Nach einer Nacht in Addis Abeba geht es mit einem gebuchten Fahrer fünf Tage ins Omo-Tal im Süden Äthiopiens. Bei den Hamer in Turmi erlebe ich eine Bullensprung-Zeremonie, bei der ein junger Mann über den Rücken aneinandergereihter Rinder rennen muss, um als heiratsfähig zu gelten. Per Kanu erreiche ich ein Dorf der Dassenech, im Mago-Nationalpark besuche ich die Mursi mit ihren Lippentellern, dazu die Ari, die Konso mit ihren jahrhundertealten Terrassenfeldern und die Dorze mit ihren elefantenkopfförmigen Hütten. Eine Bootsfahrt auf dem Lake Chamo zeigt Flamingos, zahlreiche Fischadler und Schwärme von Karminspinten.
Weiter geht es nach Harar, dessen ummauerte Altstadt mit den farbigen Gassen und den vielen Moscheen zum UNESCO-Welterbe gehört; abends sehe ich, wie ein Hyänenmann vor den Stadttoren die Tiere füttert – für mich eher enttäuschend. Ein Ausflug führt zum Kamelmarkt von Babille und ins Dakhata-Tal mit seinen bizarren Felsformationen. Von Djibouti-Stadt aus geht es an den Lake Abbé: eine Vulkanlandschaft mit Kalksteinkegeln, wo ich in einer Afar-Hütte übernachte, und weiter zum Assal-See, dem salzigsten Gewässer ausserhalb der Antarktis.
Danach folgt eine sechstägige Tauchkreuzfahrt an Bord der MV Deli: Bei Ras Korali schwimme ich mehrmals neben Walhaien, tagsüber immer wieder Schildkröten und Muränen an den Korallenriffen, dazu ein Nachttauchgang sowie Stopps in Tadjourah und auf den Moucha-Inseln. Die letzten Tage verbringe ich wieder in Addis Abeba: auf dem Mercato-Markt, in der St.-Georgs-Kathedrale und beim Kloster Debre Libanos mit seiner portugiesischen Brücke, bevor ich am Pool des Sheraton den Urlaub ausklingen lasse.
Reisezeitraum
29. Dezember 2018 bis 24. Januar 2019
Länder
Äthiopien, Djibouti
Gruppe
Alleinreisend; in den ersten 3 Tagen der Omo-Valley-Tour im selben Fahrzeug wie 2 weitere Tourteilnehmer, ab Dire Dawa zeitweise mit einer unterwegs kennengelernten Reisenden
Reiseart
Individualreise, teils vorab und teils vor Ort selbst gebucht; auf jeder Etappe mit lokalem Fahrer oder Guide, kein Selbstfahren
Fahrzeug
Kein eigenes Fahrzeug – Fahrer/Guides der jeweiligen Anbieter (Ethio Travel im Omo-Tal, private Driver in Harar, Rushing Water Adventures zum Lake Abbé), dazu Linienflüge und ein Tauchboot
Veranstalter
Ethio Travel (5-Tage-Omo-Valley-Tour), Rushing Water Adventures (Lake-Abbé-Tour), Dolphin Excursions/MV Deli (6-Nächte-Tauchkreuzfahrt)
Unterkunftsart
Hotels und Lodges, ein traditionelles Afar-Hüttencamp am Lake Abbé, Kabine auf dem Tauchboot MV Deli
Route
Addis Abeba – Jinka/Omo-Tal (Hamer, Dassenech, Mursi, Ari) – Konso – Arba Minch – Dorze – Dire Dawa – Harar – Babille – Djibouti-Stadt – Lake Abbé – Assal-See – Tauchkreuzfahrt (Ras Korali, Tadjourah, Moucha-Inseln) – Addis Abeba
Fahrstrecke
keine Gesamtkilometer im Bericht belegt
Flug/Anreise
Linienflug Genf–Addis Abeba (Ethiopian Airlines) und zurück; diverse Inlandsflüge (Addis–Jinka, Addis–Dire Dawa, Dire Dawa–Djibouti über Addis)
Besonderheit
Vorübergehende fiebrige Erkrankung während des Djibouti-Aufenthalts mit Klinikbesuch; die Reise inkl. Tauchkreuzfahrt wird danach wie geplant fortgesetzt
Automatisch aus dem Bericht erstellt. Massgeblich ist der Bericht selbst.
Teil 126. Jan. 2019
Hallo Fomis,
Komme gerade aus meiner wunderschönen Reise zurück. Dieses Mal ging es nach Südäthiopien, Harar und Djibouti. Ich war auf eigene Faust unterwegs. Von Zuhause reserviert: die erste Nacht in Addis Abeba und die 5 Tage Omo Valley Tour mit Ethio Travel. Den Rest des Urlaubs habe ich an Ort und Stelle programmiert. Im Gross und Ganzem war es ein sehr interessanter Urlaub. Bei der Omo Valley Tour hatte ich schon einige Bedenken. Zum Glück gab es nur einen Reinfall. Hier einige Eindrücke davon.
In Harar, eine wunderschöne Stadt, wäre ich gerne länger geblieben wenn nicht........... Hier einige Bilder.
Djibouti war einfach ein Volltreffer. So schöne Riffe hatte ich schon lange nicht gesehen. Schnorcheln mit den Whale Sharks war einfach grandios! Hier einige Eindrücke.
Mehr darüber ab nächste Woche. Bin noch am Bilder sortieren.
Ich wünsche euch Allen ein nettes Wochenende. Annick
Teil 231. Jan. 2019
29.12.2018
Pünktlich landet die Aethiopian Airlines Maschine um 06.30 auf Bole International Airport Addis Abeba. Zum Glück ist heute morgen bei der Immigration nicht viel los denn ich muss mir noch ein Visum besorgen. Wollte es in Genf erledigen aber es gab bei der Djibouti Embassy Verzögerungen und mein Pass war nicht verfügbar..... Vor 2 Jahren konnte man sich am Airport Schalter noch ein Multiple Visum für Aethiopien besorgen. Ist jetzt nicht mehr möglich. Man erhält es nur noch durch eine Botschaft. Für das Single Visum bezahle ich 50US$. Der Flughafen wird auch vergrössert. Ja in 2 Jahren hat sich hier viel geändert. Die Gepäckabgabe vergeht zügig. Draussen wartet auch schon der Driver von Ethio Travel Tour. Er überreicht mir alle Papiere und Airline Tickets für die 5 Tage Omo Valley Tour. Danach fährt er mich zu meinem Hotel: VENETIAN HOTEL www.venetianaddis.com Es liegt im Bole Viertel unweit vom Edna Mall. Um zum Hotel zu gelangen fährt man am Golden Tulip Hotel vorbei. Dann wird die Strasse zu einer Piste. Die Umgebung vom Hotel finde ich nicht gerade einladend.
Der Eingang macht zum Glück einen besseren Eindruck.
Das Personal an der Rezeption bemüht sich sehr um die Gäste. So kann ich schon um 07.30 mein Zimmer beziehen. Genial denn ich bin schon etwas müde. Es liegt im fünften Stock und ist zweckmässig eingerichtet.
Guter Wifiempfang. Das Badezimmer wirkt sauber.
Ueber die Aussicht reden wir lieber nicht......
Für 57 US$ die Nacht in B&B kann man aber nicht meckern.
Fortsetzung folgt
Teil 302. Feb. 2019
WELCOME AN ALLE ZUGESTIEGENE! 🙂
Fortsetzung
Nach einem kleinen Nickerchen entschliesse ich mich mir die Beine zu vertreten. Ich laufe bis zur Medhane Alem Kirsche.
Ich muss immer wieder über die religiöse Menschen staunen die hier vor der Kirsche beten. Die Atmosphäre ist schon einzigartig. Im Bole Viertel wird auch weiter dazugebaut.
Später auf der Hotelterrasse gönne ich mir einen Avocadosalat.
Er schmeckt sagenhaft und das Bier dazu tut echt gut!
In Aethiopien, immer auf die Rechnung achten. Meistens werden am Schluss 15% Taxen + 10% Service dazu gerechnet. Nach dem Mittagessen lege ich mich hin und schlafe ein. Gegen 19 Uhr bin ich aber ganz fitt und muss etwas unternehmen. An der Rezeption empfehlt man mir das Yod Abyssinia Traditional Restaurant zu besuchen. Ist nicht gerade mein Ding aber ich lasse mich umstimmen. Ich marschiere also dort hin. Das Restaurant liegt unweit vom Lobelia Hotel. Es wirkt riesig. Zu meinem Erstaunen sind auch viele Einheimische anwesend.
Da ich allein bin bringt mich eine Bedienung zu einem Tisch voller "Locals"
Auf der Bühne geht es fröhlich zu.
Die Preise sind höher als in andere Restaurants aber das Spektakel lohnt sich echt!
Ich bestelle Tibs + Shiro. Miam miam. Ein Bier kostet 65ETB, eine menge Geld für die Locals. Diese trinken lieber Tej, ein äthiopischer Honigwein. Die Einheimischen an meinem Tisch wollen unbedingt dass ich ein Glas davon probiere. Ich lehne freundlich ab. Vor 2 Jahren bekam ich solche starke Kopfschmerzen danach.....
Das Ambiente finde ich einmalig. Die Locals singen mit.
Nach dem Nachtessen mache ich mich wieder auf den Weg zum Hotel. Einige Geschäfte sind noch offen.
Die Piste zum Hotel ist nicht beleuchtet. Man muss schon aufpassen denn einige Leute liegen am Strassenrand.....
Morgen geht es weiter nach Jinka, Omo Valley.
Wünsche euch allen ein nettes Wochenende.
Teil 403. Feb. 2019
30.12.2018
Um 8 Uhr gibt es Frühstück. Der frischausgepresste Papayasaft schmecht sagenhaft. Die frischen Früchte und der gute Café sind eine echte Freude. Das Toastbrot kann man aber vergessen.... 😣
Um 09.30 bringt mich der Hotelshuttle zum Flughafen, Terminal 1 (domestic flights). Da herrscht ein Chaos. Alle Passagiere müssen zweimal durch die Security. Die Maschine nach Jinka ist ein Bombardier Q400. Sie ist praktisch voll, darunter viele Chinesen.
Addis Abeba sieht schon anders von da oben aus!
Die Landschaft wechselt als wir uns Jinka nähern.
Pünktlich landen wir um 13.05. Der Flughafen erinnert mehr an einen Schuppen.....
Hier darf auch nicht viel schief gehen denn die Feuerwehr scheint nicht besonders gut ausgerüstet zu sein!
Wir laufen direkt bis zur Ankunftshalle. Das Gepäck wird direkt in verschiedene Wagen geladen.
Hier die "Departure" Halle für die wartende Gäste. Sehr ländlich!
Draussen warten auch schon die Tuck Tucks für die Backpackers
sowie verschiedene Wagen von den Tour Operators.
Ich sehe gleich einen Mann mit dem Schild "Ethio Travel". Ich laufe zu ihm rüber und stelle mich vor. Er heisst Jimmy. Er erklärt mir auch gleich dass ich die Einzige bin die die 5 Tage Omo Valley Tour gebucht hat. Wir warten noch auf 2 Herren die eine 3 Tage Omo Valley Tour reserviert haben. Diese Herren werden uns die ersten 3 Tage begleiten. Sie erscheinen auch 5 Minuten später. Ich begrüsse sie mit meinem Vornamen. Sie antworten nur sie kämen aus Saudi Arabien und ignorieren praktisch den Driver..... Der Eine setzt sich auch gleich vorne neben dem Fahrer und der Andere nimmt hinten Platz und breitet sich aus. Ich setze mich hinten dazu und mache ihm zu verstehen dass ich auch existiere.......Er guckt mich hochnäsig an...... 😗 Jimmy beobachtet das ganze Geschehen und grinst. Mamamia, die 3 Tage mit diesen 2 Typen werden heiter werden! 🤩 Auf der anderen Seite bin ich froh dass meine Tour überhaupt stattfindet. Ich bezahle für die 5 Tage (B&B + Driver und Tribe Besichtigungen) 900US$. Geht noch.
Jimmy fährt schon einmal zur Tankstelle.
Er füllt alle Benzinkanister denn unterwegs gibt es keine Tankmöglichkeiten.
Danach fahren wir zum Besha Gojo Restaurant wo wir das Mittagessen einnehmen.
Die 2 Saudis verschwinden gleich und so bleiben wir allein am Tisch. Das Essen nimmt eine Ewigkeit bis es ankommt. Pasta und Salat schmecken aber sehr gut.
Unsere 2 Kerle erscheinen eine halbe Stunde später und erklären sie wären zur Moschee beten gegangen. Jimmy guckt mich amüsiert an.
Fortsetzung folgt
Teil 505. Feb. 2019
@picco: es war mühsam denen zu zeigen wo der Hammer hängt! 😣 (kannte diesen Spruch nicht, habe dazugelernt)
@Elisabeth: ich bin echt gespannt wie du Djibouti City erlebt hast! 🙂
@Biggi: viel Mut gehört echt nicht dazu sondern viel Lust! Aber man muss auf einige Ueberraschungen gefasst sein..... 🤪
@ Yanjep: sorry ich habe nicht verstanden was du sagen wolltest. War es sarkastisch gemeint? 😁
@Hilde: ich hatte keine Wahl. Entweder allein reisen oder Zuhause bleiben.... 😎
@Bayern Schorsch: mein Toni ist leider kein Trekking Freak und hasst Injera...... 😄
Fortsetzung
Die 2 Saudis bestellen einen Salat und Pasta. Den Salat rühren sie kaum an und sie essen nur die Hälfte von den Spaguettis.....Gleich danach verlassen wir Jinka. In der Stadt gibt es praktisch vor jedem Gebäude einen Esel.
Sie werden meistens für die Wasserversorgung gebraucht.
Sehr bald verlassen wir die Teerstrasse und nehmen eine Abkürzung die durch eine Gravel Road führt.
Unser heutiges Ziel: Turmi
Ausser einigen Faranjis die auch die Stämme besuchen wollen gibt es keinen Verkehr.
Die Einheimischen sind meistens zu Fuss unterwegs.
Der Himmel bedeckt sich immer mehr mit sehr dunklen Wolken und auf einmal schifft es wie verrückt. Jimmy möchte noch ein Hamer Dorf besuchen. Die ersten Kinder erscheinen auch schon.
Wir fahren weiter aber man sieht mit dem Regen nicht viel und die Windschutzscheibe hat schon bessere Zeiten erlebt..... 😛
Die 2 Saudis im Wagen unterhalten sich in ihrer Sprache und beachten uns nicht. Langsam kommen wir im Dorf an.
Einige Kinder eilen zu uns rüber.
Der Regen scheint sie nicht zu stören.
Wir steigen aus dem Wagen und bekommen sofort nasse Füsse. Die 2 Saudis sind nicht gerade happy darüber..... 😄
Unterdessen hat es zum Glück auch aufgehört zu regnen. Wir werden von einer Hamer Familie gebeten sie in dieser Hütte zu begleiten.
Fortsetzung folgt
Teil 608. Feb. 2019
Fortsetzung
Die Hamar oder Hammer gehören zu den bekanntesten Stämmen Südäthiopiens. Sie bewohnen das Gebiet östlich des Omo Flusses und besitzen Dörfer in Turmi und Dimeka. Die Population wird auf 25'000 geschätzt. Sie sind Viehzüchter und betreiben Landwirtschaft. Die Familien leben in Zelten oder Hütten die in Kreis angeordnet sind. Das Vieh wird nachts in die Mitte des Lagers gebracht. Die zur Hammer gehörenden Herden bestehen hauptsächlich aus Rinder obwohl es auch einige Schafe und Ziegen gibt. Die meisten Hammer pflanzen zu Beginn der Regenzeit Sorghun Felder an. Die Ernten bleiben jedoch meist unbeaufsichtigt und die Erträge sind gering. Die Hammer Männer können beliebig viele Frauen heiraten aber nur innerhalb ihres eigenen Stammes. Ein Brautpreis für Vieh und andere Waren wird vom zukünftigen Ehemann und seinen nahen Verwandten der Familie der Braut zur Verfügung gestellt. Viele Elemente ihrer traditionnellen Religion werden noch heute praktisiert. Zum Beispiel glauben sie dass natürliche Objekte wie Felsen oder Bäume Geister haben.
In der Hütte wird es eng. Hinter Jimmy folgen gleich die 2 Saudis. Ich zähle ja nicht. Galanterie kennen sie nicht...... 😗 Ich verstehe auch gleich dass unsere 2 Freunde die Tour nicht aus "Tribe" Interesse gebucht haben sondern mehr aus Voyeurismus. Sie haben keine Kameras dabei. Jeder besitzt 2 Handies. Damit werden Bilder geschossen und gleich irgendwo weiter gesendet.
Die Hammer sind ein echt nettes Volk. Wenn man Interesse zeigt bekommt man alles erklärt. Ein "Hammer Guide" dient als Uebersetzer.
Die Kinder sind auf die Handies sehr neugierig und wollen die Bilder sehen.
Ich fühle mich inmitten dieser Leute sehr wohl. Ich mag ihren Stolz, ihre Demut.
Für uns wird auch Café gekocht.
Die 2 Saudis verschwinden aus der Hütte, sie wollen sich draussen mal umsehen.....Ich glaube die Hammer haben verstanden dass diese Typen sich nichts aus ihrer Kultur machen. Sie grinsen nämlich Jimmy kommisch an. 😎
Ich muss gestehen dass ich mir diesen Besuch ganz anders vorgestellt habe.
Hier wurde nichts spezifisches für den Turi arrangiert.
Und es ist auch gut so!
Das kleine Kind finde ich einfach süüüüs.
Und Grandpa werde ich nicht vergessen. Er erzählt so tolle Geschichten.
Ich muss gestehen dass ich aber Mühe habe aus derselben Schüssel den Café zu trinken........
Fortsetzung folgt
Teil 711. Feb. 2019
@Yanjep: leider andere Sitten und anderes Verhalten..... 😗
Fortsetzung
Die Zeit vergeht leider viel zu schnell. Wir verabschieden uns von der Familie denn wir wollen uns noch ein wenig draussen umsehen. Da wartet auch schon das Komitee. Es hat sich schnell im Dorf herumgesprochen dass Farenjis zu Besuch da sind.
Unsere 2 Saudis haben inzwischen ein sehr schönes Mädchen mit tollen Busen entdeckt. Es ist oben ohne. Sie schiessen ein Bild nach dem Anderen mit ihren Selfies und kischern.....Am liebsten hätte ich ihnen den Hals zugedreht...... Manche Frauen sind auf einmal geniert und ziehen ein Tuch über sich.
Langsam kommen auch die Männer und Kinder von ihrer Arbeit zurück.
Die Dorfbewohner sind einfach nett.
Manche Gesichter prägen einfach.
Bei den Kindern würde ich so gerne bleiben.
Es wird aber Zeit zum Gehen!
Das Vieh wird im Dorf zurückgebracht.
Jimmy drückt dem Hammer Guide einige Scheine in die Hand und wir verabschieden uns. Es geht jetzt Richtung Turmi Lodge wo wir heute Abend übernachten.
Fortsetzung folgt
Teil 814. Feb. 2019
@picco: so ist es! 😄
Fortsetzung
Gegen 18.15 erreichen wir Turmi Lodge. Die Homepage
www.turmilodge.com
entspricht leider nicht der Realität......Ich bekomme ein Zimmer in einem Nebenflügel.
Die Saudis belegen ein Doppelzimmer gerade neben mir. Ich bin erleichtert. Ich konnte mir nicht vorstellen mit diesen Typen ein Zimmer zu teilen! 🤩 Mein Zimmer ist einfach
aber geräumig und sauber.
Das Badezimmer ist mehr als renovierungsbedürftig.
Bei der Dusche kommt praktisch kein Wasser mehr raus. Alles verkalkt. Mit einer Nadel kann ich zum Glück den Kalk entfernen.
Es ist schon 20 Uhr als ich zum Restaurant marschiere. Man läuft 800 Meter bis dorthin. Zum Glück habe ich eine Taschenlampe. Die Saudis kommen nicht zum Nachtessen, ist mir Recht! Wifi gibt es Keins. Zum Abendessen wird nur ein Buffet angeboten zu einem stolzen Preis von 350 ETB pro Person.
Die Bohnensuppe ist fade, die Spaghettis kleben aneinander und der Rest schwimmt im Fett.... 🤢
Gegen 22 Uhr kehre ich ins Zimmer zurück.
Es ist schwer hier fest zu schlafen. Einmal hört man von weitem den Muezzin, dann einen Esel oder einen kommischen Schrei. Dazu kommen noch die Moskitos..... 😗
31.12.2018
Um 07.15 frühstücke ich allein auf der Restaurantterrasse. Es schmeckt absolut nicht. Es gibt kein Brot dafür Injera mit Porridge....igitigit! 😣
Gegen 8 Uhr verlassen wir die Lodge.
Die 2 Saudis haben schnell ihre selbe Plätze im Wagen genommen und wollen nicht tauschen.....Bis nach Omorate fährt man auf einer guten Teerstrasse.
Heute morgen werden wir einen Dassenech Stamm besuchen. Omorate, auch unter dem Namen Kelem bekannt, liegt nahe der kenianischen Grenze in der South Omo Zone. Die Zone ist nach dem Omo River benannt, einem Fluss der im Westen in den Turkana See mündet. In Omorate müssen wir zuerst durch die Immigration. Da zeigen wir unsere Pässe und werden registriert.
Es stehen schon andere Farenjiwagen davor.
Um zu den Dassenech Stämme zu gelangen gibt es 2 Möglichkeiten: eine Brücke überqueren oder bis zur Bootanlagestelle fahren und ein Kanu nehmen. Jimmy hat für uns das Kanu bestellt. Finden wir super. Wir passieren das Dorf und erblicken schon einige einheimische Damen.
Fortsetzung folgt
Teil 918. Feb. 2019
Fortsetzung
Omorate, auch unter dem Namen Kelem bekannt, liegt nahe der kenianischen Grenze in der South Omo Zone. Diese Zone ist nach dem Omo River benannt, einem Fluss der im Westen in den Turkana See mündet.
Die Dassenech sind der südlichste Stamm, der im äthiopischen Omo Tal lebt. Ihr Land ist halbtrocken und lebt dort, wo das Omo-Delta den Turkana See erreicht. Ihr Name bedeutet Leute des Deltas. Die Bevölkerung wird auf 50'000 geschätzt. Die Dassenech sind in erster Linie ein Agropastoralvolk. Sie bauen Sorghum, Mais, Kürbisse und Bohnen an, wenn der Omo Fluss und sein Delta überfluten. Sorghum wird mit Wasser zu einem Brei gegart der mit einem Eintopf gegessen wird. Mais wird normalerweise geröstet und Sorghum wird auch zu Biert fermentiert. Trotz des Sees und des Deltas ist dies eine unglaublich trockene Region. Im Westen und Südwesten ist nichts als Wüste. Rinder sind für das Leben des Dassenech ebenso von zentraler Bedeutung wie für die anderen Stämme des Omo Tals. Sie stellen nicht nur Fleisch, Milch, Leder für Kleidung, Häuser und Matratzen dar, sondern auch Status im Stamm und der Brautreichtum, der es einem Mann ermöglicht zu heiraten. Der Stamm von Dassenech ist nicht streng von ethnischen Zugehörigkeit definiert. Im Laufe der Zeit hat der Stamm eine breite Palette von verschiedenen Völkern in sich aufgenommen und ist nun in 8 Clans unterteilt. Jeder Clan besitzt seine eigene Identität und seine eigenen Gebräuche, seine eigene Verantwortung gegenüber dem Rest des Stammes und ist an ein bestimmtes Gebiet gebunden.
Jimmy erklärt uns dass wir heute den grössten Clan besuchen werden: der Galbur (oder Water and Crocodile Clan). Die Mitglieder besitzen die Macht über Wasser und Krokodile und sind für die Behandlung von Krankheiten im gesamten Stamm verantwortlich.
Wir fahren bis zum Pier. Da erblicken wir auch schon die Kanus
und die Brücke.
Die Kanus sind echt unkomfortabel.
Viel bewegen kann man sich nicht.
Statt das grosse Dorf auf der anderen Seite der Brücke zu besuchen wo alle Farenjis anhalten, geniessen wir eine halbe Stunde Kanufahrt. Danach laufen wir 20 Minuten bis zum Dorf.
Das Dorf besteht aus einer Mischung von alten Hütten (Stroh) und Neuere (Blech).
Die ersten Kinder kommen uns auch schon entgegen.
Ich fühle mich gleich da wohl.
Die 2 Saudis eilen schon mit ihren Handis zu den jungen Mädels........ 😣
Ich schaue mir schon einmal die Menschen an.
Inmitten des Dorfes wird hier das Vieh über die Nacht gehalten.
Fortsetzung folgt
Teil 1020. Feb. 2019
Fortsetzung
Ein Dassenech Guide begleitet uns natürlich durch das Dorf. Er ist obligatorisch und gehört der Omorate Local Guide Association. Er spricht ein gutes Englisch. Hier zeigt er den Einheimischen auf seinem Handy die geschossenen Bilder.
Frauen tragen manchmal noch einen plissierten Rindsrock
und immer Perlenhalsketten und Armbänder.
Männer tragen ein kariertes Tuch auf die Schultern oder um die Taille.
Die Skarifizierung bleibt hier in den Stämmen erhalten. Man sieht die traditionnellen Narben, die den Uebergang von der Kindheit ins Erwachsenenleben markiert.
Die Narben werden erzeugt, indem Asche in Schnittwunden gerieben wird. Im Dorf verlangt man 100 ETB pro Farenji für's Fotografieren. Man kann sich für dieses Geld überall umsehen. Das Geld wird von der Chefin des Dorfes gesammelt.
Die 2 Saudis benehmen sich wieder daneben. Sie drehen mit ihren Handies Videos mir den obenohne Mädels....
Die Mädchen werden im Alter von 10 - 12 Jahre durch das Entfernen des Klitoris beschnitten. Diejenigen die nicht beschnitten sind werden Tiere oder Jungen genannt und können nicht heiraten oder Kleidung tragen.
Die Kinder bleiben mein Lieblingsmotiv.
Fortsetzung folgt
Teil 1122. Feb. 2019
Fortsetzung
Das Ambiente im Dorf finde ich schon besonders. Manche Gesichter wird man nicht vergessen.
Die Dassenech bemühen sich Einem alles zu erklären. Sie staunen sogar weil ich so viel Interesse zeige! Sie gehören zu den ärmsten Stämme in Aethiopien.
Im Dorf, verkaufen sie auch an Farenjis verschiedene Sachen: Kalebasse, Hocker.....usw
Ein französisches Ehepaar kommt noch dazu. Im Dorf versammelt man sich.
Auf einmal beginnen die Männer für uns zu tanzen.
Die Frauen folgen.
Hinter mir höre ich wieder die 2 Saudis kischern. Manche Frauen, da si kein BH haben, müssen ihre Brüste beim Tanzen schonen. Sie halten sie mit ihren Hände.
Nach der Vorstellung machen wir uns wieder auf den Weg zu den Kanus.
Wir kommen am selben Pier zurück.
Danach geht es gleich Richtung Turmi. Da besuchen wir den Markt.
Da können wir viele Hammer Frauen beobachten.
Fortsetzung folgt
Teil 1225. Feb. 2019
Fortsetzung
Der legendäre Turmi Montagsmarkt enttäuscht mich sehr! Man hat sich total auf die Farenjis eingestellt.
Zum Glück findet man ab und zu noch originelle Sachen. Hier Schuhe die aus Gummireifen erzeugt werden.
Es wird auch schwer hier Bilder zu schiessen. Sobald man die Kamera in der Hand hat, kommen schon Hammer Frauen. Jede will 5 ETB für ein Foto.......Ich weigere mich 5 ETB zu bezahlen. Es ist nicht viel Geld aber es ist aus Prinzip. Und so erwische ich doch einige Hammer Frauen ohne dass sie es bemerken.
Unsere 2 Saudis sind wieder mit Mädels beschäftigt. Der Eine spielt mit einer 100 ETB Note.......Andere Farenjis leisten ihnen Gesellschaft. Ich verschwinde lieber und versuche in der Masse unterzutauchen.
Und so kann ich ungestört das Geschehen beobachten. Es macht Spass.
Ich mache noch einen Abstecher beim Viehmarkt.
Langsam wird es dann Zeit zu gehen.
Jimmy winkt mir aus der Ferne zu. Wir brauchen nicht lange bis wir die Saudis finden. Mit ihren Handies machen sie Videos. Sie haben es nicht eilig. Jimmy erklärt uns dass wir sofort gehen müssen. Am Nachmittag findet unweit eine "Bull Jumping" Zeremonie statt. Wir sind ganz ausser dem Häuschen. Wir essen schnell eine Kleinigkeit in einem local Restaurant und fahren um 14 Uhr dorthin.
Fortsetzung folgt
Teil 1328. Feb. 2019
@Martina: schön dass du wieder dabei bist! 😎
Fortsetzung
Der Bullensprung soll einen jungen Mann für die Heirat vorbereiten.
Die Fahrt aus der Stadt Turmi bringt uns auf eine sandige Piste und endet 15 Minuten später an einem trockenen Flussbett. Da warten auch schon die ersten Hammerfrauen auf uns.
Jimmy verhandelt gleich mit dem Clanchef, zu welchen Bedingungen wir fotografieren dürfen. Man einigt sich auf 500 ETB pro Nase, eine menge Geld. Wir laufen anschliessend auf einen Hügel hoch. Da warten andere sitzende Hammerfrauen.
Sehr bald kommen auch noch andere Farenjis nach.
Die enge Verbundenheit zu Ton und Lehm zeigen die Hammar auch in ihrer Haarpracht. Sind sie von Natur aus normalerweise mit schwarzen Haaren bestückt, tragen die Hammerfrauen meist rote Haare, welche durch roten Ton, Butter oder Ocker gefärbt werden.
Bald fangen diese Hammerfrauen an zu tanzen.
Es geht sehr fröhlich zu.
Einige Mädchen tanzen vor einem Junggesellen, der den Bullensprung bereits hinter sich hat. Sie bitten ihn darum, als Zeichen ihrer Zuneigung, ausgepeitscht zu werden. Was dieser auch tut. Danach blasen die ausgepeitschten Mädels kurz in ein Horn, während sie aus den Striemen am Rücken bluten. Für die unverheirateten Mädchen ist es die höchste Ehre ausgepeitscht zu werden. Je grösser und tiefer die Wunden umso schöner die späteren Wulsnarben und desto höher der Status der Frau.
Die 2 Saudis müssen natürlich ihren Senf dazu geben. Sie wollen die Peitsche vom Junggesellen und es selber ausprobieren. Jimmy muss sich einmischen und ihnen erklären dass sich so ein Benehmen hier nicht gehört............ 😣
Teil 1401. März 2019
Fortsetzung
Die 2 Saudis hören zum Glück auf den Guide und setzen sich endlich hin. Die Hammerfrauen tanzen mit grosser Freude weiter.
Eine italienische Familie kommt zum Schluss noch dazu. Sie wird von anderen Frauen begrüsst und zu uns auf den Hügel gebracht.
Manche Gesichter finde ich einfach eindrucksvoll und schön! Könnte ich nur in ihren Gedanken lesen....
Die Hammer lassen sich von den 22 Farenjis nicht stören. Sie bleiben bescheiden und konzentrieren sich auf die Zeremonie.
Es herrscht eine entspannte Atmophäre.
Hier Familienmitglieder vom Bullenspringer.
Immer wieder lassen sich Mädels von einem Junggesellen auspeitschen. Das Ritual finde ich schon hart......
Die letzten Gäste aus der Nachbarschaft erscheinen
sowie unser Bullenspringer.
The show can go on!
Fortsetzung folgt
Teil 1503. März 2019
Fortsetzung
Jetzt bemahlt man einige Männer. Es werden ihnen magische Kräfte zugeschrieben.
Religiös sind die Hammer in keine Weltreligion einzuordnen. Sie haben einen Glauben an die treibende Kraft "barjo". Durch Gruppengesänge und Gespräche wird versucht das "barjo" zu rufen.
Gleich nach der Bemahlung werden wir aufgefordert den Hammer zu folgen. Wir laufen ihnen also hinterher.
Man bringt auch die Rinder für die Zeremonie.
Und so kommen wir nach 800 Metern an einem grossen Platz an. Da tuten Frauen in ihre Blechhörner.
Alle Mitglieder des Clans sind jetzt anwesend.
Es wird gesungen und getanzt. Einige Männer scheinen berauscht zu sein. Sie nehmen oft Maisbier aus einem Kalebassen Krug und Kath (eine aufputschende Alltagsdrogue) in sich.
Alle Farenjis sind gespannt wie es weiter geht.
Fortsetzung folgt
Teil 1604. März 2019
Fortsetzung
Unsere 2 Saudis werden wieder einmal sehr eindringlich. Sie wollen was in diesen Kalabassen drin ist kosten.
Die Hammerfrau ist nicht einverstanden und schenkt ihnen einen Silberblick.....
Jimmy erklaert ihnen es waere nichts fuer ihre Religion.....
Die Rinder werden alle auf den Platz gebracht.
Alle Clanmitglieder schauen gespannt zu.
Der Bullenspringer wird erst psychologisch vorbereitet. Man versucht ihm das "barjo" zu vermitteln.
Die 2 Saudis muessen natuerlich ihren Senf dazubringen indem sie in die Gruppe eindringen. Sie werden aber gleich weggejagt. Jimmy scheint jetzt seine Geduld zu verlieren. Er ist ausser sich und schreit ihnen: you are here not in a zoo.....Als Antwort grinsen sie ganz bloed.... Waehrend dessen fuehren einige der umstehenden Maenner die Rinder zusammen und stellen sie Seite an Seite auf.
Die Rinder wehren sich natuerlich. Sie haben aber keine Wahl. Es wird also gezogen und gezerrt an Schwanz, an den Beinen und den Hoernern.
Jetzt gucken alle auf das Geschehen.
Der splitternackte Mann ist jetzt fuer den Bullensprung bereit. Er steht vor den Tieren und konzentriert sich. Alle sind gespannt. Auf einmal rennt er los. Er ist fit und sicher. Nach dem Anlauf und mit wenig Muehe rennt er ueber die Ochsen hinweg. Auch beim zweiten und dritten Mal hat er keine Probleme.. Beim Vierten und letzten Sprung kippt er aber fast um. Er schafft es aber gerade noch und ist erleichtert. Die Frauen beginnen jetzt wieder zu troeten und singen. Sorry, ich habe keine Bilder vom Bullensprung. Ich war so auf das Geschehen vertieft.....
Mit diesem Ritual hat der junge Mann bewiesen dass er heiratsfaehig und erwachsen ist. Auch wenn die Ehefrau von der Familie ausgesucht wird, ist dies ein wichtiges Ereignis fuer den Mann. Wenn er es nicht schafft ueber die Ruecken der Rinder zu rennen, bekommt er Peitschen zu spueren. Die junge Maedels zahlen es ihm Hieb fuer Hieb heim. Jimmy erklaert uns auch dass einige Staemme den jungen Mann aus der Dorfgemeinschaft ausstossen und vertreiben. Finde ich echt unfair. Der Erfolg des Bullensprungs haengt auch von den Haltern der Rinder ab. Stehen die Tiere nicht dicht nebeneinander, ist es kaum zu vermeiden dass der Springer zwischen den Tieren rutscht.
Leider koennen wir nicht laenger bleiben . Es ist schon 16.30 und wir muessen noch nach Jinka fahren. Der Weg fuehrt wieder durch eine Piste.
Fortsetzung folgt
Teil 1706. März 2019
Fortsetzung
Um 19.15 kommen wir im Jinka Resort an. Es verfuegt ueber 22 einfache Zimmer. Die Stadt bietet leider keine bessere Variante an. In meinem Zimmer gibt es 2 Betten. Zum Glueck, denn der Schrank fehlt. Da kann ich wenigstens einige Sachen auspacken.
Der Schreibtisch ist aber vorhanden!
Das Badezimmer hat auch schon bessere Jahren hinter sich.
Das Wasser beim Duschen ist aber angenehm warm. Es tut gut. Zum Abendessen bestelle ich mir eine Gemuesepizza und ein Bier dazu. Das Ganze zu 90 ETB.
01.01.2019
Um 7 uhr gibt es ein lausiges Fruestueck. Es besteht aus 2 Scheiben Brot, einen Loeffel Dosenkonfituere, Peanut Butter und Café. Zum Glueck schmeckt der frischausgepresste Papayasaft wunderbar.
Um 07.45 geht die Fahrt zu den Mursi los. Der Weg dorthin fuehrt uns durch eine Piste.
Wir halten an einem Viewpoint an. Von da oben ueberblickt man den Mago NP.
Im Mago NP leben noch 4000 Mursi. Um sie zu besuchen muss man den Park betreten und die Eintrittsgebuehren bezahlen. Fuer den Wagen sind es 460 ETB, pro Person 100 ETB und da kommt noch der Guide dazu....... Dieser Park wurde 1971 gegruendet und sollte dem Schutz von Grosssauegetiere wie Giraffen, Bueffeln und Elis dienen. Seine Groesse betraegt 2162km2. Er liegt auf 450 bis 2528 Meter Hoehe. Er wird vom gleichnamigem Fluss Mago ueberquert. Leider wird an der Piste fest gearbeitet. Spaeter wird alles geteert.
Das Ergebnis; wir werden kein einziges Tier sichten! Die Landschaft ist momentan noch wunderschoen.
Nach einer Stunde erreichen wir auch ein Mursi Dorf.
Die Doerfer liegen meistens auf einem Plateau und die Gegend ist ziemlich karg.
Aus diesem Grund ist der Ackerbau fuer die Mursi schwierig so dass sie sich auf Tierhaltung beschraenken. Kaum steigen wir aus dem Wagen aus werden wir gleich umzingelt.
Fortsetzung folgt
Teil 1809. März 2019
Fortsetzung
Als Anfang der 2000er Jahre sporadisch die ersten Touristen in die Stammgebiete der Mursi reisten, trafen zwei völlig verschiedene Welten aufeinander. Einige Besucher gaben schon damals Geld des Dank für das ein oder andere Foto. Und bald wurde den Mursis bewusst, dass ihr Aussehen etwas Besonderes ist und bares Geld wert ist. Heute kostet jeder Klick 5 ETB. Bei Gruppenfotos gilt der Preis pro Person. Ihr könnt euch vorstellen wie das Geld hier fliesst! Für die 2 obigen Bilder musste ich bereits 100 ETB bezahlen........ Die Mursis werden echt agressiv wenn man sich weigert zu zahlen.
Ueber den Ursprung der Tradition der Lippenteller gibt es verschiedene Geschichten. Eine besagt, die Mursi Männer wollten ihre Frauen damit für andere unattraktiv machen. Keine Ahnung ob es stimmt. Fakt ist, dass sich die Mädchen (im Alter von 15 oder 16 Jahren) für das Erkennungszeichen beim Mursi Volk einer langen Prozedur unterziehen.
Dazu wird schon in der Pubertät die Unterlippe aufgeschlitzt um eine kleine Tonscheibe in den Schnitt einzusetzen. Die Dhebi (Lippenteller) müssen von den Mädchen nicht nur eigenhändig getöpfert, gebrannt und bemalt werden sondern über die Jahre hinweg durch einen jeweils grösseren ausgetauscht werden.
Der schmerzhafteste Teil bleibt wenn die unteren Schneidezähne stören. Diese werden dann kurzerhand herausgebrochen. Mit dem Eintreiben von Geldscheinen für Fotos lässt sich über die Jahre sogar mehr einnehmen als mit dem Züchten von Rindern und anderem Vieh. Ein grosser Teil der Fotogelder geht leider vor allem für Schnaps drauf, den die Mursi bevorzugt tagsüber trinken. Kein Wunder, dass sie oft für ihr stark alkoholisiertes Verhalten bekannt sind. Die Guides empfehlen immer die Mursi Dörfer unbedingt am Morgen zu besuchen. Hart im Nehmen müssen die Mursi Frauen auch bei der Skarifizierung sein. Durch das Beibringen von unzähligen Ziernarben stilisieren sie ihre Körper zu einem lebenden Kunstwerk.
Bei den Männern findet man weisse Bemahlungen.
Schmuck spielt bei den Mursi auch eine grosse Rolle.
Den Besuch hier finde ich einfach unheimlich. Die Mursi berühren uns. Jede Frau will unbedingt fotografiert werden und gleich einkassieren. Ich komme mir echt vor wie in einem Zoo. Die 2 Saudis hingegen sind entzückt. Endlich können sie ihre gewünschten Bilder schiessen. Sie stellen die Frauen am gewünschten Platz hin und klick klick..... Nach einer Weile wird mir das Ganze zu bunt. Ich laufe zum Wagen zurück. Zum Glück müssen die Saudis noch am frühen Nachmittag ihren Flug nach Addis Abeba nehmen. Und so verabschieden wir uns sehr schnell danach. Jimmy lässt mich anschliessend im Jinka Resort aussteigen und fährt weiter zum Flughafen. Welch eine Erleichterung diese 2 Kerle loszuwerden! Ich eile gleich zu meinem Zimmer
und ziehe mich um. Auf der Restaurant Terrasse esse ich eine Kleinigkeit.
Hier gibt es sogar Wifi. Danach mache ich mich auf den Weg die Ortschaft zu Fuss zu erkunden.
Fortsetzung folgt
Teil 1911. März 2019
Fortsetzung
Die Kleinstadt Jinka (28'000 Einwohner) verfügt über eine Universität, ein Krankenhaus und einen Markt. In der Stadt geht es gemütlich zu.
Ich muss mich immer wieder über gewisse Verkehrsschilder amüsieren.
Zum ersten Mal, werde ich hier aber in Aethiopien als alleingehende Farenji kommisch angeschaut.
Einige Männer pfeifen sogar ganz blöd. Ich schenke ihnen meinen besten Silberblick. Sie hören gleich damit auf.
Im Gross und Ganzen bleibt es aber angenehm herum zu spazieren. Man verfolgt den Alltag der Einheimischen.
Jimmy holt mich um 16 Uhr im Resort ab. Im Wagen hat er 2 englische Mädchen vom Flughafen mitgebracht. Sie werden den Rest des Nachmittags mit uns verbringen.
Zuerst geht es zum Forschungsinstitut South Omo. Eintritt pro Person: 100 ETB Von da aus erkunden Anthropologen die Region. Hier kann man praktisch alles über die Stämme in der Region erfahren.
Man lernt auch viel über die Lebensformen, Kulturen, Traditionen, Rituale und den Glauben aller Stämme.
Man kann auch eine Kollektion von Alltagsgegenständen bewundern: Kleidung, Schmuck, Handwerkskunst...usw
Das Museum bietet einen tollen Blick auf die Stadt Jinka.
Danach geht es gleich weiter zu einem Ari Dorf. Die Ari leben im Mago NP und um das Gebiet der Stadt Jinka. Mit einer Bevölkerung von 120'000 Einwohnern und einem der grössten Stammesgebiete im Omo Valley Teil bieten sie dem Volk weitreichende Anbaumöglichkeiten. Die Ari passen sich langsam an die heutige Zivilisation an.
Bei Ankunft wird gleich für uns Injera zubereitet.
Danach kommen die Kinder und wollen uns durch das Dorf führen.
Fortsetzung folgt
Teil 2013. März 2019
Fortsetzung
Unser Ari Guide erzählt uns Vieles über diesen Stamm. Die Ari bauen vor allem Kaffee, Getreide, Früchte, Mais, Kardamom und andere Wurzelpflanzen an.
Aus dem Mais brennen die Ari Maisschnaps. Dieser ist bei den Mursi sehr beliebt.
Als Brennstoff benutzen sie herbei Dung was dem Getränk eine leicht rauchige Note verleiht. Die Frauen der Ari sind bekannt für ihre Herstellung von Keramiken und Töpfereierzeugnissen. Sie stellen Platten um Kaffee zu rösten her und bemalen diese. Sie machen aber auch andere Behälter für Nahrung und Wasser.
Schmuck wird zu grossen Teilen aus Wurzelpflanzen gewonnen. Je mehr Schmuck die Stammesmitglieder dabei an Ohren, als Armband und am Hals tragen, desto höher ist meist auch ihr Rang, Perlen und andere Umhänge-Schmuck werden als Dekoration auch um die Taille getragen.
Die Häuser der Ari sind meistens mit moosbedeckten Dächern ausgestattet und werden an den Wänden von den Frauen bemalt.
Hinter dem Haus findet man die Vorratskammer.
Der Alltag der Männer besteht aus Feldarbeit oder dem Nachgehen anderer Berufe und Tätigkeiten. Die Kinder die uns begleiten sind einfach köstlich.
Beim Laufen entdecken wir noch hier und da alte Hütten die nicht mehr bewohnt werden.