Der achte Kontinent - Madagaskar 2026

Reisebericht 88 Antworten · 4’063 Aufrufe · gestartet 16. Aug. 2026 von H.Badger
Themenstarter1’863 Beiträge · seit 201615. Sept. 2026 ·

4. Kapitel: Vom Canal des Pangalanes nach Andasibe

Der Tag beginnt für uns mit dem Sonnenaufgang. Herrlich ist es heute. Das Palmarium leuchtet in seinen schönsten Farben und macht uns den Abschied schwer.

Wie wundervoll sind hier Strand und Wald. Alles ist fast menschenleer und wunderbar still. Da möchte man zum Augenblicke sagen: „Verweile doch! du bist so schön!“ Das Palmarium Beach Hotel gehört als Gesamtpaket wohl tatsächlich zu den schönsten Orten, die wir bisher besucht haben:

Über den Strand spazieren wir gemütlich zum Frühstück. Und wenig später heißt es gut gestärkt Abschied nehmen vom ersten Paradies unserer Rundreise. Starke Schultern schleppen unser Gepäck dankenswerterweise zum Bootsanleger, während wir zum Glück daran denken, unseren eingelagerten Proviant aus dem Restaurant abzuholen.

Als wir auf unser Boot warten, das uns zurück in die Zivilisation bringen wird, durchbrechen einmal mehr die Rufe der Schwarzweißen Varis die morgendliche Stille. Was für ein schöner Abschiedsgruß! Eines der Tiere posiert im schönen Morgenlicht kurz für uns, bevor die Bande sich tiefer in den Wald zurückzieht. Hier entsteht eines meiner Lieblings-Lemurenfotos der Tour.

Die Bootsfahrt über Seen und durch den Kanal verschlafen die Kinder weitgehend und träumen wahrscheinlich davon, dass sie bald wieder Handyempfang haben. Denn Netzabdeckung oder gar WLAN waren im Palmarium Fremdwörter. Meine Frau und ich genießen derweil die an uns vorbeiziehende Landschaft und den Anblick der vereinzelten Dörfer.

Nach einer guten Stunde erreichen wir unser Ziel und werden fröhlich von Alain empfangen, der eine gute und entspannte Zeit am Strand verbringen konnte, nachdem wir ihm vorgestern gern ein für uns sehr kostengünstiges Upgrade auf einen kleinen Bungalow gezahlt haben. Er hätte sonst wohl im Auto übernachten müssen…

Schnell ist unser Gepäck verladen und die Fahrt über vertraut-schlaglöcherige Straßen beginnt. Auch heute sind zahlreiche Lastwagen unterwegs und so gestaltet sich der Transfer einmal mehr als eine Mischung aus Beschleunigen, Bremsen, waghalsigem Überholen und Pothole-Slalom. 🙃

Zum Glück müssen wir heute aber nicht zurück nach Antananarivo. Unser Ziel ist die Vakona Lodge nahe Andasibe. Die Fahrt wird also nur gute fünf Stunden dauern.

Sie ist trotz bekannter Strecke abwechslungsreich. Immer wieder gibt es etwas Landestyptisches zu entdecken.

Eine Straßensperrung droht uns aber für unkalkulierbar lange Zeit aufzuhalten. Alain wird sichtlich nervös. Als ein zum Leichenwagen umfunktioniertes Taxi Brousse – gut erkennbar an einer Flagge und einem in Tücher eingeschlagenen Sarg auf dem Autodach – durchgelassen wird, wittert er seine Chance und hängt sich kurzerhand an die Fersen des Gefährts. Falls wir von der Polizei angehalten werden sollten, sollten wir doch bitte sagen, dass wir unbedingt einen frühen Flug in Tana bekommen müssten. Während wir also mit mehr oder weniger großer Anspannung hinter dem Leichenwagen herfahren, können wir interessiert beobachten, wie das Leben am Straßenrand kurz innehält und die Menschen in respektvoller Geste ihre Kopfbedeckungen abnehmen, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen.

Nach einiger Zeit biegt der Leichenwagen ab und wir setzen unsere Fahrt entspannt fort, bis wir irgendwann wieder auf unsere heißgeliebten Tanklaster treffen.

Nach kurvenreicher Fahrt erreichen wir am späten Vormittag das Maromizaha-Wiederaufforstungsprojekt, das u.a. von EU und KFW finanziert wird.

Hier legen wir eine längere Pause ein und werden von einem Mitarbeiter über die hiesige Arbeit informiert. Neben der Neubepflanzung gerodeter Flächen betreibt das Projekt auch die lokale Schule. Da jedoch gerade Ferien sind, ist auf Hof und Sportplatz nichts los. Zum Abschluss können wir an einem Hang selbst ein paar Setzlinge einpflanzen. Auch wenn die Aktion keineswegs spektakulär ist, macht es gerade den Kindern Freude, hier ein wenig tätig zu werden. Und wir freuen uns darüber, das Projekt in kleinem Rahmen finanziell unterstützt zu haben.

Der Auslauf hat uns allen gutgetan und so steigen wir frohen Mutes wieder in unseren Kleinbus und kurven für die nächste Zeit weiter in Richtung Andasibe. In einem am Waldrand gelegenen Restaurant machen wir eine längere Nachmittagspause. Hier kann man richtig gut essen und der Ausblick auf Bäume und ein kleines Flüsschen ist idyllisch. Ein schöner Ort zum Verschnaufen! Hier haben wir auch das erste Mal Kontakt zu „World Cola“, der afrikanischen Alternative zu den großen Weltkonzernen, die neben Madagaskar vor allem auf dem west- und zentralafrikanischen Markt angeboten wird. Weniger süß als die amerikanische Konkurrenz – die sowieso nur selten auf der Insel zu bekommen ist – wird sie zu einem treuen Begleiter auf unserer Reise werden.

Nach der Pause fahren wir durch das Örtchen Andasibe und steuern den Wald an, in dem die Vakona Lodge liegt, unsere Herberge für die kommenden zwei Nächte. Die wenigen Kilometer Waldweg haben es für unser Gefährt jedoch nochmal in sich. Nur langsam kommen wir holpernd voran und Alain kann seine Anspannung nicht immer verbergen: Irgendwie hatte er die Anfahrt weniger rustikal in Erinnerung.

Am späten Nachmittag erreichen wir die Lodge, die abgeschieden inmitten des Waldes liegt. Das Haupthaus mit Restaurant erhebt sich in einem Talkessel am Ufer eines kleinen Sees. Am Hang gruppieren sich einige Reihenhaus-Hütten. Der Ersteindruck ist schonmal positiv.

Eigentlich wollten wir heute noch das hoteleigene Lemuren-Reservat erkunden. Jedoch ist es dafür bereits zu spät und wir verschieben den Besuch kurzerhand auf den nächsten Tag.

Das Gepäck wird die recht steilen Treppen hinauf zu unserem Häuschen geschleppt und wir sind gleich angetan von dem schönen Ausblick, den wir von unserer kleinen Terrasse auf den See haben. Das Häuschen selbst bietet wieder zwei offene Etagen und damit genug Raum für uns vier. Alles ist hier vergleichsweise schlicht und zweckmäßig gestaltet, dabei aber sauber und gepflegt.

Während die Kinder zuerst in der Hütte chillen und dann den Pool nutzen möchten, verspüren meine Frau und ich nach der langen Fahrt gleich einen großen Bewegungsdrang. Ein kleiner Trail lädt uns zum Spaziergang ein und führt uns auf nass-glitschigen Pfaden durch tiefgrüne Vegetation an einem kleinen Bachlauf entlang, den wir auf Holzstegen immer wieder überqueren. Ein wirklich schöner Spaziergang, den wir bei unserem Aufenthalt noch mehrmals machen werden. Unsere Hoffnung auf Tierbegegnungen wird aber heute enttäuscht. Zu dicht ist das Grün, zu hoch sind die Bäume.

Zurück am See der Lodge erleben wir aber dann doch noch ein kleines Vogel-Highlight, denn hier ist gerade ein winziger Malegassenzwergfischer unterwegs. Das Licht ist im Talkessel zwar nicht mehr berauschend. Trotzdem sind wir froh, dass wir den bunten Vogel auf mehreren seiner Ansitze über längere Zeit beobachten und fotografieren können.

Unaufhaltsam wird es immer dunkler und schließlich verabschieden wir uns von dem kleinen Kerl und kehren zu unserem Nachwuchs zurück, der eine gute Zeit im (nicht gerade warmen) Pool der Lodge verbracht hat. Auf dieser Reise wird uns verstärkt deutlich, dass ein wichtiger Bestandteil harmonischen Beisammenseins daraus bestehen mag, dass jedes Familienmitglied seine Freiheiten hat und kein durchgehender Aktivitätenzwang im Familienverbund besteht. Und so einigen wir uns auch jetzt darauf, dass heute Abend nur die Eltern auf eine geführte Nachtwanderung gehen werden, während die Kinder in der Hütte bleiben oder im Haupthaus Billard spielen möchten.

Was uns im nächtlichen Wald vor die Linse gekommen ist, erzähle ich aber erst im nächsten Teilkapitel.

Website: www.picturesgonewild.de SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
zuletzt bearbeitet 15. Sept. 2026
702 Beiträge · seit 202315. Sept. 2026 ·
Hallo Sascha! 


Das mit dem harmonischen Familienleben im Urlaub kenne ich nur zu gut. Unsere Große klinkt sich immer mehr aus, nächstes Jahr fliegt sie schon gar nicht mehr mit. Und auch die Kleine fängt an, ab und zu mal nichts mit Mama und Papa machen zu wollen. Bringt einerseits mehr Zeit zu zweit, andererseits hätte ich nicht gedacht, dass das so früh schon passiert. Aber wir hatten dieses Jahr auch einen sehr entspannten Urlaub, weil wir die Kids einfach oft haben machen lassen 

Themenstarter1’863 Beiträge · seit 201616. Sept. 2026 ·
@Melanie1982 

Hallo Melanie,

ja - so schnell vergeht die Zeit. Wir hätten auch nicht gedacht, dass die Selbständigkeit so früh beginnt... Aber tatsächlich führen die neuen Freiheitsgrade auch zu einem höheren Entspannungsgrad bei allen Beteiligten.

Wir versuchen die Lust am Mitfahren noch aufrecht zu erhalten, indem jedes Familienmitglied reihum Reiseziele wünschen kann. So kommt jeder mal zu seinem Recht. Allein in den Wünschen wird aber deutlich, dass wir durchaus unterschiedliche Vorstellungen von einem guten Urlaub haben. Die Kunst besteht dann darin, innerhalb einer Reise die Bedürfnisse aller irgendwie zu berücksichtigen. Im Falle von Madagaskar waren das mit Blick auf die Kids vor allem die fünf Nächte auf Nosy Be in einem schönen Hotel am Strand. 

Lieber Gruß

Sascha

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702 Beiträge · seit 202316. Sept. 2026 ·


H.Badger schrieb:@Melanie1982 

Hallo Melanie,

ja - so schnell vergeht die Zeit. Wir hätten auch nicht gedacht, dass die Selbständigkeit so früh beginnt... Aber tatsächlich führen die neuen Freiheitsgrade auch zu einem höheren Entspannungsgrad bei allen Beteiligten.

Wir versuchen die Lust am Mitfahren noch aufrecht zu erhalten, indem jedes Familienmitglied reihum Reiseziele wünschen kann. So kommt jeder mal zu seinem Recht. Allein in den Wünschen wird aber deutlich, dass wir durchaus unterschiedliche Vorstellungen von einem guten Urlaub haben. Die Kunst besteht dann darin, innerhalb einer Reise die Bedürfnisse aller irgendwie zu berücksichtigen. Im Falle von Madagaskar waren das mit Blick auf die Kids vor allem die fünf Nächte auf Nosy Be in einem schönen Hotel am Strand. 

Lieber Gruß

Sascha

Bei unserer Großen ist der Wunsch leider inzwischen, gar nicht wegzufahren. Sie war jetzt ja schon die Woche in Norwegen nicht dabei, aber bei einer längeren Fernreise tu ich mich tatsächlich schwer, ohne sie zu fliegen. Aber bevor es ihr so überhaupt nicht gefällt und es nur ein "Absitzen" ist, bleibt uns als Alternative nur, dass wir alle daheim bleiben. Und das geht irgendwie dann doch auch nicht. Die Kleine war bisher immer für alle Schandtaten bereit, hat dieses Jahr allerdings auch schon mehrfach geäußert, was sie möchte und was nicht. Jetzt müssen wir Kompromisse eingehen bzw wie mit Mauritius dann eben eine Lösung finden, die für alle gut ist.


Lg, Melanie

220 Beiträge · seit 202316. Sept. 2026 ·
Hallo Sascha,

heute hatte ich endlich einmal Zeit deinen Reisebericht in Ruhe und intensiv anzuschauen. 

Die vielen verschiedenen Lemuren finde ich sehr interessant und außergewöhnlich.

Für eure Familie finde ich es sehr schön, gemeinsam ein noch relativ unberührtes und ursprüngliches Reiseland zu entdecken und zu erkunden. Solche besonderen Erlebnisse bleiben sicher noch lange in Erinnerung 😊 

Liebe Grüße, Sabine 



Themenstarter1’863 Beiträge · seit 201617. Sept. 2026 ·
@Melanie1982 

Liebe Melanie,

dann halte ich euch die Daumen, dass das "Daheim-Bleiben" nicht die letzte Lösung sein wird und ihr - wie bei Mauritius auch - in Zukunft einen gemeinsamen Nenner finden werdet!


@Makalani 

Hallo Sabine,

willkommen an Bord unseres Madagaskar-Trips!

Die Lemuren haben uns in ihrer Vielfalt auch total begeistert. Und auch darüber hinaus war der Aufenthalt auf Madagaskar ganz bestimmt eine nachhaltig wirksame Reiseerfahrung. Ich kann für die, die ein wenig Abenteuerlust verspüren und keine großen Rückenprobleme haben, eine Reise dorthin wirklich empfehlen!

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Themenstarter1’863 Beiträge · seit 201617. Sept. 2026 ·

Fortsetzung

Zur verabredeten Zeit treffen wir den Nightwalk-Guide an der Rezeption der Vakona Lodge. Unsere Gruppe besteht neben uns noch aus einer niederländischen Familie, die tatsächlich todesmutig als Selbstfahrer unterwegs ist. Als wir ins Gespräch darüber kommen, warum unsere Kinder nicht an der Nachtwanderung teilnehmen, aber deren Kinder schon, bekommen wir von dem Filius nur die trocken servierte Antwort: Wir wurden gezwungen… 🙃

 Im Schein der Taschenlampen marschieren wir die Auffahrt zur Lodge hinunter. Links und rechts der Straße herrscht dichte Vegetation. Immer wieder können wir schlafende Chamäleons unterschiedlichster Größe entdecken.

Den Anfang macht das von Kopf bis Schwanzwurzel nur etwa fünf Zentimeter messende Big Nose Chameleon (Calumma nasutum).

Bald darauf können wir einen weiteren Winzling entdecken: Das Perinet Chamäleon (Calumma gastrotaenia), das kaum größer als sein dicknasiger Verwandter ist.

Für Abwechslung sorgen einige Frösche – darunter ein nicht weiter bestimmter Ruderfrosch.

Das Kurzhorn-Chamäleon ist im Vergleich zu den zuvor entdeckten Zwergen ein ganz schöner Brocken.

Nachdem wir auf einen kleinen Waldweg abgebogen sind, entdecken wir im dichten Gestrüpp bald das Highlight der Exkursion: Aus großen Augen blickt uns ein Goodman-Mausmaki entgegen. 🤩Diese Gesellen zählen zu den kleineren Vertretern der Mausmakis und somit zu den kleinsten Primaten. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von nur neun Zentimetern. Ein absoluter Zuckerschock!

Die Vegetation ist hier leider sehr dicht und damit bleibt die Sicht auf den Mini-Lemuren ziemlich eingeschränkt. Wir recken Kopf und Kamera, um die Sichtung für uns zu dokumentieren. Das kleine Kerlchen hält dabei trotz unserer Hampeleien erstaunlich still. Wir vermuten, dass er sich im Torpor (Reduktion des Energieverbrauchs durch eine gezielte Verlangsamung des Stoffwechsels) befand. Diese Fähigkeit besitzen einige der kleinen Lemurenarten in unterschiedlicher Ausprägung.

Wir sind nach dieser Begegnung absolut selig: Unsere ersten Mausmaki-Fotos sind im Kasten! So niedlich!

Auf dem weiteren Weg entdeckt der Sohn der Niederländer einen kleinen Skorpion an einem Baumstamm. Auf Madagaskar gibt es keine Tiere, deren Gift dem Menschen ernsthaft gefährlich werden könnte. Das entspannt die Lage auf den zahlreichen Dickicht-Spaziergängen dieser Reise (auch im Angesicht der mangelhaften medizinischen Versorgung) doch deutlich.

Bald ist es Zeit zur Lodge zurückzukehren. Wir entdecken noch ein paar Vertreter der kleinen Chamäleonarten.

Im See der Lodge suchen wir zum Schluss noch nach Fröschen und werden recht schnell fündig: Ein Madagaskarruderfrosch (so meine Vermutung…) lugt uns fotogen aus einem Blätterkelch entgegen.

Im Restaurant treffen wir die Kinder wieder. Da die Wanderung länger als gedacht gedauert hat, haben sie bereits versucht, für sich ein Abendessen zu bestellen. So hatten wir das vor unserem Aufbruch mit ihnen abgesprochen. Die Order konnten sie dann zwar auch platzieren, jedoch hat das Personal dummerweise mit dem Servieren gewartet, bis auch die Eltern irgendwann eingetroffen sind… Wir werden also von ziemlich angesäuertem Nachwuchs empfangen. 😡

Die Qualität des Essens ist völlig in Ordnung. Und da die Tische rund um einen offenen Kamin angeordnet sind, sitzt man in recht schöner Atmosphäre. Ein Billardtisch sorgt nach dem Essen für einen versöhnlich-vergnüglichen Restabend.

Morgen soll es in den Analamazaotra Mantadia Nationalpark gehen. Hier wird die Suche nach dem Indri im Mittelpunkt stehen. Wir freuen uns, den größten Lemuren wiederzusehen und hoffentlich auch zu hören. Und wir sind gespannt, was wir darüber hinaus noch entdecken können, denn ein Regenwald beherbergt schließlich jede Menge unterschiedlichen Lebens.

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zuletzt bearbeitet 17. Sept. 2026
8’791 Beiträge · seit 201017. Sept. 2026 ·


H.Badger schrieb:

Fortsetzung

 

Den Anfang macht das von Kopf bis Schwanzwurzel nur etwa fünf Zentimeter messende Big Nose Chameleon (Calumma Nasutum).


Das sieht ja lustig aus 🙃!

Torpor (Reduktion des Energieverbrauchs durch eine gezielte Verlangsamung des Stoffwechsels) befand. Diese Fähigkeit besitzen einige der kleinen Lemurenarten in unterschiedlicher Ausprägung.


😱 Ich glaube, ich besitze diese Fähigkeit auch! Zumindest fühle ich mich im Moment nach viel körperlicher Arbeit im Freien heute so 😁😂! TORPOR muss ich mir wohl merken!

Diese Nachtwanderung erinnert mich sehr an Costa Rica - zum Glück sind meine Söhne damals freiwillig mit, aber sie waren auch schon älter...

 
Morgen soll es in den Analamazaotra Mantadia Nationalpark gehen. Hier wird die Suche nach dem Indri im Mittelpunkt stehen. Wir freuen uns, den größten Lemuren wiederzusehen und hoffentlich auch zu hören. Und wir sind gespannt, was wir darüber hinaus noch entdecken können, denn ein Regenwald beherbergt schließlich jede Menge unterschiedlichen Lebens.

Ich bin auch gespannt!

Danke für dieses Kapitel und einen schönen Abend - Gruß Bele

Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
790 Beiträge · seit 200617. Sept. 2026 ·
Lieber Sascha,


ab jetzt bin ich hier auch dabei - mit absoluter Begeisterung! Zu Madagaskar weiß ich so ziemlich... gar nix 🙃 Umso interessanter ist dein Bericht. Von den vielen tollen Sichtungen von klein (wie winzig so ein Chamäleon sein kann!) bis groß (herrlich, die unterschiedlichen Lemuren, ich finde: einer schöner als der andere) bin ich ganz hingerissen. Und jetzt habe ich noch nicht den supergoldigen Tenrek und das Aye Aye erwähnt. 

Euer Aufenthalt auf der Insel war ja schon mal ein genialer Start, und zum Glück war für jede(n) von euch was dabei! So sollten Familienurlaube sein. Nun bin ich gespannt, was ihr noch alles erlebt habt und werde hier wohl einen ungeheuren Wissenszuwachs haben - danke dafür! Und übrigens: ich lese deine Texte mit großem Genuss, man ist förmlich mit dabei 🤩

Viele Grüße aus der Grafschaft in die Stadt!

Tanja

Themenstarter1’863 Beiträge · seit 201618. Sept. 2026 ·
@Champagner 

Liebe Bele,

jeder sollte sich mal einen Torpor gönnen. Ich habe mir meinen fest für das Wochenende vorgenommen. 😉

Tatsächlich hat mich die Nachtwanderung auch stark an ähnliche Aktivitäten in Costa Rica erinnert - nur mit viel weniger Spinnen und anderem Krabbelgetier. Ich muss zugeben, dass unsere Kinder nach den Erlebnissen in Mittelamerika nicht mehr immer sofort "Hier!" rufen, wenn wir eine Dschungel-Nachtwanderung vorschlagen...


@Tanja 

Liebe Tanja,

wie schön, dass du hier jetzt auch mitliest! Danke für deine wertschätzenden und motivierenden Worte. Ich freue mich sehr darüber, denn es ist immer schön zu rückgemeldet zu bekommen, dass ein Bericht mit Freude gelesen wird. 

Sichtungstechnisch können wir uns bis zum aktuellen Zeitpunkt der Reise wirklich nicht beschweren. Und auch weiterhin werden wir eigentlich kaum einen Grund zum Nörgeln haben. Ich freue mich schon darauf, hier noch ein paar sehr spannende Arten zeigen zu können.

Liebe Grüße aus der Stadt in die Grafschaft!

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38 Beiträge · seit 202019. Sept. 2026 ·

Hallo Sascha,

sonst eher als stiller Mitleser unterwegs, möchte ich mich für den wunderbaren, interessanten Bericht über Madagaskar bedanken.


Das das Gesundheitssystem keinesfalls mit europäischen Standards vergleichbar ist, hat uns schon unsere Nichte berichtet, die im Frühjahr 4 Wochen mit einem Team , ( Zahnärzte) im Rahmen eines humanitären Projekts vor Ort gearbeitet hat.

Und sie war schon in vielen Ländern im Einsatz.....


Die Idee mit dem Moskito - Iglu ist ein super Tipp. Wir hatten bisher zwar immer ein zusätzliches Moskito Netz dabei, aber die Befestigung war oft eine Herausforderung.

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung des Berichts.

Viele Grüße 

Ute


Themenstarter1’863 Beiträge · seit 201620. Sept. 2026 ·
@Agapanthus 

Hallo Ute,

wie schön, dass du dich hier im Thema zu Wort meldest! 🙂

Da war deine Nichte ja ganz nah dran. Wir waren froh, dass wir hier keine authentischen Eindrücke sammeln mussten. Die Erzählungen haben hier schon starken Eindruck hinterlassen.

Das Iglu-Netz ist klasse. Hat sich sehr bewährt und kann unbedingt weiterempfohlen werden.

Lieber Gruß

Sascha

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zuletzt bearbeitet 20. Sept. 2026
Themenstarter1’863 Beiträge · seit 201620. Sept. 2026 ·

Kapitel 5: Der Ruf

Zu Sonnenaufgang werde ich wach. In den Ferien gelingt das kurioserweise ganz ohne Wecker vorzüglich. Ich stehle mich aus unserer Hütte und blicke direkt auf eine Nebelwand. Eigentlich wollte ich jetzt nach Vögeln suchen. Aber die müssten schon auf Armeslänge entfernt sitzen, damit man sie überhaupt erkennen oder gar sinnvoll ablichten könnte…

Sehr malerisch brechen nach einiger Zeit erste Sonnenstrahlen durch die Nebeldecke.

Und ich mache mich auf den Weg zu den Büschen, in denen wir gestern Abend Chamäleons entdeckt haben. Die Kleinen finde ich erstaunlicherweise nicht wieder. Trotz der niedrigen Morgentemperatur müssen sie schon unterwegs sein. Dafür treffe ich bald ein Kurzhornchamäleon an seinem gestrigen Schlafplatz an. Auch dieses Tier ist bereits in veritabler Zeitlupe unterwegs. Seine Vorwärtsbewegung besteht aus einem dauernden „Voranzittern“ – die Idee dahinter ist, potenziellen Beutegreifern zu signalisieren: „Ich bin nur ein welkes Blatt im Wind.  Hier gibt es nichts zu sehen. Bitte essen Sie anderswo!“ Geduldig betrachte ich die Echse, bis sie endlich in eine Position gestottert ist, die mir ein unverbuschtes Foto ermöglicht. Bestimmt zwanzig Minuten mag das gedauert haben…

Bei meiner Rückkehr zu unserer Hütte hat die Sonne den Nebel bereits weitgehend besiegt. Die Hänge der Vakona Lodge sind in schönes Licht getaucht und so freue ich mich darüber, nun endlich doch noch einen (zugegebenermaßen auf der Insel ziemlich gewöhnlichen) Vogel ablichten zu können: Eine Madagaskarstelze.

In der Zwischenzeit ist auch der Rest der Familie in den Tag gestartet und so brechen wir nach einem guten Frühstück am wärmenden Kamin zu unserem Ausflug in den Analamazaotra Mantadia Nationalpark auf, den wir nach knapp halbstündiger Fahrt erreichen.

Am Eingangstor erwartet uns bereits unser heutiger Guide: Monique. Während die patente Dame sich um die Formalitäten kümmert, erkunden wir ein kleines Museum, in dem man auf diversen Schautafeln Interessantes über die Lemurenwelt Madagaskars und besonders den Indri Indri erfahren kann.

Wenige Minuten später beginnt die gemeinsame Wanderung, die uns knapp vier Stunden über Stock und Stein durch den Wald führen wird.

Wir bestaunen die sattgrüne Pflanzenwelt mit ihren Farnen, Aloen und natürlich der Ravenala madagascariensis – dem „Baum der Reisenden“ mit seinen fächerartigen Blättern. Diese Strelitzie ist der Wappenbaum Madagaskars und typisch für die Regenwälder des Ostens.

Ein erster Vogel kommt uns vor die Linse: Ein weiblicher Madagaskardajal.

Wir staunen über den Schattenriss eines Geckos, der durch ein großes Aloenblatt hindurchscheint.

Schnell finden wir auch die ersten Braunen Makis. Etwa fünf Tiere sind weit oben in den Wipfeln der Bäume unterwegs. An vorzeigbare Fotos ist hier nicht zu denken.

Bald darauf ertönt aus weiter Ferne der Ruf der Indris und unsere Augen beginnen zu leuchten. Zaghaft legt sich der Gesang über den Wald und wir verstehen schnell, dass die Verursacher nicht in unserer Reichweite sein werden. Hoffen wir, dass es noch andere Indri-Familien gibt, die sich gerade in Wander-Distanz zu uns aufhalten…

Voller Elan setzen wir unseren Weg auf einem der Hauptpfade des Parks fort, der gut ausgebaut und leicht zu begehen ist. In den nächsten Stunden werden wir aber immer wieder auf mehr oder weniger sichtbaren Trampelpfaden von diesem Weg abweichen, um die unterschiedlichen Regenwaldbewohner aus der Nähe betrachten zu können.

Bevor wir den Weg aber zum ersten Mal verlassen werden, entdecke ich einen Blau-Seidenkuckuck, der wunderbar exponiert auf einem dicken Ast in gar nicht so weiter Entfernung sitzt. Diese Art wollte ich im Vorfeld gern sehen und fotografieren. Dann begehe ich aber leider einen folgenschweren Fehler und mache unsere Führerin auf die Sichtung aufmerksam. Und diese legt sofort los: Um den schönen Vogel anzulocken, bricht sie in ein lautstarkes Gekrähe und Gegackere aus, das den Seidenkuckuck aber wenig überraschend dazu motiviert, sich schnell tiefer ins Blattwerk zurückzuziehen. Wir sind erstmal konsterniert: Schon erstaunlich, dass Vögel auch auf Madagaskar auf lautes Rufen und Krächzen mit Flucht reagieren… Wieder was gelernt… 🙃

Etwas verschnupft gehen wir weiter und fassen insgeheim den Vorsatz, Sichtungen erst mitzuteilen, wenn wir sie dokumentiert haben…

Wenig später haben wir jedoch keine Zeit mehr zum Murren, denn Pfiffe aus dem Dickicht lassen unsere Führerin innehalten. Sie bedeutet uns, nun den Weg zu verlassen und wir staksen gemeinsam für einige Zeit vorbei an großen Termitenhügeln durchs Unterholz.

Es stellt sich heraus, dass im Nationalpark mit Spähern gearbeitet wird, die bereits früh am Morgen aufbrechen, um die Guides der Touristengruppen mit Pfiffen (oder über das Mobiltelefon) auf Sichtungen aufmerksam zu machen.

Zielsicher werden wir daher zu einer weiteren Familie Brauner Makis geführt, die abermals hoch in den Wipfeln unterwegs ist, und bereits von ein paar anderen Besuchern beobachtet wird. In hohem Tempo wechseln die Tiere mit mühelos wirkenden Sprüngen die Bäume und verharren dazwischen immer nur kurz. Das lässt sich vortrefflich mit Nackenstarregefahr beobachten. Das Fotografieren ist aber eine ganz andere Nummer: Dunkelgrünes Blattwerk, ein dichtes Gewirr aus Ästen, hellblauer Himmel als Hintergrund, braune und bewegungsfreudige Tiere: Ein Traum für jeden Fotografen.

An dieser Stelle fällt uns nicht zum ersten Mal auf, dass unsere geliebte 500er Festbrennweite nicht das perfekte Wildlife-Objektiv für madagassische Verhältnisse ist. Hier benötigt es oft mehr Flexibilität und so sind wir froh darüber, auch ein Zoom-Objektiv im Gepäck zu haben.

Fototechnisch entsteht bei dieser schönen Beobachtung daher sehr viel Ausschuss und nur wenig Vorzeigbares. Wenigstens ein Maki-Portrait soll es aber in den Bericht schaffen.

Wir reißen uns von den quirligen Lemuren los, bahnen uns den Weg zurück zum Hauptpfad und betrachten immer wieder die schöne Vegetation, von der wir leider kaum Ahnung haben. Hier stellvertretend eine nicht näher bestimmte Orchidee.

Erneute Pfiffe signalisieren uns, dass es bald wieder etwas zu beobachten gibt. Monique kündigt lächelnd an, dass wir nun in Kürze den Indris begegnen werden. Voller Vorfreude manövrieren wir uns durch das Unterholz und entdecken zuerst weitere Touristen, die bereits hoch in die Wipfel starren. Ganz weit oben erspähen wir dann auch wenig später drei Indris. Zuerst stellt sich ein Gefühl der Ernüchterung ein, denn die Tiere sind gerade so viel schlechter zu beobachten als im Palmarium Reservat, wo wir sie auf Augenhöhe in Nahdistanz vor uns hatten.

Nun heißt es also geduldig warten, bis die Tiere sich vielleicht in tiefere Gefilde herabbewegen. Zum Glück tun sie uns diesen Gefallen und so können wir die großen Lemuren doch noch ganz schön von schräg-unten aus beobachten.

Das 500er-Objektiv taugt auch hier nur für Portraits. Gut, dass auf dem zweiten Body das 100-500er montiert ist.

Scheinbar schwerelos wechseln die großen Indris mit beeindruckenden Sprüngen von Baum zu Baum.

Und dann beginnt es irgendwann: Ein Familienmitglied hebt zum Reviergesang an, die anderen stimmen nach und nach ein. Wir stehen schräg unter den Sängern und haben einen unverstellten Blick auf eines der Tiere.

Die Rufe schwellen an und ab. Sie verweben sich miteinander zu einem Sirenenteppich, der durch Mark und Bein dringt: Eine irre Kreuzung aus Buckelwal und Tüpfelhyäne. So etwas haben wir noch nicht gehört. Die Lautstärke ist beeindruckend. Die Sänger sind ausdauernd. Unwillkürlich stellt sich Gänsehaut ein und auch ein Tränchen der Rührung mag sich in das ein oder andere Auge stehlen.

[Für ein nur annähernd authentisches Erlebnis bitte jetzt den Lautsprecher bis zum Anschlag aufdrehen! 😉]

Den Gesang der Indris zu erleben, ist für uns eines der wirklich beeindruckenden Naturschauspiele dieser Welt. Und allein diese Momente wären eine Reise wert gewesen.

Verharren wir hier für einen Moment. Was der Regenwald sonst noch zu bieten hatte, folgt in einem gesonderten Abschnitt.

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zuletzt bearbeitet 20. Sept. 2026
56 Beiträge · seit 202620. Sept. 2026 ·


Lieber @H.Badger ,

was für ein einmaliges Erlebnis! Madagaskar hatte ich eher nicht so auf der Liste, aber nach deinem Reisebericht muss ich das ernsthaft überdenken. Ich hätte nicht gedacht, dass es doch so eine große Artenvielfalt zu entdecken gibt! Die Chamäleons sind übrigens auch ganz wunderbar fotografiert 💕

Ich bin auch auf dein Iglu-Moskitonetz aufmerksam geworden, mit Kind sucht man ja immer Gadgets, mit denen das Reisen in mückengeplagte Gefilde einfacher wird. Kannst du da eine Marke empfehlen? Wie groß/klein wird das zum Transport zusammengelegt? 

Lieben Dank und liebe Grüße,

Caro

98 Beiträge · seit 202420. Sept. 2026 ·
Wow, Sascha!!! Wie toll! Vielen Dank für das Einstellen des Indri-Gesanges. Es geht durch Mark und Bein - unvorstellbar, wie es sich erst „live“ anhören muss!


Liebe Grüße, Dorie

5’062 Beiträge · seit 201421. Sept. 2026 ·
Den Gesang der Indris zu erleben, ist für uns eines der wirklich beeindruckenden Naturschauspiele dieser Welt. Und allein diese Momente wären eine Reise wert gewesen.

Wow Sascha,

was für ein tolles Erlebnis, dieser "Gesang" ist schon im Video sehr beeindruckend, wie muss das dann erst  in "live" gewesen sein!

Freue mich schon auf die Fortsetzung!

Liebe Grüße

Konni

Link zu Reiseberichten: http://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/286619-reiseberichte-linksammlung-daxiang.html https://www.tickerfactory.com/ezt/d/4;10402;80/st/20261020/e/Namibia+%26+KTP+2026/dt/6/k/0145/event.png
556 Beiträge · seit 201621. Sept. 2026 ·


H.Badger schrieb:Den Gesang der Indris zu erleben, ist für uns eines der wirklich beeindruckenden Naturschauspiele dieser Welt. Und allein diese Momente wären eine Reise wert gewesen.

Schönen guten Morgen, das war mein erster Gedanke als ich euer Video angehört habe! 

Guten Start in die Woche, liebe Grüße

Elke

Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
56 Beiträge · seit 202622. Sept. 2026 ·
Hallo Sascha, 


heute bei uns in den Nachrichten - wie passend! Lemur nutzt Operntrick, um laut zu singen

Ich hoffe, bei dir geht es bald weiter! 

Liebe Grüße,

Caro

Themenstarter1’863 Beiträge · seit 201622. Sept. 2026 ·
@caroline 

Hallo Caro,

Madagaskar ist (auch abseits der singenden Indris) eine Reise wert. Die Artenvielfalt ist (aktuell noch) beeindruckend.

Vielen Dank für den Link zum Operntrick. Sehr interessant! 🤩

Du hast außerdem nach den Zelten gefragt. Wir haben auf Empfehlung von Forumsfreundin Dandelion die Marke Klamboe gekauft. Die Zelte wiegen nicht viel (laut Website ca. 900 Gramm) und sind verpackt vielleicht 50 bis 60 Zentimeter lang und 10 Zentimeter im Durchmesser. Das Auf- und Abbauen ist schnell erledigt.


@Dorie @Daxiang @fiedlix 

Liebe Dorie, Konni und Elke,

es freut mich, dass ihr euch von dem Gesang der Indris ein wenig habt "betören" lassen.

Das war auf jeden Fall ein ganz besonderer Moment auf dieser insgesamt für uns besonderen Reise. Wenn ich die Aufzeichnung höre, muss ich immer noch vor mich hin lächeln.

Bald geht es hier auch mal weiter... 🙈

Liebe Grüße in die Runde

Sascha

Website: www.picturesgonewild.de SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
zuletzt bearbeitet 22. Sept. 2026
Themenstarter1’863 Beiträge · seit 201622. Sept. 2026 ·

Fortsetzung

Nach dem beeindruckenden Indri-Konzert geht die Wanderung weiter. Wir kehren zum Hauptweg zurück, folgen diesem aber gar nicht lange, bis wir ihn erneut verlassen. Wieder geht es für kurze Zeit über einen Trampelpfad und dann eine kleine und steile Böschung hinauf. Und plötzlich sehen wir uns aus vielleicht zwei Metern Entfernung einem Diademsifaka gegenüber, der sich von unserer Anwesenheit kein bisschen von seiner Nahrungssuche am Waldboden abhalten lässt. 

Wir setzen uns vorsichtig hin und beobachten den hübschen Primaten eine ganze Weile, bis er irgendwann damit beginnt, nach seinen Artgenossen zu rufen, für kurze Zeit noch in Augenhöhe an einen Stamm geklammert verharrt und seine Mahlzeit beendet, um dann mit großen Sprüngen ins Dickicht der Baumkronen zu entschwinden. Unser erster Sifaka! Einmal mehr sind wir entzückt.

Zufrieden setzen wir unseren Weg fort und begegnen bald noch weiteren Diademsifakas, die aber allesamt hoch in den Bäumen unterwegs sind. Das dichte Laub macht eine Beobachtung dabei nicht immer leicht. Lange können wir aber eine Sifaka-Mutter mit Jungtier beobachten. Der kleine Racker klettert dabei keck auf der Mutter herum, bis es dieser schließlich zu bunt wird und sie ihren Nachwuchs kurzerhand packt und mit ihm davonspringt.

Ich frage Monique, ob sie Tageseinstände von Eulen hier in der Gegend kennt und sie wispert verschwörerisch blinzelnd: „Maybe“. Den Kindern schwant eine Extrameile… Der Weg über Stock und Stein wird für sie langsam etwas beschwerlich. Die Erwachsenen sind dagegen noch immer voller Elan und versuchen den Nachwuchs zu motivieren.

Dabei hilft die nächste Begegnung ungemein. Am Wegesrand steht irgendwann eine kleine Gruppe anderer Reisender. Wir versuchen ihren Blicken zu folgen und sehen im ersten Anlauf wieder einmal nichts. Erst als wir sorgfältig angeleitet werden, können wir an einem Baumstamm eines der faszinierendsten Reptilien der Insel ausmachen: Einen Uroplatus, den absoluten Meister der Tarnung. Diese nachtaktiven Echsen verschmelzen durch Farbanpassung und flechtenartige Hautstrukturen quasi mit ihrer Umgebung. Hat man mal eines der Tiere erspäht, kommt man aus dem Staunen kaum heraus. Die Natur ist wirklich eine begnadete Künstlerin! Auf Deutsch trägt die Gattung übrigens zwei Namen: Blattschwanz- und Plattschwanzgecko. Und beide Bezeichnungen treffen auf die Tiere zu: Ihr Schwanz ist tatsächlich platt und sieht einem Blatt sehr ähnlich.

Da unser Guide bei dem Blau-Seidenkuckuck-Intermezzo und meiner Eulenfrage mitbekommen hat, dass wir uns sehr für Vögel interessieren, führt sie uns nach der Uroplatus-Beobachtung zu einem ihr bekannten Ruheplatz einer wirklich spektakulären Art. Schon als sie ankündigt, was wir wahrscheinlich gleich sehen werden, wird mein Puls in froher Erwartung schneller. Denn diese Art stand auf meinem Birding-Wunschzettel für Madagaskar ziemlich weit oben.

Ein weiterer Trampelpfad liegt hinter uns und Monique zeigt zufrieden auf eine Fläche mit trockenem Laub. Im ersten Augenblick sehen wir (wie schon beim Blattschwanzgecko) nichts, aber dann entfährt uns einmal mehr ein ehrliches „Wow!“

Vor uns kauern eng aneinandergeschmiegt zwei Halsband-Nachtschwalben. Ein weiterer Endemit Madagaskars. Und eine wirklich besondere Erscheinung in perfekter Tarnung. Diese Nightjar-Art jagt im dichten Wald und ruht am Tag gern in Paaren auf dem Boden. Interessant ist, dass – anders als bei ihrer schnarrenden Verwandtschaft – bisher kein Mensch den Gesang dieser Vögel dokumentieren konnte. Daher sind sie in der Regel sehr schwer zu entdecken.

Und weiter geht’s. Wir wandern heute tatsächlich von Highlight zu Highlight: Das nächste lässt nicht lange auf sich warten. Monique bedeutet uns zu stoppen und zeigt in einen Busch neben dem Pfad. Was es dort wohl zu entdecken gibt?

In vielleicht zwei Metern Entfernung sitzt auf Augenhöhe eine Madagaskar-Zwergohreule (Otus rutilus) und blinzelt uns aus müden Augen entgegen. Im ersten Moment erschrecke ich mich total – mit so einer Nahbegegnung hätte ich nie gerechnet! Das nächste Gefühl ist eine absolute Begeisterung im Angesicht dieses hübschen Tiers. Eulen sind bekanntlich meine absoluten Lieblingsvögel. Und so hat meine Familie alle Mühe, mich nach ausgiebigem Anstarren von dieser Sichtung wieder loszueisen.

Jetzt bin ich (auch beim Schreiben dieser Zeilen) wirklich restlos zufrieden mit dem heutigen Nationalparkbesuch: Singende Indris, Braune Makis, Sifakas, Nightjars, ein Uroplatus, eine Zwergohreule… Was will man mehr?

Kurz vor Ende der Wanderung erwartet uns am Rand des Nationsparks aber tatsächlich noch eine Zugabe: Unter einem Picknicktisch hat sich eine Madagaskarboa niedergelassen, die sich geduldig von allen Seiten ablichten lässt. Eine Schlange hat uns tatsächlich heute noch gefehlt!

Am Besucherzentrum können wir wenig später außerdem einen Madagaskar-Grünnektarvogel entdecken. Ein schönes Tier, das leider wenig fotogen am Gebäudesims herumflattert und dann verschwindet.

Nachdem wir die Pfade des Parks bereits verlassen haben und zur Verabschiedung anheben, entdecken wir zu guter Letzt ein heranwachsendes (weibliches?) Parsons Chamäleon in einem nahen Bäumchen. Die Vielzahl verschiedener Chamäleon-Arten in der Region ist wirklich faszinierend.

Und auch eine weitere Madagaskarstelze gibt sich die Ehre.

Ziemlich begeistert von der Vielfalt des Regenwalds um Andasibe verabschieden wir uns von Monique und werden von Alain nach einem Lunch im wirklich guten Restaurant vom Vortag zurück zur Vakona Lodge gefahren: Dort heißt es erstmal Ausspannen. („Endlich!“, seufzen die Kinder.) Und dann wartet (im nächsten Kapitel) das hoteleigene Reservat mit seinen Lemuren auf unseren Besuch.

Website: www.picturesgonewild.de SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
zuletzt bearbeitet 22. Sept. 2026