Reisebericht

Doc in Africa - 4 Wochen Namibia (+SAF) in Bildern

von DocHoliday · begonnen 11. Okt. 2009 · 32 Teile

Teil 111. Okt. 2009
Hi allerseits!

Nachdem dieses Forum meine Hauptinformationsquelle in der Vorbereitung meiner Namibia-Tour gewesen ist, möchte ich mich für die vielen Infos, die ich hier bekommmen habe, mit einem Reisebericht bedanken.

Außerdem gibt mir das die Gelegenheit, die Riese in Gedanken noch etwas zu verlängern, da mich schon nach wenigen Tagen zurück in Deutschland die Sehnsucht nach der nächsten Afrikareise gepackt hat.

Ja, so viel kann ich schon verraten: Der Afrikavirus hatte mich schon nach wenigen Tagen in Namibia befallen und ich fürchte, er wird mich so bald nicht loslassen 😉 .

Gleich geht's los. Ich hoffe, es stört niemanden, dass die Bilder mit dem Copyright eines anderen Forums versehen sind. Ist ohnehin keine Konkurrenz für dieses hier, da es sich mit einer ganz anderen Gegend beschäftigt. Für mich ist's so einfacher, da ich den Bericht dann nur einmal schreiben muss.
Teil 211. Okt. 2009
Vorwort:
Afrika
Allein der Klang dieses Wortes hat mich schon immer fasziniert.
Was schwingt da nicht alles mit: Wiege der Menschheit, Löwen, Leoparden, Herden von Antilopen, Zebras und Gnus, Elefanten, Nashörner, unberührte Natur, Wüsten, endlose Savanne, Urwälder, fremde Kulturen, mythische Geschichten aus Film und Literatur (Hemingway, Hatari, etc., etc.).

Schon seit vielen Jahren stand eine Reise auf diesen faszinierenden Kontinent ganz oben auf meiner Wunschliste. Vor 3 oder 4 Jahren wurde dieser Wunsch immer konkreter und drängender und ich begann mich intensiver damit zu beschäftigen. Relativ schnell war klar, dass entweder das südliche Afrika oder Kenia/Tansania das Ziel sein würden.
Als großer Wüstenfan fiel die Wahl letztlich auf Namibia, dass mir die interessanteste Kombination aus wunderbaren Landschaften und reichhaltiger Tierwelt zu bieten schien. Die Tatsache, dass die Einreise absolut unkompliziert ist und man zumindest in der Trockenzeit keinerlei Malariaprophylaxe benötigt (solange man nicht weiter nördlich als Etosha kommt), war sicher auch kein Nachteil.

Einige Filme, Bildbände und diverse Reiseberichte im Netz (nicht zuletzt in diesem Forum) bestätigten mich in meiner Wahl.
Mithilfe eines halben Dutzend Reiseführer hatte ich bald eine grobe Route zusammen, die dank vieler kompetenter Menschen in diesem Forum immer weiter verfeinert wurde.
Der Schwerpunkt der Reise sollte auf Tierbeobachtung und Wüstenlandschaften liegen. Jeweils 6 Nächte würde ich im Kgalagadi-Transfrontier NP im Dreieck zwischen Namibia, Botswana und Südafrika und in Etosha NP verbringen, dazwischen die landschaftlichen Schönheiten der Kalahari, der Namib, der Skelettküste und des Damaralandes genießen.

Im April/Mai stand dann endlich fest, dass ich im September fliegen konnte und ich begann mit der Buchung von Flug, Mietwagen und Lodges. Wie sich herausstellte war ich damit schon ziemlich spät dran. Schnell war klar, dass meine Planung nur aufgehen würde, wenn ich auch campen würde, weil beispielsweise im Kgalagadi die Zimmer in den Restcamps im Park bereits ausgebucht waren. Außerdem reizte mich der Gedanke an Nächte unter dem afrikanischen Sternenhimmel mit Lagerfeuer und Braai durchaus.

Nachdem Flug (Air Namibia), Allrad-Camper (ein "Trax" mit geschlossener Kabine auf Basis des Toyota Hilux) und Lodges gebucht waren, galt es nur noch den deutschen Sommer zu genießen und die Vorfreude immer weiter steigen zu lassen.

Damit Ihr auch was anschauen könnt, habe ich als Appetithäppchen schon mal einen Vorgeschmack auf die vielfältige Tierwelt Namibias:

Teil 311. Okt. 2009
6./7.9.2009, Afrika, ich komme!

Genug der Vorrede!

Am 6.9. war es endlich soweit. Um 22:40h startete der Flug SW286 der Air Namibia Richtung Afrika.

Nach ereignislosem Flug, auf dem ich zum Glück einige Stunden schlafen konnte, landete ich morgens um 8:40h in Windhoek. Die Einreiseformalitäten waren in wenigen Minuten erledigt, mein Koffer kam auch bald, nur von Britz, die mich eigentlich am Flughafen abholen wollten war niemand zu sehen und bei der Tel.-Nummer von meinem Voucher meldete sich niemand. Hm, wat nu?

Was blieb mir übrig - ab ins Taxi und zu Britz gefahren und schon auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt die ersten Oryx gesehen (leider war die Kamera noch nicht einsatzbereit). Dort stellte sich heraus, dass ich selber Schuld war. Ich hatte nämlich den Mietwagen schon ab dem 6. gebucht, weil ich es von den diversen USA-Trips so gewöhnt war, dass man am selben Tag, an dem man abfliegt, auch den Mietwagen übernimmt. Gestern hatte auch jemand am Airport auf mich gewartet. 😉

Immerhin war das Auto noch nicht anderweitig vermietet. Nach einer recht ausführlichen Einweisung rollte ich bald mit der Adresse eines großen Supermarkts versorgt in meinem Camper vom Hof und versuchte mich daran zu gewöhnen, auf der falschen Seite der Straße zu fahren und beim abbiegen nicht jedes Mal den Scheibenwischer statt des Blinkers einzuschalten.

Der Einkauf war schnell erledigt. Im Supermarkt fand ich sehr amüsant, Frauen in klassischen Herrero- und Damara-Trachten zu sehen, die im "Super Spar" Maggi, Nutella und andere deutsche Produkte kauften 😉.

Gegen 14:00h hatte ich Windhoek hinter mir gelassen und die B1 Richtung Mariental unter die Räder genommen. Bis dorthin ging es noch über asphaltierte, Straßen, allerdings auch zum letzten Mal für die nächsten 7 oder 8 Tage.

Die letzten 30 oder 40 km zur Bagatelle Kalahari Game Ranch, auf der ich heute übernachten wollte, waren dann eine sehr gute Schotterpiste, über die ich mit ca. 60 km/h gefahren bin. Am Anfang ist man ja vorsichtig, später bin ich auch diese Pisten immer mit 80-100 km/h gefahren - mindestens! :MG:

Bagatelle Kalahari liegt bereits in den roten Dünen der Kalahari. Die Häuschen auf den Dünenkämmen waren bei meiner Anfrage bereits ausgebucht, so dass ich einen Campground reserviert hatte. Es war der am besten ausgestattete CG der ganzen Reise mit eigenem, privaten Toiletten- und Duschhäuschen.

Ich hatte, nachdem ich den Camper aufgebaut hatte, gerade noch Zeit für einen kleinen Spaziergang auf den Dünen, bevor die Sonne unterging. Ein paar Springböcke habe ich auch gesehen aber die wollten nicht anhalten, um sich knipsen zu lassen.





Hier seht Ihr mein Gefährt und Domizil für die nächsten 4 Wochen:





Der Sonnenuntergang war nicht spektakulär aber zumindest ganz nett.



Zum Abendessen hatte ich mich schon bei der Buchung in der Lodge angemeldet. Es gab neben Vor- und Nachspeise, an die ich mich nicht mehr erinnern kann ein leckeres Springbock-Ragout und dazu einen sehr guten südafrikanischen Roten. Während und nach dem Essen habe ich mich nett mit zwei Südafrikanern unterhalten. Wir waren die einzigen, die englisch sprachen. Alle übrigen Gäste sprachen deutsch 😉.
Müd, satt und dank des Rotweins auch mit der nötigen Bettschwere habe ich mich recht bald zu meinem Camper verkrümelt, noch etwas den unglaublichen Sternenhimmel incl. Milchstraße und Magellanwolken genossen und mich dann ins Bettchen verkrümelt.
Teil 413. Okt. 2009
8.9.09 Gepard zu Fuß und Antilopen aus dem Auto

Den ersten afrikanischen Sonnenaufgang habe ich prompt verschlafen. War doch ein anstrengender Tag gestern und der Rotwein am Abend hat wohl sein übriges getan 😉.

Zum Frühstück gab es nur einen Joghurt und ein bisschen O-Saft. Zum Kaffee kochen habe ich mich übrigens während des ganzen Urlaubs nicht aufraffen können. Und das, wo ich doch sonst so ein Koffeinjunkie bin, dass die Schwestern in der letzten Klinik, in der ich gearbeitet habe, extra ein Foto von mir (völlig fertig und kaputt nach einem Nachdienst) im Dienstzimmer aufgehängt haben, auf dem stand: "Gefahr! - Nicht vor der zweiten Tasse Kaffee ansprechen!" 🙂 😄

Pünktlich um 8:00h hatte ich meinen Morgenspaziergang zur Lodge beendet. Ich hatte mich gestern noch für einen Morgenbesuch bei den farmeigenen Geparden und den abendlichen Gamedrive mit Sundownder angemeldet. Zu meiner Überraschung war ich morgens der einzige Gast. Alle anderen wollten wohl die Fütterung am Nachmittag sehen. Darüber hatte ich auch nachgedacht aber beschlossen, dass mir das zu viel Zoo war.

Also bin ich alleine mit dem Guide auf dem Landrover ins Gehege gefahren. Auf Bagatelle Kalahari gibt es insgesamt 4 Geparden. 3 jüngere Männchen, die wohl alle von Menschen aufgezogen wurden und (laut Aussage des Guides) in der Wildnis nicht mehr überleben könnten. Zusätzlich gibt es noch ein Weibchen in einem separaten Gehege, mit dem man hofft, später Nachwuchs züchten zu können.

Die drei Junggesellen waren schnell gefunden und ich knipste mir die Finger wund, auch wenn sie zunächst leider immer nur am Zaun lang sind, was nicht ganz so doll aussah auf den Bildern.





Immerhin sieht man auf dem ersten Bild ganz gut die Chalets oben auf den Dünenkämmen. Irgendwann taten mir die Tiere den Gefallen, sich auf einem kleinen Hügel im Gras nieder zu lassen. Daraufhin fragte mich der Guide, ob ich mutig sei und zu Fuß näher ran wollte. Natürlich wollte ich und wir sind bis auf etwa 10-15m an die Tiere heran gekommen. War schon beeindruckend, sie so aus der Nähe beobachten zu können (ohne Zaun oder Autoblech zwischen uns).





Nach etwa einer Stunde war der Spaß beendet und ich habe in der Lodge doch noch 2 Pötte Kaffee ergattern können 🙂
Anschließend habe ich einen kleinen Spaziergang durch die roten Dünen unternommen und eine ganze Weile das muntere Treiben bei einem großen Webervogelnest beobachtet.









Diese Nester sind faszinierend. Die größten können bis über eine halbe Tonne schwer werden und einige Hundert Vögel beherbergen. Zu denken, dass das alles wie auf dem letzten Bild mit einem Grashalm anfängt! Können solche Bauwerke wirklich nur durch Instinkt erbaut werden oder haben die Vögel nicht doch so etwas wie eine (gemeinschaftliche?) Intelligenz, die plant und gezielt handelt?

Danach habe ich es mir auf dem Campingstuhl im Schatten meines Campers gemütlich gemacht und den ganzen Tag herrlich faul mit lesen und planen der nächsten Etappen verplempert, bis es Zeit für den Afternonon Drive war.

Auf dem Weg zur Lodge traf ich noch dieses Straußenpaar mit diversen Küken (die sich allerdings vor meiner Kamera im hohen Gras versteckten), das natürlich ausführlich geknipst werden wollte, so dass ich fast den Abfahrttermin verpasst hätte.



Insgesamt waren wir 7 Gäste, die mitfuhren - ausnahmslos Deutsche. Ca. 3 Stunden fuhren wir durch das ausgedehnte Gebiet der Farm (wenn ich mich richtig erinnere über 60.000 Hektar) über Dünen und durchs Grasland.

Die ersten Tiere, die wir sahen waren ein paar Gnus (oder Blue Wildebeest, der englische bzw. afrikaanse Name klingt irgendwie viel besser).



Danach begrüßte uns eine Gruppe Oryx oder Gemsböcke. Für mich sind das die elegantesten Antilopen und mit ihren schwarzweißen Gesichtern sehr fotogen. Lecker sind sie außerdem 😉 😈





Zwischendurch habe ich natürlich auch ein paar Landschaftsbilder gemacht:





Auf dem unteren Bild sieht man eine ausgedehnte Salzpfanne, die ebenfalls zum Farmland gehört.

Springböcke haben wir natürlich auch eine Menge gesehen. Diese hier taten mir den Gefallen, ihrem Namen Ehre zu machen und zu "pronken", also mit allen vieren in die Höhe zu springen.



Ein paar Kudus haben wir auch noch gesehen.



Außerdem noch einen Schakal, Löffelhunde oder Bat Eared Foxes und einen Steenbock, von denen mir aber keine zeigenswerten Fotos gelungen sind (bzw. von denen es später noch weit bessere gibt).

Kurz vor Sonnenuntergang dann nochmal einige Oryx.





Zum Sunset haben wir es uns dann auf einem Dünenkamm gemütlich gemacht und unseren Sundowner genossen. Ein Gin-Tonic in dieser Umgebung schmeckt doch gleich doppelt so gut!





Zum Abendessen war ich wieder in der Lodge. Es gab ein leckeres Kudusteak und einen göttlichen Cheesecake als Nachtisch. Danach war ich relativ früh im Bett.
Am nächsten Tag standen etwas über 300 km Schotterpiste bis Mata Mata im Kgalgadi Transfrontier NP direkt hinter der südafrikanischen Grenze auf dem Programm. Ich wollte vorher noch in Mariental meine Vorräte auffüllen (frisches Fleisch zum grillen und den Tank auffüllen wollte ich auch) und früh genug da sein, um noch Zeit für eine erste Ausfahrt am Nachmittag zu haben.

Erst zwei Tage in Afrika, eigentlich noch gar nichts gesehen und ich habe mich da schon gefragt, warum ich eigentlich 45 Jahre gebraucht habe, um hierher zu kommen. Ich fürchte, ich war da schon mit dem Afrikavirus infiziert - und zwar unheilbar.

Kommentare sind übrigens ausdrücklich erwünscht.

Sonst fühle ich mich hier so alleine 😉
Teil 514. Okt. 2009
Nachdem ich jetzt zumindest einige der Mitreisenden kennen gelernt habe, kann es ja weiter gehen:

9.9.09 - Reise ins Nirgendwo und Leo I.

Mitten in der Nacht klingelte der Handywecker. Hilft ja nichts. Ab unter Dusche, danach war ich wenigstens halb wach. Camper reisefertig gemacht und dabei beschlossen, dass die beiden Stützen zur Stabilisierung das letzte mal dran waren. Da schraubt man sich ja einen Wolf!

Um 7:00h war ich auf der Piste (ausgecheckt hatte ich gestern Abend schon). Um kurz vor 8:00h hatte ich Mariental erreicht und einen Supermarkt ausfindig gemacht, der glücklicherweise um 8:00h öffnete. Nach einem kurzen Rundgang durch den Markt war ich ein paar 100 N$ ärmer aber dafür hatte ich den Kühlschrank voll mit Bergen von Fleisch (und dem einen oder anderen Sixpack ;)). Ein bisschen frisches Gemüse und Brot waren aber auch noch dabei. Alles verstaut, eingestiegen und ... zurück zum Supermarkt.
Ich brauchte ja noch eine Füllung für meinen Beanbag. Bohnen habe ich nur 2 500g-Tüten gefunden aber dafür einen Sack Mais. Tat es natürlich genauso.
Nochmal nachgedacht, was sonst noch fehlt - eigentlich nichts. Also bei der Tanke um die Ecke Sprit bis kurz vorm überlaufen eingefüllt (oder eigentlich bis kurz danach), Zigaretten gekauft (ich wusste doch, dass noch was wichtiges fehlte ;)) und ab ging es auf die Piste Richtung Mata Mata.

Über Stampriet und Gochas führten die C20 (noch Asphalt) und die C15 (gut ausgebaute Schotterpiste durch relativ eintönige Landschaften.





Gegen 14:00h bin ich am Grenzübergang angekommen. Da es sich beim Kgalagadi um einen Transfrontier NP handelt, reist men eigentlich gar nicht in Südafrika ein, solange man den Park durch den selben Eingang wieder verlässt.
Trotzdem hat der namibische Grenzbeamte einen Ausreisestempel in meinen Pass gehauen. Ich bin also aus Namibia ausgereist aber nirgendwo eingereist. Wo war ich denn dann die nächsten 6 Tage? Nirgendwo?

Bei der Park-Rezeption habe ich meinen "Laufzettel" für die nächsten tage bekommen und einen Flyer mit einer Karte des Parks gekauft. War übrigens dieselbe Karte, die man auch auf der Sanparks-Seite als PDF runterladen kann.

Für die erste Übernachtung hatte ich das Kalahari Tented Camp 4 km hinter Mata Mata vorgebucht. Dabei handelt es sich um ein so genanntes Wilderness Camp. Das sind relativ kleine Camps mit nur ein paar Bungalows, die nicht eingezäunt sind. Man hat also die Chance, dem einen oder anderen Tier auf der Terasse zu begegnen.

Ich war angenehm überrascht, von dem Zelt/Bungalow, das ich erhalten habe. So nobel hatte ich es mir gar nicht vorgestellt.









Nach ausführlicher Besichtigung der Keramikabteilung habe ich das Camp gegen 15:30h zu meinem ersten Game Drive im Kgalagadi verlassen.

Bis Toresschluss hatte ich noch drei Stunden Zeit und vielleicht würde ich ja schon am ersten Tag das eine oder andere Tier zu Gesicht bekommen.

Kaum auf der Piste, liefen mir schon die ersten Springböcke vor die Linse.



Danach eine Gruppe Gnus



ein Kori Bustard (Riesentrappe), der schwerste flugfähige Vogel der Welt (bis 18 kg schwer)



ein nicht mehr ganz so flugfähiger Strauß



und ein Oryx-Springbock-Pärchen, das sich lieb zu haben schien.



Das war aber noch nicht alles. Schon am nächsten Wasserloch lag ein halbwüchsiges Löwenmännchen faul im Schatten eines Baumes. Da er mein erster Löwe in freier Wildbahn war, habe ich ihn Leo I. getauft. Ich habe ihn sicher eine halbe Stunde beobachtet und immerhin hat er einmal den Kopf gehoben.



Das hat ihn so erschöpft, dass er die mächsten 20 Minuten wieder regungslos da gelegen hat. Danach habe ich aufgegeben und bin weiter gefahren. Aber nicht allzu weit, denn kurz dahinter streiften 2 Löffelhunde durchs Grasland. Leider wollten sie nie gleichzeitig aufs Bild.



Ein Chanting Goshawk (Singhabicht) und ein Schakal vervollständigten meine Beute.





Auf dem Rückweg ins Camp bzw. im Camp habe ich noch etwas die Landschaft im letzten Sonnenlicht genossen, bevor ich das Braai-Feuer angeworfen habe.





Dazu gabe es ein kühles Bierchen. Zum Abendessen gab es sehr leckeres Oryx-Steak, einen Salat und einen ebenso leckeren südafrikanischen Roten.
Das alles unter dem unglaublichen afrikanischen Sternenhimmel - ein perfekter Abend!

Der Speiseplan sollte sich übrigens die nächsten Wochen nicht mehr wesentlich ändern. Ich habe streng Diät gehalten. Abends ein Bierchen oder zwei zum abkühlen und ansonsten nur große Mengen rotes Fleisch und roter Wein, allenfalls mit ein paar Alibi-Vitaminen in Form von Salat oder Dosengemüse.
Teil 617. Okt. 2009
DocHoliday schrieb:
Am WE bin ich unterwegs. Wahrscheinlich geht es erst Montag weiter.

Und erstens kommt es anders ...

10.9.09 - Leo, Cheetah & Co.

Bin zwar kein Tucholsky aber ich denke diesen Tag kann ich auch durch meine fehlenden literarischen Talente nicht kaputt machen.

Der Tag begann sehr viel versprechend mit einem schönen Sonnenaufgang.





Eigentlich hatte ich vorgehabt, an den ersten Wasserlöchern, die ich gestern schon besucht hatte, vorbei zu fahren, weil ich heute eine etwas längere Strecke bis zum Nossob Restcamp vor mir hatte.

Aber es kam anders.

Zunächst saß dieser Habicht (ein Southern Pale Singing Goshawk) am Straßenrand und demonstrierte mit seinem aufgeplusterten Gefieder, dass es an diesem Morgen nicht besonders warm war.



Kurz danach begegneten mir diese Schakale



und ein paar Springböcke im schönsten Morgenlicht.



Irgendwie kam ich selten mehr als ein paar 100 m am Stück voran, weil ich immer wieder zum knipsen und schauen anhalten musste. Ganz besonders natürlich, als mir dieser junge Giraffenbulle vor die Linse lief. Er ist einer von nur 10 bis 12 Giraffen, die seit einigen Jahren wieder im Kgalagadi leben.





Wieder nur einige hundert Meter weiter sah ich einen kleinen Stau kurz hinter dem nächsten Wasserloch. Die Stau-Ursache war schnell identifiziert: 2 jüngere männliche Löwen lagen dort faul herum. Das heißt relativ faul. Gegenüber dem Einzelgänger gestern waren sie ein wahrer Ausbund an Energie und Bewegung.





Irgendwann standen 7 oder 8 Autos um mich herum und es wurde mir zu eng (für Kgalagdiverhältnisse ist das schon ein ausgemachter Stau. "Achtung Autofahrer, 100 m Stau an der Detour zum Veertiende Boorgat wegen Löwen an der Fahrbahn."

Meine nächste Entdeckung war eine Tüpfelhyäne im Gras neben der Straße. Sie hat bewiesen, dass man sich noch weniger bewegen kann als der Löwe gestern. Sie hat in ca. 15 Minuten nicht einmal den Kopf gehoben. Dafür hatte ich sie aber wenigstens für mich alleine. Die anderen waren ja alle bei den Löwen.



Das heißt alle doch nicht. Auf der nächsten Anhöhe standen schon wieder drei oder vier Autos am Straßenrand. Natürlich habe ich auch angehalten aber zunächst mal gar nichts gesehen. Erst nachdem ich darauf geachtet hatte, wo die Ferngläser der anderen hinzielten, entdeckte ich diese beiden Geparden unter uns im Tal in etwa 300 oder 400 m Entfernung.
Mit dem 400er Objektiv mit 2x-Telekonverter gelang es mir so halbwegs sie aufs Bild zu bekommen (rechnet man den 1,6x Cropfaktor der 50 D mit ein waren das immerhin 1280 mm Kleinbild-Äquivalent, das Bild ist außerdem noch ein ca. 60%-Ausschnitt).



Die beiden schienen auf der Suche nach Beute zu sein. Eine Gepardenjagd bekam ich aber leider nicht geboten, weil sie kurze Zeit später hinter Bäumen verschwunden waren.

Kurz danach bin ich von der "Hauptstraße" auf eine Nebenstrecke durch die Dünen Richtung Nossob-Valley abgebogen. Hier habe ich es tatsächlich geschafft, mal 20 km ohne Fotostopp durch zu fahren. Dieser Sekretär war dann aber wieder einen Stop wert.



Am nächsten Wasserloch konnte ich eine Zeit lang diese Schwarzhalsreiher beobachten und fotografieren, die es sich auf einem Wassertank gemütlich gemacht hatten. Wie sie da so saßen und die Springböcke und Oryx am Wasserloch unter sich beobachtet haben, erinnerten sie mich doch stark an Stadler und Waldorf von der Muppet-Show.



Ein paar Dünen weiter sah ich aus dem Augenwinkel rechts neben mir eine Bewegung im Gebüsch. Also voll auf die Bremse, Rückwärtsgang rein und nachgeschaut. Übrigens eine Übung die ich Laufe dieser Reise sicher mehr als 100 x durchgeführt habe.
Dieses mal wurde ich mit einem Pärchen von Steinböckchen belohnt. An diesen etwa 50 cm hohen Zwergantilopen haben mir besonders die schön gezeichneten Ohren gefallen.





Erstaunlicherweise haben diese sonst recht scheuen Tierchen eine ganze Weile bereitwillig für mich posiert.
Weiter ging es von Dünenkamm zu Dünenkamm, wobei man immer darauf achten musste, nicht zu schnell zu werden, denn die Straße war recht gut. Erstens sollen die Ranger gerüchteweise im Park Geschwindigkeitskontrollen durchführen (Speedlimit ist 50kmh) und zweitens weiß man nie, was einen hinter dem nächsten Dünenkamm erwartet. Ich hatte mich deshalb gerade mal wieder selbst ermahnt als ich auch schon hinter der nächsten Kuppe eine echte Vollbremsung hinlegen musste, um nicht ein Leopardenjunges zu überfahren, dass dabei war, der Mutter und einem Geschwisterchen über die Straße zu folgen.
Statt sich zu bedanken, dass ich mit meiner heroischen Bremsaktion ihren Nachwuchs gerettet hatte, schaute mich die Leopardin nur böse an, als wollte sie mich fressen. Immerhin hat sie dabei wenigstens so lange still gehalten bis ich meine Kamera im Anschlag hatte. Ich hatte sogar Zeit, in Ruhe die Schönheit, Eleganz und Kraft zu bewundern, die diese Raubkatze ausstrahlt. Einfach faszinierende Tiere!





Einen der beiden Zöglinge habe ich auch noch erwischt, der andere hat sich die ganze Zeit im Gras oder hinter Büschen versteckt.



Wow! Mein erster voller Tag in einem afrikanischen Nationalpark ist knapp drei Stunden alt und ich habe schon Löwen, Geparden, Leoparden, eine Hyäne und eine Giraffe gesehen! Wahnsinn!
Ich habe später andere Parkbesucher getroffen, die in drei oder vier Tagen weniger gesehen haben als ich an diesem einen Tag.

Immer noch auf der Nebenstrecke durch die Dünen sah ich auch noch eine Gruppe Kuhantilopen (Red Hartebeest) in einiger Entfernung grasen.



Danach wurde es etwas ruhiger. Das war auch gut so, denn ich brauchte erstmal ein wenig Zeit, die vielen Eindrücke überhaupt zu verarbeiten. Mit schwirrte ganz schön der Kopf. Außerdem glaubt man gar nicht, was für Mengen Adrenalin Tierbeobachtungen und die Jagd nach guten Fotos dieser Tiere freisetzen können.
Zur Beruhigung habe ich zur Abwechslung mal das eine oder andere Landschaftsbild gemacht.



Irgendwann hatte ich dann die Dünen hinter mir gelassen und das Nossob Valley erreicht. Der Nossob Rivier ist ein Fluss oder besser ein Flussbett, dass die allermeiste Zeit trocken ist und nur ein oder zweimal in 100 Jahren fließt er wirklich auf der ganzen Länge ("kommt ab"). Das letzte mal ist das wohl in den 60 er Jahren passiert.
Hier wurde die Straße immer sandiger, war aber bis auf einige Waschbrettabschnitte immer noch sehr gut zu fahren.



Kurz vor erreichen des Restcamps habe ich noch diese Gruppe von Gemsböcken an einem Wasserloch gesehen.



Im Restcamp habe ich den letzten wenigstens halbwegs schattigen Platz blockiert, mir ein paar Sandwiches und ein kühles Bier zum Lunch gegönnt und die nächsten 2 oder 3 Stunden mit dösen und lesen hinter mich gebracht.
Gegen 15:30 h bin ich zu einem Afternoon-Drive gestartet. So viele Tiere wie morgens habe ich natürlich nicht mehr gesehen aber immerhin diesen Weißrückengeier



und einen Straußenhahn.



Nebenbei habe ich natürlich immer wieder Springböcke, Gemsböcke und Gnus gesehen aber wenn ich die auch noch alle zeige, werde ich mit diesem Tag nie fertig.

Da ich schon ein wenig vor Sonnenuntergang zurück im Camp war, bin ich mit meiner Kamera und einem Feierabendbier zum Hideout am Wasserloch gelaufen, um dort den Sonnenuntergang zu genießen.

Dort wurde ich von 2 Gabelracken begrüßt, hübsch bunt und leider beim Abflug etwas zu schnell für mich.





Zwischendurch schaute dieser durstige Schakal vorbei.



Untermalt wurde das ganze von der Geräuschkulisse, die diese Krähe verursachte. Es klang wirklich so, als würde die ganze Zeit jemand reden oder besser vor sich hin brabbeln.



Nach einer Weile trieb mich der Hunger vom Wasserloch zurück zum Camper. Schnell das Feuer angeworfen und nicht allzu viel später gab es ein leckeres Abendessen mit Entrecote, Maiskolben vom Grill und einem Tomatensalat begleitet vom obligatorischen Gläschen Rotwein (oder waren es 2 oder 3? ;)).

Lange habe ich es danach nicht mehr ausgehalten und war zwischen 21 und 21.30h im Bettchen (ist mir auch schon lange nicht mehr passiert ;)).

Was für ein Tag!

So kann es weitergehen.
Teil 719. Okt. 2009
11.9. - Am Ende der Welt

Heute war es ein wenig ruhiger als gestern. Nur eine kurze Strecke zu fahren bis zum Grootkolk Wilderness Camp und auch bei weitem nicht so viele Tiere.

Bei leicht bedecktem Himmel gab es keinen besonders spektakulären Sonnenaufgang aber immerhin schöne warme Farben.





Ich habe es mir geich am ersten Wasserloch gemütlich gemacht und erstmal einen Joghurt zum Frühstück genossen. Das Wasserloch gehörte eine ganze Zeit lang den Vögeln (hauptsächlich Tauben).



Es war faszinierend zu beobachten, wie sie immer wieder wie auf ein geheimes Kommando im Schwarm von den Bäumen zum Wasserloch und zurück flogen.



Ich werde nie verstehen, wie es möglich ist, dass sie nicht dauernd ineinander fliegen. Sie müssen einen sechsten und wahrscheinlich auch noch einen siebten Sinn haben.

Nach einer ganzen Weile tauchte eine Gruppe Gnus am Wasserloch auf.



Irgendwann hatten sie sich hübsch sortiert und übten sich im parallel trinken.



Ich habe eine ganze Weile an diesem Wasserloch verbracht, die Vögel und Gnus beobachtet oder auch einfach die friedliche Stimmung genossen. Zwischendurch hatte ich Zeit zum lesen, wobei ich ab und an mal über das Buch geschaut habe, ob sich was neues tut. War sehr entspannend.
Außer dem kommen und gehen bzw. fliegen der Vögel und diesem Schakal tat sich aber nicht mehr viel.



Schließlich rief wieder die Sandpiste nach mir und ich ließ mich vom Washboard etwas durchschütteln.



Ein bisschen lästig waren die teilweise recht hohen Böschungen der Straße, die dafür sorgten, dass man oft nur Gras sah. Die Landschaft bestand inzwischen aus einer grasbestandenen Ebene mit einzelnen Bäumen, die langsam immer seltener wurden.



Am nächsten Wasserloch tauchte kurz nach mit eine recht große Herde Springböcke auf. Es waren sicher deutlich über 100 Tiere.



Dieser Bock mit dem eindrucksvollen Gehörn schien der Boss gewesen zu sein.



Es war toll diese schönen Tiere für sicher eine Stunde ganz aus der Nähe beobachten zu können. Sie tranken nicht nur am Wasserloch sondern schienen auch Erde bwz. Staub zu fressen (wohl um Mineralstoffe aufzunehmen), einige leckten auch ausdauernd am Stahltank des künstlichen Wasserlochs (Eisenmangel?).



Kurze Zeit später saß dieser Raubvogel in einem Baum neben der Straße und war so nett eine Weile für mich zu posieren.



Ich konnte ihn bisher nicht eindeutig identifizieren. Könnte ein Habicht gewesen sein.

Nach dem Treffen mit ein paar Kuhantilopen erreichte ich gegen 14:00h das Wildernesscamp.



Hier habe ich ein wenig Siesta gehalten und mich mit den frechen Webervögeln auf meiner Terasse und im Baum darüber beschäftigt.



Dazwischen auch dieser Geselle, den ich ebenfalls noch nicht identifizieren konnte.



Gegen 15:00h habe ich mieder auf den Weg Richtung Norden gemacht. Nach ca. 25 km hatte ich Unions End erreicht, wo die Welt (des Parks und Südafrikas) zu Ende ist.



Geradeaus bzw. rechts liegt Botswana, links hinter dem Zaun Namibia.

Bis hierhin hatte ich kein einziges Tier gesehen. Auf dem Rückweg sah ich diesen imposanten Oryx-Bullen.



Man beachte die in vielen Kämpfen abgewetzten Hörner.
Außerdem traf ich noch auf eine weitere Gruppe Gnus beim trinken.



Obwohl ihnen ein Schakal sicher nicht gefährlich werden kann, fühlten sie sich dennoch gestört und vertrieben ihn.



Das war es dann auch an Tiersichtungen auf dieser Ausfahrt, so dass ich mich ein wenig mit der Landschaft beschäftigt habe.





Relativ früh war ich zurück im Camp, wo mich wieder die Webervögel auf dem Mäuerchen erwarteten.

[

So habe ich an diesem Tag gewohnt:





Zu der "Küche" auf der Terasse gibt es noch eine nette Geschichte. Im Gästebuch im Gemeinschafts-Küchen- und Esszimmer-Zelt war zu lesen, dass zwei Abende vorher eine Gruppe hier übernachtet und dort zusammen gesessen hat. Beim Essen stellten sie fest, dass zwei Löwinnen der Outdoor-Küche von meinem Bungalow einen Besuch abstatteten und mit den Küchenutensilien spielten. Eine der Plastikschüsseln war später am Wasserloch zu sehen.
Solche Besuche habe ich in dieser Nacht zum Glück nicht bekommen. Allerdings sorgten die ganze Nacht Hyänen für eine nette Geräuschkulisse. Sie klangen so nah, dass ich darauf verzichtet habe, nach Einbruch der Dunkelheit nochmal zum Auto zu gehen, um mein Buch zu holen, dass ich auf dem Beifahrersitz liegen lassen habe.
Better safe than sorry! 😉

Von der Terasse hatte man ein schönen Blick auf ein kleines Wasserloch, wo aber leider nur zwei Schakale vorbeischauten, solange das Licht noch zum knipsen reichte.



Später habe ich noch ein paar Schatten gesehen, die möglicherweise Löwen waren aber vielleicht war da auch nur der Wunsch der Vater des Gedanken.

Zum Abendessen gab es heute zur Abwechslung mal Steak vom Grill und Salat mit Rotwein dazu. Dazu wieder der wunderbare Sternenhimmel, an dem ich mich einfach nicht satt sehen konnte.

Auch an diesem Abend fielen mir bald die Augen zu und ich war schon wieder vor 22:00h im Bett.

Obwohl bei weitem nicht so spektakulär wie gestern, habe ich auch diesen Tag sehr genossen. Es war sehr entspannend stundenlang an einem Wasserloch zu sitzen und abzuwarten, wer oder was so vorbeischaut.
Teil 821. Okt. 2009
Edith, bei 6 Tagen (hatte ich auch) wirst Du mit Sicherheit einiges zu sehen bekommen. Lass Dich einfach überraschen Ist letztlich sowieso Glücksache.

So langsam wird es mal Zeit für eine Fortsetzung:

12.9.09 - Auge in Auge mit dem Ungeheuer

Die letzte Nacht war sehr unterhaltsam. Löwengebrüll in beachtlicher Lautstärke wechselte sich ab mit den verschiedensten Geräuschen die Hyänen so von sich geben. Heulen, Jammern, Wimmern, Gelächter, etc., etc. Irgendwann bin ich trotz dieses wunderbaren Konzerts eingeschlafen und war morgens auch ohne Wecker rechtzeitig wach, um als erster um 6:30h meinen Parkpass vom Ranger in Empfang zu nehmen und mich auf den Weg in den Sonnenaufgang zu machen. Hat sich mal wieder gelohnt:





Der Ranger hatte mir den Tip gegeben, dass gestern früh ein Leopard am nächsten Wasserloch in einem Baum gelegen hätte. Er meinte, dass die Chance nicht schlecht wäre, dass er dorthin zurückkehren würde.
Den Baum habe ich gefunden aber der Leopard hielt unsere Verabredung leider nicht ein.



Auch sonst tat sich dort nicht viel um nicht zu sagen gar nichts. Nach einer halben Stunde habe ich aufgegeben und mich entschlossen, woanders mein Glück zu versuchen. Weit kam ich nicht. Auf der kurzen Zufahrt zurück zur Parkstraße tauchten auf einmal zwei Hyänen aus dem Gegenlicht auf. Sie ließen sich von meinem Auto gar nicht stören, liefen vielleicht ein oder zwei Meter entfernt vorbei Richtung Wasserloch. Also Rückwärtsgang rein und ebenfalls zurück dorthin.
Erst stillten die beiden dort in aller Ruhe ihren Durst.



Dann entschieden sie sich, dieses komische weiße Blechding und seinen Inhalt mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Die eine schnüffelte und leckte am Kühler herum, die andere stand direkt neben meinem Seitenfenster und starrte mich aus nächster Nähe an.



Wir schauten uns sicher 5 Minuten direkt in die Augen. Sie war so nah, dass ich sie anfassen hätte können.
Dann habe ich erstmal das Fenster hoch gedreht. Wer weiß, auf was für Ideen das Vieh so kommt. Irgendwie schaute sie etwas zu interessiert 😉.



Das letzte Bild ist übrigens mit 50 mm aufgenommen. Allerdings schon durch das geschlossene Fenster, deshalb der leichte Grünstich.

Nach ca. 15 Minuten verschwanden die beiden wieder und ich bin auch weiter gefahren. Ein Stop für 2 Singhabichte musste unterwegs sein.



Am nächsten Wasserloch sah ich zunächst wieder nur jede Menge Tauben und andere Vögel. Plötzlich hörte ich ein klatschendes Geräusch und der ganze Schwarm flog auf. Da sah ich diesen Lannerfalken, der sich gerade sein Frühstück gefangen hatte und begann es in aller Seelenruhe zu verspeisen.





Erstaunlich fand ich, dass die übrigen Piepmätze sich davon gar nicht weiter beunruhigen ließen und nur 2 oder 3 Meter neben ihm und ihrem toten Artgenossen weiter um das Wasserloch herum flatterten als wäre gar nichts passiert.

Ich konnte ihm bei seinem Mahl leider nicht bis zum Ende zuschauen, weil ich heute etwas knapp mit der Zeit war. Ich hatte über 300 km zu fahren bis Twee Rivieren am Südende des Parks. Und das mit max. Tempo 50.

Für diverse Fotostopps unterwegs reichte die Zeit aber schon.

Riesentrappe:



Oryx mit Nachwuchs



Gabelracke



DIe Landschaft wurde langsam wieder etwas "düniger" und der Sand wieder roter.





Nachdem ich einen Sekretär und einen Strauß beim Staubbad bewundern konnte,





fand ich diesen artübergreifenden Kindergarten. Sah so aus als würden die kleinen Springböcke sagen: So groß will ich auch mal werden!



Überrascht war ich, ausgerechnet an den trockensten Stellen, die ich bisher gesehen hatte, nämlich den fast vegetationslosen Sanddünen auf einmal blühende Blumen zu finden.





Später sah ich noch diesen Reiher



Auch im Auob Rivier fanden sich kurz vor Twee Rivieren gelbe Blüten und das wo die Regenzeit doch noch mindestens ein bis zwei Monate entfernt ist.



Gegen 16:30h hatte ich Twee Rivieren erreicht. Nachdem ich einen halbwegs schattigen Campingplatz gefunden hatte, war das Programm für heute beendet. Nach insgesamt 10h im Auto war ich geschafft und hatte keine Lust mehr zu einer weiteren Ausfahrt. Also habe ich nur noch getankt, eine Kleinigkeit Fleisch eingekauft (600 g Rumpsteak ;)), mich in den Campingstuhl geworfen und begonnen, mit einem kalten Bier Talsperre zu spielen.

Das hat so gut funktioniert, dass mir nach dem Essen schon die Augen zufielen und ich noch vor 21:00h in der Falle lag. Das ist mir glaube ich mit 9 oder 10 Jahren das letzte mal passiert ohne krank zu sein.
Teil 925. Okt. 2009
uyukon schrieb:
Du scheinst ja ein Vogelexperte zu sein.
Nö, überhaupt nicht aber nachdem ich so viele gesehen habe, habe ich mir ein Bestimmungsbuch zugelegt.

13.9.09 Relaxen

Auch an diesem Morgen griff Mutter Natur zum Sonnenaufgang wieder ganz tief in den Farbeimer.



Mit lebendigen Oryx wäre mir die Aufnahme natürlich deutlich lieber gewesen aber zur Not tat es auch diese Skulptur am Visitor Center in Twee Rivieren.

Zunächst war recht wenig "Betrieb" entlang der Parkstraßen. Nur ein paar große und ganz große Vögel kamen mir im Morgenlicht vor die Linse.


Wie man sieht, kann der Straß doch "fliegen", wenn auch nicht sehr hoch 😉



Ansonsten sah es meist so aus:



Eigentlich ist es ja sowieso erstaunlich, dass man in einem Park mit einer Größe von etwa 35.000 qkm überhaupt ein paar Tiere entlang der paar km Straße zu sehen bekommt. Ohne die (künstlichen) Wasserlöcher könnte man wohl sehr lange suchen, bevor man wenigstens mal einen Springbock o.ä. sieht.

Ich habe mir zunächst mal die Überreste einer kleinen Farm angesehen. Südafrika hat vor dem 1. Weltkrieg hier kostenlos Land an Farmer vergeben, die sich dafür verpflichtet haben, die Wasserlöcher (und Pumpen) in Stand zu halten. Natürlich tat man das nicht aus Natur- oder Tierschutzgründen, sondern aus strategischen Überlegungen, weil die Kalahari einer der möglichen Routen für einen Einmarsch in Namibia waren, wenn dir Wasserversorgung für die Armee sicher gestellt war.



Von diesem Häuschen, das auf einem Hügel lag, hatte man eine gute Aussicht aber Tiere waren auch von dort oben nicht zu entdecken.



Das änderte sich aber hinter der nächsten Kurve, als eine Herde Springböcke in SIcht kam.





Nach und nach wurden es immer mehr, die von einer Reihe blühender Sträucher angelockt wurden, von denen sie fein säuberlich die Blüten abfraßen.



Bambi war auch dabei:



Bei dieser Springbockherde habe ich mich eine ganze Zeit lang aufgehalten und sie in aller Ruhe aus der Nähe beobachtetet.

Zwischendurch ließ sich netterweise in dem Baum über mir auch noch ein Pigmy Falcon (Halsband-Zwergfalke) nieder.



Diese kleinen Kerlchen wohnen häufig zur Untermiete in den großen Webervögelnestern. Besonders nette Untermieter sind sie allerdings nicht. Wenn sie anderswo nichts zu fressen finden, machen sie sich über den Nachwuchs ihrer Vermieter her.

Nachdem ich die Springbockherde verlassen hatte, bekam ich wieder nur jede Menge Gegend zu sehen.



Daher fiel der Morning Drive heute recht kurz aus und ich war gegen 9:45 wieder zurück im Camp - gerade rechtzeitig um noch ein Frühstück im Restaurant zu bekommen. Mit einer dicken Portion Kaffee, Eiern und Speck im Bauch war danach erstmal Ruhe angesagt. Mit einem guten Buch habe ich mich in den Campingstuhl gehauen und die Sonne genossen.
So ganz ohne knipsen ging aber auch das nicht ab, weil mich diverse Vögel besuchen kamen.

Ein paar Schwarzbauch-Glanzstare



ließen ihr glänzendes Gefieder in der Sonne schimmern und eine Horde Spatzen hat mich eine zeit lang nett unterhalten. Bei uns sieht man sie ja kaum noch.



Nach ein paar Stunden faulenzen habe ich mich gegen 16:00h wieder auf den Weg gemacht. Irgendwie fur sich das Auto auf einmal seltsam. Er schien nicht richtig Gas anzunehmen und stotterte regelrecht beim beschleunigen. Zuerst habe ich gedacht, ich spinne und bilde mir das ganze nur ein aber es war eindeutig nicht nur meine Fantasie, die da ein Problem hatte.
Was kann da los sein? Habe ich vielleicht gestern verunreinigtes Benzin getankt? Oder den falschen Sprit? Diesel? Ich hatte keine Ahnung.

Nachdem es nicht besser wurde, habe ich nach einer halben Stunde umgedreht und bin ins Camp zurück. Als erstes bin ich nochmal zur Tankstelle und habe auf die Zapfsäule geschaut, wo ich getankt habe. Unleaded 95 Oct. - am falschen Sprit lag es zumindest nicht. Im Motorraum war nichts auffälliges zu entdecken. Allerdings tropfte etwas unters Auto, was nach Benzin roch. Nur ein paar Tröpfchen aber immerhin. Lag es vielleicht daran, dass der freundliche Tankwart gestern den Tank bis zum überlaufen gefüllt hatte und jetzt der Druck einfach zu hoch war, nachdem das Auto sich den ganzen Tag in der prallen Sonne aufgeheizt hatte? Heute morgen war es ja noch recht kühl und ich war auch nur 30 oder 40 km gefahren.
Schon als ich den Tankdeckel aufgeschlossen habe, zischte es ganz gewaltig und beim öffnen kam mir ein ganzer Schwall Sprit entgegen. Hm, hoffen wir mal, dass das Problem damit behoben ist. Inzwischen war es zu spät, um nochmal los zu fahren. Also werde ich wohl erst morgen erfahren, ob es nur am zu hohen Druck im Tank und den Benzinleitungen lag.

Also habe ich beschlossen, das es nichts bringt, weiter zu grübeln. Hier gibt es sowieso keine Werkstatt, die mir weiterhelfen könnte. Es bleibt nur die Hoffnung, dass die Kiste kein ernsthaftes Problem hat und mir morgen nicht irgendwo auf der Strecke verreckt.

Inzwischen meldete mein Magen recht eindringlich, dass das Frühstück schon viel zu lange her war. Im kleinen Lädchen des Camps erstand ich ein paar Beinscheiben vom Lamm (dachte ich zumindest. Das genauere Studium des Etiketts zeigte später, dass es sich um "Mutton" also Hammel handelte. War aber trotzdem lecker und hatte nichts von dem etwas penetranten und tranigen Aroma, dass Hammel in Deutschland oft hat. Dazu gab es einen frischen Salat und den obligatorischen Rotwein und schon war die Welt wieder in Ordnung. Nach einem netten Schwätzchen mit einer südafrikanischen Familie, die nebenan zeltete war ich wieder recht früh im Bettchen.

Bilder habe ich übrigens nachmittags aus lauter Sorge ums Auto kein einziges gemacht. Ich habe aber auch nicht viel gesehen.
Teil 1028. Okt. 2009
Das Stündchen ist etwas länger als geplant geworden.

14.9.09 - Die 3 von der Tankstelle


Heute morgen mal kein kitschig bunter Sonnaufgang sondern ein paar Scherenschnitte. War doch nett von den Gnus und Springböcken, sich auf dem Dünenkamm aufzureihen.





Heute stand die Fahrt zurück nach Mata Mata auf dem Programm. 120 km mit viel Zeit, unterwegs die Tierwelt zu bewundern.

Dieses Sekretär-Pärchen hat mir eine Weile seine Jagdmethoden vorgeführt. Sieht "lustig" aus, wie sie ihre Opfer tot trampeln.



Auf dem nächsten Baum sass mal wieder ein Vogel, der Mitleid mit mir hatte und sitzen geblieben ist. Ich denke, dass es sich um einen jungen Bateleur (Gaukler) handelte.



Diese beiden Springböcke hatten ein ernsthaftes Gespräch darüber, wer denn hier das sagen hat.



Bambi fand das alles eher langweilig.



Ein Stückchen weiter war eine Gruppe Gnus beim Ballett-Training. Einer hatte wohl die Choreographie nicht verstanden.



Heute war ein Vögel- ähhh, Vogeltag. Irgendwie blieben tatsächlich fast alle sitzen und ließen sich fotografieren. Auch diese Bienenfresser



Auch ein Rotbauchwürger (toller Name ;)), den ich bisher immer nur als roten Punkt aus der Ferne gesehen hatte, posierte relativ geduldig für mich.



Zwischendurch lief mir auch noch dieser Steenbock über den Weg.



Danach kam das erste echte Highlight des Tages: EIne Hyänenfamilie mit drei oder vier Jungen lagerte in einem Gebüsch direkt neben der Straße.
So klein sind sogar Hyänen ganz süß.







War interessant, ihr Familienleben so aus der Nähe beobachten zu können, auch wenn es großenteils hinter den Büschen stattfand.

Von einem deutschen Pärchen, die im Wagen neben mir die Szenerie beobachteten, hörte ich, dass ein paar km weiter 3 Leoparden auf einem Hügel sitzen sollten. 3 Leoparden zusammen? UNgewöhnlich! Vielleicht doch eher Geparden?
Da sich die Hyänen ohnehin zum Mittagsschläfchen niedergelassen hatten, bschloss ich , mal nachzusehen.


Was dabei rausgekommen ist, erfahrt Ihr im nächsten Teil ,9.


Ach so, da war ja noch was!


Das Auto? Ist einfach gefahren ohne weitere Probleme zu machen.
Teil 1129. Okt. 2009
15.9.09 Fortsetzung

Hm, warum habe ich den Tag wohl "Die drei von der Tankstelle" genannt?

Genau, weil 5 oder 6 km weiter drei Kätzchen in einiger Entfernung oben auf einem Hügel saßen. Erwartungsgemäß waren es keine Leoparden sondern Geparden.





Unten auf der Straße standen 2 Autos nd warteten, ob sie irgendwann runter kommen würden. Mit einem englischen Pärchen habe ich mich eine Weile durchs Fenster unterhalten. Sie standen schon eine Stunde dort, ohne dass sich die drei Kätzchen gerührt hätten. Deshalb sind die ebiden dann auch weiter gefahren. Schlechtes Timing!
Sie waren kaum um die nächste Kurve herum als Bewegung in deíe Gepardengruppe kam. Erst stand einer auf, dann die anderen beiden, dann kamen sie zusammen den Hügel hinunter.

http://www.usa-travelcenter.de/discoveramerica/wbb/wbb2/galerie/bilder/bild-540.jpg

Unten leifen sie dann ert parallel zur Straße. War gar nicht so einfach, ihnen im Rückwärtsgang zu folgen.





Nachdem sie die Straße überwuert hatten, waren sie so nah, dass ein 100 mm Objektiv ausreichte (oben auf dem Hügel hatte ich noch das 400er mit 2x Konverter gebraucht).

Einer stellte sich für mich in Pose, danach drufte ich nur noch ihre Hinterteile bewundern.



Hat sehr viel Spaß gemacht, die drei aus der Nähe zu beobachten.

Nachdem sich die drei verabschiedet hatten, konnte ich mich wieder auf andere Dinge konzentrieren und entdeckte diese beiden Raubvögel.



Wenn mich nicht alles täuscht, müssten das Gleitaare (Black shouldered Kites) sein.

Inzwischen war es Mittag geworden, die Sonne stand hoch am Himmel, es waurde warm und alles suchte Schatten.





Ich fand das eine gute Idee und fuhr nach Mata Mata um ein wenig Siesta zu halten. Unterwegs sah ich noch diesen Sekretär an einem Wasserloch.



Nach ausgedehnter Mittagsruhe ging es gegen 15.00h weiter.
Nicht weit von der Stelle, wo ich sie verlassen hatte, traf ich noch einmal auf meine drei Freunde. SIe machten aber nicht den Eindruck, als ob sie sich in absehbarer Zeit bewegen woollten.



Nach Gemsbock und Straußen traf ich auf eine Gruppe Gnus, wo einige der Bullen extra für mich ein Unterhaltrungsprogramm aufgelegt hatten.







War schön, die Gnus mal in Action zu sehen. Sonst stehen sie ja neist nur widerkäuhend in der Gegend.

Das war es dann auch für den Nachmittagsdrive.

Abends gabe es ...




... Ihr ahnt es schon...



Steak, Salat und Rotwein!


Der Kandidat hat 100 Punkte. :!! :!!

Auf die nächste Fotrtsetzung werdet Ihr ein wenig warten müssen, weil ich ab heute auf einem Kongress bin (in San Diego ;)).
Teil 1204. Nov. 2009
15.9.09 Straußenballett und Köcherbäume

Auch an diesem Morgen ging ganz überraschend die Sonne auf:


Into the light:


An meinem letzten Tag im Kgalagadi hatte ich noch Zeit für einen Morning Drive bevor ich mich auf den Weg nach Ketmannshoop zu den Köcherbäumen machen musste.

Außer dem Sonnenaufgang gab es zunächst nicht viel zu sehen aber am 13. oder 14. Bohrloch entdeckte ich oben auf dem Hügel ein paar Giraffen im Gegenlicht.



Nach und nach tauchten weitere auf und schließlich habe ich von den 11 Tieren, die es laut Parkbroschüre im Kgalagadi gibt, 8 gesehen. Kein schlechter Schnitt! 😉
Nach und nach wanderte auch die Sonne weiter und ich konnte ein paar Bilder mit halbwegs vernünftigem Licht machen.





Der Geier wartete übrigens vergebens 😉.

So langsam wurde es jetzt Zeit, den Rückweg Richtung Parkausgang anzutreten. Der wurde allerdings durch diese Gepardendame deutlich verlangsamt.



Besonders weil sie nicht alleine war, sondern von ihrem Nachwuchs begleitet wurde.



Leider waren die drei relativ weit weg und ich hatte auch nicht so viel Glück wie am Vortag. Statt auf mich zu zu kommen, verschwanden sie langsam aber sicher in die andere Richtung.

Ein paar Springböcke und Gnus winkten mir zum Abschied zu.





Kurz vor Mata Mata hat mich dieser Straußenhahn eine Weile unterhalten. Ich weiß nicht, ob er eine Identitätskrise hatte und nachsehen musste, ob er Männlein oder Weiblein war, oder ob er nur sein Outfit kontrolliert hat. Ist halt doof, wenn man keinen Spiegel hat 😉.



In Mata Mata gingen 6 fantastische Tage im Kgalagadi Tranfrontier NP zu Ende. Schon jetzt (nach gerade einer Woche) habe ich mich gefragt, warum es eigentlich 45 Jahre gedauert hat, das erste Mal nach Afrika zu kommen, und war mit sicher, dass der nächste Besuch nicht annähernd so lange auf sich warten lassen wurde.

Die Fahrt nach Ketmannshoop war höflich ausgedrückt ereignislos (man könnte auch stinklangweilig sagen).







Endlich tauchten die ersten Köcherbäume auf den Bergen neben der Straße auf.



Übernachtet habe ich direkt am Köcherbaumwald. Nach Check-In und Anmeldung zum Abendessen war noch recht viel Zeit bis zum Sonnenuntergang, so dass ich die paar km zum Giants Playground gefahren bin. Sieht wirklich so aus, als hätte ein Riese dort eine Kiste Bauklötze ausgeschüttet (Bauklötze aus Granit).





Auch dort wachsen ein paar schöne Köcherbäume.





Zum warm werden war das schon mal sehr schön. Aber jetzt war es Zeit zum Hauptziel des heutigen Tages zu fahren: Dem Köcherbaumwald.
Leider kamen etwa gleichzeitig mit mir 2 Kleinbusse von Safari-Unternehmen dort an, so dass es etwas schwierig war, eine Position zu finden, aus der man interessante Motive fotografieren konnte, ohne dass dauernd Leute durchs Bild latschen. Das eine oder andere "ungestörte" Bild kann ich aber zeigen:









Gelegentlich hörte man zwischendurch raschelnde Geräusche in den Felsen aber es dauerte relativ lange bis ich die Quelle entdeckte:



Klippschliefer oder Rock Dassies - sehen aus wir Murmeltiere, sind aber keine Nagetiere sondern Verwandte von Elefanten und Seekühen.

Das Abendessen war keine Offenbarung aber essbar. Im Gespräch mit einigen Deutschen habe ich erfahren, dass ich scheinbar mit meinem AUto durchaus Glück hatte. Sie hatten bei der selben Firma gebucht wie ich (allerdings in Südafrika) und inzwischen (nach nicht mal 2 Wochen) schon das dritte Auto nach 2 "Totalschäden" (Getriebedefekt, Ausfall der Lichtmaschine).

Ich war relativ früh im Bettchen, weil ich natürlich am nächsten Morgen möglichst vor Sonnenaufgang noch einmal bei den Köcherbäumen sein wollte.

Zum Abschluss noch eine Dosis Kitsch:

Teil 1305. Nov. 2009
Thomas, dass ich im KTP riesiges Glück hatte, ist mir durchaus bewusst.

Edith, ich wünsche Euch viel Spaß und mindestens so viele Tierbeobachtungen. Kgalagadi war wirklich ein Erlebnis.

So, weiter geht's:

Schön, dass Euch die Köcherbumbilder gefallen. ihr müsst nämlich noch einige davon ertragen 😉

16.9.09 - Wüstenpferde

Auch heute ging wieder die Sonne auf, diesmal nicht "überraschend" sondern lange erwartet. Ich war schon fast eine Stunde vor Sonnenaufgang wieder im Quivertree Forest und hatte ihn diesmal (fast) für mich alleine.
Im erstem Dämmerlicht wirkten die Bäume wieder ganz anders, fast mystisch.







Als sie dann von den ersten Sonnenstrahlen getroffen wurden, fingen sie regelrecht an zu glühen.







Es war einfach traumhaft schön, dort in aller Ruhe (und ohne größere Reisegruppen) den Sonnenaufgang zu genießen. Ich habe in etwas über einer Stunde über 80 Bilder gemacht.

Anschließend habe ich in Ruhe gefrühstückt, die Bilder gesichert und ein wenig den Camper aufgeräumt. Dann ging es auf die Straße Richtung Lüderitz. Mein Ziel heute war Aus am Rande der Namib oder genauer die Klein Aus Vista Lodge. Zur Abwechslung war die heutige Etappe mal wieder komplett asphaltiert. War ich schon gar nicht mehr gewohnt 😉.
So kam ich flott voran. Die Landschaft unterwegs beeindruckte mich immer wieder durch ihre unglaubliche Weite. Viele Highlights, die sich im Bild hätten festhalten lassen, gab es aber nicht.

12:17h


13:13 h


14:18h


Mir hat die Fahrt trotzdem gut gefallen. Ich mag diese endlosen, eintönigen Wüstenlandschaften einfach.

In der Lodge angekommen habe ich nachgefragt, ob nicht doch ein Chaket der Eagles Nest Lodge frei war (ich hatte einen Campground gebucht, stand aber auf der Warteliste). Natürlich nicht - wäre ja auch zu schön gewesen.
Dafür bot mir die Dame an der Rezeption die Geisterschlucht-Cabin an. Eigentlich ist das eine Gruppenunterkunft, die alleine in einer einsamen Schlucht liegt. Da sie die nächsten Tage frei war, konnte ich sie haben. Nach kurzem Blick auf ein paar Bilder habe ich zugeschlagen.

Zunächst habe ich sie nur kurz in Besitz genommen, etwas Gepäck abgeladen und die Keramikabteilung "besichtigt". Anschließend habe ich mich gleich wieder auf den Weg gemacht, um einigen Wüstenbewohnern einen Besuch abzustatten, die man hier wirklich nicht erwarten würde.

Die "Wild Horses of the Namib"

Mitten in der Namib-Wüste lebt eine Herde von etwa 150 Wildpferden, die von entlaufenen oder freigelassenen Pferden der deutschen "Schutztruppe" abstammt und siet über 90 Jahre hier überlebt und sich sogar vermehrt.

Bei Gharub gibt es ein Wasserloch, an dem man sie fast jeden Tag zu Gesicht bekommen kann. Von der Straße nach Lüderitz rumpelt man ein paar km über eine zimelich holprige Schotterpiste zu einem Parkplatz mit einem überdachten Beobachtungsstand. und tatsächlich waren im weiteren Umkreis des Wasserlochs über 100 Pferde zu sehen.



Eigentlich unglaublich, dass die in dieser lebensfeindlichen Umgebung überleben können. Wenn man sie mitten in der Wüste sieht, fällt es fast noch schwerer es zu glauben als wenn man nur darüber liest. Es ist gnadenlos heiß und trocken hier, es gibt Hyänen und den einen oder anderen Leopard und doch schaffen sie es. Die Sterblichkeit bei den Fohlen ist allerdings extrem hoch, so dass die Herde nur langsam wächst.

Obwohl ich eigentlich nicht so der Pferdefan bin habe ich etwa 11/2 Stunden dort verbracht und die Tierchen beobachtet und fotografiert. Leider hatte ich nicht das Glück, dass sie nahe an den Unterstand herankamen (was wohl häufiger passiert) aber mit dem Tele kam ich auch so zurecht.







Zwischendurch taten mir zwei der Leithengste den Gefallen auszutesten, wer der Boss ist. Ging ganz schön zur Sache.





Ich hääte noch länger zuschauen könne aber irgendwann haben sie sich beruhigt (der rote hatte gewonnen) und so langsam begann die Herde weiter zu ziehen.



Zurück in "meiner" Geisterschlucht habe ich ein wenig die Umgebung erforscht. So sah mein Domizil für die nächsten 2 Nächte aus:



Die Cabin besteht aus einer halboffenen Küche mit großen Esstisch, zwei Schlafsälen mit je 5 aus groben Balken gezimmerten Etagenbetten und einem Bad mit 2 Toiletten und 2 Duschen. Für mich alleine also etwas eng aber mit etwas Einschränkung ging es schon.

Der Blick aus der Schlucht heraus



Frühere Gäste sind wohl deutlich länger geblieben als nur zwei Nächte



Nach ein oder zwei kalten Bierchen habe ich alles fürs Abendessen vorbereitet (Salat geschnibbelt, Feuerholz aufgeschichtet, Fleisch gewürzt, Rotwein geöffnet) und abe mich noch einmal auf den Weg aus dem Canyon heraus gemacht, um den Sonnenuntergang zu genießen.



Der Blick in meine Schlucht




Das eigentlich Schauspiel begann aber erst als die Sonne hinter dem Horizont versank. Nun begann der Himmel zu brennen.





Und auch fast eine Stunde nach Sonneuntergang glühten die Felsen noch nach.



Just another african sunset 😉

Nach dem Essen wurde es bald kühl, so dass ich wohl gesättigt und dank Bier und Rotwein mit der nötigen Bettschwere ausgestattet wieder nicht allzu spät im Bett war.
Teil 1406. Nov. 2009
17.9.09 Jede Menge Sand, alte Steine und Schusseligkeit

An diesem Tag fiel der Sonnenaufgang aus. Das heißt, stattgefunden hat er sicherlich aber ohne mich. Ich hatte gestern darauf verzichtet, den Wecker zu stellen und tatsächlich mal bis 7:30h gepennt.

Heute standen Kolmannskoop, die alte Diamanten-Geisterstadt und Lüderitz auf dem Programm.

Die Straße nach Lüderitz ist asphaltiert und so waren die 150 km zügig geschafft. Unterwegs habe ich diversen alten Bahnhöfe mit deutscher Beschriftung bewundert. Die Bahnlinie nach Lüderitz, die Anfang des 20. Jhdts von den deutschen Kolonialherren gebaut wurde verläuft parallel zur Straße und wurde gerade instand gesetzt.

Je weiter ich Richtung Lüderitz kam, umso sandiger und windiger wurde es.



Diverse Bulldozer waren aktiv, um die Sandverwehungen, die sich der Straße näherten wieder zu entfernen, sonst wäre wohl irgendwann der 4WD nötig gewesen. Sand gibt es dort auf jeden Fall genug.



Da ich faul bin, zitiere ich zur GEschichte von Kolmannskuppe mal Wikipedia:

Kolmanskuppe (Afrikaans: Kolmanskop, im Deutschen oft auch „Kolmannskuppe“, mit zwei n geschrieben) ist eine ehemalige Siedlung in Deutsch-Südwestafrika, heute Namibia. Der Ort ist ca. 10 km östlich von der Hafenstadt Lüderitz in Namibia gelegen und nach dem Nama Coleman benannt, der dort 1905 mit seinem Ochsenkarren in einer Düne stecken blieb und verdurstete.

Die Lüderitz-Eisenbahn erreichte den Ort auf ihrem Weg nach Aus ebenfalls 1905. Er verdankt seine Entstehung den Eisenbahnarbeitern August Stauch und Zacharias Lewala, welche am benachbarten Bahnhof Grasplatz 1908 zufällig die ersten Diamanten fanden. Der dadurch ausgelöste Boom sorgte für ein schnelles Wachstum dieser zunächst nur als Diamantsucher-Camp gedachten Siedlung an der Nordgrenze des Diamantensperrgebiets. Der auf Diamanten gründende Reichtum der Bewohner ließ einen Ort entstehen, in dem aller Luxus vorhanden war, der damals für Geld zu bekommen war - und das in einer Umgebung, die trostloser und lebensfeindlicher wohl kaum gedacht werden kann. Es gab hier kein Wasser, keinen Regen, keine Erde, in der auch nur das Geringste hätte wachsen können, keinerlei Infrastruktur - nur Sand, regelmäßig heftige Sandstürme und eine unbarmherzige Hitze.


So um 1930 war Schluss mit lustig (Diamantenabbau) und die Stadt wurde verlassen. Der letzte ging in den 60 er jahre, machte das Licht aus und überließ die Gebäude der Wüste, die bis heute dabei ist, sie zu verschlucken.

Im ehemaligen Casino mit Restaurant, Kegelbahn, Theater und Turnhalle habe ich meinen Rundgang begonnen.



Drinnen war es noch auszuhalten aber draußen wurde man kontinuierlich "gesandstrahlt", weshalb es auch nur recht wenig Außenaufnahmen gibt.



Man kann anhand der verfallenden Häuder gut nachvollziehen, dass es sich hier trotz der widrigen Klimabedingungen früher gut leben ließ.

Innen sieht man alle Stadien des Verfalls. Besonders die langsam verblassenden Farben der einst sicher prächtigen Tapeten und Wandanstriche haben mir gut gefallen. Außerdem natürlich der in alle Häuser eindringende Wüstensand. Sich selbst überlassen wäre hier wahrscheinlich in wenigen Jahrzehnten nichts mehr von der Stadt zu sehen.





Möchte jemand ein Bad nehmen?


Ich habe Foto nach Foto gemacht. Da ich mal annehme, dass Ihr nicht unbedingt 200 Bilder sehen wollt, habe ich mich mal im wesentlichen auf das Thema Türen und Sand beschränkt (ich hätte auch noch eine Serie über Waschbecken, Klos und Badewannen oder eine über Elektroinstallationen anzubieten, falls Ihr den Hals nicht voll kriegen könnt ;)).









"Ich habe DIr schon tausend mal gesagt, Du sollst die Tür zu machen! Sonst kommt doch der ganze Dreck rein!"




Es hat einfach unheimlich Spaß gemacht, in den diversen Häusern herum zu klettern. Teilweise hatte ich zwar etwa 3 Pfund Sand in jedem Schuh aber was macht das schon.



Das wichtigste Haus im Ort 😉




Auch schöne Details gab es zu entdecken. Selbt abblätternde Farbe kann interessant aussehen.


Bis hierhin fuhr einmal das oben schon erwähnte Bähnchen




In der unteren Häuserzeile gabe es einige deutlich besser erhaltene Gebäude, die zum Teil als eine Art Museum genutzt wurden.
Hier konnte man sehen, wie nett und deutsch-gemütlich man einst an diesem gottverlassenen Ort gelebt hat.





Nach drei Stunden hatte ich genug. Ich hatte Sand an Stellen, von denen ich nie gedacht hätte, dass da welcher hinkommen könnte, meine Haut war weich und zart nach einem stundenlangen Peeling und ich hatte einen ordentlichen Brand. Nach einem letzten Blick zurück



zog mich das kleine Restaurant im Kasino magisch an. Dort gab es erst einen halben Liter Wasser, dann ein herrlich kühles Bier und eine Portion Fish& Chips. Auch wenn wir mitten in der Wüste sind, ist das Meer ja nur 10 km entfernt.

Und das wollte ich mir jetzt genauer ansehen. Nur war leider mein Auto dagegen.
Auf der Hinfahrt hatte ich im Sandsturm das Licht eingeschaltet und offensichtlich hat der Toyota keinen Warnton, der einen daran erinnert, es auch wieder auszuschalten. Lange Rede, kurzer Sinn: Als ich am Zündschlüssel drehte, passierte gar nichts. Na prima!

Zum Glück habe ich ein südafrikanisches Pärchen gefunden, dass ein Starthilfekabel im Auto hatte, sonst sähe mein Camper wohl inzwischen so aus, wie die Häuser oben.

Nur musste ich natürlich erstmal eine Weile fahren, um die Batterie wieder aufzuladen. Da der Wind außerdem eher zu- las abnahm, habe ich auf Lüderitz verzichtet und bin die 150 km nach Aus zurück gefahren.

Dort wehte lediglich ein laues Lüftchen und die Sonne schien vom blauen Himmel. Also habe ich mich mit einem guten Buch vor meine Hütte in die Sonne gehauen und bin später noch etwas in den Felsen herumgekraxelt (allerdings ohne Kamera).

Davon wurde ich so hungrig, dass ich schon früh mein Grillfeuer angeworfen habe.
Also werden fehlende Sonnenaufgangsbilder durch keine Sonnenuntergangsbilder ausgeglichen. In dem engen Canyon sind schon eine Stunde vor Sonnenuntergang nur noch Schatten.

2 Stunden vor Sonnenuntergang sieht es so aus und danach habe ich kein Bild mehr gemacht.

Teil 1511. Nov. 2009
Sorry für die lange Pause aber ich hatte am WE Besuch und keine Zeit fürs Forum.

18.9.09 - Wüstenschloss und Wüstensand

Zum zweiten mal hintereinander den Sonnenaufgang verpennt 😨 Kurz danach war ich aber wach und konnte nach einem schnellen Frühstück recht früh starten.

In dem kleinen Örtchen Aus habe ich getankt und mich nach einem Kaffee im der Tankstelle angeschlossenen Lebensmittel- und Andenkenladen/Restaurant/Coffeshop/etc. auf den Weg Richtung Norden gemacht.

Die Tirasberge, die sicher einen Besuch wert gewesen wären, waren leider dem verlängerten Aufenthalt im Kgalagadi zum Opfer gefallen aber man kann halt nicht alles haben. Dafür ging es heute rein vom Luxus der Übernachtung her sicher zum absoluten Highlight dieser Reise: Der Wolwedans Lodge im Namib Rand Nature Reserve. Dieses Reserve ist der Beweis, dass die Welt einfach mehr Verrückte braucht. Hier hat ein deutschstämmiger Namibier vor ca. 15 Jahre mehrere Farmen mit privatem Geld aufgekauft, um daraus (initial ohne jegliche Unterstützung) ein privates Naturschutzgebiet zu machen. Absolut verrückt aber solche Menschen "make the world a better place"!

Den Asphalt durfte ich heute wieder verlassen und es ging über recht gute Schotterpisten weiter hinein in die Namib.





Vor den roten Dünen von Wolwedans wollte ich mir eine ganz besondere Kuriosität anscheuen, die ich in dieser Umgebung niemals erwartet hätte. Ein mehr oder weniger originalgetreues mittelalterliches Schloss mitten in der Wüste! 😨 Irgendwie hatte ich das gar nicht glauben wollen als ich im Reiseführere darüber gelesen hatte. ABer tatsächlich, das Ding gab es wirklich.



Nicht nur von außen sah es aus wie eine Burg, auch von innen gab es alles, was man sich so vorstellt, incl. Rittersaal.



Ein deutscher Schutztruppenoffizier hat sich das Ding Anfang des 19. Jahrhunderts hier hin bauen lasen.



Der Garten war hübsch, der Rest eigentlich eigentlich in dieser Umgebung eher monströs aber irgendwie doch faszinierend. Der Speisesaal incl. Portraits der kaiserlichen Famile:



Sogar die Besuchertoiletten hatten "Stil" (dafür war die Klospülung defekt ;)).



Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das war, in dieser Hütte zu leben und bei jedem Schritt vor die Tür aus dem deutschen Mittelalter ind die afrikanische Wüste zu treten. Immer noch kopfschüttlend stieg ich wieder ins Auto und fuhr weiter.

Zumindest der Sand der Straße wurde schon mal immer röter.





Nach etwa einer weiteren Stunde erreichte ich den Abzweig ins Namib Rand Nature Reserve zur Wolwedans Lodge. Von dort waren es noch 20-30 km über eine schmale Dirtraod bis zur Rezeption. Zumindest die ersten 2 oder 3 km dienten mit einer Menge spitzer Steine wohl eher der Abschreckung zufälliger Besucher. Wenn man gebucht und schon bezalht hatte, blieb einem ja nichts anderes übrig als weiter zu hoppeln.

Ein paar km hinter der Abfahrt von der öffentlichen Straße erwartete mich das erste Empfangskomitee in Form einer Zebraherde.





Das war doch schon mal sehr nett und auch die Landschaft näherte sich immer mehr dem, was ich mir vorgestellt hatte.



Kurz bevor ich das "Village" mit der Rezeption erreicht hatte sagte noch eine Gruppe Oryx guten Tag.





Bei der Ankunft an der Rezeption wurde ich von dem Guide in Empfang genommen, der die nächsten 3 Tage für mich zuständig sein sollte. Sein Name war Denish und wir haben uns sofort nett unterhalten. Nach etwa einer halben Stunde haten wir die Formalitäten erledigt und das Programm für die nächsten Tage grob festgelegt.
Anschließend braucht ich eine hlabe Stunde, um aus den diversen Fächern und Schränken des Campers die Sachen rauszusuchen, die ich die nächsten Tage brauchen würde. Das eigene Auto böleibt nämlich dort stehen und man wird mit dem Land Rover zur Dune Lodge gefahren, wo ich die erste Nacht verbringen würde (eigentlich wollte ich in das etwas günstigere Dune Camp aber dort waren keine drei Nächte mehr zu bekommen, so dass ich zwischendurch umziehen musste). Schade, hätte bestimmt Spaß gemacht, sich selbst durch den Sand dorthin zu wühlen (ob der Hilux das geschafft hätte?).

Meine "bescheidene Unterkunft" bestand aus einigen Holzwänden und Zeltplanen, einem separaten Badezimmer und einem großen Holzdeck auf dem Kamm einer Düne. Einfach traumhaft!







Ich hatte noch etwa eine Stunde Zeit, mein Domizil zu erforschen, zu duschen und die Aussicht zu genießen bevor die Sundownerfahrt startete. Duschen sollte man beser abends, weil die Warmwasserbereitung über das im oberen Bild erkennbare Solarpanel läuft und daher morgens u.U. das Wasser nicht mehr allzu warm ist.

Die Aussicht von "meinem" Sonnendeck war übrigens nicht übel.



Innerlich und äußerlich erfrischt (ich hatte noch ein kaltes Bierchen aus dem Kühlschrank meines Campers mitgenommen) war ich pünktlich zur Abfahrt bereit. Mit insgesamt 5 anderen Gästen (einem englischen Ehepaar, einem Amerikaner und einem französichen "Paar" bestehend aus Vater und Tochter, wurden wir in einem Landrover kräftig durchgeschüttelt bevor wir eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang einen wunderschönen Aussichtspunkt erreichten. Dort glühten die Kamera-Auslöser.







Aber auch das leibliche Wohl kam nicht zu kurz. Wein, Bier, Gin-Tonic, Wodka-Lemon, es gab alles, was das Trinkerherz begehrt. Wenn man unbedingt gewollt hätte, wären sicher auch antialkoholische Getränke zu haben gewesen aber wer will das schon? 😉

Auch nach Sonnenuntergang war das Schauspiel noch lange nicht vorbei sondern es folgte dank einzelner Wolken der (inzwischen schon gewohnte) Farbenrausch.





Zurück in der Lodge versammelte man sich zum Aperitif am Lagerfeuer an der Lodge. Das Essen wurde an mehreren großen Tischen gemeinsam eingenommen. War seeeehr lecker und sehr unterhaltsam. Nach dem Essen saß ich noch eine ganze Weile mit der Französin und ihrem Vater zusammen und habe mich über Gott und die Welt unterhalten und ein oder zwei Malt Whisky genossen (oder waren es drei? ;)). War recht lustig. Sie lebte in London und sprach fließend englisch, ihr Vater fast kein englisch und mein französisch ist auch nicht der Rede wert. Also musste sie dolmetschen. Interessant wurde es, wenn er doch mal was auf englisch verstand, auf französich antwortete, ich zumindest glaubte verstanden zu haben, was er gesagt hat und wieder auf englisch antwortete. Dann war sie jedes mal völlig verwirrt. 🙄
Als zwischendurch auch noch ein belgisches Paar dazu kam, das auch nur mäßig englisch oder französisch sprach und ich versucht habe, die eine oder andere englische Vokael ins flämische zu übersetzen, war die babylonische Sprachverwirrung komplett. 😄

War ein sehr netter Abend.
Teil 1612. Nov. 2009
19.9.09 - Wüstenspinne, Wüstenschumi und das Hard Rock Cafe

Vom Bett aus habe ich den Sonnenaufgang zwar nicht genossen und statt Tee gab es Kaffee aber sonst hat Stephan schon recht.

Eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang klingelte der Handywecker. Erst blieb ich noch ein wenig im herrliche bequemen Bett liegen aber dann hörte ich den dienstbaren Geist, der eine Thermosflasche mit heißem Wasser vor dem Eingang abstellte. Also raus aus der Falle, angezogen, Kaffee aufgebrüht und mit Kamera und Stativ raus aufs Sonnendeck. Dort habe ich auf einer der Liegen das folgende Himmelsschauspiel genossen.





Bald tauchten auch die ersten Oryx am Lodge-eigenen Wasserloch auf.



Nachdem die Sonnenaufgangsbilder geschossen, der Kaffee getrunken und die Guten-Morgen-Zigarette geraucht war, habe ich schnell geduscht und bin rüber ins Restaurant zum Frühstück. Dort gab es ein kaltes Buffet, selbstgebackenes Brot und Eier nach Wunsch frisch zubereitet. Alles sehr lecker.

Bald danach tuchte auch schon Denish mit dem Landy auf, um uns (die Franzosen von gestern Abend, ein älteres englisches Ehepaar mit ihrem Guide und mich) zu einer Ganztagestour abzuholen.

In durchaus flotter Fahrweise ging es zunächst auf und ab über diverse Dünen. Ich bin in der letzten Reiha ganz schön auf und ab gehüpft. Gut, dass ich Achterbahn fahren mag.
Später hörte ich von anderen Guides, dass Denish bei ihnen nur "Deseert-Schumi" genannt wird. Treffend! 😉

Als erstes erzählte er uns, dass er von Oryx & Co. nur wenig verstehen würde, uns aber dafür alles über die kleinen 6- und 8-beinigen Wüstenbewohner erzählen könnte. Das klang interessant.

An der nächsten Düne sind wir ausgestiegen und er hat als erstes eine Grille "erbeutet". Dann fiel er plötzlich auf die Knie und begann zu buddeln.



Nach einer Weile tauchte am Ende eines Tunnel aus Spinnennetz eine hübsche sehr blasse Dame auf.
Darf ich vorstellen: Die White Lady:



Ich fand sie sehr hübsch und habe musste sie natürlich auch mal auf der Hand halten.



Endlich mal eine Lady, die mir nur auf der Hand und nicht auf der Nase rumtanzt 😉

Ein mit weißem Wachs als SOnnenschutz beschichter schwarzer Käfer fand sich auch noch.



Auf der weiteren Fahrt sahen wir einiges an Wildlife.
Löffelhunde, Squirrels und ein paar kleinere Trappen gesehen.







Das Rennen mit diesem Oryx hat unser Schumi übrigens locker gewonnen! Und das, obwohl an der Windschutzscheibe ein Zettel klebte, auf dem so etwas stanf wie Max.-Speed in the Dunes 20kmh.
Konnte ich aber bei dem Gewackel nicht so genau erkennen 😉.



Nach diesem wunderschönen großen Webervogelnest (geschätzt eine halbe Tonne schwer) und jeder menge beeindruckender Gegend haben wir schließlich unsereren Lunchspot erreicht.





Der mitgebrachte Lunch bestehend aus sehr leckerem kalten Braten, Salaten, Brot und Dessert wurde stilgerecht an einem mit Tischtuch gedeckten Tisch im Hard Rock Cafe eingenommen.





Unter diesem Felsenbaldachin hat man auch Überreste einer uralten Buschmannsiedlung gefunden. Hard Rock Cafés erfreuen sich also schon lange großer Beliebtheit, vor allem wenn sie den einzigen Schatten weit und breit liefern.

Auf dem Rückweg haben wir immer mal angehalten und Denish ist wortlos suchend in irgendeine Richtung verschwunden. Er hat nie verraten, was er da eigentlich gesucht und nicht gefunden hat.



Ein bisschen Feenzauber hat er uns auch noch gezeigt.



Diese kreisrunden kahlen Stellen wie hier neben unserem Landy sieht man dort überall und sie werden Fairy Circles genannt und niemand weiß genau, wie sie entstanden sind. Neben diversen wissenschaftlichen Theorien (s. Link) gibt es bei den Himba die Vorstellung sie seien von Göttern oder Geistern angelegt worden. Ich persönlich glaube ja mehr an Landeplätze von Aliens 😉

Untwegs sah man immer wieder Oryx und Springböcke, die jetzt fast nur noch im Schatten der Bäume anzutreffen waren.



Schließlich näherten wir uns dem letzten Ziel unserer Rundfahrt, dem Euphorbia-Forest (mehr als drei Bäume auf einer Fläche von einem Hektar stellen hier schon einen Wald dar).



Bei diesem Fotostop hörte man ein störendes zischendes Geräusch, dessen Quelle schnell gefunden war.



Als nächstes stellte sich heraus, dass der Wagen zwar mit zwei Ersatzrädern und einem stabilen High-Jack ausgestattet war aber leider nicht mit einem passenden Schraubenschlüssel. Also wurde über Funk Hilfe herbei gerufen, während Denish sich über seine schlampigen Kollegen ausließ. Wenn er mal nicht selber derjenige war, der das Teil irgendwo liegen gelassen hat . Bei seiner Fahrweise waren Plattfüße sicher an der Tagesordnung 😉.

Nach etwa 20 Minuten tauchte Wilhelm von der benachbarten Farm auf. Leider passte sein Kreuzschlüssel nicht und er verschwand wieder, um mehr Werkzeug zu holen. Beim zweiten Versuch hatte er sicher 7 oder 8 verscheidene dabei und einer passte auch. Während er den Reifen wechselte, musste Denish sich jede Menge Frotzeleien von Wilhelm und seinem Helfer anhören (der Herr rechts mit dem weißen T-Shirt, auf dem übrigens Gymnasium Konstanz stand). Wilhelm fuhr nämlich einen Land Cruiser und hat kräftig über Land Rover gelästert. An der Stoßstange seines Autos pappte ein netter Aufkleber mit der Aufschrift "Land Rover Trauma Center", darunter 7 Striche. Einen für jeden Land Rover, dem er schon Erste Hilfe geleistet hatte :gg:



War eine lustige Aktion.

Danach fuhren wir ohne weitere Verzögerung durch zum "Village", wo ich an der Rezeption abgesetzt wurde. Von dort fuhr mich eine Jack Russel Hündin zum Desert Camp. Sie saß natürlich nur auf dem Schoß ihres Herrchens aber es war klar, wer von den beiden das Sagen hatte 😉.

Mein Gepäck war inzwischen schon in mein neues zuhause transportiert worden.



Mir hat es hier noch besser gefallen als in der (teureren) Lodge. Die Lage war noch schöner und es war alles etwas kleiner und intimer. Es gibt nur 6 Zelte, so dass man abends mit max. 12 Leuten an einem gemiensamen Tisch isst. So hat man die Chance, mit jedem ins Gespräch zu kommen.
Zur Begrüßung gab es erstmal ein kühles Bier (und noch ein zweites, das ich mit ins Zelt genommen habe). So gestärkt bin ich zum Sonnenaufgang auf die umliegenden Dünen geklettert.







Vor dem Essen trafen sich alle Gäste zum Aperitiv am Camp Fire. War eine sehr lustige und buntgemischte Runde. Ein Amerikaner,der für eine Organistation namnes "The Nature Conservancy" in Namibia arbeitete, ein deutsches Paar, das nach Südafrika ausgewandert war, ein englisches Paar und ein holländisches (beide hießen lustigerweise Mike und Margret). Dazu ein französisches Paar mit ihrem Guide, die sich aber den ganzen Abend ziemlich abgeschottet und am allgemeinen Gespräch nicht beteiligt haben. Er ist sogar beim Essen schon nach der Vorspeise verschwunden.

Das Essen wurde wie auch schon gestern auf englisch und in der lokalen Klick-Sprache präsentiert. Klang interessant.

Der Hauptgang war ein Oryx-Filet, das sicher zu den 2 oder 3 besten Stück Fleisch gehörte, die ich in meinem Leben gegessen habe (die anderen beiden natürlich in den USA).

Nach dem Essen habe ich mich noch lange mit Mike und Margret (den holländischen) unterhalten. Er war ebenfalls Hobby-Fotograf bzw. eigentlich schon eher ein Profi und wir stellten fest, dass unsere weitere Route recht ähnlich war. Ich habe sie dann auch später im Etosha wieder getroffen.

War ein toller Abend mit etwas zu viel zu trinken 😉.

Zurück im Zelt habe ich mich noch am Star Trails versucht. Aber leider hatte ich meinen Kabelauslöser zu hause vergessen und länger als 5 Minuten auf de Auslöser zu drücken, habe ich nicht durchgehalten (eigentlich braucht man Belichtungszeiten von 15-20 Minuten oder mehr).

Teil 1718. Nov. 2009
Nenette schrieb:
Hallo Doc,

morgen ist jetzt HEUTE!

Freu mir schon ein Loch in den Bauch!
Viele Grüße,
Nenette 😎
Man soll keine leichtfertigen Versprechungen abgeben 😊 Bin gestern einfach nicht dazu gekommen. Und jetzt ist es eigentlich sogar schon über-übermorgen 😉.

Aber jetzt geht es wirklich weiter:

20.9.09 Franzosen, Giraffen und Köcherbäume

Morgens musste ich natürlich wieder in die Dünen rund ums Camp.







Ich glaube nicht, dass ich von diesen Sonnenaufgängen jemals genug bekommen könnte. Jeden Morgen wieder ein Erlebnis!

Nach einem leckeren Frühstück packte ich meinen Fotokram zusammen und wartete im Zentralbereich des Camps auf die DInge, die da kommen sollten. Es kam aber erstmal niemand.

Nach einiger Zeit erfuhr ich vom Camp-Manager, dass ich eigentlich gemeinsam mit den ungeselligen Franzosen auf Tour hätte gehen sollen. Die hatten aber beschlossen, dass sie gar keine Gesellschaft mehr wollen und auf die Suite in der Dune Lodge umgebucht, womit ihnen neben einem privaten Koch un Barkeeper auch ein privater Guide zustand (für die Kleinigkeit von 1500 oder 2000€/Tag).

Deshalb musste man jetzt erstmal was für mich organisieren. Ich war darüber nicht gerade böse. Hätte es mir nicht besonders unterhaltsam vorgestellt mit den beiden unterwegs zu sein. Außerdem bekam ich auf die Art auch meinen Privatguide. 😉
Ich habe mir die Zeit mit einem weiteren Kaffee und den Vögelchen um mich herum vertrieben.

Auf die Art habe ich auch Bilder von grünen und rotköpfigen Webervögeln.



Am Wasserloch war inzwischen ein etwas deformierter Oryx aufgetaucht. Das krumme Horn ist wohl eine Art Missbildung.



Irgendwann bog dann mein privater Landrover um die Ecke und es ging los. Mein Guide für heute war Aldred, der uns auch am ersten Abend zum Sundowner gefahren hatte. Ein sehr netter Kerl, mit dem ich mich de3n ganzen Tag hervorragend unterhalten habe. Nochmal mein Dank an die Franzosen!

Unser Ziel war heute das nördliche Ende des Parks mit der Hoffnung dort auf die Giraffen zu stoßen.
Zunächst sahen wir aber ein paar Springböcke und eine kleine Herde Zebras.





Dazu natürlich jede Menge Gegend mit vielen roten Dünen und ein paar interessanten Felsformationen.



Noch interessanter sahen die Bäume auf den Felsen aus.



Schon faszinierend, wo sich überall Leben entwickeln kann.

Spannend wurde es, als wir (Aldred) eine frische Leopardenspur entdeckten, der wir erst mit dem Auto und dann zu Fuß ein Stück gefolgt sind. Leider ohne den Verursacher dieser Spur zu Gesicht zu bekommen. Lediglich die Überreste eines Springbocks haben wir gefunden, der aber sicher schon mindestens eine Woche hier lag.

Inzwischen war es Mittag geworden und wir näherten uns dem vorgesehenen Lunchspot. Dort bauten wir uns einen der dort deponierten Tische und zwei Stühle im Schatten eines Kameldornbaums auf und genossen kalten Braten und Salat. Als wir fast fertig waren näherte sich der Landrover mit den Franzosen und ihrem Guide. Die Kinnladen der beiden fielen sofort runter als sie uns sahen 😉.

Da wir ohnehin fertig waren und ich keine Lust auf die langen Gesichter hatte, sind wir schnell aufgebrochen. Beim aufräumen bekam ich noch mit, wie die beiden Guides auf Afrikaans kräftig über die Franzosen gelästert haben (so ein paar Brocken holländisch sind schon manchmal ganz praktisch).

Kurz nach dem Lunchspot sahen wir zwei Kuduböcke, die Schatten unter einem Baum suchten. Der eine verschwand sofort aer der zweite wartete zumidest lange genug für ein Foto.



Kurz danach erreichten wir das Ende dieses Tals und Aldred fragte mich, ob ich Lust auf ein kleines 4WD-Abenteuer hätte. Es führte dort eine alte Farmroad den Berg hoch, die er schon immer mal fahren wollte. Ich sagte natürlich ja.

Die "Straße" bestand eigentlich nur aus Felsen und Löchern und so kam der Landrover schnell an seine Grenzen. Schon nach ein paar 100m war Schluss mit lustig, weil ein paar große Felsen den Weg versperrten. Da die Piste viel zu eng war, um zu drehen, mussten wir rückwärts wieder runter. Rauf wäre ich ja noch ganz gerne selber gefahren aber rückwärts hier wieder runter? Nein danke! Unterwegs war ich voll und ganz damit beschäftigt, mich festzuhalten, so dass an Fotos nicht zu denken war.
Als wir wieder auf der normalen Piste waren, habe ich aber wenigstens ein paar Bilder von der Aussicht dort gemacht. Eine wirklich schöne Stelle mit einem kleinen Köcherbaum"wald".





Die nächste Stunde verbrachten wir damit, kreuz und quer durch die Landschaft zu gurken und Giraffen zu suchen. Am Wasserloch waren sie nicht, an den Stellen mit den schönsten Bäumen leider auch nicht. Nach einer ganzen Weile meinte Aldred, dass es Zeit wäre umzudrehen, weil wir noch eine ordenliche Strecke zurück zu fahren hätten. Zumindest ein letzter Versuch beim Wasserloch war aber noch drin. Dort sahen wir zwar diverse Springböcke aber keine Giraffen.
Aber ein kleines Stück weiter sah ich auf einmal eine Bewegung in den Baumkronen neben der Straße und kurze Zeit später wanderte eine Gruppe Giraffen an uns vorbei zum Wasserloch.







Größenvergleich:


Nachdem Aldred seinem Guide-Kollegen per Funk mitgeteilt hatte, wo er die Franzosen hinfahren sollte, machten wir uns auf den weg zurück.



Am Airstrip fuhr ein Bussard auf der Windhose Karussell. Sah witzig aus. Trotz wechselnder Windrichtungen hatte er keine Probleme die Balance zu halten. Schien ihm zu gefallen.



An der Rezeption haben wir einen Stop eingelegt, weil Aldred neue Gäste in Empfang nehmen musste. Ich wurde nach kurzer Pause, die ich genutzt habe, um im kleinen Internet-Cafe zum ersten Mal wieder Kontakt mit der Welt aufzunehmen, von der Jack Russel Hündin bzw. ihrem Herrchen zurück zum Camp gefahren.

Zum Sonnenuntergang bin ich wieder in den Dünen umher gestapft und habe versucht, dem Spektakel mit meinen Bildern wenigstens halbwegs gerecht zu werden.





Das war's!


Nein, das war's noch nicht ganz. Das "nachglühen" nachdem die Sonne untergegangen war sah auch nicht übel aus.



Das Abendessen war wieder sehr lecker und deismal hat sich auch die gesamte Runde am Gespräch beteiligt. Die Franzosen waren durch drei Deutsche ersetzt worden, die deutlich netter waren. Am Ende bin ich wieder mit Mike (dem Holländer) und Glenfiddich (dem Schotten) am Legerfeuer gelandet und mindestens einen Schotten zu spät ins Bett gewankt.
Teil 1818. Nov. 2009
21.9.09 Rote Sanddünen und große rote Sanddünen


Um 5:30h klingelte der Wecker und ich wurde von einem netten kleinen Kätzchen begrüßt, das sich jedoch sofort in einen ausgewachsenen Kater verwandelte als ich in die Senkrechte kam. Wie gesagt, (mindestens) ein Schotte zu viel gestern 😉

Egal, Margreet und Mike hatten mich gestern noch eingeladen, sie auf dem Sunrise Drive zu begleiten, den sie für sich organisiert hatten und ich hatte zugesagt.
Also ab unter die Dusche. Kurz vor 6 traf ich die beiden wie verabredet vor der Lodge und auch unser Guide war pünktlich. Noch deutlich vor Sonnenaufgang hatten wir eine hohe Düne mit toller Aussicht in der Nähe des Camps erreicht. Dort gab es erst mal einen Kaffee.



Danach fühlte ich mich schon deutlich besser und ich konnte mich die nächste halbe Stunde meiner Kamera und dem Stativ widmen (und einem zweiten und dritten Kaffee ;)).

Mike und ich knipsten um die Wette und Margreet hielt die Szene auf Video fest.





Vor Sonnenaufgang war das Licht schon nicht übel aber mit Sonne sind die roten Dünen einfach unschlagbar.





Nachher gab es noch eine kleine Einführung in die Käferkunde.





Inzwischen knurrte uns allen der Magen, so dass wir zurück ins Camp gefahren sind, um zu frühstücken. Danach war es auch schon Zeit zum Koffer packen und ruckzuck war der Jeep da, der mich und die englischen Mike und Margret hinunter ins Village zur Rezeption brachte. Nach bezahlen der Rechnung (eigentlich nur die diversen Schotten ;)) und Erwerb von Souvernir-T-Shirts traf ich an der Rezeption Denish, so dass ich ihm das Trinkgeld für ihn und Aldred persönlich übergeben konnte.

Dann habe ich mich mit Notebook, externer Festplatte und 2 Akkuladegeräten an der Rezeption breit gemacht und meine Bilder gesichert. Während die Akkus luden habe ich im Internet Cafe ein Lebenszeichen bei den Lieben zuhause und im einen oder anderen Forum hinterlassen und mich über die wichtigsten Dinge informiert, die in der Welt passiert waren (Bundesliga-Ergebnisse!).

Bis alle Akkus geladen waren dauerte es ein Weilchen aber gegen 12:00h konnte ich mich auf den Weg Richtung Sossusvlei machen.
Eine einzelne Giraffe habe ich unterwegs noch gesehen, sonst nur jede Menge Gegend.



Am Sossusvlei angekommen bzw am Eingang zum Park, habe ich den Eintritt gelöhnt und erstmal meine Campsite bezogen. Direkt am Zaun mit Blick in die Berge und unter einem schattigen Baum - gar nicht übel. Auf dem Campingplatz konnte man in diversen Sandverwehungen schon mal seine Sandfahrkünste testen aber hier bin ich noch ohne 4WD durch gekommen 😉.

Nach einer kleinen Siesta im Schatten bin ich das erste Mal in den Park gefahren. Vom Gate aus führen erstmal 65 km asphaltierte Straße an diversen roten Dünen vorbei zum 2WD-Parkplatz . Von dort aus sind es nochmal 4 oder 5 km Tiefsand-Piste bis zum eigentlichen Sossusvlei und Deadvlei. Dort fahren 4WD-Shuttles für 100N$ oder man läuft das Stück.

Heute wollte ich aber noch nicht bis dorthin. Auf dem Parkplatz habe ich ein deutsches Pärchen getroffen, die gerade vom Deadvlei kamen und mir noch einmal genau den Weg vom 4WD-Parkplatz dorthin erklärten.

Ich bin ein Stückchen den "Weg" zum Hidden Vlei gelaufen. Es gab ein Schild, das sagte, man solle den Markierungen folgen aber die hörten nach ein paar 100 Metern auf. Da ich nicht genau wusste, in welche Richtung ich musste, bin ich nur ziellos etwas in der Gegend herumgelaufen.

Für eine Düne, einen kahlen Baum und ein Webervogelportait hat es aber immerhin gereicht.







Zurück auf dem Parkplatz habe ich mich noch etwas mit diesem Schildraben amüsiert bevor ich mich auf den Rückweg gemacht habe.



Den Sonnenuntergang habe ich mir bei der Düne 45 angeschaut (heißt so weil sie 45km hinter dem Gate liegt).
Da ich innerhalb des Parks übernachtet habe, musste ich erst eine Stunde nach Sonnenuntergang zurück am Gate sein, so dass ich das Schauspiel in aller Ruhe genießen konnte. Wer außerhalb wohnt muss schon eine Stunde früher zurück und darf auch erst eine Stunde später hinein (also genau zum Sonnenauf- und -untergang).







Ein bisschen Kitsch zum krönenden Abschluss musste natürlich auch sein. Toter Baum vor untergehender Sonne - fast so schön wie rührender Hirsch im Wald 😉



Auch nach Sonnenuntergang fand ich das Licht faszinierend und musste noch ein paar Langzeitbelichtungen versuchen.





Dabei habe ich etwas die Zeit aus dem Auge verloren und musste daher die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 noch großzügiger auslegen als das ohnehin schon alle tun. Ein paar Springböcke, die mir im dunklen fast vors Auto gelaufen wären, haben mich aber rasch wieder eingebremst. Gerade noch pünktlich war ich wieder am Gate.

Dann habe ich allerdings einen großen Fehler gemacht. Weil ich Kohldampf hatte und keine Lust noch eine Stunde zu warten, bis das Grillfeuer weit genug runter gebrannt war, bn ich in das Restaurant des Campingplatzes gegangen. Nicht tun!

Immerhin wurde ich dadurch entschädigt, dass sich an der Bar um mich herum diverse Locals einfanden, mit denen ich ein wenig ins Gespräch gekommen bin.

Zurück am Camper habe ich mir noch einen Schluck Rotwein gegönnt und ein bisschen gelesen, bevor ich früh (und deutlich nüchterner als gestern) im Bett verschwunden bin.
Teil 1920. Nov. 2009
22.9.09 Tote Bäume, roter Sand

Pünktlich um 10 vor 6 Uhr stand ich vor dem Tor. Zusammen mit 6 oder 7 anderen Autos startete um Punkt 6 Uhr das Rennen gegen die Zeit bis zum Sonnenaufgang. Die werde doch nicht alle zum Deadvlei wollen?

Wollten sie zum Glück nicht. Alle außer mir bogen bei der Zufahrt zur Düne 45 ab. Als ich beim 2WD-Parkplatz ankam, begann gerade die Sonne aufzugehen. Schnell den Reifendruck halbiert, low 4WD rein und dann ging es ab in den Sandkasten. die Piste war locker 20 m breit, der Sand wirklich tief und von dutzenden tiefer Spuren durchzogen. Lenken war ziemlich witzlos. Ich habe einfach nur Gas gegeben und versucht die Drehzahl hoch zu halten. Den Weg hat sich das Auto selbst gesucht. Ich bin relativ problemlos durchgekommen und es hat richtig Spaß gemacht.

Ich war der erste auf dem 4WD-Parkplatz und den kurzen Weg bis zum Deadvlei habe ich sofort gefunden, so dass ich die ganze Senke tatsächlich die erste Viertelstunde für mich alleine hatte. Es hatte etwas magisches zuzusehen, wie die Sonne langsam über den gegenüberliegenden Dünenkamm kroch und erst die Dünen und dann den Boden der Lehmpfanne erleuchtete.







Ich habe mich langsam mit dem Licht über die Pfanne bewegt.







Inzwischen war ich natürlich auch nicht mehr der einzige hier. Zuerst habe ich mich mit einer Amerikanerin unterhalten, die wohl Filmemacherin war und einen Spielfilm im Norden Namibias drehen wollte. Leider habe ich weder ihren Namen behalten, noch nach dem Namen des Filmes gefragt. Aber wenn der Film es denn bis ins Kino schafft, werde ich das schon mitbekommen. So viele Spielfilme, die im Kaokoveld spielen wird es ja in den nächsten Jahren nicht geben.
Danach habe ich noch ein deutsches Pärchen getroffen und wir haben gegenseitig die unvermeidbaren ich-war-da-Fotos gemacht.



Als in der Ferne die ersten "Shuttle-Ladungen" von Besuchern auftraten habe ich noch einen Blick in die Runde geworfen und mich vom Vlei gemacht.



Auf dem Parkplatz am Sossusvlei habe ich mir ein Frühstück gegönnt und dabei ein paar Spatzen beobachtet.



Eigentlich hatte ich gar nicht vor, die Düne ganz hoch zu steigen aber die Aussicht wurde immer besser je höher man kam. Außerdem stapfte eine ca. 70jährige Engländerin tapfer vor mir her und wenn die das schafft, ...



Unterwegs posierte dieser Gecko (oder was immer das ist) für mich.



Von oben hatte man einen tollen Rundumblick über endlose rote Dünen.





So kann ich ungeplant eine der höchsten Dünen der Welt bestiegen.
Runter ging es dann irgendwie deutlich schneller als rauf 😉

Auf der Rückfahrt durch den Sand kamen mir gleich drei Shuttles auf einmal entgegen und die Jungs machten sich einen Spaß daraus so neben einander her zu fahren, dass sie mich in den noch tieferen Sand am Rand abgedrängt haben. Ich habe ihnen aber nicht den Gefallen getan, stecken zu bleiben 😉

Am 2WD Parkplatz habe ich die Reifen wieder aufgeblasen (der Trax hatte einen Kompressor im Motorraum) und mich auf den Rückweg gemacht.

Zurück auf dem Campground musste ich "Erste Hilfe" leisten. Ein Golf hatte sich im Sand hoffnungslos festgefahren. Da musste ich doch einfach helfen und ihn rausziehen.

Vor allem, weil er die Zufahrt zu meiner Parzelle blockierte 😉

Nach getaner Arbeit habe ich mich ein Weilchen in die Sonne gesetzt. Am späteren Nachmittag stand der Sesriem Canyon auf dem Programm. Heißt so, weil man 6 Seile aneinander binden musste, um an das Wasser am Grund heranzukommen.



Über ein paar Felsen hinweg führte ein Weg hinunter zum Canyongrund. Unten konnte man in beide Richtungen ein ganzes Stück laufen.





Sogar etwas Wasser und ein bisschen Leben gab es dort unten.





Den Sonnenuntergang habe ich heute direkt vom Campingplatz mit einem kühlen Bierchen in der Hand genossen.



Auch heute legte der Tag noch mal kräftig Rouge auf, bevor er sich verabschiedet hat.

Teil 2022. Nov. 2009
23.09.09 Noch mehr rote Dünen und jede Menge Nix

Früh um sechs stand ich wieder pünktlich vor dem Gate und war diesmal auch einer von denen, die bei Düne 45 abgebogen sind. Da ich aber nicht auf die Düne gekraxelt bin, sondern mir die Umgebung angeschaut habe, konnte ich trotzdem wieder einen recht einsamen Sonnenaufgang erleben. Ich bin eine ganzes Stück in die Ebene gelaufen bevor ich diesen Baum als Vordergrund gefunden habe.





Die Dünen im Licht der auffgehenden SOnne waren schön.



Aber letztlich hat mir das Bäumchen doch am besten gefallen.



Auf der Rückfahrt Richtung Campground habe ich langsam Abschied von den roten Dünen genommen.



Zum ersten Mal habe ich einen Ballon gesehen. Ich dachte schon, die fliegen gar nicht. Ich hatte nämlich schon in Wolwedans versucht, einen Ballonflug zu buchen. Der fiel aber mit schöner Regelmäßigkeit aus.
Wenn die allerdings erst um diese Zeit in die Dünen fliegen, wo der Sonnenaufgang längst vorbei ist, bin ich nicht böse, dass es nicht geklappt hat (so habe ich immerhin fast 400 € gespart).

An der Tanke gegenüber des NP-Eingangs habe ich Benzin und einen großen Kaffee erstanden, dann ging es auf die Fahrt Richtung Swakopmund.



Den ersten Stop habe ich natürlich in Solitaire eingelegt. Schon sehr touristisch aber trotzdem ganz nett. Vor allem, weil ich das Glück hatte, dass bei meiner Ankunft gerade ein Reisebus abfuhr und auch kein weiterer mehr ankam, solange ich dort war.





Die Schrottsammlung, die es dort zu bewundern gibt, hat mir gut gefallen. Auch der Laden ist nett und sehenswert.



Am meisten hat mich aber die Niederschlagsstatistik beeindruckt.



5 mm Niederschlag im gesamten Jahr 2008? Wow!

Kurze Zeit, nachdem ich Solitaire verlassen hatte, erreichte ich wieder die Tropen, die ich am ersten Tag auf der Strecke von Windhoek nach Bagatelle verlassen hatte.



Im weiteren Verlauf der Strecke wurde die Landschaft rund um den Gaub- und Kuiseb-Pass zunächst interessanter und felsiger mit diversen trockenen Flussbetten und Canyons.







Hier hätte ich vielleicht ein wenig mehr Zeit einplanen sollen. Wäre sicher interessant gewesen die Ecke zu Fuß zu erkunden.

Irgendwann war eine große Hochebene erreicht. Die Berge wichen zurück und machten Platz für ...



nix, gar nix, nada! Jegliche Form von Landschaft hörte auf zu existieren. Es gab einfach gar nix mehr.







Hier zeigte sich die Namib von ihrer bisher mit Abstand unwirtlichsten Seite. Zwischen den drei Bildern liegt übrigens über eine Stunde Fahrt mit etwa 100km/h.

Leider hatte sich in der Zwischenzeit nicht nur die Landschaft sondern auch die Sonne verabschiedet und der Himmel sich hinter einen geschlossenen Wolkendecke versteckt. Gleichzeitig war es ziemlich kühl geworden (von 31°C in Solitaire auf jetzt etwa 12-14°C).

Zumindest ging es jetzt mal wieder asphaltiert weiter bis Walvis Bay, wo ich nur durchgefahren bin und Swakopmund.





Ich hatte ein Zimmer im Stiltz gebucht, dass ich nach ein wenig Sucherei auch gefunden habe (das Hotel, das Zimmer hat man mir gezeigt ;)).

Sehr schöne Hotelanlage mit kleinen, auf Stelzen gebauten Bungalows.







Nachdem ich mir im benachbarten Hotel die Zugangsdaten für deren W-Lan besorgt hatte, habe ich mich erstmal informiert, was in der Welt so passiert ist und ein paar Mails geschrieben. Später habe ich noch eine Runde durch Swakopmund gedreht und bin schließlich bei Kückis Pub gelandet. Eigentlich wollte ich dort nur ein Bier trinken aber dann bin ich gleich zum essen geblieben und habe es nicht bereut. Der Fisch war gut!
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