Immer wieder in den Süden

Reisebericht 120 Antworten · 10,9k Aufrufe · gestartet 01. März 2026 von solitaire
Themenstarter1’987 Beiträge · seit 2011gestern 09:41 ·
Uff, schön langsam muss ich mich sputen (man beachte, welch lustige Spielarten unsere Sprache hervorbringt; jetzt mal kluggeschissen - das nennt man Oxymoron 😉).

In zwei Monaten startet meine nächste Reise nach Namibia und ich bin mit diesem Bericht immer noch nicht fertig. 

Nach Sandstürmen, Gischtfontänen und netten Begegnungen verlasse ich Oranjemund. Mein nächstes Ziel ist Grünau. Vorher mache ich aber noch einmal einen Abstecher nach Rosh Pinah, um das Geocenter zu besuchen. Gisela Hinder hat hier ein kleines, feines Museum aufgebaut, in dem man in die Welt der Steine, Kristalle, Fossilien und Artefakte der San eintauchen kann. Bereitwillig und voller Begeisterung gibt sie bei einer Führung Einblick in ihr Reich. Das Geocenter liegt auf einem kleinen Hügel und bietet einen guten Ausblick auf die "schlafende Dame".





Danach geht es weiter Richtung Aussenkehr. Zu Beginn der D212 sind die Berge schroff, hoch und manchmal eng zusammen. Ganz ungewohnt. Aber bald öffnet sich wieder der Blick auf den Oranje, diesmal ohne Sandsturm und bei strahlendem Sonnenschein. 


Kurvenreich und eng geht es bergauf und bergab. 


Teerstraßen sind nicht so meins und daher biege ich bei Aussenkehr auf die C37 und bin völlig baff, plötzlich grün zu sehen. Mitten zwischen Staub, Steinen und kahlen Bergen sind grüne Flächen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, was das ist. Erst als ich näher komme, erkenne ich, dass es Trauben sind. 


Bei einer kurzen Rast überkommt mich die wahnwitzige Idee, mein Kameraobjektiv zu reinigen. Damit nur ja kein Körnchen Staub reibt, trage ich die Putzflüssigkeit nicht mit einem Tuch auf, sondern tröpfle sie direkt auf das Objektiv. So dumm muss man einmal sein. Wahrscheinlich haben mir die 43 Grad Außentemperatur das Hirn zerstört. Das Gehäuse ist natürlich nicht wasserdicht und sofort beschlägt sich das Glas. Innen! Nach der ersten Schrecksekunde bin ich froh, wenigstens mit dem Handy fotografieren zu können und schreibe meine Kamera ab. Trotzdem ist meine Laune auf dem Tiefpunkt. Und als Alleinreisende habe ich niemanden, an dem ich meine Wut (über mich selbst) auslassen könnte. 

Die Wut auf mich selbst steigert sich sogar noch, als ich an einer Brücke das erste Mal in meinem Leben afrikanische Löffler sehe. Die Aufnahmen haben gerade mal Erinnerungswert 😡



 




www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
zuletzt bearbeitet gestern 09:46