Tourismus in Namibia im Aufwärtstrend

803 Antworten · 226k Aufrufe · gestartet 08. Dez. 2011 von Guido.
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152 Beiträge · seit 201728. Juni 2026 ·
Gute und amüsante Beurteilung des rückläufigen Touristenstromes. Mit dem Prozedere und Eintrittsgeld haben sich die Verantwortlichen selbst ins Knie geschossen. In den nicht nur wirtschaftlichen schlechten Zeiten schauen viele Touristen auf ihre Finanzen. Insbesondere die hohen Übernachtungskosten zu den im Land günstigen, allgemeinen Lebenshaltungskosten hat nicht nur mir die Lust auf eine weitere Namibia Reise verwehrt. Da haben sich eine kleine Minderheit der Gesamtbevölkerung in den letzten Jahren die Taschen voll gemacht. Hierdurch wurde die Schere zwischen arm und reich in der Bevölkerung immer größer, sowie das Illegale Begehren vom großen Kuchen etwas abzubekommen größer. Aber dies wird auch hier nicht gerne gehört.
1’759 Beiträge · seit 200723. Sept. 2026 ·
Was stimmt denn nun: "landmark performance" oder Rückgang auf weniger als 2025? Oder ist der August überhaupt nicht repräsentativ?
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
356 Beiträge · seit 2013heute 00:49 ·

Hallo Pollux, 
es ist durchwachsen. Es gibt Augenschein (hier grüne Schriftfarbe), es gibt Messungen und es gibt Spekulationen (hier grüne Schriftfarbe).

Eine aktuelle Analyse der Hauptsaisonzahlen Juli-September ist frisch hier: (schwarze Schriftfarbe)

https://www.namibiansun.com/mw-main/luxury-lodges-defy-tourism-slowdown-NMH020436-3015-25025

Die gemeldeten HAN- Hotel Association of Namibia Quartalszahlen Zahlen sind in meinen Augen allerdings mit sehr viel Vorsicht zu genießen. Diese Analyse geht auf Meldungen von nur 122 Unterkünften zurück, bei insgesamt ca. 2.200 Unterkünften (ohne AirBnB) ca. 0,5 % der buchbaren Unterkünfte in Namibia.

Tenor dieser Analyse: Die günstigen Zeltlodges, vor allem die Namibia2go´s und die luxuriösen Unterkünfte sind die Gewinner. Die Standardnormallodges eher nicht.
Auch die Nachfrage im Campingsektor schwächte sich ab. Die Zahl der internationalen Campinggäste sank um 17,9 %
(Das sehen wir auch bei den Botswana-Buchungen, wo wir immer noch sehr viele Campingplätze bekommen, da dieses Jahr sehr viel weniger von Namibia aus nach Botswana starten. Auch haben wir häufig auch kurzfristig noch Campingfahrzeuge in der Hauptsaison bekommen ).

Europäische Gäste machten in dieser Analyse im dritten Quartal 68,26 % der belegten Betten aus – ein Anstieg gegenüber 57,31 % im Jahr 2019. Besucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellten dabei einen Anteil von 34,33 %.
Namibianer und Südafrikaner haben kein Geld mehr zum Reisen.

Die Analyse macht u.a. den deutlich schlechteren Wechselkurs im Vergleich zu letzem Jahr mitverantwortlich. 
Das halte ich nicht für ganz so relevant, da die Buchungen für die Hauptsaison in der Regel ein Jahr im Voraus gemacht werden, und ein Wechselkurskursgewinn oder -verlust dann reine Spekulation ist.  Ich sehe immer noch das Visumchaos am Flughafen als eine der Hauptursachen, was Bestandteil nahezu jedes Social Media posts ist und seit April letzten Jahres zu massiver Verärgerung und wohl auch zum Verzicht auf eine (erneute)  Namibia-Reise in 2026 geführt hat. Wie dumm muss man sein, einen QR code auf dem Visumsantrag zu haben, aber keinen QR-Code Leser am Flughafen für die Einreise bereit zu stellen?

Den starken Einbruch bei den Camping-Selbstfahrerreisen sehe ich eher in den stark gestiegenen Dachzelt/Bushcamper Fahrzeugmietpreisen, da  für dieses Jahr die Nach-Covidflottenerneuerung anstand und die Preise dementsprechend planbar sehr stark ansteigen mussten. Für nächstes Jahr sind die Preissteigerungen bei den Campingfahrzeugen eher moderat.

Augenscheinliches: 
Gefühlt waren viel mehr junge Leute als Selbstfahrer unterwegs als früher, auch mehr Familien. Deutlich weniger alte Leute. Kaum Südafrikaner. 
Swakopmund hörten wir von vielen etablierten Unterkünfte bis zu 60% weniger Buchungen 
(Juni, Juli). Restaurants teilweise bis zu 80 % weniger Umsatz (Juni, Juli). Joes Beerhouse war in diesem Jahr fast keinmal ausgebucht und überlebt nur durch den täglichen Chinesenbus.

Ob sich im nächsten Jahr die 20 Direktflüge pro Woche aus Europa auswirken ist noch nicht absehbar. Tatsächliche Buchungen sind bei uns noch sehr verhalten. 
Das Land ist für die Hauptsaison Mai-Oktober 27 bereits ziemlich Block-gebucht. Wir haben es bereits in 2025 gesehen, als alle über die hohen Auslastungszahlen gejubelt haben und dann bei der Jahresendabrechnung dann tatsächlich ca. 34% weniger Touristen aus Europa im Land gewesen waren.

Kurz: Auf Grund der Datenlage ist der Namibia-Tourismus immer noch eine Black Box.

Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek
Carsten Möhle

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