THEMA: Kleinode in Malawi
05 Apr 2019 00:16 #553176
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Die weite, flache Landschaft lädt auch ein zum Radfahren





Zebras kommen oft so nah, dass man versucht ist, sie streicheln zu wollen!







In der Regenzeit sieht das Ganze dann sehr anders aus:







Die Sonnenuntergänge sind wunderschön – ob vom Sunsetdeck aus über dem Tümpel, oder im hinteren Parkteil über den Grasebenen







Und abends sitzen wir beisammen am Lagerfeuer, wenn die Flammen ihre Phantasie-Geschichten erzählen. Wir spielen das „Flammen-Rate-Spiel“ (bei Tag kann man das mit Wolken machen, auf langweiligen Autofahrten…) oder unterhalten uns über die Schönheit der Schöpfung, das Leben im allgemeinen und speziellen, oder schweigen auch nur in völliger Zufriedenheit.





Mal bei sternenklare Nacht, mal bei Wolken, und mal bei Vollmond:

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06 Apr 2019 18:04 #553295
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Fortsetzung KUTI - 2
Ich bin eigentlich nur auf „KUTI“ gestoßen, weil ich anfangs eine lange Fahrt nach Norden bis an die tanzanische Grenze plante (wo wir ursprünglich unser zweites Auto, durch „Be Forward“ gebraucht aus Japan importiert, abholen wollten), und ich auf der Strecke „Blantyre-Chinteche“ noch einen Etappenstop mit einfacher Unterkunft suchte. Da stolperte ich über einige unscheinbare Zeilen in meinem Hupe-Reiseführer, die auf dieses Kleinod hinwiesen. Das erwies sich als Segen für unsere gesamten Malawi-Zeit, in der wir etliche Male dort waren – meist als Zwischenstop auf Reisen nach Norden. Und jedes Mal fanden wir, dass sich diese kleine Unterbrechung (i.d.R. nur 1 Nacht) gelohnt hatte!



Im Oktober führt das KUTI immer einen „Game Count“ durch und ist froh um Helfer. Einmal haben wir das mit gemacht. Aber es war schlecht organisiert und insgesamt nicht wirklich prickelnd. Wir sollten um 4:30 antreten – was wir denn auch taten. Unsere Kinder (und uns selbst natürlich auch) warfen wir rechtzeitig brutal aus den Zelten :angry: :pinch: , um uns mit anderen Besuchern, die mit ebenso dünnschlitzigen Augen eine Tasse Kaffee umklammerten, auf Befehle zu warten. Die Sonne geht zu dieser Jahreszeit etwa um 5 Uhr auf, so dass wir dachten, das wäre gut durchdacht. Aber es wurde viel palavert, und am Ende ging das Ganze erst um 6:30 los!!!!! :evil: (die Organisatoren waren KEINE Malawier gewesen. Aber eben auch keine Deutschen oder Schweizer….. ;) ).
Gruppenweise durchstreiften wir das Gelände – jede Gruppe bekam einen Park-Teil zugewiesen, und dort spazierte dann jeder einzeln möglichst geradlinig (das ist schwieriger als man denkt) durch das Gebüsch, immer den Nachbarn noch im Blick behaltend. So sollte sicher gestellt werden, dass keine Tiere doppelt gezählt und gleichzeitig alle erfaßt wurden. Meint man zumindest. Ich habe da so meine Zweifel….
Also, es war zumindest mal eine Erfahrung wert, aber ich würde es nicht wiederholen.

Das KUTI-Team arbeitet ständig an Verbesserungen. Tiere werden neu angesiedelt oder an andere Parks gegeben (Zebras z.B., da sie davon zu viele haben). Ein neues Restaurant wurde gebaut, und weitere kleine Hütten errichtet. Das Angebot für Unterkünfte ist somit inzwischen sehr vielfältig:
Geboten werden ein vom Platz unbegrenzter Campingplatz (Camper dürfen das ehemalige Restaurant nutzen zum Kochen, Essen und Abhängen, leider finde ich davon kein Bild), A-Frames (2 bis 4 Personen)



oder die neueren kleinen 2-Bett-Hütten sowie die bereits erwähnten größeren Selbstversorger-Häuschen.





Manchmal - bei Regenzeit, oder wenn wir wegen der Hitze nur die Innenzelte aufbauten, stellten wir sie auch unter das Vordach dieser kleinen neuen 2-Bett-Häuschen, von denen nie alle belegt sind.

Und der Fahrradverleih ist (nachdem ich eine deutliche email zu den völlig überzogenen Preisen geschrieben hatte!) inzwischen auch in ein vernünftiges Preisniveau gesunken.

An den Hauswänden sitzen öfter mal diese faszinierenden Frösche, die mit ihren Saugnäpfen in der Senkrechten kleben! Manchmal sieht man sie auch direkt vor sich an der Tür, wenn man auf der Toilette sitzt :woohoo: :sick: Eigentlich ein idealer Ort, um sie näher zu studieren, da man nicht eben mal wegrennen kann.







Das Frühstück ist nicht selten von Tierbesuch begleitet – und ich finde es sehr viel schöner, wenn es (wie hier) Zebras sind, als (wie beim Campen meist üblich) freche Affen!





Der Vogelstrauß kommt einem oft auch SEHR nahe, und ich habe immer ziemlichen Respekt vor ihm und traue ihm nicht so ganz…. Immerhin können diese Gigantenvögel, wie alles Gefiederte, böse picken, und schlimmer noch, einem mit ihren Klauen den Bauch aufschlitzen! Aber er (besser gesagt „sie“) hat sich bei unseren Aufenthalten immer vorbildlich benommen!



Irgendwo in den Bäumen baumelt auch noch eine alte Hängematte,



doch die bescherte uns mal einen ziemlich großen Schrecken :ohmy: :

Juli/August 2016 machte ich mich mit unseren 4 Kindern und einem Freund aus Deutschland auf, um in ca. 10 Tagen von Blantyre durch Tanzania nach Nairobi zu fahren. Wir wollten/sollten in Kenya eine mögliche Berufsperspektive näher abklopfen, doch mein Mann hatte nicht genug Urlaub, um die Hin-und Rückfahrt entspannt zu fahren. So fanden wir die Lösung, dass unser Freund Clix (Name von der Redaktion geändert), der uns schon 2 mal in Tanzania besucht hatte, und von dem ich wußte, dass es mit ihm, mir und den Kindern auf einer Campingtour in Afrika harmonieren würde, mit uns hoch fuhr und mein Mann später nach Nairobi nach flog. In Kenya brachten wir Clix später wieder auf den Flieger nach Deutschland und bestritten die Heimfahrt als komplette Familie.
Da wir nicht ewig Zeit hatten, und gleichzeitig nicht jeden Tag nur im Auto sitzen wollten, hatte ich eine Route mit max. 2 Fahrtagen hintereinander und einzelnen Tagen Unterbrechung an schönen Orten zusammengestellt. Unser erster Tag brachte uns nur von Blantyre bis Kuti, was nur etwa 3 bis 3 ½ h Fahrt sind. Man kann dann entspannt morgens noch Auto packen, mittags losfahren, und kommt doch noch rechtzeitig, um eine kleine Runde vor Sonnenuntergang drehen zu können.

Am Tag darauf hatten wir dann auch nur eine ca. 3 ½-h Etappe bis Chinteche an den See vor uns, und so dehnten wir unseren friedlichen Morgen im Kuti-Camp aus. Die Kinder tobten sich nochmal etwas von ihrer Energie weg, bevor wir sie wieder ins Auto sperren würden, und Clix und ich genossen es, ohne Hektik noch unseren Kaffee zu trinken. Wir lauschten auf die Stille, als plötzlich ein markdurchbohrender Schrei zu hören war. Tabea (damals 7) war aus der Hängematte gefallen!

Nun, Kinder fallen immer wieder mal aus Hängematten, und so hoch ist das ja nun auch wieder nicht. Sie hörte jedoch gar nicht auf, wie am Spieß zu brüllen. Immerhin – "solange sie noch schreit ist alles gut", denkt der Mediziner in mir. Sie hatte auch nichts gebrochen - aber später stellte sich heraus, dass sie wohl eine ordentliche Gehirnerschütterung davon getragen hatte!

Nach einer Weile hatte sie sich doch beruhigt und ging mit den anderen wieder spielen. Bald aber kam sie schwankend angelaufen und meinte, ihr Schädel würde so brummen, und ihr wäre so schwindelig…. :S :blink: Als wir ca. ½ h später los fuhren, fing sie wieder an zu schreien wie verrückt, und sie habe so Kopfschmerzen…. Da ging mir dann doch etwas die Düse – immerhin war das gerade mal der Anfang einer 1o-tägigen Campingreise in der nur „halb zivilisierten Welt“! Ich war froh, in Clix ebenfalls einen Mediziner mit einer zweiten Einschätzung bei mir zu haben. Wir waren uns einig, dass das nicht kritisch ist, und wir es mal mit einer Schmerztablette versuchen könnten. Doch Tabea und Tabletten schlucken war bis dahin noch ein Drama für sich! :pinch: Clix brachte es aber immerhin fertig, ihr mit Hilfe einiger deutscher Mandeln eine Ibuprofen-Tablette runter zu tricksen.
Damit beruhigte sie sich zunehmend. Erbrach auf der Fahrt dann noch zweimal ein wenig :sick: :sick: , und in der nächsten Nacht schlief ich sehr schlecht, da ich immer wieder auf das Kind neben mir im Zelt achtete, ob denn wirklich alles in Ordnung wart. Aber sie erholte sich am folgenden Tag schnell, so dass wir uns keine weiteren Sorgen machen mussten.

Dennoch – der Schrecken dieses Tages sitzt mir noch heute im Nacken! Und - war damit leider noch nicht zuende. Dieser Tag würde mich noch sehr viel mehr Nerven kosten und sich tief in mein Reise-Gedächtnis brennen! Doch was es damit auf sich hatte, das wird erst im Kapitel „Lake Malawi-Chinteche“ fortgesetzt.

Immerhin ein Gutes hatte dieses Unglück: seit diesem Tag kann Tabea problemlos Tabletten schlucken… ;)
Letzte Änderung: 16 Apr 2019 17:20 von Rehema.
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08 Apr 2019 20:39 #553456
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Malawi Aktuell - nach dem Zyklon




Das ist ein Bild aus einem Hubschrauber.
Es war wohl lange nicht so schlimm wie in Mozambik, jedoch hat es das Lower Shire-Tal schon auch bös erwischt. Der Shire River ist hier zu beiden Seiten ca. 2 km über die Ufer getreten.
Viele hat der Regen im Schlaf erwischt, und sie mussten (ähnlich wie in Mozambik) auf Bäume klettern. 56 Menschen kamen ums Leben.

Viele verloren ihre Hütten:





Und leben jetzt in provisorischen Camps:





Die Straße nach Nsanje (südlichster Zipfel Malawis, Grenze zu Mozambik) hat es wohl auch weg gespült:



Es ist wie immer: Im Vergleich mit anderen Orten ist es insgesamt nicht so schlimm - doch wen es betroffen hat, für den ist es volle 100% schlimm...

So viel konnte ich bisher an Infos bekommen.
Betroffene Grüße,
Antje
Letzte Änderung: 16 Apr 2019 17:19 von Rehema.
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09 Apr 2019 17:28 #553547
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Fortsetzung KUTI - die letzte

Wenn es also auch nicht spektakulär dort ist, so war „KUTI“, wie erwähnt, in diesen gut 3 Jahren immer wieder unser kleiner, beständiger Begleiter. Unsere Zeiten dort waren nie gewaltige Höhepunkte, wie manch andere Parks auf diesem unermesslich schönen Kontinent. Doch KUTI war so wie ein fröhlich bepflanzter Blumentopf vor der Haustür, der einem beim Ein- und Ausgehen ein Lächeln ins Gesicht zaubert! :)



Und so wählten wir es auch als Ziel unserer kleinen Abschluß-Fahrt letzten Juli, nachdem der Container bereits verpackt und das Haus bis auf unser Fluggepäck leer geräumt war.

Klar wäre unser Traum eher ein Ruaha-Park, die Maasai Mara, die wilden Weiten Zambias oder Ähnliches. Aber Malawi hat nichts dergleichen zu bieten. Man muß manchmal eben nehmen, was das Leben einem gibt, und mit dem gestalten, was man hat – und auf diese Weise entdeckt man eben auch manchen Schatz, den man sich selbst evtl. nie erwählt hätte!

Diesmal verbrachten wir 2 Nächte dort (unsere Zelte hatten wir noch), und die Kinder liehen Fahrräder vor Ort aus.
Ich hingegen beschloss, meinen (hoffentlich nur kurzfristigen) Abschied von diesem Kontinent mit einsamen Fußmärschen durch das Dickicht wortwörtlich zu „begehen“. Das bot mir Zeit zum Nachdenken, Nachspüren und Einfangen mancher Gerüche, Geräusche und Gefühle unter meinen Flipflops. Ich wollte meinen inneren Tank mit all dem unbedingt nochmal für unbestimmte Zeit füllen!



Der Fußweg vom Campingplatz zum Sunsetdeck entpuppte sich jedoch als wesentlich weiter als gedacht! Ich wollte nicht auf der breiten AutoFahrspur laufen – ich wollte noch einmal Natur pur! Und so wählte ich den kleinen Trampelpfad durchs Dickicht, unwissend, dass dieser sich in unzähligen Kurven hin und her windet und deshalb unterwegs doch endlos erscheint!
Hier und da flohen einige Nyalas und Buschböcke vor mir:


(Das war ein Suchbild – wer hat sie entdeckt?)





Affen kreischten in den Bäumen, und viele verschiedene Vögel begleiteten mich. Es war ein seltsames Gefühl, so ganz alleine, und mich beschlich irgendwann doch etwas Unwohlsein, obwohl ich ja keine gefährlichen Tiere zu fürchten hatte.



Dennoch – man fühlt sich plötzlich so klein und verletzlich, so ganz ohne Autoblech um einen herum :blush: , und auch ohne jede andere menschliche Seele, und nur mit meinem alten Samsung Galaxy S3 mini bewaffnet (deshalb gibt’s davon auch keine wirklichen Bilder…).

Irgendwann sah ich schlängelnde Spuren im Sand – doch das war keine Schlange gewesen, sondern die Fahrradspuren meiner Kinder! Also war ich immerhin noch richtig! ;)
Dessen war ich mir umso sicherer, als ich plötzlich folgendes vor meinen Füßen fand:



Ah, eine Waffe! :huh: Welcher Bösewicht war hier unterwegs??? :evil: Nein - ich erkannte es sofort: Benni hatte es sich am Vorabend noch geschnitzt – es war ihm wohl beim Radeln aus der Tasche gefallen. Beglückt nahm ich es in meine Hand – von nun an hatte ich immerhin eine Waffe gegen unbekannte Gefahren! Das fühlte sich gleich besser an!!! B)
(Und Benni strahlte, als ich es ihm nach meinem 2-stündigen Fußmarsch in die Hand drückte, denn er hatte traurig festgestellt, dass er es wohl verloren hatte…)

Langsam öffnete sich auch das dichte Gestrüpp wieder (wer meinen Botswana-Bericht gelesen hat, weiß, dass ich eine besondere Verbindung zu „Gestrüpp“ hege: es ist nicht gerade meine favorisierte Vegetationsform!!!)



Und ich konnte endlich auch den blauen Himmel über mir wieder ausmachen!



Nach einer gefühlten Ewigkeit kam das SunsetDeck in Sicht! Wieder begrüßten mich Zebras direkt vor dem Eingang







Ich setzte mich oben auf einen Liegestuhl und genoss diese friedliche Atmosphäre! Auch wenn gerade keine Tiere zu sehen waren, so war das doch ein Ort, an dem die Seele einfach sein kann.

Letzte Änderung: 16 Apr 2019 17:18 von Rehema.
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09 Apr 2019 17:40 #553548
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Als Rückweg wählte ich aus Zeitgründen nun doch die Hauptstraße,



und auch hier konnte ich ab und zu ganz in der Stille rechts oder links des Weges Wasserböcke oder Nyalas im Gebüsch beobachten



Es begleiteten mich Vögel und Schmetterlinge, und ich entdeckte vor mir im Sand diese zwei Hübschen:



Man nimmt ganz andere Dinge wahr, wertvolle Kleinigkeiten, wenn man ohne Auto unterwegs ist, dachte ich wieder einmal.
Schade eigentlich, dass man die meisten Safaris mit dem Auto unternimmt :S .

Dennoch, das Auto ist uns weiterhin kostbar, und ich hatte mir für unseren Ältesten (gerade 14 geworden) noch ein Abschluß-Highlight überlegt: Ich nahm ihm am ersten Spätnachmittag alleine im Auto mit für einen GameDrive, und setzte ihn nach der ersten Kurve hinterm Campingplatz hinters Steuer! Er konnte sein Glück kaum fassen! :woohoo:
Hier in dieser Savanne, übersichtlich und ohne jeglichen Verkehr, dachte ich, sei der ideale Ort, um erste Fahrstunden zu bekommen!
Mir dämmerte dann, dass das Kupplungsspiel bei diesem „Traktor“ (welcher der Landcruiser nun mal ist) für einen Anfänger doch etwas herausfordernd ist, aber schon bald machte er seine Sache recht gut und bekam ein Gefühl für das Ganze. Am nächsten Tag wiederholten wir das noch zweimal, und er setzte das Auto nicht gegen einen der wenigen Bäume, und nahm auch kein Zebra mit! ;)





Noch heute strahlt sein Gesicht, wenn er daran denkt, so als habe ich ihm nie ein größeres Geschenk gemacht! :) :) :)


Für mich war es in unserer Malawi-Zeit im KUTI immer, als ob ich einen Blick in den Vorhof des Himmels werfen durfte: Der Himmel war zwar größer, gewaltiger und umwerfend schöner als der Vorhof. Und einen kurzen Blick des Vorhofs zu erhaschen war noch weniger. Aber ein solcher genügt manchmal, um den Widrigkeiten des Alltags wieder frohgemuter entgegen treten zu können.

So bleibt dieses kleine Reservat meiner Ansicht nach durchaus eine Empfehlung für ein oder zwei Nächte auf dem Wege.





„KUTI“ – kein „Must-Have“, aber durchaus zu erwägen, wenn man durch Malawi unterwegs ist!

Letzte Änderung: 16 Apr 2019 17:19 von Rehema.
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11 Apr 2019 23:02 #553785
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Lake Malawi

Für alle Malawi-Urlauber gibt es neben diversen anderen Orten vermutlich ein gemeinsames Ziel: den See!



Mancherorts wird er statt „Lake Malawi“ auch „Nyasa See“ genannt.
Dieser Name stammt von dem Yao-Wort „nyasa“, was „See“ bedeutet (Die Yao sind eine Volksgruppe, die den Südosten Tanzanias, den Norden von Mozambik und den Südosten von Malawi besiedeln, also vornehmlich die östliche Seite des Sees).
Vor Malawis Unabhängigkeit (1963) war „Nyasaland“ der Name des 1907 deklarierten britischen Protektorates.

Der Malawi-See ist das drittgrößte Binnengewässer auf dem afrikanischen Kontinent und der neuntgrößte See auf der gesamten Erde.
Er ist bis zu 700m tief und bedeckt knappe 30.000 km². Das ist ein Viertel von Malawis Staatsfläche!



(Damit mir keiner was ans Zeug flicken kann, habe ich jetzt selber gezeichnet!
Und füge der Übersichtlichkeit halber später immer jeweils zum Text einige Orte ein)


Mit ca. 450 Arten ist er der Fischartenreichste See der Erde! Die meisten davon sind endemische Buntbarsche. Viele Sorten sind beliebte Aquarienfische und werden in Europa zu diesen Zwecken gehandelt.
Da ich nicht mit Unterwasserkameras Photos gemacht habe, und auch nicht im Internet klauen will, müsst Ihr Euch diese denken oder selber nach Bildern recherchieren!

Wer in Malawi Fisch essen möchte, dem wird meist „Chambo“ (eine Buntbarschart) oder „Kampango“ (ein Wels) serviert. Sie sind ausgesprochen lecker und selbstverständlich am See frisch gefischt am besten zu verzehren.
Viele Minibusse oder Laster hängen sie vorne an ihre Motorhaube und trocknen sie so unterwegs. Da diese Vehikel aber immer schnell an einem vorüber sind, haben wir davon leider kein Bild.
Fischerboote zieren eigentlich immer das Bild beim Blick über den See







Im Lake Malawi leben überaus viele Nilpferde und Krokodile. Dennoch gibt es viele Stellen, an denen das Baden sicher ist.
Generell gilt: an Flußmündungen sollte man mit diesen Tieren rechnen, und in der Regenzeit breitet sich ihr Lebensradius um diese Mündungen herum weiter aus! Deshalb gibt es auch Resorts, bei denen man zwar nicht in der Regenzeit, wohl aber während der Trockenzeit im See baden kann.
Auch Kormorane lassen sich hin und wieder beobachten:







Was den See betrifft, so ist das Angebot für Urlauber wirklich vielfältig – immerhin erstreckt sich die Küste in Malawi über ca. 560 km. Dazu kommen diverse Inseln, und so gibt es die Wahl zwischen einfachen Unterkünften, Campingplätzen, Selbstversorgerhäuschen, Hotels unterschiedlicher Klassen, darunter auch gehobene, v.a. auf den Inseln.



Man kann sich den Rummel suchen (Junge Backpacker steigen gerne in Nkhata Bay im Norden ab) oder einsamere Orte, oder irgendwas dazwischen.







An den meisten Stellen kann man in der Ferne das anderen Ufer sehen – im Süden ist das Mosambik, im Norden bereits Tansania:



Touristisch am meisten frequentiert ist der südliche Teil um Cape Mc Lear/Monkey Bay herum, weshalb ich genau dort NICHT hin wollte. Und so landeten wir nach ausführlichen InternetRecherchen gleich von unserem ersten See-Besuch an in „Sunga Moyo“ (sinngemäß übersetzt mit „Preserve the life“) in Chinteche.

Vom KUTI sind es nochmal ca. 3 ½ h auf der „Lake Road“. Von dieser Strecke stammt übrigens auch das Bild mit der völlig eingebrochenen Straße – das war am Ende der Regenzeit, und wir mußten deshalb einmal, zurück von Sunga Moyo kommend, einen ziemlichen Umweg über Nkhotakota-Kasungu-Lilongwe fahren…..



Die Strecke nach Norden wird hier zunehmend „schmalspuriger“,



man passiert die Nkhotakota Pottery Lodge (auch ein beliebtes Camping Ziel), das Nkhotakota Wildlife Reserve, in Dwangwa die sehr hübsche „Ngala Beach Lodge“ (sowohl für Unterkunft/Restaurant als auch Camping zu empfehlen), und etliche, nach Norden immer schmaler und brüchiger werdende Brücken:





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