Vom Bushgeflüster zum Walgesang - Südafrika 23

Reisebericht 7 Antworten · 2’473 Aufrufe · gestartet 28. Nov. 2023 von Nacho
Über diesen Reisebericht

Zwei Wünsche werden zu einer Reise. die in Johannesburg beginnt. Wir nutzen für den ersten Teil der Reise Transfers, weil sie deutlich günstiger sind, als ein Leihwagen. Die erste Nacht zum Ankommen verbringen wir in einem wuderschönen Wald Chalet in Hazyview. Anschließend starten wir den Safari- Teil im Balule Reservat. Es ist steinig, trocken und wenig spektakulär, bis wir von einer großen Elefantenherde am Fluss überrascht werden und uns ein furchteinflößendes Brüllen Gänsehaut verursacht. Im Karongwe Reservat haben wir einen absoluten Volltreffer mit der Unterkunft gelandet hier sehen wir die Big 5 sogar mehrmals. Unsere letzte Lodge hat mehr Boutique- Hotel Charakter als Lodge- Atmosphäre, und wäre für Wellness ein Traum. Gamedrives werden allerdings extern vergeben - zwar sind sie ergiebig, aber qualitativ sehr unterschiedlich.

Mit einem Inlandflug gelangen wir nach Kapstadt und mieten uns dort einen Toyota. Die Gardenroute zeigt sich anders als erwartet. Bezaubernde Küstenregionen, Walgesang, Affentheater, Vogelgezwitscher in der Nacht, blühende Landschaften, und malerische Weingüter bieten eine schöne Erlebnisvielfalt. Am Ende wartet noch ein ganz besonderes Geschenk auf Uwe.

Unter dem Strich ist uns die Kombination unserer beiden Wünsche ganz gut gelungen. Perfektionieren könnte man die Reise indem man aus der ersten Nacht zwei macht, Karongwe um ein bis zwi Nächte kürzt und zwischen Outdshoorn und Kapstadt noch ein oder zwei Nächte Swellendam einbaut. Unsere Gewichtung entspricht allerdings nicht dem typischen Gardenroute Touristen, sondern unseren persönlichen Vorlieben.

Reisezeitraum
24. September – 21. Oktober 2023
Länder
Südafrika
Gruppe
2 Personen (Paar)
Reiseart
Safariteil (Mpumalanga/Limpopo) mit privaten Transfers und geführten Lodge-Drives; Western Cape in Selbstfahrt
Fahrzeug
Mietwagen Hyundai Tucson (Europcar), ab/bis Flughafen Kapstadt – nur im Western-Cape-Teil
Veranstalter
Buchung über eine Reiseagentur in Swakopmund, ausgenommen die Safari Moon Luxury Lodge (selbst gebucht)
Unterkunftsart
Safari-Lodges, Farm- und Gästehäuser
Route
Summerfields Rose Retreat (Hazyview) – Emosheni River Lodge (Balule-Reservat/Greater Kruger) – Karongwe River Lodge (Karongwe Private Game Reserve) – Safari Moon Luxury Lodge (Hoedspruit) – Cliff Lodge (Gansbaai) – Lily Pond Country Lodge (Tsitsikamma) – Rosenhof Country House (Oudtshoorn) – Lavender Guest House (Franschhoek) – Ocean View House (Camps Bay/Kapstadt)
Fahrstrecke
keine Gesamtkilometer im Bericht
Flug/Anreise
Nachtflug Zürich–Doha–Johannesburg (24. September), Inlandflug Hoedspruit–Kapstadt (8. Oktober), Rückflug Kapstadt–Doha–Zürich (21. Oktober, mit Flugausfall und rund achtstündigem Aufenthalt in Doha)
Besonderheit
Heißluftballonfahrt über Hoedspruit, Bootstour mit Albino-Wal-Sichtung in Gansbaai, Weinverkostungen im Cape Winelands, ein Tag im gemieteten Sportwagen über den Chapman's Peak Drive
Gebiete
Krüger-Nationalpark · Karongwe Private Game Reserve · Balule Reserve · Panorama Route · Garden Route · Kap der Guten Hoffnung
Orte
Hazyview · Hoedspruit · Gansbaai · Franschhoek · Stellenbosch · Kapstadt
Unterkünfte
Summerfields Rose Retreat · Emosheni River Lodge · Karongwe River Lodge · Safari Moon Luxury Lodge · Cliff Lodge Gansbaai · Lily Pond Country Lodge · Ocean View House
Reiseart
Selbstfahrer · geführte Game Drives
Bedingungen
ungewöhnlich kalt für die Reisezeit
Natur
Löwen · Elefanten · Geparden · Leoparden · Tüpfelhyäne · Wale · Pinguine
Themenstarter1’075 Beiträge · seit 202328. Nov. 2023 ·


Vom Buschgeflüster zum Walgesang - Zwei Wünsche, eine Reise



Vorwort

Dieser Reisebericht wurde überarbeitet und stammt aus dem Jahr 2023. 

Wir konnten uns bei der Planung nicht entscheiden, ob wir lieber das Western Cape entdecken möchten oder doch eher das Safarierlebnis suchen. Also wurde aus zwei Wünschen eine Reise, die natürlich nur ein Anriss war, um herauszufinden, wofür unser Herz mehr schlägt.

Bei der Frage nach dem Mietwagen im ersten Teil der Reise war schnell klar, dass ein Fahrzeug die meiste Zeit nur auf dem Parkplatz stehen würde und private Transfers unter dem Strich deutlich günstiger wären, weil wir in den Lodges geführte Drives haben würden. Für das Western Cape sah es dann anders aus. Da war Selbstfahren angesagt.

Wir reisen als Paar und logieren in Farmen, Lodges oder Guesthouses.


Teil 1 – Mpumalanga & Limpopo (Greater Kruger / Lowveld / Bushveld) 

1 N Summerfields Rose Retreat – Hazyview Region: Mpumalanga, Lowveld / Nähe Kruger

3 N Emosheni River Lodge Region: Limpopo, Greater Kruger / Klaserie

5 N Karongwe River Lodge Region: Limpopo, Karongwe Private Game Reserve

4 N Safari Moon Luxury Lodge Region: Limpopo, Hoedspruit / Blue Canyon Conservancy

Teil 2 – Western Cape (Küste & Winelands)

2 N Cliff Lodge – Gansbaai Region: Western Cape, Walker Bay / Overberg

3 N Lily Pond Country Lodge Region: Eastern Cape, Tsitsikamma / Garden Route

1 N Rosenhof Country House – Oudtshoorn Region: Western Cape, Klein Karoo

2 N Lavender Guest House – Franschhoek Region: Western Cape, Winelands

4 N Ocean View House – Camps Bay Region: Western Cape, Kapstadt / Atlantikküste


Buchung 

Geplant habe ich die Reise selbst, die Buchung haben aber in die Hände einer Reiseagentur in Swakopmund gelegt.


Flüge:

24. September - Nachtflug mit Qatar von Zürich über Doha nach Johannesburg

8. Oktober Inlandflug von Hodespruit nach Kapstadt

21. Oktober -Nachtflug mit Qatar von Kapstadt über Doha nach Zürich


Mietwagen:

Ab und bis Flughafen Kapstadt, von Europcar – Hyundai Tucson


Vorschau




24. September

Angenehmer und pünktlicher Nachtflug von Zürich über Doha nach Johannesburg.


25. Sepbember

Ankunft Johannesburg – wo Zeit keine Rolle spielt

Ankunft in Johannesburg, wir fühlen uns noch einigermaßen fit. Allerdings sind nur drei Schalter offen. Eine Mitarbeiterin ist überwiegend damit beschäftigt den anderen beiden Kolleginnen zu helfen. Vor uns stehen schätzungsweise hundert Passagiere in der Schlange und hinter uns mindestens genauso viele. Unsere Geduld wird arg strapaziert und unser Energielevel sinkt merklich.

Zweieinhalb Stunden später haben wir unsere Stempel und können unsere Koffer holen, die wir erst mal suchen müssen, weil sie längst vom Band genommen und in einer Ecke deponiert wurden. Wir haben Sorge, ob unser Fahrer auf uns gewartet hat, und suchen mit einem flauen Gefühl in der Magengegend den Ausgang. Aber da steht er und nimmt uns in Empfang.

Transfer nach Summerfields – Hilfe, wie siehts hier denn aus?

Unser Gepäck wird in eine komfortable Limousine geladen. Wir bekommen beide direkt eine Flasche Wasser und freuen uns aus tiefsten Herzen, uns nur noch in die bequemen Sitze fallen lassen zu können und gefahren zu werden.

Es liegen noch viereinhalb Stunden Transfer zwischen uns und unserer ersten Unterkunft dem Summerfields Rose Retreat in Hazyview.

Müde schauen wir aus dem Fenster und lassen die Landschaft an uns vorüberziehen. Die Aussicht ist schockierend: Hier liegen auf beiden Seiten der Straße mehrere Meter breit Müllteppiche so weit das Auge reicht. Tiere laufen zwischen Dosen, Flaschen, Plastik und Scherben herum, auf der Suche nach Nahrung. Ich kann gar nicht glauben was ich da sehe. Keine Beschreibung könnte diesem Bild gerecht werden. Der Anblick trifft mich komplett unvorbereitet. Noch nie habe ich gehört, dass es hier so aussieht, noch nie Bilder wie diese gesehen. Ja, von diversen Urlaubsparadiesen kenne ich das Problem, aber hier habe ich einfach nicht damit gerechnet.

Je weiter wir uns von Johannesburg entfernen und die Wohnsiedlungen sich auflösen, desto weniger wird der Müll. Dafür sieht die Landschaft jetzt aus wie ein Schwarz-Weiß-Film. Alles sieht verkohlt aus – und das ist auch der Grund. Nicht vom Feuer, sondern vom Staub der Kohle aus den Bergwerken oder genauer gesagt von den LKWs, die die Kohle transportieren. Der Wind verteilt den schwarzen Staub auf alles: Häuser, Bäume, Autos und sorgt so für diese düstere Atmosphäre. Bei diesen Landschaftsbildern verabschiedet sich meine Urlaubsvorfreude mehr und mehr.

Doch diese Etappe lassen wir irgendwann hinter uns.  Je näher wir Hazyview kommen, desto mehr lassen wir die Trübsalsstimmung hinter uns. Die Sonne steht mittlerweile tief und taucht die Landschaft in goldenes Licht. Die Vegetation sieht wieder satt grün und leuchtend aus.


Willkommen im Paradies

Nach der Zufahrt zum Retreat geht es das letzte Stück durch eine Pekannuss-Plantage. Der Fahrer lädt uns und unser Gepäck aus und will sich direkt auf den Heimweg machen. Unser Zeitverlust am Flughafen ist jetzt auch seiner. Wir hoffen, er kommt gut nach Hause und geben ihm für seine Geduld und seinen verantwortungsbewussten Fahrstil einen Trinkgeldzuschlag obendrauf.

Dann werden wir mit einem Glas Sekt herzlich begrüßt. Unser Gepäck wird zügig zu unserem Chalet mitten im Wald gebracht und wir marschieren dem Kofferträger hinterher.


Bereit für Wellness?

Zwar ist es schon fast dunkel, aber alles schön beleuchtet und es ist noch lauschig warm. Unser Häuschen liegt wunderbar privat und sieht umwerfend schön aus. Sogar ein Blumenstrauß steht auf dem Nachttisch. Der Mitarbeiter erklärt uns alles und lässt uns dann allein. Wir lassen sofort die Hüllen fallen und nutzen die milden Temperaturen, um gleich die Außendusche zu testen.


Frisch geduscht kehrt die Energie zurück. Wir machen uns direkt auf den Weg zur Wald-Bar. In der Schale prasselt schon ein romantisches, funkensprühendes Feuer. Das macht richtig Laune und wir bestellen uns einen Cocktail.



Auf einen Absacker

Während wir den fruchtigen Geschmack genießen, haben wir direkt schon unsere erste Tiersichtung: Ein Stubentiger schleicht um unsere Füße und sagt mal kurz Hallo. Vielleicht in Kooperation mit dem Barchef, um zu prüfen, ob wir auch die richtige Einstellung zum Trinkgeld haben? Meine Güte, ist das schön hier. Mir zieht es das Herz zusammen bei dem Gedanken, dass wir nur eine Transitnacht hier gebucht haben.



Zum Restaurant ist es nicht sehr weit. Wir laufen über Holzstege zum Dinner. Es wird uns auf der Terrasse serviert und ist zwar nichts Besonderes, aber auch nicht schlecht. Jetzt kehrt die Müdigkeit zurück und es fröstelt mich. Nach dem Dessert ziehen wir uns zeitnah zurück.



Igitt, Wo kommt das denn her?

Unser Zimmer wurde inzwischen schon für die Nacht vorbereitet und romantische Lichter verteilt. Aber was ist das auf dem Rand der Badewanne? Das sieht ja fast aus wie Fäkalien-Spritzer. Igitt… war das vorhin auch schon? Wir sind zu müde, um länger drüber nachzudenken, ein Bad ist heute eh nicht mehr vorgesehen. Das Bett ist jedenfalls sauber und das reicht uns vorerst. Wie die toten Fliegen von der Wand fallen wir ins Bett und schlafen augenblicklich ein.


26. September

Frühstück mit Gesellschaft

Die Nacht war erholsam. Ausgeruht wachen wir auf, voll Tatendrang und Erlebnisdurst – oder Kaffeedurst? Wahrscheinlich beides. Bei lauschigen 20° Grad sitzen wir wieder auf der Terrasse. Das Frühstück gibt es à la carte und übertrifft unsere Erwartungen. In den Bäumen um uns herum und auf dem Geländer sitzen süße Grünmeerkatzen, die unsere Teller hypnotisieren. Unsere Handys lassen wir vorsichtshalber in die Hosentaschen wandern und packen den Schlüssel fürs Chalet in den Rucksack. Wir müssen ja die Äffchen nicht dazu einladen, uns auszurauben. Aber die Befürchtung ist ohnehin nicht nötig. Die gar nicht so grünen Gesellen unterhalten uns wunderbar und bleiben anständig auf Abstand. Sind gut erzogen, würde ich sagen.



Eine Nacht ist viel zu wenig

Wir finden es so unglaublich schön hier. Das ist Idylle pur. Beide bedauern wir es, diesem Ort nicht mehr Zeit geschenkt zu haben. Das Pabeni Gate wäre nur dreißig Minuten entfernt gewesen, und die Panorama Route hätten wir ebenfalls von hier starten können.

 


Ein mysteriöses Gastgeschenk

Nach dem Frühstück packen wir unsere drei Habseligkeiten wieder in die Koffer und stellen sie abholbereit im Zimmer ab. Dann müssen wir natürlich auch unsere wunderbare Terrasse einmal testen. Ich öffne die Schiebetür, und da liegt doch tatsächlich ein Kackhaufen direkt vor meinen Füßen. Gestern die Fäkalienspritzer auf der Badewanne, heute ein Häufchen mit vielleicht 5 cm Durchmesser. Das kommt eindeutig nicht vom Personal – was in aller Welt hat sich hier ohne Miete zu zahlen in unser Häuschen geschlichen? Will ich das wirklich wissen? Lieber nicht. Aber eindeutig waren wir heute Nacht nicht allein hier drin. Ich sehe mich nicht genötigt, das Malheur zu beseitigen, und hoffe, das Personal zieht keine falschen Schlüsse, wenn es später das Zimmer reinigen muss.


Ich geh hier erst weg, wenn ich muss

Wir genießen trotzdem unseren Freisitz und später noch die Terrasse am Pool mit Blick auf den Fluss und die unglaublich schöne Vegetation. Meine Güte, ist das idyllisch hier. Daran kann ich mich gar nicht sattsehen. Wir bewegen uns hier nicht weg, bis ein Mitarbeiter kommt und uns darüber informiert, dass unser Taxi bereits da wäre. Ausgecheckt haben wir schon. Bleibt nur noch der Abschiedsgruß mit einem aufrichtigen Dankeschön, und weg sind wir – auf dem Weg zur Emosheni River Lodge.



Panoramafahrt

Gegen elf sitzen wir im Taxi. Die Klimaanlage läuft an der Belastungsgrenze – also an unserer. Frostbeulen inklusive. Draußen klettert das Thermometer heute auf 36 Grad.

Nach etwas mehr als zwei Stunden erreichen wir die Einfahrt ins Balule-Reservat im Greater Kruger. Die Vegetation ist ausgedünnt, das Gras niedrig, die Büsche wenig belaubt, der Boden trocken und steinig.

Nach weiteren dreißig Minuten stehen wir vor der Emosheni River Lodge. Endlich können wir aus dem Kühlhaus aussteigen.



Klein aber fein

Die Lodge hat nur wenige Hütten, was eine angenehm familiäre Atmosphäre schafft. Zwei Luxuszelte wurden zusätzlich gebaut und bekommen gerade ihren letzten Schliff. Ich hoffe, es bleibt bei diesen beiden – für die Lodge sind die Zusatzeinnahmen sicher wertvoll, aber der persönliche Charakter könnte sonst verloren gehen. Für uns spielt das zum Glück keine Rolle, denn die Zelte sind noch nicht fertig und für uns bleibt alles beim Alten.

Unser Eckhäuschen hat einen schönen Freisitz und ist auch innen sehr ansprechend. Das Interieur ist neuwertig, mit einem dezenten afrikanischen Touch. Sogar ein Blumenstrauß steht auf dem Tisch. Gefällt uns.

Von unserer Hütte aus können wir bis zum Fluss schauen. Für Tierbeobachtung ist es zwar zu weit, aber ein paar Treppen weiter unten gibt es eine Aussichtsterrasse. Der Blick in die Natur ist fantastisch. kleine und große Affen gibt es hier viele, und wir werden gebeten, die Türen nicht nur zu schließen, sondern auch abzuschließen – die Baboons können Türen öffnen, und das würde uns bestimmt nicht gefallen.

Neben unserer Hütte steht ein großer Baum. Wir beobachten, wie ein Waran hochklettert. Es soll noch einen zweiten geben, aber der lässt sich nicht blicken.

Das Personal ist unglaublich herzlich. Am Nachmittag gibt es Kaffee und hausgemachten Kuchen. Und dann ist es nicht mehr lange bis zur ersten Sundowner-Fahrt.


Erster Drive – erstes Glück

Unser Guide ist sehr sympathisch, hat das richtige Herz für seinen Job und gibt sich extrem viel Mühe, die Tierarmut mit interessanten Informationen rund um den Busch auszugleichen.

Besonders begeistern mich ein Eisvogel und ein junger Buschbock. Auf Impalas ist ja meistens Verlass. Ein weiteres Schmankerl dieser Fahrt ist ein junger, halbwüchsiger Löwe, unterwegs auf der Pad sehr nah am Auto. Was für ein Erlebnis! Unter dem Strich ist die Ausbeute für einen ersten Drive also durchaus zufriedenstellend.

Für den Sundowner gibt sich der Feuerball heute nicht so arg viel Mühe. Aber das finden wir jetzt auch nicht so schlimm. Es ist unser erster Drive, da kommen sicher noch welche, die uns zum Staunen bringen werden.


Das anschließende Dinner schmeckt hervorragend. Mit der Familie am Nebentisch - Ehepaar und erwachsener Sohn - alles Ärzte,  haben wir noch einen netten Plausch bis wir die nötige Bettschwere haben. 

Wir melden uns zum Matratzenhorchdienst und sind dann mal weg.

Gute Nacht! 



27. September 

Auf ins Frosty-Land

Für heute haben wir über die Lodge einen externen privaten Tages-Drive in den Kruger-Park gebucht. Die Wetterprognosen sind leider gar nicht berauschend. Ich werfe mir mehrere Kleiderschichten übereinander und denke, dass ich damit der Kälte trotzen kann. Dazu packe ich Schal, Stirnband und Handschuhe ein – in der Hoffnung, auf die zusätzliche Wärmedämmung verzichten zu können. Uwe bleibt zuversichtlich. 

Pünktlich um 5.00 Uhr werden wir abgeholt. Schon beim ersten Schritt vor die Tür nieselt es. Wir steigen ins offene Fahrzeug. Es hat ein Dach und Seitenplanen, die man bei Bedarf herunterlassen kann. Wir fahren dennoch erst offen los. Etwa zwanzig Minuten holpern wir durchs Reservat bis zur Landstraße. Wir bekommen einen Satz kalte Ohren. Unsere Brillengläser werden nass und beschlagen. Bis zum Gate fahren wir weitere zwanzig Minuten. Wir werfen uns beide unsere Regencapes über – und ich zusätzlich alles, was Wärme verspricht. Über unsere Beine legen wir die Decken, die wir im Jeep finden. Was für ein wunderbares Erlebnis.

Der Wind bläst unsere Capes auf – wir müssen die Kapuzen festhalten. Nach kürzester Zeit haben wir steifgefrorene Finger. Abwechselnd wärmen wir die Hände, indem wir uns draufsetzen, und dann halten wir wieder die Kapuzen fest. Das Thermometer schafft es den ganzen Tag nicht über 16 Grad, was mit inzwischen nassen Haaren, feuchten Decken und Klamotten und mit Fahrtwind ein echter Genuss ist – zumindest für Masochisten.


Hoppla – sind wir auf der Flucht?

Kaum sind wir im Park, tritt unser Guide das Gaspedal durch. Was ist denn mit dem los? Hat der heute die falschen Tabletten geschluckt? Im Vorbeirauschen sehen wir mal eine Impala und etwas später einige Affen, die im Regen sitzen und sich schützend über ihren Nachwuchs beugen. Wie süß die aussehen. Er fährt achtlos an ihnen vorbei, und ich bitte ihn, doch nächstes Mal, wenn wir Tiere sehen, stehen zu bleiben und uns die Möglichkeit zu geben, sie zu beobachten und zu fotografieren. Bei den nächsten Affen hält er an, aber kaum fünf Sekunden – bis ich den Auslöser drücke –, setzt er schon zur Weiterfahrt an. Beim Impala reicht es auch nur für ein halbes Tier im Vorbeifahren. Ich bin echt empört über dieses Verhalten.



Safari auf der Überholspur

Insgesamt sehen wir kaum Tiere – ein paar Zebras, eine Giraffe, einige junge Kudus… Die Stopps reichen kaum, um den Auslöser zu drücken. Ich bitte erneut darum, die Tiere wirklich sehen zu dürfen und nicht nur daran vorbeizurasen. Der Gipfel der Unverschämtheit ist erreicht, als er sogar an einer Gruppe Elefanten vorbeifährt. Jetzt platzt mir der Kragen, und mein Ton ist unüberhörbar scharf – auch Uwe stimmt mit ein. Der Fahrer steigt in die Bremsen und setzt ein Stück zurück. Nach etwa fünf Minuten erklärt er uns, er wolle zu einem Ort fahren, an dem wir viel mehr Tiere sähen, aber das ginge nur, wenn wir nicht dauernd stehen bleiben.

Er ändert sein Verhalten nicht und wir kapitulieren irgendwann.



Schluss mit Lustig

Nach etwa vier Stunden erreichen wir ein Restaurant, wo er eine kleine Pause macht. Bevor er reingeht, lässt er uns die Seitenplanen runter – wird auch Zeit. Jetzt werden wir zwar gar nichts mehr sehen, aber wenigstens sind wir ein bisschen besser vor Wind und Regen geschützt. Während er ein Lunch nimmt, beschließen Uwe und ich, dass wir mit diesem Guide nicht klarkommen und ihn bitten werden, uns zurückzufahren, denn auf so etwas haben wir absolut keine Lust. Gesagt, getan: Er nickt und fährt vom Parkplatz runter.


Ein Ghost- Leo und sein Riss

Ein anderes Fahrzeug kommt uns entgegen, die Fahrer halten auf Afrikaans Smalltalk, und dann heißt es: In der Nähe wurde ein Riss entdeckt, vermutlich von einem Leo. Unser Fahrer geht davon aus, dass wir interessiert sind, und fragt uns nicht – wir haben längst die Orientierung verloren und wissen nicht, ob diese Sichtung auf unserem Rückweg liegt. Nach etwa dreißig Minuten treffen wir auf ein stehendes Fahrzeug. Der Fahrer wartet bereits länger und hat noch nichts gesehen – keinen Riss, keinen Leo. Wir fahren weiter. Stunde um Stunde vergeht, wir zweifeln daran, dass wir auf dem Rückweg sind, und fragen mal nach, ob er denn sicher sei, dass wir auf dem richtigen Weg wären. Er hält das für einen Witz und lacht.


Pannenhilfe

Kurz nach dem Stopp beim Geister‑Leo erreichen wir ein liegengebliebenes Fahrzeug. Es regnet immer noch. Während sich einer der Männer beherzt in den nassen Dreck unter das Fahrzeug schmeißt und versucht, das Problem zu lösen, wird ihm von den Umstehenden verbales Werkzeug gereicht. Da muss unser Fahrer natürlich auch dabei sein – vielleicht weiß er noch ein paar zusätzliche Ratschläge. Wir haben ja Zeit.



Schwarzes Loch über uns

Endlich fahren wir weiter. Außer zwei Geiern, die wie die Geier in die gleiche Richtung schauen, entdecken wir noch einen richtig schönen Wasserbock – und den können wir sogar anständig fotografieren.



Wir frieren so erbärmlich. Stunde um Stunde vergeht, und wir hoffen innigst, dass wir bald in der Lodge zurück sind.

Mittlerweile ist der Himmel so rabenschwarz, wie ich noch nie einen gesehen habe, und das Dunkel hängt wie ein schwarzes Loch tief über unseren Köpfen. Es fühlt sich an, als könnten wir danach greifen. Ganz weit weg am Horizont wirkt es, als gäbe es einen zehn Zentimeter breiten Lichtstreifen. Die Stimmung ist mystisch, faszinierend – ich würde es gern fotografieren, aber wir rasen weiterhin in Lichtgeschwindigkeit über die Straße. Fotos sind leider nicht mehr möglich. Ich möchte auch gar nicht wissen, was hier los ist, wenn sich diese Schleusen öffnen. Und doch zieht mich diese Weltuntergangs-Atmosphäre in ihren Bann.


Zum Glück geht jeder Tag einmal zu Ende

Das Restlicht verabschiedet sich. Wir erreichen endlich die Landstraße – jetzt kann es nicht mehr weit sein. Nach 14 Stunden sind wir zurück in der Lodge. Bilanz des Tages: ein teurer privater Drive mit spärlichen Sichtungen, durchgefroren wie zwei Eiszapfen und mit einer Wut im Bauch, die dringend raus will.

Wir sprinten in unser Chalet, drehen das heiße Wasser auf und duschen, bis wir wieder die Körpertemperatur eines lebenden Wesens haben. Dann schlüpfen wir in trockene, warme Kleider und gehen zum Dinner. Ich bestelle mir erst mal einen heißen Kaffee, um auch von innen wieder warm zu werden. Wir wissen noch nicht so recht, wie wir mit dieser Erfahrung umgehen sollen und beschließen, unsere Wut erst sacken zu lassen. Gut, dass wir den ganzen Tag nichts gegessen haben – jetzt fordert unser Hunger Aufmerksamkeit und lenkt uns ab.

Die Familie von gestern sitzt wieder mit uns im Speisesaal. Nullkommanix haben wir ein interessantes Gespräch. Während wir uns bereits dem Dessert widmen, kommen die Lodge‑Gründer und der neue Manager zu uns an den Tisch, um uns zu begrüßen. Das Paar spricht deutsch, der Manager leider nur englisch, weshalb alle beschließen, ihm zuliebe Englisch zu sprechen. Ach, das freut mich aber jetzt – nach dem Tag voller „wunderbarer“ Momente –, dass ich nichts mehr verstehe und auch zu müde bin, um der Fremdsprachenakrobatik in meinem Hirn gewachsen zu sein. Uwe übersetzt mir das eine oder andere. Und so wird es doch noch ein richtig schöner Abend, bis uns der Manager fragt, wie denn unser Ausflug in den Park war. Oh weh – nicht gut.

Aber wenn wir schon gefragt werden, tun wir auch nicht so, als wäre alles gut gewesen. Wir geben ein paar Kostproben unserer heutigen Erfahrungen weiter. Der Manager reagiert sehr empört und sagt, dass er morgen Kontakt mit dem Unternehmen aufnehmen wird – so ein Verhalten duldet er nicht für seine Gäste. Das muss geklärt werden. Er klingt aufrichtig. Er scheint seinen Job richtig zu verstehen. Trotzdem sage ich ihm, dass wir dem Guide keine Schwierigkeiten machen möchten. Aber wir denken beide, ein Korrekturgespräch wäre angemessen, und wir hoffen für alle Kunden nach uns, dass er daraus lernt.


Planänderung ohne Reue

Für morgen hatten wir schon bei der Unterkunftsbuchung einen Tagesausflug zur Panorama Route mitgebucht. Die Wetterprognosen sehen allerdings nicht besser aus als die heutigen. Zwar würden wir in einer Limousine gefahren werden, aber eine Panorama‑Fahrt bei wolkenverhangenem Himmel, ungemütlichem Wetter und vielleicht sogar Regen – das tun wir uns nach diesem Tag nicht auch noch an.

Es ist mittlerweile schon 21.00 Uhr. Wir fragen, ob wir noch stornieren können. Ja, können wir – und zwar kostenlos. Das finden wir sehr großzügig.

Wir quatschen noch eine ganze Zeitlang mit allen. Irgendwie hat es keiner eilig, ins Bett zu kommen. Uns ist es auch egal, denn ohne die Panoramaroute können wir morgen ausschlafen.

Na denn bis Morgen.


28. September

Ein Morgen, der alles wettmacht

Wir schlafen gut, wachen ausgeruht auf und lassen uns reichlich Zeit fürs Frühstück. Anschließend holen wir unser Scrabble, Fernglas und den Fotoapparat und kehren in den Speisesaal zurück. Das Geschirr ist bereits abgetragen. Wir setzen uns ans Fenster mit Blick auf den Fluss und eröffnen die erste Runde Scrabble.

Während ich nach einem passenden Wort suche, schaut Uwe aus dem Fenster und sagt plötzlich: „Elefanten!“ Ich denke erst, er will mich auf den Arm nehmen und reagiere nicht. Er wiederholt: „Da sind Elefanten unten am Fluss.“ Doch kein Scherz? Ich werfe einen prüfenden Blick aus dem Fenster. Tatsächlich – kein Witz, und nicht nur einer.



Wie der geölte Blitz springe ich auf. Mit Fernglas und Fotoapparat laufe ich im Stechschritt runter zur Aussichtsplattform. Uwe kommt natürlich mit.

Ich kann es gar nicht glauben: Elefanten! Wir müssen sie nicht suchen, sie kommen zu uns! Wie krass ist das denn bitte? Erst ist es nur eine Handvoll. Sie verpassen den Büschen eine neue Frisur. Auch ein ganz kleiner ist dabei – ich könnt mich wegschmeißen, so goldig sieht es aus, wenn er versucht, wie die Großen ein Blatt zu zupfen, aber noch nicht so recht mit seinem Besteck umgehen kann.

Es werden immer mehr – bald sind es an die fünfzig Tiere. Erst wird die Fauna gepflegt, dann geht es zum Wassertreten. Zwei überqueren sogar den Fluss. Wir sind so begeistert. Das übertrifft alle unsere Erwartungen.



Während wir die Elis beobachten, marschieren auch Giraffen auf unserer Uferseite herum. Madenhacker sitzen ihnen im Genick. Dann rennen ein paar Warzenschweine durchs Bild. Es geht fast zu wie im Zoo.


Die Hippos hören wir die ganze Zeit grunzen, nur zeigen wollen sie sich nicht. Und dann der Gänsehautmoment: Plötzlich ertönt ein bedrohliches Brüllen im Gebüsch, nicht weit von uns entfernt. Uns läuft ein Schauer über den Rücken. Was für ein Tier war das? Wir sind nur durch einen mickrigen Elektrozaun geschützt. Es raschelt, aber wir sehen nichts. Da noch einmal dieser Ruf, der wie eine Drohung klingt. Dann wieder ein Rascheln, lauter als vorher, es kommt näher. Zweige knacken – und dann sprinten zwei Paviane aus dem Gehölz, die Zoff miteinander haben.



Boah, die sind ganz schön nah und riesig, mit beeindruckenden Hauern. Ich würde ihre Eckzähne auf fünf oder sechs Zentimeter schätzen – die sehen fast so groß aus wie die eines Löwen, vielleicht ein bisschen dünner und spitzer. Mit dem Werkzeug möchte ich keine Bekanntschaft machen. Ich muss zugeben, dass sich mein Respekt vor Pavianen in diesem Moment mindestens verdoppelt hat.


Picknick im Reich der Tiere

Wir bemerken gar nicht, wie die Zeit vergeht. Irgendwann kommt ein Mitarbeiter, um uns zum Lunch zu holen. Er sieht aber, was gerade am Fluss los ist, und fragt, ob wir lieber hier auf der Plattform essen möchten. Da hören wir uns nicht Nein sagen. Ruckzuck wird ein Tisch aufgestellt und eingedeckt – und wir haben ein Picknick im Reich der Tiere.

Wir sind gerade fertig mit Essen, als die Ärzte-Familie von ihrem Ausflug zurückkommt. Sie waren auf dem Blyde River unterwegs und kommen gerade noch rechtzeitig, bevor die letzten Elis den Rückzug in den Busch antreten. Als wir ihnen erzählen, was wir hier erlebt haben, beneiden sie uns ein bisschen – würde ich an ihrer Stelle auch.

Jetzt tut sich etwas im Wasser. Die Hippos kommen näher. Erst sehen wir nur ihre Rücken, dann gehen sie an Land. Was für ein Erlebnis.



Mir fehlen ein bisschen die Worte, um zu beschreiben, wie glücklich uns dieses Naturkino nach dem gestrigen Tag macht. Niemals hätten wir damit gerechnet, dass ein ganzer Tag in der Lodge so erfüllend werden könnte.

Wir bleiben alle hier sitzen, bis uns der Guide für die Sundowner-Fahrt abholt.


Sundowner – noch ausbaufähig

Keine Ahnung, wo die Tiere sind. Wir sehen nur eine Giraffe. Aber unser Guide weiß wieder vieles rund um Flora und Fauna zu erzählen und sorgt gut dafür, dass die Zeit nicht lang wird. Er spricht deutsch, und zusammen mit der Familie haben wir eine unterhaltsame Fahrt. Während es den ganzen Tag über sehr bewölkt und trüb war, schafft es die Sonne sogar, für ein bisschen Stimmung zu sorgen.



29. September

Bushwalk mit schwerem Geschütz

Heute ist Abreisetag. Zur Karongwe River Lodge haben wir nur eine Stunde Fahrtzeit. Da wäre es ja ein Frevel, wenn wir uns vorher nicht noch einen Bushwalk gönnen würden. Die Familie schließt sich an.

Mit dem Jeep werden wir abgeholt und fahren ein paar Minuten zum Haus unseres Guides. Dort steigt seine Frau ein – angehende Field Guide, hochmotiviert und wie ihr Mann mit Profiausrüstung. Beide tragen Lederschuhe und Gamaschen, während wir uns mit unseren Sneakern leicht underdressed fühlen. Dazu ein schweres Gewehr und ein Rucksack: Der Look sagt: Stell dich auf ein Abenteuer ein, „Wir meinen es ernst“.



Knochenarbeit

Wir marschieren los. Die Landschaft ist karg, der Boden steinig, und optisch gewinnt das Reservat keinen Schönheitspreis. Dafür liegen überall strahlendweiße Tierknochen herum, was die Ärztefamilie sofort in einen CSI‑Forensik‑Modus versetzt. Hochinteressiert werden Knochenfragmente begutachtet und einem Tier zugeordnet. Dass sie nicht noch schnell die Todesursache bestimmen, wundert uns. In den meisten Fällen würde ich mit meiner Fachkenntnis auf Mord schließen – grober Überfall von hinten mit einem dolchartigen Werkzeug.



Tiere mit Fell und Herzschlag? Fehlanzeige. Alles, was größer ist als ein Insekt, ist heute offenbar mit Tarnkappe unterwegs. Zum Glück ist unser Guide ein Naturbursche durch und durch und erzählt Dinge, die man nicht bei jedem Drive erfährt. Wir beugen uns über Krabbeltiere, Spuren und Löcher – und plötzlich wird der unscheinbare Pfad zum Naturseminar.


Schwarzwälder Bommeln im Busch


Dann entdecken wir diese winzigen roten "Schwarzwälder Bommel-Tierchen" kaum einen halben Zentimeter groß. Sie sehen aus wie die Bommeln eines Zwergenhuts und heißen Samtmilben. Kleine, leuchtend rote Spinnentiere, die wirken, als wären sie aus Plüsch.

Natürlich haben sie auch eine Aufgabe: Sie fressen winzige Bodenorganismen, Eier und Larven und halten damit das Ökosystem stabil. Als Dank dienen sie anderen kleinen Waldbewohnern als Schwarzwälder Schinken. Der Kreislauf des Lebens in Bommel-Optik.

Der ganze Boden ist übersäht von ihnen und wir laufen Slalom, um möglichst wenige von ihnen durch stumpfe Gewalt ins Jenseits zu befördern.



Survival Training für den Fall der Fälle

Zwischendurch gibt’s Pflanzenkunde. Zwei fast identische Gewächse stehen hier herum: der essbare Feigenkaktus und sein fieser Doppelgänger aus der Euphorbien‑Familie. Der eine erfrischend, der andere hochgiftig. Falls du ein paar Tage allein im Bush überleben musst, wäre es nützlich, den Unterschied zu kennen. Der eine bewahrt dich vor dem Verdursten, der andere befördert dich ins Jenseits – sorgt aber dafür, dass du bis zur letzten Sekunde spürst, dass du noch lebst.



Big Five Reservat im Dornröschenschlaf

Der Naturkundelehrgang hat Spaß gemacht, die Guide‑Field‑Fashion‑Vorstellung hatte heute reinen Show‑Effekt. Aber sie hat zumindest die Spannung ein bisschen hochgehalten. Der Kaktus musste jedenfalls nicht erschossen werden.

Zurück in der Lodge wartet das Frühstück auf uns. Dann packen wir unsere Koffer, checken aus und bleiben bis zur Mittagszeit auf der Aussichtsplattform sitzen. Elefanten lassen sich heute nicht blicken, dafür Warzenschweine und Giraffen.

Balule gehört eigentlich zu den Big‑Five‑Reservaten. Während unseres Aufenthalts in der Emosheni Lodge sehen wir davon nicht allzu viel. Dabei gibt es hier sogar Wildhunde. Wir dagegen sahen am Fluss direkt auf dem Lodgegelände mehr Tiere als auf beiden Drives und dem Walk zusammen. Gut – den Löwen hätten wir ohne Drive vermutlich nicht gesehen. Aber ansonsten hätten wir uns die Fahrten fast sparen können.

Man muss allerdings dazu sagen, dass der September in diesem Jahr ein klimatischer Ausreißer ist. Kühler, regnerischer und bewölkter als sonst – vielleicht hat das auch Auswirkung auf die Tierbewegungen.


Willkommen in der Karongwe River Lodge

Die Fahrt nach Karongwe ist kurz. Der Empfang hat fünf Sterne Niveau - Warme, wohlriechende Tücher, ein leckeres Fruchtgetränk und herzlicher Smaltalk. Uwe erledigt den Papierkram, während ich im Prospekt blättere und feststelle: Die Panorama Route geht auch von hier. Klingt verlockend – wäre da nicht das All‑Inclusive‑Paket, mit zwei Drives pro Tag, das wir bezahlt haben. Einen Tagesausflug extra? Bedeutet: Drive futsch, trotzdem zahlen. Aber die Panorama Route hätten wir halt schon gern gesehen. Wir behalten die Idee im Hinterkopf. Wetter heute top, Prognosen für die nächsten Tage "Wünsch dir was“ und Wünschen darf man ja. Wir sind für fünf Nächte hier, also Zeit genug um uns später zu entscheiden.



Karongwe - eine Wilderness Lodge

Der Papierkram ist fix erledigt, und wir werden direkt zu unserem Chalet eskortiert. River View, das letzte in der Reihe – bedeutet kleiner Fußmarsch, aber dafür Naturkino und schön privat.

Auf dem Weg erfahren wir, dass Elefanten kürzlich den Zaun demoliert haben. Ab der Dämmerung also bitte nicht mehr allein rumlatschen – Eskort-Service steht auf Abruf bereit. Und Zack - fühlen wir uns wie in einem Luxus Wilderness Camp, Jenseits-von-Afrika-Feeling inklusive.

Der Mitarbeiter zeigt uns alles: Pool, Restaurant, Shop, Hippo-Hide beim See, Bird-Hide-Way.



Überall laufen Nyalas rum, zum Anfassen nah. Wir sind jetzt schon im siebten Himmel.



Dann geht die Tür auf – und wir stehen in einem klimatisierten, afrikanisch‑stylischen Traum. Himmelbett, Glasfront, riesige Veranda auf Stelzen, Flussblick zum Niederknien.



Das Bad? Ohne Worte. Nur glänzende Augen.

Wir breiten uns aus, genießen die Doppeldusche mit Naturblick, ich mach mir einen Kaffee und falle auf der Veranda in den Sessel. Unten am Fluss Antilopen, neben unserem Chalet Nyalas – ich bin offiziell im Safari‑Himmel angekommen.



Ameisenattacke

Dann gewinnt die Neugier – also los. Hippo-Hide? Gefunden. Hippos? Ganz hinten am See, zu sehen nur Köpfe und Ohren. Das nenne ich eine „Fernbeziehung“, und die ist bekanntermaßen schwierig.

Also weiter zum Bird-Hide. Doch der Waldboden lebt. Eine Armee von Ameisen breitet sich überall aus und nennt das gesamte Areal ihr Eigen. Sie verteidigen ihr Revier unter Einsatz ihres Lebens – und auf Kosten unseres. Wir sind überzeugt, sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, uns bei lebendigem Leib aufzufressen. Da hilft auch kein Indianertanz. Fällt eine runter, rücken zwei nach. Nix wie weg hier. Der Eintrittspreis ist zu hoch fürs Vogelparadies.

Wir flüchten. Pool entdeckt, Shop von außen inspiziert, Restaurantterrasse bestaunt. Hier lässt es sich doch ganz gut aushalten.



Der Zugang vom Busch zum Fluss ist hier flacher. Das gefällt den Tieren besser als das steile Ufer hinten bei unserer Hütte. Eindeutig – hier ist deutlich mehr Aktion. Mal eine Impala, mal Warzis oder ein Zebra und natürlich Paviane. Wir holen uns ein Getränk an der Bar und machen es uns auf einem der Sofas gemütlich. Vogelgezwitscher inklusive. Ich würde sagen: Zufriedenheit 12 von 10 Punkten.


Sundowner Drive - Loukie & der Spotter ohne Namen

Am Spätnachmittag geht’s zum Drive-Startplatz. Mehrere Fahrzeuge stehen bereit, bequem über Rampen zu besteigen – sehr seniorenfreundlich.

Unser Guide für die kommenden Tage: Loukie, ein wandelnder Gute-Laune-Generator. Immer einen witzigen Spruch auf Lager. Der Spotter – Name vergessen – ergänzt ihn perfekt und entpuppt sich als echter Profi.

Wir sind startklar. Auf zum ersten Abenteuer.

Und ja, die erste Lieferung trifft ziemlich schnell ein. Wir sehen erst mal nur Bush. Loukie hält an, der Spotter wechselt seinen Platz vom Aussichtsturm auf den Beifahrersitz – huch, warum das plötzlich?

Des Rätsels Lösung: eine Dosis Elefantenglück. Riesige Exemplare – sie scheuen sich nicht im Geringsten davor, uns am Fahrzeug zu begrüßen. Im ersten Moment Herzrasen, denn wenn sie wollten, könnten sie uns problemlos auf die Gabel nehmen und ins Gebüsch befördern. Sie sind aber zum Glück tiefenentspannt und nur neugierig. Leider haben wir beide zum Fotografieren keine gute Position im Fahrzeug. Aber zur Unterstützung unserer Erinnerungen taugen die Fotos allemal.



Weiter geht es quer durchs Reservat, mit sehr schöner Landschaft. Immer wieder treffen wir auf Tiere, überwiegend als Einzelgänger unterwegs.



Mit einem Getränk in der Hand, verabschieden wir unseren ersten Tag in Karongwe.



Im Dunkeln fahren wir zurück zur Lodge und entdecken dabei noch eine Cheetah. Der krönende Abschluss für den ersten Drive. Wir sind glücklich.



Nach der Rückkehr werden wir zu unserem Chalet eskortiert und eine halbe Stunde später mit ein paar Kleiderschichten mehr, wieder abgeholt. Die Zusatzwärme braucht es auch wenn man das Essen nicht unter dem Tisch suchen möchte, weil es vor lauter Zittern von der Gabel fällt.  Wir speisen in der Boma. Die Tische wurden sehr edel eingedeckt und das Ambiente verspricht einen romantischen Abend. Service und Qualität des Braais halten sich auf einem hohen Level.



Wie nett – denkt Uwe – ein Namensschild mit Karamellbonbon. Der lacht ihn gleich an und bettelt darum, gegessen zu werden. Uwe nimmt ihn in den Mund und spuckt ihn gleich wieder aus. Das Objekt der Begierde ist kein Bonbon, sondern ein Butterwürfel. 😃


Satt, glücklich und müde lassen wir uns nach dem Dessert zeitnah zum Chalet bringen. Im Gänsemarsch – wie wir es gelernt haben – folgen wir dem Mitarbeiter, der lediglich mit einer blinkenden Lampe bewaffnet ist. Zur Verteidigung ist das Ding vielleicht nicht die beste Waffe, aber zumindest können wir einem Raubtier den Weg zum Nachbarhaus ausleuchten; ein Buffet lebt ja schließlich von der Auswahl.

Wir verabschieden uns und betreten unser Chalet. Es wurde bereits für die Nacht vorbereitet. Das Moskitonetz ist geschlossen, alle Rollos sind unten, ein dezentes Nachtlicht weist uns den Weg ins Badezimmer, und überall sorgen kleine Lichtquellen für eine romantische Stimmung. Das sieht unglaublich schön aus. Auf dem Bett liegt eine Karte mit einer Gute‑Nacht‑Geschichte.


30. September

Jetzt geht die Post ab

Wir sind hier im Malaria‑Gebiet und nehmen seit unserer Ankunft in Afrika Malarone. In der Nacht höre ich Uwe mehrmals ins Bad rennen und sich gottserbärmlich übergeben. Der Kampf ist für mich deutlich hörbar. Zuerst denken wir, er hätte sich den Magen verdorben. Doch das bleibt die nächsten Tage so. Tagsüber traut er sich kaum etwas zu essen, aber er muss sich nicht übergeben. Wir nehmen die Tabletten immer vor dem Abendessen, und Uwe übergibt sich nur nachts. Nach ein paar Tagen vermutet er, dass er die Tabletten nicht verträgt, und setzt sie ab. Zwei Tage später geht es ihm wieder gut. 

Um 4.40 Uhr klopft es an der Tür - der Weckruf für den Morning Drive. Punkt 5.00 Uhr stehen wir abholbereit draußen.

Wir treffen die Guides und alle anderen Frühaufsteher im Restaurant. Es gibt einen Schluck Kaffee und wer will kann sich an den Keksen bedienen. Heute sind wir nur sechs Personen im Wagen, wie cool. So haben wir alle gute Sicht. Das Miteinander ist auch sehr gut.


Erster Morning Drive

in finsterer Nacht fahren wir los und ein paar Minuten später grüßt uns schon die Sonne mit ihren ersten Strahlen. Wir hoffen, sie bringt auch ein bisschen Wärme mit, denn so richtig gemütlich finde ich es noch nicht. 



Unsere heutige Sichtungsausbeute startet direkt mit einem Nyala‑Männchen. Auf dem Lodgegelände liefen bisher nur die hellbraunen Damen herum. Die Herren können sich auch sehen lassen. Ich hätte allerdings nicht erwartet, dass der Unterschied so krass ist. Und dann kommt gleich ein Highlight: Eine Löwin spaziert gemütlich vor uns her. Das Herzelein wiegt gekonnt ihr Hinterteil, und viel mehr lässt sie uns leider auch nicht sehen. Aber das nenne ich trotzdem einen ziemlich guten Auftakt für einen Drive. Die Hornbills dürfen im Busch natürlich auch nicht fehlen, die gehören hier einfach dazu.



Die große Überraschung

Es wird Zeit für eine kleine Pause. Wir haben alle in der Lodge einen Schluck Kaffee getrunken und sprinten jetzt hinter den nächsten Busch.

Ein heißes Getränk ist uns jetzt allen willkommen, auch wenn es bedeutet, dass der nächste Busch bald wieder rufen wird. Für die Leckermäuler gibt es auch Muffins.

Doch Loukie hat noch eine richtig coole Überraschung für uns.

Wir fahren ein Stück, dann dürfen wir aussteigen – mitten im Bush. Im Gänsemarsch machen wir einen kleinen Walk durchs hohe, trockene Gras. Loukie gibt uns ein Handzeichen zum Stehenbleiben, und plötzlich erkennen wir vielleicht 15 Meter vor uns drei Cheetahs im Gras. Wir sollen uns leise verhalten und auf unsere Distanz achten.

Wir verfallen augenblicklich alle in einen Fotorausch. Einer der Gäste vergisst sich komplett und merkt nicht, dass er den Katzen zu sehr auf die Pelle rückt. Loukie bemerkt es auch erst, als eine der Katzen einen Warnlaut abgibt und sich aufsetzt. Er greift sofort ein und bringt den Gast wieder auf Abstand. Sobald die 15 Meter wieder stimmen, entspannt sich die Katze und legt sich wieder hin.

Bei einem Geparden kann man leicht vergessen, dass er ein Raubtier ist. Die sehen doch recht nach schmusiger Hauskatze aus. Das war schon eine brenzlige Situation.

Ich bin maßlos begeistert. Noch nie habe ich bei einem Bush Walk andere Tiere gesehen als Antilopen oder Giraffen, vielleicht mal ein Zebra – aber auf deutlich größere Distanz.



Ungebetener Hausbesuch

Mit diesem Highlight endet unser Morning-Drive. Wir fahren zur Lodge zurück und begeben uns direkt zum Frühstück. Die Tische wurden auf der Terrasse eingedeckt. Die Sonne gibt sich zwar Mühe, schafft es aber nicht, mich dazu zu bewegen, meine Jacke auszuziehen. Das ständige Frieren, insbesondere während der Drives, geht uns beiden auf den Keks. Mit solchen frischen Temperaturen haben wir Ende September einfach nicht gerechnet und entsprechend wenig warme Klamotten eingepackt. Also beschließen wir, den Shop zu besuchen. Er ist gut sortiert mit warmen Fleece Hoodies und Jacken. Die Preise finden wir angemessen. Bevor wir die Tür hinter uns schließen, wechseln zwei Fleecejacken den Besitzer und dazu ein Hut für meinen Liebsten – die Hoffnung stirbt zuletzt.

Uwe versucht ein bisschen Schlaf nachzuholen, ich sitze in der Sonne und lese. Tatsächlich legt sie einen Zahn zu und heizt mir ein. Mir wird es irgendwann sogar zu heiß, sodass ich auch reingehe. Uwe fordert mich auf, die Schiebetür zu verriegeln. Ich finde es übertrieben, schließlich sitzen wir beide gut sichtbar auf unserem Sofa. Aber ich tue ihm den Gefallen, wenn er sich damit besser fühlt. Plötzlich hören wir Geräusche auf unserer Veranda und schauen hoch. Da versucht doch tatsächlich ein beeindruckend großer Pavian, bei uns einzubrechen. Ich fasse es nicht. Wir fuchteln mit den Armen und geben ein paar Schimpflaute von uns. Das beeindruckt ihn aber nicht. Erst als er merkt, dass er keine Chance hat, die Tür zu öffnen, gibt er auf und sucht das Weite.

Die Mittagsstunden bis zum nächsten Drive sind entspannt und als es an der Zeit ist, bewegen wir uns zum Jeep. Was uns wohl auf dieser Fahrt erwartet?

In den ersten zwanzig Minuten ein Reifenwechsel. Der Highlift Jack kommt zum Einsatz. Aber Loukie und sein Kollege sind auch hierbei ein eingespieltes Team. Wir verlieren nicht sehr viel Zeit.



Wir haben wirklich Glück mit den beiden. Sie sind hervorragende Spotter und Spurenleser und finden in kürzester Zeit Nasis.



Wir haben immer reichlich Zeit, die Tiere zu beobachten und zu fotografieren. Loukie weiß viel zu erzählen. Unsere nächste Sichtung ist ein Büffel und den finde ich sogar richtig fotogen. Er beobachtet uns ganz genau. Aber Loukie achtet auf den Abstand.



Die üblichen Verdächtigen sehen wir natürlich auch, aber die schaffen es heute gar nicht mehr aufs Foto. Wir legen immer öfter mal den Fotoapparat weg und beobachten nur noch. 

Die Highlights unseres Sundowner Drives sind heute die Nasis und der Büffel. Am Morgen hatten wir ein männliches Nyala, einen Löwen und die Cheetas. Ich finde wir können uns glücklich schätzen.

Zurück in der Lodge werden wir wie gestern auch schon mit einem alkoholischen Stamperl und duftenden warmen Tüchern willkommen geheißen und gefragt, wie uns der Drive gefallen hat. Für diese aufmerksame Zuwendung stehen mehrere Mitarbeiter parat, damit sich auch jeder Gast gesehen und gehört fühlt. Das ist schon wirklich beachtlich. 

Wir werden zum Chalet eskortiert und nach einem kurzen Frischmachen wieder abgeholt. Die Tische auf der Terrasse sehen sehr einladend aus. Überall dezente Beleuchtung und ein toller Sternenhimmel. Einzig nervig sind zwei Kinder vielleicht 10 Jahre alt, die mit ihren Taschenlampen zwischen den Tischen rumrennen und lautstark Spaß haben. Irgendwann springen sie mit ihren Schuhen auf die weißen Sofas und schmeißen die Kissen rum. Würden sie nicht ab und zu zum Elterntisch rennen, könnte man meinen, sie wären allein hier. 



1. Oktober

In der Nacht rennt Uwe wieder mehrmals ins Bad und erlebt das Déjà-vu von gestern. Nicht nur zwei oder drei Mal. Ich mache mir echt Sorgen. Der Gedanke an Nebenwirkungen vom Malarone kommt uns erst morgen. Heute Nacht macht er wieder seinen Marathonlauf.

Wir schlafen beide schlecht, er, weil es ihm schlecht geht, ich, weil ich alles höre und mir Sorgen mache.

Der Weckruf um halb fünf bedeutet auch irgendwie, dass Erlösung naht, denn am Tag geht es Uwe, wie gesagt, nicht schlecht, außer dass er trotz allem mit dem Essen vorsichtig ist.

Den Morning-Drive werden wir zu viert haben. Ein junges Pärchen auf Hochzeitsreise steigt mit uns in den Jeep. Sie sind länger unterwegs und wollen noch nach Namibia. Wir fangen an von unserer ersten Namibiareise im letzten Jahr zu schwärmen. Sie interessieren sich für unsere Highlights und fragen nach Empfehlungen.

Wir bieten ihnen an, uns heute Nachmittag zu treffen und ihnen ein paar Fotos zu zeigen, damit sie sich vorstellen können, wovon wir reden. Sie sind begeistert, und wir vereinbaren eine Zeit.

Aber jetzt sind wir auf Morning-Drive, und wir sind gespannt, was uns erwartet.

Elefantenmama mit Kalb an der Milchbar



Ich fasse es nicht

Loukie hält auf einem Weg, der von dichtem Gebüsch umgeben ist. Ganz weit hinten steht ein großer Baum, und genau dort soll ein Leo sitzen. Ich erkenne ihn erst gar nicht und sitze auch noch auf der falschen Seite. Ständig wird Loukie gebeten, ein paar Meter vor oder zurück zu fahren. Ich habe die ganze Zeit nur Busch vor der Nase. Uwe tauscht schließlich den Platz mit mir – und jetzt sehe ich ihn auch.

Ja, er ist sehr weit weg, kaum erkennbar ohne Zoom oder Fernglas und von viel Laub verdeckt. Aber ich sehe meinen ersten Leo in freier Wildbahn. Wegen der Distanz fühlt es sich trotzdem nicht wie eine richtige Sichtung an. So wechseln sich Freude und Enttäuschung leider ab.

Ansonsten sehen wir einen Tümpel mit einem Löffler auf Futtersuche, ein schönes Kudu und natürlich die zuverlässigen Bush Bewohner.



Zutritt verboten?

Am Nachmittag treffen wir uns mit dem Pärchen am Pool. Wir schmeißen unseren Schlüssel auf den Tisch und Uwe zeigt Fotos auf dem Laptop. Damit wecken wir durchaus Wünsche – die eine Routenanpassung nötig machen. Zwischendrin habe ich das Bedürfnis, mal ins Chalet zu latschen und die Villeroy-und-Boch-Abteilung aufzusuchen. Ich schnappe mir den Schlüssel und mache mich auf den Weg. Leider habe ich schon ein bisschen zu lange gewartet und es jetzt ziemlich eilig. Der Weg zieht sich. Endlich stehe ich vor der Tür, bekomme aber den Schlüssel nicht ins Schloss. Also echt jetzt – ich kann doch nicht zu blöd sein, einen Schlüssel ins Schloss zu stecken. Hilft nichts, geht nicht. Ich muss zurück und Uwe holen. Wie peinlich ist das denn bitte?

Ich erkläre Uwe das Problem, und er fragt: „Hast du den falschen Schlüssel mitgenommen?“ Erst jetzt sehe ich, dass das Pärchen seinen Schlüssel ebenfalls auf den Tisch gelegt hat. Ein Blick auf die Zimmernummer: Alles klar.

Ich schnappe mir den richtigen Türöffner und laufe noch eiliger als vorhin zum Chalet. Jetzt bekomme ich den Schlüssel zwar rein, aber er lässt sich nicht drehen. Das darf ja wohl nicht wahr sein. Ich misshandle das Schloss schon ein wenig, aber da tut sich nichts. Kurz überlege ich, ob ich den Weg ein weiteres Mal schaffe oder ohne Rücksicht auf Verluste hinter der Hütte verschwinden muss. Ich entscheide mich für den Marsch. Uwe kommt jetzt mit. Kurz bevor wir das Chalet erreichen, sagt er: „Du warst aber schon an unserem – oder am vorletzten?“ Wie vorletztes? Tatsächlich: Unseres liegt leicht zurückversetzt hinter dem vorletzten Chalet. Wir waren bisher immer zu zweit unterwegs, und ich bin Uwe einfach gefolgt. Ich habe gar nicht gemerkt, dass unseres so zurückversetzt liegt, dass man es nicht gleich sieht. Ach ja, ich habe unverkennbar den Orientierungssinn von einem Schaf.

Ruck Zuck ist wieder Sundowner- Zeit.


Unser Loukie und sein Spotter geben heute alles

Erst ein Hippo, dann Warzis und Elis.

Wer hätte damit gerechnet, an zwei Tagen nacheinander einen Leo zu sehen? Wie ein Schluck Wasser hängt er da im Geäst. Zwar ist er mindestens genauso weit weg wie gestern und im Baum auch sehr schlecht zu fotografieren – zumal auf diese Distanz –, aber was für ein Glück!



dann ein Zebra....



und zum Schluss noch ein Kuscheltier - genaugenommen ein ganzes Rudel, aber zwischen den Steinen gut getarnt.



Herz, was willst du mehr? Der restliche Abend verläuft wie immer: ein warmes „Willkommen zurück“ und ein Stamperl, dann ein leckeres Dinner, heute beim kuscheligem Kaminfeuer. Na dann gute Nacht bis morgen.



2. Oktober

Mit dem Weckruf beginnt unser Tag und Zack sind wir wieder on Tour. Erste Begegnung: Nashörner.



Dann auf zum See - die Löffler sind beim Kneipen.



Der Kingfisher ist eine Erstsichtung und freut mich ganz besonders. Wir können Vogelfotografie eigentlich gar nicht, aber dafür finde ich das Foto durchaus vorzeigbar.



Ja, wen haben wir denn da? Löwen sind immer ein Highlight



und noch ein Vögelchen - eine hübsche Gabelracke



Abwechslung erwünscht

Das Wetter ist wieder kühl, aber zumindest trocken.

Karongwe ist wahrlich ein Traum, alles gleichbleibend auf sehr hohem Niveau. Aber fünf Nächte sind dann doch zu viel des Guten.

So langsam verspüren wir den Wunsch nach Abwechslung.

Nachdem wir uns versichert haben, dass die Wetterprognosen für morgen gut sind, beschließen wir, zur Rezeption zu gehen und doch eine Tour zur Panorama Route zu buchen. Gesagt, getan. 

Der restliche Tag dient der Entspannung und dann sitzen wir schon wieder in der Safari‑Kutsche.


Mission Hippos

Auf unserer Wunschliste stehen Hippos, weil sich die im See beim Hide so blöd anstellen und nur am anderen Ende ihrer Pfütze baden. Wir äußern unseren Wunsch und hören keinen Protest. Die sollten auch nicht allzu schwer zu finden sein.


Erste Begegnung Knastlook‑Modell



Die Löwen sind auch zu Hause, allerdings nicht sonderlich aktiv.



Toller Ort für unseren Sundowner und die Hippos grunzen ihr Abendlied.



Ein Bushbaby sagt Gute Nacht  - Erstsichtung



Dinner in der Boma



Licht aus und Gute Nacht!


3. Oktober auf zur Panorama Route

Heute können wir ausschlafen und in aller Gemütlichkeit frühstücken. Pünktlich auf die Minute steht unser junger, sympathischer Guide und Fahrer parat und holt uns ab. Das Wetter ist fantastisch. Zur Abfahrt bekommen wir ganz selbstverständlich ein Lunchpaket mitgegeben. Hier wird man echt auf Händen getragen.

Wir wünschen uns die klassischen Anlaufstellen: Lisbon Falls, God’s Window, Bourkes’ Luck Potholes, Berlin Falls, Three Rondavels und natürlich den Blick von oben auf den Blyde River Canyon. Unser Guide fährt angenehm, erzählt viel und zeigt uns auch View Points, die nicht im Standardprogramm stehen. Panorama-Route mit Bonusmaterial.



Potholes 



Lisbon Falls


Berlin Falls



Forrest Falls
Von hier oben haben wir einen sehr guten Blick auf den Pinnacle. Das Wasser ist hier nur knietief, bevor es über die Kante geht und sich im Wasserfall ergießt. Wir hüpfen auf die andere Seite von Stein zu Stein. Uwe fällt das Handy aus der Hosentasche und ganz nah an die Kante. Er bekommt Schnappatmung und versucht es aus dem Wasser zu fischen. Unserem jungen Guide ist das nicht geheuer. Er bittet Uwe ihn das machen zu lassen und begibt sich in eine waghalsige Position um Uwes Allerheiligstes zu retten. Ich überlege schon, ob wir den Weg auch ohne ihn wieder zurück finden. Aber es geht alles gut. Für uns heißt dieser Wasserfall jetzt Handy-Falls


Three Rondevals



Lower Blyde River Canyon 



God’s Window - Aussicht


Schulklassen Aufführung



Das Wetter hätte heute nicht schöner sein können. Unser Fahrer hat uns hervorragend betreut und uns alles gezeigt, was wir sehen wollten. Die Panorama-Route hinterlässt einen bleibenden Eindruck.  Es war ein großartiger Ausflug.
Wir kommen knapp vor der Sundowner Fahrt zurück und weil sie eh schon bezahlt ist, steigen wir direkt von einem Fahrzeug ins andere um.

Mal sehen, was heute so im Busch unterwegs ist. Vielleicht finden wir ja nochmal Löwen. Könnte doch sein.

Zebras sehen wir tatsächlich gar nicht so oft. Wir sind noch nicht Streifenverwöhnt und freuen uns, über die Begegnung.



Wasser marsch! Feuerwehrübung



Besuch am Hippo-Weiher



Klein aber fein - Sunbird im schimmernden Federkleid



Na wer sagt’s denn! Loukie und sein Spotter haben es einfach drauf – bin begeistert!


Unser letzter Abend und so romantisch



4. Oktober

Aber einer geht noch bevor wir abreisen.

Uwe schläft die erste Nacht ohne sich zu übergeben. Es ist noch stockdunkel als wir hören, dass neben unserer Hütte der Bär steppt. Fauchen, poltern ein Körper schlägt mit Wucht gegen unsere Wand. Wir sitzen im Bett. Gänsehaut-Moment. Rausschauen? Die Rollos sind unten. Wenn wir sie hoch ziehen, ist der Blick durchs ganze Fenster frei und das ist riesig. Ich weiß nicht, ob ich dem Tier da draußen - bzw. den Tieren die da Zoff haben, wirklich in die Augen schauen will. Ich lebe lieber mit dem Geheimnis und Uwe auch. Aber an Schlafen ist so schnell nicht mehr zu denken. Die Kontrahenten sind sich auch nicht so schnell einig wer im Recht ist.


Vorsicht Knochenbrecher unterwegs

Ich habe noch keine Hyäne gesehen, und das wäre wirklich ein Herzenswunsch. Schon klar, Bescheidenheit sieht anders aus – aber versuchen könnt ihr es ja trotzdem. Oder hat jemand etwas dagegen? Ich höre kein Nein.

Mal sehen, ob die zwei neben Sprüche klopfen auch Zaubersprüche draufhaben.

Und tatsächlich: Die können zaubern! Ich fasse es nicht – Hyänen beim Schlemmen. Das Festmahl ist nicht mehr ganz taufrisch, eher schon großzügig geöffnet, sodass man bequem hineinschauen kann. Eine Hyäne steckt halb drin und prüft gründlich, was der Tag so hergibt. Wir hören die Knochen knacken.

Ein fantastisches Erlebnis, diese Szene zu beobachten.



Joah, der gefällt mir auch. Ein echtes Prachtexemplar



Auch die Löwen zeigen sich noch einmal zum Abschied. 


Der Affenrat hat Tag der offenen Tür.



Karongwe hat die Messlatte ganz schön hoch gelegt.

Auch Loukie und sein Spotter sind ein unschlagbar kompetentes Team. Insgesamt sehen wir die Big Five hier sogar mehrmals in den fünf Tagen, die wir hier sind. Drei hätten auch gereicht – aber etwas Besseres als hier wird schwer zu finden sein. Hier stimmt einfach alles: Management, Personal, abwechslungsreiches Reservat, hohe Tierdichte, Sauberkeit, Ambiente. Das ist nicht zu toppen. Andere Lodges können nur anders schön sein.

Zum Preis: Die Lodge trägt verdient fünf Sterne. Im Vergleich mit anderen in diesem Preissegment ist Karongwe im Gesamtpaket am stimmigsten (im Rahmen der wenigen Luxuslodges, die wir bisher kennengelernt haben). Zwei bis drei Nächte wären sicher ausreichend, wenn man am An- und Abreisetag jeweils einen Drive mitmachen kann. Natürlich zahlt man in einer Fünf‑Sterne‑Lodge viel „Muss nicht sein“ – aber wenn man bereit ist, diesen Preis zu zahlen, bekommt man hier auch das Maximum von dem, was möglich ist.


Luxus Villa - Safari Feeling bitte extra buchen

Zum Buchungsprozedere der Safari Moon Luxury Lodge

Die Fotos, die ich im Netz von der Lodge sah, haben mich begeistert – allerdings zeigten sie nur einen Teil des Ganzen. Unsere Agentur hatte diese Lodge nicht im Portfolio, also war Selbstbuchen angesagt, inklusive kompletter Vorauszahlung. Für die Kommunikation auf Englisch nutze ich wie immer den Google‑Übersetzer.

Erster falscher Eindruck: Die Lodge liegt am Rand eines Wohngebiets, nicht abgeschieden im Busch und sie hat mehr Boutique- Hotelflair als Lodgecharakter. Das Ambiente ist hochwertig, aber die Umgebung wirkt eher wie ein gepflegtes Wohnviertel.

Zu den Aktivitäten: Man kann sehr vieles buchen. Die Aufträge werden allerdings an externe Unternehmen weitergeleitet – und das hat einen riesigen Nachteil in Sachen Qualität.

Bei der Buchung unserer Aktivitäten gab es unaussprechlich viele Missverständnisse. Das das hin und her hat mir den letzten Nerv geraubt, und wären keine Stornogebühren angefallen, hätte ich storniert.


Willkommen wird hier groß geschrieben

Wir werden ausgesprochen freundlich und stilvoll begrüßt, und man geht mit uns die gebuchten Aktivitäten durch. Mittlerweile stimmt auch alles so, wie ich es wollte. Danach wird uns unser Zimmer gezeigt.

Im Vorfeld der Buchung hatte ich gelesen, dass die Lodge für Hochzeitsreisende einen attraktiven Preis anbietet. Wir werden an unserem 28. Hochzeitstag hier sein, und ich habe mal freundlich nachgefragt, ob wir in Anbetracht unseres Hochzeitstages auch den Rabatt bekommen könnten. Die Antwort war ein klares Nein – einen Sonderpreis können wir nicht bekommen.

Aber man bot uns stattdessen ein kostenloses Upgrade auf die Honeymoon Suite an. Das ist mehr als großzügig, denn wir hatten das günstigste Zimmer gebucht und bleiben vier Nächte. Natürlich wollten wir!


Und so sieht das Upgrade aus:

Südafrika(1416)-2.jpg


Wir sind begeistert. Ein privater kleiner Pool, Sichtschutz und Blick in den Bush. Von der Nachbarschaft merken wir hier nichts. Wir genießen ein paar Stunden am Pool, und die Sonne hat heute richtig Schmackes.


Der Groschen fällt 

Am Spätnachmittag werden wir zum ersten Drive abgeholt, und dem Fahrer werden unsere Getränkewünsche mitgegeben. Wir setzen uns ganz nach hinten und sind allein. Wie cool ist das denn bitte. Dann bekommen wir gesagt: Wir holen noch andere Gäste ab. Okaaay – das hatten wir so nicht erwartet. Wir dachten, die Drives würden pro Lodge gebucht. Naiv, wie wir sind. Alles klar, wir haben verstanden.

Nach drei Minuten Fahrt stehen wir vor einer Unterkunft. Fünf Minuten warten. Zehn Minuten warten. Ein Fräulein, geschminkt und hübsch herausgeputzt, kommt raus und sagt, ihre Freundin bräuchte noch einen Moment. Wir warten wieder fünf Minuten – zehn Minuten – und mir schwillt der Kamm. Dann kommt die Freundin, gemütlich, mit einer Haltung, als gehöre es zum guten Ton, sich zwanzig Minuten zu verspäten. Und dann werden noch mehr Gäste abgeholt, bis der Wagen voll ist. Ich bin soooo begeistert. Jetzt dämmert es uns, was es bedeutet, wenn die Buchung eines Game Drives an einen externen Anbieter weitergegeben wird.

Inzwischen empfinde ich meine Lodgewahl als großen Fehler.

Die Fahrt ins Reservat dauert höchstens zehn Minuten. Unser Guide stellt sich vor und gibt uns die Anweisung, im Fahrzeug nicht aufzustehen. Okay, das ist Standardwissen, nichts Neues für uns – aber vielleicht für andere. 

Spoiler: Es hält sich keiner dran - außer wir spießigen Deutschen.

Auf ins Abenteuer und das fängt mit einer Elefantenherde am Wasser gut an!



Mit dem, was uns jetzt geboten wird habe ich im Traum nicht gerechnet! Meine Begeisterung ist am Anschlag.

Ein Hyänenbau - die Tüpfel sind sogar zu Hause!

Aber hääääh? Warum hat das Muttertier unterschiedlich große Welpen? Zu weit auseinander, um aus einem einzigen Wurf zu stammen, und zu dicht beieinander, um aus zwei getrennten Würfen gefallen zu sein. Wir sehen keine zweite adulte Hyäne.

Die Safariexperten wissen es natürlich. Aber wer noch kein Profi‑Guide‑Diplom in der Tasche hat, dem sei gesagt: Hyänen leben im Clan, und die Weibchen kümmern sich gegenseitig um ihre Jungen. Welpen verschiedener Mütter liegen oft gemeinsam im Bau, werden zusammen bewacht und spielen miteinander.

Das zweite Muttertier ist vermutlich auf Futtersuche oder am Wasser. Was mein Herz aber ganz besonders berührt, ist zu sehen, dass diese Hyäne mit den fremden Welpen genauso zärtlich umgeht wie mit ihren eigenen. Sie hat alle im Blick, lässt sie die Welt entdecken, gibt aber zu verstehen, wo die Grenzen sind, wenn sie sich zu weit an unser Auto wagen.

Ich bin zutiefst beeindruckt und kann gar nicht in Worte fassen, wie mich diese Sichtung freut – mehr als unsere bisherigen Löwensichtungen. Tüpfelhyänen zählen zu meinen Lieblingen im Busch. Ich kann mich nicht für weniger Fotos entscheiden. Ich hoffe, das ist okay für euch.



Giraffen dürfen auch nicht fehlen



dann ein schöner Sonnenuntergang



und auf dem Rückweg noch diese Überraschung. Ich bin entzückt!



Büffel haben wir auch noch nicht im Überfluss gesehen. Diese scheinen ihre Liebe in den Baum geritzt zu haben.



Zum Sundowner wird uns das Getränk heute im Kristallglas kredenzt. Edel, edel… Was für ein toller Drive. Die Fahrt dauert deutlich länger als die angegebenen drei Stunden. Ich vermute, wir sind entsprechend früh abgeholt worden, weil sich bei den nächsten Drives zeigen wird, dass zwanzig Minuten zu spät kommen tatsächlich an der Tagesordnung ist. 



Heute gibt es Braai in der Boma. Hinter jedem Tisch steht eine Feuerschale, die uns wärmt. Das finde ich jetzt mal ganz hervorragend. Wir bedienen uns, und während wir essen, kommt die Besitzerin an unseren Tisch – deutschsprachig – um uns zu begrüßen und uns das Chakalaka schmackhaft zu machen. Sie bedrängt Uwe regelrecht, dass er es probieren soll. Ihre Höflichkeit ist uns tatsächlich eine Spur zu viel. Aber ansonsten ist sie schon in Ordnung. 

Wir sind durch für heute und ziehen uns bald nach dem Dessert zurück. Die Nacht wird wieder sehr schnell zu Ende sein.



5. Oktober

Einmal die Welt von Oben sehen

Unser Wecker klingelt wieder zu unmenschlichen Zeiten. Wir werden gleich abgeholt.

Treffpunkt ist schon um 4:40 Uhr am Startplatz westlich von Hoedspruit. Es ist noch dunkel, Kaffeeduft liegt in der Luft. Stille – nur unterbrochen vom Fauchen der Brenner. Während sich der Ballon langsam aufrichtet, färbt sich der Horizont über den Drakensbergen und lässt den Tag beginnen.

Wir heben ab und gleiten in Luftgeschwindigkeit über Felder, einen Fluss und über saftig grüne Baumwipfel. Die Berge geben den weiten Lowveld‑Ebenen eine wunderbare Hintergrundkulisse. Wir sehen sogar ein Oryx im Galopp – das hat schon fast Safari‑Feeling. Eine Stunde lang genießen wir diese fantastische Vogelperspektive.

Dann setzen wir hinter einer Obstplantage zur Landung an und rasieren dabei ein paar Bäume. Präzise wie ein Herzchirurg landet unser Pilot direkt auf einem Anhänger. Dafür hängen sich ein paar Mitarbeiter an die Seile und ziehen uns in die richtige Richtung – teilweise mehrere Meter in der Luft. Muckis haben die Männer - und Mut auch, das muss man ihnen lassen.

Zum Aussteigen wird uns eine Hand gereicht. Dann haben wir wieder festen Boden unter den Füßen und erhalten ein Glas Prosecco. So kommen wir mit anderen Gästen ins Gespräch, bis die Ballons ordnungsgemäß verpackt sind. Anschließend werden wir zu einer Lodge gefahren, wo auf einer Terrasse mit fantastischem Ausblick ein Frühstück auf uns wartet.


Aktion - wo versteckst du dich?

Wir haben für 11.00 Uhr eine Quad‑Tour gebucht. Zur Unterkunft zurückzufahren lohnt sich nicht, also werden wir in Hoedspruit abgesetzt. Zum Zeitvertreib können wir entweder in einem Straßencafé etwas trinken oder schräg gegenüber die Kunstgalerie besuchen. Uns reicht die Zeit für beides. Die Galerie gefällt mir richtig gut. Tatsächlich würden wir am liebsten ein paar Drucke kaufen, aber wir könnten sie jetzt nicht gut transportieren. Die Bilder sind allerdings echt schön und werden mich nicht mehr loslassen. Ich frage die Mitarbeiterin, ob ich Fotos machen darf, und sie erlaubt es sogar.

Die Stunde ist schnell um, und wir werden wieder abgeholt. Beim Veranstalter heißt es dann allerdings, dass es die 11.00‑Uhr‑Touren gar nicht mehr gäbe. Na, das ist ja schön blöd. Die Tour um 15.00 Uhr ist uns zu spät, weil wir für den Abend noch einen Drive gebucht haben. Wir können das auch nicht klären. Da klinkt sich aber unser Fahrer ins Gespräch ein, telefoniert kurzerhand mit unserer Lodge, diskutiert anschließend noch einmal mit dem Betreiber – und siehe da: Wir bekommen eine private Tour. Es wird die langweiligste Quadfahrt aller Zeiten. Abhaken und vergessen!



Showtime

Zum Sundowner werden wir wieder abgeholt, und wieder warten wir geduldig, bis sich alle Gäste schön gemütlich eingefunden haben. Heute sind wir mit einen anderen Driver unterwegs – einen, der nach dem Motto fährt: „Wer ist schneller als ich?“ Das ist sehr ungemütlich. Wir müssen uns richtig festhalten und abstützen, um nicht versehentlich auf dem Schoß unseres Sitznachbarn zu landen.

Der Grund scheinen die Nashörner gewesen zu sein. Hier bleiben wir eine ganze Weile stehen und beobachten sie. Eine Familie mit Jungtier ist sehr unterhaltsam. Das Kleine ist neugierig und möchte sehen, was das für ein komischer Verwandter auf vier Rädern ist. Der Vater ist nicht einverstanden mit der Neugier seines Zöglings. Er schubst ihn immer wieder weg von uns und stellt sich wie eine Wand zwischen uns und seinen Schützling. Aber kaum ist er mal abgelenkt, findet das Kleine eine Lücke mit freiem Blickfeld.



Überraschung!

Das Funkgerät rauscht. Sofort wird das Gaspedal durchgetreten. Wir rumpeln in Höchstgeschwindigkeit durchs Gehölz und wissen nicht warum. Die Fahrt zieht sich und wir zweifeln, ob wir noch rechtzeitig da ankommen wo er hin will. Aber dann: Bingo - in dem Fall möchte ich mich nicht über die unbequeme Fahrt beschweren.

Der arme Kerl - in seinem Gesicht steht geschrieben, dass er schon so manche Meinungsverschiedenheit ausgetragen hat.



Der Sundowner bildet am Ende einen schönen Abschluss und die Katzenparade versöhnt uns am Ende doch noch mit der Raserei.


Stilvolles Abendessen mit Geschmacksexplosion

Heute wird das Dinner Indoor serviert. Die Restaurantküche ist offen, und wer möchte, kann dem Koch auf die Finger schauen. Zur Vorspeise gibt es eine Suppe, die es in sich hat. Beim ersten Löffel brennt es mir die Geschmacksnerven weg. Meine Lippen und die Zunge sind taub. Bei aller Liebe – ich esse wirklich gerne scharf und verwende selbst oft Chili, aber das hier könnte auch reiner Tabasco sein. Ich kann keinen zweiten Löffel davon essen und werde auch vom restlichen Dinner nichts mehr schmecken.

Beim Abräumen der Vorspeiseteller trifft mich ein fragender Blick. Ich erkläre, dass die Suppe für mich zu scharf war. Daraufhin kommt der Koch an unseren Tisch und möchte wissen, was das Problem war. Ich wiederhole, dass die Suppe leider zu scharf für mich war, aber dass alles gut ist. Dann mischt sich eine deutschsprachige Frau am Nebentisch ein und behauptet, die Suppe sei doch nicht scharf gewesen. „schön für dich“, denke ich, und ignoriere ihren Kommentar.

Der Koch meint, er hätte extra wenig Chili verwendet, und ich denke mir nur: Es ist alles gut, ich habe mich doch gar nicht beschwert. Das ist mir gerade entschieden zu viel Aufmerksamkeit. Ich empfinde die Situation sehr unangenehm, zumal die Frau am Nebentisch der Meinung ist, ihr Senf sei hilfreich für das Gespräch. Wie gesagt, der Koch bleibt freundlich, das Servicepersonal auch, aber ich schmecke vom restlichen Essen nichts mehr.



6. Oktober


Das Frühstück ist eine Augenweite und es schmeckt auch so lecker wie es aussieht. Warme Spiesen können zusätzlich bestellt werden. 



Das Rundum-Erlebnis

Wir werden gegen 9.00 Uhr für unsere Bootstour auf dem Blyde River abgeholt. Während der Panorama Route sahen wir ihn von oben. Jetzt drehen wir eine Runde auf dem Damm und lassen die Natur von unten auf uns wirken. Mit Bilderbuchwetter starten wir in den Tag und werden pünktlich und komfortabel abgeholt. Unser Fahrer setzt uns nicht einfach irgendwo am Eingang ab, sondern begleitet uns bis zum Steg und übernimmt das Schriftliche. Das fühlt sich sehr nach VIP an. Etwa neunzig Minuten schippern wir über das Wasser.

Von hier unten sieht man gut, wie beeindruckend die Canyonwände mit ihren bis zu 800 Metern Höhe sind. In der Ferne erkennen wir ein paar Nilpferde und ein Krokodil. Auch einige Greifvögel kreisen über uns. Landschaftlich stechen natürlich die Three Rondavels ins Auge, und man sieht einen Felsen, der wie ein Totenkopf anmutet – mit Augen und Nase. Ich meine gehört zu haben, dass manchmal ein Wasserfall darüber fließt.

Es ist ein wunderschönes Naturerlebnis, nicht so spannend wie ein Drive, bei dem man hinter jedem Busch mit einer Überraschung rechnet, aber eine sehr schöne Abwechslung und irgendwie auch entschleunigend.



Ganz im Zeichen der Kunst

Auf dem Weg zum Blyde River sahen wir, dass wir an der Galerie vorbeigefahren sind. Auf dem Rückweg fragen wir unsere Fahrerin, ob es möglich wäre, kurz hineinzuspringen. Das ist kein Problem. So komme ich doch noch zu den Drucken, die wir vor der Quad‑Tour gesehen haben. Freu!


Ein Drive ohne uns - ausgeschlossen

Heute werden wir von einem Guide abgeholt, der noch jemanden dabeihat. Wir denken, es sei ein Spotter. Aber die beiden interessieren sich gar nicht für uns. Sie unterhalten sich privat und fahren uns einfach in der Gegend herum. Wie bereits erwähnt, hat jeder Drive seine eigene Qualität. Du hast entweder Glück und erwischst einen Guide wie den ersten, den wir hatten und der seinen Beruf wirklich mit Leib und Seele ausübt, oder du bekommst einen Raser – oder jemanden wie den, den wir heute haben. Einen Qualitätsstandard kann man hier nicht erwarten. Deshalb ist unsere Lodge, trotz nettem und bemühtem Personal und Luxus, nicht die beste Wahl, wenn Safari im Fokus stehen soll. Für Wellness und Entspannung dagegen super!

Dennoch bekommen wir auch heute einige Tiere zu sehen.



Wiedersehn macht Freude - und wie!!!



und der darf auch noch mit



dann noch ein schöner Sonnenuntergang und das wars für Heute



7. Oktober und 28 Jahre Eheglück

Auch dieser Tag startet mit dem Morning Drive. 

Erste Sichtung ein Wild Dog - fängt schon gut an!



Dann zwei Martial Eagle, auch sehr schön.



Elefanten Kino



Blaukopfschmetterlingsfinken – okay, ich hätte sie für Tauben mit blauer Wampe gehalten.



Langhals



und nochmal Dickhäuter



Uuuund zwei guckst du – Kudus.



Also trotz Guides nicht der schlechteste Drive - den Platz bekommt der Fahrer mit dem wir im Kruger unterwegs waren. Diese Tiere heute zu finden war vermutlich dem gut belebten Park zuzuschreiben und weniger dem Engagement des Fahrers. 


Zurück in der Lodge - Überraschung im Zimmer!



Vom letzten Drive habe ich nur noch ein Sonnenuntergangsfoto. 


In der Boma haben wir einen letzten romantischen Abend im Safari‑Land. Morgen beginnt der zweite Teil unserer Reise.


Teil 2 unserer Reise

8. Oktober

Check out, Flug nach Kapstadt 

unser Fahrer verspricht uns direkt bis zum Schalter zu fahren. Wir rechnen nicht damit, dass er das wörtlich meint. Aber tatsächlich befindet sich der Schalter in einer Art Garage mit Rolltor. Wir halten zwei Schritte davor. Eilig kommt ein Angestellter, nimmt unsere Koffer aus dem Auto und stellt sie auf die Waage. Wir können uns ein Schmunzeln ob dieses leicht verdienten Trinkgeldes nicht verkneifen, geben ihm aber den Obolus. Die Mitarbeiterin für den Check in, ist gerade auf den Sprung woanders hin - vielleicht in die Pause, kommt aber direkt zurück und fertigt uns ab. Das kennen wir auch anders. Hut ab.

Hier funktioniert wirklich alles vorbildlich. Aber ich muss auch erwähnen, dass unser erster gebuchter Flug storniert wurde und wir das Geld nie zurück bekommen haben. Insofern: Mitarbeiter top – Fluggesellschaft Banausen. Schlappe vierhundertfünfzig Euro futschikama!

An Bord erstaunlich leckere Sandwiches. Wir beobachten mit Empörung einen Fluggast, der in jede Tostecke nur drei Mal reinbeißt, den Rest wegschmeißt und sich noch ein paar nachliefern lässt. Allüren gibt’s....


Auf nach Gansbaai

Wir landen pünktlich in Kapstadt, haben relativ schnell unsere Koffer und auch den Leihwagen und machen uns auf den Weg zur Cliff Lodge nach Gansbaai. Der Berufsverkehr bremst uns aus, sodass die Fahrt länger dauert als erwartet.

Nach dem Check‑in geht schon die Sonne unter. Hier zieht es übrigens wie Hechtsuppe, sodass wir uns den Sonnenuntergang vom verglasten Balkon aus ansehen. Wir hören den Walgesang und können sogar einige Tiere sehen. Ein magisches Erlebnis.

Vom Zimmer habe ich leider keine Fotos. Es ist sauber, zweckmäßig eingerichtet und hat einen Balkon mit fantastischer Aussicht aufs Meer. Reicht ja eigentlich schon, um einen Eindruck zu bekommen 😄

Zum Abendessen haben wir im Blue Goose Restaurant reserviert. Es ist dunkel, es nieselt, und Google Maps behauptet, wir müssten eine Stunde laufen. Wir entscheiden uns fürs Auto – wir wollen ja nicht gleich einen Sportwettbewerb gewinnen oder eine Tapferkeitsmedaille. Eine Mitarbeiterin schaut uns ganz entgeistert an und fragt: „Warum laufen Sie das kurze Stück nicht?“ Uwes Antwort, charmant wie immer: „Ach wissen Sie, meine Frau friert immer so.“ Frechheit! Manchmal ist er wirklich ein Schlitzohr – aber immerhin meins.


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9. Oktober

Wir wachen ausgeruht auf. Unser Zimmer fühlt sich auch an wie im Kühlschrank. Aber die Aussicht ist grandios. Wir sehen die Wale und sie sind direkt schon musikalisch unterwegs.  Das Frühstück lässt nichts zu wünschen übrig. Die Gastfreundschaft auch nicht.

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Hinter dem Haus gibt es kurzen einen Trail entlang der Klippen. Den nehmen wir uns heute direkt mal vor. Der Wind ist fast schon stürmisch. Hoffentlich schubst er uns nicht über die Klippen. Zu nah an der Kante möchte ich jedenfalls nicht laufen.


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Hermanus links liegen lassen? Wieso?

Für Whale Watching ist gerade Hochsaison. Der Nervenkitzel will befriedigt werden, und deshalb möchten wir die Tiere nicht nur vom Land aus beobachten, sondern auch auf dem Wasser. Viele Touristen denken dabei zuerst an Hermanus, doch in Gansbaai fahren kleinere Boote, die nicht so vollgestopft werden und schneller am Ort des Geschehens sind. Genau deshalb haben wir uns gegen Hermanus entschieden.

Wir steigen aufs Boot und ziehen vorsorglich unsere Capes über. Viel helfen sie nicht, wenn der Wind bläst – das haben wir ja schon im Kruger gelernt. Aber etwas Besseres gibt unser Koffer nicht her. Die Sonne scheint zwar, aber der Wind ist kalt, und die Gischt sorgt schnell dafür, dass wir ordentlich nass werden.

Die Wale so nah zu sehen, ist eine Mischung aus Euphorie und Respekt. Mehr als einmal frage ich mich, wie es sein kann, dass die Tiere so kurz vor unserem Boot auftauchen, springen und wieder untertauchen ohne unser Boot dabei mitzunehmen. Aber trotzdem – was für ein Erlebnis! Sogar einen Albino-Wal bekommen wir zu sehen.

Leider schwankt unser fahrbarer Untersatz so stark, dass ich nicht frei stehen, geschweige denn fotografieren kann. Die Bilder sind von Uwe. Wie er das geschafft hat - keine Ahnung.

Für Fotos wäre an diesem Tag vermutlich doch in Hermanus der Cliff Trail die bessere Wahl gewesen. Aber nur wegen der Fotos. Die Tiere vom Boot aus zu sehen, ist schon eine andere Hausnummer.


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Das perfekte Dinner im Benguela 

Das perfekte Dinner im Benguela. Bei Jonathan kann man so etwas wie das perfekte Dinner buchen – entweder als geschlossene Gruppe bis zu 14 Personen oder als gemischte Runde mit „wer auch immer bucht“.

Das Benguela ist ein Guesthouse mit ein paar Zimmern und einem schönen Salon, in dem Jonathan seine Kochkünste und Gastgeberqualitäten auslebt. Heute sitzen wir mit zwei anderen Ehepaaren am Tisch und lassen uns nach Strich und Faden verwöhnen.

Es fühlt sich an, als wären wir bei Freunden eingeladen. Keine Spur von Fremdheit, keine steife Atmosphäre. Wir finden sofort in angenehme Gespräche und genießen die entspannte Stimmung.

Ich habe hier reserviert, weil ich bei meinen Recherchen ausschließlich Positives gelesen habe – und dem kann ich nur zustimmen. Das Essen ist ein Gedicht, aber der Abend ist weit mehr als ein Dinner. Für Kinder wäre es vermutlich zu langweilig, doch für Paare und ganz besonders für Alleinreisende ist das Benguela eine wirklich empfehlenswerte Adresse.


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10. Oktober

Garten Route - Wie der berühmte Appfelkuchen in Solitaiire, mehr Schein als Sein

Nach einer weiteren Nacht räumen wir früh das Feld, denn heute haben wir eine sportliche Strecke vor uns. Unser Ziel ist die Lilly Pond Lodge in Tsitsikamma. 

Die Fahrt führt überwiegend über die N2, die größtenteils durchs Inland verläuft. Von der Küste sehen wir auf dieser Strecke kaum etwas – und wenn, dann nur sehr weit entfernt. Die Landschaft besteht aus Fynbos‑Flächen, Hügeln, Farmland, aber nicht aus spektakulären Küstenabschnitten.



Durch die starken Unwetter Anfang Oktober ist die Strecke deutlich gezeichnet. Viele Abschnitte sind beschädigt, provisorisch ausgebessert oder nur einspurig befahrbar. Immer wieder stoppt der Verkehr, der an den Baustellen überwiegend durch Personen mit wehenden Fahnen geregelt wird. Es ist ein Stop and go. Alles wirkt sehr europäisch und deutlich weniger panoramisch, als wir es erwartet hätten. Auf uns springt der Funke der Begeisterung für die Gardenroute nicht über.

Am Spätnachmittag kommen wir in der Lilly Pont Country Lodge an.


Lilly Pont - ganz unser Ding

nach dem Check in stellen wir erst mal nur die Koffer im Zimmer ab, machen einen kleinen Rundgang  und genießen die letzten warmen Sonnenstrahlen des Tages mit einem Cocktail auf der Terrasse.



Unser Zimmer liegt richtig schön idyllisch, ist groß und sauber.



Für heute ist der Tag im Großen und Ganzen gelaufen. Das Dinner haben wir gleich mitgebucht und sind froh, das Auto nicht mehr bewegen zu müssen.

Als wir zurück zum Zimmer laufen, ist es natürlich schon stockdunkel. Doch hier ertönt ein Vogelgezwitscher, wie ich es selten gehört habe – und wie kommt es, dass die Vögel um diese Nachtzeit zwitschern? Wir bleiben eine Weile stehen, weil es so unglaublich schön klingt. Ich nehme sogar ein Video auf, um es mir zuhause noch einmal anhören zu können. Einfach märchenhaft.

Zurück im Zimmer brummt das Handy: Unsere Segeltour mit Lunch für morgen Vormittag wird mangels Teilnehmer gestrichen. Stattdessen könnten wir auf die Sundowner‑Tour umbuchen. Blöd nur, dass ab 15.00 Uhr eine geschlossene Wolkendecke vorhergesagt ist. Romantik und Sonnenuntergangs‑Magie? Wohl eher nicht.

Ganz absagen und stattdessen in der Lodge rumsitzen, weil uns spontan nichts Besseres einfällt, ist aber auch keine prickelnde Aussicht. Also buchen wir um – und schlafen mit leichter Stinklaune ein.


11. Oktober - Wasser von oben und von unten

Wir wachen bei strahlendem Sonnenschein auf. Das Frühstück gibt es auf der Terrasse und lässt wirklich keine Wünsche offen. Wir lernen die Besitzerin kennen und unterhalten uns ein wenig. Ich frage nach den „Vögeln“ von gestern Abend – und bekomme zu hören, dass es Glockenfrösche sind. Frösche? Unglaublich!

Ich habe später gegoogelt, wie sie aussehen – naja, küssen würde ich keinen. Sie singen eindeutig schöner, als sie aussehen.



Wir fahren nach Knysna und parken in der Nähe des Hafens. An der Waterfront kann man nicht besonders weit spazieren gehen, auf Stadt haben wir keine Lust. Wir essen eine Kleinigkeit zu Mittag und bummeln ein wenig durch die Boutiquen – nett, aber kein Highlight.



Tag der Erkenntnis: Segeln ist nicht Katamaranfahren

Pünktlich um 15.00 Uhr zieht sich der Himmel zu während der Wind kühler und kräftiger bläst. Es wird richtig ungemütlich.

In der Lagune steigen wir später zusammen mit zwei weiteren Pärchen aufs Segelboot. Ich – Fan von Katamaranfahrten, aber noch nie gesegelt – lerne heute den Unterschied kennen. Im Zickzackkurs steuern wir das offene Meer an. Bei jeder Wende neigt sich das Boot für mein Empfinden erstaunlich tief zur Seite. Ein Katamaran macht das nicht. Für mich wirkt es, als würden wir uns fast bis zur Kante ins Wasser legen, und die Wasseroberfläche hat heute eindeutig etwas von Schleudergang. Ich bin nicht begeistert.

Je näher wir der Mündung zum Meer kommen, desto wilder wird der Ritt über die Wellen. Gemütlich geht anders. Ich habe alle Hände voll zu tun, um mich auf meinem Platz zu halten – sogar mit den Füßen stemme ich mich ab. Gar nicht lustig. Fotografieren? Kann man vergessen. Wenn nicht du selbst über Bord gehst, dann mindestens der Fotoapparat oder das Handy. Ich verzichte auf Beweismaterial und kralle mich fest.

Der Skipper und sein Helfer rennen beim Manöver hin und her, um die Segel zu setzen und die Leinen zu trimmen. Wir Gäste – außer Uwe – zeigen keinen besonders begeisterten Gesichtsausdruck. Nach einiger Zeit verschwindet ein Gast unter Deck und kommt so schnell nicht wieder. Als er schließlich zurückkommt, neigt sich das Boot gerade beachtlich zur Seite. Er rutscht weg und prallt gegen die Reeling. Schock‑Moment. Ich suche schon nach dem Rettungsring. Er hält sich fest bis das Boot in die Waagrechte schaukelt, kommt dann zum Glück auf die Beine und sieht zu, dass er seinen Platz erreicht.

Die junge Frau neben mir und ich versuchen einzuschätzen, wie hoch die Wellen sind. Sie tippt auf über zehn Meter. Ich halte fünf für realistischer, aber für meinen Erlebnisdrang ist das immer noch deutlich mehr als nötig.

Weit draußen sehen wir ein paar Delfine, aber wir müssen uns festhalten. Fotos? Keine Chance.

Ich bin heilfroh, als wir wieder in die Lagune zurückkehren. Dort ist das Wasser wieder aalglatt und ruhig. Wir laufen in den Hafen ein – ich kann endlich meinen Griff lockern und mit Fug und Recht behaupten: Jetzt kenne ich den Unterschied. Segeln wird nicht mein Ding.

Tatsächlich schaffen es noch ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke, sodass wir ein bisschen Sonnenuntergangsstimmung bekommen. Es gibt ein Picknick an Deck – sieht nicht sonderlich lecker aus, und irgendwie hat auch keiner von uns Appetit. Aus Neugier frage ich den Skipper, wie hoch die Wellen tatsächlich waren: 1,5 Meter, sagt er. Das glaube ich ihm nicht, aber ich tu so.



Es war ganz schön kalt auf dem Segler. Wir sind durchgefroren, schalten im Zimmer die Klimaanlage auf Heizen und gehen Essen. Leider schafft es die Heizung nicht wirklich eine gemütliche Raumtemperatur herzustellen, so dass wir nach dem Essen schnell in die Betten kriechen.


Oktober – It’s raining day.

Heute Nacht hören wir, wie es anfängt zu regnen, und es regnet auch noch, als wir aufwachen, zum Frühstück gehen und wieder zurück ins Zimmer laufen. Das wäre ja nicht weiter tragisch, wenn es im Zimmer wenigstens warm wäre. Aber es ist arschkalt. Die Heizung verdient die Bezeichnung nicht.

Wir ziehen die Fleecejacken an und verkriechen uns samt Klamotten im Bett. Die Regentropfen klopfen rhythmisch an die Fenster und haben etwas Beruhigendes – so beruhigend, dass wir kurz einschlafen. Aber einen Urlaubstag im Bett zu verbringen, ist auch nicht unbedingt das, was wir uns vorstellen.

Gestern haben wir im Haupthaus ein wunderschönes Kaminzimmer gesehen. Wir beschließen, nachzusehen, ob es dort vielleicht wärmer ist, und nehmen etwas zum Lesen mit. Aber im Kamin brennt heute kein Feuer. Doch kaum sitzen wir, kommt jemand und sorgt dafür, dass bald die Flammen lodern.

Innerhalb kürzester Zeit knistert es und wird muckelig warm. So lässt es sich richtig gut aushalten – wir bleiben hier sitzen, bis es um die Mittagszeit aufhört zu regnen. Die Sonne scheint wieder, und wir beschließen, ein bisschen spazieren zu gehen, das Gelände und den Wald zu erkunden. Der traumhafte Seerosenteich begeistert mich.



12. Oktober - Storms River und Ziplining fallen ins Wasser

Auch heute regnet es, als wir die Augen aufmachen – und wieder bis zur Mittagszeit. Das Ziplining haben wir gestern schon wegen der schlechten Wetterprognosen storniert. Die nasse Hängebrücke zieht uns auch nicht an. Zwar hatten wir nach der Canopy‑Tour Storms River und die Hängebrücken geplant, aber wenn alles nass und rutschig ist, fühle ich mich nicht wohl bei dem Gedanken. Das lassen wir heute schön bleiben.

Wir machen stattdessen eine kleine Wanderung im Wald. Anschließend besuchen wir Eden of Birds und Monkeyland. Das hat zwar Zoocharakter, ist aber dennoch eine gute Alternative.

Die Wanderung im Wald gefällt mir richtig gut. Einmal versperrt uns eine Horde Paviane den Durchgang. Wir meiden die Konfrontation und machen einen großen Bogen. Im Wald sieht es fantastisch aus, vor allem wenn man nach oben schaut. Immer wieder knistert und knackt etwas, was dem ganzen ein bisschen Spannung verleiht, weil man sich fragt, wer oder was das Geräusch verursacht. Es gibt auch ein paar Holzstege und Brücken über sumpfige Bachläufe.


Im Vogelparadies

In Birds of Eden treffen wir leider zeitgleich mit einer Schulklasse ein. Das Geschrei – wie auf einem Pausenhof – sorgt dafür, dass die meisten Vögel sofort lieber ins Homeoffice flattern.

Wir müssen erst einmal möglichst großen Abstand zwischen uns und die Kids bringen, wenn wir in diesem Dschungel überhaupt Chancen auf die Sichtung einiger Luftakrobaten haben wollen. Zum Glück fühlt sich das Areal gar nicht so sehr nach Zoo an, wie ich befürchtet hatte. Der Wald ist weitläufig, es gibt Hängebrücken und Stege, und das Publikum verläuft sich erstaunlich gut.

Schon bald haben wir Ruhe – und siehe da: Jetzt getrauen sich auch ein paar farbenfrohe Exemplare aus der Deckung. Bestimmen können wir die meisten Vögel nicht. Aber schön finden wir sie trotzdem.



Im Monkey-Land

Hier im Affentheater dürfen wir nicht allein laufen, sondern werden von einem Guide begleitet. Der empfiehlt mir direkt, meine Brille abzunehmen. Das geht aber nicht – ich seh ja schon mit Brille nicht besonders gut. Also halte ich sie eben fest.

Schon die ersten Schritte ins Affenland beweisen, dass wir hier von einer ganzen Bande neugieriger Räuber auf Diebesgut inspiziert werden. Der Boden ist matschig, wir rutschen mehrmals weg und können uns glücklich schätzen, dass wir keinen Bodenkontakt in Körperlänge haben. Überall sind Futterplätze eingerichtet, und wir sehen ein paar richtig schöne Primaten aus nächster Nähe. Tischmanieren kennen sie allerdings nicht.



Unser Highlight: Auf der Hängebrücke geht vor uns plötzlich alles in Deckung. Ein Gibbon mit beachtlicher Körpergröße schwingt sich wie ein Athlet über unsere Köpfe hinweg. Wer nicht rasiert werden will, duckt sich besser.

Uwe hat den Bruchteil einer Sekunde Zeit zu entscheiden, ob er zuerst ein Foto schießt und dann sein Leben rettet – oder ob er es drauf ankommen lässt. Der freche Philou macht das garantiert nicht zum ersten Mal. Der zeigt den Passanten sehr eindrucksvoll, wer hier im Wald der Chef ist.

Nach dem ersten Schrecken finden wir diese Showeinlage aber ziemlich cool. Die Spannung war plötzlich auf Anschlag – und aus einem gemütlichen Paparazzi‑Spaziergang wurde ein kleines Abenteuer.



Ach ja, wir sind der Meinung, der Tag war genau richtig so, wie er war. Klar, die großen „Must‑dos“ von Tsitsikamma haben wir verpasst – aber unser Ersatzprogramm war auch nicht von schlechten Eltern. Statt Wasserfall‑Trail und Seilrutsche gab’s halt Vogelparadies, Affenzirkus und Gibbon‑Akrobatik.

Am Ende war’s ein angenehm entspannter Tag mit einer Prise Abenteuer und ein bisschen Lachmuskeltraining.

Zurück in Lillipond genießen wir vor dem Dinner noch einen Cocktail am prasselnden Kaminfeuer. Die Wärme, das Knistern, der Duft nach Holz – was will man mehr? Das ist eine wunderbare Belohnung für Kälte und Regen.

Nach einem köstlichen Essen geht es dann zurück in unseren Eispalast. Wie dankbar sind wir jetzt für die Fleecejacken, die wir uns in Karongwe gekauft haben. Eingemummelt geht’s ab in die Haia – und trotz Kälte schlafen wir sehr zufrieden ein.



14. Oktober  - Auf nach Outdshoorn

Es hat uns in Lillipond sehr gut gefallen – bei schönerem Wetter wäre es natürlich noch besser gewesen. Heute checken wir aus und fahren rund drei Stunden bis Oudtshoorn, wo es angenehm warm ist. Die Fahrt: ein Traum – genau so habe ich mir die Garden Route vorgestellt. Ich bin erstaunt, dass noch so viele Blüten zu sehen sind. Es ist ja immerhin schon Mitte Oktober.



Unsere Bleibe für nur eine Nacht ist das Rosenhof Country House. Wir haben eine Suite gebucht und sogar einen eigenen Pool. Der kleine private Garten gefällt uns. Die Einrichtung ist ein bisschen aus der Zeit gefallen, aber es als Altbacken zu bezeichnen, wäre dann doch zu hart formuliert. Dieser Stil hat ja auch seine Berechtigung.



Für die Straußenzucht interessieren wir uns nicht so sehr, aber die Cango Caves möchten wir unbedingt sehen.

Vor der Nachmittagsführung haben wir noch ein bisschen Zeit, unseren kleinen Garten am Pool zu genießen. Dann fahren wir zu den Caves.



Im Foyer steht eine Stellwand mit einem Loch – wir witzeln, dass man hier wohl testen kann, ob man für die Kraxeltour durch die Felsspalten überhaupt geeignet ist. Tatsächlich erzählt uns unsere Guide später, dass einmal eine Frau in einer Spalte steckengeblieben ist. Es brauchte sieben Stunden, bis man sie befreien konnte – und das nicht ohne die Demütigung, sich entkleiden lassen zu müssen. Der Ehemann verklagte daraufhin den Betreiber wegen Diskriminierung. Vielleicht wurde genau deshalb diese Wand aufgestellt und ist tatsächlich dafür gedacht, vorab zu prüfen, ob der Body schmal genug ist, damit man durch die Ritzen flutscht.

Die Akustik in der Höhle ist eine Sensation. Früher wurden hier sogar Konzerte gegeben, bis manche Besucher meinten, Steine als Souvenir abbrechen zu müssen. Seitdem sind Konzerte verboten. Die Steinformationen sind umwerfend schön und toll beleuchtet, und es ist auch erstaunlich warm hier drin.

Am Ende der Tour singt unsere Guide ein Lied um uns die Akustik zu demonstrieren. Sie beeindruckt uns schwer, denn sie spricht fließend vier Sprachen, nur durchs Zuhören gelernt. Ein absolut empfehlenswerter Besuch.



Das Abendessen haben wir gleich mitgebucht. Wir kommen ins Restaurant und werden – als Gäste der Suite – an einen Tisch auf einem Podest gesetzt. Die sehr kitschigen, thronartigen Stühle geben uns das Gefühl, in eine Theatervorstellung geraten zu sein. Nett gemeint, aber höchst unangenehm.Ich bestelle ein Glas Wein – „semi‑dry“, extra vor dem Urlaub für halbtrockenen Wein gelernt. Das Servicepersonal versteht mich nicht und schaut mich an, als hätte ich ein vom Aussterben bedrohtes Tier bestellt. Wir versuchen meinen Wunsch zu erklären, und schließlich wird mir ein Getränk serviert, das man guten Gewissens als puren Sirup bezeichnen könnte. Absolut ungenießbar. 

Ansonsten gibt es am Essen nichts auszusetzen.

Na denn Gute Nacht.


15. Oktober - die Karoo von ihrer schönsten Seite



Wir schlafen gut, frühstücken und checken aus. Heute fahren wir über den Swartberg Pass nach Franschhoek.



Das erste Stück begrüßt uns mit dichtem Nebel der über die Felswände schwappt. Wir sind noch nicht weit, überholen wir einen Radfahrer. Respekt, sehr sportlich unterwegs.


Die Fahrt begeistert mich maßlos. Mir fehlen die Worte um zu beschreiben wie schön die blühende Karoo ist!


Frankschhoek - vom Unwetter gezeichnet

Ziel für zwei Nächte ist das Lavender Farm Guest House in Franschhoek. Etwa vier Wochen vor unserer Ankunft gab es ein schweres Unwetter, das verheerende Schäden angerichtet hat – über 1000 Häuser wurden zerstört. Eine gewaltige Schlammflut wälzte sich vom Berg ins Tal, riss Straßen, Mauern und ganze Hänge mit sich. Die Schäden sind überall immens. Ein Tunnel wurde komplett zerstört, und man rechnet mit Reparaturarbeiten von bis zu einem Jahr.

Dennoch ist Frankschhoek ein wunderschönes Städtchen.



Unsere Unterkunft ist ein B&B. Bei unserer Ankunft sieht alles eher nach Baustelle aus – und ehrlich gesagt auch nicht besonders gastfreundlich. Es ist Nachmittag, warm, das Wetter wunderschön… aber die Liegestühle stehen nackt da, ohne Polster, und insgesamt wirkt der erste Eindruck eher ungemütlich und komplett ohne Atmosphäre. 

Der Empfang ist trotzdem freundlich. Unser Chalet ist groß, sauber und völlig in Ordnung – und der Blick über das Lavendelfeld ist wirklich schön. Faszinierend wie die Wolken über die Berge schnappen.

Ja, Potenzial ist zweifelsohne da, es muss nur noch genutzt werden.


Für heute steht nur noch ein Spaziergang durch das Städtchen auf dem Programm und Essen gehen.



16. Oktober - Wein‑Tour der Extraklasse

Das Frühstück sieht mickrig aus. Die Platten sind so sparsam mit Wurst und Käse belegt, dass man fast glaubt, in der Küche seien die Vorräte ausgegangen. Dem Raum fehlt jede Atmosphäre – er wirkt wie eine frisch geputzte Kantine, bewusst puristisch gehalten. Dabei ist eigentlich alles neuwertig.

Schon ein Blümchen auf dem Tisch würde ein bisschen Herzlichkeit zeigen – im Garten stehen sie ja förmlich Schlange, um gepflückt zu werden. Keine Ahnung, warum man hier so konsequent auf Gemütlichkeit verzichtet. Sehr schade.

Wir halten uns nicht länger als nötig auf und machen uns auf die Socken zur Wein‑Tram. Dort treffen wir unseren Guide und die restliche Gruppe. Wir sind zwölf Personen, werden aber nicht wirklich warm miteinander. Wir halten uns an ein Paar, das uns gegenüber aufgeschlossen ist. Der Rest: zwei Profi‑Weinkenner aus Australien und sechs Holländer, die ohnehin als geschlossene Gruppe unterwegs sind und es offensichtlich auch bleiben möchten.

Leider wurde die Tram‑Strecke beim Unwetter ebenfalls schwer beschädigt und unterspült, sodass wir im Grunde nur ein kurzes Stück mit der Tram fahren und dann auf einen Bus umsteigen.



Unsere erste Weinprobe findet hier statt. Wie das Estate heißt? Keine Ahnung – der Name ist weg, aber die Aussicht bleibt unvergesslich 😃. Wir gehören eher zur Kategorie Besucher, bei denen ein edler Tropfen reine Verschwendung ist, weil wir im Abgang hauptsächlich Alkohol schmecken. Von der Fähigkeit eine Expertise zu erstellen sind wir so weit entfernt wie ein Sauvignon Blanc vom Kakao. 

Die Tour selbst gefällt uns trotzdem. Mit dem einen Ehepaar haben wir angenehme Gesprächspartner – der Rest der Gruppe toleriert uns eher höflich. Das Profi‑Duo wirkt, als würde es für ein Gourmet‑Magazin verkosten: schmatzen, schlürfen, schnuppern, eben ganz nach Lehrbuch. Wenn die mit uns über Wein reden möchten, verzweifeln sie eher als dass sie in uns würdige Gesprächspartner hätten.



Grande Provence

Das nächste Estate ist, glaube ich, Grande Provence. Der Garten ist ein Paradebeispiel für ein idyllisches Wine Estate – ich bin schwer begeistert. Der Skulpturengarten ist einen Spaziergang wert und sehr ansprechend. Dann der Kronleuchter im Nebengebäude und die Geschichte dazu: Der Herr des Hauses hat zur Geburt des Sohnes einen besonders edlen Tropfen fließen lassen, und aus den Flaschen wurde ein Kronleuchter. Ob es stimmt? Wer weiß, eine schöne Geschichte ist es jedenfalls.

Im Garten wartet eine lange Tafel auf uns, und wir bekommen ein fantastisches Mittagessen serviert. Dazu gibt es die passenden Weine, mit denen wir wieder nur die Zunge anfeuchten. Wir haben allerdings ein paar Kandidaten in der Gruppe, die konsequent jedes Glas leeren. Na, ob deren Expertise nach dem zehnten Glas noch mehr wert ist als unsere?



Haute Cabrière

Den Abschluss bildet dann das Haute Cabrière. Hier sehen wir nichts vom Anwesen, nur den Weinkeller und den Verkostungsraum, in dem wir nach der Führung mit Desserts verwöhnt werden. Das Erlebnis ist hier nicht erwähnenswert, weil es keines gibt – es sei denn, der Tropfen selbst ist die Krönung des Tages. Aber von unserer Gruppe ist mit Sicherheit niemand mehr nüchtern genug um sich ein ernstzunehmendes Urteil bilden zu können.




Was dem Estate auf dem Anwesen fehlt, macht die Kulisse vor dem Anwesen mehr als wett! Wenn das nicht ein Postkartenmotiv ist, weiß ich auch nicht.


17. Oktober - Babylonstoren

Nach dem Frühstück genießen wir noch einen letzten Blick über das Lavendelfeld. Die Wolken die gestern so beeindruckend über die Berge rollten, haben sich aufgelöst. Wir steigen ins Auto und geben ins Navi Babylonstoren in Paarl ein. 

Das ist ein riesiger Farmbetrieb – mit Obst‑ und Gemüsegärten, Tieren und Shops, die Produkte aus der eigenen Herstellung verkaufen. Es gibt eine Metzgerei, eine Käserei, einen Coffee‑Shop, eine Bäckerei, eine Gelateria, Wein und sogar ein Restaurant. Eine clevere Geschäftsidee.

Man muss Eintritt bezahlen. Das wirkt vielleicht im ersten Moment befremdlich, aber wenn man bedenkt, wie wunderschön die Gärten angelegt sind, wie viel Pflege dahintersteckt und dass man sogar Obst oder Gemüse zum Probieren ernten darf, ist der Eintritt absolut gerechtfertigt. Schließlich kauft nicht jeder etwas im Shop.

Wir fahren also in Babylonstoren auf den großen Parkplatz und haben freie Wahl. Es ist so gut wie nichts los. Das finden wir natürlich prima.

Beim Bezahlen wird uns die Anlage erklärt, dann geht es los. Wir fühlen uns fast als wären wir alleine hier. Es ist fantastisch, die Anlage ist einmalig. Zwei Stunden spazieren wir herum. In der Gelateria holen wir uns noch ein Eis, dann steigen wir wieder in unser Autochen.



Frisuren-Show

Bevor wir weiter nach Kapstadt fahren, machen wir noch einen Abstecher zur Alpaka‑Farm in Paarl. Für uns ist es hier deutlich weniger eindrucksvoll, als wir es erwartet hatten. Trotzdem: Wer eine Inspiration für eine neue Frisur sucht, könnte hier durchaus fündig werden.



Unsere Unterkunft für die nächsten Tage ist das Ocean View House in Camps Bay. Es liegt wunderbar oben auf dem Berg. Ein bisschen irren wir durch die Straßen, bis wir endlich die Zufahrt finden. Unsere gebuchte Suite hat sogar ein Stück privaten Garten mit Liegestühlen. Klingt traumhaft – wäre da nicht der Wind der heut wieder recht frisch ums Eck fegt. Aber immerhin scheint die Sonne. Es gefällt uns sehr gut. Alles da, viel Platz und sehr sauber.



Planlos in Kirstenbosch

Erst eine schöne Tasse Cappuccino, dann meldet sich unser Tatendrang und meint, dass er für heute noch nicht müde ist. Also gut — warum nicht noch ein bisschen im Botanischen Garten Kirstenbosch spazieren gehen. Das Wetter spielt perfekt mit. Gedacht, gemacht, und schon sind wir auf natürlichen Wegen zwischen Blumen unterwegs, oder im Wald, ein bisschen planlos, aber rundum zufrieden. Die Sonne scheint, der Himmel ist stahlblau, die Vögel zwitschern. Was wollen wir mehr. Die Beine vertreten tut uns gut, es ist herrlich ruhig, und wir begegnen nur wenigen anderen Besuchern. Herrlich.


Zurück im Ocean View verabschiedet sich die Sonne in goldener Robe. Besonders schöne Sundowner hatten wir in diesem Urlaub nicht so viele, aber der heutige zählt definitiv dazu. Wir schmeißen uns anschließend in unsere guten Roben – nicht so gülden wie die Sonne bei ihrem Abgang, aber dennoch vorzeigbar. Der Tag war lang, der Hunger meldet sich pünktlich. Im Restaurant wird unser Gaumen höchst erfreut. Satt, müde und rundum zufrieden fallen wir zu angemessener Schlafenszeit ins Bett.



18. Oktober

Stadtflucht

Ausgeruht begrüßen wir den neuen Tag. Das Frühstück bietet extrem viel Auswahl und lässt absolut nichts zu wünschen übrig. Der Himmel ist wieder strahlend blau, die Wolken rollen aber wie eine Walze über die Bergspitzen und die Luft ist kühler, als es aussieht. Hier oben weht auch die meiste Zeit ein kräftiger Wind. 



Wir haben uns heute die Waterfront vorgenommen, ein bisschen durch die Straßen und Läden bummeln. Aber nach Shoppen steht uns nicht der Sinn, und wir sind einfach keine Stadtkinder. 



Es wird uns schon bald zu viel mit den Autos und den Menschen, sodass wir doch lieber noch ein bisschen raus aufs Land fahren und vielleicht ohne Weinverkostung ein paar Weingüter besuchen.


Waterford Estate - Stellenbosch

Schon die Zufahrt zum Estate ist eine Augenweide. Mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, wie es hier ist. Aber die Fotos sprechen für sich. Wir bestellen uns einen Softdrink und ein Eis und genießen es einfach, hier zu sitzen und dies alles zu sehen.




Stark Conde Wines 

dieses Weingut liegt im Jonkerhoek‑Tal. Ein Steg führt über den See zu einer kleinen Insel mit Trauerweiden, wo die Verkostungen stattfinden. Die Berge im Hintergrund sehen malerisch aus. Hier gehen wir ein wenig spazieren und trinken einen Kaffee. Vom Tisch aus können wir die Fische im Wasser springen sehen. Sind ganz schöne Oschies.



In einem Restaurant am Strand lassen wir diesen wunderbaren Tag wieder mit einem guten Dinner ausklingen.


19. Oktober
Mein Geschenk für Uwe

Heute haben wir um neun Uhr einen Termin in der Wallflower Street – im Industriegebiet. Ich habe für Uwe ein Geschenk gebucht. Er darf einen ganzen Tag Cobra fahren. Eigentlich sollte es eine Überraschung sein, aber ich musste vorher abklopfen, ob er es sich überhaupt zutraut, so einen Flitzer zu bändigen. Vermutlich zündet das Ding schon den Turbo, wenn man nur mit dem Fuß in die Nähe des Gaspedals kommt. Aber natürlich schätze ich Uwe richtig ein – er ist begeistert, und wie!

Vierzig Minuten fahren wir bis zur Cobra Hire. Draußen stehen schon ein paar Exemplare. Uwe darf sich direkt eine aussuchen.

Wir erledigen noch den Papierkram, dann gibt es eine Einweisung, was bei der minimalistischen Ausstattung nicht lange dauert - Lenkrad, Pedale, Kofferraum (im Handschuhfachformat) fertig. Wir dürfen einsteigen. Uwe elegant durch die Tür, ich ohne Tür sportlich obendrüber. Die Schalensitze geben uns einen Super Halt. Und Tschüss, wir sind dann mal weg. Erst mal rollen wir ein Stück durch den Stadtverkehr, dann sind wir auf dem Chapmans Peak Drive.


Chapmans Peak Drive


Was für eine schöne Strecke! Das Wetter zeigt sich von der allerbesten Seite. Die Straße schmiegt sich an die Felsen, fällt steil ab ins Meer und liefert diese dramatische Mischung aus Klippen, schroffen Wänden und tiefblauem Wasser. Ikonisch, wirklich. In den Buchten halten wir und machen Fotos. Unser Flitzer erregt Aufsehen. Manche Leute winken oder halten den Daumen hoch. Fühlt sich schon ein bisschen an als würde man uns mit irgendeiner Prominenz verwechseln.



Boulders Beach

Wir empfinden den Drive viel zu kurz und beschließen, auf der Rückfahrt noch einmal von der anderen Seite kommend hier langzufahren. Aber jetzt ist erst einmal der Boulders Beach unser nächstes Ziel.

Als wir auf den Parkplatz fahren, bekommt die Auto‑Nanny glänzende Augen und weist uns direkt einen freien Platz zu. Bewundernd steht er vor unserer Leihgabe und versichert, dass er gut darauf aufpassen wird. Das glauben wir ihm sogar so verliebt wie er schaut.

Am Eingang zahlen wir unser Permit – und stehen am berühmten Boulders Beach. Klein, sauber, wunderschöne Boulder‑Steine, aber keine Pinguine. Der Durchgang ist blockiert, die Felsen sind glatt. Wer weiter will, muss hoch. Ich kämpfe mich rauf, rutsche, suche Halt. Irgendwann bin ich oben und wieder unten. Elegant ist anders, aber ich bin nicht die Einzige, die sich hier drüber quält.



Der Strand dahinter ist noch schöner. Ein paar Frackträger watscheln herum, entspannt und neugierig. Die große Kolonie ist weit draußen hinter einer Absperrung.

Wir bleiben eine Weile, aber die Uhr läuft – um 16 Uhr müssen wir zurück sein, und das Kap der Guten Hoffnung wartet. Der Rückweg über die Felsen? Keine Chance. Ich rutsche wieder ab. Ich fürchte schon, die Feuerwehr muss anrücken. Dann entdecke ich einen kleinen Tunnel, in dem Kinder spielen. Ich tu so, als würde ich mit ihnen spielen und komm zufällig auf der anderen Seite wieder raus. Na geht doch!



Der Hüter unseres Autos bekommt eine kleine Trinkgeldzulage. Er steht wirklich neben dem Wagen, als hätte er sich nicht wegbewegt.

Wir fahren weiter zum Kap der Guten Hoffnung. Hinter Simons Town wird es ruhiger. Die Landschaft öffnet sich und die Straße führt entlang der Küste, leicht hügelick mit Blick auf Meer und Fynbos.

Je näher wir dem NP kommen, desto einsamer wird es. Wir zahlen am Eingang das Permit und fahren durch offene Ebenen, vorbei an Felsen. Tiere sehen wir leider keine, aber macht nichts. Es ist auch so wunderschön hier. Die Landschaft wirkt wild und unberührt und die Farben intensiv. Am Kap parken wir, setzen uns in der Sonne auf Steine und beobachten die Wellenbrecher. Wir sind fast allein hier, ein kräftiger Wind weht uns angenehm um die Nase. So still und friedlich, das ist Balsam für die Seele. Wir vergessen die Zeit.



Auf dem Rückweg knurrt uns der Magen. Wir kehren in Simonstown in ein Strandrestaurant ein und bestellen uns eine Kleinigkeit. Das Essen kommt, Uwe schaut auf die Uhr: Wann müssen wir zurück sein? 16.00 Uhr? Das schaffen wir nicht mehr. Ich bleibe ganz entspannt: Macht nichts, wir buchen ein paar Extrastunden dazu. Uwe ruft an, um Bescheid zu sagen. „Könnt ihr machen, dann bringt morgen früh um 9.00 Uhr das Fahrzeug zurück. Es muss nur unter einem Dach stehen. Bei uns ist um 16.00 Uhr Feierabend.“ Schittlebit, in unserem Hotel gibt es keinen überdachten Parkplatz. Was jetzt? Uwe: „Wenn wir uns beeilen und sofort losfahren, haben wir noch eine Chance.“ Wir lassen das Essen unberührt stehen, zahlen unsere Rechnung, hechten zum Auto und düsen los. Angespannt bis zum Anschlag sitzen wir auf Kohlen, als der Verkehr zäh wird. Aber wir schaffen es und sind fünf Minuten vor vier zurück.

Tja, die Rückfahrt haben wir uns anders vorgestellt, aber was für ein einmaliger Tag!

Zurück im Guesthouse trinken wir erst mal einen Kaffee und bändigen unseren Hunger mit ein paar Keksen. Dann machen wir uns ein bisschen frisch und gehen im Strandrestaurant Zenzero sehr gut essen.



 20. Oktober  

Tafelberg-Waschküche

Heute Nacht hat es vielleicht gestürmt. Das war schon fast beängstigend. Überall auf dem Gelände liegen Sachen rum, die vom Wind einen neuen Platz zugewiesen bekamen. Auch jetzt ist es noch ungemütlich draußen. Der Wind weht kräftig und kalt, die Luft ist feucht und zeitweise nieselt es. 

Aber heute ist unser letzter Urlaubstag, und wir wollten doch noch auf den Tafelberg. Was tun? Wir beschließen trotzdem raufzufahren. Es gibt kaum eine Warteschlange. 


Oben ist auch nicht viel Publikumsverkehr. Kein Wunder. Die Sicht ist sehr eingeschränkt, aber es hat auch etwas Mystisches. Das gefällt uns sogar. Wir werden Zeugen eines Heiratsantrags und machen für das Pärchen ein paar Fotos.



Recht weit trauen wir uns allerdings nicht zu laufen, weil wir uns bei der Sicht auch nicht gut orientieren können. Also fahren wir deutlich früher als gedacht wieder runter. Für den kurzen Aufenthalt war das Ticket eigentlich zu teuer.

Was machen wir jetzt noch mit dem angebrochenen Tag? Wir fahren noch ein wenig übers Land, und dann zurück in unser Guest House. Wir haben ja einen sehr schönen Wintergarten. Also kochen wir uns einen Kaffee, essen ein paar Kekse dazu, spielen und lesen und haben einen schönen Blick ins Grüne. Am Spätnachmittag werden die Koffer flugtauglich gepackt und am Abend sitzen wir ein letztes Mal in einem Restaurant um uns mit einem guten Essen verwöhnen zu lassen.



Ab nach Hause 

Unser Flug wurde leider storniert, und der angebotene Ersatz beinhaltet einen achtstündigen Aufenthalt in Doha. Hilft nix, geht nicht anders. Aber wir buchen uns ein Zimmer im Flughafen und hauen uns ein paar Stunden aufs Ohr. Für mich ist das ein richtiges Glück, weil ich während der ersten Flugphase Migräne bekomme. Das Hinlegen tut mir gut, und ich döse sogar weg. Bis wir weiterfliegen, hat sich mein Nacken entspannt und die Kopfschmerzen sind weg. Abgesehen davon haben wir einen guten Flug.



Fazit der Reise


Wenn ich zurückschaue, dann haben wir für unsere Reisevorlieben im Großen und Ganzen alles richtig gemacht. Beide Wünsche zu kombinieren, hat uns gut gefallen. Das Wetter war klimatisch für diese Jahreszeit ein echter Ausrutscher. Das kann man nicht vorhersehen. Im Nachhinein wäre es schön gewesen, in der ersten Unterkunft zwei Nächte zu haben, Karongwe ein bis zwei Nächte zu kürzen und zwischen Oudtshoorn und Kapstadt noch zwei Nächte in Swellendam einzubauen.


Das wars ihr Lieben,

herzlichen Dank für euer Interesse.

Liebe Grüße,

Silvia



Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/306804-schmierestehen-fuer-ein-steak-suedafrika-im-feb-26 Frühstück mit Giraffen - Mai 25 (Revidierte Version) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307120-fruehtsueck-mit-giraffen-mai-25-revidierte-version Mauritius - Das andere Afrika / Dezember 2024 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/305593-mauritius-das-andere-afrika-dezember-24 Vom Buschgeflüster zum Walgesang - Südafrika 2023 (September/Oktober) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23 Namibia - Fast restlos begeistert, März 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23
zuletzt bearbeitet 14. Okt. 2026
Gast28. Nov. 2023 ·
Hallo Silvia,

vielen Dank für deinen Reisebericht, ich werde ihn gespannt verfolgen.
Die "Mitreisenden" via WhatsApp Status kenn ich auch gut, finde das auch immer genial, wenn ich noch mehrere Handvoll Leute an meiner Reise teilhaben lassen kann und da auch Feedback bekomme. Aber auch umgekehrt, ich liebe es so auf Reisen anderer über die Bilder mitzugehen 😎 Und hier auch mit den Berichten 😄

Das mit eurem verregneten ersten Gamedrive ist ja hoffentlich wie bei einer Generalprobe, danach wirds besser...? Ich drücke die Daumen 🙂
Aber schon erste schöne Bilder 😎
2’203 Beiträge · seit 201628. Nov. 2023 ·
Hallo Silvia,

ich bin auch gerne dabei. Reiseberichte über Südafrika lese ich gerne. So einen Raser-Fahrer hatten wir in Kenia auch einmal. Ich hoffe, die nächsten Tage erwischt ihr einen besseren Guide.

LG

Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
8’064 Beiträge · seit 200828. Nov. 2023 ·
Coucou Sylvia,

Ich bin auch gerne dabei! 🙂

Bin gespannt wie es weiter geht. 😎

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
1’880 Beiträge · seit 201628. Nov. 2023 ·
Hallo Silvia,
vielen Dank fürs Berichten - ich lese gern mit. Auch wir waren im Oktober im Kruger unterwegs. So einen Rennfahrer als Guide braucht ja wirklich kein Mensch. Das gepaart mit dem suboptimalen Wetter... Das sind doch gute Voraussetzungen dafür, dass die Safari in den nächsten Tagen nur besser werden kann. 😉

Liebe Grüße
Sascha
Website: www.picturesgonewild.de Aktuell im Forum: Madagaskar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307123-der-achte-kontinent-madagaskar-2026 SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
Themenstarter1’075 Beiträge · seit 202329. Nov. 2023 ·
Hallo Sascha,
dein Interesse freut mich sehr. Danke dir fürs Mitlesen. Wenn ihr im Oktober wärt, sind deine Erinnerungen auch noch Recht frisch. Hast du deine Erlebnisse ebenfalls aufgeschrieben?
Liebe Grüße,
Heute werde ich eine Fortsetzung schreiben
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/306804-schmierestehen-fuer-ein-steak-suedafrika-im-feb-26 Frühstück mit Giraffen - Mai 25 (Revidierte Version) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307120-fruehtsueck-mit-giraffen-mai-25-revidierte-version Mauritius - Das andere Afrika / Dezember 2024 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/305593-mauritius-das-andere-afrika-dezember-24 Vom Buschgeflüster zum Walgesang - Südafrika 2023 (September/Oktober) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23 Namibia - Fast restlos begeistert, März 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23
411 Beiträge · seit 201529. Nov. 2023 ·
Hallo Silvia
Habe ich es übersehen, von welchen Unterkünften erzählst du? Das würde mich interessieren.

Ich bin zwar nicht Sascha (H. Badger), doch hier findest du den RB.
lG brisen SA: 2013 mit Tristan da Cunha und St. Helena, 2014, 2015, 2018, 2022 http://meine.flugstatistik.de/brisen01 https://mtp.travel/users/38408/checklists/locations/map/visited_remaining
zuletzt bearbeitet 29. Nov. 2023
Themenstarter1’075 Beiträge · seit 202329. Nov. 2023 ·
Hallo H. Badger,
doch, die Unterkünfte habe ich genannt. Für die erste Reise waren unsere Stationen:
Sommerfields Rose Retreat Spa, Fahrtzeit ca. 4 Std. 30 vom Flughafen Johannesburg

von Sommerfields zur Emosheni River Lodge Fahrtzeit ca. 2 Std. 30

von Sommerfields nach Karongwe River Lodge ca. 1 Std. 15 Fahrtzeit

von Karongwe zur Safari Moon Luxury Busch Lodge ca. 1 Std. Fahrtzeit

Bin gespannt auf deinen Bericht. Wenn ich meinen fertig habe, kann ich ihn in Ruhe lesen.
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/306804-schmierestehen-fuer-ein-steak-suedafrika-im-feb-26 Frühstück mit Giraffen - Mai 25 (Revidierte Version) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307120-fruehtsueck-mit-giraffen-mai-25-revidierte-version Mauritius - Das andere Afrika / Dezember 2024 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/305593-mauritius-das-andere-afrika-dezember-24 Vom Buschgeflüster zum Walgesang - Südafrika 2023 (September/Oktober) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23 Namibia - Fast restlos begeistert, März 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23