Hallo liebe Formis, ich bin seit einiger Zeit wieder daheim und schön langsam "finde ich auch wieder zurück ..." Stunden um Stunden sitze ich an meinen Fotos und ärgere mich mit Übertragungsfehlern und Konvertierungshürden herum 😕 , aber schön langsam schaffe ich einen Reisebericht.
Ich gestehe - der Süden Namibias und der KTP haben es mir angetan. Immer wieder zieht es mich auf die gleiche Tour, jedesmal entdecke ich neue Routen, neue Unterkünfte und Camps, mache neue Erfahrungen und Entdeckungen und lerne viele nette Menschen kennen.
Diesmal bin ich vom 1. Jänner bis 13. Feber unterwegs. 3 Wochen mit meiner Nichte, weitere 3 Wochen allein. Über die Einreise habe ich schon im Thread über das eVisum berichtet. Nochmal in aller Kürze: Wir haben eVoA, sind auch relativ rasch im Flughafengebäude und weit vorne. Bis das Leitsystem geändert wird und wir plötzlich weit hinten warten. Touristen ohne eVoA bekommen ein Formular in die Hand gedrückt und einen eigenen Schalter. Neiderfüllt blicken wir aus der Schlange auf die rasche Abfertigung an diesem Schalter, bis ... ja, bis auch dort wieder das Leitsystem geändert wird und nun alle in einer Schlange anstehen. Manche Bearbeitungen dauern 15 (!!!) Minuten pro Person. Aber: Mittlerweile weiß ich, dass man an Ankunftstagen einfach Geduld und Gelassenheit mitbringen muss. Nach 1 3/4 Stunden kommen auch wir an die Reihe. Die Bearbeitung dauert lange, die Beamtin prüft intensiv und langsam. Endlich halte ich meinen Pass in der Hand, will schon weitergehen, schaue aber zur Sicherheit noch auf das Gültigkeitsdatum des Stempels. Da steht doch tatsächlich 31. Jänner. Unfassbar. Das ist mir nun schon zum zweiten Mal passiert, dass ein falschen, noch dazu viel zu frühes, Datum im Pass eingetragen wird. Ich reklamiere das und die Beamtin streicht den ersten Eintrag einfach durch. Sie schreibt dann 31. Februar (!), streicht wieder durch und schreibt schließlich 31. März rein (ob das im Zweifelsfall anerkannt wird???). Also: Kontrolliert auf jeden Fall, ob alles richtig eingetragen wurde. Verlasst euch nicht darauf, dass es ohnehin im eVoA steht und euch automatisch die ganzen 3 Monate eingetragen werden.
Geldwechseln und Sim-Karte besorgen geht wie üblich rasch, die netten Damen bei MTC erledigen mir den Tausch und die Aufladung, ich bekomme alles sozusagen "startbereit".
Schon aus dem Flugzeug sah ich, dass diesmal einiges anders ist als gewohnt. So habe ich das Land noch nie gesehen. Da es in den letzten Wochen und Monaten in und um Windhoek sehr viel geregnet hat, ist das ansonsten ausgetrocknete Land nun grün und voller Blüten.
Den ersten Tag und die ersten Nacht verbringe ich immer in Windhoek. Diesmal will ich einige Geschäfte im Zentrum besuchen. Außerdem werden ich 6 Wochen als Selbstversorgerin unterwegs sein, da kann es zum Start durchaus mal ein Hotel sein, das zentral gelegen ist. Und ein feines Abendessen im Cape Town Fishmarket. Die Austern waren köstlich.
Zurück im Hotel bewundern wir den Vollmond von der Dachterrasse aus, unten auf der Straße blinkt und leuchtet noch die Weihnachtsbeleuchtung. Im Zimmer erleben wir eine unliebsame Überraschung: Die Klimaanlage lässt sich nicht einschalten. Es herrscht Saunatemperatur. Ein junger Mann aus der Technikabteilung steht dem Problem mit gerunzelter Stirn ratlos gegenüber. Seine zündende Idee: Im Schrank versteckt ist ein Sicherungskasten. Hauptsicherung einmal aus und wieder eingeschaltet und plötzlich bläst wieder kühle Luft durch den Raum. Der junge Mann verabschiedet sich rasch und sichtlich erleichtert. Beim Schlafengehen die nächste Überraschung: Das Licht im Vorraum verhält sich gegenteilig zur Klimaanlage, es lässt sich nicht ausschalten. Da ich nun weiß, wo der Sicherungskasten ist, lege ich selbst Hand an und den Stromkreis des Vorzimmers lahm. Man muss sich nur zu helfen wissen 😗
Schönen Sonntag noch allerseits Solitaire
Teil 202. März 2026
Hi Kirsten und Melanie, gerne auch fragen, wenn du etwas Konkretes wissen möchtest. Wenn ich die Antwort weiß - jederzeit.
Die nächste Station ist das Sossusvlei. Meine Nichte war noch nie dort, ich vor fast 20 Jahren 🙄 Die einfachste Anreise wäre über den Spreetshoogte Pass. Aber erstens mag ich die Teerstraßen nicht so gerne, zweitens mag ich den Gamsberg Pass sehr gerne und drittens ist die C14 meiner Meinung nach in Namibia die schönste Variante, den Tropic of Capricorn zu überqueren. Vielleicht mag ich den Gamsberg Pass auch deshalb so gerne, weil ich weiß, dass irgendwo da hinten der Kuiseb Canyon ist, in dem Henno Martin und Hermann Korn über 2 Jahre gelebt haben (an dieser Stelle ein Buchtipp für jene, die es noch nicht kennen: Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste). Meine Nichte erzählt mir später von ihrem mulmigen Gefühl, weil es neben ihr ohne Leitplanken senkrecht in die Tiefe ging und sie (zumindest am Anfang) meinen Fahrkünsten anscheinend nicht so vertraute 😗
Auf der C14 kommt schon der Vorgeschmack auf die Wüste und der Blick auf die Witberge und Rotstockberge. Und der Tropic of Capricorn. Schade ist nur, dass man kaum ein Foto hinbekommt (auch bei anderen Destinationen), ohne ein rotes Herz oder einen gelben Rahmen auf dem Foto zu haben 😠
Tsamma Melonen und Ludwig's Bustard "zwingen" uns immer wieder, Stopps zum Staunen und Fotografieren einzulegen.
Falls ich Fehler beim Bestimmen von Pflanzen und Tieren mache, bitte mich unbedingt zu korrigieren.
Die C14 ist in einem Top-Zustand. Dafür sorgen nicht zuletzt die Grader, die uns laufend begegnen. Auch alle anderen Straßen der Reise sind sehr gut zu befahren, ich hatte noch nie so wenig "Wellblechpisten".
Teil 304. März 2026
Wenn ich auf der C14 bin, ist Solitaire ein absolutes Muss für mich (no na 😗 ) Nicht zuletzt auch deshalb, weil das Wort "Drankwinkel" zu meinen Favoriten unter lustigen Afrikaans-Worten zählt 😉
Aber es gibt auch interessante Infos zu entdecken (wobei ich einem bottle store mein Interesse nicht absprechen will ...)
Und lustige Details. In der verrosteten Karosserie wohnt eine Fuchsmanguste, die sich allerdings nicht sehr kooperativ zeigte, was Fotos betrifft.
Und jedesmal stehe ich sprachlos vor der Tafel mit den Regenmengen.
Ich habe auch deshalb so einen Hang zu Solitaire, weil es der erste Stopp auf meiner ersten Namibia-Reise war und ich dort auf dem Campingplatz in einem Zelt geschlafen habe. Eine gefühlte Ewigkeit ist's her ...
Ich habe seither bloß ein einziges Mal einen Camper gesehen. Wird der Platz nicht mehr genutzt? Mittlerweile gibt es ja viele Lodges drumherum.
Teil 406. März 2026
Nach schier unzähligen Stopps erreichen wir gerade noch vor Sonnenuntergang das Desert Quiver Camp.
Um 5.44 Uhr quälen wir uns dann aus den Federn, allerdings schon voller Vorfreude auf das Sossusvlei. Belohnt werden wir dafür mit einem fast vollen Mond, der uns noch die Ehre gibt, bevor er verblasst.
Um 6.15 Uhr sind wir vor dem ersten Gate die Nummer 13. Es geht aber dann zügig los und wir fahren in einer Schlange zum Sossusvlei. Das Permit muss man nicht vor der Fahrt lösen. Man kann nach der Rückfahrt mit seiner Nummer (bei uns eben 13) im Nachhinein bezahlen. Eins muss ich an dieser Stelle anbringen: Wir fahren 60, bestaunen die aufgehende Sonne und das wunderschöne Licht, werden aber von fast allen nachkommenden Fahrzeugen überholt. Auf der Strecke gibt es eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 60 km/h. Bei mir ist es gefühlte ewige Zeiten her, dass ich im Sossusvlei war, ich kenne den View Point nicht. Gerad als wir ihn passieren, ist faszinierendes Licht und wir stoppen, um das zu genießen. Kurz nach der Düne 45 stehen zwei Fahrzeuge am Straßenrand. Das verheißt oft Gutes. Wir stoppen auch und sehen im fahlen Morgenlicht eine Braune Hyäne das Tal entlang marschieren. Ich liebe Braune Hyäne, und diesen Höhepunkt bereits am Beginn der Reise zu erleben, bestärkt mich darin, dass es nichts bringt, irgendwo hin zu hetzen. Es gibt immer irgendetwas zu sehen und zu erleben. Foto gibt es leider keines, wir mussten uns den Hals verrenken, um sie zu beobachten. Nachdem bereits zig Fahrzeuge an uns vorbeigerauscht sind, ist die Stimmung einigermaßen gedämpft. Wir erwarten, dass sich nun Menschenmassen im Sossusvlei drängen werden. Aber siehe da - anscheinend sind Deadvlei und Big Daddy aktuell der Renner. Der Parkplatz ist knallvoll, im Sossusvlei hingegen so gut wie nichts los. Ich werde wohl immer bequemer - ich lasse mir den Reifendruck vermindern und wir rollen nun die letzten paar Kilometer durch reinen Sand. Ein bisschen hatte ich Bedenken, ob ich es schaffen werde, aber die sind bald vergessen und es ist richtig lustig, durch den Sand zu steuern. Im Sossusvlei sind wir nahezu allein. Ein grandioses Gefühl. Stille, nur unser eigenes Keuchen ist zu hören.
Wieder zurück im Vlei bestaunen wir die Blüten und neuen Triebe, die der Regen der vergangenen Zeit hervorgerufen hat.
Ich habe leider keine gute Bestimmungsliteratur für Pflanzen. Kann mit jemand helfen, diese zu bestimmen? Danke.
Teil 509. März 2026
Nach der Dünenbesteigung im Sossusvlei geht's zurück ins Desert Quiver Camp. Eigentlich wollten wir in den Pool, doch jetzt ist es zu heiß. Wir machen Siesta und genießen auf der Terrasse einfach die Aussicht. Die Bauten sind wie aufgefädelt, aber nicht in einer Reihe, sondern versetzt, sodass man seine Privatsphäre hat. Der lange schmale Bau ist ein einziger, offener Raum, Waschbecken und Dusche schließen hinter einer halbhohen Mauer nicht sichtbar an das Bett an. Die Toilette verschwindet hinter einem Mauervorsprung, ist aber grundsätzlich offen. Nicht so meine Sache, aber es bleibt mir nichts anderes übrig 😵 Die Küche ist im Freien, auf der Terrasse, und ganz gut ausgestattet. Der einzige Nachteil ist, dass die Sonne tagsüber auf den Kühlschrank knallt, und dieser ächzend und stöhnend versucht, halbwegs zu kühlen. Um ihn dabei zu unterstützen, haben wir an der Tankstelle ice cubes gekauft und hineingelegt.
Als es etwas kühler wird, brechen wir zum Sesriem Canyon auf. Ein einzelnes Fahrzeug steht auf dem Parkplatz, ein Pärchen geht darauf zu. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wo genau der Abgang in den Canyon ist und frage sie. Ihr Englisch ist nicht besonders, sie deuten auf den Abgang und ich verstehe nur, dass sie hier oben spazieren gingen. Verstehe aber nicht, warum Wir steigen in den Canyon, es ist angenehm schattig und kühl. Eine Wohltat im Gegensatz zur Hitze, die draußen immer noch das Land niederdrückt. Als wir einen Felsvorsprung umrunden, verschlägt es mir die Sprache. Wasser. WASSER. Nach einiger Zeit kommt eine kleine Gruppe und der Guide erzählt, es habe im Dezember sehr viele geregnet, seither hat der Canyon Wasser. Das ist ein besonderes Erlebnis.
Nach diesem aufregenden Tagesabschluss gibt es Abendessen. Wunderbares Fleisch aus der Schlachterei in Klein Windhoek, köstliches Stew im letzten Abendlicht.
Teil 612. März 2026
Ich steh total auf gravel roads. Auf Teer geht's zwar schneller, ist aber nicht so schön. Auf gravel wird eine Fahrt von Sesriem nach Lüderitz gleich mal zu einer Tagestour. Nicht zuletzt wegen der vielen Stopps zum Fotografieren. Ich war noch nie um diese Zeit (Jänner) hier und komme aus dem Staunen nicht raus , wie grün hier alles ist. Auch wenn die Gräser oft zart sind und fotografieren Verrenkungen erfordert. Devils dorn säumt die Straßenränder in gelben Wellen und dann gibt es wieder Passagen, die noch sehr trocken sind. Es ist faszinierend, wie schnell üppige Blütenpracht und Dürre abwechseln. Je nachdem, wo gerade ein Regenguss runterkam. Auch hier bin ich schon oft auf schlimmstem Wellblech gefahren, jetzt ist die Straße sehr gut zu befahren. Und dann sind wir auf meiner heißgeliebten D707, vorbei an Gunsbewys und den mit einem grünen Schleier überzogenen Hängen der Tirasberge.
Teil 719. März 2026
Die nächste Station ist Lüderitz. Natürlich geht es auf der C13 wieder vorbei an der Farm Tirool, man fühlt sich fast wie zu Hause. Ein bisschen klein sind die Berge allerdings.
Der Stopp bei den Pferden von Garub ist ein Muss, allerdings sind sie sehr weit weg. Braune Hyäne sehen wir leider auch keine. Durch moderate Sandverwehungen geht es weiter nach Lüderitz. Riesige Laster brettern an uns vorbei, deshalb mag ich die Teerstraßen auch nicht. Unser Ziel ist das Cormorant House auf Shark Island, weil wir unbedingt Meerblick wollten. Das war eine wirklich gute Entscheidung. Mit einem Glas Whiskey und unzähligen Möwen und Kormoranen genießen wir die Abendsonne in 2 gemütlichen Deckchairs auf der Terrasse. Das selfcatering appartement ist wirklich gut ausgestattet, die Küche hat alles, was man braucht, von Toaster über Mikro bis hin zur Kaffeemaschine, und ausreichend Geschirr. Die enge Einfahrt in den Hof ist zwar etwas gefinkelt mit einem Hilux, es geht aber.
Teil 820. März 2026
Ja, das ist wirklich schön. Eine angenehme Unterkunft und ein wunderbarer Ausblick. Direkt vor der Terrasse liefen auf den Felsen Austernfischer und Möwen zischten fast über unsere Köpfe. Das kann ich guten Gewissens weiterempfehlen.
Teil 924. März 2026
Was wäre Lüderitz ohne eine Bootstour. Die Online-Anmeldung hat zwar nicht geklappt, da wir aber am Tag davor sicherheitshalber auch telefonisch nachgefragt hatten, kommen wir mit an Bord. Glück gehabt, die Tour ist ausgebucht. Wie schon gewohnt, ist man verleitet, im geschützten Hafen luftig bekleidet auf die restlichen Passagiere zu warten. Aber kaum verlässt der Katamaran die schützende Bucht und steuert die Halifax Insel an, suchen wir rasch nach unseren Jacken und Stirnbändern. Fotografieren ist kaum möglich, der Wellengang ist heftig. Das Wasser glitzert, der Guano-Überzug auf einer Felseninsel strahlt gleißend weiß, ein Delphin zeigt sich kurz und Schwarzhalstaucher schaukeln neben uns im Wasser. Es ist erschreckend, wie wenig Brillen-Pinguine zu sehen sind. Hunderte sind 2018/2019 durch die Vogelgrippe - damals das erste Mal in Namibia aufgetreten - verendet. Unser Guide erzählt, dass es nun mit dem Bestand wieder bergauf gehe. Momentan seien es 800 und er hoffe, dass es bald wieder 1000 Exemplare sind. Robben sehen wir viele, auf den Felsen und auch um uns herum im Meer. Der Guide meint, Robben gäbe es in Namibia mehr als Namibier. Sie würden Unmengen an Fisch fressen. Trotzdem funktioniert der Fischfang. Um Lüderitz herum wird laut seinen Angaben hauptsächlich Hake (Seehecht) gefangen, der von 3 Unternehmen in Lüderitz verarbeitet und exportiert wird. Einen davon haben wir dann nach der Tour im Restaurant Essenszeit auf dem Teller.
Teil 1027. März 2026
Natürlich steht auch die Lüderitz-Halbinsel auf unserem Plan. Namdeb weist uns gleich mal darauf hin, dass wir hier auf keinen Fall kleine, glitzernde Steinchen zur Finanzierung unserer nächsten Reise suchen dürfen.
Wir steuern die Sturmvogelbucht an. Die Anfahrt ist gut beschildert, aber irgendwann übersehen wir anscheinend die Beschilderung und fragen uns, ob wir da nun nicht mitten im Nirgendwo stranden werden, ohne Orientierung, der Hitze und den Stürmen ausgeliefert, und vielleicht allerlei wilden Tieren ....... 😉 Manchmal verlieren wir die Spur, dann finden wir sie wieder, an engen Stellen höre ich im Geiste schon die Felsen am Lack des Hilux schürfen. Irgendwann ist Ende, die letzte Kurve scheint mir doch zu waghalsig. Das letzte Stück geht es zu Fuß weiter.
Die Sturmvogelbuch macht ihrem Namen alle Ehre. Es stürmt, wir müssen uns gegen den Wind stemmen, um nicht verblasen zu werden. Sturmvogel sehen wir keinen, aber einen enormen Walschädel, der auf die Vergangenheit der Bucht als Walfangstation hinweist.
Neben einer gestrandeten Qualle gibt es auch etliche Pflanzen zu bewundern.
Und natürlich auch Flamingos, Kap-Ente, Kap-Stelze, Kelp Gull (bitte um Korrektur, falls das falsch ist) ...
Bei zwei Fotos brauch ich eure Hilfe. Was ist das?
Und könnte das von einer Braunen Hyäne sein? Oder ist hier der Wunsch Vater des Gedankens?
Teil 1127. März 2026
Danke. Ich dachte es mir, war aber unsicher, weil es so viele waren. Dieses Foto ist zwar von einer früheren Reise, aber zeigt, wie viele da waren. Wie gibt es das?
Teil 1228. März 2026
Hallo allerseits, kurzer Schwenk zum Thema Auto. In Lüderitz fällt mir auf, dass ich einen Steinschlag-Schaden an der Windschutzscheibe habe. Ich habe natürlich keine Ahnung, was das für Folgen haben kann und auch nicht, wie ich das auf Englisch erkläre. Ich rufe einen Bekannten an und der sagt mir, dass der mir unbekannte Ausdruck für mein Problem "chip repair" ist. Ich schreibe an Asco, beschreibe ihnen, dass der Schaden ca. 1-2 mm groß ist und frage nach einer Werkstatt in Lüderitz. Leider gibt es in Lüderitz keine Werkstatt, die Windschutzscheiben reparieren kann. Asco meint, der Schaden sei sehr klein und ich könne bis zu meiner nächsten Station - Keetmanshoop - und dort in eine Werkstatt fahren. Einigermaßen beruhigt, dass nicht gleich die ganze Windschutzscheibe zu Schrott wird, mache ich es dann auch so. In Keetmanshoop fahre ich zuerst zu Rassis Garage (die kenne ich schon von einem Problem auf einer früheren Reise). Die machen das allerdings auch nicht, schicken mich aber zu Tren Tyre. Dort wird der Schaden in 10 Minuten repariert. Es wird Kunstharz reingespritzt, dieses mit UV-Licht innerhalb weniger Minuten ausgehärtet und schon ist das Problem gelöst. Gekostet hat das Ganze NAD 250.
Teil 1306. Apr. 2026
Es ist natürlich angenehm, wenn man bedient wird, aber auf der Terrasse des Cormorant House beim selbst gemachten Frühstück zu sitzen, ist ein wunderschöner Tagesbeginn.
Heute erkunden wir Shark Island, fahren von unserer Unterkunft hoch bis zur Spitze und besuchen das Shark Island Memorial. Es ist ein beklemmendes Gefühl, hier herumzuspazieren, war doch hier ein Konzentrationslager, in dem tausende Herero und Nama nach Aufständen gegen die deutschen Kolonialherren starben. Sie Sonne brennt herunter und der Wind weht so stark, dass wir schwanken, wenn wir an der kleinen Mauer, der Abgrenzung zum Meer, stehen. Wir haben Sonnenschutz, Kappen und Jacken und trotzdem suchen wir Schatten und Schutz vor dem heftigen Wind. Die Gefangenen damals waren Hitze, Kälte und Stürmen schutzlos ausgeliefert. Unvorstellbar, was sie ertragen mussten, bevor ihr toten oder halbtoten Körper den Haien vorgeworfen wurden. Unvorstellbar ist für mich auch, dass hier bis vor kurzem ein Campingplatz war. Auch wenn vielleicht jetzt einige nicht meiner Meinung sind, ich finde das pietätlos. So schön dieser Platz hier auch ist, seine unrühmliche Vergangenheit kann man nicht wegschieben.
Teil 1408. Apr. 2026
Ein kurzer Spaziergang führt uns zum verwaisten Bahnhof. Jetzt wissen wir zwar, dass es bis Seeheim 319 Kilometer sind, doch wir warten vergeblich. Per Bahn kommt man dort nicht hin. Außer Staubfontänen, im Wind rauschenden Palmenblättern, Vögeln und einigen Echsen bewegt sich hier nichts. Zug ist schon lange keiner mehr gefahren. Im Hintergrund sehen wir das Woerman-Haus.
Auf dem Weg nach Keetmanshoop machen wir beim Bahnhof in Garub Station. Hier wurden einst die Wasservorräte für die Dampfloks, die nach Seeheim fuhren, aufgefüllt. Das Wasser kam aus einer Quelle in der Nähe und wurde über ein eigenes Geleis hier gebracht. Ich glaube, ein altes Foto (von einer früheren Reise), zeigt diese Schienen, ich bin aber nicht sicher). Was haben der Bahnhof und viele wunderschöne Baudenkmäler auf der ganzen Welt gemeinsam? - Idiotische Besucher, die sich hier verewigen müssen. Schade, dass man nicht einfach nur schauen und staunen kann.
Teil 1512. Apr. 2026
Weiter geht es Richtung Keetmanshoop. Wir plaudern und plaudern, einige riesige Trucks, die ich überhole, fordern meine ganze Aufmerksamkeit, und plötzlich erscheint das Schild von Klein Aus Vista. Ich bin an der Abzweigung zum Hide bei den Pferden von Garub vorbeigefahren. Das geht ja nun gar nicht, und ich drehe um. Wir haben auch das Toilettehäuschen schon sehnlichst erwartet, doch es ist so grauslich, dass wir es uns verkneifen. Zum Glück haben wir die Reisetoilette dabei. Am Wasserloch ist ein riesen Auflauf. Noch nie habe ich so viele Strauße auf einmal gesehen. Rund 90 Tiere trinken, baden im Sand, stehen einfach so herum. Das Ganze unter den lustigen Geräuschen, die eine einsame Kapkrähe von sich gibt.
Aus der Ferne nähern sich die Pferde. Gemächlich, in gleichmäßigem Tempo kommen sie aus unterschiedlichen Richtung. Es sind auch Fohlen dabei. Ein wunderbarer Anblick. Sie sehen auch gut genährt aus. Ich habe sie auf früheren Reisen schon gesehen, da waren sie sehr knochig und sahen gar nicht gut aus. Auch der Bestand erstaunt mich. Wir zählen mindestens 60 Stück (auch in weiter Ferne). Ans Wasserloch kamen 25, mit 2 Fohlen.
Teil 1616. Apr. 2026
Nach einem kurzen Tankstopp in Aus geht es weiter nach Keetmanshoop, ins Quiver Inn. Die schon vor einigen Beiträgen angesprochene Reparatur meiner Windschutzscheibe ist rasch erledigt und wir freuen uns auf den Pool Das Zimmer hat leider keine Kochgelegenheit, nur eine Mikrowelle, aber wir bereiten noch schnell ein warmes Abendessen aus Nudeln mit Salat und fallen dann ins Bett. Ein kurzer, mittlerweile gewohnter Disput, ob die Klimaanlage laufen soll oder nicht, endet mit einem Kompromiss. Endlich mal ein üppiges Frühstück nach dem ständig selbst fabrizierten ham and eggs oder Trockenwurt mit genauso trockenem Brot. Und zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich einen Mango Baum.
Ich habe leider den UV-Filter meiner Kamera zerbrochen und die Erfahrung gemacht, dass es in Lüderitz nicht nur keine Reparaturwerkstätte für Windschutzscheiben gibt, sondern auch kein Geschäft für UV-Filter. Nun machen wir uns in Keetmanshoop auf die Suche. Im Quiver Inn rät mir die nette Besitzerin einen Laden, der vieles hat, allerdings keinen Filter. Der Besitzer schickt mich um die Ecke in einen anderen Laden. Leider auch dort Fehlmeldung, aber der Angestellte vermutet, dass es zwei Gassen weiter ein Geschäft dafür gibt. Das gibt es, allerdings keinen Filter; aber eventuell, meint die Verkäuferin, kurz geradeaus und dann links, dort sei ein Shop, der so etwas haben könnte. Es bleibt beim Konjunktiv - de facto gibt es keinen Filter. Es ist ein Shop für Computer-Zubehör. Meine letzte Chance sehe ich in dem Geschäft, das mir der Computer-Techniker schräg gegenüber einer Bank nennt. Ich stehe davor und erkenne: Es ist jenes Geschäft, in dem ich am Anfang meiner Odyssee war. Was lerne ich daraus: Ich kann wirklich nicht erwarten, dass ich so einen speziellen Ersatzteil bekomme und muss einfach auf meine Sachen besser aufpassen. Allerdings haben wir dadurch einen netten Stadtspaziergang gemacht. Durch den Spaziergang ist es nun schon sehr spät und heiß. Eigentlich wollte wir zum Spielplatz der Giganten, aber ich befürchte, wir bleiben auf den glühenden Steinen kleben. So steuern wir ohne weiteren Stopp einen meiner Lieblingsplätze an: Moer Toe Coffee Shop. Wann immer ich in der Gegend bin, zieht es mich dort hin. Ich war auch vor einem Jahr dort und habe damals Frieda, der netten Besitzerin, erzählt, dass ich soeben ein Buch fertiggestellt und sie darin erwähnt habe. Ich habe vor meiner Reise dank Hilfe im Forum (danke nochmal an Graskop) ihre Mail-Adresse ausfindig gemacht und mich angekündigt, sodass ich sie auch sicher antreffe. Ich habe ihr ein druckfrisches Buch mitgebracht und Frieda freut sich sehr. Da es auf deutsch ist, habe ich dem Kapitel über Moer Toe ein Blatt mit der Übersetzung ins Englische und Afrikaans beigelegt. Frieda bricht in schallendes Gelächter aus, als sie die ersten Zeilen liest. Ich beschreibe die krakelige Schrift auf den Schildern Moer Toe. Dann erzählt sie mir die Geschichte dahinter: Für die Schilder hat sie aus Kostengründen alte Tafeln neu gestrichen und mit der Hand beschriftet. Bei Frieda einzukehren ist für mich schon ein bisschen wie "heimkommen". Der Kuchen, den sie extra für uns am Morgen gebacken hat, ist köstlich, der Kaffee ebenso und wir plaudern mehr als zwei Stunden, erfahren viel über ihr Leben und über Moer Toe und müssen dann leider weiter.
Teil 1719. Apr. 2026
Liebe Formis, sorry, dass es momentan so schleppend geht mit meinem Bericht und dass ich außerdem meine Route nicht angeführt habe. Das hole ich jetzt nach. Ich bin diesmal die "Süd-Tour" quasi zweimal gefahren, einmal mit meiner Nichte, die ich nach 3 Wochen zum Flughafen gebracht habe, und dann nochmal, da bin ich in den Süden gefahren, weil ich an den Oranje wollte. Das war neues Terrain für mich. Und dann nochmal in den KTP, weil ich ja schon eine wild card hatte und die ausnutzen wollte (und natürlich, weil der KTP ein Hammer ist 🤪 ).
Start war 1.1.2026, Rückflug war 13.2.2026. Jeweils mit Lufthansa. Burschi hat das "Frühstück" treffend ( 🤢 ) in seinem Bericht beschrieben 😄 1 Nacht Windhoek 2 Nächte Desert Quiver Camp 2 Lüderitz Cormorant House 1 Keetmanshoop Quiver Inn 4 Kalahari Tented Camp 2 Kieliekrankie 3 Nossob 3 Urikaruus 2 21 Dune 3 Kalahari Anib Lodge 1 Windhoek 3 Barkhan Dune 1 Aus Bahnhofshotel 2 Oranjemund Op my Stoep 3 Grünaus White House 1 Twee Rivieren 2 Kieliekrankie 3 Nossob 3 Kalahari Tented Camp 3 Anib
Am Abend geht's weiter.
Liebe Grüße Margit
Teil 1819. Apr. 2026
Nach dem netten Besuch bei Frieda geht es weiter in den KTP. Wieder einmal geht es über mein heißgeliebtes Stück der C17 ab Katzis Pan in den Osten. 24 km gleicht die Fahrt einem Wellenritt, es scheint, als würde das nie enden. Hier schneidet die Fahrbahn im rechten Winkel durch die Längsdünen der Kalahari und ich kann von diesem Anblick einfach nicht genug bekommen. Noch dazu, wo ich diese Strecke diesmal gänzlich anders erlebe als die Jahre zuvor. Nach dem vielen Regen ist es unglaublich grün.
Zum Vergleich ein Foto aus dem Jahr davor.
Es ist schon fast 16:00 Uhr als wir die Grenze erreichen. Wir sind wohl die letzten, die heute noch in den KTP wollen, keine weiteren Touristen sind da. Das Visum ist schnell ausgefüllt, dann geht es "weiter" zur Grenzpolizei zur Fahrzeugkontrolle. Als wir das Zollhäuschen verlassen, parkt sich gerade ein weiteres Auto mit einer Familie ein. Der Grenzpolizist fragt mich, ob das Verwandte seien und wir zusammengehören und ich verneine. Er sieht meine Papiere durch und notiert alles, begutachtet auch das Auto samt Innenraum (ich muss auch die Tür zur Ladefläche öffnen und er sieht rein) und als er zufrieden ist, räumen meine Nicht und ich noch einige Dinge um, bevor wir weiterfahren. Währenddessen hat auch die Familie, die gleich neben uns parkt, die Zollformalitäten erledigt und der Grenzpolizist widmet sich nun ihrem Auto. Plötzlich ruft er mir zu, ob wir wirklich nicht verwandt seien. Erstaunt blicke ich ihn an und verneine nochmal nachdrücklich. Lachend winkt er mich zu sich. Auch die Familie blickt mich mit lachenden Gesichtern an. Komisch. Was ist denn jetzt los? Sie zeigen mir den Pass der Frau. Sie (die ganze Familie) sind aus Schweden und der Vorname der Frau ist auch Margit. So einen Zufall erlebt man nicht oft.
Nach einchecken, einkaufen und Reifendruck senken steuern wir das Kalahari Tendet Camp an. Wir sind eigentlich ziemlich ausgelaugt, aber da es der erste Besuch meiner Nichte im KTP ist, sie es nicht erwarten kann, Tiere zu beobachten, und uns der Camp-Manager sagte, bei Craig Lockhart sei eine Löwin mit Jungen gesehen worden, schwingen wir uns nochmal ins Auto und machen eine Spätnachmittags-Tour.
Die Löwin suchen wir vergeblich, aber zumindest ein junger Pale Chanting Goshawk (wie schon gesagt, bitte korrigieren, falls ich falsch bestimmt habe) lässt sich beobachten und dann widmen wir uns doch unserem Abendessen. Da ich nicht im Küchenhäuschen, sondern auf der Terrasse essen möchte, schleppen wir den Tisch ins Freie. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn er bricht beinahe auseinander. Sämtliche Schrauben sind locker und die Schraublöcher ausgeleiert, sodass ich auch mit der Spitze des Gemüseschälers nur bedingt Stabilität erzielen kann. Mit einem Steak und einem Bier lassen wir den langen Tag ausklingen und gehen bald zu Bett.
Im KTC ist es wie üblich brütend heiß. Die Zeltwände haben sich aufgeheizt, das Ablüften funktioniert nur sehr bedingt. Die zwei Fenster, die ins Flussbett zeigen, bestehen aus einer Garnitur Glasfenster außen, einer Garnitur Rahmen mit Insektengitter innen und darüber einer Rollo. Allerdings lässt sich diese nicht ausreichend hochziehen, um das Insektengitter nach innen zu öffnen und dann das Glasfenster nach außen. Das heißt im Klartext: Man muss die Rollo mit einer Hand hochstemmen und mit der anderen Hand den Rahmen mit dem Insektengitter nach innen ziehen. Um dann außen die Glasfenster zu öffnen, muss man die Hand durch den Rahmen quetschen und sie nach außen drücken. Keine Ahnung, ob ihr dieses Procedere jetzt versteht, auf jeden Fall quetscht man sich immer den Handrücken oder einen Finger. Ganz schlimm wird das Ganze, wenn man es in der Nacht schlaftrunken umgekehrt durchführen muss. Und noch dazu, wenn man durch ein Gewitter aufschreckt, bemerkt, dass der Sturm den Regen bereits über das Gepäck unter dem Fenster verteilt hat, alles nass und der Boden rutschig ist. Aber: Die Sichtungen des nächsten Tages werden das alles Wett machen.
Teil 1921. Apr. 2026
Obwohl ich nach der Nacht mit Regen, Blitz und Donner und daher wenig Schlaf wie gerädert bin (meine Nichte mit seligem Schlaf hat von all dem kaum etwas mitbekommen), heißt es um 5.00 raus aus den Federn, Frühstück in der Kühlbox und Ausrüstung zum Auto geschleppt, Permit abgeholt und los. Craig Lockhart liegt einsam und verlassen im fahlen Morgenlicht. Nicht einmal die Giraffen, die hier meist verlässlich anzutreffen sind, scheinen heute Interesse an dieser Wasserstelle zu haben. Die ersten Sonnenstrahlen lassen das Auob-Tal erstrahlen, wir bestaunen einen Sekretär, ein Steinböckchen, eine Riesentrappe und einen juvenilen Martial Eagle, der nahezu bewegungslos am Straßenrand sitzt. Einen Tag später sehen wir ihn direkt neben der Fahrbahn in einem Busch, mit ausgebreiteten Flügeln und in schlechtem Zustand. Einen weiteren Tag später liegt er tot zwischen den Zweigen. Auch das gehört leider zum Naturerlebnis.
Teil 2021. Apr. 2026
Alles schön und gut, aber meine Nichte wartet schon sehnsüchtig auf Löwen. Noch nie hat sie welche außerhalb eines Zoos gesehen. Und ich als eifrige Tante möchte ihr diesen Genuss auch endlich bieten. Allerdings bieten auch Dalkeith und das 14. Wasserloch zwar etliche Oryx, aber keine Löwen. Nach der Ankündigung von gestern, dass eine Löwin mit Jungen gesehen wurde, wechseln Vorfreude und Enttäuschung einander ab. Endlich, am 13. Wasserloch ist es so weit. LÖÖÖÖÖÖWEN 🦁 Auch wenn wir uns die "Kleinen" etwas kleiner vorgestellt haben, sind es eindeutig junge Tiere, die wir nun in aller Ruhe bewundern. Meine Nichte kann sich gar nicht sattsehen. Fast hätten wir die Wüstenagame übersehen, die allerdings weniger an den Löwen interessiert ist.
Entzückende Jungtiere gibt es auch bei den Giraffen. Ich habe noch nie so viele Giraffen im Park gesehen. Zwei Herden, mit jeweils 20-30 Tieren, etliche sind sicher noch irgendwo versteckt oder hinter dem Dünenrücken nicht sichtbar. Ich liebe Giraffen, sie sind so majestätisch und ihr wiegender Gang fasziniert mich immer wieder. Lediglich beim Trinken werden diese prächtigen Tiere ängstlich, weil sie dabei leicht angreifbar sind.