Der achte Kontinent - Madagaskar 2026

Reisebericht 91 Antworten · 4’265 Aufrufe · gestartet 16. Aug. 2026 von H.Badger
91 Beiträge · seit 202318. Aug. 2026 ·
Lieber Sascha,

auch wenn's schon recht voll ist hier, bin ich gerne dabei. Madagaskar ist ein interessantes Reiseziel, mit dem ich mich bisher noch kaum beschäftigt habe. 

Ich habe gerade nochmal sehr aufmerksam deinen Indien Bericht gelesen und hoffe, dass sich in Büsnau die Gelegenheit ergibt, euch die eine andere Frage dazu zu stellen ☺️

Kann losgehen 🤗

Liebe Grüße, Andrea

910 Beiträge · seit 201519. Aug. 2026 ·
Hallo Sascha, 

gut, dass ihr gesund zurück seid. 

Ich behalte noch mal die prallgefüllte Reiseapotheke im Hinterkopf. 

Ich kann mir gut vorstellen, dass es eine herausragende Tour war. Bin auf die Tsingys gespannt. ;-)

Vielleicht geht es für uns auch nächstes Jahr auf die Grand Terre. 

Aber dann eher Osten, Südwesten. 

Freu mich auf deinen Bericht mit Hintergrund Infos. 

Liebe Gruesse 

aus Maun 

Yvy

https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/uganda-2025-gorillas-im-nebel/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/madagaskar-2024-nosy-be/ https://www.yp-travel-photography.de/nord-und-mittelamerika/costa-rica-2024-pura-vida-2/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/seychellen-2023-zur%C3%BCck-im-paradies/ https://www.yp-travel-photography.de/nordamerika/costa-rica-2022-pura-vida/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/tanzania-2022-safari-in-der-serengeti-und-sansibar/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/namibia-2019-der-tierreiche-norden/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/namibia-2015-der-trockene-s%C3%BCden/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/sansibar-2019-hakuna-matata-auf-der-gew%C3%BCrzinsel/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/mauritius-2017-trauminsel-im-indischen-ocean/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/s%C3%BCdafrika-2018-19-jahreswechsel-an-der-gardenroute-2/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/s%C3%BCdafrika-2016-in-style/
3’388 Beiträge · seit 200920. Aug. 2026 ·
Grüss Dich & Familie,

das wird bestimmt wieder ein superineressanter RB. 

Da bin ich auf alle dabei und sag schon jetzt - vielen Dank für Deine Mühe.

Bis bald in Büsnau 

der bayern schorsch

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Themenstarter1’866 Beiträge · seit 201624. Aug. 2026 ·
Liebe Leute!

Ich bin total begeistert davon, dass sich so viele von euch hier mit Interesse gemeldet haben! Das motiviert dazu, bald loszulegen. Zu zwei Dritteln sind die Fotos bereits gesichtet. In den nächsten Tagen wird die Reise hier also irgendwann beginnen können.

Toll, dass so viel Interesse an Madagaskar zu bestehen scheint. Die Insel hat es verdient (und dringend nötig...).

Herzlich grüßt

Sascha

Website: www.picturesgonewild.de Aktuell im Forum: Madagaskar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307123-der-achte-kontinent-madagaskar-2026 SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
Themenstarter1’866 Beiträge · seit 201627. Aug. 2026 ·

Kapitel 1: Willkommen in und auf Madagaskar!

Es ist nicht ganz so einfach, von Deutschland aus nach Madagaskar zu gelangen. Direktflüge gibt es keine. Ein knappes Jahr im Voraus haben wir unsere Flüge mit Ethiopian Airlines gebucht. Die Preisgestaltung (vor allem in den Schulferien) zeigte uns eindrucksvoll, dass auf der Strecke nach Antananarivo nicht sehr viel Konkurrenz unterwegs ist. Wir haben für Flugtickets bisher noch nie mehr Geld ausgeben müssen. Dafür sind die Flugzeiten ganz okay. Der Flug von Frankfurt nach Addis Abeba startet kurz nach 22 Uhr und bietet damit Gelegenheit zu einem kleinen Nickerchen. Das ist in Vorbereitung auf den Stopp in Äthiopien sehr willkommen, denn von circa vier Uhr früh bis acht Uhr morgens müssen wir am internationalen Terminal ausharren. Zu dieser Tageszeit ist das eine durchaus quälende Erfahrung, die dadurch nicht besser wird, dass hier Nahrung, Getränke und auch alles andere zu Mondpreisen in US-Dollar zu haben ist. Ein Snickers für 11 Dollar ist wohl rekordverdächtig. Ein zuhause vergessenes Kontaktlinsenplastikdöschen können wir immerhin für fünf Dollar erstehen. 🙃

Irgendwann geht zum Glück aber auch die längste Warterei ihrem Ende entgegen und so schleppen wir uns mehr oder weniger müde und grummelig ins Flugzeug, das uns in Richtung Terra incognita bringen soll.

Nach einigen Stunden ruhigen Weiterflugs können wir aus dem Fenster erste Blicke auf Madagaskar werfen. Es dominiert das für den Südwinter typische Braun. Die weitgehende Entwaldung der Insel ist bereits aus der Luft eindrucksvoll zu erkennen. Unterbrochen wird die Trockenheit von glänzenden Reisfeldern, die sich im Anflug auf Antananarivo (im Folgenden den Einheimischen nacheifernd silbensparend-zärtlich auch Tana genannt) unserem Blick präsentieren.


Sanft setzt das Flugzeug auf der Landebahn auf. Und trotzdem versteife ich mich in diesem Moment. Alles also wie immer – Fliegen und ich werden keine innigen Freunde mehr werden.

Das Einreiseprozedere ist dann ein wenig stressig. Wir marschieren zum Empfangsgebäude. Dort gibt es eine lange Zentralschlange, in die wir uns müde einreihen. Bald wird deutlich, dass von jedem Wartenden Einreisekärtchen auszufüllen sind. Gern hätten wir das in Ruhe an einem Tisch oder gar bereits im Flugzeug erledigt. So müssen wir dies mit Zeitdruck in einer Menschenmenge erledigen, die dem Drängeln leider gar nicht abgeneigt ist. Dies nach einer sehr kurzen und nicht gerade bequemen Nacht… Die Nerven liegen schnell ein wenig blank. Denn die Kärtchen wünschen sich dummerweise ausführliche Informationen zu Passdaten, Herkunft, Beruf, Impfstatus (Gelbfieber und Covid!), Aufenthalt in Madagaskar… Mit Hilfe von Rücken und Reiseführer sind die nötigen Informationen gerade vor Erreichen der ersten Kontrollstelle mehr oder minder leserlich zusammengetragen. Puh.

Der gesundheitsbezogene Teil des Blättchens wird an der ersten Schalterstation kurzerhand abgetrennt und fachmännisch in einen großen Karton geworfen. Nun denn. 

Dann folgt alsbald das Visa-Prozedere an zwei Schaltern. Hier (und fürderhin an vielen Stationen unserer Reise) hilft es ungemein, dass meine Frau sehr gut Französisch spricht. Das Visum schlägt derzeit mit 35 Dollar pro Person zu Buche, die problemlos per Kreditkarte gezahlt werden können. Nach der Transaktion sind schnell die Stempel in den Pass gedrückt, ein Lächeln gibt es gratis dazu und endlich sind wir ganz wirklich in Madagaskar eingereist.

In der Eingangshalle werden wir bereits von Onisoa erwartet, mit der wir die Reise im Vorfeld gemeinsam geplant haben. Nach einer intensiven Austauschzeit via WhatsApp sind wir gespannt, uns nun persönlich kennenzulernen. Schnell sind am ATM des Flughafens noch erste Bündel der Landeswährung Ariary gezogen – viele Scheine mit noch mehr Nullen. Bargeld ist bei einer Reise über die Insel im Vergleich zu anderen Ländern elementar. Nur an wenigen Orten (und Hotels!) ist eine Bezahlung per Kreditkarte möglich.

Auf dem Parkplatz vor dem Flughafengebäude lernen wir unseren Fahrerguide Alain kennen, der uns im ersten Segment der Reise begleiten wird. Der drahtige Madagasse mit gewinnendem Lächeln macht auf uns einen sehr sympathischen Ersteindruck.

Ein Kleinbus wird mit unserem Gepäck beladen, während wir sogleich von einer Traube bettelnder Menschen umringt werden. Nicht zum letzten Mal wird uns die Armut weiter Teile der madagassischen Bevölkerung schmerzlich bewusst. So unvermittelt sind wir ein wenig überfordert mit der Situation – vor allem für die Kinder sind die entgegengestreckten Hände eine schwierige Erfahrung. Soll man etwas geben? Wenn ja: Wie viel? Und jedem? Oder nur der Mutter mit dem Säugling auf dem Arm? Was löst das aus? Hält man den Blickkontakt aus? Ist ein stoisches Wegsehen eine rüde Kapitulation? Wir sind froh, als wir die Autotüren schließen können.

Die Fahrt führt uns vom Flughafen ins Zentrum Antananarivos. Vorbei an Reisfeldern werden Bebauung und Verkehr immer dichter. Der Trubel ist ein erster Vorgeschmack darauf, warum man in Madagaskar nur im Ausnahmefall entspannt am Steuer sitzen kann.

Nach etwa vierzig Minuten erreichen wir unser erstes Hotel: Le Chalet des Roses. Beim Aussteigen kommen sofort Straßenverkäufer mit Musikinstrumenten und Stofflemuren auf uns zu. Eine Erfahrung, die wir zum Glück nur hier und heute in Tana machen werden.

Beim Chalet des Roses handelt sich um ein solides Stadthotel ohne viel Schnickschnack. Unser Familienzimmer im dritten Stock ist eher klein, erfüllt für eine erste Übernachtung aber seinen Zweck. Über das enge Treppenhaus werden unsere Koffer nach oben gewuchtet. Für die Gäste gibt es sogar einen kleinen Aufzug. Rückblickend ist so etwas in Madagaskar eher eine Besonderheit. Und auch der Fakt, dass es hier zuverlässig und schnell warmes Wasser gibt, erscheint uns zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht erwähnenswert.

Blick ins Zimmer

Blick aus dem Fenster

Nachdem wir in der kleinen Lobby des Hotels mit Onisoa und Alain den Plan für den kommenden Tag besprochen haben, fragen wir die beiden, ob es eine gute Idee wäre, am fortgeschrittenen Nachmittag noch ein wenig auf eigene Faust das Zentrum Tanas zu erkunden. Die Blicke und zögerlichen Antworten lassen uns von dieser Idee aber Abstand nehmen – auch wenn uns gesagt wird, dass dies ohne Mitnahme von Wertsachen generell möglich wäre. Man sollte nur bei Tageslicht unbedingt zurück im Hotel sein.

Als Madagaskar-Neulinge überwiegt heute bei uns noch die Sorge. Wir verbringen also einige entspannte Stunden im kleinen Zimmer (schwierig, wenn man in neuen Ländern am Beginn einer Reise immer eher „Hummeln im Hintern“ hat).

Dem Hotel ist eine kleine Pizzeria angeschlossen, in der wir nach Einbruch der Dunkelheit (und diese kommt im Südwinter bekanntlich früh und schnell) ein schmackhaftes und gut bezahlbares Abendessen einnehmen. Es ist auch Zeit für die erste Dosis unserer Malariaprophylaxe, die wir glücklicherweise ohne jede Nebenwirkung vertragen werden. Unsere Kleine schluckt die Tablette routiniert. Unsere Große wächst an der Aufgabe.


Früh geht es gut gesättigt in die Betten. Die Flugzeugnacht steckt uns noch in den Gliedern und so fallen schnell die Augen zu. Am nächsten Morgen steht ein früher Start an: Wir werden weit nach Osten zum Canal des Pangalanes fahren, wo das Palmarium Reservat – und damit erste Lemurenbegegnungen – unser Ziel sein werden. Die Fahrt über die geteerte Nationalstraße 2 wird uns rund 270 Kilometer durch das Hochland führen. Für die Strecke sind mit Pausen rund neun Stunden veranschlagt.

Willkommen in Madagaskar!

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zuletzt bearbeitet 27. Aug. 2026
28 Beiträge · seit 202527. Aug. 2026 ·

Hallo Sascha,

gerne fahre ich auch noch mit, wenn ich darf. Sowohl dein Intro, als auch dein erstes Kapitel lassen die Neugier auf Madagaskar bei mir wachsen... ein Reiseziel, das ich bisher so gar nicht auf dem Schirm hatte. Von daher lasse ich mich hier gerne inspirieren und freue mich auf viele Bilder.

Liebe Grüße

Anke

Themenstarter1’866 Beiträge · seit 201630. Aug. 2026 ·
@ Anke und Peter

Herzlich willkommen an Bord!

Es freut mich, dass auch ihr mit uns durch Madagaskar touren mögt. Ich zeige gern ganz viele Bilder und hoffe, euch die Insel so ein wenig näherbringen zu können.

Trotz so mancher Herausforderung lohnt sich eine Reise dorthin nämlich auf jeden Fall.

Bald geht es weiter!

Lieber Gruß

Sascha

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7’328 Beiträge · seit 200630. Aug. 2026 ·

Hallo Sascha,

da Du die Problematik des schwindenden Lebensraumes für Tiere angesprochen hast, habe ich mal einen Buchtipp für Dich – „Die Letzten ihrer Art“ von Douglas Adams.

Der Autor ist ja bekannt für seinen skurrilen Humor, aber es gibt auch zwei Bücher mit einem ernsthaften Hintergrund. Das genannte ist eines davon. Für dieses Buch war er mit einem Zoologen weltweit unterwegs, um vom Aussterben bedrohte Tierarten aufzuspüren. Den Anfang macht der Aye-Aye (oder Fingertier) aus Madagaskar. Der Autor schafft es aber, das ernste Thema mit seinem bekannten Schreibstil zu verbinden.

Gruß
Wolfgang 

Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter1’866 Beiträge · seit 201631. Aug. 2026 ·
Hallo Wolfgang,

vielen Dank für den Tipp!

Der Buchtitel (und natürlich der Autor) sind mir bekannt. Gelesen habe ich "Die letzten ihrer Art" noch nicht. Muss ich mal nachholen.

Lieber Gruß

Sascha

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Themenstarter1’866 Beiträge · seit 201631. Aug. 2026 ·

Zur besseren Übersicht hier die Reiseroute auf einen Blick

Tag 1) Ankunft in Antananarivo

Tag 2) Fahrt zum Palmarium Reservat und abendliche Wanderungen im Regenwald

Tag 3) Palmarium Reservat

Tag 4) Fahrt vom Palmarium Reservat nach Andasibe mit Besuch eines Wiederaufforstungsprojekts und abendlicher Regenwaldwanderung

Tag 5) Wanderung im Analamazaotra Mantadia Nationalpark und Besuch des Vakona-Reservats

Tag 6) Fahrt von Andasibe nach Antananarivo mit Besuch des Peyrieras-Reptilienzoos

Tag 7) Antananarivo: Stadtführung, Besuch des Rova

Tag 8) Flug von Antananarivo nach Morondava, abendlicher Besuch der Baobab-Allee

Tag 9) Fahrt von Morondava in den Kirindy-Forest mit Tages- und Nachtwanderung

Tag 10) Kirindy-Forest mit Tages- und Nachtwanderung

Tag 11) Fahrt von Kirindy nach Bekopaka

Tag 12) Parc National Tsingy de Bemaraha

Tag 13) Parc National Tsingy de Bemaraha

Tag 14) Fahrt von Bekopaka nach Morondava mit einem zweiten Besuch der Baobab-Allee

Tag 15) Flug von Morondava nach Antananarivo

Tag 16) Flug von Antananarivo nach Nosy Be

Tag 17 bis Tag 20) Nosy Be mit diversen Ausflügen (Schnorcheln mit Meeresschildkröten / Lokobe Nationalpark / Nosy Iranja)

Tag 21) Flug von Nosy Be über Addis Abeba nach Frankfurt


Kapitel 2 sollte heute Abend folgen. 😉

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zuletzt bearbeitet 03. Sept. 2026
Themenstarter1’866 Beiträge · seit 201631. Aug. 2026 ·

Kapitel 2: Der Weg ins Paradies ist kurvig und weit

Beginnen wir das Kapitel mit einem kleinen Auszug aus der Reisebeschreibung unserer Agentur:

„Die Fahrt zum abgelegenen Dorf Akanin'ny Nofy führt Sie durch eine atemberaubende Landschaft, die die ganze Familie verzaubern wird. Stellen Sie sich vor, wie die Kinder auf den Sitzen kichern, während sie die verschiedenen Tiere und Pflanzen entlang der Route entdecken. Es gibt viele Kleinigkeiten zu sehen, von bunten Vögeln bis hin zu leuchtenden Blumen – perfekt für kleine Naturköpfe!“

Uiuiui! Großes Kino. 🤩

O-Ton unserer Großen: „Ich bin KEIN Naturkopf!“ 😡

Behalten wir diese kitschig-klebrigen Formulierungen, die zu einem kleinen Running-Gag unserer Tour geworden sind, ruhig im Hinterkopf, wenn wir uns nun der Reise an die Ostküste Madagaskars zuwenden.

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In aller Herrgottsfrühe verlassen wir die Betten. Zum Leidwesen des Nachwuchses gar nicht so untypisch für unsere „Urlaube“…

Das Hotelfrühstück wird in einer kleinen Café-Ecke der Lobby serviert. Eier werden auf Wunsch zubereitet, frische Früchte werden gereicht, dazu Brot mit Aufstrich. Eine kleine und durchaus feine Mahlzeit.

Bald darauf verstauen wir unser Gepäck wieder in unserem Kleinbus. Jeweils zu zweit besetzen wir eine Reihe und haben damit sehr großzügigen Platz zum Ausstrecken auf der nun anstehenden Fahrt, die eine der längsten auf der gesamten Tour werden wird. Den Musikinstrument- und Spielzeugverkäufern, die auch heute nach Verlassen des Hotels dezent um unsere Gunst werben, geben wir ein kleines Trinkgeld in Anerkennung der Kunstfertigkeit der angebotenen Waren und dann geht die Reise auch schon los.

Wir verlassen den Trubel Tanas und können vom Stadtrand aus recht schöne Blicke auf die über mehrere Hügel verteilt sich erstreckende Stadt werfen. In einer Woche werden wir wieder hierher zurückkehren und wir freuen uns durchaus darauf, die Stadt dann tatsächlich etwas näher kennenlernen zu können.

Jetzt sind wir aber erstmal ganz froh darüber, dem Trubel zu entkommen. Die Fahrt führt uns über die Nationalstraße 2 nach Osten. Es gibt dabei immer etwas zu sehen. Das Hochland der Insel ist geprägt von landwirtschaftlichen Flächen und hübschen Bergkuppen. Vor allem Reisfelder bleiben hier im Gedächtnis. Immer wieder sehen wir Menschen, die hier ohne schweres Gerät die Felder bestellen. Echte Knochenarbeit.

Auch führt der Weg regelmäßig durch größere und kleinere Siedlungen. Hier prägen Fahrrad-Rikschas das Straßenbild.


Zwischen den Ortschaften teilen wir uns die Straße mit den Taxis-Brousse – Kleinbussen, die oft bis über die Belastungsgrenze hinaus mit Menschen und Gepäck beladen sind. Manchmal steht die Hintertür des Fahrzeugs offen, damit ein bis zwei Menschen noch halb hinaushängen können. Wir sind froh, dass wir auf der Reise nicht auf den ÖPNV angewiesen sein werden. Das wäre sicher authentischer – aber eben nochmal eine ganz andere Hausnummer. 🙃

Neben den Buschtaxen wird die N2 vor allem von Schwerlastverkehr befahren. Private PKW gibt es nicht sehr viele auf der Insel. Die wirklich zahlreichen LKW – darunter ganz prominent Tanklaster – pendeln im Schneckentempo zwischen Madagaskars großem Hafen Toamasina an der Ostküste und der Hauptstadt. Der allergrößte Teil des Güterverkehrs wird auf diesem Wege abgewickelt. Und das macht unsere Fahrt anstrengend und immer wieder abenteuerlich, denn sie ist geprägt von einem Wechsel aus langsamem Am-Heck-eines-Trucks-Kleben und waghalsigen Überholmanövern bei mehr oder weniger Gegenverkehr. Dazu kommen die durchaus schwierigen Straßenverhältnisse. Die N2 ist zwar geteert, aber über weite Teile durchsiebt von tiefen und ausufernden Schlaglöchern, die stete Aufmerksamkeit und Slalommanöver erfordern. Immer wieder tauchen auch Passagen auf, an denen der Teer komplett aufgelöst ist und man über eine steinige Dirtroad bis zur nächsten Asphalt-Schwelle rumpelt. An solchen Stellen sieht man manchmal Menschen, die die schlimmsten Stellen mit Kies auffüllen und die vorbeifahrenden Fahrzeuge um einen finanziellen Beitrag für ihre Arbeit bitten. An guten Stellen der N2 kann am auf vielleicht 60 km/h beschleunigen. In der Regel ist man aber viel langsamer unterwegs. Alain meistert jede Herausforderung souverän, sodass wir uns insgesamt gut entspannen können. Vor allem im Angesicht des Schwerlastverkehrs bin ich froh, hier nicht selbst fahren zu müssen.

Irgendwo unterwegs halten wir für ein einfaches Mittagessen – eine gute Gelegenheit, unseren Driver-Guide etwas besser kennenzulernen. 

Für europäische Geldbeutel gibt es außerhalb der Hotels und Lodges auf Madagaskar Nahrung für ganz kleines Geld. Zum ersten Mal essen wir hier Ravitoto sy henakisoa. Das ist das wohl berühmteste Nationalgericht des Landes. Es besteht aus gestampften Maniokblättern und fettem Schweinefleisch, gereicht mit Reis. Da der Maniok für uns aber wie gekochter Schwarztee bitterster Ausprägung schmeckt, wird es auch das letzte Mal sein.

Je näher man der Grenze des Hochlands kommt und sich der Ostküste nähert, desto kurviger wird die Straße. Jetzt heißt es konzentriert aus dem Fenster sehen. Trotzdem fordern die Lenkmanöver über kurz oder lang ihren Tribut… Spätestens jetzt hört man kein Kichern der „kleinen Naturköpfe“ von der Rückbank mehr. 🤢

Nach vielen Stunden Fahrt, die der Nachwuchs erstaunlich duldsam über sich ergehen lässt, erreichen wir am späten Nachmittag Manambolo am Ufer des Canal des Pangalanes. Hier verabschieden wir uns für die kommenden zwei Nächte von Alain und steigen an einem schönen Sandstrand auf ein Boot um, das uns in gut einstündiger Fahrt über den Kanal bis zum Palmarium Reservat bringen wird.

Die Fahrt ist entspannt und dazu landschaftlich überaus reizvoll. Zuerst geht es über einen großen See, bis wir in einen engeren Kanal einbiegen. Dessen Ufer ist geprägt von üppig-grüner Vegetation. 

Vereinzelt liegen kleine Dörfer am Ufer, die mit ihren Holzhütten und Grasdächern für unsere Augen überaus malerisch wirken.  

Menschen waschen ihre Wäsche und ihr Geschirr. Kinder baden im seichten Wasser. Immer wieder sehen wir Fischer auf Einbäumen. Nur allzu leicht vergisst man, wie entbehrungsreich das Leben in dieser paradiesisch anmutenden Umgebung sein kann. 

Manchmal kommt uns ein größeres Taxi-Boot entgegen.

Sieht man von dem Tuckern unseres Motors ab, herrscht hier eine wunderbare Ruhe. Wir genießen die Szenerie und das herrliche Licht. Nach der langen und kurvigen Autofahrt stellt sich neben dem Reise- nun auch echtes Urlaubsgefühl ein. Zu unserer Freude entdeckt unsere Kleine sogar einen Malegassenzwergfischer. Also zur Ehrenrettung des „Programm-Teasers“ doch noch ein bunter Vogel auf der heutigen Etappe! Für ein Foto reicht die kurze Begegnung aber leider nicht. Hoffen wir also, dass wir später noch ein Exemplar sehen werden.

Kurz bevor wir das Palmarium erreichen, weitet sich der Kanal erneut zum riesigen Ampitabe-See. Eindrucksvoll nähern sich hier Horizont und Sonne an. Warum die Gegend hier auf Madagasy Akanin’ny Nofy genannt wird – was auf Deutsch „Nest der Träume“ bedeutet – können wir bereits bei der Anfahrt erahnen.

Wir steuern das Palmarium Beach Hotel an, das wunderschön direkt am Seeufer liegt. Nur elf Häuschen umfasst diese Anlage. Hier sind Ruhe und Abgeschiedenheit ein großer Teil des Programms. (Fotos des Hotels folgen an den Folgetagen.)

Viel Zeit für die Erkundung der Umgebung bleibt mir nicht, denn spontan entscheiden wir, dass ich bereits heute eine (Sicherheits-)Exkursion zur Fingertier-Beobachtung machen werde, für die das Reservat berühmt ist. Viele der im Netz zu findenden Fotos des skurrilen Tiers sind hier entstanden. Am Folgeabend werden wir dies dann en famille wiederholen. Das Palmarium ist auf Madagaskar sicher der beste Ort, um das Fingertier einmal live erleben zu können.

Während Frau und Kinder also erstmal in aller Ruhe unsere direkt am Strand gelegene Hütte erobern und die Abenddämmerung am und im See genießen, fahre ich alsbald eine ganze Weile auf einem Boot und gemeinsam mit Guide, vier anderen Hotelgästen und einem selbstverliebten Volunteer durch die Dunkelheit wieder über den See in Richtung einer Insel, auf der eine habituierte Fingertier-Population lebt.

Dort angekommen, ist es nur ein kurzer Fußmarsch zu einer dezent beleuchteten Futterstelle. Jeden Abend werden hier die Aye-Ayes mit Kokosnüssen – einer ihrer Lieblingsspeisen – vor die Kameras der Besucher gelockt. Ein weiteres Boot aus der Hauptlodge des Palamariums hat bereits am Steg festgemacht und so sind es vielleicht 15 Menschen, die sich nun geleitet von einem Guide leise und vorsichtig auf den Weg machen.

Bereits einige Meter vor Erreichen des Orts ist ein kratzendes Nagen deutlich zu vernehmen: Mit emsigen Knabbern arbeitet sich ein Fingertier durch die harte Schale einer Nuss. Beim ersten Sichtkontakt bin ich erstaunt über die Gestalt dieses ganz besonderen Lemuren: Sein zottliges Fell, der besenartige Schwanz, die weitauseinander stehenden und leuchtend gelben Augen, seine spinnenartigen Finger, von denen der Mittelfinger überproportional verlängert ist – all das macht das Aye Aye zu einem Anblick, den man nicht so schnell vergisst. Keine klassische Schönheit, aber eine unverwechselbare Erscheinung.

Nur wenige Meter trennen die Betrachter von dem emsig nagenden Fingertier. Das Fotografieren ist durch das herrschende Dämmerlicht nicht ganz einfach. Alle Anwesenden verhalten sich aber absolut ruhig und respektvoll. Man ist merklich fasziniert von dem seltsamen Primaten. So macht Tierbeobachtung in der Gruppe Freude.

Nach einer Zeit kommt ein zweites Fingertier hinzu – ein Jungtier, das bis auf seine Größe den adulten Tieren sehr ähnlich ist. Es übernimmt die bereits angenagte Kokosnuss, denn seine Zähne sind noch nicht dazu in der Lage, die unversehrte Schale zu durchnagen. Spannend ist es zu sehen, wie immer wieder der verlängerte Mittelfinger in die Nuss gesteckt wird, um das Kokosmark herauszupulen.


Später zeigt sich sogar noch ein drittes Aye Aye, das aber etwas entfernt im Schummerlicht verbleibt und sich daher unmöglich fotografieren lässt.

Wir dürfen für eine ganze Weile bei den Aye Ayes bleiben, bis der Guide irgendwann die Beleuchtung der Futterstelle dimmt und uns leise zum Aufbruch bittet. Tief zufrieden mit dem Erlebten geht es zurück aufs Boot und ich lächele auf der Rückfahrt durch die rabenschwarze Nacht immer wieder in mich hinein. Die Strapazen der langen Anfahrt sind spätestens jetzt vergessen.

(wird fortgesetzt)

Website: www.picturesgonewild.de Aktuell im Forum: Madagaskar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307123-der-achte-kontinent-madagaskar-2026 SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
zuletzt bearbeitet 01. Sept. 2026
1’066 Beiträge · seit 202301. Sept. 2026 ·

Hallo Sascha,

wow, das Fingertier - Foto ist dir super gelungen. Ich war fast ehrfürchtig mit bei deiner Exkursion. Ich verstehe nur nicht warum du etwas von Sicherheitstraining schreibst. Da stehe ich vermutlich gerade auf der Leitung. 

Liebe Grüße,

Silvia

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910 Beiträge · seit 201502. Sept. 2026 ·
Wow, was für ein krönender Abschluss für diese lange Anfahrt. 

Danke für die genaue Schilderung des Besuchs beim Aye Aye. Gut zu wissen, dass man auch 2x hin kann. 

Hast du einen Vorschlag, wie man die schreckliche lange Anfahrt zum Palmarium anders organisieren kann? 

Ich habe gelesen, dass es einen Flug gibt zumindest zur Küste. Aber Flüge sind ja eher unzuverlässig und mit einchecken und warten würde es wahrscheinlich ähnlich lange dauern?


Liebe Gruesse

yvy

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Themenstarter1’866 Beiträge · seit 201602. Sept. 2026 ·
@Nacho 

Hallo Silvia,

es freut mich, dass dir die Fingertier-Bilder gefallen. Das Tier ist etwas ganz Besonderes! 

Ich stehe jetzt aber auch wohl etwas auf der Leitung: Wann schreibe ich denn etwas von einem Sicherheitstraining?


@yp-travel-photography 

Liebe Yvy,

der Aufenthalt im Palmarium hat sich auch über das Aye Aye hinaus sehr gelohnt. Ich kann einen Besuch wirklich empfehlen.

Es gibt tatsächlich Flüge von Tana nach Toamasina. Madagascar Airlines möchte, dass man drei Stunden vor Abflug am Flughafen ist - auch wenn wir das an den kleinen Airports ein wenig unterlaufen haben... Und die Airline zählt ja nicht zu den Zuverlässigsten. Wir haben bei Inlandsflügen also immer mit einem kleinen Puffer geplant.

Aber die Fahrt von Tana zum Palmarium Reservat ist tatsächlich ein ganz schöner Ritt. Jeden Tag würde ich das auf keinen Fall machen wollen und die Rückfahrt haben wir dann wenigstens auch zweigeteilt. Aber rückblickend möchte ich die Fahrt gar nicht missen, weil wir auf diese Weise eine Seite Madagaskars erlebt haben, die uns ohne den Transfer entgangen wäre. Ein solcher Tag ist dann zwar kein Erholungsurlaub, aber eine intensive Erfahrung. Und es zeigt einem eben auch die Insel jenseits von Schutzgebieten und anderen touristischen Höhepunkten. 


Herzliche Grüße

Sascha

Website: www.picturesgonewild.de Aktuell im Forum: Madagaskar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307123-der-achte-kontinent-madagaskar-2026 SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
8’796 Beiträge · seit 201002. Sept. 2026 ·

H.Badger schrieb:Ich stehe jetzt aber auch wohl etwas auf der Leitung: Wann schreibe ich denn etwas von einem Sicherheitstraining?

Darf ich hier vermittelnd eingreifen 😉? Nacho meint wohl (wobei sie vielleicht ein falsches Wort gewählt oder etwas missverstanden hat) diesen Satz:

H.Badger schrieb:

Viel Zeit für die Erkundung der Umgebung bleibt mir nicht, denn spontan entscheiden wir, dass ich bereits heute eine (Sicherheits-)Exkursion zur Fingertier-Beobachtung machen werde, für die das Reservat berühmt ist.

Ich verstehe das so, dass du, um sicher zu gehen, dieses erstaunliche Tier zu sehen, eine zusätzliche Exkursion vorab mitgemacht hast, bevor dann die mit der Familie stattfindet. 


Danke für den einmal mehr sehr lebendig und anschaulich geschriebenen Bericht - ich bin mit Genuss dabei (zumal Madagaskar erst neulich ins Gespräch kam...).

Die Bilder von dem Aye Aye sind toll und das Wesen auf seine Art entzückend!

Liebe Grüße von Bele

Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 02. Sept. 2026
1’066 Beiträge · seit 202302. Sept. 2026 ·


H.Badger schrieb:@Nacho 

Hallo Silvia,

es freut mich, dass dir die Fingertier-Bilder gefallen. Das Tier ist etwas ganz Besonderes! 

Ich stehe jetzt aber auch wohl etwas auf der Leitung: Wann schreibe ich denn etwas von einem Sicherheitstraining?


@yp-travel-photography 

Liebe Yvy,

der Aufenthalt im Palmarium hat sich auch über das Aye Aye hinaus sehr gelohnt. Ich kann einen Besuch wirklich empfehlen.

Es gibt tatsächlich Flüge von Tana nach Toamasina. Madagascar Airlines möchte, dass man drei Stunden vor Abflug am Flughafen ist - auch wenn wir das an den kleinen Airports ein wenig unterlaufen haben... Und die Airline zählt ja nicht zu den Zuverlässigsten. Wir haben bei Inlandsflügen also immer mit einem kleinen Puffer geplant.

Aber die Fahrt von Tana zum Palmarium Reservat ist tatsächlich ein ganz schöner Ritt. Jeden Tag würde ich das auf keinen Fall machen wollen und die Rückfahrt haben wir dann wenigstens auch zweigeteilt. Aber rückblickend möchte ich die Fahrt gar nicht missen, weil wir auf diese Weise eine Seite Madagaskars erlebt haben, die uns ohne den Transfer entgangen wäre. Ein solcher Tag ist dann zwar kein Erholungsurlaub, aber eine intensive Erfahrung. Und es zeigt einem eben auch die Insel jenseits von Schutzgebieten und anderen touristischen Höhepunkten. 


Herzliche Grüße

Sascha

Viel Zeit für die Erkundung der Umgebung bleibt mir nicht, denn spontan entscheiden wir, dass ich bereits heute eine (Sicherheits-)Exkursion zur Fingertier-Beobachtung machen werde, für die das Reservat berühmt ist. 

....Da  stand wohl ich auf dem Schlauch😀 

"Exkursion, nicht Training" Sorry

Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023) Frühstück mit Giraffen - Mai 25 (Revidierte Version) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307120-fruehtsueck-mit-giraffen-mai-25-revidierte-version Südafrika 23 - Vom Bushgeflüster zum Walgesang https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-suedafrika-2023-vom-bushgefluester-zum-walgesang?modus=bericht
5’062 Beiträge · seit 201403. Sept. 2026 ·
Hi Sascha,


ich bin auch noch schnell zugestiegen. Wenn ich nicht eh schon ein Fan deiner Reiseberichte wäre, hättest du mich spätestens jetzt mit den tollen Aufnahmen vom  Aye Aye am Haken!


Liebe Grüße

Konni

Link zu Reiseberichten: http://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/286619-reiseberichte-linksammlung-daxiang.html https://www.tickerfactory.com/ezt/d/4;10402;80/st/20261020/e/Namibia+%26+KTP+2026/dt/6/k/0145/event.png
Themenstarter1’866 Beiträge · seit 201603. Sept. 2026 ·
@Nacho 

Hallo Silvia,

Bele hat ja schon geholfen. Ich kann verstehen, dass die Formulierung nicht ganz selbsterklärend ist. 🙂

Ich lasse sie jetzt trotzdem so stehen. Beles Kommentar ist ja eine gute Fußnote. 

@Champagner 

Liebe Bele,

vielen Dank für die Aufklärung! Genau so habe ich es gemeint! 🥳

Wie schön, dass du den Bericht und das Fingertier gern liest/betrachtest. 

Soso - das Gespräch kam neulich auf Madagaskar. Und dann drei Pünktchen. Jetzt bin ich neugierig... (drei Pünktchen) 😉

@Daxiang 

Liebe Konni,

wie schön, dass du hier auch mitlesen magst! Und vielen Dank für die lieben Worte! 😊

Mit den Aye Aye Fotos bin ich auch sehr glücklich. Unser recht neues Zoom-Tele hat hier trotz des schwachen Lichts wirklich gute Dienste geleistet.


Liebe Grüße in die Runde

Sascha

Website: www.picturesgonewild.de Aktuell im Forum: Madagaskar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307123-der-achte-kontinent-madagaskar-2026 SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
zuletzt bearbeitet 03. Sept. 2026
Themenstarter1’866 Beiträge · seit 201604. Sept. 2026 ·

Fortsetzung Kapitel 2

Nach meiner Rückkehr machen wir gemeinsam eine kleine Ruhepause in der schönen Hütte. Das Häuschen bietet uns zwei (offene) Etagen und damit genug Platz. Alles ist liebevoll mit Naturmaterialien gestaltet und sehr gut in Schuss. Hier kann man sich wohlfühlen. Wichtig ist nur, dass man sämtliche Nahrungsmittel nach der Ankunft im Restaurant abgibt, um nicht ungebetene Besucher in die Hütte zu locken. Denn Türen und Fenster schließen nicht vollständig dicht ab und man ist eben mitten in der Natur. Auf der einen Seite der See-Strand, auf der anderen dichter Wald.

Meine Frau und ich machen vor dem Abendessen noch einen kleinen Spaziergang auf den Waldwegen, die sich als verzweigtes Netz hinter den Hütten entfalten. Es ist bereits stockdunkel. daher bewaffnen wir uns mit Taschenlampen und sind gespannt, ob wir nachtaktives Leben entdecken können.

Sehr weit müssen wir gar nicht gehen, bis unweit des Pfades große und kreisrunde Augen im Schein der Lampen aufblitzen. Vorsichtig sehen wir genauer hin und entdecken gleich unseren ersten östlichen Wollmaki (Avahi laniger), der interessiert zurückblickt. Ein überaus putziges Kerlchen!

Auf dem Weg zum Abendessen zeigen wir den Kindern den pelzigen Gesellen und sie sind ebenso entzückt.

Das Restaurant des Palmarium Beach Hotels ist als zu den Seiten offene Plattform auf einem Hügelkamm zwischen See und Wald gebaut. Von hier aus schaut man direkt in die Bäume. Das Essen ist lecker und bezahlbar – im Vergleich zu Lokalen außerhalb von Hotels aber natürlich recht teuer. Man is(s)t hier schließlich auch gefühlt am Ende der Welt, an das alles via Boot transportiert werden muss. (Ganz bewusst haben wir die Reise nur mit Frühstück gebucht. Der Aufschlag für die Halbpension war bei ohnehin nicht ganz günstigem Gesamtpreis beträchtlich und gerade bei dem oft kleinen Hunger unserer Kinder lohnt sich eine solche Pauschalregelung nur selten. Erstaunlicherweise haben beide in Madagaskar aber nach und nach einen ausgeprägten Appetit entwickelt…😉)

Nach dem Abendessen chillen die Kinder in der Hütte, während die Eltern spontan einen Guide anheuern, der sie für eine gute Stunde über die nahen Waldpfade führt.

Bei dem Spaziergang begegnen uns mehrmals weitere Wollmakis, die hoch in den Bäumen mit der Nahrungssuche beschäftigt sind.

Besonders spannend wird es, als der Guide uns ein klitzekleines Stummelschwanzchamäleon präsentiert. Wie er diesen Zwerg an einem bodennahen Zweig entdecken konnte, ist uns ein echtes Rätsel. Es handelt sich bei dem Tier um die Unterart Brookesia Nofy, die nur knapp 3,3 cm lang wird. Die Art wurde erst 2024 entdeckt.

Ungleich größer  ist dagegen das Riesenchamäleon (Oustalet’s Chameleon), das bis zu seiner Schwanzwurzel stolze 28 Zentimeter messen kann.

Neben Wollmakis und Chamäleons entdecken wir noch einige Insekten, von denen es diese zwei Meister der Tarnung auf ein Foto schaffen.


Nach dieser schönen kleinen Exkursion geht es zurück in die Hütte – natürlich nicht, ohne unserem selbst entdeckten Wollmaki noch eine gute Nacht zu wünschen.

Die Kinder hatten währenddessen eine entspannte Zeit mit Spiel und Spaß. Bald darauf verkrümeln wir uns unter unsere Moskitozelte. Nach dem Motto „Doppelt hält besser“ haben wir eigene Moskito-Iglus mitgebracht, die sich im weiteren Verlauf der Reise als wirklich lohnende Investition erweisen werden. (Unser Dank geht an Kordula für diesen sehr guten Tipp!). Einer ruhigen Nacht steht damit kaum etwas im Wege.

Morgen geht es erstmals bei Tageslicht auf Lemurensuche. Wir sind voller Vorfreude.

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zuletzt bearbeitet 04. Sept. 2026