SESeyko1'096 Beiträge · seit 200925. Juli 2024 · #21Sanne schrieb:subsonic schrieb:I
Mein Fazit: NAM ist sicher, wenn man einige Basics (Hirn) beachtet.
Verstehe ich das richtig? Du warst jetzt zum ersten Mal in Namibia und allein durch das Durchfahren eines Ortes beurteilst Du, ob ein Ort einen sicheren Eindruck macht?
Nach bestimmt 20 Reisen ins südliche Afrika behaupte ich mal, dass die "Sicherheit" vor allem mit Glück, manchmal mit Erfahrung und wenig mit Hirn zu tun hat. Dein Fazit macht vor dem Hintergrund jeder Kriminalitätsstatistik überhaupt keinen Sinn. Als Tourist bist Du eben potentiell gefährdet und wenn Du zur falschen Zeit am falschen Ort bist, helfen auch Deine "Basics" nicht. Im Umkehrschluss suggerierst Du, dass Namibia nur dann unsicher ist, wenn man diese Basics (Hirn) nicht benutzt. Und das ist Unsinn, mindestens aber mal sehr naiv.
Pack deine Kanone doch mal wieder ein.
Ich kann nicht mit 20 Reisen aufwarten, dafür mit 2.5 Jahren am Stück mit einem Unterbruch und ich kann an den Aussagen nichts verwerfliches finden. Nicht in Fallen zu laufen hat eben doch sehr oft mit Hirn zu tun. Hirn fängt damit an, die Umgebung kurz zu scannen und bei einem Unbehagen (Intuition genannt - das Ding was Analytiker verkümmern lassen) seine Pläne umzuwerfen und bspw. weiterzufahren und woanders einzukaufen.
Eindrücke sind immer etwas subjektives und wenn Subsonic die Orte so empfunden hat, darf er das doch beschreiben? Wir haben in der gesamten bisherigen Reisezeit (aktuell sind wir 27 Monate im südlichen Afrika unterwegs zzgl. 7 Monaten in 2018/19 )kein einziges negatives/bedrohliches Erlebnis gehabt. Deshalb negiere ich keine Kriminalität aber dennoch entspricht es der Wahrheit. Nur mit Glück kann es kaum zu tun haben. Die Wahrscheinlichkeit würde da gegen uns laufen.
Du schreibst auch etwas von der Kriminalstatistik. Dann liste doch mal auf, wieviele Touristen bspw. in 2023 Namibia besucht haben und wieviele der vorhandenen Delikte sich gegen Touristen gerichtet haben. Andererseits ist es dann interessant zu sehen, wieviele Delikte unter Schwarzen stattfanden. Ich freue mich über die „Belege“ deinerseits.
Liebe Grüsse
Guido
Sanne2'462 Beiträge · seit 200625. Juli 2024 · #22Seyko schrieb:Sanne schrieb:subsonic schrieb:I
Mein Fazit: NAM ist sicher, wenn man einige Basics (Hirn) beachtet.
Verstehe ich das richtig? Du warst jetzt zum ersten Mal in Namibia und allein durch das Durchfahren eines Ortes beurteilst Du, ob ein Ort einen sicheren Eindruck macht?
Nach bestimmt 20 Reisen ins südliche Afrika behaupte ich mal, dass die "Sicherheit" vor allem mit Glück, manchmal mit Erfahrung und wenig mit Hirn zu tun hat. Dein Fazit macht vor dem Hintergrund jeder Kriminalitätsstatistik überhaupt keinen Sinn. Als Tourist bist Du eben potentiell gefährdet und wenn Du zur falschen Zeit am falschen Ort bist, helfen auch Deine "Basics" nicht. Im Umkehrschluss suggerierst Du, dass Namibia nur dann unsicher ist, wenn man diese Basics (Hirn) nicht benutzt. Und das ist Unsinn, mindestens aber mal sehr naiv.
Pack deine Kanone doch mal wieder ein.
Ich kann nicht mit 20 Reisen aufwarten, dafür mit 2.5 Jahren am Stück mit einem Unterbruch und ich kann an den Aussagen nichts verwerfliches finden. Nicht in Fallen zu laufen hat eben doch sehr oft mit Hirn zu tun. Hirn fängt damit an, die Umgebung kurz zu scannen und bei einem Unbehagen (Intuition genannt - das Ding was Analytiker verkümmern lassen) seine Pläne umzuwerfen und bspw. weiterzufahren und woanders einzukaufen.
Eindrücke sind immer etwas subjektives und wenn Subsonic die Orte so empfunden hat, darf er das doch beschreiben? Wir haben in der gesamten bisherigen Reisezeit (aktuell sind wir 27 Monate im südlichen Afrika unterwegs zzgl. 7 Monaten in 2018/19 )kein einziges negatives/bedrohliches Erlebnis gehabt. Deshalb negiere ich keine Kriminalität aber dennoch entspricht es der Wahrheit. Nur mit Glück kann es kaum zu tun haben. Die Wahrscheinlichkeit würde da gegen uns laufen.
Du schreibst auch etwas von der Kriminalstatistik. Dann liste doch mal auf, wieviele Touristen bspw. in 2023 Namibia besucht haben und wieviele der vorhandenen Delikte sich gegen Touristen gerichtet haben. Andererseits ist es dann interessant zu sehen, wieviele Delikte unter Schwarzen stattfanden. Ich freue mich über die „Belege“ deinerseits.
Liebe Grüsse
Guido
Du darfst das gern ganz anders sehen. Wenn Du durch kurzes Scannen einer Tankstelle, eines Parkplatzes vor dem belebten Supermarkt abschätzen kannst, ob der Platz sicher und es auch nach Deinem Einkauf 30 Minuten später weiterhin ist, ist das beeindruckend.
Ich bin auch noch nie am Kottbusser Tor bedroht und überfallen worden. Das ändert nichts daran, dass fast täglich Touristen dort Opfer werden.
Ich bin heilfroh, dass Ihr keine schlechten Erfahrungen machen musstet. Ich wünschte, viele Bekannte von mir und ich selbst könnten das auch sagen. Und wir haben alle die Gegend gescannt, sind eher sehr vorsichtig. Aber als Ortsfremder kannst Du die Gegebenheiten vor Ort - meiner Meinung nach - nicht wirklich einschätzen.
Die Aussage "ich bin durch den Ort gefahren, es sah sehr sicher aus" ist fragwürdig.
Zu den Statistiken: Für die Sicherheit von Touristen ist es völlig unerheblich, wie viele Straftaten unter Schwarzen stattfinden. Allerdings ist es vermutlich aufgrund der Vermögens- und Einkommensverhältnisse zielführender, Touristen statt schwarzen Nachbarn auszurauben.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
subsonicThemenstarter38 Beiträge · seit 202325. Juli 2024 · #23Sanne schrieb:
Die Aussage "ich bin durch den Ort gefahren, es sah sehr sicher aus" ist fragwürdig.
Sorry, aber man muss auch nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.
Mit dem Satz gebe ich keine Garantie, dass es dort sicher ist. Ich sage nur, es sah sicher aus, da es im Vergleich zu Opuwo oder Kamanjab einfach sehr gepflegt aussah, fast Swakopmund-like. Obwohl ich dort natürlich auch nicht jede Ecke der Stadt inspiziert habe. Ich denke, jedem sollte das eigentlich klar sein...
Fun Fact: Ich bin EINMAL Opfer geworden, Taschendiebstahl ... und jep.... am Cotbusser Tor 😄
Aber wie auch immer, trag doch auch gern was zum Thema bei. Wenn du schon so oft dort warst, wie war DEIN Eindruck?
vom 5.12.-26.12.24 in NAM/BW/ZW
SESeyko1'096 Beiträge · seit 200925. Juli 2024 · #24Hallo Sanne,
danke für deine Antwort. Ich hatte da so, oder so ähnlich erwartet. Nichts konkretes,.…
Das wir uns nicht missverstehen: ein Mann, denn ich persönlich kannte, wurde Opfer eines Raubüberfalls in seinem Haus in Swakop. Er liess sein Leben für 500 NAD und ein Handy. Eine Französin, die ich kenne, wurde 3x Opfer eines Raubüberfalls in ihrem Haus. Sie ist immer noch da und nimmt es nicht persönlich. Warum? 2 von den 3 Überfällen waren sogenannte Insiderjobs. Entlassene Haushaltsangestellte, Gärtner, die eine Gelegenheit sehen, etc. pp.
Es gibt in Afrika starke kulturelle Unterschiede, die erst dann relevant werden, wenn man täglich damit zu tun hat. Jeder kann dann für sich entscheiden, ob er sich dem aussetzt oder nicht.
Touristen sind in den allerwenigsten Fällen davon betroffen. Du siehst das anders, aber das ist deine Wahrnehmung. Überprüfe gerne die Fakten und du wirst sehen, das es so ist. Namibia und Botswana dürften zu den sichersten Reisezielen im südlichen Afrika gehören. Daran ändern Einzelfälle nichts - so schlimm es für die jeweilige Person auch ist.
Liebe Grüsse
Guido
MImitglied19210Gast25. Juli 2024 · #25Seyko schrieb: Überprüfe gerne die Fakten und du wirst sehen, das es so ist. Namibia und Botswana dürften zu den sichersten Reisezielen im südlichen Afrika gehören.
Welche Fakten sollen das sein? Und "sicherste Reiseziele im südlichen Afrika" ist ein relativer und verzerrender Maßstab. Das ist wie "Kiew gehört aktuell zu den sichersten Städten in der Ukraine". Ist wegen der um Kiew konzentrierten Luftabwehr zwar faktisch richtig, aber irgendwie schlagen doch 1000 mal häufiger Raketen ein als in Berlin, Leipzig oder Lübeck. Genauso ist im südlichen Afrika die Kriminalität generell deutlich höher als hierzulande.
Jemand mit Dachzelt ist sprichwörtlich auf 5km Entfernung als Tourist zu identifizieren. Auch der dümmste Kriminelle weiß, dass da im Schnitt mindestens 2 Iphones (oder andere hochwertige Smartphones), Tablet/Notebook, eine teure Kamera und Bargeld in Höhe eines namibischen Jahreslohns umherfahren. Anders als Einheimische sind die meisten Touristen unerfahren in bezug auf spezifische Gefahren. Anders als Einheimische haben sie Ihr Hab und Gut nicht durch vergitterten Fenster und Stacheldraht- oder Elektrozäune um sich herum geschützt. Deswegen sind Touristen in vielen Fällen einfache Beute. Es ist realitätsfern anzunehmen, dass Kriminelle in Namibia nicht auch Touristen adressieren und Diebstahl- und Raubkriminalität vor allem unter Schwarzen stattfindet. Bitte, was soll in einer Wellblechhütte in Big Bend einen Raubüberfall wert sein? Jeder Tourist ist als Ziel 1000 mal so attraktiv.
Aber natürlich ist es auch nicht so, dass nun 3 Millionen Namibier darauf warten, jeden Touristen 5 mal zu überfallen. Die namibischen Kriminalitätsstatistiken sind meines Wissens nicht so aufgeschlüsselt, dass man da ein aussagekräftiges Bild zur Kriminalität gegen Touristen bekommt. Entsprechend habe ich auch keine konkreten Zahlen. Vermutlich haben so ca. 98% der Namibiareisenden einen von Kriminalität völlig unbelasteten, schönen Urlaub. Vielleicht 2% trifft es. Also wenige, aber ein Vielfaches von dem, was in Deutschland, Dubai oder der Schweiz zu erwarten wäre.
Und zum Themenkomplex ganz aktuell von gestern:
Crimes skyrocketing in NamibiaGrüße
SESeyko1'096 Beiträge · seit 200926. Juli 2024 · #26Ungeachtet persönlicher Annahmen, steht Namibia im Peace Index gut da. Wie von mir oben ausgeführt, ist Botswana das sicherste Land im südlichen Afrika, sehr eng gefolgt von Namibia. Botswana ist grün, gleichauf mit vielen europ. Staaten und Namibia knapp gelb.
https://www.visionofhumanity.org/maps/#/Was in Namibia noch einen Unterschied macht ist die der Umstand, dass es sich in den allermeisten Fällen von Kriminalität um Beschaffungskriminalität und Diebstahl handelt. Attacken gegen Personen nehmen zu, sind aber immer noch überschaubar. Ich bin übrigens nicht der Verteidiger Namibias - mir geht es nur gegen den Strich, wenn jemand seinen Eindruck wiedergibt und dann recht grosskotzig erklärt bekommt keine Ahnung zu haben, weil er nicht schon unzählige Male dort in den Ferien war.
Ich kenne übrigens sicher 30 Namibier mit Bakkie und Dachzelt, die aussehen wie Mietwagen. Aber das führt mir hier zu weit. Ich hab alles gesagt was ich sagen wollte und bin raus.
Liebe Grüsse
Guido
SESeyko1'096 Beiträge · seit 200926. Juli 2024 · #27mitglied19210 schrieb:
Und zum Themenkomplex ganz aktuell von gestern:
Crimes skyrocketing in Namibia
Grüße
Du weisst auch, dass „one of the most serious crimes“ in Namibia Poaching ist? Nein? Dann weisst du es jetzt.
Liebe Grüsse
Guido
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200626. Juli 2024 · #28Hier ist der Kriminalitätsthread:
https://www.namibia-forum.ch/forum/11-diverses/284318-kriminalitaet.html(in diesem gibt es ja ursprünglich um Fragen zur Sicherheitslage in einzelnen Städten)
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
MImitglied19210Gast26. Juli 2024 · #29Seyko schrieb:Ungeachtet persönlicher Annahmen, steht Namibia im Peace Index gut da. Wie von mir oben ausgeführt, ist Botswana das sicherste Land im südlichen Afrika, sehr eng gefolgt von Namibia. Botswana ist grün, gleichauf mit vielen europ. Staaten und Namibia knapp gelb.
https://www.visionofhumanity.org/maps/#/
Ernsthaft? Das ist Deine Argumentation? Wir diskutieren hier über Kriminalität gegen Touristen, insbesondere Diebstähle und Raubüberfälle. Beim Global Peace Index fließen vor allem interne und externe (militärische) Konflikte, Terrorismus, Militarisierung, organisierte Kriminalität ein. Wenn der Peace Index für Diebstähle und Raubüberfälle aussagekräftig sein soll, kannst Du sicher erklären, warum Afghanistan, Nordkorea oder Irak beim Global Peace Index ganz hinten sind, obwohl es dort kaum Diebstähle und Raubüberfälle gibt! Der Global Peace Index veröffentlicht auch keinen Teilindex "Crime". Kriminalität ist im Teil-Index "(Social) Safety and Security Domain" abgebildet und da schneidet Namibia richtig schlecht ab. Schlechter als rund 2/3 der untersuchten Länder. Schlechter als Palästina, Costa Rica, Argentinien, Liberia, Ägypten, ...
Seyko schrieb:wenn jemand seinen Eindruck wiedergibt und dann recht grosskotzig erklärt bekommt keine Ahnung zu haben, weil er nicht schon unzählige Male dort in den Ferien war.
Es spricht meines Erachtens überhaupt nichts dagegen, wenn jemand seine Eindrücke äußert. Ich bin nicht der Maßstab, aber ich finde auch völlig Ok, was subsonic da schreibt. Der allerletzte Satz ist für sich genommen etwas schwierig. Verschiedene Menschen interpretieren ihn dann halt auch verschieden. Man kann ihn als pauschale Feststellung zur Sicherheitslage in Namibia interpretieren, die man nach 20 Tagen im Land einfach nicht objektiv beurteilen kann. Man kann ihn aber auch im Gesamtkontext seiner Ausführungen als subjektive Feststellung interpretieren und dann passt das schon. Du hast auf die Kritik von Sanne damit reagiert, Namibia als total sicheres Reiseland zu framen. Das hat dann meines Erachtens mit der Realität auch nicht so viel zu tun. Deswegen mein Widerspruch zu Deinen Ausführungen und nicht gegen subsonic gerichtet.
Grüße
SESeyko1'096 Beiträge · seit 200926. Juli 2024 · #30Heilandsack jetzt muss ich doch wieder schreiben.
Es gibt auf dieser Welt keine totale Sicherheit und das habe ich nie und werde ich nie irgendwo behaupten. Es geht im gesamten Leben immer nur um Wahrscheinlichkeiten. 90-95% der kriminellen Vorgänge in Namibia betreffen keine Touristen. Da geht es um Viehdiebstahl, Einbrüche, Dispute etc.
Ein Land, dass 10x so gross ist wie die Schweiz und ca 3 Mio Einwohner hat, bietet auch den Raum, um grösstenteils völlig unbehelligt zu reisen. In Windhoek muss man sehr aufpassen - das ist allerdings keine neue Erkenntnis. Es ist schon sehr lange so, dass man bspw. nicht zu Fuss von Joes Beerhouse zum Urban Camp läuft. Es ist immer ratsam, im Dunkeln nicht mehr zu Fuss zu laufen. Swakopmund war da noch länger eine Ausnahme als andere Städte auf dieser Welt. Im Hellen kannst du dich ohne Ängste in Swakop frei bewegen. Im Dunkeln ist es eben nun auch nicht mehr ratsam. Im Norden des Landes halten sich nicht viele Touristen auf. Rundu und Co. sind auch keine klassischen Touristenhochburgen. Wie gesagt: es gibt keine absolute Sicherheit, wie Touristen auch im Moremi erfahren haben, obwohl Botswana offiziell „absolut sicher“ ist.
Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Messerattacke zu werden halte ich übrigens derzeit in Deutschland für höher als in Namibia.
Liebe Grüsse
Guido
MImitglied19210Gast26. Juli 2024 · #31Seyko schrieb:90-95% der kriminellen Vorgänge in Namibia betreffen keine Touristen.
Dann stimmst Du also zu. Es wurden gerade 110.000 erfasste kriminelle Vorgänge gemeldet. Wenn 5-10% der kriminellen Vorgänge Touristen betreffen, dann wären das 5.500-11.000 Fälle pro Jahr. Wenn wir von 400.000 echten Touristen (davon um die 150.000 deutsche Touristen) pro Jahr ausgehen, trifft es demnach 1,4 bis 2,8%. Das ist relativ viel, auch wenn es absolut betrachtet heißt, dass 98% einen von Kriminalität unbelasteten schönen Urlaub erleben.
Seyko schrieb:Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Messerattacke zu werden halte ich übrigens derzeit in Deutschland für höher als in Namibia.
Was Deine Faktenferne noch mal final unterstreicht. Laut BKA, dass Messerattacken seit einigen Jahren separat ausweist, haben wir in Deutschland rund 12.000 Messerattacken im Jahr. An 365 Tagen im Jahr bei 84 Mio. Einwohnern. Wenn 150.000 Deutsche Namibia für durchschnittlich 20 Tage im Jahr bereisen, wäre das statistische Risiko in Namibia schon doppelt so hoch, wenn es auch nur 2 Raubüberfälle mit vorgehaltenem Messer gegen deutsche Touristen gäbe. Pro Jahr. Ich glaube, selbst du möchtest nicht ernsthaft argumentieren, dass es null Raubüberfälle mit Messer gegen Touristen in Namibia gibt.
Bevor der falsche Eindruck entsteht: Ich würde niemanden raten, wegen der Kriminalität auf eine Namibia-Reise zu verzichten. Ich würde aber auch nicht so einen Unsinn erzählen wie "Es kann einen überall auf der Welt treffen", sondern darauf hinweisen, dass die Risiken in Namibia erhöht sind.
Grüße
SESeyko1'096 Beiträge · seit 200926. Juli 2024 · #32Ich weiss nicht was für dich „echte“ und „unechte“ Touristen sind. Offiziell gab es 860.000 Touristen in 2023. Bspw. Südafrikaner sind nicht unechter als Deutsche - zumindest in meinen Augen.
Das reduziert die Wahrscheinlichkeit auf 0,6-1,3% Demnach erleben 98,7-99,4% der Touristen einen Aufenthalt ohne Vorfall.
Wenn ich nun noch die vermeidbaren Probleme aufgrund Fehlverhalten abziehe (Anhalten bei vermeintlichen Pannen im Nirgendwo, Anhalten um Menschen Wasser zu geben oder Lebensmittel, zu Fuss in der Dunkelheit unterwegs sein, Parken neben „zwielichtigen“ Fahrzeugen, Anhalter mitnehmen, etc pp) kannst du davon ausgehen, einen unbehelligten Aufenthalt zu erleben.
Der längere Aufenthalt bspw. in Windhoek erhöht halt das Risiko. Ich halte die Hauptstadt mit Abstand für die grösste (und imho einzige echte) Problemzone für Touristen.
Namibier sind im Gegensatz zu bspw. Zulu in Südafrika von Hause aus kein aggressives Volk. Das ist bei der Kriminalität hilfreich. Wie gesagt sind Personenangriffe eher die Ausnahme. Einfacher Diebstahl oder Einbrüche ins Auto sind normalerweise das gängiste Risiko. Das Ganze dann zu oben ermittelten Wahrscheinlichkeiten.
OT
Das du die Problematik in D negierst war mir vorher klar, ist mir aber egal. Ich bin in Deutschland aufgewachsen und zu meiner Zeit hatte niemand Messer. Ich kann mich nur wundern, was heute als „normal“ angesehen wird.
OT Ende
Liebe Grüsse
Guido
MYmy4seasons80 Beiträge · seit 201326. Juli 2024 · #33mitglied19210 schrieb:Bevor der falsche Eindruck entsteht: Ich würde niemanden raten, wegen der Kriminalität auf eine Namibia-Reise zu verzichten. Ich würde aber auch nicht so einen Unsinn erzählen wie "Es kann einen überall auf der Welt treffen", sondern darauf hinweisen, dass die Risiken in Namibia erhöht sind.
Diesen Strang habe ich mit großem Interesse mitgelesen. Und gerade deine Beiträge haben mir gefallen.
Ergänzen möchte ich, dass es vermutlich niemanden trösten wird, dass er/sie zu den nur 1-2% Pechvögeln gehört, während 98% ohne Probleme reisen. 😵
Wichtig ist es Gefahren korrekt einschätzen zu können.
Und zur eigenen Beruhigung, um nicht als Afrika-Anfänger in Panik zu verfallen, ist es vielleicht auch wichtig sich klar zu machen, dass in vielen "exotischeren" Ländern der Welt die Risiken von Verkehrsunfällen höher sind als die Risiken von Überfällen. Das haben wir meist so gar nicht auf dem Schirm.
Es ist wie mit dem Krieg (guter Vergleich Kiew): wer gewohnt ist, ständig Donnergrollen zu hören, wird kaum noch bei einer Explosion zusammenzucken, wenn sie nicht in unmittelbarer Nähe stattfindet. Wer hingegen Frieden und Sicherheit gewöhnt ist, wird in einer solchen Situation womöglich nachts kaum noch ein Auge zutun können. - Aber hat schon mal jemand eine schlaflose Nacht gehabt, weil er am nächsten Tag plante mit dem Auto 1.300 km von Berlin nach Kroatien zu fahren, womöglich in einem Rutsch? Oder weil er plante in Bali ein Auto oder gar ein Moped zu mieten? 😉
Es ist die Vernunft der Natur, dass bei alltäglichen Risiken - welche auch immer das sein mögen: Verkehr, Krieg, Überfälle oder Fressfeinde, äußere oder selbstverschuldete Risiken - nicht ständig der Adrenalinspiegel auf Anschlag sein kann, weil der Organismus das wahrscheinlich nicht lange aushalten würde.
So gehe ich davon aus, dass es ein Unterschied ist, ob man mit gewissen Risiken lebt bzw. häufig damit in Kontakt kommt oder womöglich zum ersten oder zweiten Mal damit konfrontiert wird, dass man z.B. für läppische 850m zwischen Beerhouse und UrbanCamp unbedingt ein Taxi nehmen sollte.
Das gilt jenen alten Hasen nämlich als nix Neues und nicht weiter beunruhigend, während ein ahnungsloser Mitteleuropäer angesichts der vergleichsweisen heilen Welt, an die er gewohnt ist, bei der bloßen Erwähnung einen Schock kriegen dürfte.
Kennt man das schon, dann bleibt man gelassen. Zumindest, solange die Einschläge nicht näher kommen..
MYmy4seasons80 Beiträge · seit 201326. Juli 2024 · #34Es ist einigermaßen naheliegend, dass in Städten die Kriminalität höher ist als in menschenleeren Landstrichen, auch wenn ich das obige Beispiel (Beerhouse - UrbanCamp, 850m Taxi) schon etwas schockierend finde und auch wenn menschenleere Landstriche sich u.a. dadurch auszeichnen, dass im Zweifelsfall nicht nur Kriminalität sondern auch Hilfe weit weg ist.
Sowas hat mich vor ca. 10 Jahren nämlich davon abgehalten die jetzt wieder geplante große Reise mit eigenem Fahrzeug zu machen; stattdessen bin ich sehr entspannt u.a. nach Russland, Iran, Arabische Halbinsel und Japan gereist, wo wir uns so sicher fühlen konnten wie in Abrahams Schoß bzw wie in Island, wo wir ebenfalls seither waren.
Trotzdem ist Afrika für uns jetzt wieder aktuell. Vielleicht weil der Esel aufs Eis will, wenn es ihm zu gut geht? 😉 (Hoffentlich kriege ich jetzt nicht Prügel in diesem Forum).
Vielleicht auch wegen der Rundreise Kapstadt - Karoo - Addo - Gartenroute - Kapstadt, auf die wir uns vor 10 Jahren mit Mietwagen trotzdem "gewagt" hatten, denn die war traumhaft und hat für bleibende positive Erinnerungen gesorgt.
Jetzt soll es jedenfalls (wieder) die volle Packung sein: eigenes Auto runter verschiffen, mehrere Monate herumreisen, Auto unterstellen, wieder kommen.
Hoffentlich klappt das ohne Narben an Körper und Seele.
Konkret würde mich interessieren, wie die Sicherheitslage unterwegs und im touristisch populären Süden Namibias oder auch im weniger bereisten Norden aussieht - und vor allem, worauf man achten muss und wie man sich gegen Risiken schützt.
Gilt natürlich auch für Botswana (wg. Caprivi, Chobe, ..) sowie für Südafrika (Ankunft Kapstadt, Aufenthalt in Stellenbosch + Cedernberge oder Ankunft in Durban, Aufenthalt in Saint Lucia + Hluhluwe-iMfolozi-Park).
Denn wir sind zwar einigermaßen herumgekommen (siehe oben), aber in diesen Regionen die totalen Reiseanfänger, denen man jede "Selbstverständlichkeit" geduldig erklären muss. 🤪
SESeyko1'096 Beiträge · seit 200926. Juli 2024 · #35Ich kann dir nur sagen, was wir getan haben - und weiterhin tun - um auf bisherigen ca 115.000 Kilometern im südlichen Afrika ohne Probleme und Behelligung zu reisen.
1. wir planen immer so, dass wir nicht in die Dämmerung und danach fahren müssen um ein Ziel zu erreichen. Die Dämmerung/Dunkelheit ist je nach Region die Zeit für „böse Buben“ und die Zeit für Unfälle mit Eseln/Kühen/Wildtieren. Diese Regel halten wir sehr strikt ein und haben auch schon Pläne umgeworfen weil es nicht machbar war.
2. Halte niemals an, wenn ein Einheimischer eine Panne hat (oder vortäuscht), oder einen Unfall . Bei Touristen ist das etwas anderes. Wenn du das Gefühl hast, dass der Vorfall echt ist, kannst du die Polizei anrufen und sie darüber informieren. Egal was ist, würde ich persönlich nie anhalten.
3. An Orten wo dein Bauch Alarm schlägt: fahre weiter und suche eine Alternative. Das gilt insbesondere für ATMs, Tankstellen und Supermärkte. ATMs nutzen wir nur da, wo wir die Umgebung vorher checken können. PIN-Eingabe abdecken etc. sollte zum Standard in jedem Land gehören.
4. Baue in dein eigenes Fahrzeug Safes ein bzw. erarbeite dir unzugängliche Stellen, wo du Wertsachen deponieren kannst. Für den Fall eines Überfalls, richte dir ein Fake-Portemonnaie ein. In unserem Fall haben wir da etwa umgerechnet 100 USD in Landeswährung drin und Kreditkarten, die vom Datum gültig sind aber entwertet wurden. Für den Fall, dass das Auto gestohlen wird, baue dir 2 Apple Airtags an gut zugänglichen aber versteckten Bereichen ein. Entferne vorher die LAutsprecher (Anleitung gibt es auf Youtube).
5. Wenn du dich verteidigen willst, habe eine Strategie von Dingen, die du auch durchziehst. In unserem Fall ist das Pfefferspray in der Fahrerkabine und im Camper und Kenntnisse in Martial Arts. Was immer bei diesem Punkt herauskommt: alles was hier in der Theorie steht, muss auch praktisch durchgezogen werden, ansonsten ist es nicht nur wertlos sondern auch nachteilig für einen selbst. Sich zu 100% Anweisungen zu fügen kann hier auch eine Strategie sein.
6. Unterstütze Einheimische, die bspw. als Autowächter arbeiten. Wir nutzen sie quasi immer und überall. Wenn jemand wirklich gut schaut, bekommt er von uns das übliche Trinkgeld, manchmal ein klein wenig mehr.
7. An Supermärkten wo ihr euch unwohl fühlt, bleibt einer im Auto und verriegelt, während der andere einkauft. Je nach Fahrzeug kann es auch sinnvoll sein, eine Möglichkeit zu schaffen, die Einkäufe schnell einräumen zu können um den Platz zu verlassen und die Dinge später, an einem „besseren“ Ort zu verräumen.
8. Sei freundlich und entspannt und geniesse die Menschen, die in der überwältigenden Mehrzahl sehr freundlich sind und wenn überhaupt eventuell manchmal nerven und aufdringlich sind. Meine Strategie: ich spreche sie dann lachend auf französisch an und grinse über das ganze Gesicht. Wenn sie dann weiter betteln, sage ich mit leichtem Akzent in gebrochenem Englisch, dass ich kein Englisch spreche und frage sie ob sie französisch sprechen. Die allermeisten lachen dann auch und gehen einfach weg. Die Strategie habe ich in Lusaka perfektioniert, da die Stadtdurchfahrt dort ca 1.5 Stunden dauert und an jeder Ampel zig Menschen durch die Reihen laufen und von Gürteln über Schweibenwischer alles verkaufen wollen. Hat immer geklappt.
Fun fact zum Abschluss:
In Deutschland gab es im Jahr 2023 5.900.000 Straftaten. Das sind 0.07 je Einwohner
In Namibia waren es 110.000 (laut Mitglied 19210). Das sind 0.03 je Einwohner. 😄
Liebe Grüsse
Guido
Nachtrag: In Südafrika bewährt es sich auch, an Ampeln zum Vordermann eine Fahrzeuglänge Abstand zu halten. Sollte jemand mit einem Backstein kommen und bspw. eine Scheibe einschlagen wollen, kannst du a Vordermann vorbeizirkeln und versuchen loszufahren. Der Modus ist nervig aber hat seine Berechtigung. Leider geht das in Kapstadt auch los. Machen wir allerdings nur in Südafrika und neuerdings in Windhoek.
MImitglied19210Gast26. Juli 2024 · #36Seyko schrieb:Ich weiss nicht was für dich „echte“ und „unechte“ Touristen sind. Offiziell gab es 860.000 Touristen in 2023. Bspw. Südafrikaner sind nicht unechter als Deutsche - zumindest in meinen Augen.
Statistisch zählt jeder Ausländer, der die Grenzen nach Namibia überschreitet, als Tourist. Wenn Angolaner von nördlich des Kunene Verwandtschaft südlich des Kunene besuchen und da für eine Nacht bleiben, dann zählen die für die Touristikstatistik. Das ist aber weder das, was wir hier im Allgemeinen mit "Tourist" meinen noch sind die dann im Fokus von Kriminellen, weil die nicht eine Anhäufung von Wertgegenständen durch die Gegend fahren. Als "echte" Touristen zähle ich vor allem die Übersee-Touristen plus einen erheblichen Teil der Südafrikaner - laut dem von Shifeta vorgestelltem Tourist Report haben 2023 160.000 Südafrikaner in Namibia Urlaub gemacht.
Das du die Problematik in D negierst war mir vorher klar, ist mir aber egal.
Du hast eine sehr spezielle Wahrnehmung von Fakten. Was genau negiere ich, wenn ich (und nicht Du) explizit 12.000 Messerattacken für Deutschland konstatiere??? Ich setze das dann ins Verhältnis, weil es ja eben darum geht, wo es gefährlicher ist. Das versuchst Du dann mit gefühlten Fakten und Umdeutungen zu kontern.
Grüße
Heyde248 Beiträge · seit 201526. Juli 2024 · #37Hallo subsonic, ich springe mal 3-4 Seiten zurück zum eigentlichen Thema. Der Rest kann ja ein eigenes Thema aufmachen. Kommen wir also zur Sache.
Danke für deine Eindrücke und Erfahrungen. So heißt ja auch das Thema hier. Sicherheit in einigen Städten, Erfahrungen,...
Dafür, dass du zu Beginn sehr skeptisch warst, was die Sicherheit angeht, hast du doch eine schöne, wenn auch schnelle Tour gemacht. War alles dabei in den Orten, von ruhig und gelassen bis stressig. Also alles normal.
Man sollte natürlich in Städten und Städtchen ein waches Auge haben aber zur falschen Zeit, am falschen Ort kann man immer mal sein. Es gibt keine 100% Sicherheit. Auch mir ist in meinen Reisen, egal ob alleine oder zu zweit nie etwas passiert, oder gestohlen worden. Genug Vorsicht, genug Glück, wer weiß.
Schreibe deine Eindrücke ruhig weiter, egal welcher Kritik. Man kann es nie allen recht machen, aber sich selber....
Beste Grüße
Oliver
MYmy4seasons80 Beiträge · seit 201326. Juli 2024 · #38Danke, Seyko. Das hat SEHR geholfen. Wird kopiert und in die Info_Allgemein Datei gepackt.
TAtacitus1'127 Beiträge · seit 202226. Juli 2024 · #39Hallo 4Jahreszeiten, falls du auch RSA planst:
Es gibt dort mittlerweile (auch wegen letztlich zunehmenden Hijackings) eine Notrufapp odgl. Du musst dich dafür registrieren.
Es wurde hier von der Teilnehmerin Gina Chris berichtet wie das funktioniert. Ich kann es aber gerade nicht finden. Falls GinaChris mitliest, könnte sie es hier einstellen, ansonsten frage sie per PN
wünsche gute Reise
GinaChris4'984 Beiträge · seit 201626. Juli 2024 · #40Hier der link zur von tacitus angesprochenen App >
https://buzzer-app.co.za/Gruß Gina