Hallo zusammen, unsere kleine Rundreise auf São Tomé & Príncipe und Ghana liegt schon etwas zurück, aber ich möchte euch einen Reisebericht nicht vorenthalten. Wir hatten kurz vor Ausbruch der Pandemie eine wundervolle Zeit auf São Tomé und Príncipe. Ghana hat uns diesmal allerdings nicht gefallen.… dazu mehr im Verlauf des Reiseberichts.
STP mit seinen wunderschönen einsamen Stränden, den verfallenen alten Rocas und der unberührten Natur ist ein bis jetzt wenig besuchtes Kleinod in Zentral Afrika. Hier einige Fotos zur Einstimmung
Der 'Wolkenkratzer' Pico Cão Grande im Inselinneren von ST
Roca Agua Ize… ein ehemaliges portugiesisches Krankenhaus, immer noch bewohnt
Blick vom Cape Coast castle auf die Küste
Teil 205. Juni 2024
Da ich ein Faible für Lost Places habe, stand natürlich auch die verfallene Roca Agua Ize auf dem Programm. Diese ehemalige Kakao Plantation mit dem tollen Treppenaufgang des alten Hospitals ist riesig und mittlerweile wohnen dort viele Menschen. Wir wurden auch gleich von einem jungen Mann angesprochen, der gut Englisch sprach, und uns gegen einen kleinen Obolus durch die Plantation führte. Die Lebensbedingungen dort sind allerdings sehr deprimierend. Trotz der extremen Armut haben wir uns auf STP recht sicher gefühlt… natürlich muss man die üblichen Sicherheitsmaßnahmen beachten.
Der Treppenaufgang des Hospitals
Unser Guide
Die Quatiere der ehemaligen Plantagenarbeiter
Teil 308. Juni 2024
Maria, die Managerin unserer Unterkunft am Praia Micondo, gab uns den Tipp, unbedingt das Restaurant des santomesischen Sternekochs João Carlos Silva zu besuchen. Jeden Sonntag ab 12 Uhr kredenzt, der in Portugal mit eigener TV Kochshow vertretene Maestro, ein 5-Gänge Menü im renovierten Herrenhaus der Roça São João. Da Dauerregen am Sonntag vorausgesagt wurde, reservierte sie gleich zwei Plätze im Open-Air Restaurant für uns. Zur Auswahl standen drei Menüs… was serviert wird bleibt immer eine Überraschung. Uns wurde schon gesagt, wir sollten viel Zeit mitbringen… aber kann man einen verregneten Sonntag besser verbringen?
Das Herrenhaus der Roça São João
80% der Zutaten stammen aus eigenem Anbau
Der Ausblick vom Open-Air-Restaurant bei Dauerregen
Das Menü wird kredenzt
Der Maestro persönlich
… in den Nebengebäude gabs Kunst
Nach dem reichhaltigen Menü mussten wir uns erstmal in der Gegend die Füße vertreten
Der Blick auf die Roca vom unserem Spaziergang im naheliegenden Dschungel
Teil 411. Juni 2024
Am nächsten Tag schien wieder die Sonne und wir machten uns auf in Richtung Südspitze, zum Praia Inhame. Unterwegs legten wir einen kurzen Halt an der verlassenen Roça Ribeira Peixe ein. Den extrem verwilderten Pfad entlang einer Palmenallee wollten wir dann doch nicht entlang spazieren. Da war es einfacher sich das Anwesen auf der gegenüberliegenden Seite anzuschauen. Ein Caretaker führte herum. Auf der Weiterfahrt gab es unterwegs immer wieder schöne Sicht auf den Pico Cão Grande… dem Wahrzeichen der Insel. Der nadelförmige ‚Wolkenkratzer, steigt rund 370 M aus der Umgebung an. Bevor wir dann den Praia Inhame erreichten, passierten wir ärmliche Fischersiedlungen und endlose Palmölplantagen, die sich leider immer weiter ins Naturschutzgebiet ausdehnen. Die Piste wurde immer schlechter und schlammiger… zum Glück kein Problem für unseren kleinen 4x4. Als wir dann die Praia Inhame Eco Lodge erreichten war es schon spät. Die Strände an der Südspitze sind wie aus dem Bilderbuch, Palmen gesäumt und menschenleer. Den Praia Jalé, besuchten Abends um Meeresschildkröten bei der Eiablage zu beobachten. Es dauerte auch keine 5 Minuten und wir wurden unter Anleitung eines Einheimischen aus der Schildkrötenstation fündig. Da Blitzlichtverbot habe ich keine Fotos, sondern nur beobachtet. Der Strand wird nach Einbruch der Dunkelheit ziemlich streng von einem Biologenteam bewacht. Am Tage sieht man dann die Spuren der Schildköten am Strand… die sich wie Traktorespuren ins Meer pflügen.
Die Abreise vom Praia Micondo
Die Palmenallee der verlassenen Roça Ribeira Peixe
Die Praia Inhame Ecolodge
Die abgesteckten Nester der Meeresschildkröten
Die Wege zu den anderen Stränden in der Umgebung waren extrem schlammig
Teil 512. Juni 2024
Wir verbrachten die zwei Tage am Praia Inhame mit kleinen Wanderungen und schwimmen im warmen Meer. Auf dem Weg zurück in die Hauptstadt stoppten wir fürs Mittagessen im Restaurant Mionga… wirklich empfehlenswert.. In der Hauptstadt angekommen bezogen wir das nette Sao Pedro Guesthouse, etwas außerhalb gelegen. Am Nachmittag und nächsten Tag war Sightseeing angesagt. Ein Besuch des Marktes ist für uns immer ein Muss… wegen der tollen Fotomöglichkeiten. Die Stadt hat einen sehr morbiden Charme, lohnenswert ist ein Spaziergang entlang der Uferpromenade. Leider schafften wir es nicht mehr die berühmte Schokoladenfarbik von Claudio Corallo zu besuchen… soweit ich mich erinnere eingeschränkte Öffnungszeiten.
Am nächsten Tag sollte unser Flug mit STP-Airlines auf die kleine Schwesterinsel Principe gehen. Die Maschine der Airline war eine schon in sehr in die Jahre gekommene Saab 340 mit ukrainischer Bordbesatzung. Durch ein Gewitter verzögerte sich der Abflug. Am Nachmittag erreichten wir dann endlich Principe…
Traumhafte Strände im Süden
Die Spuren der Schildkröten
Die Kids haben wir in den Ölplantagen getroffen… man sieht ihnen das harte Leben an
Ausblick vom Restaurant Mionga
Unsere Guesthouse in der Hauptstadt
Die Uferpromende
Marktszenen
Fisch, Fisch und noch mehr Fisch. Es gab aber auch eine Kleiderabteilung
STP-Airlines mit ukrainischer Besatzung
Teil 612. Juni 2024
Auf Principe hatten wir das Roça Belo Monte Hotel gebucht. Wir wurden gleich am Flughafen von einem Geländewagen des Hotels abgeholt. Die Straßen auf Principe sind oft nur Pisten. Das Belo Monte ist ein Traum. Die ehemalige Plantation liegt oberhalb des Banana Beaches… der Bekanntheit erlangte durch die Bacardi Werbung in den 80ern. Es gibt ein Shuttle zum Strand hinunter aber wir haben die Strecke immer zu Fuß zurück gelegt.. Das Frühstück wird auf einer Terrasse mit Blick auf den Atlantik eingenommen und das Abendessen im toll beleuchteten Innenhof der Roça. Es gab verschiedene wunderschöne Sitzgelegenheiten auf dem Gelände, wobei der Swimmingpool nicht so einladend war… aber es gab ja den kurzen Weg zum Banana Beach und in der Nähe Traumstrände zum selbst erkunden. Wir fanden hier wikiloc ganz hilfreich. Die Räumlichkeiten sind wunderschön eingerichtet… mit vielen Aufenthaltsmöglichkeiten.
Ein paar Worte zur Planung. Wir haben die Reise selbst organisiert und zusammen gestellt. Ein Nachteil bei den ganzen Buchungen auf STP war, dass wir alle Anzahlungen auf ein Bankkonto vornehmen mussten… und bei dem Belo Monte kam so eine schöne Summe zusammen. Das Belo Monte kostete vor Corona 270,-€ Halbpension… wir waren 4 Nächte dort.. Mittlerweile hat sich der Preis für die Übernachtung dort allerdings verdoppelt. Wir hatten unsagbares Glück, da wir kurz vor dem weltweiten Lockdown auf STP waren und so keine finanziellen Ausfälle hatten.
Das Eingangstor
Zum Frühstück diesen Traumausblick
Wir hatten die günstigere Zimmervariante Dinner gabs im Innenhof
Der Banana Beach unterhalb des Hotels
Vom Banana Beach konnte man noch weiter die Küste entlang laufen. Hat aber außer uns niemand gemacht
Die Wanderungen in der Umgebung
Teil 714. Juni 2024
Die Tage im Belo Monte verbrachten wir mit ausgedehnten Wanderungen im Dschungel und entlang der Küste. Wie schon geschrieben war hier die APP 'wiikoloc' sehr hilfreich. Wir entdeckten einige unbewohnte Roças… die sich bestimmt mit entsprechendem Kleingeld zum Edelhotel umbauen lassen. Der Hauptort wirkte ärmlich aber extrem aufgeräumt. Überall standen Mülltonnen in blau, grün und gelb herum. Die gesamte Insel wurde 2012 in die Liste der UNESCO-Biosphärenreservate aufgenommen.. An einem Tag liehen wir uns ein hoteleigenes Quad aus, um noch etwas mehr von der Insel zu sehen. Die Verbindungswege auf der Insel sind mehr Piste als Straße. Unter Leitung eines einheimischen Fahrers schauten wir uns auch die zwei zu Luxushotels umgebauten Roças des südafrikanischen Milliardärs Mark Shuttleworth an. 2002 bei einem Flug mit einem Sojus-Raumschiff ins All erblickte er angeblich die zwei grünen Perlen vor der westafrikanischen Küste und verliebte sich in den Inselstaat. Bei einem Besuch kaufte er die Roça Sundy und baute nebenan am Strand die Sundy Praia Lodge neu auf. Auf der Roça Sundy war gerade ein Fest im vollen Gange. Wir wurden eingeladen und durften auch die Örtlichkeiten besichtigen. Zu unserer Zeit war das Hotel noch nicht ganz fertig gestellt, aber es gab schon einige wenige Gäste. Das Fest wurde wohl für die Einheimischen aus der Umgebung und Angestellte ausgerichtet. Der Hotelmanager erklärte uns die Menschen an dem Tourismus teilhaben lassen zu wollen. Zur nahen Sundy Praia Lodge war die Piste extrem schlecht. Zum Glück war Caroline von Monaco gerade abgereist. Hier durften wir das Hauptgebäude und den Strand besuchen. Die Bungalows hatten alle einen privaten Pool und uns schien die Unterkunft extrem teuer zu sein.
Wanderung zu Traumstränden…
… und verlassene Roças in der Umgebung
Der Regenwald nebenan
Der Hautport der Insel Principe
vorbildlich im Vergleich zu anderen westafrikanischen Staaten
Roça Sundy, das Hauptgebäude
Den Gästen steht dieser exklusive Fuhrpark zur Verfügung
Wir durften das Hauptgebäude besichtigen
Das Fest auf der Roça Sundy
Teile der Roça Sundy waren noch nicht renoviert
auf dem Weg zur Sundy Praia Lodge
Eingang zur Sundy Praia Lodge
wieder Traumstrände
wir liebten unser Belo Monte
Teil 815. Juni 2024
Den letzten Tag auf Principe wollten wir uns den Strand und Regenwald am Bom-Bom Resort anschauen. Die Wander-APP wikiloc empfahl eine interessante Tour durch den nahen Dschungel. Wir ließen uns vom hoteleigenen Geländewagen zum Resort fahren und auch wieder abholen. Im Regenwald entdeckten wir verlassene Gebäude und stolperten über die Wurzeln der Urwaldriesen. Die Wege auf STP sind kaum beschildert aber da wir überall guten Internet-Empfang hatten, wußten wir eigentlich immer wo wir uns gerade aufhielten. Den Nachmittag verbrachten wir an unserem Hotelstrand, dem Banana Beach. Am nächsten Tag flogen wir dann zurück zur Hauptinsel.
Der Strand am Bom-Bom Resort.
verlassene Gebmäuer im Regenwald
ein glückliches Schwein trafen wir auch unterwegs
Banana Beach, ca 1km Abstieg von dem Belo Monte
Der Strand ist öffentlich
Teil 918. Juni 2024
Vom Mucumbli unternahmen wir einige Ausflüge im Norden. Wir besuchten die riesige Roça Agostinho Neto und auf dem Rückweg den Praia Tamarindos und die Lagoa Azul. In der blauen Lagune sahen wir auch einige Baobabs auf der Anhöhe. Die Roça Agostinho Neto war die größte Plantage auf STP, mittlerweile leben dort viele Santomesen unter sehr ärmlichen Bedingungen. Die Plantage wirkte wie ein lebendiger Ort. Gleich zu Anfang wurden wir von Einheimischen angesprochen, die sich als Guide anboten. Da wir kein portugiesisch sprechen, sind wir auf eigener Faust dort herumspaziert.
Die Nordküste
Roça Agostinho Neto
Das riesige Hauptgebäude
Im Hauptgebäude
Traumhaft Ausblicke auf die Küste mit den Fischerbooten
Die Lagoa Azul, ideal zum Schwimmen
Die Lagoa Azul mit den Baobabs
Teil 1018. Juni 2024
Als Pflanzen- und Gartenliebhaber wollte ich unbedingt den Botanischen Garten in den Bergen besuchen. Die Anreise über die Hauptstadt war recht lang und führte uns auf schlechten Pisten in die Berge. Wir kamen einige Male von der Straße ab, da das Navi uns immer wieder auf noch schlimmere Pfade führte. Natürlich war die Führung im Garten in Portugiesisch… aber trotzdem ein Erlebnis und zu empfehlen. Auf der Rückfahrt besuchten wir noch kurz das Monte Café. Wir bekamen im Museum noch eine kleine Führung angeboten. Schauten uns die alten Geräte im Kaffeanbau etc an, bevor wir dann in der Dunkelheit das Mucumbli erreichten.
Die Fahrt zum Botanischen Garten
Die Pisten in den Bergen
Nebel in der Umgebung des Botanischen Gartens
Das Monte Cafe, hier wird Kaffee angebaut
Rückfahrt
Der schöne Praia Tamarindos an der Nordküste zum Sonnenuntergang
Teil 1118. Juni 2024
Den vorletzten Tag im Mucumbli organisierte uns Catarina einen Guide – der gut Englisch sprach – für eine Levada-Wanderung in der Umgebung. Die Unterkunft hat verschiedene Wanderungen im Angebot und diese schien uns am Interessantesten. Zuerst besuchten wir eine Siedlung, bevor dann die eigentliche Wanderung begann. Wir mussten im fast hüfthohen Wasser einige lange Tunnel durchqueren, in dem Tausende von Fledermäusen lebten… schon etwas unheimlich. Zum Glück verscheuchte der Guide die Tiere bevor wir dort hinein wanderten. Am Ende der Levada-Wanderung gelangten wir zu einem großen Wasserfall… wo sich durch die starken Regenfälle schon die Bäume vom Rand lösten und in die Tiefe stürzten. Bei uns in Europa wäre der Wasserfall geschlossen gewesen… aber das ist halt Afrika. Danach führte der Weg weiter durch den Regenwald zu einer Kakaoplantage. Und wir bekamen noch schnell einen Crash-Kurs im Kakaoanbau. Da schon später Freitag Nachmittag, wurde noch schnell ein Arbeiter gefunden, der uns seine Arbeit vorführte.
Das Dorf vor unserer Wanderung
Die eigentliche Levada-Wanderung
Einstieg in einem Tunnel voller Fledermäuse
Der Wasserfall am Ende
Durch die starken Regenfälle waren einige Bäume hinabgestürzt