten.

Sonntag
In der Morgensonne motoren wir bei Windstille aus der kleinen Lüderitzbucht, vorbei an der Spitze von Shark Island, in Richtung Diaz Point. Auf dem Weg wieder viele Kormorane, das allmorgendliche Procedere, die Kormorane fliegen zu ihren Fressstellen. Der Skipper, schwarze Haare, langer Zopf, coole Sonnenbrille, sehr selbstbewusst, ein Mann mit Stories und buntem Vorleben, war Diamantentaucher und weist sich als begeisterter Waffensammler und Waffennarr aus, etwas kurios. Sehr freundlich und sehr informiert beantwortet er alle Fragen und erzählt über Tiere, Klima, Geschichte und Gegenwart. Wir passieren die Sturmvogelbucht, hier sind die Reste der alten Walfangstation mit dem Fernglas zu erkennen: die dunklen „Knöpfe“ am Ufer sind die alten Kessel zum Tran-Kochen. Muss das hier gestunken haben damals … Wir passieren die Bucht vor Diaz Point, am Stand der Campsite liegt ein kleiner Kutter, oben im Sand, hübsch hellblau schmückt er auf seine Weise die Gegend. Dann erreichen wir den Felsen mit den Seebären. Auf die Entfernung sehen wir natürlich nicht die kleinen abstehenden Ohren, die ich so liebe, schade, genau das macht sie so komisch. Weiter zu den Pinguinen auf Halifax Island. Es sind tatsächlich ziemlich viele Jackass Penguins. Der afrikaanse Name: Pikkewyn, trifft klangmäßig die komischen Kleinen genau. Sie wackeln am Ufer entlang, watscheln in Grüppchen in unsere Richtung, hüpfen ins Wasser und spielen, man könnte meinen sie seien vergnügt. Dann motoren wir in die Bucht zu den Delfinen, die sind hier ständig, - echt in dieser kleinen flachen Bucht? – Ja! Der Gaffelschoner düst im Kreis, meint, dadurch würden die Delfine zum spielen angeregt, was nicht wirklich klappt und dann dreht er auch schon bei und zurück geht’s. Schade, warum wird hier nicht der Motor ausgemacht, sodass man friedlich vor sich hindümpeln kann. Einfach so, die Stille und die Delfine genießen! Das wäre für uns das absolute Highlight der Tour, aber wir sind da mit unseren Vorstellungen wohl nicht im Normbereich. Wir motoren ohne gehisstes Segel, denn das bisschen Wind das da ist, kommt auch noch aus der falschen Richtung.
Mit auf dem Schoner, zwei Männer, Russen, wir erfahren: es sind der Kapitän und 1. Offz. des gerade im Hafen liegenden Libanesichen Frachters, Container. Wo er den jetzt hinfahre, was er denn transportiere? Er lädt gerade Zink - nach Cape Town, dort Container - nach Durban, dort dann leere Container - wieder nach Lüderitz. Er sei erstaunt, es wäre „a lot of traffic here“. Die Mannschaft? – Russisch, kirgisisch, ukrainisch. Arbeitssprache an Bord: Englisch. Eigner: Deutsch, Hamburg, Domstraße. Aha!
Zum Frühstück in den Diaz Coffee Shop, Nachtigallstr./Bismarkstr. Sehr nett, überblicken die ganze Bismarkstraße im sonntäglichen Vormittagsschlaf. Eine sehr beruhigende Kleinstadt-Atmosphäre. Gutes Frühstück, nette Bedienung, sehr guter Kuchen, Africa-Native-Mix-Design, angenehmer Laden. Öffnungszeiten: Mo-Fr 7-17, Sa 8-13, So 9-12.
Hier in Lüderitz könnte ich mindestens ’ne Woche bleiben, es ist total nett hier und ich habe noch lange nicht alles gesehen und fotografiert.
Nach kurzem Einkauf bei Spar, Abfahrt Richtung Aus, wieder warnen die Schilder vor dem Verlassen der Straße. Wirklich schade, Wüste pur, genau das, was wir so lieben.

Nächstes Mal in Lüderitz: - noch mehr Häuser fotografieren, - Sonntags in die Kirche gehen und horchen, wie das hier in Lüderitz so klingt, besonders der Chor! (es wird doch wohl einen geben!?) – ins Museum gehen, - Crayfish essen, bis zum Eiweißschock, - zum Agate Beach, - bei Tageslicht auf der Campsite ankommen und nett am Feuerchen grillen, - mich vielleicht auch vom Wind durchpusten lassen, wer weiß …
Und übrigens: es gibt doch einen „Strand“ auf der Shark Island Campsite, eine klitzekleine Sandbucht ...

Viel Spaß allen Namibiareisenden, wo immer Ihr auch hinfahrt.
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
8'054 Beiträge · seit 200818. Mai 2009 · #2
Hallo Lilytrotter,

Danke für den ausführlichen Bericht über Lüderitz. Du hast die Stadt wie ich genossen. Es braucht aber seine Zeit. Die meisten Leute verbringen einen halben Tag und fahren weiter.

Viele Grüsse

Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
5'538 Beiträge · seit 200818. Mai 2009 · #3
Hallo Lillytrotter,

klasse Bericht - eine kleine Liebeserklärung für eine schöne Stadt. Aber leider, leider so weit vom Schuss.

Mach weiter so - bin gespannt auf Deinen nächsten Bericht.

Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd
Gast18. Mai 2009 · #4
Auch ich bin Lüderitz-Fan und danke dir für den tollen Bericht! Wir sind letztes Jahr fast alle Buchten abgefahren (leider haben wir keine Delfine gesehen 🙁 ), war echt toll da unten. Und - es gibt wirklich leckere Semmeln in Lüderitz!
1'457 Beiträge · seit 200618. Mai 2009 · #5
Hierbei noch eine angenehme Neuigkeit für alle Lüderitz Fans: die Bucht news sind mittlerweile online !

http://www.buchternews.com/tag/issue-223/
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200818. Mai 2009 · #6
Vielen Dank für Eure Kommentare!
In dem Link der „buchternews“ habe ich etwas von einem Crayfish-Festival Anfang April gelesen.
War da vielleicht zufällig jemand gerade in Lüderitz?
Wenn ja, bitte mal erzählen, wie es war.
Gruß Lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
1'419 Beiträge · seit 200919. Mai 2009 · #7
Hallo Lilytrotter,

vielen Dank für Deinen wunderschönen Bericht!

Bei mir dauerts noch ein paar Monate bis ich diese Stadt zum ersten Mal sehe, aber beim Lesen dieses Threads ist die Vorfreude wieder mal gestiegen ... ich kanns wirklich schon gar nicht mehr erwarten! 🙂

Liebe Grüsse
janet
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!
387 Beiträge · seit 200925. Jan. 2010 · #8
Hallo Lilytrotter,
vielen Dank für deinen Bericht! Du warst ja schwer begeistert von Lüderitz!
Ursprünglich wollten wir es auf unserer Tour auslassen, da viele der Ansicht sind, es lohnt sich nicht. Aber dann haben wir Bilder von Kolmanskuppe gesehen, und von Lüderitz im Abendlicht!
Jetzt versuchen wir, doch noch eine Nacht in unsere Tour einzufügen. Mehr klappt definitiv nicht. Mein Plan wäre dann, auf Shark Island zu übernachten. Wobei es dort ja sehr windig sein soll, aber eine Nacht am Meer hätte sicher auch was reizvolles, wenn das Wetter einigermaßen mitspielt.

Seid ihr von Ritzi's zum Campingplatz zu Fuß unterwegs gewesen oder gefahren?
Wir würden dann auch gerne zum Diaz Point rausfahren. Du schreibst, dass es dort auch eine Campsite gibt, und ein kleines Restaurant. Das wäre ja vielleicht noch eine Alternative zur Übernachtung auf Shark Island?

Viele Grüße
Katja
zuletzt bearbeitet 25. Jan. 2010
122 Beiträge · seit 201026. Jan. 2010 · #9
Hallo,

Diaz Point habe ich auch sehr windig erlebt, zum Campen vllt. nicht so schön. Das Restaurant ist allerdings sehr nett.

Gruss
Thomas
Ich glaube, ich brauche hier auch eine zynisch besserwisserische Signatur! ;)
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200828. Jan. 2010 · #10
Hallo Katja!

Ja, ich finde einen Aufenthalt dort wirklich lohnenswert. Man darf nur nicht zu viel erwarten, wenn’s Wetter schlecht ist, dann ist es auch in Lüderitz neblig und grau und nass und windig.
Shark Island ist, wenn es windig ist, aufgrund seiner exponierten Lage natürlich immer noch etwas windiger als in der Stadt. Aber es gibt auf der Campsite die Felsen und die Windmäuerchen, die ein wenig Schutz bieten.
Von der Campsite zum Ritzi's ist es zu Fuß recht weit und nicht gerade interessant (Hafenrandgebiet), abends auf dem Rückweg (dunkel) würde ich nicht so gerne da rumlaufen. Außerdem haben wir gern unser bepacktes Auto in Hör- bzw. Sichtweite. Beim Ritzi’s kann man, wenn man sehr früh dran ist, direkt vor der Tür an der Straße parken (Platz für 3-4 Fahrzeuge, glaub ich), und einen freundlichen Parkplatzwächter hat’s da auch.

Wenn ihr in der warmen Jahreszeit dort seid, würde sich eine Nacht auf der Campsite am Diaz Point lohnen. Dort gibt es Sandstrand, man steht vollkommen frei, was durchaus seine Vorteile hat, aber windtechnisch von Nachteil ist. Bei gutem Wetter wäre das durchaus eine Alternative zur Übernachtung auf Shark Island. Aber man müsste dann nach dem Essen im Dunkeln dorthin und es ist noch ein ganz schönes Stück durch die Wüste. Vielleicht vorher den Weg ansehen, wenn man sich mit den örtlichen Pistenverhältnissen nicht auskennt. Im Dunkeln ist die Orientierung vielleicht etwas heikel, da es z.B. neben der Piste auch vielbefahrene Spuren über die (zeitweise) trockene Bucht gibt, die wir Fremdlinge lieber meiden sollten. Oder man bleibt zum Essen im Resto am Diaz Point.
Aber ehrlich gesagt, für nur eine Nacht in der Gegend und wenn ich abends zu Ritzi’s wollte, würde ich mich dann doch für die Campsite auf Shark Island entscheiden.

Viel Spaß auf Eurer Reise.
LG lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
1'419 Beiträge · seit 200928. Jan. 2010 · #11
Huhu!!

Na dann erzähl ich doch auch mal unsere Erlebnisse da 🙂

Schon wenn man hinfährt denkt man man ist auf dem Weg ans Ende der Welt. Auch auf der Strecke sieht man kaum ein anderes Fahrzeug, und für mich war die Landschaft einfach wunderschön.

Irgendwie ist es auch ein komisches Gefühl, man weiss sich in einer Sackgasse, im Norden und Süden die Wüste und Sperrgebiet und in den Westen kommt man auch nicht weiter weil da der Atlantik ist.

Aufgrund der zugigen Lage haben wir uns dort allerdings für ein Hotel entschieden, das aber direkt am Meer lag (Nest). Wir hatten Glück und es war supertolles Wetter, zwar sehr windig und eine frische Brise, aber Sonne pur. In der Stadt selber sieht man kaum Touristen.
Die Atmosphäre fand ich wunderschön, oft hat man das Gefühl die Zeit wäre stehengeblieben. Das kleine Museum mit der netten Dame hinter der Kasse vermittelt auch sehr viel von dem Charme, den diese Stadt ausstrahlt. Auch Kolmannskuppe war für mich ein Highlight des Urlaubs.

Wir waren zwei Nächte in der Stadt und haben keine einzige bereut. Ich hätte es auch noch gut einige Tage länger dort ausgehalten, die Halbinsel erforscht, eine Fahrt mit der Sedona zu den Delfinen, Flamingos und Pinguinen unternommen etc .....
Flairmässig fand ich sie auch wesentlich aus- und eindrucksvoller als Swakopmund, vielleicht auch eben wegen dieser Einsamkeit (jetzt werd ich sicher gleich geschlagen *g*)

Essenstechnisch ist Ritzis fein, sehr sehr gut gegessen haben wir allerdings auch im Restaurant des Nesthotels, Austern als Vorspeise und Straussenfiletspitzen mit Schokoladen-Chili-Sauce als Hauptgericht. Ein Gedicht!

Grüssle
janet
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zuletzt bearbeitet 28. Jan. 2010
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200828. Jan. 2010 · #12
Hi, janet. Genauso isses, wenn man da hinfährt.
Haben wir genauso empfunden.

Wir könnten es dort auch länger aushalten, wir mögen die Atmosphäre dort.
Aber man muss sich darauf einlassen, sonst kann man es nicht genießen.
Aber so ist das ja mit allem...
LG lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
387 Beiträge · seit 200930. Jan. 2010 · #13
Hallo zusammen!
Danke für die Infos!
Für mich hört sich das alles sehr gut an. Da bin ich wirklich mal gespannt wie es uns gefällt, und hoffe, wir schaffen es tatsächlich auch noch nach Lüderitz.
Ich werde dann mal Shark Island und Ritzi's anpeilen und den Campingplatz am Diaz Point und das Restaurant dort als Ausweichmöglichkeit.
Klar, bei schlechtem Wetter ist es sicher nicht spaßig an der Küste, aber dann müssen wir kurzfristig umplanen.
Aber ich hoffe doch sehr auf Sonne, damit wir auch schöne Fotos machen können.
Was heißt denn beim Ritzi's früh dran sein? Was ist denn die übliche Essenszeit dort am Abend?
Gruß
Katja
1'419 Beiträge · seit 200931. Jan. 2010 · #14
Huhu Katja,

ich denke mal das hat auch bissl was mit Glück zu tun, ich weiss ja nicht wieviel im März dort los ist?

Wir waren im Ende September dort und hatten für 19:30 einen Tisch reserviert, weil wir vorher noch am Achatstrand den Sonnenuntergang genossen haben. Haben dann einen bewachten Parkplatz direkt vorm Restaurant bekommen. Es sind aber wirklich nicht viele Parkplätze direkt an der Strasse dort.

Ich hab mal meine Reiseetappe Lüderitz rausgesucht, falls Du vorab Impressionen haben willst 😉

Anfahrt: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/119145-namibia-2009-qsuchen-und-findenq.html?limit=6&start=24#119961


Liebe Grüsse
janet
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!
zuletzt bearbeitet 31. Jan. 2010
387 Beiträge · seit 200931. Jan. 2010 · #15
Hallo Janet,
vielen Dank! Und deinen tollen Bericht habe ich sogar schon vor ein paar Tagen gelesen, da ihn jemand empfohlen hatte!
Die Bilder von den bunten Häusern in Lüderitz und von den Türen in Kolmanskop finde ich klasse! Und dann das Chamäleon! Ich hoffe, uns läuft auch so ein Bursche über den Weg!
Liebe Grüße
Katja
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200801. Feb. 2010 · #16
Hallo, Katja!

„früh genug“ ist ja auch eine wirklich interpretierbare Aussage –
Es hängt immer von den täglichen Gegebenheiten ab und die kann ja keiner voraussagen. Wir z.B. waren so früh da (ich glaub es war gerade mal 18 Uhr), dass gerade nach dem Essen die Sonne unterging.
Aber das alles kann man auch ganz anders planen, je nach Vorliebe.
LG lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
387 Beiträge · seit 200912. Feb. 2010 · #17
Habe noch mal eine Frage an alle Lüderitzkenner:

Wo parkt man denn am besten d.h. am sichersten sein Auto bzw. den Camper, wenn man zu Fuß die Stadt erkunden möchte?
Und kann man auch am Achatstrand problemlos den Wagen stehen lassen?

Gruß
Katja
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200819. Feb. 2010 · #18
In der Stadt, wie überall, da, wo viel los ist, möglichst mit "Parkwächter" und nach "Gefühl". Mitunter fahren wir erst eine Weile durch eine fremde Stadt, bevor wir uns für einen Parkplatz entscheiden.
Agate Beach kennen wir nicht. Haben wir nicht geschafft hinzukommen.
LG lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
1'419 Beiträge · seit 200919. Feb. 2010 · #19
Huhu,

wir haben entweder das Auto am Hotel stehen lassen (das war ja auch nen Stück ausserhalb) und sind zu Fuss rein, oder haben direkt in der Stadt geparkt. An den meisten Strassen stehen Parkwächter.

Am Achatstrand haben wir das Auto in Sichtweite stehen lassen, soooo gross ist der Strand ja nicht 😉

Grüssle
janet
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!