fahrinurlaub schrieb: ein glückliches Schwein trafen wir auch unterwegs
🙄 Das schaut für mich eher wie ein von der herabfallenden Kokosnuss erschlagenes Schwein aus... 🙄 😵 😗
fahrinurlaub schrieb:Zwei Wochen nach unserer Abreise erfuhren wir durch Maria vom Praia do Micondo (unserer ersten Unterkunft in STP), dass Catarina von einem Angestellten ermordet wurde. Obwohl wir sie nur sehr oberflächig kannten, war es ein ziemlicher Schock für uns. Ich erinnere mich, dass sie zum Dinner mit jedem Gast ein persönliches Gespräch führte. Angeblich war sie mit der Arbeit des Angestellten unzufrieden und kürzte die Bezahlung.
😮 Schlimm!!! Aber solche Geschichten gibts leider immer wieder...da passt 'afrikanisches Denken' nicht immer mit 'europäischem Denken' zusammen...
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200818. Juni 2024 ·
picco schrieb:Hoi zämä 😮 Schlimm!!! Aber solche Geschichten gibts leider immer wieder...da passt 'afrikanisches Denken' nicht immer mit 'europäischem Denken' zusammen...
Stimmt, picco! Wir haben uns generell sehr sicher gefühlt auf STP. Trotzdem muss man achtsam sein. Am Wochenende wurde dort sehr viel Alkohol von den Einheimischen konsumiert und dann kam schon mal ein Betrunkener auf uns zu. Aber diese Saufgelage hörte man schon von weitem.
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200818. Juni 2024 ·
Vom Mucumbli unternahmen wir einige Ausflüge im Norden. Wir besuchten die riesige Roça Agostinho Neto und auf dem Rückweg den Praia Tamarindos und die Lagoa Azul. In der blauen Lagune sahen wir auch einige Baobabs auf der Anhöhe. Die Roça Agostinho Neto war die größte Plantage auf STP, mittlerweile leben dort viele Santomesen unter sehr ärmlichen Bedingungen. Die Plantage wirkte wie ein lebendiger Ort. Gleich zu Anfang wurden wir von Einheimischen angesprochen, die sich als Guide anboten. Da wir kein portugiesisch sprechen, sind wir auf eigener Faust dort herumspaziert.
Die Nordküste
Roça Agostinho Neto
Das riesige Hauptgebäude
Im Hauptgebäude
Traumhaft Ausblicke auf die Küste mit den Fischerbooten
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200818. Juni 2024 ·
Als Pflanzen- und Gartenliebhaber wollte ich unbedingt den Botanischen Garten in den Bergen besuchen. Die Anreise über die Hauptstadt war recht lang und führte uns auf schlechten Pisten in die Berge. Wir kamen einige Male von der Straße ab, da das Navi uns immer wieder auf noch schlimmere Pfade führte. Natürlich war die Führung im Garten in Portugiesisch… aber trotzdem ein Erlebnis und zu empfehlen. Auf der Rückfahrt besuchten wir noch kurz das Monte Café. Wir bekamen im Museum noch eine kleine Führung angeboten. Schauten uns die alten Geräte im Kaffeanbau etc an, bevor wir dann in der Dunkelheit das Mucumbli erreichten.
Die Fahrt zum Botanischen Garten
Die Pisten in den Bergen
Nebel in der Umgebung des Botanischen Gartens
Das Monte Cafe, hier wird Kaffee angebaut
Rückfahrt
Der schöne Praia Tamarindos an der Nordküste zum Sonnenuntergang
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200818. Juni 2024 ·
Den vorletzten Tag im Mucumbli organisierte uns Catarina einen Guide – der gut Englisch sprach – für eine Levada-Wanderung in der Umgebung. Die Unterkunft hat verschiedene Wanderungen im Angebot und diese schien uns am Interessantesten. Zuerst besuchten wir eine Siedlung, bevor dann die eigentliche Wanderung begann. Wir mussten im fast hüfthohen Wasser einige lange Tunnel durchqueren, in dem Tausende von Fledermäusen lebten… schon etwas unheimlich. Zum Glück verscheuchte der Guide die Tiere bevor wir dort hinein wanderten. Am Ende der Levada-Wanderung gelangten wir zu einem großen Wasserfall… wo sich durch die starken Regenfälle schon die Bäume vom Rand lösten und in die Tiefe stürzten. Bei uns in Europa wäre der Wasserfall geschlossen gewesen… aber das ist halt Afrika. Danach führte der Weg weiter durch den Regenwald zu einer Kakaoplantage. Und wir bekamen noch schnell einen Crash-Kurs im Kakaoanbau. Da schon später Freitag Nachmittag, wurde noch schnell ein Arbeiter gefunden, der uns seine Arbeit vorführte.
Das Dorf vor unserer Wanderung
Die eigentliche Levada-Wanderung
Einstieg in einem Tunnel voller Fledermäuse
Der Wasserfall am Ende
Durch die starken Regenfälle waren einige Bäume hinabgestürzt
Diese Wanderung haben wir vor ein paar Jahren auch gemacht. Die hat mir gut gefallen.
Ich habe noch zwei Fragen: Gibt es das Restaurant "Blue Container" in Sao Tome - Stadt noch? Hast Du die beiden Lockheed Super Constellation neben dem Flughafen angeschaut?
Viele Grüße Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet.
(Hans Magnus Enzensberger)
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200818. Juni 2024 ·
klaus63 schrieb: Ich habe noch zwei Fragen: Gibt es das Restaurant "Blue Container" in Sao Tome - Stadt noch? Hast Du die beiden Lockheed Super Constellation neben dem Flughafen angeschaut?
Das Restaurant kenne ich nicht. Wir waren im 'O Pirata' mit Blick aufs Meer. Ja, in dem Lockheed Flugzeug war eine Bar/Restaurant. Wir haben unter den Flügeln einen Drink eingenommen. Unsere Reise liegt mittlerweile auch schon 4,5 Jahre zurück. Wahrscheinlich hat sich nach der Pandemie einiges verändert.
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200818. Juni 2024 ·
Der letzte Tag auf STP war angebrochen, um 17:10 Uhr sollte die Maschine nach Accra gehen. Wir checkten gegen Mittag aus und Catarina gab uns noch den Tipp zum Mittagessen ins Restaurant 'O Pirata' einzukehren. Das Essen war gut und wir hatten einen wunderbaren Blick auf ein vor dem Restaurant liegendes Schiffswrack. Am Flughafen sollte dann die Fahrzeugübergabe stattfinden. Der Vermieter teilte uns kurz vorher mit, dass er nicht vor Ort sein könne. Wir sollten den Wagen einfach auf dem Parkplatz vorm Terminal unverschlossen abstellen und den Schlüssel unter die Fußmatte legen… das geht auch nur In Afrika. Am Flughafen tranken wir noch ein letztes Sagres, bevor wir dann mit TAP nach Accra flogen.
Waschtag auf dem Weg zum Flughafen
Der Blick von der Restaurant Terrasse auf das Schiffswrack
nicht das Rollfeld aber die Spielwiese vor dem Flughafen
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200821. Juni 2024 ·
In Accra übernachteten wir in einem komfortablen Businesshotel und wurden kurz nach dem Frühstück von einem Fahrer, organisiert durch das Ko-Sa Beach Resort, abgeholt.
Dies war unser zweiter Aufenthalt in Ghana. 2004 bereisten wir das Land für drei Wochen und damals gefiel es uns sehr gut.
Schon bei unserer Ankunft herrschte starker Harmattan… ein trockener heißer Wüstenwind aus der Sahara mit viel Sand beladen. Schon sonderbar, dass auf STP davon gar nichts zu spüren war. Die Sicht war die ganze Zeit in Ghana ziemlich eingetrübt, wie ihr auf den Fotos erkennen könnt. Wir wollten im Ko-Sa Resort in Ampeni eine Woche bleiben und dann zurück in die Heimat fliegen. Das Resort ist im Prinzip ganz okay, aber das Bett war eine Katastrophe und auch der Strand gefiel uns gar nicht. Im Vergleich zu 2004 hat die Verschmutzung in Ghana enorm zugenommen. Es gab vor dem Resort eine kleine Lagune, wo man auch gut schwimmen konnte und der Strandabschnitt vor dem Resort wurde auch gereinigt, aber es schwamm soviel kleine Plastikartikel im Meer herum und permanent hatten wir dieses Zeug im Mund. Nach der ersten Nacht wurde uns klar… hier können wir nicht bleiben. Also stornierten wir nach 3 Nächten. Die Tage im Ko-Sa verbrachten wir mit Strandspaziergängen, Ausflügen zu den UNESCO-Weltkulturerbestätten Elmina Castle und Cape Coast Castle, den Schreckensorten des transatlantischen Sklavenhandels. Auch hier gab es unschöne Veränderungen. Vor dem Elmina Castle wurde eine häßliche Hochstraße gebaut. 2004 hatte wir direkt gegenüber dem Castle gewohnt und tollen Blick aufs Meer, dem Ort und der Festung.
Harmattan auf dem Weg nach Ampeni
Direkt am Strand, das Ko-Sa-Beach Resort
Der nahe Ort Ampeni
Sklavenfort Cape Coast Castle
Wurde umbenannt von 'Door of No Return' zu 'Door of Return'. Gedacht als Symbol der afrikanischen Renaissance und der Zusammenarbeit zwischen Afrika und seiner Diaspora. Ich meine, dass es 2004 noch 'Door of No Return' hieß
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200821. Juni 2024 ·
Elmina wirkte diesmal ziemlich trostlos und herunterkommen auf uns im Vergleich zu 2004. Die Bevölkerung Ghanas hat sich allerdings auch verdoppelt in den letzten 20 Jahren. Zum Glück wohnten wir diesmal nicht in dem Ort sondern am Strand.
In dem Hotel ganz links im Bild wohnten wir auf der ersten Reise… diesmal wäre es doch ein ziemlicher Alptraum gewesen
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200822. Juni 2024 ·
Nach drei Tagen im Ko-Sa-Resort buchten wir über das Resort einen Fahrer, der uns nach Axim zum Ankobra Beach Resort fuhr. Es war kein Problem die Unterkunft zu stornieren. Die holländischen Eigentümer hatten gleich Ersatz für uns gefunden.
Axim kannten wir schon von unserer ersten Ghana-Reise. Das Ankobra Beach Resort ist ein sehr komfortables Resort im schönen tropischen Garten mit eigenem Strandabschnitt. Die Betten waren diesmal auch sehr bequem und die Bungalows schön eingerichtet. Aber auch in Axim gab es unschöne Veränderungen. Gleich neben dem Resort wurde an einem kilometerlangen Coastal Sea Protection gearbeitet… es wurden mit Baggern große Steine und Seebrecher herangeschafft. Das heißt wir konnten den Ort Axim am Strand nicht mehr fußläufig erreichen.
Wir lieben lange Strandspaziergänge und ließen uns deshalb am nächsten Tag zum Axim Beach Hotel fahren. Hier wohnten wir vor über 20 Jahren. Die Anlage liegt toll auf einer Anhöhe über einen langen Palmenstrand. Wir wollten an eben diesem Strand eine ausgedehnte Küstenwanderung bis zum exklusiven Lou-Moon Resort unternehmen. Allerdings stellte der Strand sich als extrem verschmutzt heraus, vor 20 Jahren war es noch ok. Unterwegs passierten wir einige Fischerdörfer… eine Schule am Strand… und immer wieder kamen Kids, die 'Obruni! Obruni!' (weißer Mensch) uns hinterher riefen.
Im Lou-Moo wurde zu Mittag gegessen und etwas in der Lagune geschwommen (auch hier überall kleine Plastikpartikel im Wasser) bevor es dann wieder zum Axim Beach Resort zurück ging. Im Ort schauten wir uns dann noch das Fort St. Anthony an.
travelNAMIBIA33,3k Beiträge · seit 200622. Juni 2024 ·
Hallo fahrinurlaub,
ich überfliege gerade Deinen Reisebericht. Darf ich fragen warum ihr Ghana als Stranddestination ausgewählt habt, wo ihr doch vorher in STP wart? Meiner Erfahrung nach (ich kenne viele Länder Westafrikas und auch in Ghana war ich diverse Male) ist Ghana was Strand angeht die so ungefähr schlechteste Destination in Westafrika. Waren es die Erinnerungen aus eurem ersten Ghanaurlaub, die Euch zu der Entscheidung veranlasst hatten? Aber damals wart ihr doch sicherlich im Land unterwegs und nicht nur für Strandurlaub dort?
Viele fragende Grüße Christian
Vom 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200822. Juni 2024 ·
travelNAMIBIA schrieb:Hallo fahrinurlaub,
ich überfliege gerade Deinen Reisebericht. Darf ich fragen warum ihr Ghana als Stranddestination ausgewählt habt, wo ihr doch vorher in STP wart? Meiner Erfahrung nach (ich kenne viele Länder Westafrikas und auch in Ghana war ich diverse Male) ist Ghana was Strand angeht die so ungefähr schlechteste Destination in Westafrika. Waren es die Erinnerungen aus eurem ersten Ghanaurlaub, die Euch zu der Entscheidung veranlasst hatten? Aber damals wart ihr doch sicherlich im Land unterwegs und nicht nur für Strandurlaub dort?
Viele fragende Grüße Christian
Wir wollten diesmal 3,5 Wochen verreisen. Für STP gibts ein 15 Tage Visum. Der Flug mit TAP nach STP war nicht ideal für uns.
Vor 20 Jahren haben wir ganz Ghana bereist. Wie gesagt, es hat uns damals sehr gut gefallen… obwohl wir wissen, dass wegen der gefährlichen Strömung, die Strände nicht zum Schwimmen geeignet sind. Wir lieben aber lange Strandspaziergänge und müssen nicht unbedingt ins Wasser. Optisch sind die Strände ja okay, wenn nicht mittlerweile der viele Müll dort rumliegen würde. Preise und Visagebühr sind jetzt auch unverschämt; die Bevölkerung ist extrem angewachsen. Ein Plus, es ist noch ein recht sicheres Reiseland, da kein Massentourismus… der sich wahrscheinlich auch wegen des nichtgeeigneten Strände kaum entwickeln wird.
Vielen Dank für den schönen Reisebericht mit den tollen Fotos, die gleich Lust aufs losfliegen machen! Warum sind die Plantagen denn so verfallen, gibts die Eigentümer nicht mehr? Gibt es auf STP auch schöne günstige Unterkünfte, oder ist das eher alles hochpreisig? LG Jörg
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200822. Juni 2024 ·
Ja, es gibt günstigere Unterkünfte. Einfach bei Booking.com schauen. Als Reiseführer empfehle ich den Bradt-Guide in englisch.
Zu den Fragen mit den Plantagen. Hier ein Auszug von Wikipedia:
“ Als Symbol des alten Kolonialsystems wurde noch im Jahr der Unabhängigkeit das verhasste Rocassystem aufgelöst und die Plantagen verstaatlicht. Die Zwangsarbeit wurde offiziell abgeschafft, allerdings der neue Nationale Gedenktag an das Massaker von Batepa zum „Tag der freiwilligen Arbeit“ erklärt, zu deren Ausübung die Bevölkerung verpflichtet war. Der Versuch einer „kollektiven Selbstverwaltung“ der ehemaligen rocas scheiterte. Die Kakaoproduktion halbierte sich innerhalb kurzer Zeit, die Plantagenarbeiter verwendeten mehr Zeit auf den (ihnen wie in der Kolonialzeit verbotenen) privaten Anbau von Nahrungsmitteln“
Wir waren zufällig am Gedenktag des Massakers von Batepa auf ST. Das Massaker fand 1953 statt… die Versklavung ist noch sehr im Bewußtsein der Santomesen.
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200823. Juni 2024 ·
Der Aufenthalt im Ankobra Resort hat uns sehr gefallen. Wir buchten noch schnell einen Flug von Takoradi nach Accra… da uns die Fahrt mit dem Auto nach Accra dann doch zu lang erschien. Insgesamt wars eine wundervolle Reise
Schule am Strand… gleich abgelenkt wenn zwei 'Obruni' vorbeilaufen
Hallo Ulrich, da ich gerade sehr wenig Muse für das Forum habe, kommt erst jetzt mein geschriebenes Danke für Deinen Bericht. Auch wenn ich älteren Berichten ambivalent gegenüber stehe, da Informationen doch schnell veralten können, bin ich bei Dir sehr gerne dabei, weil mir Deine Fotos außerordentlich gut gefallen. Den Profi sieht man halt 🙂 und ich nutze Deine Fotos gerne, um gelungene Bildkompositionen zu "verstehen", auch wenn ich nie einen Fotografenblick entwickeln werde, einwenig kann man ja doch erlernen. Liebe Grüße, Elisabeth
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200825. Juni 2024 ·
Danke Elisabeth
Noch ein kleiner Nachtrag. 2004 gab man uns Babys in den Arm, um Ihnen ein gutes Leben in den USA zu ermöglichen. Wenn wir dann sagten, wir sind aus Germany, wurden die Babys gleich wieder zurückgenommen. Diesmal wurden wir angesprochen, ob wir nicht bei einem Visumantrag für Germany behilflich sein könnten. 😄