ANNICKThemenstarter8’057 Beiträge · seit 200813. März 2019 ·
Fortsetzung
Unser Ari Guide erzählt uns Vieles über diesen Stamm. Die Ari bauen vor allem Kaffee, Getreide, Früchte, Mais, Kardamom und andere Wurzelpflanzen an.
Aus dem Mais brennen die Ari Maisschnaps. Dieser ist bei den Mursi sehr beliebt.
Als Brennstoff benutzen sie herbei Dung was dem Getränk eine leicht rauchige Note verleiht. Die Frauen der Ari sind bekannt für ihre Herstellung von Keramiken und Töpfereierzeugnissen. Sie stellen Platten um Kaffee zu rösten her und bemalen diese. Sie machen aber auch andere Behälter für Nahrung und Wasser.
Schmuck wird zu grossen Teilen aus Wurzelpflanzen gewonnen. Je mehr Schmuck die Stammesmitglieder dabei an Ohren, als Armband und am Hals tragen, desto höher ist meist auch ihr Rang, Perlen und andere Umhänge-Schmuck werden als Dekoration auch um die Taille getragen.
Die Häuser der Ari sind meistens mit moosbedeckten Dächern ausgestattet und werden an den Wänden von den Frauen bemalt.
Hinter dem Haus findet man die Vorratskammer.
Der Alltag der Männer besteht aus Feldarbeit oder dem Nachgehen anderer Berufe und Tätigkeiten. Die Kinder die uns begleiten sind einfach köstlich.
Beim Laufen entdecken wir noch hier und da alte Hütten die nicht mehr bewohnt werden.
habe gerade deinen Reisebericht besucht, da Äthiopien auch für uns sehr interessant ist. Tolle Fotos eines ursprünglichen Landes. Gratulation. Wir denken jetzt noch intensiver über dieses Land nach. Danke dafür. Liebe Grüße Kathi
ANNICKThemenstarter8’057 Beiträge · seit 200815. März 2019 ·
@Kathi: schön dass du uns auch begleitest! 🙂
Fortsetzung
Leider wird es Zeit uns von den Ari zu verabschieden. Dieser Besuch hat mir echt gut gefallen.
Um 18 Uhr bin ich wieder im Resort. Die anderen Gäste sind auch von ihren diversen Aktivitäten zurück und stehen bereits unter der Dusche. Da sie warscheinlich alle gleichzeitig Wasser ziehen gibt es keinen Druck mehr! Die Dusche tröpfelt hier und da.......und ich bin voller Seife........ 😗
Zum Nachtessen bestelle ich mir Spaghettis mit Tomatensauce. Dazu einen frischausgepressten Papayasaft. Miam miam. Und dann hop ins Bett.
02.01.2019
Nach dem lausigen Frühstück holt mich Jimmy ab. Für den Rest der Tour bin ich mit ihm allein. Eine Erleichterung nach den 2 Saudis. Es tut auch gut jetzt vorne zu sitzen. Heute geht es nach Konso. Auf der Strasse finden wir das übliche Vieh. Schnell fahren ist hier auf dem Land unmöglich.
Die Landschaft wird abwechslungsreich.
Wir durchqueren Key Afer und Weyto und halten in einem kleinen Shop an um Wasser zu kaufen.
Unterwegs gibt es auch einen netten Viewpoint.
Langsam erreichen wir das Konso Land. Es ist für ihre terrassenförmigen Felder bekannt.
Die Natur finde ich einmalig.
Punkt um 11 Uhr kommen wir in der Kanta Lodge an. Da übernachte ich heute Abend. Von der Terrasse aus geniesst man die tolle Landschaft.
Ueberall sieht man um das Hotel Blumen. Hier gefällt es mir auf Anhieb!
Reinhard1951723 Beiträge · seit 201115. März 2019 ·
Hallo Annick, jetzt hätte ich doch fasst den Anschluss verpasst. Schön wieder einen Reisebericht von dir zu lesen.
Gruß
Reinhard
ANNICKThemenstarter8’057 Beiträge · seit 200817. März 2019 ·
@Reinhard: schön dass du uns auch begleitest! 🙂
Fortsetzung
Die Hotelanlage erweist sich als ein kleines Paradies.
Die 20 Rundhütten sind lokal und nett eingerichtet.
Meine Hütte verfügt über ein Doppelbett, ein Einzelbett und bietet echt viel Platz.
Das Badezimmer kann sich sehen lassen.
Das Mittagessen nehme ich auf der tollen Terrasse ein.
Sie ist bei den durchreisenden Farenjis sehr beliebt. Die Aussicht ist unschlagbar und das Essen la Crème de la Crème. Ich bestelle mir einen Mangosalat. Das Brot ist auch hausgemacht. I am with the angels! 🤪 Miam miam. Das Restaurant ist um 13 Uhr total ausgebucht. Hier gibt es sogar Wifi.
Um 14 Uhr werde ich von Jimmy abgeholt. Wir fahren zu einem Konso Dorf.
Vorher hat sich Jimmy noch die Besuchsbewilligung in der Stadt besorgt und einen einheimischen Führer engagiert. Mit dem Geld sollen die Infrastrukturen in den Dörfern verbessert werden.
Heute besuchen wir das Konso Dorf GAMOLE. Es liegt 7 Kilometer im Westen von Konso. Das Dorf ist noch sehr traditionnel und man marschiert durch Gassen.
ANNICKThemenstarter8’057 Beiträge · seit 200819. März 2019 ·
Fortsetzung
Ueber 400 Jahre alte, mehrstöckige, bewässerte Terrassenlandschaften sowie hohe Befestigungswälle aus schwarzem Basalt und Holzzäunen, umgeben die Siedlung mit strohbedeckten Steinhäusern, Speichern und Stallungen für ihre Tiere.
Die Wälle dienten früher zur Abwehr von Feiden und wilden Tieren.
Die Konso Dörfer wachsen von innen nach aussen, das heisst wenn der Platz innerhalb eines Walles nicht mehr ausreicht, wird eine neue Mauer um das bestehende Dorf gezogen und neue Gehöfe innerhalb dieser Mauer gebaut.
Jede Familie besitzt darin ein eigenes eingezäuntes Gelände mit ihrer Hütte, der Kornkammer (Kosa). einen Kochplatz und einen Unterstand für die Tiere.
Die Konso praktisieren Polygamie. Ein Mann hat bis zu 4 Frauen und mehrere Kinder. Die Konso erinnern mit einem Totenkult aus geschnitzten Holzfiguren an ihre verstorbenen Verwandten. Der Geist der Verstorbenen kann in den hölzernen Figuren "Waka" weiterleben.
Bei unserem Dorfrundgang bekommen wir voller Stolz die Generationspfähle gezeigt, die alle 18 Jahre neu errichtet werden und damit eine wichtige Zeiteinheit für die Konso darstellen.
Um das Einkommen des Dorfes zu verbessern werden noch mit einem traditionellen Webstuhl verschiedene Artikel für die Farenjis angefertigt.
ANNICKThemenstarter8’057 Beiträge · seit 200820. März 2019 ·
Fortsetzung
Es ist echt interessant hier im Dorf herumzulaufen.
Es gibt aber nur noch wenige Konso die ihre traditionelle Kleidung tragen.
Ihre Gesichter sind sehr ausdrucksvoll!
Es wird Zeit Gamole zu verlassen. Wir begeben uns jetzt zum Konso Museum. Das Gebäude überragt die Kanta Lodge. Dieses 2009 in Partnerschaft mit Frrankreich gegründete Museum wurde zum Schutz und zur Ehre der hölzernen Begräbnisstatuen des Konso Volks, des Waka, mit faszinierenden Erklärungen über dieses unglaubliche Volk, seine Kultur, seine Dörfer und seine Lebensweise entworfen. 1996 wurden 200 Waka, die für den Verkauf auf dem Schwarzmarkt der Kunst bestimmt waren, vom äthiopischen Zoll beschlagnahmt. Die örtlichen Behörden stellten dann die Frage nach der Zukunft dieser Arbeiten, die die Kultur und den Glauben der kleinen ethnischen Gruppe Konso im Südwesten Aethiopiens widerspiegeln. Das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen den Verwaltungsbehörden von Konso, der französischen Botschaft in Aethiopien, dem französischen Zentrum für Aethiopien aber auch dem Musée du Quai Branly und der UNESCO wurde am 18. Dezember 2009 eröffnet.
Im Museum erfahre ich dass es über 200'000 Konsos in der Gegend gibt. Sie sind in 9 Clans aufgeteilt mit je einem Oberhaupt (Poqalla). Die Wakasammlung im Museum ist enorm. Es handelt sich dabei um gestohle Figuren die zurückgekauft wurden.
Sie haben heute keine spirituellen Wert mehr. Einmal bewegt haben die Wakas ihre "Macht" verloren und können nach dem Glauben der Konso auch nicht mehr aufgerichtet werden.
ANNICKThemenstarter8’057 Beiträge · seit 200821. März 2019 ·
Fortsetzung
Ein älterer Herr kommt auf mich zu. Er ist der Wächter des Museums. Er erklärt mir viele Sachen.
Die Waka sind Grabstatuen die für die Notabeln errichtet wurden. Sie spielen eine biografische Rolle indem sie an ihr Leben, an ihre heldenhaften Taten und an ihre Vorfahren erinnern. Mehrere Waka können auf einem Grab errichtet werden: der vom Verstorbenen, von seinen Frauen, von seinen Feinden und Tiere die er besiegt hat.
Die Anfertigung eines Waka kann mehrere Tage dauern. Sie wird durch die Familie des Vertorbenen überprüft. Die Waka Schnitzer geniessen einen besonderen Status in der Konsogesellschaft. Sie benötigen Wacholderholz und Akazienholz dafür. Die Augen der Waka sind meistens aus Ostrich Egg und die Zähne aus Tierknochen.
In den Familienfriedhöfe müssen die Toten und die Waka dem Dorf den Rücken zeigen. So kann der Geist des Verstorbenen nicht die Lebendigen stören. Wenn Jemand stirbt überlebt seine Seele. Nach dem Tod gibt es 2 verschiedene Zeremonien. Die Erste gleich nach seinem Tod um seine Seele zu befreien. Der Tote wird mit seinen persönlichen Sachen und Nahrung begraben. Eine Stele wird errichtet. Die Zweite viel später, da wird der Waka errichtet. Folgen dann Ziegenopferungen die das Ende der Trauer bedeuten.
Wenn ein Poqalla (Clanchef) stirbt wird er mumifiziert. 9 Jahren später wird sein Tod offiziel angekündigt. Man begräbt ihn und seine Aufgaben werden seinem älteren Sohn vererbt.
Ich muss sagen der Besuch hier ist es echt wert. Gegen 16 Uhr verlässt mich Jimmy. Ich möchte lieber zu Fuss zurück in die Lodge. Ist ja nicht sehr weit. Von da oben geniesst man eine tolle Aussicht. Man sieht sogar den Chamo See.
Ich laufe langsam die Piste runter und setze mich im Gebüsch auf einen Baumstamm. Von da aus kann ich das alltägliche Leben der Einheimischen verfolgen.
Hier das Gebäude der Kanta Lodge wo die Drivers und Guides übernachten.
Auf der Strasse ist immer etwas zu beobachten.
Es gibt nur wenig Verkehr.
Die Umgebung hier finde ich einmalig. Hier würde ich es eine zweite Nacht ohne Problem aushalten.
Es wird auch Zeit zum Duschen. Ich kehre in die Lodge zurück.
Heute Abend hat es nicht viele Gäste. Nur 3 Bungalows sind belegt. Der Koch hat bestimmt heute Abend frei denn das Essen ist ungeniessbar.... 🤩
ein ganz spezieller Reisebericht...........DANKE.....
" Silberblick" wie kommst Du auf diesen Namen ?........genial....
lg......BMW
ANNICKThemenstarter8’057 Beiträge · seit 200822. März 2019 ·
@BMW: schön dass du weiter dabei bist. Sagt man nicht auf deutsch einen Silberblick wenn man Jemand böse anschaut?
03.01.2019
Gestern Abend hiess es ab 7 Uhr Frühstück. Als ich heute morgen im Restaurant ankomme ist keine Seele zu sehen und kein Frühstück. Ich rufe laut und endlich erscheint ein Angestellter. Er erklärt etwas verlegen: sorry sleeping, breakfast in 30 minutes.... Die anderen französischen Gäste sind inzwischen auch da. Also warten bis bis das Buffet installiert ist. Das Frühstück schmeckt comme ci comme ça. Der Café ist aber hervorragend! Gegen 8 Uhr können wir endlich losfahren. Wir wollen noch in Konso tanken. Leider steht vor der Tankstelle eine riesige Autoschlange. Wegen politische Probleme mit Djibouti wird der Sprit unregelmässig befördert. Jimmy beschliesst weiter nach Arba Mich zu fahren denn er hat noch genügend Benzin im Tank.
Die Fahrt führt uns auf einer Piste.
Bald wird sie aber von den Chinesen geteert erklärt mir Jimmy. Unterwegs beobachten wir einige LKW Unfälle.
Nach einer Weile erblicken wir Lake Chamo und wir halten für eine Cafépause an.
Von da oben verfolgt man das Geschehen auf dem See.
Dann geht es weiter zur Rift Valley Boat Service Association.
Da kommen wir gegen 10 Uhr an. Viele Farenjis gibt es leider noch nicht. Das Boot fährt nur ab 6 Leute. Es kostet 1000 ETB + den obligatorischen Guide 300 ETB.
Zum Glück erscheint 10 Minuten später eine Gruppe von Franzosen und es kann losgehen!
Ja, so kenne ich es auch. Silberblick als Ausdruck für "böse gucken" ist im deutschen nicht üblich. Statt "Silberblick" wäre "wirft ihm einen bösen Blick zu" eine korrekte Formulierung.
Yanjep
Ein sehr interessanter Bericht, wie ich finde. Und es ist rübergekommen, was Du gemeint hast.
ANNICKThemenstarter8’057 Beiträge · seit 200825. März 2019 ·
@Hanne und Yanjep: danke für euere Erklärung! 🙂
Fortsetzung
Lake Chamo befindet sich unweit von Arba Minch. Der See liegt südlich des Abajasees. Der nördliche Teil befindet sich im Nechisar NP und ist durch die "Brücke Gottes" einen Isthmus, vom Abajasee getrennt. Der See ist 32 Kilometer lang und 13 Kilometer breit. An der tiefsten Stelle messt man 14 Meter. Die Umgebung des Sees ist durch Savanne geprägt und ist für seine reiche Tierwelt bekannt. Wir verlassen das Ufer
und fahren 30 Minuten über kabbeliges Wasser.
Unser Skipper dreht dann den Motor ab und lässt das Boot gleiten. Auf einer Sandbank erblicken wir Goliathreiher
Pelikane
und Fisheagle.
Dieser Fisheagle hat sich gerade eine Beute geschnappt und verspeist sie.
Dann geht es weiter bis zur nächsten Sandbank. Da entdecken wir ein Haufen Crocs.
ANNICKThemenstarter8’057 Beiträge · seit 200826. März 2019 ·
Fortsetzung
Die Bootsfahrt ist ein echter Genuss. Fisheagles gibt es eine Menge!
Die schönsten Vögel bleiben aber die Carmine Bee Eater. Davon hat es auch sehr viele hier am See. Es sind farbenfrohe, auffällige Vögel, die überwiegend karminrot gefärbt sind, aber die Krone und der Untersatz blau sind.
Dieser See bekommt keinen Massentourismus und es ist auch gut so!
Man sieht sogar Flamingos.
Die Einheimischen finden auch hier ihre tägliche Nahrung.
Die Bootsfahrt dauert eine gute Stunde und ich kann sie echt empfehlen. Anschliessend fährt mich Jimmy nach Arba Minch zum Haile Resort. Da habe ich durch Booking.com ein Zimmer für 2 Nächte reserviert. Das Hotel gefehlt mir auf Anhieb. Ist ein riesiger Bertrieb aber hat Charme. Im Schwimmbad kann man Längen schwimmen.
Die Aussicht von der Restaurantterrasse ist unschlagbar! Man sieht Lake Chamo, Lake Abaja und den Nechisar NP.
Die Empfangshalle ist hell und angenehm.
Da ich hungrig bin begebe ich mich zum Restaurant. Alles sehr gediegen.
Da bestelle ich mir einen Avocadosalat, miam miam. Was will man mehr?
Preis für das Zimmer inklusiv Frühstücksbuffet: 100 US$ Ist es wert.
ANNICKThemenstarter8’057 Beiträge · seit 200828. März 2019 ·
Fortsetzung
Um 15 Uhr holt mich Jimmy im Hotel ab. Wir fahren nach Dorze zu einem Dorze Stamm. Von Arba Minch geht es auf einer staubigen, steile Schotterpiste bis auf 2000 Meter rauf.
Da hat das Volk der Dorze ihre Heimat gefunden. Mit knapp 28'000 Mitgliedern sind die Dorze eine recht kleine ethnische Gruppe.
Nach 45 Minuten erreichen wir den Dorfeingang.
Da bezahlen die Farenjis 200 ETB pro Nase und mieten für 100 ETB den obligatorischen Guide. Bekannt ist das Volk für ihre grossen, von Hand gefertigten Häuser, die an das Gesicht eines Elefanten erinnern. Das hat auch einen Grund. Vor vielen Jahren lebten genau in dieser Region Elefanten. Sie sind mittlerweile weiter nach Kenia gezogen. Ein schwerer Verlust für die Dorze, doch auch eine Chance, den Toursimus hier wieder ein wenig anzukurbeln. Denn heute haben die Dorze den Elefanten zu einem ihrer Hauptanzugspunkte für Touristen gemacht indem sie ihre Häuser immer noch in Anlehnung an die Dickhäuter bauen. Zwei Luftlöcher dienen dabei als Augen des Elikopfes der die Form der knapp 20 Meter grossen Hütten vorgibt. Gebaut sind sie aus natürlichen Materialen wie Bambus und Entete-Blättern.
Wir betreten eine Elefantenhütte und es ist dunkel. Es riecht nach Weihrauch und nach Tier.
Der Guide zeigt uns das Schlafzimmer
Die Küche
den Empfangsraum
und da wo die Tiere schlafen.
Ein wichtiger Wirtschaftszweig für Dorze ist die Produktion feiner Baumwolltücher, für die sie im ganzen Land berühmt sind.
Die farbenfrohe Tücher sind auch bei den Toursiten sehr beliebt.
Hier wird noch selbst per Hand gesponnen.
Die Dorze produzieren auch Tej (Honigwein) Unterwegs beobachten wir mehrere Bienenhäuser.
ANNICKThemenstarter8’057 Beiträge · seit 200829. März 2019 ·
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Bis Heute hatte ich noch nie von einer "falschen Babane" (Ensete) gehört, noch weniger gesehen. Diese Pflanzen sind den richtigen Bananen ähnlich. Sie tragen aber nie Früchte und die Blätter haben eine etwas andere Form.
Sie stehen senkrechter.
Was macht man mit diesen Ensete Pflanzen? Die Dorze machen Fladenbrot daraus, in einem sehr aufwändigen und lang andauernden Prozess. Zuerst wird der mittlere Teil der Blätter abgeschabt und zerkleinert.
Der Brei wird zunächst in Bananenblättern gesammelt und 3 Monate vergraben. In dieser Zeit fermentiert die Masse.
Danach kann der "Mus" genutzt werden. Die benötigte Menge wird entnommen
und nochmals mit einem Messer zerkleinert.
Der Teig wird geknetet und wie ein Fladen geformt auf einem falschen Bananenblatt.
Das Ganze wird noch mit falschen Bananenblätter abgedeckt und dann wird es über einem Feuer in einer wokähnlichen Pfanne gebacken.
Bald werden wir zur Dorfkneipe gerufen. Das Brot ist fertig zum Essen.
Wir nehmen Platz
brechen jeder ein Stück vom Fladen ab. In der bereit gestellten Schale ist wilder Honig und eine mit Oel angerührte scharfe Paste.
Dazu wird ein selbst gebrannter Schnaps serviert. Er riecht ein wenig wie Anis. Der Schnaps wird aber aus Gemüse, vor allem Rote Beete und Knoblauch, gebrannt und ist sehr hoch prozentig.
Liebe Annick, das ist wirklich eine ganz ungewöhnliche Reise, aber sicherlich etwas, dass viel bewegt. So eine Reise steht nicht im Reisekatalog, wie kommt man auf so eine Idee? Die unterschiedlichen Stämme in ihren sehr einfachen Lebensverhältnissen zu erleben ist sicherlich spannend, aber es stimmt auch nachdenklich. Teilweise sieht man Plastikflaschen im Hintergund, der Alkohol, der durch die Touris finanziert wird oder die Präsentation von Stoffen, gemacht für Touristen, sind schon Dinge, die die Urvölker von den Touristen abhängig machen. 😕 😐 Ich bewundere dich für deinen Mut alleine zu reisen und dann auch noch ohne Durchfall oder andere Krankheiten durchzukommen und 🤢 , das unechte Bananenbrot oder den Schnaps zu genießen! Da muss man schon sehr hart sein! Danke, dass du uns an deinen Erlebnissen teilhaben lässt.