pascalhaThemenstarter160 Beiträge · seit 201123. März 2020 · #1
Ich bin eher passiv hier im Forum unterwegs, möchte aber bezüglich Angola einige Infos teilen. Dies unter anderem, weil entsprechende Informationen eher schwierig zu beschaffen sind und ich auch froh um jede noch so kleine Information war. Hier ein Dank an Olli und Ina aus dem Forum, welche mir einige Fragen beantworten konnten.
Wir sind vom 22. Februar bis 14. März 2020 in Namibia und Angola unterwegs gewesen. Wir hatten Glück und konnten genau im richtigen Moment von Angola und Namibia ausreisen und noch vor dem kompletten Lockdown wegen Corona in die Schweiz fliegen.
Einreise Visum
Wir haben den Visumsantrag über die Seite http://www.smevisa.gov.ao/ beantrag. Dies ging sehr schnell. Das aufwändigste war die Aufbereitung der Dateien an die Anforderungen.
Den Antrag haben wir am Abend online abgeschickt und am anderen Tag am Mittag hatten wir bereits die 'Preautorisierung' fürs Visum. Ging also sehr schnell.
An der Grenze ging zuerst alles sehr effizient und professionell über die Bühne. Alle unsere Unterlagen waren Online verfügbar und das Visum wurde mit den zuvor eingereichten Passbildern gedruckt und in den Pass geklebt.
Der nächste Schritt war dann etwas mühsamer. Wir mussten nun die namibischen Fahrzeuge temporär nach Angola einführen. Wir wurden von 7 «Helfern» belagert, welche uns gesagt haben, was wir alles für Dokumente benötigen. Einiges davon klang sehr absurd und ich kann mir bis heute nicht vorstellen, dass diese Unterlagen wirklich nötig waren. Unter anderem mussten wir eine Passkopie haben mit der Visums- und Stempel Seite. Komisch…vor allem da wir den Stempel ja logischerweise erst an der Grenze erhalten haben. Ebenfalls haben uns die Helfer gesagt, dass wir eine Kopie von dem «Disk»-Papier benötigen…und zwar nicht die Disk, sondern das Papier wo die Disk ausgeschnitten wird. Ebenfalls benötigten wir Fotos von allen vier Fahrzeugseiten und mussten diese ausdrucken. Da ich das den «Helfern» nicht geglaubt hatte, habe ich mit den Zöllnern gesprochen. Da war dann die sprachliche Barriere das Problem und die «Helfer» haben dann irgendetwas mit dem Zöllner besprochen. Am Schluss hat uns der Zöllner gesagt, dass wir diese Papiere alle brauchen. Also mussten wir wieder zu Fuss zurück nach Namibia (illegal, da wir ja bereits ausgereist waren) die Kopien machen. Diese wurden dann akzeptiert vom Zöllner und wir mussten das TIP bezahlen, was ungefähr 6000 Kwanzas gekostet hat. Bezahlen mussten wir dies bei der Bank, welche in einem anderen Gebäude war. Dazu brauchten wir Kwanzas und die «Helfer» wollten Geld wechseln. Wir haben direkt bei der Grenze einen ATM gefunden und haben Geld abgehoben. Anschliessend mussten wir wieder zum Zoll und die Bestätigung, dass wir bezahlt haben, abgeben. Nun konnten wir die Fahrzeuge vom Parkplatz holen und wir wurden durchsucht. Dies ging aber sehr schnell und unsere Fahrzeuge wurden nicht genau angeschaut. Wir konnten Fleisch und alle anderen Lebensmittel aus Namibia einführen.
Wir waren mit meinem eigenen namibischen Fahrzeug und einem Mietwagen von Buschlore unterwegs.
Für ein andermal würde ich wie folgt vorgehen:
Kopien im Vorfeld anfertigen: - Kopie von Pass (theoretisch von der Stempel Seite, da dies nicht wirklich möglich ist, ohne diese versuchen) - Kopie von Führerschein (bei uns nur der schweizerische…Internationaler Führerschein wollten sie an der Grenze nicht) - Kopie von der Police Clearance - Kopie von Fahrzeug Registrierungspapier (wenn eigenes namibisches Fahrzeug) - Kopie von Disc-Papier (Dort wo man die Disk ausgeschnitten hatte) - Wenn Mietwagen -> Autorisierung der Vermietung für Angola - Bilder vom Fahrzeug von allen vier Seiten auf einem A4-Blatt
Dann die «Helfer» ignorieren und alles selbst versuchen. Die Hektik ist nur durch diese «Helfer» entstanden.
Diesel
Diesel kostet ca. 0.25 Euro. Wir hatten pro Fahrzeug ca. 200 Liter Diesel getankt und in Ersatzkanistern dabei. Dies vor allem wegen dem Iona Nationalpark. Wir hätten die ganze Route aber im Nachhinein nur mit den eingebauten Zusatztanks machen können.
VISA/MasterCard
Interessanterweise gingen Visa und MasterCard sehr selten zum Bezahlen. MasterCard ging bei uns nie…VISA ab und zu. Maestro ging problemlos zum Geld abheben.
Polizeikontrollen
Waren alle sehr freundlich und korrekt. Korruption haben wir nicht erfahren. An den meisten Kontrollen wurden wir gar nicht erst gestoppt. Lediglich bei der Ausreise meinte der Zöllner, dass es nicht erlaubt sei Diesel in Kanistern von Angola auszuführen. Ich nehme an, der Zöllner wollte von uns ein "Angebot". Wir haben aber einfach gewartet bis weitere Anweisungen von ihm kamen...nach ein paar Minuten meinte er wir sollen gehen.
Menschen
Generell haben wir die Menschen in Angola als sehr interessiert, hilfsbereit und freundlich empfunden. Wir haben uns nie unwohl gefühlt.
Malaria
Wir haben alle Malaria Prophylaxe genommen. Es hatte relativ viele Mücken.
Strassen
Es war sehr schwierig zu planen. Man konnte sich weder auf T4A noch auf Google Maps verlassen. MapsMe hatte die genauesten Zeiten. Besonders die Strasse von Lobito nach Lubango besteht eigentlich nur aus Schlaglöcher. Die Strecken in Iona sind sehr steinig und steil.
Route
Unsere grob geplante Route war wie folgt • Windhoek • Onguma • Santa Clara • Iona Nationalpark • Namibe • Lobito • Lubango • Santa Clara • Onguma • Windhoek
Den ersten Tag haben wir in Windhoek verbracht. Wir sind angekommen und haben eingekauft und die Fahrzeuge eingerichtet. Wir haben 125 Liter Trinkwasser mitgenommen. Zusätzlich hatten wir pro Fahrzeug 50 Liter Brauchwasser. Da wir mit zwei Fahrzeugen unterwegs waren, haben wir einen Kühlschrank als Gefriertruhe verwendet. Wir hatten bis zum Schluss Fleisch und Gemüse aus Windhoek.
Wir sind anschliessen von Windhoek nach Onguma und dann am nächsten Tag zur Grenze Santa Clara gefahren. Das Mietfahrzeug brauchte noch eine Police Clearance. Diese sollten wir gemäss Bushlore bei der Oshikango Polizeistation besorgen und sei eine Sache von wenigen Minuten. Für mein eigenes namibisches Fahrzeug hatte ich die Clearance bereits im Vorfeld durch Elisenheim organisieren lassen. Wir haben unsere Abfahrt bei Onguma so geplant, dass wir nicht zur Mittagszeit bei der Polizeistation ankamen. Wir kamen um 14.30 bei der Polizeistation an. Leider werden die Police Clearance bei dieser Polizeistation nur bis um 13.00 ausgestellt. Wir haben aber erfahren, dass bei Eenhana eine Polizeistation sei, welche die Police Clearance bis um 17.00 ausstelle. Ca. 1 Stunde Fahrzeit…da es in Oshikango keine Campingmöglichkeiten gab, haben wir uns entschieden dies zu versuchen. In Eenhana angekommen funktionierte das Internet nicht und eine Ausstellung war unmöglich. Da es auch in Eenhana keine Campingmöglichkeit gab durften wir im Innenhof der Polizeistation campieren.
Am Morgen haben wir die Police Clearance erhalten und sind zur Grenze gefahren. Übernachtet haben wir anschliessend auf einer Missionsstation bei Ondjiva. Wir haben sehr freundliche Menschen und interessierte Kinder getroffen.
Wir wollten über Xangongo zu den Ruacana Fällen. Bis Xangongo waren die Strassen perfekt und geteert. Ab Xangongo wurde die Strasse dann schlechter und es gab kein Durchkommen mehr. Die Motorradfahrer, welche uns entgegenkamen, meinten wir sollten unbedingt umdrehen. Wir haben eine Alternative gesucht und sind dann über Cahama Richtung Otchinjau gefahren. Übernachtet haben wir etwas abseits einer Piste. Am Abend und am Morgen bekamen wir Besuch von interessierten Anwohnern. Es hat den ganzen Abend und die ganze Nacht geregnet.
Wegen dem Regen waren die Pisten etwas verschlammt. Trotzdem kamen wir relativ gut und ohne steckenzubleiben weiter. Wegen dem Regen führte ein Trockenfluss ziemlich viel Wasser. Diese Flussquerung war so nicht zu machen. Wir haben dann in der Nähe vom Fluss übernachtet und wollten am Morgen nochmals prüfen ob die Querung möglich ist.
Das Wasser ist auch tatsächlich zurückgegangen und der Fluss konnte am anderen Tag gequert werden. Die Strassen wurden zunehmend schlechter und steinig. Wir hatten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 10km/h. Übernachtet haben wir an einem ruhigen Platz neben der Piste und hatten Besuch von freundlichen Himbas.
Wir kamen weiterhin nur sehr langsam voran und haben uns deshalb entschlossen etwas längere Strecken zu fahren. Wir erreichten den Kunene und im Dorf Monte Negro mussten wir uns bei der Polizei registrieren. Wir haben unseren Weg an den Kunene Mund fortgesetzt und übernachteten in menschenleerem Gebiet auf einer schönen Ebene.
Über Espenhierra sind wir in den Iona Park gefahren. In Espenhierra haben wir die Gebühren bezahlt und konnten unsere Wasserkanister wieder auffüllen. Der letzte eingetragenen Tourist war Ende Dezember im Iona. Übernachtet haben wir an einem traumhaften Platz direkt am Kunene…mit Blick nach Namibia mit gelegentlichem Oryx-Besuch.
Wir sind zum Kunene Mund gefahren. Und haben den Tag am Meer genossen. Wegen des Windes haben wir uns entschlossen nochmals zu unserem Platz am Kunene zurückzukehren und dort zu übernachten.
Wir wollten versuchen in einem Tag bis zur Flamingo Lodge zu fahren. Die Strecke war teils in sehr gutem…teils in sehr schlechtem Zustand. Übernachtet haben wir in der Nähe von einem Dorf neben der Strasse. Die ganze Nacht war reger Betrieb auf dieser Nebenstrasse. Es hat sich aber niemand für uns interessiert. Geschlafen haben wir alle trotzdem nicht sehr gut. Wir würden deshalb nicht mehr so nah an einem Dorf übernachten.
Über Laogo dos Arcos sind wir dann zur Flamingo Lodge gefahren. Wir haben in der Lodge gegessen und durften mit dem Besitzer zum Angeln mit. Es gab offensichtlich einen Besitzerwechsel. Es wird viel gebaut und renoviert. Freundliche südafrikanische Besitzer. Da wir WIFI hatten haben wir das erste Mal von der Corona Situation in Europa erfahren.
Wir sind anschliessend über Namibe nach Praja do Soba gefahren. In Namibe haben wir in einem sehr gut ausgestatteten Einkaufszentrum eingekauft. In Praja do Soba haben wir auf einem Campingplatz übernachtet und sind zwei Tage geblieben. Traumhafte Bucht und schöner Campingplatz.
Wir haben uns entschieden nach Lobito zu fahren. Die Strasse war eine Katastrophe und wir sind erst relativ spät angekommen. Wir haben bei der Zulu-Bar übernachtet. Man kann entweder für die Übernachtung bezahlen oder man kann im Restaurant essen und trinken…dann ist das Übernachten kostenlos. Auch hier sind wir zwei Tage geblieben.
Lubango war unser nächstes Ziel. Die Strasse war ebenfalls eine Katastrophe. Beim Lebapass gibt es ein Restaurant mit sehr schönem Blick auf den Pass. Dort durften wir im Garten campen. Da es geregnet hat, wurde uns angeboten im Haus zu übernachten. Wir haben das sehr nette Angebot angenommen und in den Zimmern übernachtet. Sie wollten dafür kein Geld und wir waren überwältigt von der Gastfreundschaft dieser Familie.
Abschliessend fuhren wir Richtung Grenze und haben nochmals bei der Missionsstation übernachtet. Wir durften auch an einer Messe Teilnehmen. Auf dem Weg nach Windhoek haben wir wieder in Onguma einen Halt gemacht.
Fazit
Angola ist ein sehr spannendes Reiseland mit freundlichen Menschen und überwältigender Landschaft. Ich werde definitiv nochmals nach Angola reisen.
Im Nachhinein gesehen wollten wir wohl etwas zu viel sehen. Ich würde den Teil Namibe-Lobito-Lubango nicht mehr machen, da dieser sehr ermüdend und anstrengend war. Der Iona Park hat sehr viel Zeit gekostet und wir hätten uns nach dem Iona besser nur auf Namibe, Lubango und Umgebung konzentriert. Bei meiner nächsten Angola Reise werde ich mich etwas mehr auf den Osten und Norden konzentrieren.
Bei Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung
Gruss Pascal
Reisemaus1'004 Beiträge · seit 200823. März 2020 · #2
Hallo Pascal,
Herzlichen Dank für Deinen hilfreichen Bericht und die tollen Fotos! Das macht ja Lust auf mehr! Angola steht auch noch auf meiner Liste 😎 Da hattet Ihr aber wirklich noch Glück mit dem Zeitraum. Haltet die Erholung und schöne Erlebnisse noch ein wenig fest... Viele Grüße Doro
Dein Bericht kommt wie gerufen 😉 vielen Dank für den Einblick. In hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft werde ich mit Fragen kommen 😗
Aber vorne weg mal bereits eine 😉 Verständigung? Wie kommt man mit Englisch durch? Konnte jemand aus eurer Gruppe Portugiesisch? Wie ich dem Bericht entnehme eher nicht. Aber mit Zöllner kann man auch bei "Gleichsprachigkeit" manchmal Verständigungsschwierigkeiten haben 🤪
Liebe Grüsse René
In der Schweiz daheim, auf der Welt zuhause
pascalhaThemenstarter160 Beiträge · seit 201124. März 2020 · #4
Hallo René
Mit Englisch kommst du selten durch in Angola. In den Städten findest du ab und zu jemanden, welcher etwas Englisch kann. Wir konnten alle nicht wirklich Portugiesisch. Die Kollegin, welche dabei war, ist ein Sprachgenie und hat mit Smartphone Apps und Bücher einiges auf Portugiesisch hinbekommen. Wir anderen haben einfach ein paar Wörter auf Portugiesisch gelernt und das hat auch schon geholfen. Die Menschen sind aber bemüht sich mit Hand und Fuss zu Verständigen.
Ich denke beim Zoll war wirklich das Portugiesisch das Problem und nicht die generelle Verständigung zwischen Zöllner und Tourist;-)
Viel Spass beim Planen.
Gruss Pascal
pascalhaThemenstarter160 Beiträge · seit 201124. März 2020 · #5
Hallo Doro
Ja wir hatten wirklich Glück...nur ein paar Tage später und es wäre ganz anders gelaufen. Ich kann dir Angola nur empfehlen.
Gruss Pascal
La Leona2'779 Beiträge · seit 200713. Sept. 2023 · #6
Hallo Pascal Vielen Dank für diesen sehr informativen Bericht über eure Reise in Angola vor Corona. Ich werde mich bei dir melden zwecks Koordinaten der schönen Plätze am Kunene. Ganz nach unserem Geschmack!! LG LL
in Angola würde ich auch gerne eine Tour ( nach Cuito Cuanavale plus ein paar Parks) machen. Aber bei Angola habe ich irgendwie immer eine Selbstfahrergruppe mit lokalem Guide im Hinterkopf. Obwohl ich sowas sonst gar nicht mag.
Viele Grüße
ANNICK8'054 Beiträge · seit 200813. Sept. 2023 · #8
Hallo Madmacs,
Habe auch vor im August 2024 nach Angola zu reisen.
Ich sehe es wie du.
Ich kann mir nicht vorstellen allein als Frau self drive zu machen ohne Guide......
La Leona2'779 Beiträge · seit 200713. Sept. 2023 · #9
Hi Pascal Nur mal gut ihr habt die Strecke vom Kunene Mund rauf zur Flamingo lodge verworfen. Dieser ca 80km lange Strandabschnitt heisst Death Acre. Er muss bei Ebbe und ruhigem Meer von Norden nach Süden zurückgelegt werden um eine felsige Landzunge zu Beginn der Route zu passieren, bevor die Flut steigt. Das felsige Hindernis liegt etwa 8 km vom nördlichen Ende entfernt. Legendär sind Geschichten von Fahrzeugen, die von den Wellen überschwemmt und zwischen den fortschreitenden Gezeiten und den landeinwärts gelegenen steilen Dünen gefangen wurden.
Gruss Leona
pascalhaThemenstarter160 Beiträge · seit 201113. Sept. 2023 · #10
Hallo MadMacs
Man hört von vielen die Angola mit einem lokalen Guide selbstfahrend bereisen. Für uns war dies keine Option, da wir gerade das Einsame und Abgelegene geniessen. Dies wollten wir nicht in einer grösseren Gruppe erleben. Aber ich denke beides hat Vor- und Nachteile. Sprachlich wäre es teilweise sicher einfacher gewesen wenn ein lokaler Guid dabei gewesen wäre. Aber auch mit Hand und Fuss gab es sehr schöne Begegnungen. Ansonsten haben wir uns immer sehr sicher gefühlt, hatten auch bei Polizeikontrollen nie Probleme und wurden immer freundlich durchgewunken. Ich kenne das Angola vor 2020 nicht, aber wir hatten das Gefühl, dass Angola sich für den Tourismus öffnet (was man ja auch am E-Visa sieht) und sich die Menschen über Besuch freuen.
Ich kann dir jedenfalls Angola wärmstens empfehlen und du wirst sicherlich schöne Erlebnisse haben, egal wie du das Land bereist.
Gruss Pascal
pascalhaThemenstarter160 Beiträge · seit 201113. Sept. 2023 · #11
Hallo La Leona
Ja das mit dem Death Acre war uns bekannt. Wir haben uns auch über Ebbe und Flut im Vorfeld informiert und hatten auch die entsprechenden Tabellen und Notizen dabei. Landschaftlich hätte uns dieses Stück sehr interessiert. Wir sind aber keine Offroad 'Freaks' und wir hatten kein gutes Gefühl dabei. Aus diesem Grund haben wir es dann gelasssen...was sicher die richtige Entscheidung war.
Gruss und viel Spass beim Planen Pascal
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200815. Sept. 2023 · #12
Hallo, pascalha,
vielen Dank für deinen informativen Kurzbericht, (Anfang 20 ist er an uns vorbeigerutscht) - es schön zu lesen, dass sich in Angola in den 5 Jahren nach unserer Reise wohl einiges zum Positiven verändert hat. Und wir können deine/eure Intention sehr gut nachvollziehen, schöne einsame Gegenden ohne eine geführte Gruppe erleben zu wollen, – geht es doch uns genauso. Es ist doch fein, wenn man sein eigenes Know-How dafür nutzen kann, die eigenen Wünsche zu erfüllen. Man kriegt das Erlebnis ja auch nicht grad geschenkt… Und diese Schlucht am Cunene ist schon ein beeindruckend schönes Plätzchen.
Samesame-but-different 🙂
Eine Frage zu deiner Route: Ihr wart ja ziemlich zügig unterwegs und zu eurer Streckenführung zwischen Monte Negro und Foz do Cunene schreibst du leider nichts, sodass es für uns nicht nachvollziehbar ist, wie ihr gefahren seid. Wir waren auf dem sog. „maintrack“ (T4A) unterwegs und hatten uns den Weg nach MonteNegro gespart, weil die Strecke ab dort nach Iona als „overgrown“ angegeben ist, bzw. wir keine Info über den tatsächlichen Zustand hatten. Seid ihr von MonteNegro wieder retour nach Norden auf den „maintrack“ über Oncócua? Oder seid ihr ab Monte Negro gleich nach NW in den Iona NP, um dann ca. 30km nordöstl. von Iona auf den „maintrack“ zu stoßen und dann nach Westen/Iona zu fahren? Habt ihr dort in Monte Negro übernachtet? Bzw. Hättet ihr euch den netten Gegebenheiten vor Ort entsprechend vorstellen können, dort am Cunene zu übernachten?
Vielen Dank und Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
pascalhaThemenstarter160 Beiträge · seit 201116. Sept. 2023 · #13
Hallo lilytrotter
Ja das scheint in der Nähe von "unserem" Platz zu sein;-) Einfach traumhaft.
Ich habe soeben nochmals nachgeschaut: wir waren am 24. Februar an der Grenze (Santa Clara) und waren dann am 3. März am Kunene Mund. Wir haben uns für diese strecke somit 8 Tage Zeit gelassen. Wir sind einfach jeden Tag ein Stück gefahren und schauten wie weit wir kommen. Eigentlich wollten wir wie bereits erwähnt über Ruacana fahren. Dies war aber während der Regenzeit nicht möglich oder uns einfach zu riskant. Ab Monte Negro sind wir wie von dir beschrieben NW in den Iona Park gefahren. Was wir aber nicht wirklich bemerkten, weil kein Gate da war. Die Strecke von Monte Negro am Kunene entlang in den Park hört nach unserem Wissenstand dann bei den Epupa Fällen auf. Da wir nicht alles wieder zurück fahren wollten, haben wir dann die etwas nördlicherer Strecke genommen.
Die Strecke war sehr schön aber auch sehr steinig und wir kamen nur langsam voran. Nein in Monte Negro haben wir nicht übernachtet. Wir mussten uns lediglich bei der Polizei registrieren und sind dann weiter gefahren. Wir haben am Tag zuvor in der Nähe übernachtet und sind deshalb noch bis zu einer schönen Plattform gefahren. Wir haben damals auch keinen für uns stimmigen Platz am Kunene (bei Monte Negro) gesichtet. Vielleicht wäre es anders geworden, wenn wir noch etwas weiter am Kunene entlang Richtung Epupa Fälle gefahren wären.
Wie seid ihr dann vom Kunene Mund weiter gefahren?
Gruss Pascal
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200817. Sept. 2023 · #14
Hallo, pascalha,
vielen Dank für deine Wegbeschreibung. Unser Weg in derselben Ecke sah folgendermaßen aus: 16.7. nachmittags Grenzübertritt Ruacana, >Chitado, Oncócua, Iona, Espenheira, Foz do Cunene, Espenheira, >N, vorbei an Omauha Lodge (entlang am kilometerlangen Zaun von deren „Conservation“), vorbei an A Gruta, dann dem Curoca Valley folgend, die Lagune war trocken (angeblich ebenso Arco Oasis, was wir zu später Stunde und bedecktem Himmel ausließen) und am 23. abends FlamingoLodge. Haben am Foz do Cunene ebenfalls entschieden, zur Nacht wieder zurück ins Landesinnere zufahren, ursprünglich wollten wir gern ein Stückchen hinter den Dünen übernachten, das hätten wir dann mit dem Grenzposten besprochen, aber es war im Juli a….kalt und stürmisch an der Küstenlinie, - so brachte es uns ebenfalls eine weiter Nacht am Cunene. Den Death Acre zu fahren hatten wir nie geplant, nicht unser Ding.
Zu eurer Strecke: Es ist genau die, nach der ich gefragt hatte. Also ist sie möglich. Ich erinnere, dass wir diese in der Planung irgendwann nicht mehr in Erwägung zogen, da sie noch immer als teilweise nicht ‚gesichert befreit‘ von Antipersonal Landmines galt… (es gibt/gab da auch bei T4A diese DangerPoints mit entsprechendem Hinweis, was uns allgemein in der Region in unserer Bewegungsfreude im Busch etwas gestört und eingeschränkt hat…) So wie es war, war die weiter nördlich verlaufenden Strecke („main track“ T4A) für uns ok, – und von ihren Gegebenheiten offensichtlich sehr ähnlich und langsam, wie du die eure beschrieben hattest, - man trifft vielleicht auf der „main track“ Strecke eher mal auf kleine Ansiedlungen als auf eurer Strecke durch den NP (was sozusagen in der Natur der Sache liegt). Spannend hätten wir allerdings den Weg in die Sackgasse nach Epupa Falls gefunden… - die Neugier hat aber mittlerweile nachgelassen. Auch wir haben brav die obligatorische Meldung bei der jeweiligen Polizeistation erfüllt, entsprechend unseren Erfahrungen aus anderen Ländern, die solche Auflagen haben, wird ein Ignorieren ihrer Vorschriften logischerweise nie toleriert und macht den Aufenthalt letztlich eher unentspannt. 😎
Sei gegrüßt von lilytrotter
PS: Du schreibst zu dem Bild: „Ja das scheint in der Nähe von "unserem" Platz zu sein;-) Einfach traumhaft.“ 🙂 …nicht „in der Nähe“, - es ist exakt derselbe Platz. Nur ‘ne andere Brennweite. Auf deinem Panorama ist der KameraStandpunkt mit drauf... und ihr hattet einen rauschenden Fluss, - wir hatten einen eher „seicht dahinfließenden“ Cunene mit bummelich 3 Meter weniger Wasserstand …
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
journeyman39 Beiträge · seit 201225. Sept. 2023 · #15
Hi,
wir haben im Dezember auch vor, von Namibia über Oshikango nach Angola zu fahren. Allerdings habe ich Schwierigkeiten herauszufinden, was ich jetzt an Unterlagen für das Visum benötige.
Certified Copy vom Pass ist klar. Hepatitis A+B Impfung ist klar. Passbild, auch in Ordnung. Buchung über den kompletten Zeitraum? Haben wir nicht. Wir werde nur für die ersten 3 Nächte in Lubango buchen. Danach wollten wir flexibel bleiben und die Westküste bis Benguela hochfahren. Rückreiseticket kann ich nicht liefern da ich in Namibia lebe. Banknachweis über US 200 pro Tag. Wirklich????? Covid Test. Hat sich seit Juli erledigt. E-Visum? Kann ich das beantragen, egal über welchen Grenzübergang ich fahre?
Was brauche ich noch?
Liebe Grüße
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200825. Sept. 2023 · #16
journeyman schrieb:
Buchung über den kompletten Zeitraum? Haben wir nicht. Wir werde nur für die ersten 3 Nächte in Lubango buchen. Danach wollten wir flexibel bleiben und die Westküste bis Benguela hochfahren.
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
journeyman39 Beiträge · seit 201225. Sept. 2023 · #17
Danke schon mal für den Tip.
Aber bei einem E-Visa komme ich da nicht weit:
Photocopy of Passport White Background Photography: Vaccine Certificate: Valid International Vaccine Certificate; Proof of Accommodation: Hotel reservation or proof of accommodation; Proof of Livelihood: Proof of Livelihood equivalent to 200USD for each day of stay in the territory; Air Ticket Reservation: Air Ticket Reservation with return; Visa fee: 36.600,00 KZ paid in cash at the border;
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200826. Sept. 2023 · #18
Dass die Hinweise dir nicht weiterhelfen, tut mir leid.
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
journeyman39 Beiträge · seit 201227. Sept. 2023 · #20
Weil wir nicht für alle Tage eine Reservierung haben. Ich werde zur angolanischen Botschaft nach Windhoek fahren. Ich denke (wie in dem anderen Thread beschrieben), das ein persönliches Erscheinen mehr Erfolg verspricht.
Alleine schon die erste Seite beim E-Visa (http://www.smevisa.gov.ao) setzt eine Kontakt Person inklusive Ausweisnummer, Telefon, eMail etc als Pflichtfeld.