Die Forschung geht weiter!Mich hat in letzter Zeit interessiert, was
Internierung eigentlich genau für die Deutschen in Südwestafrika bedeutete. Zu diesem Thema habe ich ein Buch gefunden, und zwar
Martin Eberhardt - Zwischen Nationalsozialismus und ApartheidDie deutsche Bevölkerungsgruppe Südwestafrikas 1915-1965
LIT Verlag, ISBN 978-3-8258-0225-7
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Am 4. September 1939 hat sich die Regierung Südafrikas entschieden, an der Seite Großbritanniens in den Krieg einzutreten. Mitte des Monats begann man dann, die ersten Deutschen zu internieren. Diese Aktion beschränkte sich auf Personen, von denen man zweifelsfrei wusste, dass sie sich nationalsozialistisch engagierten. So wurden bis Ende 1939 77 Personen interniert, bis zum März 1940 waren es 96 Personen. Bis dahin mussten Henno Martin und Hermann Korn also nicht damit rechnen, interniert zu werden, zumal sie sich völlig unpolitisch zeigten.
Was gab dann den Ausschlag, die Flucht in die Wüste anzutreten? - Meiner Meinung nach war es der Beginn des Westfeldzugs. Dieser begann am 10. Mai 1940 und führte im fernen Südwestafrika zur Aufgabe der bisher zurückhaltenden Internierungspolitik. Auch die Freude vieler Deutscher über die schnellen Erfolge Hitlers (
Blitzkrieg) mag dazu beigetragen haben. So wurden bis Ende November 1940 1.083 Deutsche interniert. Das bisher benutzte Lager
Klein Danzig bei Windhoek reichte nicht mehr aus und wurde zum Durchgangslager für den Weitertransport der Internierten nach Südafrika. Hier wurde knapp 100km nördlich von
Kimberley ein neues Lager mit dem Namen
Andalusia errichtet, wo über 1.200 Männer aus Südwestafrika bis zum Ende des Krieges interniert waren. Der Ort heißt heute
Jan Kempdorp, auf dem Friedhof gibt es noch wenige Überreste und eine Gedenktafel zu sehen.
Was bedeutete das für die Angehörigen der Internierten? - Die Reisedauer nach Kimberley muss damals mit etwa drei Tagen veranschlagt werden, erlaubte Besuchszeit war eine halbe Stunde pro Monat, d.h., sechs Tage unterwegs, um den Verwandten für eine halbe Stunde zu sehen. Auch auf den Farmen änderte sich notgedrungen die Rollenverteilung, da durch das Fehlen der Männer die Belastung der Frauen auf den Farmen erheblich anstieg.
Das Buch gibt detaillierte Einblicke in diese Zeit, für mich war es sehr interessant, das zu lesen.
Lieben Gruß,
Robert