heute möchte ich mit einem kurzen Reisebericht über eine Radreise aus einem vergangenen Jahrtausend beginnen, die wohl bis heute meine spannendste Reise überhaupt geblieben ist.
Vor knapp 30 Jahren, zum Jahreswechsel auf 1996 kam ich nach hastigem Genuss von elf Bechern Glühwein auf die -wie ich fand- großartige Idee, vom Pazifik zum Polarmeer zu radeln.
Zum damaligen Zeitpunkt schienen mir Radreisen in Afrika noch viel zu gefährlich. Das war meiner Meinung nach etwas für Leute, die -des Lebens überdrüssig- auf möglichst anstrengende Weise Selbstmord begehen wollten. Kein normaler Mensch, so wie ich es einer bin, würde jemals auf eine derart sinnbefreite Idee kommen,.
Dachte ich.
So kann man sich irren ...
Das gesamte Internet passte damals ja ausgedruckt noch auf etwa drei Dutzend Karteikarten und es war in der Folge nicht rauszubekommen, ob das schon mal jemand gemacht hatte. Alleine die Organisation der Flüge erwies sich als schwierig und daran wäre schon beinahe alles im Vorfeld wieder gescheitert.
Ich startete in Anchorage im Süden Alaskas und radelte in die Inuit-Siedlung Inuvik am Ende der nördlichsten öffentlichen Piste Nordamerikas in die canadische Arktis. Für die letzten ca. 150 km nach Tuktoyaktuk am Polarmeer musste ich auf ein Buschflugzeug zurückgreifen, weil es damals noch keine Piste gab und dazwischen ein riesiges Flussdelta liegt.
Entlang der Strecke lag mit dem Mt. McKinley der höchste Berg Nordamerikas und der kälteste der Welt. Eine weitere Station war Dawson City, wo ein Goldfund 100 Jahre zuvor im August 1896 den berühmtesten und evtl. auch größten Goldrausch der Geschichte auslöste. Auch der Schriftsteller Jack London ("Lockruf des Goldes"), der hierzulande weniger bekannte Robert Service (Verfasser von "The Spell of the Yukon") und Thomas Alfa Edison waren damals vor Ort. Von ihm stammen die meisten (oder alle?) der erhaltenen Filmaufnahmen.
Ab Dawson City hatte ich Verpflegung für 800 km dabei, da ich nicht wusste, ob die Tankstelle bei Eagle Plains und die beiden Indianersiedlungen Tetlih Zheh (Fort McPherson) und Tsiigehnjik (Arctic Red River) der Déné-Gwich'in überhaupt existierten.
Soweit zu den Eckdaten. Demnächst gehts los ...
Gruß
Wolfgang









