Reifendruck für Schotter und Reifenwechsel

51 Antworten · 6'737 Aufrufe · gestartet 24. Juni 2021 von Svenscho
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2'319 Beiträge · seit 201125. Juni 2021 · #41
Moin Svenscho,

betreffend Fahrzeugpanne im Etosha NP doch einfach am Eingangsgate sich das diesbezügliche Vademecum vorzeigen bzw. aushändigen lassen oder sich das Prozedere mündlich schildern lassen und gut ist.
Dann weißt Du genauestens Bescheid, was Du im Falle einer Mobilmachung tun solltst, darfst und oder mußt.

Alm
488 Beiträge · seit 202025. Juni 2021 · #42
Svenscho schrieb:Wie habt ihr euch die Reifen denn zerstört? War das einfach nur Pech oder würdet ihr im Nachhinein sagen, dass es ein Fahrfehler war, z.B. zu schnell?
Ich will mal die Frage(n) beantworten nach 4 Reifenpannen in Namibia (mit unsern Mitfahrern waren es wohl 7 oder so über 11 Jahre):
- immer auf den Schotterpisten, noch nie in schwierigerem, felsigem Gelände. An sich waren es immer Gegenstände (Schrauben, Nägel, ein mal ein fetter Baustahl... 😵 ) die eingedrungen sind.
- leider oft den Luftverlust zu spät bemerkt, Schotter-Straßen sind laut und am Abrollgeräusch und Fahrverhalten während der Fahrt merkte ich das oft zu spät und der Reifen war bereits kpl. zerstört. Da bleibt einem nur die tägliche Luftdruckkontrolle und auch die ist keine Garantie.
- sowohl die grobstolligen Offroad-Reifen hat es geschmissen als auch (SUV) Straßenreifen, das machte für mich gar keinen Unterschied. Die wirklichen Offroad-Reifen (verstärkte Seitenflanken) dürften kaum montiert sein, selbst das hilft nicht gegen Nägel. Ein grobes Profil ist da leider kein Indiz.
- den Etosha-Park halte ich für völlig harmlos für Reifenpannen, da wird einfach langsamer gefahren als auf den C-Roads außerhalb des Parks.

Eine Reifenpanne in Namibia ist eben häufiger als hier , es trifft einen oder nicht oder sogar mehrfach, das halte ich nicht für vermeidbar im Vorfeld, also kümmere ich mich vorher um Wechselmöglichkeiten und Techniken. Ich habe mal irgendwo gelesen, das es einen alle 5000km trifft, das dürfte auch für mich irgendwie hinkommen .....
Mir macht es keine Sorgen mehr vorher, das ist eben so 😎 und muss "gelöst" werden, nur die Zusatzversicherung für defekte Reifen nehme ich immer dazu inzwischen.
Ins Kaokoveld würde ich auch nur mit 2 Reservereifen fahren, in belebteren Gegenden stört mich ein Einzelnes weniger, da meistens überall Reparatur-Möglichkeiten vorhanden sind, mehr oder weniger. Den Namibiern platzen die Reifen auch 😁

Fazit: 4 Ersatzreifen sind besser als 2 oder keiner 😈 .... vermutlich, aber irgendwann ist natürlich der Platz zu Ende...
Gruß Burkhard
2'391 Beiträge · seit 201625. Juni 2021 · #43
Svenscho schrieb:
Sasa schrieb:Hallo Svenscho, wir hatten einmal einen Fortuner und einmal einen VW T6 mit zerstörten Reifen.
Eine Panne im Etosha Park und einmal bei Tweifelfontein. Beide Male dürfte das Wellblech und die Schlaglöcher seinen Anteil dran gehabt haben und die nicht rubusten Strassenreifen.
Viele Grüße
Sasa
Hallo Sasa,
oh okay. Im Etosha nützen dir ja auch 5 Ersatzreifen nichts, wenn man das Auto nicht verlassen darf um zu wechseln... da muss man sich dann irgendwie zum nächsten Camp durchkämpfen, oder wie habt ihr das gelöst?
VG
Svenscho, da hatten sich unsere Antworten überschnitten. Frage wird in keinem Reisebericht beantwortet. Link zur richtigen Seite findest du oben.

Viele Grüße
Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo seine Faust die Nase eines anderen trifft. 3 Generationen zum ersten Mal auf Pad, Namibia 2016: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/291659-3-generationen-auf-grosser-namibia-erstlingstour.html
16,9k Beiträge · seit 201225. Juni 2021 · #44
Hallo Sven,

noch ein Tipp zu Europcar:
unbedingt die Kreditkartenabrechnungen während und nach dem Urlaub im Auge behalten. 😉
Da wird gelegentlich etwas abgebucht, das überhaupt nicht autorisiert wurde. Anrufe und andere Kontaktaufnahmen mit Europcar kannst Du Dir sparen, die schicken Dich von Deutschland bis nach Namibia und zurück. 😗 Im Falle eines Falle sofort das Geld vom Kreditkartenunternehmen zurückholen lassen.

Eigene Erfahrung und auch anderer langjähriger User hier.

LG
Logi
179 Beiträge · seit 202025. Juni 2021 · #45
ALM schrieb:betreffend Fahrzeugpanne im Etosha NP doch einfach am Eingangsgate sich das diesbezügliche Vademecum vorzeigen bzw. aushändigen lassen oder sich das Prozedere mündlich schildern lassen und gut ist.
Darf ich bezüglich Fahrzeugpanne im NP trotzdem noch nachhaken. Wir hatten vor ein paar Jahren im Krüger NP einen Reifenschaden und waren damit ein bisschen überfordert. Zuerst haben wir noch versucht zu irgendeiner Lodge oder so zu rollen, aber der Reifen war komplett zerfetzt. Wir hatten dann das Glück, dass freundliche Südafrikaner stehen geblieben sind und den Reifen einfach gewechselt haben. Ganz wohl war mir dabei nicht, aber ich weiß bis heute nicht, wie die korrekte Vorgangsweise gewesen wäre, weil wir ja auch noch vor Einbruch der Dunkelheit in die Unterkunft kommen mussten ...
Vielleicht kann da ja noch jemand berichten wie man am besten vorgehen sollte bzw. muss.

Danke,
Christian
Mit meinen Mädels in Namibia
Themenstarter62 Beiträge · seit 202125. Juni 2021 · #46
Logi schrieb:Hallo Sven,

noch ein Tipp zu Europcar:
unbedingt die Kreditkartenabrechnungen während und nach dem Urlaub im Auge behalten. 😉
Da wird gelegentlich etwas abgebucht, das überhaupt nicht autorisiert wurde. Anrufe und andere Kontaktaufnahmen mit Europcar kannst Du Dir sparen, die schicken Dich von Deutschland bis nach Namibia und zurück. 😗 Im Falle eines Falle sofort das Geld vom Kreditkartenunternehmen zurückholen lassen.

Eigene Erfahrung und auch anderer langjähriger User hier.

LG
Logi
Danke, das ist gut zu wissen!

Ich habe ja über Billiger Mietwagen --> Drive FTI --> Europcar/Tempest gebucht. Ist immer eine blöde Konstellation, aber man hat automatisch alle Versicherungen an Bord 🙂 Auf meinen Dokumenten steht der Vermieter sei Tempest, aber ich soll wohl zum Europcar Schalter... Tempest hat laut Google auch gar keinen Standort in Namibia... bestimmt eine Kooperation oder soetwas, ich werde es wohl erst vor Ort herausfinden.

Gruß
286 Beiträge · seit 201725. Juni 2021 · #47
Kurzer Bericht von Europcar (ebenfalls über billiger Mietwagen und FTI) im April/Mai 2021 - mit 2 Reifenpannen im Etosha NP:

Erster Schaden wurde vom Tankwart an der Tankstelle in Halali entdeckt (eingefahrene Schraube). Das hat der nette Herr rasch vor Ort mit einfachsten Hilfsmitteln geflickt und dafür umgerechnet ca. € 15,- verlangt. Reifen hat bis zur Rückgabe dicht gehalten.

Zweiter Schaden am selben Tag im Bereich von Olifantsbad. Reifen komplett zerstört. Habe das Rad gewechselt (etwas komisches Gefühl wenn man alleine unterwegs ist) und bin sofort nach Outjo zur ersten Werkstätte gefahren ohne bei Europcar anzurufen. Es war zum Glück zufällig eine Vertragswerkstätte von Europcar und ich musste nur die Papiere ausfüllen und nichts bezahlen, weil die direkt mit Europcar abgerechnet haben 🙂
Also alles sehr 'easy' verlaufen. Aber aufgrund dieser Erfahrung kann ein zweites Rad nicht schaden, wird aber von den internationalen Vermietern meist nicht angeboten...

Bei der Rückgabe am Airport war auch alles kein Problem - habe die Bestätigung von dem Reifenwechsel in Outjo vorgelegt - aber das hat dem Mitarbeitern nur ein kurzes Lächeln und ein "that's no problem" entlockt. 10 min später war schon die Abrechnung per SMS am Handy und es wurde nie was zusätzlich von meiner KK abgebucht. Unbedingt Rechnung vom Tanken an der PUMA-Tankstelle am Airport zur Rückgabe mitnehmen!

LG Markus
zuletzt bearbeitet 25. Juni 2021
4'984 Beiträge · seit 201625. Juni 2021 · #48
chrischris schrieb:
ALM schrieb:betreffend Fahrzeugpanne im Etosha NP doch einfach am Eingangsgate sich das diesbezügliche Vademecum vorzeigen bzw. aushändigen lassen oder sich das Prozedere mündlich schildern lassen und gut ist.
Darf ich bezüglich Fahrzeugpanne im NP trotzdem noch nachhaken. Wir hatten vor ein paar Jahren im Krüger NP einen Reifenschaden und waren damit ein bisschen überfordert. Zuerst haben wir noch versucht zu irgendeiner Lodge oder so zu rollen, aber der Reifen war komplett zerfetzt. Wir hatten dann das Glück, dass freundliche Südafrikaner stehen geblieben sind und den Reifen einfach gewechselt haben. Ganz wohl war mir dabei nicht, aber ich weiß bis heute nicht, wie die korrekte Vorgangsweise gewesen wäre, weil wir ja auch noch vor Einbruch der Dunkelheit in die Unterkunft kommen mussten ...
Vielleicht kann da ja noch jemand berichten wie man am besten vorgehen sollte bzw. muss.

Danke,
Christian
Hi Christian,
dafür gibts im Kruger ganz klare Regeln: aussteigen ist nur an gekennzeichneten Plätzen, Picknickplätzen und in Camps erlaubt.
Also darfst du auch bei Fahrzeugpannen, welcher Art auch immer, nicht aussteigen.
Die dann, den Regeln entsprechende Vorgehensweise: im nächsten Camp anrufen und um Hilfe ersuchen. Gibts keine Verbindung, Vorbeifahrende ersuchen um Hilfe ins nächste Camp zu fahren.
Gruß Gina
179 Beiträge · seit 202025. Juni 2021 · #49
GinaChris schrieb:dafür gibts im Kruger ganz klare Regeln: aussteigen ist nur an gekennzeichneten Plätzen, Picknickplätzen und in Camps erlaubt.
Also darfst du auch bei Fahrzeugpannen, welcher Art auch immer, nicht aussteigen.
Die dann, den Regeln entsprechende Vorgehensweise: im nächsten Camp anrufen und um Hilfe ersuchen. Gibts keine Verbindung, Vorbeifahrende ersuchen um Hilfe ins nächste Camp zu fahren.
Gruß Gina
Hallo Gina,
danke für die Info. Das wäre eigentlich auch unser Plan gewesen, aber 1. haben wir keinen erlaubten Platz zum Aussteigen gefunden (bzw. ging dann einfach nicht mehr), 2. hatten wir keine Telefonverbindung und 3. haben die Vorbeifahrenden dann gleich den Reifen selbst gewechselt ... 😗
Recht viele Stellen gibt es im Etosha auch nicht, wo man aussteigen darf, oder?
Viele Grüße,
Christian
Mit meinen Mädels in Namibia
7'299 Beiträge · seit 200625. Juni 2021 · #50
Svenscho schrieb:
oh okay. Im Etosha nützen dir ja auch 5 Ersatzreifen nichts, wenn man das Auto nicht verlassen darf um zu wechseln... da muss man sich dann irgendwie zum nächsten Camp durchkämpfen, oder wie habt ihr das gelöst?

Ich hatte in den 90ern mal einen Platten im Etosha NP. Zu schnell fahren war jedenfalls nicht der Grund. 😉
Ich stand an einem Wasserloch und wollte 3-4 Meter weiter rollen zu einer besseren Foto-Position. Ich bin dabei mit halber Schrittgeschwindigkeit nach vorne gerollt und habe schon ein "Pffft" durch die offene Seitenscheibe gehört. Ich bin einfach unglücklich über einen spitzen Stein gerollt.

Ich bin ausgestiegen und habe schnell den Reifen gewechselt. Es war zum Glück ein VW Golf, also Ersatzreifen im Kofferraum gut erreichbar und nicht vom Gepäck zugestellt (weil kaum was im Auto) und ich hatte zuvor schon zwei Platten und wusste, wo das Radkreuz und der Wagenheber ist und wo man den ansetzt. So war das in fünf Minuten erledigt. Kurz bevor ich fertig war, kam ein anderes Auto und der Fahrer meinte, ich solle mich beeilen, denn es seien gerade Elefanten auf dem Weg hierher. Ich hatte den Wagen gerade abgelassen und da waren sie auch schon. Ich habe schnell das defekte Rad und das Werkzeug in den Kofferraum geworfen, die Klappe geschlossen und mich ins Auto verzogen. Einer der Elefanten hat vielleicht drei Meter vor mir die Piste gequert. Ich war in dem Moment nicht so richtig 100% entspannt …

Auf dem weiteren Weg hat mich dann fast noch 'ne Giraffe umgerannt. Zwei Giraffen standen links der Piste und eine rechts. Die beiden Giraffen links der Piste rannten ängstlich nach links und die rechts der Piste sah, dass die beiden anderen flüchteten und folgte ihnen. Dabei rannte sie auf die Piste und von der Seite direkt auf mein Auto zu.
Ich fuhr auf der falschen Pistenseite weil auf meiner so viel Wellblech und Schlaglöcher waren. Ich konnte daher noch 2-3 Meter nach links ausweichen. Die Giraffe schaffte gerade noch abzudrehen. Sie war so nah, dass ich sie vielleicht aus dem Fenster hätte berühren können. Das war so richtig knapp.

Im Kruger Park ist letztes Jahr (?) eine Giraffe von einem Auto angefahren worden. Diese stürzte und fiel einem anderen Fahrzeug aufs Dach. Der Fahrer dieses Fahrzeugs starb. Bei allen Vorkehrungen bzgl. Sicherheit und Crashtests geht man halt nicht davon aus, dass ein Autodach den Aufprall einer Giraffe standhalten muss.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
116 Beiträge · seit 201504. Juli 2021 · #51
Ich möchte nochmal eine Frage des Threaderstellers beantworten: Einen zweiten Reservereifen kannst du bei dem gebuchten Dacia Duster nicht hinzubuchen. Das geht nur für höherwertigere Fahrzeuge. Kategorie FFAR ist eine internationale Abkürzung:
https://www.sixt.com/acriss-code/#/
5 Beiträge · seit 202119. Sept. 2021 · #52
Moin Zusammen,

eigentlich ist die Antwort zum Thema ziemlich simpel.
1. Spart nicht im falschen Ende: mit einem normalen PKW in den Bush zu fahren ist einfach keine gute Idee. Dafür gibt es diverse Möglichkeiten 4x4 Fahrzeuge zu mieten.
2. Die Anzahl an Reserve-Reifen ist normalerweise kein Problem. Professionelle 4x4 Fahrzeug Vermieter geben in der Regel immer 2 Ersatzreifen mit. In 7 Jahren Namibia habe ich es erst 1 Mal geschafft überhaupt einen Reifen kaputt zu bekommen.
3. Der richtige Reifendruck ist oftmals das eigentliche Problem. In der Regel sind die Fahrzeuge nach Abholung beim Vermieter mit Reifendruck für Teer "voreingestellt" ca. 2,2 - 2,0 bar. Das ist für Schotter einfach zu stramm. Ein paar einfache Regeln zum Luftdruck und Allrad Fahrten habe ich in meinem Blog zusammengestellt. Sand, Schotter und Allrad Fahrten
4. Habt ihr einen Platten in einer prekären Situation: Wenn möglich Hilfe holen, ansonsten gilt - einer beobachtet die Umwelt um warnen zu können und der zweite darf den Reifen wechseln 🙂

Kleiner Tipp am Rande: Schaut bei den Anbietern von Mietfahrzeugen nicht nur auf den Preis. Solltet ihr unterwegs wirklich Probleme haben, ist die Ausstattung und der Service ausschlaggebend. Wir prüfen daher bei unseren Kunden immer die grobe Route und geben dann ggf. zusätzliche Ausrüstung mit (Kompressor, Bergungs-Equipment, extra Reifen, etc.)

Viel Spaß beim Fahren 🙂
Passionierter Namibia Reisender und deutschsprachiger Vertreter für Dusty Trails Safaris :)