Beinahe 90 Elefanten in Botswana gewildert

63 Antworten · 10,9k Aufrufe · gestartet 04. Sept. 2018 von Carinha
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1’114 Beiträge · seit 200905. Sept. 2018 ·
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zuletzt bearbeitet 19. Sept. 2018
4’132 Beiträge · seit 200805. Sept. 2018 ·
Seyko schrieb:
Wir zivilisierte Gesellschaften benehmen uns wie verzogenen Millionärskinder. Wir geben Geld aus was wir nicht erwirtschaftet haben und fühlen uns dabei grossartig und meinen wunders wer wir sind. Uns fehlt die Demut und wir sind "verzogen". Wir brauchen jemand der uns an Werte erinnert.
Also, als fleißig steuerzahlender Teil einer Gesellschaft fühlen wir uns davon ja schon angesprochen...
denn
WIR geben kein Geld aus, das wir nicht erwirtschaftet haben, wir fühlen uns ganz normal und wir meinen, das wir ganz gewöhnliche kleine Menschen sind.
Wir sind demütig und waren noch nie verzogen!
Wir sind gut zu Mensch und Natur und brauchen auch niemanden, der uns an moralische Werte erinnert. Die haben wir dank einer guten Erziehung und eines guten sozialen Miteinander.
Und ja, wir arbeiten auch ehrenamtlich und spenden großzügig...!!
...und nie fühlen wir uns großartig.
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 05. Sept. 2018
1’114 Beiträge · seit 200905. Sept. 2018 ·
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zuletzt bearbeitet 19. Sept. 2018
517 Beiträge · seit 201805. Sept. 2018 ·
Also Seyko,
langsam frage ich mich nach deinen Beiträgen , wie du ganz persönlich lebst, du deine Umwelt betrachtest, dad Weltgeschehen einschätzt, die Zukunftsentwicklung siehst usw.
Betrachte einfach mal die Entwicklung der Menschenpopulation bis zum Jahr 2100, die zu erwartenden Nahrungsmittelbedurfnisse und der daraus resultierenden Konkurrenz Natur und Industrieländeteien.
Parallel dazu die Bedingungen für ein ökologisches Gleichgewicht welches sich auf natürliche Weise einstellt....
Nach deiner These gibt es nur eine einzige Lösung..... Ab dem Jahr 2019 Zwangssterilisation der gesamten Weltbevölkerung. Denn dann würde im Jahr 2150 eine Welt existieren, die der Regeneration der Natur entspräche.
VG
9 Beiträge · seit 201805. Sept. 2018 ·
Hallo,
bevor ich mich zu dem Thema äußer, stelle ich mich erstmal vor - denn dies ist mein erster Eintrag. Seit gestern bin ich von meiner 6-wöchigen Namibia/Botswana Reise zurück - habe davor natürlich viele tolle Infos aus dem Forum rausgezogen.
Jetzt zum Thema: Die ursprüngliche Frage war, ob jmd. mehr zu dem Thema weiß.
Die botswanische Regierung dementiert die Tötung der Elefanten - anscheinend handelt es sich nicht um Wilderei, sondern um natürliche Tode, etc. - siehe offizielle Facebook-Seite von BWgovernment.
Insofern würde ich den von BBC verbreiteten News nicht sofort glauben schenken.

Nichtsdestotrotz ist Wilderei, um die es hier ja ursprünglich geht - und nicht etwa das Problem zwischen Elefanten und Locals - ein riesiges Problem. In Afrika, als auch in Botswana. Rückgang um 100 000 Elefanten in dem letzten Jahrzent - laut meinem Lonely Planet Reiseführer aus 2016 ein Rückgang von 15% in Botswana und 30% in ganz Afrika innerhalb der letzten 10 oder 15 Jahre. (Die Jahresangaben müsste ich nachschauen).

Wie man dann zusätzlich noch die massenhafte Tötung von Elefanten durch Regierungen rechtfertigen kann? Auch wenn die Meisten hier Gründe wie Lebensraumzerstörung oder Konflikte mit Locals nennen - wenn das so weiter geht brauchen wir uns in 50 Jahren nicht mehr über Elefanten zu unterhalten. Und so lange die Anzahl der Dickhäuter weiter abnimmt, muss man bei regionalen Überpopulationen andere Lösungen finden (wozu der schlaue Mensch ja in der Lage wäre).

Für Leute, die meinen, der Mensch sei dem Tier vorzuziehen, obwohl die Tierart immer weiter abnimmt (hier im Forum unterwegs) empfehle ich das Buch "eine kurze Geschichte der Menscheit" und schiebe die Frage hinterher, wieso man denkt, durch höhere Intelligenz sei man etwas besseres und darf die Natur im Zweifelsfall nur für sich alleine beanspruchen?

Und zu der Aussage (Name fällt mir gerade nicht ein), vor 1000 Jahren konnten Mensch und Tier auch überleben. Wieso das heute nicht mehr klappt?
100 von 200 Säugetierarten über 50Kg hat der Mensch schon auf dem Gewissen.
Auch vor 1000 bzw. 500 Jahren sind genug Arten ausgestorben.
Vlt sollten wir uns alle mal Gedanken zu machen, wie wir diesem Trend ein Ende setzen können und nach sinnvollen Lösungen zu suchen, anstatt sich über die positiven Seiten des Cullings bei Tierarten auseinanderzusetzen, deren Zahlen immer weiter rückläufig sind.

Trotz unterschiedlicher Meinungen wünsche ich allen noch einen schönen Tag und beste Grüße,
Sebastian
33,4k Beiträge · seit 200605. Sept. 2018 ·
Hi Sebastian,
Insofern würde ich den von BBC verbreiteten News nicht sofort glauben schenken.
die News stammt ursprünglich von Elephants Without Borders, eben der Organisation, die die Elefantenzählung für die Regierung durchführt. Schon seltsam, wenn die Regierung nun andere Informationen hat (woher denn, wenn nicht von EWB?).

Viele Grüße
Christian
Vom 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
5’490 Beiträge · seit 200905. Sept. 2018 ·
Ich finde ja immer wieder interessant, dass Naturvölker als Maß aller Dinge hinsichtlich Naturschutz gesehen werden. Dabei gibt es in der Geschichte auch viele Naturvölker, die Ihre Umwelt zerstört haben.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
9 Beiträge · seit 201805. Sept. 2018 ·
Hi Christian,

das heißt nicht, dass ich der Regierung vertraue. Aber fragwürdig ist es schon. Die EWB sollte die Ergebnisse erst am 30.9 veröffentlichen. Macht es aber dann, wenn der Regierungschef in China ist, um mit ihnen zu verhandeln. Der Tourismuschef bestätigt die Wilderei - ist aber anscheinend auch ein Gegner von Masisi.
Deshalb würde ich hier nicht unbedingt den News trauen. Sage aber auch nicht, dass es falsch sein muss. Jedenfalls fragwürdig alles.

Gruß
Sebastian
1’309 Beiträge · seit 200906. Sept. 2018 ·
https://sz-magazin.sueddeutsche.de/tiere/ein-graues-leben-83395
Interessanter Artikel, der nicht ganz zu diesem Thema passt, den ich aber trotzdem gern hier einwerfe.
Weiterhin muss man nicht die Weltbevölkerung sterilisieren, um das Bevölkerungswachstum zu begrenzen:
https://m.youtube.com/watch?v=fTznEIZRkLg
Ich hoffe inständig, dass Botswana das Problem der Wilderei in den Griff bekommt.
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
1’114 Beiträge · seit 200906. Sept. 2018 ·
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zuletzt bearbeitet 19. Sept. 2018
546 Beiträge · seit 201806. Sept. 2018 ·
Ich wollte nur mal dezent darauf hin weisen, dass dieser Thread mit Wilderei begann. Was meines Erachtens ein anderes Thema ist, als das Zusammenleben von Mensch und Tier und wie man mit evtl. Überpopulationen usw. umgeht.

Unsere gesamte Familie liebt diese grauen Dickhäuter. Sie sind unglaubliche Lebewesen, die mich immer wieder neu ins Staunen versetzen! Ich werde auch einen unserer Söhne unterstützen, sich in seiner Zukunft ernsthaft für den Schutz dieser einmaligen Giganten und anderer Tiere einzusetzen (sein Berufsziel).
Mich stört aber, wenn Mensch gegen Tier oder umgekehrt ausgespielt werden. Wir Menschen tun Fürchterliches - und wir tun aber auch Schlaues und Gutes.
Der Artikel beschreibt in wahrer und eindringlicher Weise eine Seite - man könnte aber auch endlos viele Artikel schreiben, wo nicht Tiere, sondern Menschen grauenhaft behandelt wurden und werden. Und (nicht nur) auf dem afrikanischen Kontinent kommt das ständig vor.... In manches Diskussionen kommt es mir so vor, als ob wir die Welt für die Tiere retten müssten, und der Mensch (weil er AUCH viel Schlechtes tut) keinen Wert mehr habe. Weiterhin sind für viele Menschen auf diesem Kontinent Wildtiere tatsächlich eine tagtägliche Bedrohung.
Ich bin für Tierschutz und gegen sinnloses Töten. Aber vieles von den hier angerissenen Themen ist so komplex, und manches läßt sich aus unserem Luxus heraus, die wir das Geld haben, uns an diesen Tieren im Urlaub zu erfreuen, leicht sagen. Wenn du dich täglich mit den Elefanten um deinen Mais streiten oder beim Wäsche waschen im Fluss fürchten musst, dein Leben unter Krokodilen zu lassen, sieht die Welt schon wieder anders aus. Alle Problematiken immer nur auf die bösen und unfähigen Menschen zu schieben, finde ich auch schwierig.

Bewegt Euch manches Schicksal von Menschen nie so sehr wie das von Tieren?
Ich könnte bei beidem oft heulen.
Antje
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
1’309 Beiträge · seit 200906. Sept. 2018 ·
Rehema schrieb:Ich wollte nur mal dezent darauf hin weisen, dass dieser Thread mit Wilderei begann. Was meines Erachtens ein anderes Thema ist, als das Zusammenleben von Mensch und Tier und wie man mit evtl. Überpopulationen usw. umgeht.

Unsere gesamte Familie liebt diese grauen Dickhäuter. Sie sind unglaubliche Lebewesen, die mich immer wieder neu ins Staunen versetzen! Ich werde auch einen unserer Söhne unterstützen, sich in seiner Zukunft ernsthaft für den Schutz dieser einmaligen Giganten und anderer Tiere einzusetzen (sein Berufsziel).
Mich stört aber, wenn Mensch gegen Tier oder umgekehrt ausgespielt werden. Wir Menschen tun Fürchterliches - und wir tun aber auch Schlaues und Gutes.
Der Artikel beschreibt in wahrer und eindringlicher Weise eine Seite - man könnte aber auch endlos viele Artikel schreiben, wo nicht Tiere, sondern Menschen grauenhaft behandelt wurden und werden. Und (nicht nur) auf dem afrikanischen Kontinent kommt das ständig vor.... In manches Diskussionen kommt es mir so vor, als ob wir die Welt für die Tiere retten müssten, und der Mensch (weil er AUCH viel Schlechtes tut) keinen Wert mehr habe. Weiterhin sind für viele Menschen auf diesem Kontinent Wildtiere tatsächlich eine tagtägliche Bedrohung.
Ich bin für Tierschutz und gegen sinnloses Töten. Aber vieles von den hier angerissenen Themen ist so komplex, und manches läßt sich aus unserem Luxus heraus, die wir das Geld haben, uns an diesen Tieren im Urlaub zu erfreuen, leicht sagen. Wenn du dich täglich mit den Elefanten um deinen Mais streiten oder beim Wäsche waschen im Fluss fürchten musst, dein Leben unter Krokodilen zu lassen, sieht die Welt schon wieder anders aus. Alle Problematiken immer nur auf die bösen und unfähigen Menschen zu schieben, finde ich auch schwierig.

Bewegt Euch manches Schicksal von Menschen nie so sehr wie das von Tieren?
Ich könnte bei beidem oft heulen.
Antje
Hallo Antje,
dass ich einen Artikel über das Abschlachten einer Elefantenherde und die Auswirkungen auf eine Elefantenkuh gepostet habe, sagt nichts, aber wirklich gar nichts, darüber aus, wie mich menschliche Schicksale berühren.
Meine Motivation beim Posten des Artikels war die Diskussion über das Cullen.
Wilderei ist, glaube ich, die schlechteste Antwort von allen auf die Probleme des Miteinanders zwischen Mensch und Tier. Mir bereitet die Situation in Botswana wirklich Sorgen, denn ich schließe daraus, dass das Ziel der KAZA Conservation Area wohl nicht so schnell erreicht wird (wenn es überhaupt ernsthaft von allen betroffenen Ländern angestrebt wurde). Diese große Conservation Area ist ja dazu gedacht, dass den Elefanten größere Migrationswege zur Verfügung stehen, so dass die Gegend rund um den Chobe entlastet wird.
Ich denke auch, dass den afrikanischen Ländern eine Form des Naturschutzes aufgebürdet wird, den wir in Europa nicht zulassen würden. Denken wir an den ersten Bären in Bayern. Er hat nicht lange überlebt, Denken wir an die Wölfe, die sich ausbreiten. Auch mir wäre eine Begegnung mit einem Wolfsrudel in freier Wildbahn nicht gerade geheuer. Man vergleiche die Größe der Europäischen mit den Afrikanischen Nationalparks. usw usw usw.
Das Video war die Antwort auf eine Schlussfolgerung (die Weltbevölkerung könne man zwangssterilisieren, um der Natur wieder den Vorrang zu lassen) . Kam in diesem Thread ja auch vor.
Viele Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
546 Beiträge · seit 201807. Sept. 2018 ·
Hallo Nenette,
mein post war nicht auf Dich und Deinen Artikel persönlich gemeint - es war eher eine Reaktion auf die letzten gesammelten Seiten, in denen es mir nun doch ein wenig zu viel darum ging, wie sehr die Tiere leiden, und die Menschen Schuld sind (was ich in vieler Hinsicht nicht in Abrede stellen möchte). Das gepaart mit dem ziemlich - hmmm, wie sag ich's richtig....? - auf der "emotionalen Klaviatur tanzenden" Bericht.
Nachdem sich mein halbes Leben auf diesem Kontinent abgespielt hat (und noch tut), liegen mir neben den Tieren (die ich unglaublich liebe!!!) auch die Menschen am Herzen - und da zerbricht mein Herz oftmals.....

Es ist ja wie immer: keiner kann mit ein paar Worten hier wiedergeben, was ihm sonst noch wichtig ist, und deshalb gibt jeder post sicherlich nicht die komplette Sicht der Schreibenden wieder. Deshalb wollte ich in diesem thread dazu eigentlich auch nichts mehr schreiben. Für mich waren nach den letzten Seiten in diesem thread aber die Menschen doch sehr "nachrangig und negativ" eingestuft. Und auch wenn wir hier in diesem Forum sicherlich alle eine Liebe zu den Tieren und der Natur teilen, und alle diese erhalten wollen, ist Afrika eben wesentlich mehr als das. Das geht mir dann oftmals zu sehr unter. Aber vielleicht bin ich an diesem Punkt auch zu sensibel, höre (lese...) auf dem falschen Ohr und interpretiere Dinge rein, die gar nicht da stehen. Dann entschuldigt.
Ich hatte ja zuvor schon angemerkt, dass ich ganz viele hier genannte Aspekte verstehen kann.
Ich glaube, an ganz vielen Stellen liegen wir alle nicht so weit voneinander entfernt - nur sind die Lösungsansätze nicht so leicht, wie wir es uns alle wünschen....
Antje
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
zuletzt bearbeitet 07. Sept. 2018
Gast10. Sept. 2018 ·
die Ngami Times 794 berichtet zum Anlass des Themas und i.A.
http://www.ngamitimes.com/index.html
Other voices on the dead elephants saga
Pieter Kat:

Pres Masisi must stop the rot in the tourism sector
Editor: Keto Segwai
Wer das auch später noch nachlesen möchte, sollte den Text archivieren, denn die Ngami Times hat kein funktionierendes Archiv mehr…..zumindest habe ich noch keines gefunden.
und @ Ent-/Bewaffnung der Ranger siehe
http://www.thegazette.news/uncovered-the-secrets-of-the-khamas-bdf-masisi-clash/

Grüße, Werner
zuletzt bearbeitet 10. Sept. 2018
Gast17. Sept. 2018 ·
Die Wahrnehmung dieses Dauerbrennerthemas über unsere Medienagenturen wird mE meist stark von NGOs gespeist und geprägt, manchmal auch (freundlich ausgedrückt) tendenziös ungenau (siehe z.B. die Entwaffnung der Ranger und tote Elefanten = gewilderte Elefanten). Sie haben ein ehrenwertes Motiv und Ziel, berichten aber oft nur eine Seite der Geschichte, z. B. bleibt die der Menschen vor Ort ausgeblendet. In der Lokalpresse dagegen stellt sich das wie in folgendem Beispiel aus der Ngami Times Nr. 907 dar. Ich füge den Text ein, weil das Archiv der NT nur „soso“ funktioniert.
“Elephant tramples man to death
By Tidimalo Maoto
Seronga Police are investigating an incident in which a 58-year old man of Samoxhoma ward was trampled to death by an elephant on Sunday afternoon.
The incident was confirmed by assistant district police chief, John Kelebeng, who noted that the deceased was attacked late Sunday afternoon while walking, with a friend, to the cattle post.
An enraged elephant charged on the two without a warning and injured one, who was later certified dead at Seronga Clinic. This is the second fatal elephant attack in that area within a month. On August 13, a 70-year old man was killed by an elephant at Gunutsoga, some 20km from Seronga. In both incidents authorities had to put down (kill) the problem elephants.
Seronga police station commander, Olefile Badisang reportedly revealed that so far a total of seven problem elephants have been put down since January.
Meanwhile, residents of Ngarange village in the Okavango sub-district on Saturday battled a herd of six herd marauding elephants, and managed to kill one while other fled. The herd had invaded Ngarange Primary School premises. Superintendant Kelebeng further confirmed that after the skirmish, wildlife authorities were called in.
In what are increasingly becoming unwelcome frequent visits, a herd of nine elephants descended on Disaneng ward in Maun on Friday afternoon. The wildlife and other authorities reportedly headed them to the nearby Anti-Poaching Unit premises, where it is suspected they over-nighted before retracing their steps to the Boro area in the early hours of Saturday. However, one elephant had remained behind and had to tranquilised and transport inside the Buffalo Fence area, near Shorobe.
In an interview with The Ngamiland regional wildlife officer Timothy Blackbeard noted that the Department of Wildlife and National Parks (DWNP) does not compensate an individual who has been injured by a wildlife animal, rather they would pay if the victim has lost his/her life. Blackbeard further repeated the since discredited narrative that the withdrawal of military weapons from the anti-poaching unit has left the wardens defenceless in the face of unpredictable elephant behaviour.”

Gleichartiges kann man auch über andere Regionen nachlesen, das wurde mittlerweile business as usual.
Grüße, Werner
zuletzt bearbeitet 17. Sept. 2018
785 Beiträge · seit 200820. Sept. 2018 ·
Hallo Werner,

Tja, dies ist halt die Kehrseite der Medaille, die aber scheinbar kein Mensch hier wissen möchte!
Hier wird, aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen, ein Land mehr oder weniger dazu gezwungen sich mit einer explodierenden Anzahl von Elefanten auseinander zu setzen, eine wirtschaftliche Nutzung durch z.B Jagd wird aus besonderen moralischen Gründen untersagt, Geld wird massig für irgendwelche Umsiedlungen von Elefanten ausgegeben, aber eine Entschädigung für die Menschen die in diesen Gebieten leben und letztendlich unter unsere verschobenen Ansicht von Naturschutz leiden ist nicht vorgesehen...!

Gibt mir mal wieder zu denken, hat mich allerdings auch nicht überrascht!

Viele Grüße


Markus
Gast20. Sept. 2018 ·
Hallo Markus,
dass ich die Protagonisten der Elefantenmassaker-Saga (das jetzige und frühere) in Botswana nicht erreichen kann, weiß ich schon seit langem. Damit kann ich leben, zumal ich auch überhaupt kein Problem mit deren Motiven habe, obwohl mein Zugang anders ist.
Ich habe mich hauptsächlich deswegen gemeldet:
In Zeiten der alternativen Fakten ist es zwar naiv sich gerade von Leuten mit ehrenwerten Motiven und Anliegen zu erwarten, dass sie auch die Wahrheit ehren. Die Eingangsposts dieses Themas waren aber eine derart geballte Ladung an Halb- und Unwahrheiten und Uninformiertheit, die mich dazu provoziert hat mich zu melden.

Z.B. die Entwaffnung der Ranger
Dass die „Entwaffnung“ der Ranger des DWNP etwas mit einer Zunahme des Wilderns zu tun haben könnte, ist schon grundsätzlich nicht möglich, weil deren eigentliches Einsatz- und Aufgabengebiet die NPs und GRs sind, wobei die meisten Verwaltungsaufgaben erfüllen und keine „ranger“ sind. Das Wildern spielt sich dagegen außerhalb dieser Gebiete ab, wo die BDF für die Bekämpfung des Wilderns (mit einer eigenen Einheit) und den Grenzschutz zuständig ist, die auch die logistischen Möglichkeiten dafür hat. Die Khamas hatten aber eine „anti-poaching“ Einheit IM DWNP eingerichtet und mit militärischen Sturmgewehren und Scharfschützengewehren ausgestattet, mehrere Stützpunkte eingerichtet und auf eigene Faust Aktionen in Gebieten durchgeführt, in denen die BDF zuständig ist. Für diese „Privatarmee“ und militärische Ausstattung bestand keine gesetzliche und verfassungsmäßige Bedeckung. Sie war daher illegal und damit hat der neue Präsident jetzt Schluss gemacht, zumal sie sich einige Male wie ein Staat im Staat aufgeführt hatte. Dass das DWNP Personal generell unbewaffnet ist, halte ich persönlich für falsch, zumindest unbewiesen, Jagdwaffen und halbautomatische haben sie wohl noch.
Diese Meinung habe ich mit aus der Lokalpresse gebildet. Ich werde diese gerne revidieren, wenn neue belastbare Fakten auftauchen.

Grüße Werner

In der jetzigen Ngami Times ist noch ein lesenswerter Artikel zum aktuellen Thema: „Safety in the time of elephants“ von Erik Verreynne. Ich kopiere diesen nicht herein, weil die, die sich dafür interessieren, derartiges sowieso schon wissen.
zuletzt bearbeitet 20. Sept. 2018
Gast21. Sept. 2018 ·
maggus schrieb:
.........Hier wird, aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen, ein Land mehr oder weniger dazu gezwungen sich mit einer explodierenden Anzahl von Elefanten auseinander zu setzen, eine wirtschaftliche Nutzung durch z.B Jagd wird aus besonderen moralischen Gründen untersagt..........
Hallo Markus, die Vorgeschichte wurde nach meiner Erinnerung so berichtet:
Der Präsident Khama ist ein deklarierter fundamentalistischer Tierschützer. Eher müsste man sagen, dass er sich als solcher sieht oder sehen möchte. Es gibt eine internationale Vereinigung gegen das Töten von Tieren (deren Namen ich nicht mehr präsent habe), deren Präsident Khama sen. anfangs der 2010er wurde und dort gab er als Einstandsgeschenk das Versprechen ab, die Jagd in BW auf allem Land zu verbieten, wo diese staatlicher Kontrolle unterliegt. Private Jagdkonzessionen (die eingezäunt sein müssen) waren ausgenommen. Das hat er dann in 2014 per präsidentiellem Erlass in Kraft gesetzt, wobei bis heute umstritten ist, ob er das Recht dazu hatte. Dadurch wurde er international gefeierter Held aller, die Jagd grundsätzlich und total ablehnen. Das hat auch einen „Leistungsdruck“ und Erwartungslage generiert, von der Khama und das Land nicht mehr so leicht ohne Gesichtsverlust herunterkommen, auch wenn viele wissen oder befürchten, dass dieser Weg eine Sackgasse ist. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Folgen gab es mE. in „unseren“ Medien und den sie fütternden NGOs nie, die waren im siebenten Himmel. Diese spielt sich fast ausschließlich in lokalen Medien und Fachmedien ab, die den Naturschutzbegriff mehr ganzheitlich sehen.
So wird z. B. bei den Diskussionen hier zu diesem Thema völlig ausgeblendet, dass 2014 die Jagd auf Wildtiere (mit Ausnahme bestimmten Flugwildes) TOTAL verboten wurde. D.h. die zuvor legale Subsistenzjagd behördlich erlaubter Quoten war abgeschafft. Was werden wohl Leute wohl tun, die in solchen Gegenden leben und den Spar nicht gerade um die Ecke haben und sowieso kein Geld für Fleisch hätten?
Grüße Werner
Und im Übrigen bin ich unbedingt der Meinung, dass Botswana für den Naturschutz und die Bewahrung des Wildtierbestandes tolles leistet. Über die Nachhaltigkeit der „Methode Khama“ kann man aber Zweifel haben.
zuletzt bearbeitet 21. Sept. 2018
Gast08. Okt. 2018 ·
Ein PS zum von GinaChris verlinkten Artikel von SI/Corry und der Politik der Khamas.
“..This was because Survival International was instrumental in stopping the government destroying the Bushmen tribes of the Central Kalahari. The authorities had cut off their water supply and forced them off their ancestral lands. The Bushmen fought back and eventually won the longest court case in Botswana’s history....”
SI u.a. haben den Businessinteressen von Wilderness Safaris und der Khamas durch Publikmachung von deren Schikanen gegen die San/Basarwa und die Missachtung des Gerichtsurteils schwer geschadet; US-Veranstalter haben BW-Angebot deswegen sogar zeitweise aus dem Programm genommen. Die Khamas wollten/mussten deswegen Frieden machen und haben vor ein paar Jahren mit „ausgewählten“ Sprechern der San Konzessionen, Leistungen und Rückkehrrechte ausgehandelt/versprochen und damit gute Presse generiert. Allerdings stellte sich dann heraus, dass die Regierung die Rückkehrrechte auf die damals klagenden PERSONEN einschränken wollte (womit das Problem bald biologische bereinigt gewesen wäre) und nicht auf die klagende GRUPPE aller San. Es war alles nur Trickserei, mW ist das auch heute noch der Stand der Dinge. Mal sehen, was der neue Präsident vorhat.
Werner
zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2018