THEMA: Papa mal wieder in Kenia
18 Jan 2014 19:21 #321651
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Selbstverständlich gibt es in diesem Bericht auch Tierfotos. Aber es gibt auch eine Vielzahl Aufnahmen von den Lodges und Camps, in denen ich übernachtet habe. Außerdem habe ich mich in den ersten vier Tagen zwangsläufig auf Landschaftsfotos konzentriert. Tierbilder gibt es in den momentan umfangreichen Reiseberichten sowieso in Hülle und Fülle.

Vielleicht wird Kenia für den ein oder anderen mal ein Thema. Und vielleicht können dann die Fotos und Infos über die Camps ein wenig Entscheidungshilfe leisten. Manchmal sagen Bilder mehr als tausend Worte. Ich würde mich freuen, wenn ich durch die Bilder die Schönheit der kenianischen Parks, insbesondere des Tsavo und vor allem der Masai Mara rüberbringen kann.


Stand Dezember 2013

Ich war spät dran mit meiner diesjährigen Urlaubsplanung und eigentlich sollte dieser Urlaub ganz anders werden als all die Jahre zuvor. Aber es kam natürlich alles ganz anders.

Nach vier Jahren Kenia in Folge mit Beach und Safari; mit Faulenzen an Strand und Pool, unterbrochen von einer Safari, wo es dann an Tierbegegnungen nicht mangelte, hatte ich dieses Mal das Bedürfnis nach einer Gruppenreise. (Ja, lacht ruhig!)

Die Tiersichtungen und Erlebnisse meiner letzten Masai Mara Tour sind sowieso nur ganz, ganz schwer zu toppen.

Dieses Jahr wollte ich kein vor und nach der Safari ‚im Liegestuhl verfaulen’ sondern drei Wochen lang Sightseeing und Input! Landschaft genießen und fotografieren.

Nur hinterherlaufen. Jemanden haben, der einen abends an die Hand nimmt und sagt ‚da hinten ist dein Bett’. ’Und da frühstücken wir morgen früh und anschließend treffen wir uns um x Uhr am Auto und fahren dann weiter’.

Und das ganze in kleiner Gruppe als Rundereise – ja, dass könnte es für dieses Jahr sein.

Das waren so meine ersten Gedankengänge für die Grobplanung 2013.

Dann fand ich in Internet eine tolle Kleingruppenreise von knapp drei Wochen durch Namibia, Botswana und Südafrika. Die Tour war toll. Der Preis nicht. Schließlich kommt auf den normalen Preis immer ein „Papa Kenia“-Aufschlag. Sprich Einzelzimmerzuschlag. Obwohl der zugegebenermaßen moderat war.

Trotzdem habe ich habe ein paar Wochen gebraucht um mir den Preis ‚schön’ zu rechnen. Dann war der Preis schön.

Und dann wollte ich buchen. Und dann war die Tour ausgebucht. Toll! Wer zu spät kommt,…..! Ich hasse diesen blöden Vogel mit diesem komischen Wurm!!!!
Enttäuschung Nr. 1.

Aber vielleicht ist das eine Option für 2014.

Also gefrustet ab ins Reisebüro. Einige Kilo Prospekte nach Hause geholt. Die Abende und Wochenenden waren gerettet. Dann wurde ich fündig. Wieder Kenia. Wieder Strand und Safari. Genau das, was ich eigentlich nicht wollte.

Safari nach Ol Pejeta, Shaba, Lake Nakuru und Masai Mara. Namen, die auf der Zunge zergehen. Und drei Reservate/Parks, in denen ich noch nicht war. Und Unterkünfte vom Feinsten!

Mindestteilnehmerzahl: 4 Personen. Irgendwo musste ja ein Haken sein.

Nach Kontaktaufnahme meines Reisebüros mit dem deutschen Veranstalter, der wiederum angeblich mit Kenia Kontakt aufgenommen hat, hieß es dann: Die Safari findet voraussichtlich nicht statt, da bis dato keine Anmeldung erfolgte und die Teilnehmerzahl voraussichtlich nicht erreicht wird.
Toll! War ja klar, dass die nicht erreicht wird, schließlich wäre ich da ja allzu gern mitgefahren.
Enttäuschung Nr. 2.

Man gibt aber nicht so schnell auf. Wofür kennt man denn Jonathan? Ich nahm per eMail Kontakt mit Jonathan auf.

Besagter Jonathan (den ich übrigens noch nie anders als in einem kanarienvogelgelben T-Shirt gesehen habe) arbeitet am Strand und bietet dort Safaris an. Wenn die Touris nicht zu ihm kommen, kommt er eben zu den Touristen. Jonathan arbeitet für das Safariunternehmen WT & Safaris Ltd. Ich habe hier bereits vier Safaris gebucht (3x Road- und 1x Flugsafari) und war immer bestens zufrieden.





Und nun habe ich Jonathan ganz konkret meine Pläne für meine fünfte Route vorgelegt. Er sollte bitte mal schauen, ob diese Tour: Ol Pejeta, Shaba, Lake Nakuru und Masai Mara bei ihm machbar wäre.

Aber auch von ihm kam die Antwort: ‚Nicht unter vier Personen machbar’. - Und als Privat-Safari für mich nicht mehr bezahlbar.

Dann änderte ich meine Pläne. Es folgte ein reger eMailverkehr – und nach wenigen Tagen stand die diesjährige Tour. Zu einem Preis, der für beide Seiten akzeptabel war. Leben und leben lassen.

In wechselseitigem Hin und Her, Für und Wider, hatten Jonathan und ich folgende Tour zusammengestellt:

1 Nacht Tsavo-Ost (Ndololo Camp)
1 Nacht Taita Hills (Sarova Saltlick Lodge)
1 Nacht Tsavo-West (Rhino Valley Lodge)
1 Nacht Amboseli (Ol Tukai Lodge)

dann vom Amboseli aus Flug in die Masai Mara und 4 Tage ins Governors’ Camp mit anschließendem Rückflug nach Ukunda (Diani Beach).

Dass die ersten vier Tage Stress würden und dass auf Safaris manchmal ‚weniger mehr ist’, das war mir klar. Aber ich wollte diese Tour so haben: ‚Nur die Harten kommen in den Garten!’

Und so stand ich nun mit gepackter Reisetasche am Essener Hauptbahnhof. Fährt er oder fährt er nicht? Das Dilemma um die sich teilweise unter den Gleisbetten gebildeten Hohlräume ging tagelang durch die Medien. Wegen Stollenabsenkgefahr fuhren hier nur noch Nahverkehrszüge im Schritttempo; Fernzüge wurden umgeleitet. Also stand ich nun an Gleis 1 und wartete. Fährt er oder fährt er nicht?

Er fuhr. Der ICE nach Frankfurt zum Flughafenbahnhof. Und zwar pünktlicher denn je.

Der Flug ging pünktlich um 20.30 Uhr raus und so kam ich dann am nächsten Morgen um ca. sieben Uhr völlig übermüdet in Mombasa an.

Am nächsten Tag wurde ich von einem Mitarbeiter von WT & Safari morgens um zehn Uhr am Hotel abgeholt. Ich hatte ja noch die Restzahlung zu leisten. Ein freundliches Hallo von Peter, den ich aus den Jahren zuvor kannte, ein kurzer Smalltalk und dann ging es ans Bezahlen.

Und dann folgten 4 Tage Vorfreude auf die Safari.
Letzte Änderung: 20 Jan 2014 18:45 von Papa Kenia.
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18 Jan 2014 19:25 #321652
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Tag 1


Pünktlich um 6 Uhr wurde ich am Hotel abgeholt. Der Fahrer stellt sich namentlich vor. Ein für mich unaussprechlicher Name. Er meinte aber, ich solle ihn einfach ‚Juma’ nennen. Ich saß alleine im Fahrzeug. Es war eine Private-Safari. Trotz der 239.000 km auf dem Tacho machte der Wagen einen ganz ordentlichen Eindruck. Da hatte ich schon Schlimmeres gesehen. Juma war ein ganz ruhiger Vertreter. Und ebenso verhalten war sein Fahrstil. Wir nahmen in Mombasa die Fähre und fuhren anschließend bei KWS (Kenya Wildlife Service) vorbei um die Eintrittsgelder für die Parks zu zahlen.

Unterwegs kamen wir auf schnurgerader Strecke an einem Unfall vorbei. Ein LKW hatte einen Bus von der Straße geschoben. Es hatte sich ein Stau gebildet und so konnte ich die Menschenmenge in etwa abschätzen, die am Unfallort stand. Es müssen ca. 100 Personen gewesen sein. Die waren doch wohl nicht alle in dem Bus? Weit und breit war kein Haus zu sehen.

Nach Jumas Angaben beträgt die Entfernung vom Diani Beach bis zum Tsavo Ost rund 130 km. Kurz vor halb zehn erreichten wir einen Curio Shop für den obligatorischen Stopp. Danach ging es zirka 15 Minuten weiter zum Buchuma Gate vom Tsavo Ost.










Hier wurde endlich das Dach hochgehievt. Wie hatte ich diesen Augenblick herbeigesehnt. Endlich wieder mit der Kamera im Anschlag auf Tierfang gehen!
Letzte Änderung: 20 Jan 2014 18:43 von Papa Kenia.
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18 Jan 2014 19:31 #321653
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Ich war jetzt zum fünften Mal im Tsavo. Aber so grün hatte ich ihn noch nie gesehen. Und so schlammig und matschig auch noch nicht. Kein Wunder, denn angeblich regnete es seit Anfang November täglich. Durch den hohen Bewuchs wurden Tiersichtungen aber erschwert. Des Tieres Freud ist des Fotografen Leid!














Letzte Änderung: 20 Jan 2014 18:50 von Papa Kenia.
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18 Jan 2014 19:38 #321655
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Anschließend gab es für mich um 14 Uhr Mittagessen. Außer mir waren noch zwei deutsche Paare sowie eine Gruppe Engländer im ‚Speisesaal’. Während des Essens ging der Campmanager durch die Reihen und fragte, wer nach dem Essen an einem kurzen Walk mit einem Massai interessiert sei. Ich war interessiert. Von den anderen kam keine Reaktion. Und so stiefelte ich nach dem Essen mit dem Massai durch das Camp. Er erklärte mir einiges zum Camp und zur Gegend. Dann fragte er mich ob ich Elefanten sehen wollte. Blöde Frage. Wir schlugen einen kleinen Bogen und in ca. 40 Metern Entfernung marschierten einige „rote“ Elefanten am Camp vorbei. Das war ein gelungener Einstieg.
















Letzte Änderung: 20 Jan 2014 18:56 von Papa Kenia.
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18 Jan 2014 19:42 #321657
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Um 16 Uhr sollte es zum Gamedrive rausgehen. Sollte. Aber es regnete mittlerweile. Und wie! Frust machte sich bei mir breit. Regnet es denn immer wenn ich auf Safari bin? Sollte ich als ‚Regenmacher’ einen Job annehmen? Gefrustet sagte ich Juma also, dass wir den Drive streichen. Er solle Feierabend machen. Ich besorgte mir ein Tusker und verzog mich in mein Zelt. Nach einer Stunde schien die Sonne wieder und ich machte es mir auf der kleinen Terrasse gemütlich und genoss einfach nur den Ausblick auf das Wasserloch. Wo dann ein paar Impala vorbeigingen und in der Ferne eine Elefantenherde vorbeizog.







Nach dem Abendessen lud der Campmanager zum Tagesausklang zum Beisammensein am Lagerfeuer ein. Die Engländer hatten sich abgeseilt und so saßen der Manager, mein Massai von heute Mittag und wir fünf Deutschen um das Lagerfeuer. Und der Manager erzählte über den Tsavo. Er gab uns Informationen von der Entstehung des Camps. Über die Bedeutung der Wortherkunft für Ndololo (place of water - wegen eines hohen Grundwasserspiegels). Er erzählte von den Massai und deren Kultur.

Es herrschte eine unglaubliche Atmosphäre und es war eine wahre Wonne dem Manager zuzuhören. Das war Lagerfeuerromantik und Unterhaltung vom Allerfeinsten und für mich der gemütlichste und informativste Abend, den ich jemals mitgemacht hatte.

Um 22.30 Uhr ging ich dann zu Bett.


Fazit:
Park: Der Kontrast zwischen Himmel, Bewuchs und roter Erde macht die Faszination vom Tsavo aus. Das Landschaftsbild ist ein Traum.

Unterkunft: Ndololo Camp
Nicht eingezäuntes Camp. Urig. Rustikal. Relativ kleine Zelte. Die Zelte stehen ziemlich eng beisammen. Urgemütlich. Zweckmäßig. Sauber. Toilette und Dusche. Tisch, Spiegel, Stromanschluss(Strom aber nur stundenweise), Ablagemöglichkeiten. Wasserloch in rund 10 bis 15 Meter Entfernung vom Zelt 1 bis 6 entfernt. Abends Lagerfeuer. Gutes Essen. Freundliche Mitarbeiter.

Hier wäre ich gerne noch eine zweite Nacht geblieben. Für Planer: Deshalb unbedingt eine zweite Nacht dranhängen!
Letzte Änderung: 20 Jan 2014 18:59 von Papa Kenia.
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18 Jan 2014 20:41 #321665
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Coole Schreibe, Papa Kenia - und eigentlich wollte ich anmerken (nachdem ich die ersten Abschnitte gelesen hatte): bei dieser guten Unterhaltung sind fehlende Tiere doch gar kein Problem.... aber es kamen ja doch noch einige Sichtungen - so what??

Ich freue mich schon auf die Fortsetzungen :) - LG Bele
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