Wild campieren im Kaokoveld

77 Antworten · 21,0k Aufrufe · gestartet 07. Juli 2010 von Peter Mock
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956 Beiträge · seit 200910. Juli 2010 ·
Hallo zusammen!

Wenn wir schon bei der Schlangen-Diskussion sind: Ich hab in unserem Reiseführer gelesen, dass in Apotheken in Windhoek ein Schlangenbiss-Notfallset zu kaufen geben soll. Wohl mit einer Pumpe zum sicheren Giftabsaugen und so. Habt ihr sowas schon mal gesehen? Habt ihr so ein Set auf euren Reisen mit dabei?

LG aus Österreich,

Tanja
33,4k Beiträge · seit 200610. Juli 2010 ·
Hi Tanja, hallo HJH (vielleicht liest Du noch mir, wenn Du auch nichts mehr schreibst)

ja, die gibt es für wenige N$ - kannst Du aber auch schon vorher in Europa kaufen. Wir haben sowas auf der Farm immer im Auto dabei (bei z.B. Gästefarmen ist es sogar vorgeschrieben es dabei zu haben) und auch sonst nehmen es einige Guides mit. Ob es was hilft.... schaden kann es aber wohl kaum und für wenige Dollar kann man sowas ruhig dabei haben.

In jedem Fall habe ich noch nie von einem Guide gehört (inklusive mir) der ein Serum dabei hat. Als kleine Anekdote. Es gab jahrzehntelang die Vorschrift, dass alle deutsche Botschaften alle Arten von im Land sinnvollen Schlangeseren auf Lager haben müssen. Diese wurde vor einiger Zeit abgeschafft, da Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis zueinander stehen, soll heißen die Lagerung, Beschaffung etc. ist so Kostenaufwendig und die Anzahl der "schlimmen" Schlangenbisse so gering, dass es wenig Sinn macht!

Übrigens zählt das Campen in Rivieren zu dem, was man nicht machen sollte. Stichwort "in der Wüste ertrinken mehr Menschen als verdursten". Zugegebenermaßen sind Springfluten und plötzlicher Starkregen der ein Rivier zum Laufen bringt selten, dennoch gibt es keinen Grund, aber eine Minimalgefahr beim campen im Rivier. Ich persönlich kenne keinen, auch allwissenden namibischen Guide 😉, der im Rivier campt.

Sonnige Grüße
Christian

P.S. Schau mal z.B. hier http://www.peak-berlin.com/index/ueb/i_schlangenbissset.html (es gibt die "komfortable" und die "kleine" Version. Diese sind auch die, die Du hier in Nam bekommst.
Vom 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 10. Juli 2010
3’766 Beiträge · seit 200610. Juli 2010 ·
Hallo Tanja,

ich bin nur Schweizer und kein Namibier, deshalb ist mein geschriebenes nur mit Vorsicht und ohne Gewähr zu lesen 😛

deshalb nur dieser Link (einer von vielen zum Thema)

Massnahmen bei Bissen von Giftttieren

Gruss Kurt


PS

wenn ein Giftiges Tier zubeisst/sticht wandert das Gift sofort in festes Gewebe oder in die Blutbahn und von der Bissstelle weg, es gibt die Theorie das man auf der gegenüberliegenden Seite das Gift absaugen könne wenn es dort ankomme, da würde ich aber ein sehr grosses Fragezeichen darüber setzen!!!!

Ich denke für uns "Normalos" gilt sich nicht der Gefahr extra auszusetzen, hohe Schuhe mit festem Material (Leder) tragen.
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
zuletzt bearbeitet 12. Juli 2010
579 Beiträge · seit 201010. Juli 2010 ·
Hallo,

TanjaH schrieb:
Wenn wir schon bei der Schlangen-Diskussion sind: Ich hab in unserem Reiseführer gelesen, dass in Apotheken in Windhoek ein Schlangenbiss-Notfallset zu kaufen geben soll. Wohl mit einer Pumpe zum sicheren Giftabsaugen und so.
Es gibt auch noch das VenomEx. Damit "perforiert" man durch kleine Längsschnitte das Gewebe, wodurch Lymphe und Blut abfließen bzw. abgesaugt werden können. Dadurch gelangt ein großer Teil des Giftes wieder aus dem Körper. Weiterhin wird dadurch die ganz große Schwellung abgemildert, die unabhängig von der Giftwirkung häufig dauerhafte Schäden verursacht. Die dahinter stehende Technik ist seit Langem bekannt. Früher haben die Ärzte dafür mit einem Skalpell kleine Längsschnitte gesetzt.

Sieht barbarisch aus und dürfte schmerzhaft sein, aber die Gefahr von Nebenwirkungen/Schäden (außer ggf. winzigen Narben) ist relativ gering. Das man mit so kleinen Längsschnitten Sehnen oder Blutgefäße durchtrennt, ist unwahrscheinlich.

Vorsicht: Bilder (weiter unten) nichts für zarte Seelen:
http://www.reptiles.de/Venom-EX.htm

Sonnige Grüße
zuletzt bearbeitet 10. Juli 2010
843 Beiträge · seit 200810. Juli 2010 ·
@lowflyer:

Die speziell von Dir beschriebene Methode ist - wie so viele - ein u. U. fataler Irrglaube bzgl. Linderung und birgt erhebliche Gefahren, insbesondere von Nekrosen (und dann ist der Zeh oder der Daumen tatsächlich irgendwann unnötig ab) - s. bitte auch link oben von Kurt.

Solche Dinge hier zu posten, halte ich insgesamt für fahrlässig.
Wenn das wirklich mal einer macht... .

Es sei denn, die "Tipps" kommen von einem ausgewiesenen Fachmann - evtl. einem Tropenmediziner, einem Toxikologen etc. - ich kenne hier keinen.

Chrigu: Mit der herzlichen Bitte an Dich, die Verbreitung von unseriösen Postings mit gefährlichem, medizinischen Halbwissen zu unterbinden.

Danke und LG

Dirk

Dirk
0
zuletzt bearbeitet 10. Juli 2010
931 Beiträge · seit 200610. Juli 2010 ·
Hallo Lowflyer,

das widerspricht vollständig dem, was Mediziner heutzutage empfehlen: nämlich auf gar keinen Fall selber die Wunde zu manipulieren oder gar Maßnahmen zu ergreifen, bei denen die Blutzirkulation auch noch angeregt wird.

Aber wahrscheinlich läuft das hier auf eine ähnlich gehaltvolle Diskussion wie beim Thema Malaria oder Impfungen hinaus...

Gruß

Ulli
0
415 Beiträge · seit 200810. Juli 2010 ·
Da gebe ich Ulli völlig recht. Mir hat meine Tropenärztin gesagt, dass man bei einem Schlagenbiss die gebissene Stelle stabilisieren soll, den/die PatientIn schattig hinlegen soll und umgehend ein Rettungsteam aufbieten... für diesen Zweck wäre dann wiederum, falls kein Netz vorhanden, ein Sat-Phone von Vorteil...

Aber auf keinen Fall Blut auspumpen etc. Das kann mehr Schaden anrichten- als das es helfen würde...
www.hafz.ch / Ein Projekt, welches privat finanziert und transparent ist. Informiert Euch. Für Fragen stehe ich Euch gerne zur Verfügung
Gast10. Juli 2010 ·
Danke, danke, das Thema aber nun für mich endgültig abschließend, habe ich so manche Aussage, die von Unkenntnis zeugt, schmunzelnd zur Kenntnis genommen.

"No Challenge", jeder soll auf seine Art glücklich werden. Aber vielleicht war es ein Denkanstoß "to place brain into gear".

Ich jedenfalls würde mich keinem Guide in abgelegene und schlecht zugängliche Regionen wie das Kaokoland ohne entsprechende Ausrüstung anschließen; das entspricht einfach nicht mehr dem heutigen Stand. Ich kenne Teilbereiche des Kaokolandes als Soldat zu Fuß, und als Luxustourie mit Dachzelt und Kühlbox im 4x4. Damals und heute gab und gibt es immer wieder Vorfälle.

Staatlich publizierte Zahlen sind ganz einfach ein abwegiges Lügengerüst, denn es gibt weder eine Meldepflicht, noch melden privat praktizierende Ärzte oder private Krankenhäuser solche Vorfälle.
Es gibt in Windhoek einen international anerkannten Schlangenfachmann namens Finkeldey, der entsprechende Literatur veröffentlicht hat. Bitte Kaufen!
Und: Wer Herero beherrscht, sollte mal die örtlichen Himba dazu befragen und sich von Betroffenen Bißstellen zeigen lassen.

Das war´s. So, und jetzt haut mal rein!
Ich brauche mir dann wenigstens nicht mehr sagen zu lassen ich würde übertreiben, habe aber dennoch die Freude des Amüsierens, das mir verbleibt.

P.S. Und den Feuermachern, die im Veld und nicht im Rivier ihr Feuer machen: Viel Spaß beim Löschen. Es ist bereits mehr als eine Farm abgebrannt. Von ein paar wenigen Funken. Gottseidank ist wenigstens am Marienfluß das Campen abseits offizieller Sites verboten! Ich wünschte es gäbe noch mehr Verbote, wenn man die vielen Müllhaufen betrachtet, die Touristen hinterlassen haben. Und das sind nicht nur Südafrikaner, wie viele behaupten.
zuletzt bearbeitet 10. Juli 2010
415 Beiträge · seit 200810. Juli 2010 ·
Andere Frage... wenn man gegen Schlangen ein Serum dabei haben sollte, wäre ein Gewehr gegen Löwen, Elefanten, Leoparden etc. auch angebracht?

Am besten geht man dann wohl in einer Ritterrüstung nach Afrika in der Hoffnung, die Sonne scheint nicht zu stark...

Aber für mich ist das Thema ebenfalls beendet. Ich denke einfach, dass, egal wo man hingeht auf dieser Welt, immer ein Restrisiko bestehen bleibt. Und wie bereits einmal erwähnt.. genau das macht es doch abenteuerlich und... man ist evt. auch etwas vorsichtiger und rücksichtsvoller...

So, ich gehe jetzt mal auf einen Schluck "Schlangen-Serum"...
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Gast10. Juli 2010 ·
Danke, danke, das Thema aber nun für mich endgültig abschließend, habe ich so manche Aussage, die von Unkenntnis zeugt, schmunzelnd zur Kenntnis genommen.

"No Challenge", jeder soll auf seine Art glücklich werden. Aber vielleicht war es ein Denkanstoß "to place brain into gear".

Ich jedenfalls würde mich keinem Guide in abgelegene und schlecht zugängliche Regionen wie das Kaokoland ohne entsprechende Ausrüstung anschließen; das entspricht einfach nicht mehr dem heutigen Stand. Ich kenne Teilbereiche des Kaokolandes als Soldat zu Fuß, und als Luxustourie mit Dachzelt und Kühlbox im 4x4. Damals und heute gab und gibt es immer wieder Vorfälle.

Staatlich publizierte Zahlen sind ganz einfach ein abwegiges Lügengerüst, denn es gibt weder eine Meldepflicht, noch melden privat praktizierende Ärzte oder private Krankenhäuser solche Vorfälle.
Es gibt in Windhoek einen international anerkannten Schlangenfachmann namens Finkeldey, der entsprechende Literatur veröffentlicht hat. Bitte Kaufen!
Und: Wer Herero beherrscht, sollte mal die örtlichen Himba dazu befragen und sich von Betroffenen Bißstellen zeigen lassen.

Das war´s. So, und jetzt haut mal rein!
Ich brauche mir dann wenigstens nicht mehr sagen zu lassen ich würde übertreiben, habe aber dennoch die Freude des Amüsierens, das mir verbleibt.

P.S. Und den Feuermachern, die im Veld und nicht im Rivier ihr Feuer machen: Viel Spaß beim Löschen. Es ist bereits mehr als eine Farm abgebrannt. Von ein paar wenigen Funken. Gottseidank ist wenigstens am Marienfluß das Campen abseits offizieller Sites verboten!
291 Beiträge · seit 200610. Juli 2010 ·
Hallo zusammen,

interessant was es zum Thema "Schlangenbisse" noch immer an alten Mythen zu lesen gibt! 😕

Grundsätzlich kann man nur davon abraten Schlangenbisse aufzuschneiden oder ähnlich zu manipulieren. Ruhig stellen, viel Trinken und sofort Hilfe aufsuchen ist der einzig sinnvolle Weg. Nur wenn man sich wirklich sicher ist welche Schlange gebissen hat, kann ein leichter Druckverband über die gesamte Gliedmasse helfen (bei Puffottern z.B. nicht angeraten).

Antiseren gehören auf keinen Fall in die Hände von Amateuren, zu denen ich auch Guides in dem Fall zähle. Mal ganz abgesehen von der Lagerung ist nicht in jedem Fall ein Antiserum notwendig, auch nicht bei Mamba und co. Dies kann letztendlich auch nur ein Arzt beurteilen. Unabhängig davon ist immer die Frage welches Serum ist das richtige und was hat mich überhaupt gebissen, selbst bei polyvalenten Seren. Zusätzliche Risiken bei Seren sind z.B. auch allergische Reaktionen, z.B. auf das Eiweis im Serum. Viel Spaß wenn da noch zusätzlich zum Schlangenbiss etwas schief geht, noch schöner bei übereilter Reaktion auf einen Trockenbiss. 😐

Einfach mal akutelle Literatur zu dem Thema lesen kann ich da nur empfehlen.

Viele Grüße.
Christian
Unsere neue Webseite ist jetzt online, mit Wildlife Fotos aus Europa, Afrika sowie Süd- und Mittelamerika: WildlifeMoments.de AfricaAdventure.de
579 Beiträge · seit 201010. Juli 2010 ·
Hallo

HJH schrieb:
Staatlich publizierte Zahlen sind ganz einfach ein abwegiges Lügengerüst
Wenn man Risiken rational beurteilen will und sich nicht diffusen Gefühlen, Ängsten und Psychosen hingeben will, dann muss man sich nun mal an verfügbare Zahlen und Statistiken halten. Es kann durchaus sein, dass die vom Umweltministerium in Namibia genannten Zahlen nicht alle Fälle erfassen. Es sind die einzigen aktuellen Zahlen die ich kenne. Du könntest die Diskussion hier ungemein bereichern, in dem Du andere Zahlen samt Quelle nennst. Einfach zu behaupten, das Ministerium lügt und selbst null Argumente/Zahlen zu liefern, ist in jedem Fall unglaubwürdiger als die Statistik des Ministeriums.

@Ulli, Matt, Matou66: Tanja hatte nach einem "Schlangenbiss-Notfallset" gefragt und in dem Kontext wollte ich das Gerät nennen. Wie wohl alle hier bin ich noch nicht von einer Giftschlange gebissen worden und habe keine eigenen Erfahrungen mit dem Gerät. Die Hinweise zum VenomEx sind größtenteils aus dem relativ aktuellem Buch "Keine Angst vor Afrika" (2003), das sich an Touristen und Tourguides wendet und auf fast 100 Seiten über Schlangenbisse informiert. Dort wird das Gerät auf 8 Seiten vorgestellt und für Laien empfohlen: "Auf der Suche nach einem von Laien einsetzbaren Gerät, welches auch gegen das Gift der giftigsten Schlangen eine wirksame Hilfe darstellt, [...] Wir möchten allerdings voranschicken, dass dieses Gerät nicht unumstritten ist."
http://www.namibiana.de/keine-angst-vor-afrika.html

Für mich klang das, was in dem Buch und auf der verlinkten Website steht, plausibel. Wenn die Informationen in dem Buch falsch sind, dann stellt das hier in Euren Antworten richtig. Vielleicht kann sich auch noch einer der "Forenärzte" äußern, warum das falsch oder gefährlich ist und dann ist die Fehlinformation "geheilt". Im Gegensatz zu HJH bestehe ich nicht darauf, dass ich recht habe und alle anderen unwissende Besserwisser sind.

Sonnige Grüße

Nachtrag: Falls das in dem Buch wirklich alles falsch und fahrlässig ist, sollte man ggf. auch noch den Verlag anschreiben und ihn bitten, dass Buch aus dem Markt zu nehmen. Auf der oben verlinkten Seite von Namibiana sind übrigens auch zwei (seitenverkehrte) Fotos aus dem Buch zu sehen, die das VenomEx in der Anwendung und eine Hand direkt nach Anwendung zeigen.
zuletzt bearbeitet 10. Juli 2010
3’766 Beiträge · seit 200610. Juli 2010 ·
Hallo Lowflyer,

richtig es wurde nach einen Schlangengift-set gefragt!

In diesem Zusammenhang ist es auch richtig das freierwerbliches Sets genannt werden dürfen und sollten.

Ich habe dein erwähntes Buch auch gelesen, und dieses Buch dürfte auch eine Grundlage bilden um zu entscheiden ob man sich so ein Set kaufen möchte.

Ob dieses und andere Sets zu empfehlen sind ist allerdings sehr umstritten.

Das von dir erwähnte Set bedingt einige medizinische Grundkenntnise, so unter anderem soll man auf der Bissstselle gegenüberliegenden Seite ansetzen (berichtige mich wenn ich falsch liege) in der Annahme dass die rückwärtsligenden Blutgefässe angezapft werden und so den Fluss des Giftes zum Herzen eindämmen soll (dies die Kurzfassung)

Wer im Notfall auf so etwas zurückgreifen möchte muss sich allerdings der möglichen Komplikationen bewusst sein.

Fakt ist, ich habe vom Erwerb dieses Gerätes abgesehen nach dem ich mit verschiedenen Menschen/Aerzten über dieses Thema gesprochen habe.

Die berechtigte Frage ist was würde ich tun im Eintretensfall einer Notsituation?

Die Schlange wegschlagen mit der flachen Hand um ihr so
wenig wie möglich die Gelegenheit zu geben Gift in meinem Körper zu Pumpen

Ruhe bewahren - dürfte nicht einfach sein!

Beten das es ein Trockenbiss ist - das dürfte wieder einfacher sein 🙂

Nothilfe organisieren und versuchen, wenn in der Pampa, einen Airstrip zu erreichen.
Fahren oder gefahren werden richtung eines Hospitals.

Wenn ich nicht weiss um welches Gift es sich handelt einen leichten Druckverband anlegen - wenn es schief läuft verliere ich halt ein Körperteil 🤩

Abwarten der Dinge die dann passieren 🙁

Aber wichtig ist wohl dass man sich im Kopf auf einen Notfall einrichtet, die nötigen Hilfsmittel wie zB eine Verbindung zur Zivilisation müssen vorhanden sein.

Notfallnummern wie zB die der Airrescue, Flying Doctors ect. sollten in Griffnähe sein.

Das die Wahrscheinlichkeit einenes Giftbisses eintritt ist wohl klein, aber es kann vorkommen.

Das Leben ist nun mal spannend, mitunter auch gefährlich, das vergessen manchmal Reisende.

Gruss Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
zuletzt bearbeitet 10. Juli 2010
2’168 Beiträge · seit 200910. Juli 2010 ·
Hallo an alle, aber ganz speziell an HJH, falls er doch noch mitliest!

Ich habe diesen thread gestern schon gesehen, hatte aber leider keine Zeit, darauf zu antworten. In der Zwischenzeit haben ja schon einige auf den Quatsch mit dem Schlangenserum reagiert, also brauche ich das nicht nochmals breittreten. 😉
Dass man nicht mitten in einem Flussbett campiert sollte eigentlich auch jeder wissen.

Allerdings hat noch keiner den folgenden Schwachsinn beanstandet (der mich ganz besonders auf die Palme bringt) - und ich kann nur hoffen, dass Afrika-Neulinge nicht gleich alles glauben, was hier so geschrieben wird!

HJH schrieb:
Es werden generell kleine Geschenke erwartet: Eine große Tüte voll Kamellen mitnehmen für Frauen und Kinder, die Männer (außer die jungen) möchten Tabak.
Als angebliches ‘Kind des Landes’ solltest du das eigentlich besser wissen!!
Wer anhält, ist immer gleich von einer nach Sweeties schreienden Kinderschar umgeben. 1-2 Stück reichen für jedes Kind.
Ja, leider! Man findet nicht mehr viele Orte wo Kinder am Wegesrande einfach froehlich lachen und winken, wenn man vorbeifaehrt. An den meisten Orten wird nach Sweeties oder Geld geschrieen, oder sich der Magen gerieben. (soll ‘Hunger’ heissen). Und wenn sie nichts bekommen, werden sie aggressiv.
Es KANN passieren, daß die Kinder mit Steinen werfen, wenn sie keine Süßigkeiten erhalten. Passiert aber selten.
Ganz genau. Und selten passiert das auch nicht. Das gibts in der Transkei, in Lesotho, in Suedafrika, und anscheinend auch in Namibia, da du es ja erwaehnen musst.
Und warum? Leuten wie dir, HJH, haben wir das zu verdanken! Ihr habt die froehlichen einheimischen Menschen zu unzufriedenen Bettlern umerzogen.
Und die Touristen glauben dir natuerlich dass das gang und gaebe ist, weil du, als ‘Kind des Landes’, musst es ja wissen!! Vielen Dank auch!!

Warum denn eigentlich? Warum meint ihr man muesse dauernd alles moegliche Zeug verschenken? Mit Respekt hat das ueberhaupt nichts zu tun. Habt ihr alle ein schlechtes Gewissen weil ihr – was? Geld habt? Auf Reisen geht? Weiss seid? Huh??
???
Verteilen die Japaner (und andere Touristen) in der Schweiz auch Geld, Sweeties und Tabak an die einheimische Bevoelkerung??? 😮

Gruss aus Sodwana,
wo auch hie und da eine Forest Cobra, eine Puff Otter oder eine Mamba vorbeikriecht - aber ich bin ja nicht bloed genug sie alle einfangen zu wollen, daher brauche ich auch kein antivenom....
😠
Reiseberichte: Camping Tour Northern Namibia, August 2010 Dlinza Forest, Eshowe, KZN, South Africa Die erste Reise - Loggerhead Camping trip 2020: KNP-Mapungubwe-Magoebaskloof-Mt.Sheba
4’132 Beiträge · seit 200810. Juli 2010 ·
Hallo, an Alle!
Ich muss hier mal’n kleinen "Roman" schreiben.

@ HJH
Du schreibst: „Campen tut man auch am besten im Revierlauf“ – also ich weiß nicht, ob das so unspezifiziert geäußert, ein guter Tipp ist.
Da such ich doch lieber ein Weilchen länger und zieh mir lange Hosen an, aber im Revierlauf würd ich nicht so ohne Weiteres schlafen, eigentlich nie! Da sind schon zu viele abgesoffen. Ich kenne alleine 2: Einen, dessen Fahrzeug bei Durchfahrt eines Trockenflussbettes vom Wasser erfasst wurde und 50 Meter fortgespült wurde und eine, die beim Spazierengehen überrascht, noch das Ufer hochgezogen werden konnte.
Das Wasser für diese Fluten kommt mitunter von Weit her, wo schwere Regen niedergegangen sind, davon ahnt man nix, - während vor Ort gerade schönster Sonnenschein herrscht…
Sicherlich sind Deine Vorsorgemaßnahmen bezüglich des Schlangenserums und der Mitnahme eines Skalpells gut gemeint, aber wie willst Du die Verantwortung dafür übernehmen? Kannst Du denn überhaupt einem Mitglied deiner Reisegruppe eine solch heikle Behandlung angedeihen lassen? Das kann man doch nur Verantworten, wenn man Arzt ist, aber vielleicht bist Du ja Arzt.

@ all!
Das, was mir hier in der Diskussion über Schlangenbisse fehlt, ist ein Hinweis auf präventives Verhalten, soll heißen: Nicht in kurzen Hosen und Latschen im Veld rumlaufen, wie das allgemein so üblich ist.
Mögen das alle Einheimischen so machen (und man selber neigt auch nach kurzer Zeit dazu, man kommt sich schon manchmal komisch vor in seinen langen Hosen...), doch bleibt eine feste Hose und festes Schuhwerk immer noch der sinnvolle mechanische Schutz gegen Schlangenbisse.
Und da ich nicht im südlichen Afrika lebe und diese Einschränkung meiner Freiheit und der Mangel von Luft und Sonne auf meiner Haut nur kurz währt, der Schutz mir aber wichtig ist, trage ich in der Wildnis (meist) lange Hosen und feste Schuhe. – Und mein präventives Verhalten ziehe ich der Mitnahme von Schlangenserum vor.
Oh, auch wir sind schon mit Schlangenserum auf Reisen gewesen, das war vor 25 Jahren, aber nicht, um es selber zu spritzen, sondern um das Serum für den Fall der Fälle überhaupt zu haben, denn derzeit gab es in einigen Gegenden Afrikas das Problem, dass überhaupt kein Serum vorrätig war.
Wir haben es damals bei Beendigung unserer Reise incl. des Cortison (das man, soweit ich mich erinnere, gegen Schock zeitgleich/zeitnah spritzen muss) in einem kleinen Krankenhaus hinterlassen.
Den Gedanken, meinem Mann oder mir selber Schlangenserum (und Cortison) zu spritzen, empfand ich immer als mindestens grenzwertig und fahrlässig, da ich keine medizinische Ausbildung habe und kein ausreichendes Wissen über Schlangen. Und ich rate jedem davon ab, der keine medizinische Ausbildung hat!

Im südlichen Afrika gehen wir heutzutage ohne Schlangenserum, aber mit der entsprechenden „mechanischen Prophylaxe“ (lange Hosen, festes Schuhwerk) in den Busch.

Allerdings führen wir einen sogenannten „Extractor“ mit uns. Hier in Europa hat er uns schon gut Dienste beim Absaugen von Wespengift geleistet. Es war erstaunlich, wie aus dem Stichkanal Blut und offensichtlich auch Gift herausgesaugt werden konnte.
Warum wir sicher sind, dass auch Gift herausgesaugt wurde? Einerseits durch unser logisches Denken, anderseits durch die Tatsache, dass die üblich folgende Schwellung und der Schmerz fast ausblieben.
Das Absaugen macht man OHNE irgendeine weitere Wunde zuzufügen! Man nutzt nur den vorhandenen frischen Stichkanal. Das heißt man sollte schnell handeln.

Wir würden nach diesen Erfahrungen diesen kleinen gelben Extractor auch bei einem Schlangenbiss anwenden, da wir meinen, dass man damit nichts falsch machen kann - und dann natürlich ruhig stellen und stabilisieren und umgehend den nächsten Arzt/Krankenhaus aufsuchen oder anderweitig um Hilfe rufen.

Auf gute Gesundheit
lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
3’766 Beiträge · seit 200610. Juli 2010 ·
maddy schrieb:
Verteilen die Japaner (und andere Touristen) in der Schweiz auch Geld, Sweeties und Tabak an die einheimische Bevoelkerung??? 😮

Hallo Maddy!

EINSPRUCH!

Könntest du das bitte umformulieren, natürlich sind wir in der Schweiz darauf angewiesen das uns Japaner Geld und Sweetes schenken!

Wie glaubst du denn das wir unsere Namibiareisen finanzieren seit mit dem Schwarzgeld der Deutschen nix mehr zu verdienen ist 🤩

Grüsse aus dem Katatura Europas 😛

Kurt

PS
Das mit dem Tabak hmmm.... das ist eine andere Diskussion 😄
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zuletzt bearbeitet 10. Juli 2010
579 Beiträge · seit 201010. Juli 2010 ·
Hallo Kurt,

Crazy Zebra schrieb:
Das von dir erwähnte Set bedingt einige medizinische Grundkenntnise, so unter anderem soll man auf der Bissstselle gegenüberliegenden Seite ansetzen (berichtige mich wenn ich falsch liege) in der Annahme dass die rückwärtsligenden Blutgefässe angezapft werden und so den Fluss des Giftes zum Herzen eindämmen soll (dies die Kurzfassung)
Ich weiß nicht, was in der Gebrauchsanweisung des Gerätes drin steht. In der Gebrauchsanweisung, die im Buch ist, steht nichts von gegenüberliegender Seite. Vielleicht verstehe ich Dich aber auch falsch? Es wird nur mehrfach darauf hingewiesen, die winzigen Schnitte in Längsrichtung auszuführen und vorab gut zu sterilisieren.

Unter Vorteile des Gerätes steht übrigens:
- von Laien einsetzbar
- leicht und handlich mitzuführen
- temperaturunabhängig
- Verhinderung oder Reduzierung von Schwellungen, Schmerzen und Nekrosen

Sonnige Grüße
zuletzt bearbeitet 10. Juli 2010
3’766 Beiträge · seit 200611. Juli 2010 ·
Hallo Lowflyer,

wenn du dir einen Bisswunde vorstellst in die das Gift eindringt wird es vermutlich in die Kapillargefässe einströmen oder/und in grösser Blutgefässe.
Von da aus gelangt es in den Kreislauf und wandert mit diesem.

Es würde wenig Sinn machen an der Bissstelle das Set anzuwenden sondern in richtung des Blutkreislaufs. Das medizinische Kunstück für den Laien wäre zu wissen wo man die Haut schneidet dass das mit Gift angereicherte Blut austreten könnte. So wie ich es verstanden habe wird man in der Regel an den Aussenseiten der Beine (Knöchel als Beispiel) oder dem Handrüken oder der Aussenseite des Unterarms gebissen, die wichtigen Blutbahnen liegen aber innen und so müsste man eine Stelle finden wo das Blut dann etwas später fliesst um in der Theorie Gift aus dem Körper zu leiten.

Du siehst es sind aus meiner Sicht viele wenns und abers vorhanden und der Schaden der entstehen könnte durch einen Laien wie mich imens!

Möglicherweise hab ich das auch ganz falsch verstanden und lasse solche Experimente lieber sein, schon deshalb weil ich nicht in der Lage wäre zu bestimmen welches Gift mir da zugeführt wurde.

Ich denke das für mich als Touri, bei richtigem Verhalten und angepasster Kleidung, wenn ich durch die Büsche ziehe das Risiko gegen Null absinkt.

Die Gefahr durch einen Autounfall in Not zu kommen schätze ich um den Faktor X grösser ein.

Ich denke solche Sets sind eher eine Beruhigung als Hilfe im Notfall.

Würdest du gebissen in meiner Gegenwart würde ich auf den schnellstmöglichen Transport in die Zivilisation setzen als mit solchen Sets wertvolle Zeit verplämpern.

Hier ein weiterer, wie ich finde guter, Link zur Orientierun, auch im Absatz unten wird davor gewarnt die Bissstelle und umliegenden Flächen mit einem Skalpell oder ähnlichem Gegenstand zu bearbeiten



Schlangen nach Ländern

Ich meine wer kein Set mitführt kommt erst gar nicht in Versuchung was falsches zu tun.

Gruss Kurt
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zuletzt bearbeitet 11. Juli 2010
291 Beiträge · seit 200611. Juli 2010 ·
Hallo Kurt,

kurze Ergänzung zu Deinem Kommentar. Das Schlangengift wird in der Regel über das Lymphsystem transportiert, nicht über die Blutbahnen. Daher machen aus meiner Sicht auch sämtliche Eingriffe von aussen weniger Sinn.

Viele Grüße.
Christian
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