Doc in Africa - 4 Wochen Namibia (+SAF) in Bildern

Reisebericht 136 Antworten · 92,7k Aufrufe · gestartet 11. Okt. 2009 von DocHoliday
Themenstarter272 Beiträge · seit 200817. Dez. 2009 ·
Sorry für die lange Unterbrechung. Es war einfach beruflich und privat viel los.
Spätestens morgen geht es weiter.
Gruß Dirk
53 Beiträge · seit 200917. Dez. 2009 ·
schööööööööööööööön 🤩
Aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir: "Lächle und sei froh, denn es könnte schlimmer kommen!" Und ich lächelte und war froh.... und es kam schlimmer....
Themenstarter272 Beiträge · seit 200818. Dez. 2009 ·
Sorry für die lange Unterbrechung aber jetzt geht es zügig weiter.

29.9.09 Löwen vögel(n) und Elefanten (nicht ganz jugendfrei)

Gestern hatte ich im Visitor Center gelesen, dass in den letzten Tagen mehr oder weniger regelmäßig Löwen am Okondeka Wasserloch gesehen wurden. Also habe ich mich gleich nach Öffnung der Tore auf den Weg dorthin gemacht.
Bei bedecktem Himmel bin ich in einem Rutsch zügig durch gefahren und habe die 20 km in 20 Minuten hinter mich gebracht (das einzige Wasserloch unterwegs - Wolfnes - war sowieso trocken.

Tatsächlich hatte es sich ein Löwenrudel dort gemütlich gemacht. Insgesamt waren es 9 Löwen. Die Zusammensetzung des Rudels war etwas ungewöhnlich: 3 Männchen, 2 Weibchen und 4 Jungtiere.







Die Hierarchie unter den 3 Männchen schien klar verteilt. Einer lag mit Respektabstand in den Dünen, einer etwas näher und nur der dritte war mitten drin im Geschehen. Und wie:




Man beachte den neidischen Zuschauer im Hintergrund.

Ganz schön anstrengend!




Das ganze wiederholte sich sobald man wieder bei Puste war (so etwa alle 20 Minuten).
Die andere Löwin hatte sich mit den Jungtieren in die Dünen zurück gezogen und schaute aus der Ferne zu. Leider waren die kleinen im Gras kaum zu sehen.



Als ich mich zwischendurch auf dem etwas umgesehen habe, entdeckte ich 2 oder 3 Autos weiter zwei bekannte Gesichter. Mike und Margreet, die beiden Holländer, die ich in Wolwedans kennen gelernt hatte. Als der Platz neben ihnen frei wurde, habe ich mich dorthin gestellt und wir haben uns durchs Autofenster etwas unterhalten. Sie übernachteten auch in Okaukuejo und wir haben uns für den Abend am Wasserloch verabredet.

Nach etwa 2 Stunden habe ich die Löwen verlassen und mich auf den Weg zum westlichen Ende des Parks gemacht, bzw. zum westlichsten Punkt, zu dem man als Individualtourist fahren darf. Westlich des Wasserlochs Ozonjutji m' Bari sind nur noch namibische Tour Operators zugelassen.

An diesem Wasserloch erwartete mich ein einsamer Elefantenbulle inmitten Hunderter Oryx, Springböcke, Gnus, Kuhantilopen, etc. War ein toller Anblick! Wirkte absolut friedlich und irgendwie paradiesisch.





Die ganze Zeit herrschte ein stetiges kommen und gehen. Nur der Elefant rührte sich keinen Meter.



Irgendwann hatte er genug und ist langsam in die weite Ebene entschwunden.



Auch nachdem der Eli verschwunden war, gab es weiter genug zu sehen.



Edit: Irgendwie funktioniert das verlinken auf Youtube Videos hier nicht so, wie in anderen Foren. Ich versuche es nochmal in einem Extra-Posting.

Nach ca. 11/2 Stunden habe ich den Rückweg angetreten und bin über den Sprokieswald und Grünewald langsam wieder Richtung Okaukuejo. Von dort aus bin ich die Runde über Gemsbokvlakte und Olifanbtsbad gefahren.

Allzuviel größeres Wild habe ich nicht mehr gesehen. Höchstens den einen oder anderen Springbock oder Impala.



Daher habe ich mehr auf die gefiederten Freunde konzentriert.
Als erstes kam mir dieser Steppenfalke vor die Linse:



Etwas später konnte ich endlich halbwegs vernünftige Bilder von 2 Gesellen machen, die mich bis dahin zur Verzweiflung getrieben hatten, weil sie immer genau so lange sitzen blieben, bis ich die Kamera gehoben hatte - und dann weg waren. Jetzt hatte ich sie endlich erwischt.

Zuerst den Gelbschwanz Toko



und dann den Rotbauchwürger



Außerdem noch viel andere verschiedene Arten. Einige waren zu schnell für mich und meine Kamera, andere habe ich erwischt. Wie zum Beispiel diese:

Riesenglanzstar


Perlhuhn


Nilgänse (die ich aufgrund des Namens nicht so weit im Süden Afrikas erwartet hätte und aufgrund des Wüstenklimas schon gar nicht hier)


Weißflügeltrappe


Ich konnte nicht erkennen, ob das dicke linke "Knie" ein Bruch war oder eine Art Tumor. Auf jeden Fall war sie beim laufen stark behindert.

Kapturteltauben am Wasserloch


Kurz vor der Rückkehr ins Camp begegnete ich noch einer Gruppe Zebras und dieser Hengst posierte geduldig für ein Portrait.



Um kurz nach 18:00h war ich nach einem langen Tag wieder zurück im Camp. Die Zeit reichte gerade für ein kühles Bier und den Aufbau des Campers bevor es Zeit war, zum Wasserloch zu gehen. Bewaffnet mit einem weiteren kühlen Bierchen kam ich gerade rechtzeitig an, um den Auftritt dieser Elefantenfamilie mitzuerleben.







Zwischendurch kamen auch Mike und Margreet und nachdem die Sonne untergegangen war, sind wir zusammen ins Restaurant zum essen gegangen. Dort mussten wir erst noch einen Kinderchor samt Tanzdarbietungen über uns ergehen lassen aber dann wurde es ein ganz netter Abend. Essen gab es vom Buffet, kein kulinarischer Höhepunkt aber genießbar, das Bier war kühl und der Kellner flott, was will man mehr 😉.

Eigentlich hatte ich nochmal beim Wasserloch vorbei schauen wollen aber inzwischen war es spät geworden und ich müde. Also bin ich ohne Umweg zurück zum Camper und ab ins Bettchen.
Gruß Dirk
zuletzt bearbeitet 18. Dez. 2009
Themenstarter272 Beiträge · seit 200818. Dez. 2009 ·
Nächster Versuch: Video vom Wasserloch:

Bei YouTube ansehen ↗

Gruß Dirk
1’247 Beiträge · seit 200918. Dez. 2009 ·
Hallo Doc

so ganz spontan will man ausrufen: "Was für ein Glückspilz!". Aber wenn man genau liest, merkt man, dass du offenbar sehr viel Geduld und Sitzleder hast. Muss ich mir für meine nächste Reise auch noch angewöhnen. Vielleicht beginne ich ja wieder mit Pfeife rauchen 😉

Ich freue mich auf die Fortsetzung; soll aber nicht heissen, dass ich darauf dränge. Ich habe inzwischen selber auch gemerkt, wieviel Aufwand die ganze Sache mit sich bringt. Aber was wir begonnen haben, führen wir zu Ende, nicht wahr?

Tagebuchkameradschaftliche Grüsse
Thomas
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht (Fritz Grünbaum) Reisebericht: 50 Tage NamBots (PDF ganz am Ende)
22 Beiträge · seit 200820. Dez. 2009 ·
Lieber Doc,

ich freu mich jedesmal, wenn wieder ein neuer Tag von Dir beschrieben wird.
Du und Eggitom schreiben hier wirklich tolle Berichte.

Danke schön 🙂


Gruß habibi
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Themenstarter272 Beiträge · seit 200820. Dez. 2009 ·
Diesmal ist die Pause kürzer 😉

30.9.09 - Keine Löwen, aber jede Menge anderes Viehzeug.

Hatte wohl vergessen abends meinen Handy-Wecker zu stellen und bin etwas später wach geworden. Also anziehen, duschen, Zähnchen putzen und Camper fertig machen im Turbogang. Hat gereicht, um trotzdem als erstes Auto am Gate zu stehen!
Allerdings wunderte ich mich etwas, warum der Typ am Gate so grinste und mich dann auch noch fragte, ob ich wirklich schon losfahren wollte.

Na gut, dann mache ich das Dach vom Camper halt auch noch runter 😉

Nachdem ich so für allgemeine Erheiterung gesorgt hatte (Mike und Margreet waren auch noch aufgetaucht und hatten ein paar Kommentare abgegeben), bin ich als erstes wieder nach Okondeka gefahren in der Hoffnung, die Löwen wieder zu sehen. Dort war aber absolut tote Hose. Also bin ich zurück nach Okaukuejo und weiter Richtung Anderssons Gate. Unterwegs konnte ich zumindest einige Tiere im Morgenlicht fotografieren.







Besonders gefreut hat mich die Begegnung mit einer einzelnen Hyäne, die eine Weile neben dem Auto herlief und dann vor mir die Straße überquerte.





Irgendwie mag ich diese Viecher.

Kurz vor dem Wasserloch Ombika direkt am Gate habe ich meinen ersten Kampfadler gesehen. Er saß eine ganze Weile in diesem Baum, hielt Ausschau (nach Beute?) und hat sich von mir und einigen anderen Autos, die vorbei kamen, überhaupt nicht stören lassen. Leider blieb er aber auch mit konstanter Bosheit hinter einigen störenden Ästen sitzen.



Bei Ombika war ebenfalls nicht besonders viel los aber immerhin schaute diese Straußenfamilie vorbei.



Dort habe ich eine Weile gewartet und dabei mein "Frühstück" verzehrt (einen großen Joghurt, ein paar Cookies und eine Zigarette). Als auch über 20 Minuten nachdem Familie Strauß abgezogen war, außer einem kleinen Beobachter kein anderes Tier auftauchte, habe ich aufgegeben und bin weiter gefahren.



Ich bin noch einmal die Runde über Gemsbockvlakte und Olifantsbad gefahren. Bei Gemsbockvlakte erfrischte sich gerade eine ganze Springbockherde.



Sie ließen sich auch von ein paar Schakalen nicht stören, die um das Wasserloch herum scharwenzelten. Aber dann kam auf einmal Bewegung in die Szene. Einer der Springböcke rutschte ab und fiel ins Wasser. Wegen des etwas erhöhten Randes aus Schotter hatte er leichte Probleme wieder raus zu kommen und wie aus dem nichts schoss plötzlich einer der Schakale heran und ging ihm direkt an die Gurgel. Dem Springbock gelang es ,ihn abzuschütteln und zu fliehen. Der Schakal nahm die Verfolgung auf, hatte aber letztlich keine Chance.




War spannend zu beobachten. Ich fand es erstaunlich, wie wenig, sich die übrigen Springböcke dafür interessierten. Allenfalls die direkt daneben stehenden Tiere machten ein oder zwei Schritte aus dem Weg, um dann sofort weiter zu trinken als wäre nichts geschehen. Das Schicksal ihres Artgenossen schien keinen zu interessieren. In einer Welt, in der es ums nackte Überleben geht, muss sich wohl jeder selbst der Nächste sein.

Nach diesem kleinen Intermezzo fuhr ich weiter zum nächsten Wasserloch - Olifantsbad.

Nachdem ich ja gestern endlich das Glück hatte, einen Toko vor die Linse zu kriegen, habe ich jetzt natürlich noch viel mehr gesehen, unter anderem diesen Grautoko



Bei Olifantsbad war richtig was los. Es herrschte ein ständiges kommen und gehen. Gruppen von Zebras, Gnus, Springböcken, Impalas, Kudus, Giraffen, etc., etc. wechselten sich mit dem trinken ab.







Endlich ließ sich auch Pumba mit Familie mal sehen. Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben.





Nachdem die Warzenschweine getrunken hatten, machten sie es sich in einer Schlammkuhle gemütlich und fühlten sich dort offensichtlich "sauwohl"



Interessant war, die verschiedenen Techniken zu beobachten, wie man an das kühle Nass herankommt.

Die meisten versuchten es stehend.









Manche knieten oder hockten aber auch in den verschiedensten Positionen.





War sehr unterhaltsam zu beobachten. Ich habe das Schauspiel an diesem Wasserloch mehr als 11/2 Stunden lang genossen, bevor ich mich losreißen konnte und weiter gefahren bin. Insgesamt habe ich in dieser Zeit sicher einige Hundert Tiere gesehen. Szenen wie diese, machen für mich den Reiz des Etosha aus.

Und es sollten noch weitere genauso eindrucksvolle Erlebnisse an diesem Tag folgen. Aber dafür müsst Ihr Euch noch ein wenig gedulden.

Fortsetzung folgt ...
Gruß Dirk
zuletzt bearbeitet 20. Dez. 2009
Themenstarter272 Beiträge · seit 200820. Dez. 2009 ·
Und schon geht es weiter:

30.9.09 (Teil 2) Dickhäuter

Nach Olifantsbad bin ich zu den Wasserlöchern direkt an der Etoshapfanne gefahren (Ondongab und Kapupuhedi). Dort war allerdings gar nichts los. Ich habe an beiden Wasserlöchern etwa eine 3/4 Stunde gestanden ohne ein einzige sTier zu sehen. Dafür habe ich aber ein oder zwei Kapitel von meinem Buch geschafft 😉. Ist sehr entspannend, am Wasserloch zu sitzen, die Vögel durch das offene Fenster zwitschern zu hören, zu lesen und ab und an mal zu schauen, was sich so in der Umgebung tut.

Ich hatte dann eigentlich vor, zurück ins Camop zu fahren und vielleicht abends noch mal für ein oder zwei Stündchen auf Gamedrive zu gehen. Ohne viel zu erwarten bin ich zumindest für einen kurzen Blick noch bei Nebrowni vorbei gefahren. Und siehe da, dort war ein einzelner Elefantenbulle dabei, ich mit Hilfe größerer Mengen Wasser und Schlamm in einen weißen Elefanten zu verwandeln.





Ist ihm auch ganz gut gelungen 😉. Dann sah ich eine Bewegung im Rückspiegel.

Schön - noch 3 Elefanten.



Oh, da kommen ja noch 5!



Und noch 3, und noch 4 und ...
Insgesamt versammelten sich in kurzer Zeit etwa 40 Elefanten rund um das Wasserloch und tranken und spielten und spritzten mit Wasser und Schlamm um sich. War toll anzusehen.







Zeit für ein paar Kradftproben war auch immer wieder.



War ich am Anfang noch alleine mit dem einsamen Bullen, hatte parallel zur Zahl der Elefanten inzwischen auch die Zahl der Autos zugenommen, so dass ich eingekeilt war zwischen locker 20 Autos und Bussen.
Das war in sofern nicht ganz so angenehm als nach einer Weile dieser Elefantenbulle, der hier noch ganz friedlich aussieht, meinte keine Lust mehr auf sie viele Paparazzi zu haben.


(bei näherem Hinsehen finden sich doch bereits Hinweise auf eine gewisse "Erregung" 😉

Plötzlich begann er den Rpssel zu heben und mit den Ohren zu wackeln, um dann schnaubend driekt auf meine Auto zu zu laufen. Da ich keine Chance hatte, weg zu fahren, blieb mir nur still zu beten, dass es sich nur um einen Scheinangriff handelte.

Mein Gebet wurde erhört! Vielleicht 5 m vor mir bremste er abrupt ab, warf mir noch einen bösen Blick zu und trottete dann ganz gemütlich zurück zum Wasserloch. Puh!!

Nachdem ich den Schreck verdaut hatte, glühte wieder der Auslöser. Besonders der Nachwuchs hatte es mir angetan, der allerdings immer schön in der Mitte der Gruppe gehalten wurde.





So langsam verabschiedete sich jetzt ein Dickhäuter nach dem anderen. Die letzten nahmen noch ein Staubbad und dann waren alle verschwunden.



So einen einzelnen Elefanten in freier Wildbahn zu sehen, ist ja schon ein eindrucksvolles Erlebnis aber eine ganze Herde aus der Nähe (und teilweise näher als mir lieb war 😉 ist noch mal was anderes. Vor allem, weil man mal beobachten konnte, wie die Tiere miteinander umgehen und wie sie sich um ihren Nachwuchs kümmern. Ich blieb noch eine ganze Weile sitzen, als die Elis längst weg waren, um das gesehene zu verarbeiten.

Zurück im Camp war ich gegen 16:00h. Zunächst habe ich mein "Büro" eröffnet und Bilder gesichtet und vor allem gesichert.



Da es sich mehr und mehr zuzog, habe ich den geplanten Abenddrive ausfallen lassen und lieber frühzeitig das Feuer angeworfen. So habe ich es gerade noch geschafft, trocken mein Steak zu essen, wenn es auch durch den böigen Wind etwas sandpaniert war.

Gegen 18:30h habe ich dem Wasserloch einen Besuch abgestattet, wo die "Sonnenuntergangselefanten" allerdings heute durch Abwesenheit glänzten. Dafür zeigten sich ein paar Zebras und Giraffen.



Je dunkler es wurde und je länger die Belichtungszeiten (trotz ISO 800 oder 1600) desto schwieriger war es , vernünftige Bilder zu bekommen. Besonders die Giraffen wollten einfach nicht still halten.
Für dieses Bild habe ich ungefähr 20 Versuche gebraucht.



Inzwischen wurde es immer windiger und schließlich fielen die ersten Regentropfen, so dass ich mich mit Buch und einer Flasche Rotwein in meinen Camper getrollt habe, nachdem ich vorher mit dem vom Wind umher geblasenen Campingstühlen noch etwas fangen gespielt hatte.

Gegen 22:00h hatte ich mein Buch aus und bin trotz WInd und Regen nochmal zum Wasserloch. Kalt war es ja nicht.
Mein Einsatz wurde belohnt! Kaum war ich da tauchte ein Breitmaulnashorn auf.



Allerdings wurde der Regen jetzt stärker und ich hatte ein wenig Sorge um meine Kamera. Elektronik und Wasser sind ja nicht gerade die besten Freunde. Was tut man nicht alles für ein paar Rhinobilder: Also Pullover aus, um die Kamera gewickelt, damit sie trocken bleibt und selber nass regnen lassen.





Nach einer Weile tauchte auch noch ein Elefant auf. Die beiden haben sich gegenseitig gar nicht weiter beachtet.



Schließlich verschwanden Elefant und Nashorn zur gleichen Zeit in unterschiedlichen Richtungen in der Dunkelheit.



Das war das Signal für mich, auch die Kurve zu kriegen. Wieder trocken und mit dem Rest des Rotweins gut aufgewärmt, habe ich diese Nacht hervorragend geschlafen.
Gruß Dirk
zuletzt bearbeitet 20. Dez. 2009
Themenstarter272 Beiträge · seit 200820. Dez. 2009 ·
Video von der Elefantenherde:

Bei YouTube ansehen ↗

Gruß Dirk
Themenstarter272 Beiträge · seit 200821. Dez. 2009 ·
1.10.09 Kätzchen und Vögelchen

Diesmal habe ich das Dach vom Camper geschlossen, bevor ich los gefahren bin 😉

Der Himmel war immer noch bedeckt aber immerhin war es trocken und an ein paar Stellen lugte sogar die Sonne durch.



Heute stand der "Umzug" nach Halali auf dem Programm, wo ich die nächste Nacht verbringen würde. Nachdem ich die letzten drei Tage die Gegend um Okaukuejo recht intensiv abgeklappert hatte, wollte ich zügig durchfahrten und als erstes die Wasserlöcher direkt an der Pfanne ansteuern (Sueda, Salvadora, Charitsaub). Aber erstens kommt es anders, ...

Wenige km hinter dem Gate sah ich beim ersten Abzweig Richtung Gemsbokvlakte eine Bewegung im hohen Gras. Also bin ich abgebogen, um mir das näher anzuschauen. Eine weise Entscheidung! Direkt neben der Straße lag 100 m weiter ein ganzes Löwenrudel, bestehend aus einem Männchen, 4 Weibchen und 4 oder 5 Jungtieren. Chef und Chefin waren hier eindeutig auszumachen.





Die "First Lady" hatte offensichtlich schon eine Menge Kämpfe hinter sich, wie man an den vielen Narben erkennen konnte.
Offensichtlich erholte sich das Rufdel von einer erfolgreichen Jagd. Vor allem in den Gesichtern der Weibchen waren noch deutliche Blutspuren zu erkennen.







Inzwischen waren noch drei oder vier andere Autos und ein Overlanderbus aufmerksam geworden und blockierten munter die Straße. Zum Glück ließen sich die Löwen davon überhaupt nicht stören, so dass ich sie eine gute halbe Stunde lang aus nächster Nähe beobachten konnte.

Dann rappelte sich das Männchen auf und begann langsam Richtung Hauptstraße zu trotten und nach einer Weile folgten ihm die Weibchen und die Jungtiere in größerem Anstand.



Ich bin im Rückwärtsgang immer parallel zu dem Männchen geblieben. Faszinierend fand ich besonders eine Szene mit einem Springbock im Vordergrund, der den Löwen nicht eine Sekunde aus den Augen ließ.



Der Löwe hatte es überhaupt nicht eilig und trottete parallel zur Straße langsam immer weiter.



Zwischendurch schaute er sich immer mal wieder um, ob der Rest des Rudels ihm auch folgte.



Da wir inzwischen an der Hauptstraße waren, bildete sich jetzt eine ganze Kolonne, die dem Löwen folgte. Da ich mir zeimlich sicher war, dass das Rudel wohl zum nächsten Wasserloch wollte (Nebrowni), bin ich vor gefahren, um mir die Pole Position am Wasserloch zu sichern. Dort stand ich zunächst ganz alleine und wartete. Zum Glück hatte ich mich nicht verspekuliert.



Erst kam das Männchen zum Wasserloch und nach einer Weile folgten auch die drei Weibchen.





Das vierte Weibchen mit den Jungen tauchte leider nicht auf. Ich hatte ja gehofft, endlich mal ohne Büsche und Gras einen freien Blick auf die Jungen werfen zu können.

Nachdem die Löwen ihren Durst gestillt hatten, widmeten sie sich anderen "seltsamen Hobbies". Dafür müsst Ihr Euch später das Video ansehen.
Schließlich verschwanden die drei Weibchen, während es sich der Pascha noch ein bisschen am Wasserloch gemütlich machte und dadurch für einen ordentlichen Stau bei anderen durstigen Kreaturen sorgte.





Als er sich schließlich auf den Weg machte, seinen Weibchen zu folgen verursachte er noch einen anderen Stau.



Insgesamt habe ich etwa 21/2 Stunden mit diesem Löwenrudel verbracht. Sagen zumindest die Exifs von meinen Bildern. Ich hätte nie gedacht, dass es so lang war.

Anschließend bin ich wie geplant zu den Wasserlöchern direkt an der Pfanne gefahren, wo allerdings nicht allzu viel los war. Immerhin hatte ich die Gelegenheit, mich unterwegs als Zebratreiber zu versuchen (keine Angst, die sind auch ganz ohne mein Dazutun gerannt ;)).



Auch wenn es an den Wasserlöchern nicht viele Tiere zu sehen gab, haben sie mir gut gefallen. Es sind alles natürliche Wasserlöcher, die sehr hübsch mit Schilf bewachsen waren. Zu meinem Erstaunen gab es hier neben den Nilgänsen auch noch Reiher und Kraniche.





Kurz vor Halali begegnete mir eine weitere Grupe Zebras mit einem besonderen Exemplar.



Leider muste ich meine ursprüngliche Planung noch einmal über den Haufen werfen. Die Straßen um Halali herum waren allesamt wegen Bauarbeiten gesperrt. Rhino Drive, Eland Drive und Helio Hills mussten also ausfallen.

Daher bin ich erstmal ins Camp gefahren, habe meinen Platz bezogen und mir ein paar Sandwiches zum Lunch gemacht. Für einen kurzen Sprung in den Pool war auch noch zeit.

Am späteren Nachmittag bin ich mangels Alternativen noch einmal die selben Wasserlöcher an der Etosha Pfanne angefahren. Viel mehr los war jetzt auch nicht aber immerhin habe ich neben weiteren Kranichen



einen einzelnen Elefantenbullen gesehen.



Bei Rietfontein hatte ich außerdem die Gelegenheit, diesen Raubadler zu bewundern. Allerdings aus ziemlicher Entfernung.



Dieses Bild habe ich mit 400 mm plus 2fach-Konverter plus 1,4fach Konverter mit einer APS-C Kamera gemacht. Also 400x2x1,4x1,6=1792 mm KB-Äquivalent. Und daraus ist es noch eine etwa 50% Ausschnittsvergrößerung 😉.

Auf dem Weg zurück ins Camp zeigte eine Riesentrappe in schönstem Licht ihr Imponiergehabe.



Beim Wasserloch habe ich auch vorbei geschaut. Da aber kein einziges Tier zu sehen war, bin ich nicht allzu lange geblieben.
Gruß Dirk
1’247 Beiträge · seit 200921. Dez. 2009 ·
Hallo Doc

du hast wirklich nichts ausgelassen, Kompliment! Ein wenig neidisch bin ich schon 😉

Zum schwarzen Zebra: Ich nehme an, du kennst Burschi's Thread "Schwarze Zebras". Auch wenn es sich wahrscheinlich um ein schon bekanntes Exemplar handelt, würde ich es doch melden.

Wenn du in dem Tempo weiterschreibst, holst du mich wirklich noch auf - ich habe im Moment kaum Zeit dazu 🙁

Herzliche Grüsse und frohe Festtage
Thomas
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht (Fritz Grünbaum) Reisebericht: 50 Tage NamBots (PDF ganz am Ende)
Themenstarter272 Beiträge · seit 200828. Dez. 2009 ·
2.10.09 Close Encounters

Die Nacht in Halali war ruhig aber morgens drohte von Weaten ein ordentlicher Gewitterhimmel. Da über mir noch die SOnne schien hoffte ich auf ein paar eindrucksvolle Bilder und bin Richtung Westen gefahren und habe noch einmal die Wasserlöcher direkt an der Etosha Pfanne besucht.



Der immer dunkler werdende Himmel und erste Regenschauer in der Ferne haben tatsächlich für ein paar gute Landschaftsbilder gesorgt.





Jetzt fehlten eigentlich nur noch ein paar Tiere im Vordergrund. Eine Zebraherde erfüllte mir zum Glück auch diesen Wusch (nachdem ich sie von der Straße sanft in die richtige Richtung gedrängt hatte ;)).



Das war doch schon mal ein erfreulicher Tagesbeginn. So langsam war es Zeit, die Fahrt in die richtige Richtung anzutreten. Schließlich wollte ich heute nach Namutomi im Osten des Parks. An der Zufahrt Richtung Halali
vorbei ging die Fahrt als nächstes zum Etosha Lookout, der einzigen Stelle im Park, an der man auf die Etosha Pfanne hinaus fahren darf.

Inzwischen hatten sich die WOlken fast verloren und die Aussicht auf die völlig ebene Pfanne mit der im Sonnenlicht flimmernden Luft darüber hatte schon etwas außerirdisches.





Zurück "an Land" fuhr ich von dort aus immer weiter am Südrand der Pfanne entlang. Unterwegs sah ich einige Vögel wie diesen Toko,



einige Gnu- und Zebraherden



und schließlich diesen einzelnen Elefantenbullen (es sollte nicht der einzige bleiben)



Je weiter ich RIchtung Osten kam, desto mehr Giraffen waren zu sehen. Zeitweise hatte ich das Gefühl, hinter jedem Baum käme früher oder später ein Giraffenkopf hoch.



Manchmal waren es aber auch zwei 😉



Beim Wasserloch Okerfontein vergnügte sich ein weiterer Elefantenbulle, den ich eine ganze Weile beobachtet habe. Als er genug hatte drehte er zunächst ab, kam dann aber genau auf den Parkplatz zu. Zum Glück nicht auf mein Auto, sondern auf das vor mir. Der Fahrer hatte wohl erwartet, dass der Eli wieder abdrehen würde, tat er aber nicht und fürs wegfahren war es längst zu spät. Also blieb ihnen nichts anderes übrig als die genaue Untersuchung ihrer Heckklappe über sich ergehen zu lassen.



Wie heißt es so schön: "Objects in the mirror may be closer than they appear! 😉
In diesem Fall sah er mit Sicherheit auch im Spiegel "pretty close" aus. Die Insassen habe ich später am Tag getroffen. Sie haben sich keum getraut zu atmen und natürlich kein einziges Bild gemacht. Ich habe ihnen natürlich inzwischen meine Bilder von ihrer Begegnung der dritten Art zugemailt.

Der Eli sah irgendwie ziemlich zufrieden mit sich aus als Staub um sich blasend abzog.



Kaum hatte ich mich wieder auf den Weg gemacht, traf ich auf die nächsten beiden Dickhäuter, die ein Stück neben der Straße herliefen.



Inzwischen war die Gegend ziemlich kahl und es gab kaum mal einen Baum zu sehen.



Aber Giraffen gab es auch ohne Bäume weiterhin jede Menge.





Wenn es keine Bäume gibt, muss auch malö ein größerer Busch reichen, um Schatten zu spenden. Inzwischen war es ziemlich heiß geworden.



Mein letztes Ziel vor Namutomi war das Wasserloch Chudop und da ja heute Elfantenbullentag war, stand auch hier einer und spritzte lustig mit Schlamm um sich.



Auch er kam vom Wasserloch Richtung Parkplatz, lief aber in sicherer Entfernung hinter meinem Auto lang, um die Körperpflege auf andere Weise fort zu setzen.



Da es mir zu anstrengend war, mir die ganze ZEit den Hals zu verrenken, habe ich meine Aufmerksamkeit den Zebras gewidmet, die sich sehr dekorativ ums Wasserloch versammelt hatten, zum Formationstrinken sozusagen.



Besonders dieser ganz junge Nachwuchs hatte es mir angetan.



Auch um das Wasserloch herum war einiges los, natürlich sah man auch hier diverse Giraffen.



WÄhrend ich die Zebras und Giraffen bewunderte und an nichts böses dachte,, fing auf einmal mein Auto bedrohlich an zu wackeln. Hat mir einen ordentlichen Schreck eingejagt, vor allem als ich im Rückspiegel die Ursache entdeckte. Der Elefant hatte wohl genug davon, sich nur den Bauch zu kratzen und schupperte sich mit der ganzen Seite an der hinteren rechten Ecke meines Campers. Ich habe kurz überlegt, ob ich wegfahren soll, dachte mir aber, dass es wohl besser wäre, ihn nicht zu ärgern. Er ist dann auch recht schnell von selbst abgezogen. Mir ging es übrigens genauso, wie der Autobesatzung am Mittag. Ich habe kein einzigen Phote von dieser Situation gemacht und es war leider auch niemand anders da, der das für mich hätte übernehmen können.

Irgendwie sah es fast so aus, als ob diese Gesellen sich über mich lustig gemacht hätten.



Wegen ihres markanten Rufs heißen sie übrigens "Go-away-Birds". Klingt wirklich wie ein heiseres "go away!" was sie von sich geben. Der deutsche Name war langweilig, den habe ich gleich wieder vergessen.

In Namuto,i angekommen habe ich die Formalitäten erledigt und war ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Dann habe ich die fehrerische Glanzleistung dieser Reise vollbracht. Auf einem Parkplatz in der Größe eines Fußballfeldes stad außer meinem noch ein anderes Auto. Nachdem ich zurück gesetzt hatte, sah dessen Rücklicht auf einmal so aus.



Na klasse!

An meiner Karre war zum Glück nichts dran. Auch die Elefantenliebkosungen hatte der Camper zum Glück heil überstanden.
Jetzt musste ich erstmal den Fahrer finden. Nirgends war jemand zu sehen. Irgendwann tauchte er auf und wir haben die Adressen ausgetauscht. War ein Liechtensteiner, der keinerlei Ambitionen hatte, einen Staatsakt daraus zu machen. Wir haben uns schnell geeinigt, dass unser beider Urlaubszeit viel zu kostbar ist, sich zu ärgern. Er wollte sich bei mir melden, wenn er etwas bezahlen müsste. Hat er aber bis heute nicht getan.

Nach dem Schrecken brauchte ich erstmal ein kühles Bier auf dem Campground. Außerdem habe ich noch schnell Bilder gesichert und einen ersten Blick auf das Wasserloch geworfen, wo aber nichts los war.

AM späteren Nachmittag habe ich ein Ründchen um die Fischer's Pan gedreht, wo ich aber fast keine Tiere geshen habe.

Nur diesen Adler (?)



und ein paar Kraniche habe ich entdecken können.



Zwischendurch gab es immerhin interessantes Licht und einen sachon fast unnatürlich blauen Himmel.



Auch die Wasserlöcher direkt bei Namutomi waren wie leer gefegt. Zurück im Camp habe ich schnell den Grill angeworfen, gegessen und mir noch eion oder zwei Bierchen gegönnt. Dann ging es zum Wasserloch. Das beeindruckendste war zunächst die Geräuschkulisse. Aus absoluter Stille heraus fingen immer wieder hunderte Frösche an, wie auf ein Kommando höllischen Lärm zu machen. Dann waren genauso plötzlich wieder alle still.

Etwas größere Tiere gab es aber auch ein paar zu sehen.

Auch hier durften die Giraffen natürlich nicht fehlen und auch diverse Vögel schauten vorbei, unter anderem eine Eule, die sich aber leider nicht niederließ.





Außerdem noch eine Hyäne, Schakale, Zebras, die alle nicht lange genug still hielten und dieses Breitmaulnashorn.


Zur Abwechslung mal SW, weil ich die gelbe Scheinwerferfarbe am Wasserloch fürchterlich finde.
Gruß Dirk
1’309 Beiträge · seit 200928. Dez. 2009 ·
Hi Doc,
deine Bilder sind überwältigend schön!
Und deinen Bericht zu lesen macht Spaß!
Danke schön dafür,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
3 Beiträge · seit 201003. Jan. 2010 ·
Doc ein riesen Kompliment, bist du ja gewohnt!

Dein Reisebericht hat mich fasziniert, als wäre ich mitten drin gewesen. Die Aufnahmen... einfach Spitze!

Habe den Bericht während des Nachtdienstes gelesen, somit ging er wie im Flug zu ende.

Wünsche dir einen schönen Sonntag.


SimbaTembo
Themenstarter272 Beiträge · seit 200803. Jan. 2010 ·
Danke für die netten Kommentare!

Ich bin noch das Löwenvideo vom Wasserloch schuldig:


Bei YouTube ansehen ↗

Gruß Dirk
25 Beiträge · seit 200704. Jan. 2010 ·
Hallo Doc

Toll, die Bilder und der Bericht ..... herzlichen Dank.

Dies verstärkt die Vorfreude für unsere Reise im Juli. 😛

Gruss

steam
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Themenstarter272 Beiträge · seit 200805. Jan. 2010 ·
So langsam wird es Zeit, zum Ende zu kommen.

3.10.09 Giraffen, mehr Giraffen und ein halber Leo


Begonnen hat der Tag - nein nicht mit Giraffen - mit ein paar Vögeln. Gelbschnabeltoko, Glanzstare, Spatzen und Webervögel sagten artig guten Morgen.





Außer Vögeln gabe es leider auf der morgendlichen Fahrt von Namutomi RIchtung Norden nicht viel zu sehen. Bei Stinkwater habe ich umgedreht und bin zu den Wasserlöchern rund um Namutomi gefahren. Bei Chudop tauchte die erste Giraffe des Tages zwischen den Bäumen auf.



Direkt am Waaserloch konnte ich noch einmal die interessante Trinkhaltung dieser Tierchen bewundern.



So richtig tobte aber auch hier nicht der Bär oder der Löwe. Alos bin ich weiter gefahren und habe den DIkdik Drive unter die Räder genommen in der Hoffnung das eine oder andere dieser kleinen Tierchen vor die Linse zu bekommen.
Zuerst habe ich nur ein paar Impalas und eine Gruppe Kudus gesehen. Ein junger Kudu-Bock war so nett, geduldig für ein Portrait zu posieren.



Ein Stückchen weiter bemerkte ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung im Unterholz und tatsächlich kam ein Dikdik-Pärchen hinaus auf eine kleine Lichtung. Sehen schon lustig aus diese Tierchen. Ein Körper kaum größer als ein Hase, lange schlanke Beine und zumindest die Männchen mit Irokesenhaarschnitt.





Gegen 10:00h war ich zurück auf dem Campground. Jetzt stand erstmal Großreinemachen auf dem Programm. Am nächsten Tag musste ich das Auto zurückgeben und der Innenraum sah ziemlich wüst aus. Also alles raus un auf dem Rasen ausgebreitet und den Besen und den Lappen geschwungen. Als es innen wieder halbwags aussah habe ich alle Koch- und Campingutensilien wieder eingeräumt, bis auf das, was ich zum Abendessen brauchen würde. Die restlichen Lebensmittel (vor allem Konserven, Nudeln und Reis, die ich als eiserne Reserve gekauft hatte) habe ich in einen Karton gepackt, mit dem ich kurze Zeit später einer der Putzfrauen, die die Waschjräume gereinigt hat, eine Freude machen konnte.
Blieb nur noch die Berge von Klamotten und sonstigem Kram wieder in den viel zu klein aussehenden Trolley zu bekommen. Zum Glück war ein paar Schuhe so durchgelaufen, dass ich es guten Gewissens entsorgen und damit etwas Platz schaffen konnte. Ein halbne Stunde später war tatsächlich alles im Trolley verschwunden. Na gut, die Wanderschuhe passten beim besten Willen nicht. Die würde ich dann wohl auf dem Flug tragen müssen 😉

Zwischendurch bekam ich Besuch von einer ganzen Gruppe Zebramangusten, die kreuz und quer über den Campingplatz rannten.



Gegen 14:30h war ich so weit, dass ich mich wieder auf den Weg in den Park machen konnte. Was habe ich als erstes gesehen? Natürlich Giraffen.





ZWischendurch gab es aber auch noch anderes zu sehen, z.B. eine Gruppe Blaukraniche, die ich ausführlich beobachten konnte.



Kaum war ich wieder auf der Straße - die nächsten Giraffen! Irggendwie stand heute auf jeder Ebene eine Giraffe und hinter jedem Baum kam ein Giraffenkopf hoch. Insgesamt habe ich sicher weit über 100 dieser Tiere gesehen.



Beim Wasserloch Chudop gab es noch viel maehr davon. Eine größere Gruppe stillte dort ihren Durst.





Besonderen Spaß hat mir ein halbwüchsiger Bulle gemacht, der wie ein übermütiger Teenager, der nicht weiß, wohin mit seiner Kraft, um das Wasserloch getobt ist und Erwachsene und besonders andere kleinere Tiere genervt hat.







Ganz hübsch waren auch die Perlhühner, die sich in größeren Gruppen am Wasser gesammelt haben.



An diesem Wasserloch habe ich übrigens erneut Mike aus Holland getroffen, diesmal ohne seine Frau, die an diesem Nachmittag lieber den Whirlpool in der Lodge getestet hat. Wir haben ein Weilchen durchs Autofenster gequatscht und wollten dann zum Sonnenuntergang nach Klein-Namutomi.

Bereits kurz hinter dem Wasserloch stand einer der Safari-Jeeps und der Guide starrte ganz angestrengt ins Unterholz. Und tatsächlich war da eine Bewegung gesehen. Ich habe es auch geschafft das Tier aufs Bild zu bekommen. Allerdings nur teilweise 🙁





Na ja, auch einer schöner Leopardenpopo kann ja vielleicht entzücken.
Wir haben noch eine ganze Weile angestrengt ins Unterholz gestarrt aber der Leo war wohl kamerascheu. Es hatte sich aber auch wieder eine ganze Menge Publikum angesammelt.



Der junge Mann in dem Nissan im Vordergrund ist übrigens Mike.

Bei Klein Namutomi erwarteten uns schönstes Sonneuntergangslicht, ein Vollmond an der richtigen Stelle und natürlich noch mehr Giraffen.





Über diesen Anblick hätte ich fast die Zeit verpasst. Nach einem letzten Sonnenuntergangsfoto durchs Gehölz musste ich ordentlich Gas geben, um gerade noch durchs Tor zu kommen.



Nach dem letzten Braai-Feuer dieses Urlaubs und einem leckeren Kudu-Steak mit Salat und gutem Roten bin ich zum Abschied noch einmal ans Wasserloch. Heute war es dort totenstill. Kein einziger der Frösche, die am Vortag noch einen Höllenradau gemacht hatten, war heute zu hören.
Dafür stellte sich eine Zebrafamilie schön in Positur.





Damit Ihr nicht meint, das die Tierchen immer bereitwillig still gehalten hätten - so saehen 90% der Bilder aus:



Zum Abschied kam dann passend zum Tag noch eine Giraffe vorbei.

Gruß Dirk
57 Beiträge · seit 200705. Jan. 2010 ·
Hallo Doc,
es hat ganz viel Spass gemacht, den tollen Bericht zu lesen und die wunderbaren Fotos/Videos anzuschauen. Das macht Lust auf den nächsten Urlaub im April.
Vielen Dank! 🙂
Moni
5’486 Beiträge · seit 200907. Jan. 2010 ·
Schöner Bericht mit tollen Fotos. Vor allem Deine lockere Schreibe hat mir gut gefallen. Freue mich schon auf Deine nächste Reise.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
2’479 Beiträge · seit 200607. Jan. 2010 ·
Hallo Doc,

nun habe ich den halben Tag mit Deinem tollen Bericht und den traumhaft schönen Fotos verbracht. Dabei wollte ich eigentlich meinen eigenen Bericht vom Kruger NP weiterschreiben 😉

Ganz lieben Dank dafür, dass Du Deine Erlebnisse mit uns teilst. Deine "Ausbeute" an Wildlife ist unbeschreiblich, das freut mich sehr für Dich. Neid ist ehrlicherweise nicht mein vorherrschendes Gefühl - wir fliegen im April nach Botswana, können wir Dich überreden, als Glücksbringer mitzukommen??? 😁 Wir sind nach zig Urlauben nämlich noch auf der Suche nach freilebenden Geparden.

So und jetzt schreibe ich meinen Bericht weiter - liebsten Dank für die wundervolle Ablenkung.

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo