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THEMA: Unterschiede östliches und südliches Afrika?
06 Aug 2011 08:29 #199172
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  • picco am 06 Aug 2011 08:29
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Hoi zämä

Vieleicht habt Ihr meinen Reisebericht hier im Forum gelesen (klick mich!)...
Vorerst gehts noch mindestens ein paar Mal nach Ostafrika, aber vieleicht später mal in den Süden?
Ich würde gerne noch mehr so eher einfache Safarireisen wie in meinem Bericht machen und frage mich ob das auch im südlichen Afrika möglich ist oder ob das (wie ich schon etliche Male gehört habe) dort unten schon zu zivilisiert ist.
Wer kennt das östliche und das südliche Afrika und kann mir da seine Eindrücke schildern?

Im Voraus Dankend

PS: wenn ich nicht gleich antworte bitte nicht böse sein, bin bald für ein paar Tage in den Ferien...
Letzte Änderung: 06 Aug 2011 08:30 von picco.
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06 Aug 2011 09:07 #199174
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  • Jambotessy am 06 Aug 2011 09:07
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Hallo Picco,

auch wenn unsere Besuche im östlichen Afrika schon eine ganze Weile zurückliegen, kann ich deine Frage nur bejahen.

Ja, es gibt auch im südlichen Afrika noch einsame und nicht übrlaufene Ecken - es sind aber nicht die, die ganz einfach zu befahren oder zu erreichen sind.
So würde ich mit deinem Anspruch weder nach Etosha oder (den kenn zwar ncht) in den Krüger reisen.

Was ich im Gegensatz zum östlichen Afrika positiv bwerte ist, dass du viel mehr Auswahl an Fahrzeugen hast (wir reisen nicht in Gruppen, sondern campen allein -zu zweit) und diese Fahrzeuge auch viel günstiger zu mieten sind.

Botswana, Sambia und Simbabwe und für schöne Landschaft der Norden Namibias (vielleicht auch der Süden, aber den kenne ich nicht) lohnen sich meiner Meinung nach genau wie Kenia oder Tansania.

Grüße
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise.
(Sprichwort der Ovambo)

1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 19 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 2x ohne Dachzelt)
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06 Aug 2011 10:41 #199180
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  • carl am 06 Aug 2011 10:41
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Hallo Picco,

in meiner persönlichen Bilanz steht es 6:1 für's südliche Afrika. Nach sechsmal im südlichen Afrika waren wir im letzten Jahr in Ruanda und Tanzania.

Mein sehr subjektives Bild ist, dass das östliche Afrika tierreicher und (durch viele Hollywoodproduktionen gestützt) etwas näher an dem klassischem Afrikabild dran ist, als das südliche Afrika.
ABER! Was mich in den klassischen Nationalparks in Tanzania (Serengeti, Manyara, Tarangire, Nogorongoro) gestört hat, war der Fakt, dass alles eben sehr durchgestylt ist. Wir hatten einen Fahrer und dieser Funk und so haben wir zwar viele, viele Tiere gesehen, die Big 5 (fast) täglich. Aber waren wir eben nie so ganz alleine.


Nashornsichung Ngorongoro Krater*


Picnic Area Ngorongoro Krater*

Im Gegensatz dazu bietet das südliche Afrika mit Nationalparks die extrem selten besucht werden (z.B. Central Kalahari Game Reserve in Botswana oder Lower Zambesi National Park in Sambia) Gegenden, wo man sicherlich keine so große Tierdichte hat, aber dafür in einer (fast authentischen) Wildnis unterwegs ist. Auch sind die Camps in den Parks, die einen ohne Umzäunung sehr dicht an das afrikanische Wildleben führen (z.B. in Botswana) sehr beindruckend. So war für uns der Abend in Savute, als wir sehr dicht den "Dialog" zweier Löwen hörten ohne die Tiere zu sehen intensiver als mit ca. 20 Autos in der Serengeti um ein sehr aktives Löwenrudel herumzustehen.


Campsite Central Kalahari Game Reserve, Botswana*


Frühstückspause Lower Zambesi National Park, Sambia*

Des weiteren hatte ich den Eindruck in Teilen des südlichen Afrikas noch etwas weniger auf Touristen fixierte Menschen zu erleben, die nicht unmittelbar sofort den absoluten Vorteil in der Begegnung mit Weissen suchen. Natürlich wird immer davon ausgehen, dass man deutlich mehr Geld zur Verfügung hat als sie und versucht, ein wenig Kapital daraus zu schlagen und durchaus fair. Aber ich fand es eben schon erstaunlich, dass man in einem "authentischen" Massaidorf in Tansania den einfachen Schmuck zu gehobenen Preisen (ein Löwenzahnimitat aus Kuhknochen für US$25) anbot, wohin gegen der Korbmacher in Sambia mit einem Euro für seinen Korb sehr zufrieden war.

Natürlich kann man das östliche Afrika auch auf eigene Faust durchfahren (was aber eben nicht so gern gesehen ist, und daher die Möglichkeiten tendenziell eingeschränkt sind). Ausserdem soll es gerade im Süden und Westen Tanzanias auch sehr einsame und wilde Nationalparks geben. Wir werden diese mit Sicherheit auch in naher Zukunft erkunden.

Lange Ausführung kurzes Fazit: Beide Teile sind schön, einfacher auf eigene Faust und etwas einsamer ist wohl das südliche Afrika, da es hier einfach eine entsprechende Tradition des Selbstfahrens gibt.

Viel Spaß bei Deinen weiteren Reisen
Gruß Carl

* Natürlich kann man Fotos so machen, dass eines einsam und das andere eher bevölkert aussieht. Bei den vorliegenden versichere ich, dass die Fotos die entsprechende Fülle anderer Autos sehr gut darstellen. B)
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Letzte Änderung: 06 Aug 2011 10:57 von carl.
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06 Aug 2011 11:16 #199186
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Hallo Picco,

mein Eindruck aus persönlichen Reisen ist, dass die Tierwelt in Kenya (Masai Mara) und in Tanzania (Serengeti, Ngorongoro) auch zahlemässig vielfältiger ist als im südlichen Afrika. Dies mag durch die "Hotspots" an denen man zum Beispiel der Great Migration nahe ist und diese verfolgt noch verstärkt werden. Für den Selbstfahrer erschwerend kommt hinzu das die Strassen im allgemeinen schlechter sind als im südlichen Afrika und daher Individualreisen eher erschweren bzw. mehr Zeit erfordern. Weiter können grosse Teile der populären Parks nur mit Fahrzeugen der Lodges und in Begleitung deren Guides befahren werden. Das schränkt die Bewegungsmöglichkeiten deutlich ein.

Das ist im südlichen Afrika nach meinem Dafürhalten anders. Der Krügerpark in SA ist gross, die Strassen geteert und individuell sehr gut zu befahren. Die Pisten dürfen nicht verlassen werden und der Andrang auf die Infrastruktur ist Massentourismus pur. Bei kleineren Parks wie Mkuze, Hluhluwe-Umfolozi, St. Lucia Wetland ist es insgesamt ruhiger, Die Tierwelt aber auch nicht ganz so vielfältig.

Namibia oder Botswana eignen sich seht gut für Selbstfahrer. Zentrale und gut erreichbare Parks wie der Etosha, der Chobe NP oder da Moremi/Okovango Delta ermöglichen vielfältige Tiersichtungen auf eigene Faust.

Im übrigen teile ich die Einschätzung von Carl: Ostafrika ist stärker auf den Tourismus fixiert als die südlicheren Länder. Was deine Frage zur "Zivilisation" anbelangt so sind nach meiner Einschätzung die Infrastrukturen (Strassen, Shops, Hotels & Lodges, Service)im südlichen Afrika gleichwertig oder als eher besser einzuschätzen. Ganz sicher trifft dies auf Südafrika zu.

Lg Walter
Letzte Änderung: 06 Aug 2011 11:18 von walwol. Begründung: Typo
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06 Aug 2011 11:25 #199189
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  • Joerg am 06 Aug 2011 11:25
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Zur Natur wurde ja schon allesgesagt.
Weitere Vorteile im suedlichen Afrika sind auf das Essen bezogen die unschlagbare Qualitaet des Fleisches und natuerlich das Brot und die Wurst. Um in Kenya derartiges zu bekommen muss man schon fast zaubern koennen ;-)
Gruss

Joerg

Es gibt NIX, das es nedd gibt
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07 Aug 2011 10:02 #199301
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Joerg schrieb:
... Weitere Vorteile im suedlichen Afrika sind auf das Essen bezogen die unschlagbare Qualitaet des Fleisches und natuerlich das Brot und die Wurst. Um in Kenya derartiges zu bekommen muss man schon fast zaubern koennen ;-)

Genau so ist es: Gut abgehangene, saftige Steaks statt durchgebratenem "Schuhleder" aufgrund fehlender Kühlkapazitäten und Lagerungsverfahren. Und erst die unbestrittene Spitzenqualität des südafrikansichen Weins. Sogar in der Serengeti für viel Geld getrunken :lol: :lol:

Lg Walter
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