EulenmuckelThemenstarter2’116 Beiträge · seit 200619. Sept. 2026 ·
Sonntag, 26. Juli 2026 – Durch den KTP nach Süden
Mata Mata, KTP – Rooiputs, KTP
Wieder geht der Wecker um sechs Uhr. Wir schalten die
Standheizung an und bleiben noch 10 Minuten liegen. Mit Katrin und Martin
trinken wir eine Tasse Tee, bevor wir unsere Permits holen und mit Toröffnung
in den Park starten.
Unser Ziel sind die Löwen bei Dertiende Boorgat. Bis
dorthin brauchen wir nur eine Stunde, aber von den Katzen ist leider nichts
mehr zu sehen. Überhaupt ist es auch heute wieder ziemlich ruhig. Man kann
nicht sagen, dass wir keine Tiere sehen, aber besonders ist anders. Trotzdem
freuen wir uns über einige große Giraffen- und Springbockherden. Auch Oryxantilopen,
Gnus und Strauße stehen immer wieder im Flussbett und auf den Hängen der Dünen.
Wir entdecken einige Greifvögel und schauen wieder beim Fleckenuhu vorbei, der
immer noch auf seinem Nest sitzt.
Weißbürzel-Singhabicht
Fleckenuhu
Bei Kamqua machen wir eine Frühstückspause. Dabei besuchen
uns ein paar Krähen, die sich lustig gurgelnd miteinander unterhalten. Wir
essen Müsli und die restlichen Roesterkoek von gestern mit Marmelade oder Käse.
Erneut begegnen wir dem deutschen Pärchen, das wir gestern kennengelernt haben.
Auch sie haben nur Antilopen gesehen.
Mahali-Weber
Rotschulter-Glanzstar
Schwalbenschwanz-Spint
Ohne nennenswerte Sichtungen fahren wir weiter nach
Auchterlonie. Wir schauen uns zum bestimmt sechsten Mal das kleine Museum an
und vertreten uns ein wenig die Füße. Dann nehmen wir die untere Dünenstraße
ins Nossobtal. Auf der Strecke begegnen wir nur zwei anderen Fahrzeugen.
Bei
Kij Kij erreichen wir das Nossobtal und biegen nach Süden ab. Nach weiteren 14
Kilometern erreichen wir unser Ziel Rooiputs. Zum ersten Mal haben wir
Stellplatz Nummer 6. Dieser hat im Vergleich zu den anderen leider kaum
Aussicht. Müde von der langen Fahrt legen wir uns für eine Stunde in den
Camper. Auch unsere Freunde ruhen sich aus.
Um vier Uhr brechen wir nochmal auf. Wir hatten gehört, dass
es ganz in der Nähe einen Hyänenbau geben soll. Aber wie das mit
Vorankündigungen und vagen Versprechungen so ist – meist bleiben sie unerfüllt.
Wir entdecken weder eine Hyäne, noch irgendeine Spur von dem Tier. Wir fahren
bis Kij Kij und zurück. Die beste Szene, die wir beobachten können, liefert ein
Gleitaar, der eine Ratte verspeist. Sonst ist das meistgesehene Tier die Riesentrappe,
die gefühlt alle hundert Meter herumstolziert. Von Katzen fehlt weiterhin jede
Spur. Wo hat sich das berühmte Löwenrudel von Kij Kij denn nur versteckt?
Gleitaar
Schnurrbärtchen
Riesentrappe
Felsenbussard
Gaukler
Bei Rooiputs parken wir die Autos, schlagen unser
Lager auf, machen Feuer, und Ruth legt unser Grillfleisch ein. Dazu kochen wir
Kartoffeln. Zum Abendessen gibt es Eland-Steaks, Oryx-Fillet, Kartoffeln mit
Dip und Rote-Beete-Salat. Wir spülen und sitzen noch ein wenig zusammen. Obwohl
wir diese Abende mit den vereinzelten Eulen- oder Schakalrufen besonders mögen,
sind wir auch heute so müde, dass wir es nicht mehr lange aushalten, bevor wir
ins Bett gehen. Kurz vorher hören wir noch in weiter Entfernung einen Löwen brüllen.
Es gibt sie also doch noch! Als wir bereits im Zelt sind, dauert es nicht
lange, bis die Hyänen rufen. Kurz darauf hören wir sie um unser Auto
herumwuseln und schnüffeln. Herrlich!
wie schön, mal wieder einen Reisebericht von Euch zu lesen. Eure Fotos und Berichte sind immer sehr inspirierend und ich freue mich schon auf die Fortsetzung!
Viele Grüße
Michael
EulenmuckelThemenstarter2’116 Beiträge · seit 200623. Sept. 2026 ·
@Martin, utaeleonore, Michael: Willkommen bei der Reise. Schön, dass ihr auch dabei seid.
EulenmuckelThemenstarter2’116 Beiträge · seit 200623. Sept. 2026 ·
Montag, 27. Juli 2026 – Löwentag
Rooiputs, KTP
Unser erster Morgen in Rooiputs ist mit ca. fünf Grad nicht
so kalt. Inzwischen haben wir schon Routine bei den morgendlichen Handgriffen,
so dass wir bereits deutlich vor 7:30 Uhr startbereit sind.
Auch wenn hier auf der botswanischen Campsite niemand die
Öffnungszeiten kontrolliert, fahren wir erst zur erlaubten Zeit mit
Sonnenaufgang los. Wir entscheiden uns zunächst für die südliche Richtung und
fahren bis Leeuwdril. Haben wir doch vor sieben Jahren auf genau diesem
Abschnitt unseren einzigen Karakal entdeckt. Überraschenderweise ist der heute
hier nicht anzutreffen, aber man weiß ja nie.
Deswegen kehren wir wieder um und fahren an Rooiputs vorbei Richtung
Kij Kij. Es ist noch wenig los. Wir entdecken einige Greifvögel und
Fuchsmangusten direkt neben der Straße. Nach und nach kommen alle
Familienmitglieder aus ihrem Bau heraus, strecken sich und wärmen sich in der
Sonne.
Ein Schlankichneumon hält von seinem erhöhten Sitzplatz nach
Feinden und Beute Ausschau.
Als wir uns Kij Kij nähern, wird schnell klar, dass es dort
etwas zu sehen geben muss. Unsere Campnachbarn und einige Autos aus Twee Rivieren,
die uns zuvor überholt haben, stehen bereits am Wasserloch. Als wir
näherkommen, entdecken wir die Löwen, die gerade im Begriff sind aufzubrechen.
Einige Löwinnen und den Mähnenchef sehen wir nur noch von hinten, während ein
junges Männchen noch ein Weilchen liegen bleibt und sich dann ebenfalls erhebt
und in Richtung der Dünen nach schräg hinten davonläuft. So ein Mist! Da sind
wir wohl leider zu spät gekommen!
Doch was ist das? Die ersten Autos setzen sich in Bewegung,
und einige folgen dem Rudel auf der Straße, so gut dies möglich ist. Wir haben
nun freie Sicht auf die Straße vor der Wasserstelle. Unmittelbar neben dem
Wasserloch auf der Fahrbahn liegt eine Löwenmutter mit zwei Kleinen.
Wir sind etwas überrascht, dass zwei Autos lieber dem Rudel
folgen, als diese Szene zu beobachten, aber vielleicht haben sie heute ja noch
einen weiten Weg nach Norden. Wir freuen uns auf jeden Fall, dass wir ein wenig
näher heranfahren können und so einen guten Blick haben. Die beiden Jungen
fressen an etwas, das wir zunächst nicht bestimmen können. Die Beute ist nicht
besonders groß und vom Fell her sandfarben, fast löwenähnlich. Welche Antilope
hat denn ein solches Fell?
Schnell beschleicht uns ein ganz unschöner Verdacht … Das
kann doch nicht, … das wird doch nicht …? Ist es doch! Das darf doch nicht wahr
sein! Die Beute ist gar keine richtige Beute, sondern ebenfalls ein
Löwenjunges.
Ach du meine Güte, das ist ja schrecklich! Katrin und
Martin, die hinter uns stehen, erfahren von einem anderen Fahrer, dass das
Junge von den beiden halbstarken Löwenmännchen aus dem Rudel getötet wurde. Wie
schnell sich doch die Sichtweise ändert. Zum Glück sind wir so spät gekommen!
Sehen, wie die älteren das jüngere Löwenkind totbeißen und im Maul hin- und
herbeuteln, müssen wir wirklich nicht.
Außerdem haben wir von einem solchen Verhalten noch nie
gehört. Dass ein Löwenmännchen die Jungtiere seines Vorgängers tötet, um
möglichst schnell die eigenen Gene weiterzugeben, ist uns bekannt, aber dass
Halbstarke dies tun, nicht. Allerdings muss es ja einen Grund geben, warum die
Löwenmütter vor der Geburt das Rudel verlassen und erst später, wenn die Jungen
größer sind, wieder zurückkommen. Auf jeden Fall ist hier ein Unglück geschehen.
Die Szene, die sich uns bietet, ist wirklich grausig, denn die verbliebenen Geschwister
fressen ihr totes Brüderlein oder Schwesterchen auf. Man kann die beiden gut
unterscheiden: Das größere hat einen auffälligen, weißen Fleck auf seinem
Hinterteil, und das andere besitzt einen lustigen Wirbel an der Schulter.
Während sich das restliche Rudel in Richtung Nossob bewegt
und später in den Schatten einiger Sträucher und Bäume legt, können wir uns
nicht losreißen. Die Löwenmutter ruft regelmäßig mit einem kurzen Brüllen. Ob
nach dem restlichen Rudel oder dem verschwundenen dritten Kind, können wir
nicht beurteilen. Sie selbst frisst nicht, gibt aber auf die beiden Kleinen
acht und zieht an dem Kadaver, damit die Jungen mit ihren kleinen Zähnchen an
das Fleisch kommen.
Ihre Bäuche werden praller und praller, und zwischendurch
müssen sie immer wieder ausruhen. Manchmal kauen und ziehen sie mehr
spielerisch an Haut, Fell und Schwanz herum, als dass sie fressen.
Einmal fühlen sie sich gestört, als ein paar andere Autos
zwischen den Fahrzeugen am Straßenrand und den Löwen hindurchfahren, weil sie
über die Dünenstraße ins Auob-Tal gelangen wollen. Ansonsten sind sie aber sehr
entspannt und beachten den Trubel um sie herum nicht weiter. Sehr kooperativ
wechseln sie mal von der linken auf die rechte Seite, laufen zur Wasserstelle,
um zu trinken und kommen dann wieder zurück.
Die Jungen werden abgeschleckt, dann maunzen Mutter und Kind
um die Wette. Es ist ein Wahnsinnserlebnis für uns. Ständig passiert etwas, und
wir wissen manchmal nicht, wohin wir schauen, filmen oder fotografieren sollen.
Als die Sonne höher steigt und es der Löwenmutter wohl zu
warm wird, schnappt sie sich das verbliebene Knäuel aus Fell, Knochen und
Gedärmen und trägt es unmittelbar an unserem offenen Autofenster vorbei in den
Schatten, den das Auto neben uns wirft. Ruth macht sich auf ihrem Sitz ganz
klein und befürchtet schon eine glitschige Blutspur an ihrer Seite des Autos
vorzufinden.
Wir bleiben insgesamt über zweieinhalb Stunden bei den
Löwen, bevor wir unseren Platz für andere Besucher freigeben und zu einem
späten Frühstück nach Melkvlei fahren. Schwarzbrot, Avocado, Leberwurst und
Tomaten schmecken jetzt besonders gut. Auch Katrin und Martin sind völlig
geflasht von der Löwensichtung, und wir haben lange kein anderes Gesprächsthema.
Nach der Pause fahren wir auf direktem Weg an den immer noch
im Schatten liegenden Löwen vorbei nach Twee Rivieren, wo wir am Nachmittag ankommen.
Dort tanken wir, kaufen Brot und entsorgen unseren Müll. Im Restaurant
bestellen wir Roesterkoek für morgen. Dann tauschen wir ein paar Nachrichten mit
Daheim.
Anschließend schauen wir bei Kij Kij noch einmal nach
unseren drei Löwen. Wieder fressen sie an dem toten Löwenjungen. Jetzt kaut
auch die Mutter auf verschiedenen Körperteilen ihres toten Kindes herum. Es ist
wirklich makaber. Wir sind hin- und hergerissen zwischen Faszination und Entsetzen. Selten haben wir bei
Löwen so viel Action gesehen, selten war es aber auch so gruselig zu sehen, wie
ein Artgenosse aufgefressen wird. Seltsamerweise erscheint es schlimmer, wenn anstelle
eines Hufs eine Pfote aus dem Maul hängt oder auf einem Kopf herumgebissen
wird, der dem eigenen so ähnlich ist.
Wir bleiben, solange wir können. Viele Autos stehen dort und
kämpfen um die besten Beobachtungsplätze. Nach und nach brechen sie auf, weil
die meisten noch bis Twee Rivieren oder Kiliekrankie fahren müssen. Die Camper
von Rooiputs bleiben am längsten. Um kurz nach halb sechs reißen wir uns los
und fahren zurück nach Rooiputs.
Dort stellen wir unser Dach auf und wollen
gerade mit den Essensvorbereitungen beginnen, als eine Hyäne direkt durch unser
Camp spaziert.
Wir machen Feuer und grillen Burger. Da wir keine Brötchen
haben, legen wir sie zwischen getoastetes Weißbrot. Dazu braten wir Zwiebeln
an. Aus den übrigen Kartoffeln von gestern machen wir Bratkartoffeln mit Ei.
Außerdem schneiden Katrin und Ruth Paprika für einen Salat. Wieder einmal geht
es uns bestens.
Anschließend entdecken wir ein paar Baumratten im Geäst
neben unserem Camp. Leider sind sie so flink, dass wir sie kaum fotografieren
können.
Nach dem Spülen unterhalten wir uns noch ein wenig, bevor wir müde von
dem aufregenden Tag im Eulennest verschwinden.
Champagner8’791 Beiträge · seit 201023. Sept. 2026 ·
Guten Abend Ihr Zwei,
mir wurde ja in Büsnau beim Anblick dieser Szenen in eurem Fotobüchle schon fast schlecht 🤢 - beim Betrachten der Bilder (auch wenn ich schnell durchgescrollt habe) auf dem großen Screen des Rechners wird es noch schlimmer.
Ich weiß, es ist höchst "unprofessionell", aber ich mag diese beiden Löwenkinder gerade nicht 😡.
Vor Ort empfindet man das Ganze wahrscheinlich ein bisschen anders, da gehört das eher dazu als hier daheim. Trotzdem weiß ich nicht, ob ich da so hätte draufhalten können. Aber was das betrifft, bin ich auch ziemlich zartbesaitet 🙄.
Da schau ich mir doch lieber nochmal dieses Foto an 🥰:
Danke fürs Weiterschreiben und liebe Grüße nach NRW!
Hallo ihr zwei, ein Erlebnis das man so schnell nicht vergisst. Ich gehöre da eher zu den zart Besaiteten und möchte so etwas lieber nicht sehen. Das geht mir zu lange nach.
Black Lion454 Beiträge · seit 201223. Sept. 2026 ·
🫢
Also bei solch einem Sichtungserlebnis verschlägt es ja jedem ersteinmal die Sprache. Und sosehr ich Löwen mag, aber auch ich finde das aus meiner menschlichen Sicht erstmal ziemlich gruselig.
Und auch wenn ich es vermutlich auch getan hätte, so finde ich es sehr bemerkenswert, dass ihr euch dieser Situation damals gestellt und auch Aufnahmen gemacht habt, welche ihr nun jetzt mit uns teilt. Ich denke da gehört schon einiges an Selbstbeherrschung dazu.
Wie vermutlich viele andere, die euren Bericht gelesen und die Fotos gesehen haben, so habe auch ich mir meine Gedanken gemacht, wie es überhaupt zu solch einer Situation kommen konnte. Und auch wenn ich von meinem Stuhl aus natürlich nur mutmassen kann was passiert sein könnte, so hoffe ich doch, dass der Tod des Löwenjungen durch seinen halbstarken Verwandten ein unbeabsichtigter, unglücklicher Unfall gewesen war. Wie du ja geschrieben hast, ziehen Löwinnen ihre Jungen in den ersten 2 Monaten abseits vom Rudel gross. Zum einen weil die Jungen in dieser Zeit noch ziemlich hilflos sind und nicht mit dem Rudel mitlaufen können. Aber auch zum anderen weil ausgewachsene Löwen sehr kräftige Tiere sind und ein kräftiger Prankenhieb genügen kann, um ein kleines Jungtier zu töten. Das ist es auch, was ich hoffe, was passiert ist. Also das das Jungtier dem halbstarken zum Beispiel im Spiel in den Schwanz gebissen hat, als dieser vielleicht am Trinken war und er dem Kleinen dann tragischer Weise einen zu kräftigen tadelden Prankenhieb verpasst hat. Oder vielleicht ist das Löwenjunge auch einfach an einer Infektion gestorben. Ich meine mal gelesen zu haben, dass die Sterblichkeit bei jungen Löwen ziemlich gross ist und nur sehr wenige Tiere das Erwachsenenalter erreichen. Aber wenn das halbstarke Löwenmännchen den Kleinen wirklich in mörderischer Absicht getötet hat, dann... will ich gar nicht weiterdenken.
Das eigentlich gruselige für uns an dieser Sichtung ist ja, dass die beiden jungen Löwen und später auch die Löwin den Jungtierkadaver fressen. Für uns Menschen hier im Forum absolut unvorstellbar, abartig und wiederwärtig. Aber wenn ich ein zeites mal darüber nachdenke und mich in die Situation der Löwen versetze, würden ich das dann noch genauso sehen? Also wenn ich ein Löwe wäre und im KTP um unser Überleben kämpfen müsste?
So weit ich weiss, fressen Löwenmütter die Plazenta der Neugeborenen und ich meine auch ihre Totgeburten. Zum einen aus Nahrungsgründen und zum anderen bestimmt auch um keine anderen Raubtiere durch den Blutgeruch anzulocken. Naja, und von dem Standpunkt aus wird vielleicht auch das Auffressen eines toten Jungtieres nichtmehr allzu abwägig für eine Löwin sein. Vergraben oder einäschern kann sie ihn ja nicht und die einzig andere Alternative wäre ihr totes Jungtier den anderen Raubtieren (Leopard, Gepard, Hyäne, Schakal, etc.) zu überlassen. Und von jungen Löwen weiss man, dass sie mit ca. 3 Monaten anfangen das erste Fleisch zu fressen. Bei einem grossen Löwenrudel und wenig Beute, kann da für den Nachwuchs nicht selten auch mal gar nichts übrig bleiben. Von daher war der tragische Tod ihres Geschwisterchens am Ende vielleicht ganz schlicht eine Möglichkeit zu lernen Fleisch von einem Kavader zu fressen. Das würde auch erklären, warum die Löwenmutter ihrem Nachwuchs dabei geholfen hat, ohne selber was zu fressen.
Das sind jedenfalls so meine Gedanken. Und mit denen kann ich heute Abend hoffentlich dann auch noch gut einschlafen.
na, da hab ich ja gerade zum richtigen Zeitpunkt euren Bericht entdeckt bzw. konnte nun in einem Rutsch bis zur richtigen Stelle durchlesen...
In der Tat ein besonderes Erlebnis. Dabei sehen die Kleinen so niedlich und unschuldig aus🤢
Da geht´s mir wie Bele...dann doch lieber die Erdmanns. Wobei die tatsächlich ja auch ganz giftig sein können...
Und das waren erst knapp 14 Tage eurer Tour. Da kommen bestimmt noch ein paar tolle Erlebnisse.
Ich freue mich auf weitere "Reisesschnipsel".
Viele Grüsse
Marion
Melanie1982699 Beiträge · seit 202323. Sept. 2026 ·
Puh, so oft ich neidvoll auf Sichtungen in verschiedensten Berichten schiele, hier hoffe ich sehr, dass uns so etwas erspart bleibt. Ich wollte die Bilder eigentlich sofort übergehen, aber die Neugier und eine gewisse (negative) Faszination haben mich doch genauer hinschauen lassen. Und irgendwie kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass man seinen Bruder oder seine Schwester frisst. Auch nicht als Löwe, das will mein Kopf nicht wirklich verstehen.
Das könnten die krassesten Löwenbilder gewesen sein, die ich je gesehen habe. Mir fehlen die Worte, aber ich denke, mir geht es ähnlich wie euch. Da kämpfen unterschiedliche Emotionen gleichzeitig um den ersten Platz.
Eigentlich reagieren die Löwen sehr praktisch und das ist ja auch nützlich. Das tote Cup liegen zu lassen, bietet nur Futter für andere Tiere. Gefressen wird es so oder so und Trauer in unserem Sinn, macht es nicht wieder lebendig.
Es wäre schon interessant die Emotionen von Tieren zu verstehen.
Vielleicht war das Anliegen, es quasi mitzunehmen und es nicht zum Fraß für andere Tiere liegen zu lassen.
Da würde ich jetzt gern die Meinung eines Löwenforschers hören.
Wie gesagt, das löst sehr unterschiedliche Emotionen aus.
Eigentlich ist es gar nicht sicher, dass das Jungtier von den größeren Löwen getötet wurde. Es könnte auch eine Vermutung gewesen sein.
Eine Szene zu interpretieren weil es den Anschein hat, und wirklich etwas gesehen zu haben, sind ja zwei paar Schuhe.
die Kannibalismus- Szene der jungen Löwen ist vermutlich mit das Härteste, was mir an "Kill"- Fotos bislang untergekommen ist. Mir ist beim Anschauen der Fotos doch etwas blümerant geworden und ich weiß nicht, ob mir vor Ort nicht übel geworden wäre. Ist schon merkwürdig, wenn Löwen sich an einer gerissenen Antilope o.ä. gütlich tun, ist das halt Natur, beim Verspeisen eines Geschwisterchens dreht sich mir der Magen.
Respekt, dass ihr diese Szenen so festhalten konntet und mit uns teilt.
Liebe Grüße
Kordula
Tinochika1’656 Beiträge · seit 201424. Sept. 2026 ·
Hallo Ruth und Uwe,
Eure Bilder von den Löwen, sind für mich auch nicht einfach anzuschauen. Der Verstand sagt mir, es ist die wilde Natur. Aber wie auch bei anderen Fotos, wo Katzen Katzen fressen, überwiegen die Emotionen. Bilder, auf denen Leoparden Geparden als Beute haben oder Cheetahs und Leoparden den Wildkatzen den Garaus machen, gehen in die gleiche Richtung. Ich weiß nicht genau, ob ich mir diese Szenen in der Natur anschauen könnte. Es würde mich belasten und eine anschließende Bildbearbeitung für mich wahrscheinlich unmöglich machen. Aber vielleicht ist dies auch meiner besonderen Liebe zu Katzen geschuldet.
EulenmuckelThemenstarter2’116 Beiträge · seit 200624. Sept. 2026 ·
@Sascha: Den Anblick der Mutter mit dem Jungtierkopf finden wir auch übel.
@Bele: Wir können verstehen, wenn dir die zwei Löwenkinder irgendwie unsympathisch sind. Aber wenn man ihnen genau in die Augen schaut, sehen sie sowas von unschuldig aus, und man erliegt ihrer Niedlichkeit.
@Carsten: Gruselig war diese Sichtung wirklich. Wir bleiben noch ein paar Tage im KTP, dann geht es auf eine super-entspannte, ungruselige Runde durch Südafrika.
@Andrea: Vielleicht hätten wir am Anfang des Beitrags eine Warnung aussprechen sollen, was euch erwartet. Uns hat diese Situation auch noch lange beschäftigt (und tut es noch).
@Makra: Ja. Das gehört wohl dazu.
@Black Lion: Hoffentlich konntest du gut schlafen. Vielen Dank für deine Überlegungen. Wir können uns auch gut vorstellen, dass das Löwenjunge eher unabsichtlich von einem älteren Rudelmitglied getötet wurde. Und so tragisch oder makaber es auch ist – nach dem Tod handelt es sich um einen Kadaver, den man fressen kann. Und genau das haben die drei gemacht. Die moralisch-ethische Überlegung (man kann doch nicht seine Schwester/ seinen Bruder fressen) kommt ausschließlich von uns Menschen. Und wie du auch geschrieben hast: Ein Kadaver zieht Hyänen, Schakale und Geier an. Für die Löwen kann es sinnvoll sein, die vorhandene Nahrung selbst zu nutzen, statt sie anderen zu überlassen.
@Marion: Niedlichkeit und Unschuld wollen wir den zwei Löwenkindern nicht absprechen. Natürlich haben wir in den verbleibenden Wochen auch noch viel erlebt, aber dies war mit Abstand die speziellste Begegnung.
@Melanie: Du beschreibst es sehr gut. Auch bei uns überwog die Faszination. Lieber hätten wir nur die Löwen ohne Familiendrama beobachtet. Und mit unserer menschlichen Denke können wir das Gesehene einfach nicht verstehen.
@Silvia: Für uns war es auch die speziellste Löwensichtung unserer Safarikarriere. Und du hast Recht: Wir haben selbst nicht gesehen, was genau passiert war und können daher nicht sicher sein.
@Kordula: Auch bei anderen Kill-Szenen kann einem vor Ort übel werden, aber vermutlich aus anderen Gründen.
@Ingrid: Ja, mit manchen Opfern hat man weniger Mitleid, mit anderen mehr. Auch das ist menschlich.
Vielen Dank, dass ihr euch so intensiv mit diesem Kapitel beschäftigt habt.
Das Brüllen der Löwenmutter im Video haben wir euch erspart. Wenn ein Löwe unmittelbar neben dem Auto brüllt, geht das immer durch Mark und Bein. In diesem speziellen Fall interpretiert man in das Rufen noch mehr hinein als einfach nur die Kontaktaufnahme zum Rudel.
Eulenmuckel schrieb:@Silvia: Für uns war es auch die speziellste Löwensichtung unserer Safarikarriere. Und du hast Recht: Wir haben selbst nicht gesehen, was genau passiert war und können daher nicht sicher sein.
So ganz ausgeschlossen ist es ja trotzdem nicht, dass die zwei Halbwüchsigen die Täter waren. Sie könnten theoretisch schon damit begonnen haben ihren Abspruch auf das Gebiet geltend zu machen und künftige Fresskonkurrenten oder Rivalen auszuschalten, bevor sie gleichstark sind.😊.
Aber auch das ist Spekulatius . Die Beobachtung war jedenfalls hochinteressant und vermutlich einmalig.