THEMA: Masai Mara intensiv
08 Aug 2023 19:17 #671515
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Und weiter geht die Reise ;)

Ein Leopard ruhte auf einer Astgabel. Aber der Leopard ließ sich von nichts stören. Leider sahen wir ihn nur von hinten und die Sonne war langsam am Untergehen. Um auf die andere Seite zu kommen, mussten wir einen kleinen Graben durchqueren, aber dann standen wir fast direkt vor dem Baum. Und das Schöne war, es war kein anderes Auto weit und breit. Interessant war, dass das Camp keine 50 Meter von dem Leoparden weg war- Die Gäste konnten theoretisch von ihrem Zelt den Leoparden beobachten. Uns wurde dann berichtet, dass der Leopard, der eigentlich eine Sie war, ihre Jungen unter der Terrasse eines der Zelte zur Welt gebracht hatte. Wir beobachten die schöne Katze noch ein paar Minuten, aber außer ab und zu mal die Position auf dem Ast zu wechseln, war sie zu keiner weiteren Action aufgelegt. Da es bereits dunkel war, machten wir uns auf den Weg zurück ins Camp. Was ein erfolgreicher Tag. Nach einer kurzen Dusche genießen wir ein kühles Tusker und tauschen uns mit den Gästen im Camp aus. Danach gibt es ein leckeres Abendessen und gegen 21:30 fallen wir beide todmüde ins Bett und schlummern auch recht schnell ein.

Ein Bushbock hatte den Leoparden entdeckt. Im Hintergrund sieht man das Camp


Hier liegt der Leopard (Stitched Panorama Foto)


Der Leopard ruht sich aus


Die Position scheint aber etwas unbequem zu sein :laugh:


Die Nacht war ruhig und ohne besondere Vorkommnisse. Wir sind bereits vor 6:00 Uhr schon wieder unterwegs und es dauert auch nicht lange, bis wir wieder unsere Löwen finden. Noch ist es recht dunkel und die Löwen liegen noch faul herum. Wir entschließen uns aber hier zu warten, bis die Sonne aufgeht und wir hoffentlich ein paar schöne Fotos im Sonnenaufgang schießen können. Langsam färbte die aufgehende Sonne die Landschaft in ein goldgelbes Licht und die Löwen zeigten zumindest erste Anzeichen von Action. Eine Hyäne lief an zwei Löwen recht entspannt vorbei. Die Löwen waren wohl noch zu faul, um die Hyäne zu verjagen. Auf einmal schienen die Löwen aufgewacht zu sein. Erst wurde sich gestreckt und begrüßt und dann jagten sich die halbstarken Löwen gegenseitig. Es machte Spaß den Löwen zuzuschauen. Wir blieben auch einige Zeit bei dem Rudel, bis sie sich irgendwann in das unwegsame Gebüsch verzogen.

Noch liegen die Löwen faul in der Savanne


Löwe im Morgenlicht


Hyäne unter Beobachtung


Morgen Patrouille


Komm mir nur nicht zu nahe :whistle:


Warm Up zur Jagd


Löwenbrüder


Wir fahren nur wenige Minuten weiter, da entdecken wir einen stattlichen Löwenmann zwischen den Büschen. Es scheint so, als suche er nach etwas. Dann wird es ihm aber wohl zu warm und er legt sich im Schatten nieder. Da hier die nächste Zeit wohl wenig Fotogenes zu erwarten ist, ziehen wir weiter. Jedoch dauert es nicht lange und wir finden den Grund, wonach der Löwe wohl gesucht hatte. Ein Löwenpaar hatte sich hierher zurückgezogen. Wir beobachteten die „Honeymooner“ eine Weile, weil hier zumindest alle paar Minuten etwas Action angesagt sein wird. So war es dann auch, der Löwe suchte immer wieder die Nähe zu seiner Auserwählten, um sich zu paaren. Das Ganze dauert bei Löwen ein paar Sekunden, dann wird sich wieder ausgeruht. Dies geht dann über mehrere Tage so, d.h. wir werden die beiden vermutlich wieder hier in der Gegend finden, da keine großen Ortswechsel zu erwarten waren.

Ein stattlicher Löwenmann


Löwen im Honeymoon


Wir hingegen entschieden uns, uns einen schönen Baum zu suchen, unter dessen Schatten wir unser Frühstück einnehmen konnten. Es gab wieder Obst, Pancakes, Würstchen, Eier und natürlich durfte der kenianische Tee nicht fehlen. Nach dem Frühstück fuhren wir noch ein wenig im Park herum und genossen einfach mal die Szenerie. Zum Fotografieren war das Licht sowieso schon zu hart, so dass auch ich die Kamera zur Seite legte und einfach nur die Natur genoss. Da es wieder recht schnell heiß wurde, beschlossen wir wieder zeitig ins Camp zurückzufahren, um dort im Schatten der Zelte, die Mittagspause zu genießen.

Unser Frühstücksbaum


Eine Gabelracke schaut uns beim Frühstück zu



Nach der Mittagspause geht´s weiter ;)
Gruß Thorsten :)
Thorsten Hanewald Photography

Auf den Spuren der Gnus - Tansanias Norden
Zu Besuch im Angama Mara Camp (Mara Triangle)
Masai Mara intensiv

" Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
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09 Aug 2023 19:43 #671592
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Am Nachmittag ging es dann wieder auf Pirschfahrt. Was wird uns der Nachmittag bringen? Natürlich hofft man jeden Tag etwas spektakuläres zu sehen, aber es sind wilde Tiere und man weiß nie wo, bzw. ob man überhaupt etwas findet. So fahren auch wir an diesem Tag einige Zeit umher, ohne etwas Fotogenes zu finden. Langsam steht die Sonne nicht mehr so hoch am Himmel und das Licht wird etwas wärmer und die Schatten etwas länger. Auf einmal ruft Narasha „Cheetah in the bush!“. Wir konnten jedoch noch nichts entdecken. Manchmal frage ich mich wirklich, ob er ein eingebautes Fernglas in seinen Augen hat. Dann aber sehen wir die Gepardin mit ihrem Jungen, die wir gestern schon kurz beobachten konnten. Noch lagen die beiden im Schatten und betrieben gegenseitige Fellpflege. Dann standen die beiden auf, erst wurde sich gedehnt und gestreckt und dann sah sich die Gepardin um, ob etwas jagdbares in der Nähe ist. Wie es aussah, waren die beiden hungrig und wir hofften auf eine Jagd, also stellten wir uns in einiger Entfernung auf und warteten. Auf einmal verharrte die Gepardin und fokussierte etwas. Wir konnten selbst mit den Ferngläsern nicht sehen, was sie gesichtet hatte. Vermutlich eine Gazelle. Die Gepardin schlich langsam weiter, das Junge verzog sich in die Büsche. Dann sahen wir auch, was da auf die Geparden Familie zukam, eine Löwin kam direkt in unsere Richtung.

Krallen schärfen für die Jagd


Was Mama kann, kann ich auch


Wie geht es da wieder runter?


Die Gepardin hat etwas erspäht


Es war jedoch keine Gazelle, sondern einen Löwen.


Die Gepardin attackiert die Löwin




Die Löwin rief nach ihren Rudelmitgliedern. Würden jetzt noch mehr Löwen auftauchen? Mitten auf einer freien Fläche ließ sich die Löwin nieder und rief weiter nach ihrem Rudel. Die Gepardin, die noch nicht entdeckt wurde, kauerte in einer Kuhle und beobachtete die Löwin ganz genau. Auf einmal sprang die Löwin auf, anscheinend hat sie Witterung aufgenommen und schon hatte sie die Gepardin entdeckt.

Die Jagd beginnt...


Die Löwin versucht die schnelle Gepardin einzuholen


Die Löwin holt auf




Sofort sprintete die Löwin los. Aber auch die Gepardin ging sofort auf die Löwin los, um sie zu attackieren. Sollte die Löwin die Gepardin erwischen, wäre das der sichere Tod. Da Geparden jedoch deutlich bessere Sprinter sind und zudem viel wendiger als ein Löwe sind, nutzte die Gepardin ihre Stärken und lockte die Löwin so von ihrem Jungen weg, das sich wohl irgendwo in den Büschen versteckt hat. Die Löwin versuchte immer wieder an die Gepardin heranzukommen, aber sobald die Komfortzone unterschritten wurde, legte die Gepardin einen kurzen Sprint ein.

Da wird die schnelle Jägerin zu Gejagten


Auf einmal tauchte das Junge wieder aus den Büschen auf und war nun ungeschützt auf der freien Fläche. Der Löwin gelang es, zwischen die beiden zu gelangen. Sie hatte somit die Chance, das Junge zu erbeuten. Die Situation war angespannt. Das Junge saß regungslos im Gras, die Mutter konnte ihm nicht zu Hilfe eilen und die Löwin mittendrin. Anscheinend war sie von der Situation genauso überrascht, denn auch sie saß erst einmal still da und beobachtete die beiden Geparde. Dann hat die Gepardin all ihren Mut zusammengenommen und drehte den Spieß um, sie attackierte die Löwin mit einem Scheinangriff. Prompt nahm die Löwin diese Einladung an und setzte zur Jagd auf die Mutter an.

Immer wieder versucht die Löwin die Gepardin zu attackieren


Verschnaufpause



Wer wird dieses Duell gewinnen?

Hat das Gepardenkind eine Chance zum überleben? :blush:
Gruß Thorsten :)
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Auf den Spuren der Gnus - Tansanias Norden
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Letzte Änderung: 09 Aug 2023 19:43 von THBiker.
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10 Aug 2023 20:14 #671647
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Dies verschaffte dem Jungen genügend Zeit, sich aus der Gefahrenzone zu bringen. Nach ein paar Sprints sah die Löwin ein, dass sie chancenlos war und gab auf.

Die Löwin ist, zum Glück, leer ausgegangen


Alle haben die Aktion unbeschadet überstanden


Die Gepardenfamilie suchte das Weite und wurde dabei von einer Gnuherde beobachtet. Aber nach Jagd war es der Mutter wohl gerade nicht mehr. Inzwischen war die Sonne auch schon fast untergegangen und auch wir machten uns langsam aus dem Staub und traten den Heimweg an. Auf dem Heimweg gab es noch ein paar Gnus und Hyänen zu sehen, sonst entdeckten wir bei unserem Night-Gamedrive leider nichts mehr.

Eine Hyäne spaziert an den Gnus vorbei




Die vielen Beutegreifer lassen die Gnus unruhig werden


Zurück im Camp stand das übliche Procedere an, zuerst duschen, dann ein kühles Getränk und danach nochmal das leckere Abendessen genießen. Heute war ja bereits unsere letzte Nacht in Naboisho, bevor es weiter in die zentrale Mara ging. Noch ein Schlummertrunk und dann ging es zurück in unser Zelt.

Unser Zelt im Eagle View Camp


Lala Salama!
Gruß Thorsten :)
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13 Aug 2023 17:38 #671796
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Der Morgenspaziergang


Nach einer erholsamen Nacht waren wir schon wieder sehr früh auf den Beinen. Da wir nicht auf unser Frühstück warten musste, da wir zum Frühstück zurück ins Camp kommen wollen, konnten wir noch vor 6:00 losfahren. Um zehn nach sechs hatten wir dann auch bereits unsere Löwen gefunden. Wir entschlossen uns, den letzten Morgen hier zu verbringen. Wir wollten beobachten, was das Rudel so treiben wird. Langsam ging die Sonne auf und die Katzen wurden aktiver. Es wurde sich gestreckt und gedehnt. Danach wurde jedes Rudelmitglied begrüßt. Dann begann das „Warm Up“, es wurde sich gejagt, herumgetollt und gespielt. Leider war das Gras an dieser Stelle etwas zu hoch, um vernünftige Backlight-Fotos zu schießen. Erst als die Sonne schon über dem Horizont stand, entschieden sich die Löwen in offeneres Gelände zu gehen, um dort weiterzuspielen. Jetzt war etwas Action angesagt und wir genossen die letzten Stunden mit diesem Löwenrudel. Es wurde langsam wärmer und die Löwen gingen Richtung Büsche, um sich ihr schattiges Plätzchen für den Mittagsschlaf zu sichern. Das war dann auch für uns das Zeichen für den Aufbruch.

Die morgentliche Begrüßung


Jetzt wird gespielt


Die Jagd wird trainiert


Übung macht den Meister


Auf dem Rückweg kamen wir nochmal bei unseren Honeymoonern vorbei, danach ging es zurück ins Camp um zu frühstücken und unsere Taschen zu packen.
Dann hieß es Abschied nehmen von dieser wunderschönen Location. Es viel uns zumindest sofern leicht, weil wir wussten, was uns als nächstes erwarten würde. Der nächste Stopp ist bei unseren liebgewonnenen Freunden im Mara Bush Camp.
Heute setzte ich mich hinters Steuer und Narasha durfte Beifahrer machen. Da es nicht weit ins Mara Bush Camp war und wir mehr als genügend Zeit hatten, wollte ich den Weg alleine finden. So langsam sollte ich mich in der Mara doch auch auskennen, zumindest, solange es hell ist.

Honeymooner


Noch ein kurzes Fazit zum Naboisho Conservancy und dem Eagle View Camp.

Wir waren sehr positiv überrascht, sowohl über das Conservancy, als auch über das Camp. Das Schutzgebiet hat sich sehr wildreich gezeigt und es mangelte nicht an guten Sichtungen. Schon auf kürzesten Distanzen bot sich allerhand Wildlife. Was mir besonders gut gefallen hat, waren die wenigen Fahrzeuge. Und wenn an einer Sichtung doch mal mehr Fahrzeuge auftauchten, war klar geregelt, dass maximal 5 Fahrzeuge in der Nähe der Sichtung sein durften, und die anderen Fahrzeuge mussten in einiger Entfernung das Geschehen beobachten. Das Gerangel wie es aktuell in der Mara stattfindet, war hier nie zu beobachten. Im Schutzgebiet ist auch das Offroad fahren erlaubt, aber auch dies wird von den Guides respektvoll gehandhabt. Wenn man nicht mit einem der Camp-Fahrzeuge unterwegs ist, dann muss man sowieso zusätzlich einen Guide aus dem Schutzgebiet mitnehmen. Dieser hat ein Auge darauf, dass sich alle korrekt verhalten. So kann Safari also auch gehen. Es war total entspannt. Klar ärgert man sich vielleicht im ersten Moment, wenn man das Geschehen verlassen muss, weil zu viele Autos da sind, aber im Nachhinein finde ich diese Regelung super. Man sollte dies auch in der Mara ähnlich handhaben.
Das Eagle View Camp liegt wunderschön auf einem kleinen Hügel, von dem aus man das Treiben am Wasserloch beobachten kann. Die Zelte sind sehr schön gelegen und bieten alles, was das Safariherz begehrt. Wir haben uns in dieser Unterkunft sehr wohl gefühlt. Auch das Personal war immer freundlich und zuvorkommend. Ebenso war an dem Service nichts zu bemängeln. Die Küche im Camp ist hervorragend, das Essen war immer sehr schmackhaft. Zwar kein Vergleich mit dem Angama zuvor, aber das braucht es auch nicht. Wir werden auf alle Fälle wiederkommen und ich kann dieses Schutzgebiet nur empfehlen.

Weitere Infos zum Eagle View Camp findet ihr unter nachfolgendem Link
Gruß Thorsten :)
Thorsten Hanewald Photography

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Letzte Änderung: 13 Aug 2023 17:39 von THBiker.
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14 Aug 2023 19:49 #671911
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Heute geht es in die zentrale Masai Mara (Mara Bush Camp)



Wir nutzen den direkten Weg ins Mara Bush Camp und fuhren Richtung Talek. Auf unserer Route sahen wir auch noch genügend Tiere und es war kaum Verkehr auf dieser unbefestigten Straße. Nach nicht einmal zwei Stunden sahen wir schon den Ol Kiombo Airstrip, das ist der kleine Flugplatz in unmittelbarer Nähe zu unserem Camp. Als wir in den kleinen Weg zum Mara Bush Camp einbogen, war unsere Wiedersehensfreude riesengroß. Am Eingang wartete schon Nelson mit seiner Crew, um uns überschwänglich in Empfang zu nehmen. Jetzt wurden alle erst einmal herzlich begrüßt und es war eine Freude, all die bekannten Gesichter zu sehen und zu wissen, dass wir die nächsten Tage hier verbringen dürfen. Wie immer bekamen wir das Briefing von Nelson „Welcome home Thorsten, your tent is number 8. You know everything. See you shortly!“. Also packten wir unsere kleinen Taschen, die großen hatte jemand von den Angestellten schon vorgetragen, und machten uns auf den Weg zu unserem neuen zu Hause für die nächsten 5 Nächte. Erst einmal auspacken und ankommen, dann sind wir vor in den öffentlichen Bereich, wo man die Foto Lounge, die Bar und den Feuerplatz findet Das Essen wird hier in der Regel bei gutem Wetter auch serviert. Wir genehmigten uns ein kühles Getränk und warteten dann in den gemütlichen Sitzecken auf unser Lunch. Leaky und Donald zwei der Servicekräfte waren auch da und wir mussten natürlich alle Neuigkeiten austauschen. So erfuhr ich auch, dass Collins, einer der Servicekräfte, aktuell nicht im Mara Bush Camp ist, sondern in das neue Luxury Migration Camp (LMC) gewechselt ist. Das Camp wurde vor kurzem von Sunworld Safaris übernommen und vollständig renoviert. In den nächsten Tagen werden wir dem Camp einen Besuch abstatten und ein paar Fotos der Örtlichkeiten machen.
Jetzt genossen wir erst einmal das Mittagessen und danach zogen wir uns in unser Zelt zurück, um etwas auszuruhen bevor es gegen 15:30 wieder auf Gamedrive ging.

Mara Bush Camp - Unser Zelt




Mara Bush Camp - Public Area




Wir hatten uns entschieden heute Richtung Mara Fluss zu fahren, um nach der Leopardin Bella2 zu suchen. Anscheinend wurde sie die letzten Tage öfter mal gesichtet. Wir fuhren also aus dem Camp und erstmal durch das „Smelling Crossing“. Dort lagen wie immer die beiden Flusspferde im Wasser. Irgendjemand hat den beiden die Namen Fritz und Alfred gegeben und seitdem nennen wir die beiden auch so. Wir fuhren weiter Richtung Fluss und machten uns auf die Suche nach der Leopardin. Leider war unsere Suche nicht von Erfolg gekrönt. Es war nichts zu sehen, gar keine Anzeichen, dass sich die Katze hier irgendwo versteckt. Irgendwann gaben wir auf und fuhren bis zum Mara Fluss. Dort sahen wir schon aus einiger Entfernung, dass sich einige Autos versammelt hatte. Also beschlossen wir auch, dass wir zumindest mal die Lage checken, vielleicht handelt es sich ja um unsere gesuchte Leopardin. Als wir näher kamen sahen wir aber bereits was den Wagen-Auflauf verursacht hatte. Es war ein Löwen-Paar im Honeymoon. Die beiden Lagen im Gras und ließen sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Viel Action war hier gerade nicht. Die Löwin war wohl noch nicht ganz bereit und attackierte das Männchen, sobald dieser irgendwelche Annährungsversuche startete. Wir beobachteten die Szene noch eine Weile, bevor wir uns auf den Rückweg machen mussten, damit wir rechtzeitig im Camp sind. Auf dem Rückweg war nichts mehr Spektakuläres zu entdecken. Ein paar Impalas und Büffel grasten friedlich und ein Elefant stapfte durch die Savanne.

Und wieder ein Honeymoon-Paar


Impala im Abendlicht


Zurück im Camp ging es erst unter die warme Dusche, bevor wir uns auf den Weg zum Lagerfeuer machten. Wir sitzen eigentlich immer gerne am Lagerfeuer, sofern es in den Camps welche gibt, und unterhalten uns gerne mit den anderen Gästen. So lernt man immer wieder interessante Menschen kennen. Dieses Mal treffen wir Johanna und Nicole, mit der ich bereits über Facebook in Kontakt stand und so hatten wir gleich ein paar Gesprächsthemen. Nelson, der Campmanager, kommt normalerweise auch immer auf einen Plausch vorbei und lässt uns an seinen Erlebnissen im Bush Camp teilhaben. Bei einem kühlen Tusker vergeht die Zeit viel zu schnell und dann steht auch schon Donald da und verkündet das Menü des Abends. Das Menü schmeckt wieder richtig lecker. Kaum ist man mit dem Essen fertig, muss man sich schon wieder Gedanken um das Frühstück machen. Denn im Bush Camp kann man sich sein Frühstück selbst zusammenstellen. Ich nehme, wie fast immer, Sandwich, Pancakes und Bananen und natürlichen den kenianischen Schwarztee mit Milch. Ich finde dieses Konzept super, so hat jeder nur die Dinge in der Box, die man gerne isst und man bestellt auch nur so viel, wie man essen kann. So wird vermieden, dass Essen unnötig weggeschmissen wird. Ich würde mir wünschen, dass alle Camps ein ähnliches Konzept haben, denn oft sind in den Standard-Lunch-Paketen Dinge drin, die wir gar nicht essen. Nachdem wir uns nun ausgiebig mit Essen beschäftigt haben, gehen wir gut gesättigt in unser Zelt und lauschen den Klängen des Busches.

Unser Bad


Dusche und WC


Am nächsten Morgen steht um 5:30 schon unser Room-Service mit dem Kaffee vor dem Zelt und weckt uns mit einem gut gelaunten „Good morning, here is your coffee!“. Jetzt beginnt das morgendliche Ritual, ich bereite den Kaffee vor und genieße die erste heiße Tasse, dazu einen Kecks. Aber Moment, wo sind die Kekse? Normalerweise gibt es nämlich immer ein paar Kekse dazu. Ok, dachte ich, die wurden wohl vergessen. Schade, aber der Kaffee schmeckt auch so. Dann wird die Fototasche gepackt und schon sind wir kurz vor 6:00 am Fahrzeug. Ich helfe Narasha die Fenster und das Dach zu öffnen, während er sich um das Frühstück kümmert. Bis er mit dem Frühstück kommt, ist bereits alles vorbereitet und wir könne direkt starten. Wir hatten beschlossen, dass wir heute direkt versuchen, werden das „Topi-Pride“ zu finden. Es ist aktuell eines der wohl stärksten Löwenrudel in der Masai Mara. Von den anderen Guides haben wir erfahren, wo sich das Rudel letzten Abend befand, also nehmen wir direkt Kurs. Doch dann stoppt Narasha plötzlich „Look at the Jackals, they are hunting a young Topi”, machte er uns darauf aufmerksam, dass zwei Schakale wohl gerade versuchen, ein Topikalb zu jagen. Es war ein wildes hin und her. Die Schakale attackierten abwechselnd das Kalb, während der andere versucht, die Mutter von ihrem Kalb abzulenken. Doch die beiden Schakale hatten die Rechnung ohne die Mutter gemacht, sie versuchte die Schakale mit ihren Hörnern zu erwischen. Die Mutter konnte die beiden Schakale in Schach halten. Doch als wären die beiden Schakale nicht schon genug, taucht noch eine Hyäne auf der Bildfläche auf. Sie wittert wohl ihre Chance auf schnelle Beute und jagt dem Kalb auch hinterher. Zum Glück recht unmotiviert, so dass die Hyäne schnell wieder aufgibt. Auch die Schakale haben sich zurückgezogen und die beiden Topis können sich vorerst in Sicherheit bringen.

Ein Schakal jagt ein junges Topi


Auch wir beschlossen weiterzufahren, damit wir unser Löwenrudel noch in einem guten Licht erwischen können und mit etwas Glück jagen sie vielleicht noch in den frühen Morgenstunden. Keine 15 Minuten später können wir schon die anderen Safarifahrzeuge entdecken, d.h. das Rudel wird auch irgendwo hinter den Fahrzeugen sein. Als wir näherkommen, sehen wir schon, was der Anlass des Aufgebots war. Die Löwen hatten wohl in der Nacht Beute gemacht und ein Gnu erlegt. Das ganze Rudel hatte sich um die Beute versammelt und jeder versuchte einen Bissen abzubekommen. Aber noch waren die beiden starken Männchen an der Beute und schlugen sich die Bäuche voll. Immer wieder fauchten sich die Katzen gegenseitig an, teilweise gab es auch mal einen Hieb mit den Pranken, um seinen Anteil der Beute zu verteidigen. Selbst die Kleinsten waren mitten unter dem Gemenge. Es war interessant zu beobachten, dass auf die Kleinen sehr viel Rücksicht genommen worden. Obwohl die Umgangsformen zwischen dem größeren Löwen recht rau waren, schien es, als würde jeder aufpassen, dass dem Nachwuchs nichts passiert. Selbst die beiden Paschas ließen die Kleinen gewähren. Wir beobachteten das Treiben über zwei Stunden. Langsam waren auch immer weniger Fahrzeuge anwesend. Auch die Katzen waren so langsam alle gesättigt und zogen sich nach und nach in die schattigen Büsche zurück. Das war dann auch für uns das Zeichen, dass wir weiterfahren und nach weiteren Motiven Ausschau halten.

Die Pascha des Topi-Rudels


Es herrscht eine gereizte Stimmung


Die Kleinen sind mitten im Geschehen


Irgendwo könnte ja ein Happen abfallen


Wir sind dann noch auf einen Hyänen Clan gestoßen, die sich gerade an den Resten eines Gnu-Kadavers zu schaffen machten. Viel war von der Beute nicht mehr übrig. Auch hier versuchte jeder noch einen Happen abzubekommen.
Nachdem wir jetzt den ganzen Morgen den Tieren beim Essen zugeschaut hatten, bekamen wir langsam auch Hunger. Wir suchten uns also einen schönen Frühstücksbaum und packten unsere Lunchboxen aus. Wie meistens gab es bei mir das Sandwich und danach noch Pancakes mit Bananen. Dazu noch eine Tasse kenianischen Schwarztee mit Milch und natürlich Zucker.

Hyäne mit den Resten eines Gnus


Unser Frühstücksbaum


Nach dem leckeren Frühstück haben Narasha und ich die Positionen gewechselt und ich bin gefahren. Es ist gar nicht so einfach, gleichzeitig auf die Piste zu achten und dabei Tiere zu finden. Aber wie immer, genieße ich die Fahrerei im Busch und das Fotografieren ist bei dem harten Licht jetzt sowieso zweitrangig. Ich übe mich immer durchqueren der kleinen Flussläufe, ohne dass ich irgendwo stecken bleibe. Es ist dann immer lustig, wenn andere Safarifahrzeuge entgegenkommen und ich am Steuer sitze und Narasha hinten drin „Urlaub“ macht. Aber nach so vielen Jahren Masai Mara trifft man auch immer wieder auf Bekannte, mit denen man sich dann austauschen kann. Mal sehen, wann ich das erste Mal ganz ohne Guide in der Mara fahren werde. Das Mara Bush Camp habe ich heute zumindest mal allein gefunden.
Zurück im Camp bringe ich das Fotogepäck ins Zelt und danach gehen wir gleich Richtung Restaurantzelt, um ein Getränk zu uns zu nehmen. Danach gibt es wie immer, leckeres Mittagessen. Danach noch einen Kaffee und die Mittagsruhe kann beginnen.
Gruß Thorsten :)
Thorsten Hanewald Photography

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15 Aug 2023 19:46 #671968
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Gegen 15:30 ist dann heute wieder Abfahrt. Das Ziel des Nachmittags soll die Leopardin „Luluka“ sein. Sie aktuell Junge und wir hoffen einen Blick auf ihren Nachwuchs werfen zu können. Uns vielleicht entsteht dabei auch das ein oder andere gute Foto. Die Jungen sind jedoch noch so klein, dass sie von der Mutter meistens in einer Höhle versteckt werden und die Mutter nur zum Säugen zu den Kleinen kommt. Gegen 17:00 ist dann auch so weit, wir finden die Leoaprdin. Sie ruht auf einem dicken Ast, hoch oben in einem Baum. Die Jungen sind natürlich nicht da. Wir entschließen uns hier zu warten, um zu sehen, ob Luluka uns noch zu ihren Jungen bringt. Leider ist es aktuell in der Mara so, dass sobald eine Leoparden-Sichtung im Funk durchgegeben wird, sich fast alle Fahrer zu dieser Sichtung begeben. Es dauerte also nicht lange, bis sich wieder eine große Anzahl an Fahrzeugen um den Baum versammelten. Das ist leider der große Nachteil des Funks und der Mobiltelefone. Das Gute ist, dass die meisten Touristen nur ein schnelles Foto mit ihrem Smartphone machen wollen und dann relativ schnell wieder die Szenerie verlassen. Wir positionieren unser Fahrzeug so, dass wir einen guten Blick auf die Leopardin haben und wir hoffentlich auf der richtigen Seite stehen, sollte sie herunter geklettert kommen. Luluka macht aber keinerlei Anzeichen ihren Aussichtspunkt verlassen zu wollen. Also machen wir das, was Luluka auch macht, wir ruhen uns aus. Die Sonne geht langsam unter und das Licht wäre nun nahezu perfekt. Jetzt müsste nur noch etwas Bewegung in die Szene kommen. Da haben wir die Rechnung leider ohne den Wirt gemacht. Selbst als alle Fahrzeuge weg sind, bleibt die Katze auf ihrem Ast liegen. So langsam wird es Zeit, dass auch wir den Rückweg antreten, damit wir nicht noch Schwierigkeiten mit den Rangern bekommen, weil wir zu spät noch draußen sind. Ohne weitere Zwischenfälle kommen wir rechtzeitig im Camp an.

Luluka - Einfach mal ausruhen


Luluka wechselt mal die Position


Luluka liegt immer noch auf dem Ast und rührt sich nicht von der Stelle


Wir gehen kurz in unser Zelt und danach geht es ans Lagerfeuer. Bei einem Tusker und den leckeren Snacks, die uns Donald zu unserem Bier dazu gibt, unterhalten wir uns mit den anderen Gästen über die Erlebnisse des Tages. Natürlich dürfen auch die Geschichten von Nelson nicht fehlen. Und so vergeht der Abend am Lagerfeuer wieder ganz schnell und ehe wir uns versehen, gibt es schon wieder Abendessen. Eigentlich bin ich noch nicht hungrig, aber was soll´s, wir haben Urlaub. Die Suppe lasse ich aber weg, damit ich wenigstens meinen Hauptgang packe. Wie immer, ist das Essen sehr lecker. Nach dem Abendessen leert sich das Camp relativ schnell, alle Gäste gehen meist direkt in ihr Zelt, so dass wir meistens noch alleine kurz am Lagerfeuer sitzen, bevor uns die Bettschwere überkommt. Lala salama, bis morgen.

Es ist kurz vor 5:30 und unser Wecker klingelt. Noch kurz liegen bleiben und warten bis der Kaffee kommt. Ich höre schon die Schritte und dann ein freundliches „Good morning, here is your coffee!“. Also nichts wie raus aus dem warmen Bett, schnell anziehen und dann den Kaffee ansetzen. Als ich raus komme auf die Terrasse des Zeltes, sind zumindest die Kekse dabei, aber was war hier los, es lag alles auf dem Tablett herum. Wer hat sich da an unseren Keksen zu schaffen gemacht? Wie sich später noch herausstellt, treibt ein Bushbaby sein Unwesen im Camp. Das Bushbaby war sogar mehrmals bei Nicole im Zelt. Da muss man glatt aufpassen, dass das niedliche Tier nicht aus Versehen in der Tasche hockt und man es mit einpackt. Wir genießen jetzt unseren Kaffee und machen uns startklar, damit wir wieder vor Sonnenaufgang das Camp verlassen können. Wie immer helfe ich bei der Vorbereitung des Autos und öffne schon mal die Planen an den Seiten und das Hubdach. Dann wird das ganze Kamerazeug verstaut und los geht´s. Heute scheint es, dass wir einen schönen Sonnenaufgang haben. Jetzt gilt es, ein schönes Motiv zu finden. Mir schweben ein paar Giraffen oder Elefanten vor, die sich schön vor dem orangenen Himmel abheben. Am besten noch eine Akazie mit auf das Bild. Aber es ist wie verhext, die Region hier ist wie leergefegt. Ein paar Impalas sehen wir am Horizont und wir versuchen das Auto so zu positionieren, dass wir zumindest von den Tieren ein schönes Foto im Sonnenaufgang machen können. Leider ist das Gras an dieser Stelle so hoch, dass die Beine der Tiere kaum zu sehen sind. So wirkt das Bild gar nicht. Pech gehabt, dann müssen wir auf den nächsten Sonnenaufgang warten. Wir fahren weiter und durchqueren den Talek Fluss. Am Wasser sitzt ein kleiner Graukopflist auf einem Stein, aber unten in der Senke ist das Licht nicht schön. Schauen wir mal, was wir hier noch machen können. Vielleicht gibt es ja ein nettes Flugbild. Aber auch hier bin ich heute Morgen erfolglos. Wir kämpfen uns mit unserem Landcruiser auf der anderen Uferseite wieder nach oben und fahren dann parallel zum Fluss weiter.

Impalas im Sonnenaufgang


Ein Graukopflist wartet auf Beute


Kurze Zeit später sehen wir drei männliche Löwen durch ihr Revier streifen. Die Drei sind wohl nicht so konzentriert und bemerken eine näherkommende Büffelherde nicht. Die Büffel haben die Löwen aber auch noch nicht gewittert. Wir positionieren uns, um zu sehen, wie sich diese Szene entwickeln wird. Auf einmal nehmen die Löwen die Büffel wahr. Sofort ducken sie sich im hohen Gras. Wollen die Drei vielleicht einen Büffel jagen? Zumindest wären sie dazu in der Lage. Auf einmal scheinen die Büffel Witterung von den Löwen aufgenommen zu haben, sie werden unruhig und fangen an zu rennen, ohne genau zu wissen, wo sich die Löwen befinden. Nach einem kurzen Sprint stoppt die ganze Herde, um sich neu zu orientieren und um nach den Löwen Ausschau zu halten. Dann entdecken die Büffel ihre Feinde. Sofort geht die ganze Herde in Angriffsmodus und setzt zur Jagd auf die Löwen an. Für die Löwen bedeutet dies höchste Gefahr. Sollten sie zwischen die Herde kommen, würden die Büffel die Löwen mit ihren Hörnern aufspießen und Tod trampeln. Als die Löwen die gefährliche Situation erkennen, nehmen sie sofort reis aus und rennen in alle Richtungen davon. Für den ein oder anderen Löwen ist es teilweise recht knapp gewesen und sie entgehen nur knapp der aufgebrachten Büffelherde. Die Löwen verziehen sich in das dichte Gebüsch, denn dahin würden ihnen die Büffel nicht folgen. Das wäre viel zu gefährlich für die Büffel, denn im Gebüsch können sie ihre Feinde nicht im Auge behalten und laufen der Gefahr, selbst zur Beute zu werden. Nachdem sich alle wieder beruhigt haben und die Löwen im dichten Busch verschwunden sind, machen auch wir uns weiter auf den Weg Richtung Luluka.

Noch hat der Löwe die Büffel nicht wahrgenommen


Die Büffel haben die Löwen entdeckt


Ein Büffel nimmt Kurs auf die Löwen


Der König der Savanne wird zum Gejagten


Verkehrte Jagd am Morgen


Die Büffel sind bereit für den nächsten Angriff


Vielleicht haben wir heute mehr Glück mit der Leopardin und ihren Jungen. Wir suchen zuerst den Baum auf, an dem wir Luluka gestern Abend verlassen hatten, in der Hoffnung, dass sie sich noch in der Nähe herumtreibt. Aber weder die Katze noch irgendwelche Fahrzeuge sind irgendwo zu sehen. Wir suchen die Gegend mit den Ferngläsern ab, aber nichts ist zu entdecken, was auf die Leopardin hinweist. Wir suchen den ganzen Bachlauf ab, hoch und wieder runter, auf der einen Seite und dann auf der anderen Uferseite. Nichts. Also das gleiche Spiel nochmal und nochmal. Dann entdecken wir ein Fahrzeug auf der anderen Seite des kleinen Bachs. Wir suchen uns eine Stelle, wo wir den Bach überqueren können und schauen nach, was das andere Auto entdeckt hat. Der Guide im anderen Fahrzeug war nicht so begeistert, dass nun ein weiteres Auto dazu kam. Er versicherte uns auch, dass hier nichts zu sehen ist. Ok, dachten wir uns und deshalb steht er nun schon die ganze Zeit hier. Wir beschlossen auch uns an diesem Plätzchen gemütlich einzurichten und nach dem „Nichts“ Ausschau zu halten, denn wir glaubten dem anderen Guide nicht. Langsam wurde es wieder richtig warm im Auto. Nichts passierte. Wir beschlossen ein paar Meter weiterzufahren und dort zu frühstücken, um danach an die Stelle zurückzukommen. Wir suchten uns wieder ein gemütliches Plätzchen, packten unsere Boxen aus und genossen erst einmal die ganzen Leckereien. Danach fuhren wir wieder an die gleiche Stelle zurück. Das andere Fahrzeug hat inzwischen die Stelle verlassen, so dass wir die Position an der Uferkante einnehmen konnten. Wir sahen trotzdem erstmal nichts. Hatte der andere Guide doch recht gehabt? Auf einmal sagte Narasha „ I can see one of the cubs!”. Wie? Wo? Wir sahen immer noch nichts. Dann erklärte uns Narasha die genaue Position. Auf der anderen Seite in der Uferböschung war eine Höhle, zugewachsen mit Ästen und Gebüsch. In dieser Höhle hat er die kleine gefleckte Katze entdeckt. Wir hatten trotz der präzisen Angaben alle Mühe den kleinen Leoparden zu sehen. Man konnte es irgendwie erahnen, dass diese wackelnden Flecken vom Schwanz des Leoparden stammten. Nun gut, zumindest wussten wir nun, wo sich die Kleinen aufhielten. Von der Mutter war jedoch nichts zu sehen. Vermutlich liegt sie irgendwo im Gebüsch oder ist auf der Jagd. Wir blieben noch eine ganze Weile an dieser Stelle, in der Hoffnung, dass die kleinen Leoparden vielleicht aus der Höhle kommen. Aber unsere Geduld wurde nicht belohnt. Wir gaben irgendwann auf und fuhren langsam Richtung Camp zurück.

Haubenzwergfischer


Thomsongazellen und Topis beobachten die Gegend


Zurück im Camp gingen wir direkt zum Lunch und danach war wieder chillen angesagt. Am Nachmittag wollten wir nochmal Richtung Double Crossing und unser Glück beim Topi Pride versuchen.

Zurück im Camp gingen wir direkt zum Lunch und danach war wieder chillen angesagt. Am Nachmittag wollten wir nochmal Richtung Double Crossing und unser Glück beim Topi Pride versuchen.

Aber wie sagt man schön: „Erstens kommt es anders, zweitens, als man denkt!“. :whistle: :woohoo: :whistle:
Gruß Thorsten :)
Thorsten Hanewald Photography

Auf den Spuren der Gnus - Tansanias Norden
Zu Besuch im Angama Mara Camp (Mara Triangle)
Masai Mara intensiv

" Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
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