NachoThemenstarter1’066 Beiträge · seit 202321. Sept. 2025 ·
ElenaHanak schrieb:Liebe Silvia, vielen Dank für diesen fantastischen Reisebericht! Ich lese ihn mit großem Interesse. Er ist sehr gut geschrieben und mit schönen Fotos geschmückt. Vielen herzlichen Dank auch für die Zeit, die Du ihm gewidmet hast. Lg Elena
Wowww - liebe Elena, was für eine Wertschätzung! Deine lieben Worte zu meinem Schreibstil bedeuten mir sehr viel. Hab vielen herzlichen Dank dafür. Ich schreibe für mein Leben gern und mein Bericht kostet mich tatsächlich den Großteil meiner Freizeit. Umso schöner ist es, so ein Lob wie deines zu bekommen.
Meine Handy-Fotos finde ich nicht so berauschend. Da kommt die Technik doch sehr an ihre Grenzen. In Anbetracht der fantastischen und professionellen Fotos die du in deinem Bericht zeigst, ist die Bezeichnung "schön" für meine Fotos sehr lieb ausgedrückt 🙂 . Ich habe bis jetzt nur mal kurz in deinen Bericht reingeklickt, aber ihn noch nicht gelesen. Der ist als nächstes dran. Aber deine Fotos sind sensationell. Ich vermute mal du bist Fotografin?
Mit meinem Bericht bin ich auf der Zielgeraden, dann hab ich auch wieder mehr Zeit um andere Reiseberichte zu lesen. Auf deinen freue ich mich jetzt schon. Vielen Dank nochmal und herzliche Grüße, Silvia
ElenaHanak170 Beiträge · seit 202021. Sept. 2025 ·
Nacho schrieb:
ElenaHanak schrieb:Liebe Silvia, vielen Dank für diesen fantastischen Reisebericht! Ich lese ihn mit großem Interesse. Er ist sehr gut geschrieben und mit schönen Fotos geschmückt. Vielen herzlichen Dank auch für die Zeit, die Du ihm gewidmet hast. Lg Elena
Wowww - liebe Elena, was für eine Wertschätzung! Deine lieben Worte zu meinem Schreibstil bedeuten mir sehr viel. Hab vielen herzlichen Dank dafür. Ich schreibe für mein Leben gern und mein Bericht kostet mich tatsächlich den Großteil meiner Freizeit. Umso schöner ist es, so ein Lob wie deines zu bekommen.
Meine Handy-Fotos finde ich nicht so berauschend. Da kommt die Technik doch sehr an ihre Grenzen. In Anbetracht der fantastischen und professionellen Fotos die du in deinem Bericht zeigst, ist die Bezeichnung "schön" für meine Fotos sehr lieb ausgedrückt 🙂 . Ich habe bis jetzt nur mal kurz in deinen Bericht reingeklickt, aber ihn noch nicht gelesen. Der ist als nächstes dran. Aber deine Fotos sind sensationell. Ich vermute mal du bist Fotografin?
Mit meinem Bericht bin ich auf der Zielgeraden, dann hab ich auch wieder mehr Zeit um andere Reiseberichte zu lesen. Auf deinen freue ich mich jetzt schon. Vielen Dank nochmal und herzliche Grüße, Silvia
Liebe Silvia, ich hätte gar nicht gedacht, dass ich so einen Stellenwert habe! Vielen herzlichen Dank! Ich fotografiere zwar schon länger (etwa 20 Jahre), aber ich bin keine professionelle Fotografin. Ich arbeite in der Flugsicherung im IT-Bereich (SAP). Vor rund 15 Jahren habe ich eine professionelle Ausbildung in Fotografie gemacht und dort einiges gelernt – vor allem, wie man Bilder schnell sortiert und löscht 😉 und wie man sie bearbeitet. Ich mag Deinen reportageähnlichen Stil sehr. Du führst die Leser wunderbar durch die Geschichte, und die Fotos fügen sich perfekt ein. Mir gefällt, wie Du die Umgebung wahrnimmst und die Atmosphäre vermittelst – es fühlt sich an, als wäre ich selbst dabei. Und wenn ich daran denke, dass Du das alles mit einem Samsung-Handy aufgenommen hast, ist es wirklich sensationell! Ich kann mir gut vorstellen, was für Fotos Du machen würdest, wenn man Dir eine Kamera in die Hand drückt… Dann könntest Du noch mehr Details und Makros aufnehmen oder Tiere näher heranzoomen. Deine Fotos würden sicher noch beeindruckender – aber Dein Stil ist schon jetzt absolut ausgereift. In Deinem Stil spüre ich die Freude und Liebe zum Reisen und Dokumentieren. Dein Reisebericht ist mit so viel Herz gemacht – deshalb ist er auch so lang und bekommt so viele Kommentare. Das spüren die anderen genauso!
dolphin201727 Beiträge · seit 201921. Sept. 2025 ·
Liebe Silvia, ich stimme Elena voll und ganz zu und möchte mich auf diesem Weg auch noch mal bei dir melden. Ich verfolge deinen Reisebericht nach wie vor und bin dir sehr dankbar, dass du weiter schreibst.
Deine Wort- und Satz Schöpfungen sind eine große Bereicherung und haben mir schon einige Abende verschönt.
Dazu deine ganzen Informationen, welche sehr unterstützend sind.
Wir sind ja im nächsten Jahr das erste Mal in Namibia und jetzt überlege ich schon, da wir ja mit einem CruCam mit Dachzelt unterwegs sind und einige Lodgen zwischendurch eingeplant haben, ob wir das Tweifelfontain Adventurecamp aufgrund deiner Beschreibungen in zwei Nächte Camping umtauschen. Es gibt einen sehr schönen Campingplatz in der Nähe, welche auch Ausflüge zu den Wüstenelefanten anbieten.
Eure Unterkünfte sind so vielseitig, was deinen Reisebericht weiter bereichert und sehr hilfreiche Informationen für alle interessierten bietet. Wir haben, Onguma für 3 Nächte eingeplant. Aufgrund der Preise einen Tag für Camping und zwei weitere Nächte im Onguma Tented Camp.
Ich freu mich schon auf deine Fortsetzung und wünsche dir einen schönen Sonntagabend. Herzliche Grüße, Gaby
Nacho schrieb: Habt ihr innerhalb des Kruger Parks übernachtet? Ich hab mich auch schon mal an eine intensivere Planung für den Kruger gemacht. Aber ich finde die akzeptablen Lodges innerhalb des Parks sehr teuer. Wie die staatlichen Unterkünfte im Vergleich mit dem Etosha sind, kann ich auch nicht beurteilen. Gibt es einen Reisebericht zu deinen Caprivi und Kruger - Reisen? Silvia
Leider gibt es keinen Reisebericht von mir. Im Kruger waren waren wir 2019. Da haben wir pro Nacht ca. 100 Euro bezahlt. Der Standard war ähnlich einfach wie im Etosha, aber eben auch viel preiswerter. Außerdem gab es in den Camps sehr akzeptable Restaurants. Wir waren im Olifants und im Lower Sabie Rest Camp.
NachoThemenstarter1’066 Beiträge · seit 202321. Sept. 2025 ·
ElenaHanak schrieb:
Nacho schrieb:
ElenaHanak schrieb:Liebe Silvia, vielen Dank für diesen fantastischen Reisebericht! Ich lese ihn mit großem Interesse. Er ist sehr gut geschrieben und mit schönen Fotos geschmückt. Vielen herzlichen Dank auch für die Zeit, die Du ihm gewidmet hast. Lg Elena
Wowww - liebe Elena, was für eine Wertschätzung! Deine lieben Worte zu meinem Schreibstil bedeuten mir sehr viel. Hab vielen herzlichen Dank dafür. Ich schreibe für mein Leben gern und mein Bericht kostet mich tatsächlich den Großteil meiner Freizeit. Umso schöner ist es, so ein Lob wie deines zu bekommen.
Meine Handy-Fotos finde ich nicht so berauschend. Da kommt die Technik doch sehr an ihre Grenzen. In Anbetracht der fantastischen und professionellen Fotos die du in deinem Bericht zeigst, ist die Bezeichnung "schön" für meine Fotos sehr lieb ausgedrückt 🙂 . Ich habe bis jetzt nur mal kurz in deinen Bericht reingeklickt, aber ihn noch nicht gelesen. Der ist als nächstes dran. Aber deine Fotos sind sensationell. Ich vermute mal du bist Fotografin?
Mit meinem Bericht bin ich auf der Zielgeraden, dann hab ich auch wieder mehr Zeit um andere Reiseberichte zu lesen. Auf deinen freue ich mich jetzt schon. Vielen Dank nochmal und herzliche Grüße, Silvia
Liebe Silvia, ich hätte gar nicht gedacht, dass ich so einen Stellenwert habe! Vielen herzlichen Dank! Ich fotografiere zwar schon länger (etwa 20 Jahre), aber ich bin keine professionelle Fotografin. Ich arbeite in der Flugsicherung im IT-Bereich (SAP). Vor rund 15 Jahren habe ich eine professionelle Ausbildung in Fotografie gemacht und dort einiges gelernt – vor allem, wie man Bilder schnell sortiert und löscht 😉 und wie man sie bearbeitet. Ich mag Deinen reportageähnlichen Stil sehr. Du führst die Leser wunderbar durch die Geschichte, und die Fotos fügen sich perfekt ein. Mir gefällt, wie Du die Umgebung wahrnimmst und die Atmosphäre vermittelst – es fühlt sich an, als wäre ich selbst dabei. Und wenn ich daran denke, dass Du das alles mit einem Samsung-Handy aufgenommen hast, ist es wirklich sensationell! Ich kann mir gut vorstellen, was für Fotos Du machen würdest, wenn man Dir eine Kamera in die Hand drückt… Dann könntest Du noch mehr Details und Makros aufnehmen oder Tiere näher heranzoomen. Deine Fotos würden sicher noch beeindruckender – aber Dein Stil ist schon jetzt absolut ausgereift. In Deinem Stil spüre ich die Freude und Liebe zum Reisen und Dokumentieren. Dein Reisebericht ist mit so viel Herz gemacht – deshalb ist er auch so lang und bekommt so viele Kommentare. Das spüren die anderen genauso!
Liebe Grüße, Elena
Liebe Elena, ich kann fast nicht glauben, dass mein Bericht so wahrgenommen wird wie du es beschreibst. Jetzt habe ich Tränen in den Augen, denn deine Worte berühren mich zutiefst. Tausend Dank für diese unglaubliche Wertschätzung. Du fotografierst wahrscheinlich schon immer gerne und kannst seit 15 Jahren Profi-Wissen anwenden, und ich schreibe seit 30 Jahren Geschichten die mein Herz bewegen. Da haben wir wohl beide Übung in dem was wir gerne tun 😄 Was deine eigene künstlerische Begabung betrifft, so würde ich sagen, du stehst keines Falls im Schatten eines professionellen Fotografen. Ich hab mir bisher nur deine Fotos angesehen und die sind wirklich einmalig schön, sie anzusehen ist ein absoluter Genuss. Falls das jemand liest und jetzt neugierig auf Elenas Fotos ist - Ihr Bericht hat den Titel: Wasser mit den Löwen teilen - Botswana/Zimbabwe 2024
Also Elena, hab herzlichen Dank für deine sehr berührenden Worte. Liebe Grüße und einen guten Start in die neue Woche, Silvia
NachoThemenstarter1’066 Beiträge · seit 202321. Sept. 2025 ·
dolphin2017 schrieb:Liebe Silvia, ich stimme Elena voll und ganz zu und möchte mich auf diesem Weg auch noch mal bei dir melden. Ich verfolge deinen Reisebericht nach wie vor und bin dir sehr dankbar, dass du weiter schreibst.
Deine Wort- und Satz Schöpfungen sind eine große Bereicherung und haben mir schon einige Abende verschönt.
Dazu deine ganzen Informationen, welche sehr unterstützend sind.
Wir sind ja im nächsten Jahr das erste Mal in Namibia und jetzt überlege ich schon, da wir ja mit einem CruCam mit Dachzelt unterwegs sind und einige Lodgen zwischendurch eingeplant haben, ob wir das Tweifelfontain Adventurecamp aufgrund deiner Beschreibungen in zwei Nächte Camping umtauschen. Es gibt einen sehr schönen Campingplatz in der Nähe, welche auch Ausflüge zu den Wüstenelefanten anbieten.
Eure Unterkünfte sind so vielseitig, was deinen Reisebericht weiter bereichert und sehr hilfreiche Informationen für alle interessierten bietet. Wir haben, Onguma für 3 Nächte eingeplant. Aufgrund der Preise einen Tag für Camping und zwei weitere Nächte im Onguma Tented Camp.
Ich freu mich schon auf deine Fortsetzung und wünsche dir einen schönen Sonntagabend. Herzliche Grüße, Gaby
Liebe Gaby, Elenas Worte haben mich schon sehr berührt und jetzt schreibst du auch so unglaublich wertschätzend. Mir fehlen tatsächlich gerade die Worte und ich freue mich unbeschreiblich über so viel Lob und Anerkennung. Hab Tausend Dank dafür. Spoiler: Im nächsten Kapitel kommt es zu einem Schreckenserlebnis.
Im übrigen habe ich gehofft, dass die Infos, die ich einfließen lasse, anderen hilft ihren eigenen Weg bei der Planung zu finden.
Wenn du in Twyfelsfontein einen schönen Campingplatz gefunden hast, wo dir auch die Elefanten Tour angeboten wird, dann hast du alles was nötig ist. Mir hat wirklich die Privatsphäre im Camp gefehlt und ich fand die Atmosphäre unpersönlich. Zwar freundlich, und auch professionell, aber distanziert.
Im Onguma Reservat, dürft ihr leider nicht selbst fahren. Den Hide würde ich wieder buchen. Ich denke, dass man je nach Jahreszeit auch unterschiedliche Tiere dort sieht. Die Wasserlöcher die ich beschrieben habe, waren von Onguma aus gut zu erreichen und zum Tor ist es auch nicht weit. Vergesst nicht ans Tanken zu denken, falls sich das Benzinproblem im Park nicht in absehbarer Zeit löst.
Die Planung einer Reise ist wie eine Vorspeise, dann die Reise selbst das Hauptgericht und das Nacherleben beim Reisebericht schreiben ist wie ein Dessert. Am Ende bist du fast ein Jahr mit deiner Reise beschäftigt gewesen. Na wenn das nicht sein Geld wert ist, weiß ich auch nicht 🤩
In diesem Sinne - genieße deine Reiseplanung. Liebe Grüße und auch dir eine angenehme neue Woche, Silvia
NachoThemenstarter1’066 Beiträge · seit 202321. Sept. 2025 ·
Hella schrieb:
Nacho schrieb: Habt ihr innerhalb des Kruger Parks übernachtet? Ich hab mich auch schon mal an eine intensivere Planung für den Kruger gemacht. Aber ich finde die akzeptablen Lodges innerhalb des Parks sehr teuer. Wie die staatlichen Unterkünfte im Vergleich mit dem Etosha sind, kann ich auch nicht beurteilen. Gibt es einen Reisebericht zu deinen Caprivi und Kruger - Reisen? Silvia
Leider gibt es keinen Reisebericht von mir. Im Kruger waren waren wir 2019. Da haben wir pro Nacht ca. 100 Euro bezahlt. Der Standard war ähnlich einfach wie im Etosha, aber eben auch viel preiswerter. Außerdem gab es in den Camps sehr akzeptable Restaurants. Wir waren im Olifants und im Lower Sabie Rest Camp.
Liebe Hella, danke dir für die Info zu den Unterkünften im Kruger. Sehr schade, dass es von dir keinen Reisebericht gibt. Den hätte ich gerne gelesen. Liebe Grüße auch an dich und einen guten Start in die neue Woche, Silvia
NachoThemenstarter1’066 Beiträge · seit 202322. Sept. 2025 ·
Liebe Gaby, mir fällt gerade ein, dass wir in Onguma ein Paket: Drei Nächte zum Preis für zwei hatten. Schau doch mal, ob das nicht auch für eure Reisezeit gilt. Falls ihr HP gebucht habt, ist dann die Verpflegung für den dritten Tag auch schon mit drin. Liebe Grüße nochmal, Silvia
NachoThemenstarter1’066 Beiträge · seit 202324. Sept. 2025 ·
30. Mai - Die Suche nach dem heiligen Wisch und Abschied vom Etosha Park
Nach einem schönen ausgedehnten Abschiedsfrühstück am Wasserloch, packen wir unsere sieben Sachen und verfrachten alles ins Auto. Dann geht’s zum Check out.
Wir bekommen unsere Rechnung, viel kann es nicht sein- außer ein paar Getränken. Aber denkste. Was ist das? Uns wurde der Hide in Rechnung gestellt? Den haben wir schon vor ewigen Zeiten gebucht und bezahlt. Was sucht der auf unserer Rechnung? Wir weisen die nette Dame an der Rezeption auf den Irrtum hin. Das beeindruckt sie aber nicht. Ihr PC sagt, die Rechnung sei noch offen. „Ich brauche ihren Voucher.“
Mein Hirn rattert. Wo hab ich den Wisch bloß hingesteckt? Dann dämmerts mir: Klar, wo sonst als in den Untiefen meines großen Koffers. Jackpot. Bin maßlos begeistert. Uns bleibt nichts anderes übrig als erst mal das Auto wieder halb auszuräumen, damit wir den Riesenkoffer aufklappen können. Ich wühle mich durch die Kleiderschichten und maule vor mich hin. Weil die schlampig gearbeitet haben, kann ich jetzt meine ganzen Sachen durchwühlen. Erst eine Seite – Nichts. Dann eben die andere Seite. Und da – ganz unten – liegt sie: die Mappe mit den selbstgebuchten Aktivitäten. Und mittendrin: der heilige Hide-Voucher.
Zurück an der Rezeption, wedle ich siegreich mit dem Wisch und übergebe ihn der Mitarbeiterin. Die bleibt aber skeptisch. Ich versteh die Welt nicht: Wo ist denn bitte das Problem? Das Papier belegt doch eindeutig, wann ich bezahlt habe. Es hängt sogar ein Kontoauszug als Beweis dran. Mir schwillt langsam der Kamm.
Das Theater zieht sich. Schließlich kommt eine ranghöhere Kollegin dazu, wirft einen Blick auf meine Unterlagen und entscheidet: „Passt“. Zwar fehlt immer noch der Eintrag im System, aber meine Papiere überzeugen. Sie macht Kopien, wir kriegen grünes Licht – und endlich können wir gehen.
Während wir auf dem Weg zum Tor noch ein bisschen über den Zwischenfall nörgeln, lässt sich ein Gnu zum Abschied blicken – nett, dass es Tschüss sagt – und schon ist der unangenehme Zwischenfall Schnee von gestern. Huui, gerade noch rechtzeitig geschafft: Machts gut und schaut mal wieder vorbei 😄
Kambaku im Winterschlaf
Das Himmelsbild wechselt heute zwischen strahlend blau bis Winterblues. Neben den Straßen sehen wir Einheimische, die Holz schleppen – auf Fahrrädern, mit Schubkarren oder auf den Schultern. Offenbar rüsten sich auch die Locals für die kalten Tage – oder verkaufen es.
Das silbergraue Gras, das mich wochenlang an das schneeweise Fell eines Polarfuchses erinnert hat, wirkt nun gelb und trocken wie reifes Korn.
Plötzlich taucht eine Giraffe auf. Wurde sie uns als Begrüßungskomitee der Lodge geschickt? 😄
Überall auf den Feldern liegen die weißen „Riesen-Klopapierrollen“ – Winterfutter, gut verpackt und bereit zum Abtransport.
Wir passieren das Tor zur Kambaku Lodge. Vor drei Jahren wurden wir hier mit einem warmen Lächeln empfangen. Heute: kein Smalltalk, kein Hallo. Die Atmosphäre wirkt wie im Dornröschenschlaf.
Die Strohballen auf dem Zufahrtsweg erinnern noch an den Sommer – vor gerade mal vier Wochen stand das Gras schneeweiß, jetzt: „Vintage Beige“. Alles vergeht … leider auch unser Urlaub. Noch zweimal schlafen, dann heißt’s: Boarding Richtung Zürich.
Wir parken vor der Rezeption und steigen aus – brrr, was für ein Temperatursturz! Ich greife nach meiner Steppjacke auf dem Rücksitz.
Drinnen? Gähnende Leere. Kein Mensch zu sehen. Wie war das noch mit dem Dornröschenschlaf? Wir warten ein paar Minuten, dann kommt eine Mitarbeiterin – freundlich, herzlich, mit einem Welcome-Drink in der Hand. Sie erkundigt sich nach unseren Essensvorlieben und fragt nach unseren Wünschen bezüglich Aktivitäten. Wir müssen sie bremsen: Nur eine Nacht, nur ein Drive – heute Nachmittag, bitte.
Dann geht’s zum Zimmer. Die Tür öffnet sich, und im ersten Moment wirkt es sehr dunkel und kalt. Nicht wegen des Stils – das Zimmer ist charmant, kompakt, gemütlich. Aber ich friere erbärmlich. Eine Heizung? Sehe ich nicht. Auch sonst: keine Wärmestation in Sicht.
Wir stellen unsere Koffer ab, ich tausche meine Steppjacke gegen den Wintermantel – das ist sozusagen mein Upgrade in Sachen Überlebenskampf gegen Erfrieren. Dann nichts wie raus, zurück ins Tageslicht. Vielleicht schafft es ein Sonnenstrahl mich aufzuwärmen und wenn nicht - frieren kann ich auch draußen.
Auf der Veranda steht ein langer Tisch, eingedeckt und bereit fürs Lunch. Gleich daneben die Kaffeemaschine, die mich magisch anzieht. Das dampfende, schwarze Lebenselixier verspricht Wärme von innen. Einige Gäste haben es sich schon gemütlich gemacht und wir werden zu ihnen gebeten. Da sitze ich nun in sibirischer Winterkluft und wärme meine Hände an der dampfenden Tasse. Das Essen sieht fantastisch aus und schmeckt auch hervorragend. Ich würde es allerdings ohne Zögern sofort gegen ein prasselndes Kaminfeuer eintauschen.
Die Aussicht, gleich im Busch-Cabrio durchs Gehölz zu fahren, löst momentan keinen emotionalen Luftsprung in mir aus. Während des Essens kommen wir mit den anderen Gästen ins Gespräch. Es sind Holländer – sie sprechen und verstehen besser Deutsch als ich Englisch. Dennoch bleiben sie beim Englischen und tun sich meinen Fremdsprachen-Frevel an. Na, wenn ihr es nicht anders wollt: viel Vergnügen.
Unsere Gesprächspartnerinnen sind Freundinnen, die zum Reiten nach Kambaku gekommen sind. Dafür ist die Lodge hier geradezu prädestiniert. Vor drei Jahren habe ich mich als Nichtreiter auch einmal auf einen Gaul geschwungen. Vor mir ein Guide, der mein Pferdl davon abhielt, mit mir durchzubrennen; hinter mir ein zweiter, der meinem Galoppi ab und zu einen Schubs gab, damit es überhaupt weiterlief – denn mein „fahrbarer Untersatz“ war mehr am Grasen interessiert als daran, mich durchs Gehölz zu tragen. Der Spaßfaktor hielt sich in Grenzen. Daher haben wir uns heute fürs Busch-Taxi entschieden.
Der Kaffee ist geleert, das Geschirr abgetragen. Die Stallmeisterin holt ihre Leute, um die Pferde für den Ausritt zu satteln – und auch unsere Guide kommt, um uns abzuholen.
Sie ist jung, vielleicht gerade mal zwanzig, und arbeitet hier als Praktikantin. Klein und zart, wie sie ist, verschwindet sie beinahe hinter dem Lenkrad des Jeeps. Doch später zeigt sich: Das Safari-Schiff hat sie souverän im Griff. Neben uns klettert ein weiteres Ehepaar in unserem Alter auf die hinteren Plätze. Deutsche – das verspricht zumindest einfache Konversation.
Das Reservat selbst ist mir vom letzten Aufenthalt nicht unbedingt als Highlight in Erinnerung geblieben. Die Lodge hat durchaus Charme – keine Frage. Doch die Tiersichtungen im März waren eher mäßig, die Landschaft wenig spektakulär. Und heute? Noch weniger.
Markus, der Manager, Marie und Julian, die damals als Guides hier arbeiteten, und Viva, die Stallmeisterin – sie alle hatten sich sofort in unser Herz geschlichen. Unsere Begeisterung für Kambaku hatte wohl vor allem mit den Menschen zu tun, die damals hier waren. Mir war natürlich klar, dass sich die Magie von damals nicht wiederholen lässt. Marie und Julian sind inzwischen andere Wege gegangen, arbeiten nicht mehr hier. Das wussten wir nicht – und Uwe hatte sich so sehr gewünscht, noch einmal herzukommen. Es ist ja auch eine tolle Lodge, und an den heutigen Mitarbeitern gibt es nichts auszusetzen. Das wäre unfair. Es fehlt nur eben… der Zauber von damals. Heute springt der Funke einfach nicht über.
Jetzt sitzen wir im Busch-Cabrio, fahren gemächlich über den Acker und durch das Gehölz. Unsere Guide wirkt schüchtern und unerfahren, erzählt wenig – und Tiere zeigen sich keine. Die Fahrt ist eher ruhig, fast ein bisschen langweilig.
Immerhin entdecken wir eine neue Ecke des Reservats. Ein großes Wasserloch liegt vor uns – allerdings ohne jede tierische Bewegung. Die Fahrt wirkt wie Zeit totschlagen.
Uwe scherzt: „Die Viecher stehen alle schon zum Überwintern im Stall und dürfen erst im Frühling wieder raus.“ Da wir vom Cockpit aus nur spärlich mit Informationen versorgt werden, kümmern wir uns selbst um die Unterhaltung. Das andere Ehepaar teilt unseren Humor – und so wird es wenigstens lustig, wenn schon der Aha-Moment ausbleibt.
Wir albern auf Deutsch, was unser Fräulein am Steuer sichtlich verunsichert. Sie versteht uns natürlich nicht – aber das ist uns gerade egal. Es tut mir leid für sie, aber im Moment steht mein Ego im Vordergrund. Ich will mich einfach mal nicht mit Englisch plagen und die Chance genießen, zu reden, wie mir der Schnabel gewachsen ist.
Plötzlich stoppt der Wagen. Hat sie etwas entdeckt? Sie steigt aus – und präsentiert eine Aloe Vera. Ein kleines Stück wird abgeschnitten, dann folgt ein Mini-Lehrgang über deren Anwendungsmöglichkeiten. Okay, darüber könnte selbst unser Apothekerschrank zuhause einen Vortrag halten. Keine Titelblatt-Story, aber sie zeigt Einsatz – und das rechne ich ihr hoch an.
Weiter geht die Fahrt. Ich traue meinen Augen kaum: Zwei langhalsige Heckenstutzer stehen da und kümmern sich um die Parkpflege. Ein Viertelstündchen später huschen sogar ein paar Antilopen durchs Buschwerk. Jo, damit haben wir heute gar nicht mehr gerechnet. Aber das war’s dann auch mit dem Safari-Feeling.
Das Highlight der Fahrt bildet der Sundowner. Das ist dann doch noch ein würdiger Abschluss einer sonst eher unspektakulären Fahrt.
und was erwartet euch im nächsten Kapitel? Spoileralarm: Ein romantisches Dinner mit Jägerlatein, eine Gummiwurst und Todesangst. Bis dann 🤩
NachoThemenstarter1’066 Beiträge · seit 202324. Sept. 2025 ·
Ihr Lieben, darf ich euch in einer anderen Sache um Unterstützung bitten? Ich habe vor vier Wochen bei San Parks drei Nächte im KTP storniert und mehrmals an San Parks geschrieben, dass ich um Rückerstattung bitte, oder um das entsprechende Formular, falls eines nötig ist. Bis heute habe ich keine Antwort erhalten. Hat jemand eine Idee, was ich tun kann? Vielen Dank schon mal, falls jemand weiterhelfen kann. Liebe Grüße, Silvia
Gabi-Muc2’196 Beiträge · seit 201624. Sept. 2025 ·
Hallo Silvia,
danke für Deinen Bericht. Ich lese schon eine Zeit still mit. Auch ich finde, dass Du ganz toll schreibst und schöne Fotos präsentierst.
Auf Kambaku waren wir auch Anfang Juni dieses Jahres. Bei uns auch a.... kalt. Nur die Dusche war super. Wenn ich auf Toilette musste, habe ich erst stundenlang geduscht, damit es zumindest auf Toilette aushaltbar war.
Bei uns war es auch der zweite Besuch und es erging uns wie Dir: der Zauber des ersten Besuchs war verflogen. Ob es daran lag, dass wir afrikaerprobter sind, an der Kälte und an dem Personal - keine Ahnung. Wir sind auch nicht die Zielgruppe. Zielgruppe von Kambaku sind Reiter, die eine Woche bleiben oder Jäger und nicht 1 oder 2-Tagestouristen.
LG Gabi
P.S. für Deine Sanparks Anfrage solltest Du einen eigenen Thread aufmachen.
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
NachoThemenstarter1’066 Beiträge · seit 202324. Sept. 2025 ·
Gabi-Muc schrieb:Hallo Silvia,
danke für Deinen Bericht. Ich lese schon eine Zeit still mit. Auch ich finde, dass Du ganz toll schreibst und schöne Fotos präsentierst.
Auf Kambaku waren wir auch Anfang Juni dieses Jahres. Bei uns auch a.... kalt. Nur die Dusche war super. Wenn ich auf Toilette musste, habe ich erst stundenlang geduscht, damit es zumindest auf Toilette aushaltbar war.
Bei uns war es auch der zweite Besuch und es erging uns wie Dir: der Zauber des ersten Besuchs war verflogen. Ob es daran lag, dass wir afrikaerprobter sind, an der Kälte und an dem Personal - keine Ahnung. Wir sind auch nicht die Zielgruppe. Zielgruppe von Kambaku sind Reiter, die eine Woche bleiben oder Jäger und nicht 1 oder 2-Tagestouristen.
LG Gabi
P.S. für Deine Sanparks Anfrage solltest Du einen eigenen Thread aufmachen.
Liebe Gabi, herzlichen Dank für dein Mitlesen und für dein lobendes Feedback. Es läuft runter wie Sahne 😄 Schade, dass es euch auch so erging wie uns. Ja, du hast Recht, die Zielgruppe von Kambaku sind Reiter und Jäger. Dafür ist das Reservat gut sehr geeignet.
Ich denke tatsächlich, dass man gerne dahin zurückkehrt wo man es besonders schön gefunden hat. Da spielen aber verschiedene Faktoren eine Rolle: Das Ambiente der Lodge an sich, die Erlebnisse die man hatte, das Wetter, die Menschen, seine eigene Tagesform....und manchmal hat man vielleicht sogar verwässerte Erinnerungen. Die Erwartungen sind dann sehr groß und vielleicht auch wirklich nicht realisierbar, denn man kann die Magie eines Momentes den man erlebt hat, nicht wiederherstellen. Vielleicht ist es auch gut so. Denn so bleibt der einzigartige Moment auch Einzigartig.
Zu meiner SanPark -Frage wollte ich bewusst keinen eigenen Thread aufmachen, weil es dazu sicher schon einige Diskussionen gibt. Ich bin bloß zu doof, sie über die Suchfunktion zu finden. Ich habe vorhin meine Bank angeschrieben, ob sie ein Charge back veranlassen kann. Mal sehen ob das geht. Sonst meldet sich ja vielleicht doch jemand, der mir hier weiterhelfen kann.
Liebe Grüße und einen schönen Abend für dich, Silvia
Hallo, bei uns ging es über internationalrefunds(at)sanparks.org. Wir bekamen das Formular zugeschickt, es hat dann einige Zeit gedauert, aber das Geld wurde vollständig rückerstattet. Viel Erfolg, Andrea
NachoThemenstarter1’066 Beiträge · seit 202324. Sept. 2025 ·
Anjo schrieb:Hallo, bei uns ging es über internationalrefunds@sanparks.org. Wir bekamen das Formular zugeschickt, es hat dann einige Zeit gedauert, aber das Geld wurde vollständig rückerstattet. Viel Erfolg, Andrea
Liebe Andrea, herzlichen Dank für deine Unterstützung. Ich habe mir die Adresse notiert. Muss jetzt aber erst mal warten was meine Bank sagt. Nicht dass ich zweigleisig unterwegs bin und Chaos verursache. Ich wurde gerade darauf aufmerksam gemacht, dass man hier im Forum keine original Email Adressen veröffentlichen soll. Vielleicht kannst du sie unkenntlich machen. Mir war das auch nicht klar. Solche Infos sollten besser über private Nachrichten verschickt werden. Liebe Grüße und einen schönen restlichen Abend, Silvia
NachoThemenstarter1’066 Beiträge · seit 202327. Sept. 2025 ·
30.Mai - Romantisches Dinner mit Jäger Latein
Durchgefroren kommen wir zur Lodge zurück. Es ist bereits dunkel, das Dinner steht bevor – aber zum Umziehen ist es mir zu kalt. Lieber werfe ich mir noch eine weitere Schicht über.
Im Haupthaus lodert neben dem Treppenaufgang ein romantisches Kaminfeuer. Davor steht ein liebevoll gedeckter Tisch für zwei – ganz klar: Hochzeit. Ich bleibe kurz stehen, genieße die stimmungsvolle Szene und die Wärme, die das knisternde Feuer verströmt. Hinter uns erscheinen J. und B., die uns heute auf unserer Busch-Exkursion begleitet haben. Sie feiern ihren Hochzeitstag. Wie schön. Sie laden uns ein, uns dazuzusetzen – obwohl wir ihre Gesellschaft sehr schätzen, lehnen wir dankend ab. Das ist ihr Moment.
Für uns und die anderen Gäste wurde oben auf der Dachterrasse ein Open-Air-Dinner vorbereitet – eine besondere Oase mit windschützenden Mauern, einem offenen Kamin in der Ecke und dem Sternenhimmel über uns. Die Romantik lässt keine Wünsche offen. Der Tisch wurde nicht weniger festlich eingedeckt -wie für die erweiterte Hochzeitsgesellschaft des trauten Paares unten am Kamin.
Eingepackt in mehrere Lagen sehe ich aus wie das Michelin-Männchen. Nicht gerade die Garderobe für ein Gala-Dinner. An den Tischenden stehen Gas-Pilze, und unsere Plätze liegen direkt neben der Wärmequelle. Mein Herz schlägt einen Saldo. Jackpot. Was bin ich doch für ein Glückskind.
Mit unseren Tischnachbarn haben wir ebenfalls Glück – sie sind alle deutschsprachig unterwegs. Neben mir sitzt eine junge Mitarbeiterin, mir gegenüber, ein waschechter Jäger und neben ihm ein Gast, der zum Jagen hier ist und sein Hobby versucht vor uns zu rechtfertigen. Wir lassen ihn eine Weile reden und lenken dann das Thema in eine andere Richtung. Der professionelle Jäger hält sich zurück mit dem üblichen Jägerlatein. Stattdessen erzählt er uns eine Geschichte, die ich so schnell nicht wieder vergessen werde:
Früh am Morgen, sagt er, es ist noch dunkel, sitzt er mit einem Kollegen und zwei Gästen in einem Verschlag. Sie warten auf Wild. Die Jäger sind noch müde, die Stimmung ist ruhig.
Plötzlich entdeckt er im ersten Morgengrauen etwas unter der Bank eines Gastes. Er fokussiert den Punkt, hat einen Verdacht, braucht aber eine Weile, bis er sicher ist, worum es sich handelt. Dann der Schock der Erkenntnis – die schlimmste aller Vorstellungen bestätigt sich: eine schwarze Mamba, eine der giftigsten und zugleich aggressivsten Schlangen Afrikas, liegt zusammengerollt – keine Handbreit hinter dem Fuß eines Gastes.
Seiner Verantwortung bewusst, und bemüht, sich seine eigene Angst und Panik nicht anmerken zu lassen, sagt er so ruhig wie möglich zu dem Gast: „Bitte bewegen Sie Ihre Beine nicht.“ Der Gast erstarrt. Die Luft knistert vor Spannung. Alle spüren: Da stimmt etwas nicht – und niemand zweifelt daran, dass es sich um etwas Gefährliches handelt. Panik steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Bleib mal ruhig sitzen, wenn du hörst, du sollst dich nicht bewegen, weil Gefahr im Verzug ist. Er und sein Kollege beraten sich, was sie tun könnten – sie finden keine Lösung. Also funken sie einen dritten Kollegen an, der sich besser mit Schlangen auskennt. Dieser rät ihnen: „Jetzt sofort langsam aufstehen. Und raus.“
Noch ist es kühl, die Schlange träge. Aber mit jedem Grad mehr steigt die Gefahr. Dann beginnt der Spießrutenlauf auf Messers Schneide: Einer nach dem anderen steht mit eiserner Disziplin und Angstschweiß auf der Stirn in Zeitlupe auf und bewegt sich, die Panik unterdrückend, an der Schlange vorbei zum Ausgang. Die Mamba – sie rührt sich Gott sei Dank nicht. Draußen angekommen nehmen alle sicheren Abstand und atmen tief durch.
Hui, der erzählt aber spannend! Ich hänge an seinen Lippen. Zum Glück sind wir schon beim Dessert, sonst wäre das sensationelle Essen womöglich kalt geworden.
Mit den ersten Gästen, die den Rückwärtsgang in ihre Zimmer einlegen, verabschieden auch wir uns und schlendern den kurzen Weg zurück in unser Sweet Home. Am Himmel glitzern ein paar Sterne, der Mond wirft sein gedimmtes Licht auf unseren Pfad. In den Bäumen hängen Laternen – es sieht zauberhaft aus. Fast wie aus einem Film. Romantik pur.
Gummiwurst und Todesangst
Im Zimmer ist es leider arschkalt. Mit einem Affenzahn machen wir uns bettfertig und schlüpfen unter die Decke. Mein Bein berührt etwas Langes, Warmes. Ich zucke erschrocken zurück – aber nur für den Bruchteil einer Sekunde. Denn sofort wird mir klar, was da in meinem Bett liegt: zwar ungewöhnlich, aber eindeutig – eine Wärmflasche. Und nicht irgendeine, sondern eine in Wurstform. Kurios, unerwartet, aber herrlich effektiv. Wer auch immer auf die Idee kam, dieses Ding ins Bett zu legen, verdient eine Auszeichnung als bester Mitarbeiter des Monats.
Die Kälte, die sich heute über den ganzen Tag in meine Knochen geschlichen hat, verabschiedet sich. Ich ziehe meine Decke bis zur Nasenspitze und während ich glückselig meine Gummiwurst umarme, entspannt sich mein Körper. Ich schlafe bald ein. Irgendwann in der Nacht weckt mich ein leises Grunzen. Gnus, denke ich benommen. Sie ziehen manchmal am Fenster vorbei. Der Schotter unter ihren Klauen knirscht, als würde jemand über Glasscherben laufen.
Ich lausche kurz – dann meldet sich die Blase. Widerwillig schäle ich mich aus dem Bett, versuche, Uwe nicht zu wecken, und schlürfe Richtung Badezimmer. Ohne Licht. Der Mond wirft seinen silbrigen Schein durch die Fenster, gerade genug, um den Weg zu erkennen. Kurz vor der Tür nehme ich eine Bewegung wahr. Ein Schatten – eine Gestalt, etwa in meiner Größe und Statur. Es ist nicht Uwe, der liegt zweifelsfrei im Bett. Mein Herz beginnt zu rasen. Noch schlaftrunken begreife ich nicht, was gerade passiert. Die Gestalt kommt auf mich zu, streckt mir die Hand entgegen – Adrenalin schießt durch meinen Körper. Ich rechne damit, im nächsten Moment überwältigt zu werden – und schreie, was das Zeug hält.
Uwe schreckt hoch, macht das Licht an – und jetzt erkenne ich, wer sich da auf mich zubewegt. Ich bin’s! Mein eigenes Spiegelbild. An der Badezimmertür hängt ein Ganzkörperspiegel, und das Licht des Mondes reichte aus, um den Grusel im wahrsten Sinne des Wortes greifbar zu machen.
rechts im Bild sieht man den Spiegel
Uwe sitzt im Bett und lacht sich schlapp. Er war kurz vor mir auf der Toilette und ist auch über sein Spiegelbild erschrocken. Meine Spannung löst sich, mein Herz schlägt wieder normal und jetzt lachen wir beide, bis die Tränen fließen und hoffen dabei, dass die Nebenzimmer nicht belegt sind. Ansonsten stehen jetzt dort die Gäste im Bett und rufen den Wachdienst.
Drei Meter, ein Schatten, ein Schrei und ich: als Hauptfigur im Spiegel-Schocker. Na dann: Süße Träume.
Enilorac65774 Beiträge · seit 201727. Sept. 2025 ·
Konntest du nach diesem Adrenalinschub wieder einschlafen?
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana
NachoThemenstarter1’066 Beiträge · seit 202327. Sept. 2025 ·
Hallo liebe Caroline, die Situation war dermaßen komödienreif, dass wir noch ewig lang lachen mussten. Ist ja auch irgendwie eine Art Adrenalin abzubauen. Ich muss sogar heute noch lachen wenn ich dran denke. Liebe Grüße, Silvia
NachoThemenstarter1’066 Beiträge · seit 202302. Okt. 2025 ·
1. Juni: Navi-Ausfall, Blaulicht und Verkehrsopfer
Mit jedem Tag kriecht uns der Winter ein Stück weiter unter die Haut. Die Sonne lässt sich immer später blicken. Die Temperaturen nähern sich dem Frostbeulen-Niveau. Die Wärmflaschen im Bett? Keine übertriebene Vorsichtsmaßnahme – eher ein Schutz vor dem Erfrierungstod.
Wir wachen mit dem ersten Licht der Morgendämmerung auf, noch eingekuschelt in unsre warmen Decken. Ein paar Seiten lesen, ein bisschen quatschen – bevor wir uns endlich dazu durchringen, das mollige Nest zu verlassen. Dann Katzenwäsche, mehr aus Pragmatismus als aus Eile. Gegen halb acht schleichen wir zum Frühstück.
Draußen sind die Reiter schon unterwegs zum Pferdesatteln. Der erste Ausritt vor dem Frühstück – Respekt. Die Jeep-Fraktion wird ebenfalls eingesammelt. Bei dieser Kälte und der tierischen Ruhe im Reservat bin ich heilfroh, dass wir den inkludierten Drive für heute abgelehnt haben.
Wir nähern uns dem Restaurant. Und was sehe ich? Der lange Tisch von gestern ist wieder draußen eingedeckt. Für die Aktiven, die erst um zehn zurückkommen, mag das ja passen – vorausgesetzt, die Sonne zeigt sich gnädig. Aber ich? Ich setze mich bei dieser Affenkälte ganz sicher nicht ins Freie. Vielleicht gibt’s ja drinnen Hoffnung.
Wir betreten den Speisesaal. Ein Kaminfeuer prasselt – Hurra, meine Rettung. Die Wärme umarmt uns sofort. Doch Tische sind keine eingedeckt. Ich frage den nächstbesten Angestellten, ob wir drinnen frühstücken dürfen. Ein kurzes Nicken, ein paar Anweisungen – und schon beginnen zwei Mitarbeiter, Tische herzurichten. Wir lassen sie machen, schnappen uns eine Tasse dampfenden Kaffee und setzen uns an den Kamin. Die Tasse wärmt die Hände, das Feuer die Seele.
Das Frühstück gehört zu den besten unserer Reise. Schon beim ersten Blick aufs Buffet wird klar: Hier müssen wir Prioritäten setzen. Alles zu probieren ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ein netter Plausch mit anderen Gästen entsteht ganz von selbst. Auch sie sind auf dem Absprung. Abschiedsstimmung liegt in der Luft, aber diesmal ohne Wehmut – Der Funke hat einfach kein Feuer werden wollen.
J. und B. sehen wir leider nicht mehr. Mit den beiden wären wir gerne in Kontakt geblieben – schade, dass wir keine Telefonnummern ausgetauscht haben. Dann checken wir aus und machen die Fliege.
Sorry, jetzt hab ich keine Fotos mehr für diese Episode. In der nächsten und letzten gibt es dann wieder mehr.
Kaum auf der B1, da kommt uns ein ganzer Konvoi entgegen – Blaulicht, Blinker, volle Dröhnung. Offenbar wird hier jemand von Rang und Namen chauffiert. Die Straße gehört ihnen, jede Spur wird vereinnahmt. Wir, das gemeine Fußvolk, kennen unseren Platz in der Rangordnung – und tun, was man von uns erwartet: Für uns reicht der Acker. Also weichen wir aus, machen Platz für Herrn oder Frau Wichtig. Zum Glück heißt uns der Grünstreifen an dieser Stelle willkommen, ohne uns gleich in den Graben zu schicken. Wir stehen still und schlucken den Staub der vorbeiziehenden Eskorte.
Später entdecken wir eine Horde Baboons auf einem Zaun thronend – wie eine Gang auf ihrem Beobachtungsposten. Sie sind die ersten, die wir dieses Jahr zu Gesicht bekommen. Es wirkt, als würden sie warten. Warten auf den Moment, in dem jemand anhält, um den Rasen zu sprengen – um dann, im Augenblick maximaler Hilflosigkeit, zuzuschlagen.
Tatsächlich suchen wir die Umgebung sehr genau ab, ob sich irgendwo Baboons auf die Lauer gelegt haben, als mein Rasensprenger plötzlich Überdruck meldet und dringend Entlastung fordert. Es besteht keine Gefahr. Ich kann tun was getan werden muss. Dann rollen wir weiter über den Asphalt.
Überall wird gemäht - und Ballen werden gepresst. Eine kleine Familie Warzenschweine lässt sich kurz am Wegrand blicken, aber es ist nur ein ganz flüchtiges Hallo, und schon verschwinden sie wieder im Gehölz.
Den Blick auf die Straße gerichtet, fallen uns die vielen Leichen auf, die den Asphalt pflastern- Schakale, Mangusten oder andere, nicht mehr identifizierbare Tiere – das sind wirklich erschreckend viele Verkehrsopfer.
Die Landschaft zeigt sich nicht sonderlich abwechslungsreich, und so fahren wir weiter, bis etwa 70 Kilometer vor Windhoek plötzlich Schluss ist: Road closed. Kein Umleitungsschild, kein Hinweis, nichts. Unser Navi zuckt nur mit den Schultern und verweigert die Aussage auf unsere Frage, „Wohin jetzt“.
Wir stehen ratlos da, bis ein paar Einheimische auftauchen und die Sperre kurzerhand umfahren. Uwe beobachtet das Ganze und hält es für eine gute Idee, es ihnen gleichzutun. Wenn die Einheimischen das machen, kann es ja nicht völlig falsch sein – denkt er. Am Straßenrand stehen auch ein paar Tramper, die offenbar ebenfalls in unsere Richtung wollen. Das bestärkt Uwe in seiner Theorie, dass die Straße längst wieder befahrbar ist und nur das Schild vergessen wurde. Oder ignoriert. Oder beides. Zwanzig Kilometer kommen wir gut voran. Dann ist wieder Schluss.
Kurz vor der Sperre war doch ein Wohngebiet mit Schranke und Wächterhäuschen, oder nicht? Ganz bestimmt sogar. Also: Umdrehen, zurückfahren und fragen, wo’s langgeht.
Der Mann am Tor ist freundlich, sein Englisch allerdings schwer verständlich. Er öffnet die Schranke, weist uns einen Parkplatz zu und sagt, er käme gleich. Tut er auch. Dann beginnt er, uns einen Schleichweg zu erklären. Wir verstehen vielleicht 25 Prozent, nicken aber freundlich lächelnd und bedanken uns mit einem Trinkgeld für seine Mühe.
Dann fahren wir los – und stecken schon nach ein paar hundert Metern in einer Sackgasse fest. Also wieder zurück, irgendwo abbiegen, irgendwie durch das Wohngebiet navigieren. Ja, da läuft doch unser nächster Hoffnungsträger. Wir fragen, er antwortet. Wir verstehen mindestens die Hälfte, bedanken uns und fahren los. Diesmal kommen wir sicher dreihundert Meter weiter – dann ist aber wieder Schluss. Das Schlimme: Wir sehen die Straße, auf die wir wollen, finden aber keinen Weg dorthin.
Also kehren wir erneut um, drehen die nächste Ehrenrunde durchs Wohngebiet – und treffen wieder auf unseren Hoffnungsträger von vorhin. Er grinst schon, versucht ein weiteres Mal, uns den Weg zu erklären, und sieht wohl in unseren Gesichtern, wie es uns die Fragezeichen raushaut. Er unterbricht seine Rede: „Ich kann ein Stück mitfahren“, bietet er an. Ja Mensch, da sagen wir nicht Nein. Das finden wir wahnsinnig freundlich – und wollen wir mal festhalten: Wir sind nur Ausländer! Er steigt ein. Es geht ein paarmal links, ein paarmal rechts, und dann sagt er: „Hier nur noch geradeaus, dann habt ihr die Straße, die euch nach Windhoek bringt.“
Wir sind erleichtert – sitzt uns doch die Zeit für die Autorückgabe im Nacken. Natürlich möchten wir diesem wahnsinnig netten Mann ein großzügiges Trinkgeld geben. Aber er weigert sich, es anzunehmen. Uwe redet auf ihn ein, und schließlich nimmt er es nur, weil Uwe sagt, er solle es seinen Kindern geben.
Er steigt aus und verabschiedet sich. Er ist bestimmt einen Kilometer mitgefahren – die Strecke muss er zurücklaufen, und das nimmt er mit allergrößter Selbstverständlichkeit hin. Wir würden ihn auch zurückfahren, aber dann finden wir den Weg wieder nicht – und das weiß er. Im Nachhinein frage ich mich, ob wir ihn in seiner Ehre verletzt haben, weil wir seine Hilfsbereitschaft „bezahlen“ wollten. Vielleicht war unsere Geste gut gemeint, aber kulturell nicht ganz passend. Oh Mann – das täte mir wirklich leid.
Kann jemand, der die namibische Mentalität besser versteht als ich, einschätzen, was in diesem Moment richtig gewesen wäre? Ein Trinkgeld – oder doch lieber nur ein herzliches Danke? Arm hat der Mann nicht ausgesehen. Er war auch in einem eher wohlhabenden Wohngebiet unterwegs – allerdings trug er Arbeitskleidung. Vielleicht war er ein Bauarbeiter oder Handwerker, der dort gar nicht selbst wohnt. Ich hoffe, wir haben ihn nicht in seiner Ehre verletzt. Das täte mir wirklich leid.
Unseren Zeitpuffer von mehr als einer Stunde brauchen wir auf. Bis wir den Wagen wieder vollgetankt haben, kommen wir sogar noch 10 Minuten zu spät bei Avis in Windhoek an. Darüber verliert aber niemand ein Wort. Der Mitarbeiter umrundet unser Auto und nickt. Dann wird die Kaution freigeschalten. Wir steigen mit samt dem Mitarbeiter wieder ins Auto, diesmal sitzt er am Steuer – dann werden wir zur Voigtland Ranch gefahren.
Liebe Silvia Ich lese ja deinen Bericht seit Anfang an begeistert und stillschweigend mit. Bei dieser Episode muss ich mich jetzt aber doch persönlich melden. Ich glaub nämlich, dass wir einen Monat vor euch genau das Gleiche erlebt haben. Nach Okahandja die Schranke umfahren, wie die Einheimischen, um dann einiges später doch vor einer gesperrten Strasse zu stehen. Ich habe mich bis jetzt nicht getraut, diesen Navigations-Patzer zuzugeben. Aber du gehst so wunderbar offen mit solchen Sachen um, dass ich dich gerne unterstütze. Ihr seid nicht die Einzigen, die dort irgendwie falsch gefahren seid! Unsere Lösung war, wieder eine ganze Strecke zurückzufahren. Ihr habt aber mit Sicherheit den spannenderen Ansatz gewählt. Vielen herzlichen Dank für den Bericht. Ich bin fast etwas wehmütig, dass eure Reise bald zu ende ist. Herzlich, Leonie