NunananiThemenstarter521 Beiträge · seit 201113. Okt. 2011 ·
Liebe Fomis, nachdem wir so viele Tips, Anregungen, Hilfe und sogar ein Auto aus dem Forum bekommen haben, kann ich vielleich durch einen Reisebericht, der ursprünglich ein Reiseblog war vielleicht ein wenig zurück geben. Alles, was ich schreibe, ist meine Meinung und sind meine persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse. Wenn ich irgendwas falsch bezeichne oder nicht richtig benenne oder erkläre, ist das nicht böse gemeint, sondern alles darf gerne verbessert und auch kritisiert werden.
August 2011 1. Tag in Namibia
Nach einem ewig langen Flug – von München nach Paris, von Paris sehr komfortabel mit dem A 380 nach Johannesburg und von dort schließlich nach Windhoek – sind wir von Klaus, bei dem unser Auto stehen sollte, vom Flughafen abgeholt worden. Bei strahlendem Sonnenschein 30 Grad Celsius 35% Luftfeuchtigkeit und einem irrealen Gefühl, als wäre man gar nicht wirklich weg gewesen, fuhr er erst noch mit uns in die Innenstadt von Windhoek, wo wir wegen unserer Autoversicherung ein paar Dinge regelten. Dann fuhren wir endlich zu unserem Auto. Ein bisschen außerhalb von Windhoek über Gravelroad und durch erste Wasserlöcher fuhren wir zu seinem Grund, wo auch wirklich ein gewaschener blauer Landrover Discovery auf uns wartete (den wir übers Forum gefunden und gekauft hatten).
Nachdem Klaus uns noch ein bisschen unser Auto erklärt hatte und alles andere mit ihm geregelt war, fuhren wir gegen 18 Uhr inzwischen schon nach Sonnenuntergang bei aufgehendem Vollmond in Richtung unserer Lodge – Big 5 Mini Lodge - wo Klaus für uns reserviert hatte. Inzwischen waren wir doch schon fast völlig übermüdet und freuten uns nur noch auf eine heiße Dusche, was zu essen und ein Bett. Doch leider gab es bei der Reservation ein Missverständnis, wir waren erst für Oktober eingebucht und nicht August. Mit großen Augen standen wir da, weil sie auch nichts anderes mehr frei war. Wir sahen wohl so verzweifelt aus, dass sie eine Dame baten, uns ihr Zelt-chalet zu überlassen, was sie freundlicher weise auch tat. Wir hatten ein schlechtes Gewissen sie so zu vertreiben, aber sie meinte es sei vollkommen in Ordnung für sie. Nach einem sehr guten Abendessen in der Lodge konnten wir dann unser Zelt mit separater Küche und Bad beziehen. Nach kurzer Betrachtung des fantastischen afrikanischen Himmels und der Geräusche (Grillen, Vögel, Geraschel irgendwo um uns herum) sind wir sehr früh ins Bett uns sofort eingeschlafen. Da es nachts doch richtig kalt wird, zwischen 0 und 10 Grad schliefen wir unter allen Decken, die wir finden konnten und hielten es dann so ganz gut aus. Wie schön, wieder hier zu sein.
NunananiThemenstarter521 Beiträge · seit 201114. Okt. 2011 ·
13. August 2011, 2. Tag in Namibia Aufgestanden nach einer kalten Nacht auf 1640m Höhe in unserem B&B; nach einem kurzen Blick aus dem Zelt war klar, die Sonne scheint, fremde Vögel zwitschern, die Gurrtaube gurrt, ja, wir waren wirklich wieder in Namibia. Nach einem guten Frühstück mit Müsli, Eiern, Speck und Toast haben wir uns dann langsam in die Stadt aufgemacht, um die fehlenden Sachen zu besorgen, wie Kühlschrank fürs Auto, eine Sim-Karte, Töpfe, Geschirr und so weiter. Wir dachten eigentlich, das wäre ganz schnell erledigt, aber wie das so in Afrika ist, dauert alles länger, was unter anderem auch daran liegt, dass man selber viele Pausen machen muss, um all das gute Essen und die spannenden Getränke zu probieren. Nachmittags sind wir dann noch mal zu Klaus gefahren, um das Auto auszuräumen und überhaupt mal zu schauen, was alles drinnen ist. Berge über Berge an nützlichen Dingen kam da raus, von der gut gefüllten Medizinschachtel über den Werkzeugkasten, Luftfilter, Winden, Mückenspray, Zelt... Es war eigentlich alles vorhanden, was man so brauchen könnte. Von ein paar Sachen mussten wir uns dann doch trennen, weil wir sonst unsere eigenen Sachen gar nicht mehr untergebracht hätten. Kurz vor Sonnenuntergang waren wir schließlich fertig und sind wieder zu unserer Lodge zurück, wo wir abends noch einen sehr guten Braai bekamen und sind nach einem schönen Organisationstag wieder früh ins Bett gegangen.
14. August 2011, Sonntag, 3. Tag in Namibia Nach einem wieder sehr guten Frühstück bei strahlendem Sonnenschein haben wir uns wieder nach Windhoek aufgemacht, um unsere Einkäufe für das Selbstversorgen zu erledigen. Zum Glück haben die Läden hier sonntags auch auf, zwar nur bis zwei, aber das reicht ja vollkommen. Das Schöne hier am Einkaufen ist, dass alles so entspannt ist, an der Kasse wird man nicht gehetzt, die Einkäufe werden in tausenden von Plastiktüten eingepackt, wobei alles nach Zusammengehörigkeit geordnet wird, also die Milchprodukte zusammen, Fleisch und Wurst zusammen, Getränke zusammen und so weiter, was das Auspacken enorm erleichtert. Erstaunt bin ich nur immer wieder über den Plastiktütenverbrauch. Nachdem wir das erledigt hatten, sind wir wieder zurück zu unserer Unterkunft, wo Andi noch mal alles im Auto umgepackt hat und ich ein bisschen die Sonne und die Aussicht auf die Berge genossen habe. Abends waren wir noch die obligatorische Sonntagabend Pizza im „Primi Piatti“ essen, die aber leider nicht mehr so gut war, wie die letzten Jahre. Früh sind wir dann bei eisigem Wind wieder ins Bett gegangen und freuten uns darauf am nächsten Tag hoffentlich noch alle restlichen Dinge schnell erledigen zu können, um dann loszufahren in den Norden Namibias.
15. August 2011, Montag, 4. Tag in Namibia
Relativ früh sind wir aufgestanden und nach einem wie jeden Tag guten Frühstück in der Big 5 Mini Lodge sind wir los, um noch unsere Versicherung fürs Auto abzuschließen, Gas zu besorgen, 130 l zu tanken und 40 l Trinkwasser zu holen; wir bekamen alles, nur Gas hatten wir immer noch keins bekommen, aber wir waren uns sicher, dass wir unterwegs noch unsere Gasflasche würden auffüllen lassen können. Und was fast genauso wichtig war, wir hatten immer noch keine „Waschmaschine“; eine Waschmaschine ist ein verschließbarer Plastikeimer, der mit Wasser, Waschmittel und der Wäsche gefüllt aufs Autodach geschnallt wird. Durch die Wärme der Sonne und das Geschüttel auf den Straßen wäscht sich somit alles fast von alleine, nur auswaschen und fertig. Wir immer dauerte alles wieder länger als erwartet, und so kamen wir erst gegen ein Uhr los. Vor uns lagen 550 km Straße, was 5,5 Stunden Fahrt bedeutet, was aber auch bedeutete, dass wir erst im Dunkeln ankommen sollten, was nicht so wirklich gut ist.
Wie wir uns schon dachten, mussten wir die letzte halbe Stunde im Stockdunkeln fahren (wenigstens haben wir ein echt krasses Fernlicht, dem nichts entgeht) und kamen schließlich bei Roys Restcamp (www.roysrestcamp.co.na) an, wo wir freundlich empfangen wurden und uns unsere Campsite gezeigt wurde. Wir bekamen noch einen Kartoffelsalat, den wir zu unserem Braai essen konnten. Während Andi sich um das Feuer kümmerte, baute ich schon mal im Dunkeln das Zelt auf. In der Nähe hörten wir Affen schreien, der Mond ging nicht mehr ganz voll auf, das Kreuz des Südens leuchtete über uns. Ein langer Tag ging schön zu Ende.
Das mit dem Gas kommt mir sehr bekannt vor... Die LKW Fahrer in Südafrika haben zu der Zeit angeblich gestreikt und man bekam im ganzen südlichen Afrika kein Gas... Sehr ärgerlich, wenn man Campen geht!
NunananiThemenstarter521 Beiträge · seit 201116. Okt. 2011 ·
Ja, das mit dem Gas und dem Campen war so eine Sache, aber dank Potjie und ein bißchen Erfindungsreichtum ging es auch so.
16. August 2011, Dienstag, 5. Tag in Namibia Nach einem guten Buschfrühstück nach unserer ersten Nacht im eigenen (Boden-)Zelt, sind wir relativ früh losgefahren Richtung Rundu und den Caprivi. Der Caprivizipfel ist der dicht besiedelteste Teil Namibias, auf wenigen Kilometern reiht sich ein Kraal an das andere, Haustiere laufen auf und neben der Straße und überall ist was los.
Irgendwie waren wir davon ausgegangen, dass wir mit einem Tank – ohne die Zusatzkanister - 800 km weit kommen würden, aber 150 km vor der nächsten Tankstelle stand unsere Anzeige schon fast auf Empty, wir sind also möglichst sparsam gefahren und haben die Anzeige beobachtet. Zum Glück sind wir noch bis zur Tankstelle gekommen, wo er dann auch wirklich komplett leer war. In Rundu, einer wirklich richtig afrikanischen Stadt, war unglaublich viel los, überall Menschen, Geschrei, Verkehr. Wir waren das nach der langen Fahrt, auf der wir höchstens drei Autos begegnet waren, gar nicht mehr gewöhnt. Hier versuchten wir noch mal Gas zu bekommen, aber auch hier war keines mehr vorhanden. Langsam wurde es echt nervig; wie sollten wir denn kochen oder allein schon Tee und Kaffee machen, wenn der Gaskocher nicht geht? Wenigstens habe ich endlich meine Waschmaschine bekommen. Froh wieder aus der Stadt raus zu sein fuhren wir weiter Richtung Caprivi und der Botswanischen Grenze. 200 km schnurgerade geradeaus, keine Kurven, keine Hügel, nur gerade Strasse; uns kamen etwa zehn Autos entgegen und wir wurden von drei überholt.
Schließlich näherten wir uns der Nunda Lodge (http://www.nundaonline.com) in der wir letztes Jahr auch schon gewesen waren. Die Lodge liegt direkt am Kavango (der später Okavango heißt), man kann vom Deck aus Hippos und Krokodile beobachten; hier wollten wir also drei Nächte bleiben. Wir bekamen einen sehr schönen Campingplatz zugewiesen und richteten uns erst mal ein. Zum Sundowner sind wir auf die Terrasse und haben einen unglaublich schönen Sonnenuntergang erlebt. Nach Sonnenuntergang kam noch eine Grundschulklasse, die tanzte und sang, was ganz nett war. Abends haben wir noch gebraait und haben den Hippos beim Plantschen und Grunzen im Wasser gelauscht.
17. August 2011, Mittwoch, 6. Tag in Namibia Nachdem wir gemütlich ausgeschlafen haben und einem guten Buschfrühstück, haben wir endlich meine Waschmaschine befüllt und sind ein bisschen durch den Caprivi gefahren und haben uns die anderen Lodges angeschaut, sind ein bisschen am Fluss spazieren gegangen und endlich (laut Andi) ein wenig Off Road gefahren. An der Tankstelle im nächsten Ort Divundu haben wir noch mal nach Gas gefragt und hier schließlich erfahren, dass es weder in Namibia, noch in Botswana noch in Zimbabwe noch in Südafrika Gas gibt, da irgendwo gestreikt wird. Das kann ja heiter werden die nächsten Tage! Wenigstens haben wir noch einen Potjie in dem wir im Feuer kochen können. Nachmittags haben wir die frische Wäsche zum Trocknen aufgehängt und uns ein wenig an unserem Pool mit Blick auf den Okavango entspannt. Gegen halb vier sind wir dann los zum GameDrive in das Mahango Game Reserve. Schon bald waren die ersten Tiere zu sehen, Springböcke, Paviane, Meerkatzen, Kudus, Elands, Oryxe, Warzenschweine und Unmengen von Elefanten Poo - also mussten auch irgendwo Elefanten sein!
Langsam setzte die Abenddämmerung ein und alles wurde in ein warmes, rötliches Licht getaucht. Schließlich sahen wir noch ein riesiges Hippo an Land; grazil sind die ja nicht gerade. Elefanten sahen wir keine, aber für den ersten Tag waren das schon genügend Tiere. Den Sonnenuntergang verpassten wir leider auch, dafür verbrachten wir wieder einen schönen Abend am Lagerfeuer und genossen es wieder, die Hippos und Grillen zu hören. Der Mond inzwischen nicht mehr voll, ging relativ spät auf, so dass wir wieder einen unglaublichen Sternenhimmel über uns hatten und wir wunderbar die Milchstraße sehen konnten. Zufrieden nach einem schönen Tag sind wir in unser Zelt gekrochen.
18. August 2011, Donnerstag, 7, Tag in Namibia Bei strahlendem Sonnenschein sind wir nach einem kurzen Frühstück noch mal ins Mahango Game Reserve gefahren, da wir ja noch Elefanten sehen wollten (die Waschmaschine war auch wieder auf dem Dach). Wieder sahen wir Böcke, Affen, eine Giraffe, Unmengen an Elefanten Poo, aber keine Elefanten! Die hielten sich irgendwo vor uns versteckt. Nach zwei Stunden Tiere beobachten sind wir schließlich wieder zurückgefahren und sahen noch in paar Zebras die Straße queren.
Nach diesem schönen Erlebnis haben wir uns wieder an den Pool gelegt, Sandwiches gegessen und ein bisschen gelesen (Ja, Hummeldumm, ja, ein paar solche Gruppen haben wir auch schon von weitem gesehen). Um halb fünf sind wir dann noch auf einen Sundowner Cruise mit einem kleinen Motorboot auf dem Kavango, zu den Popa Falls, Krokodile und Hippos anschauen und natürlich den Sonnenuntergang vom Wasser aus beobachten. Wir sahen zwei verschiedene Hippofamilien und ich war wieder beeindruckt von diesen Tieren. An Land können diese Tiere bis zu 60 kmh schnell laufen und im Wasser sind sie richtig schnell und gefährlich. Wenn ihnen danach ist, tauchen sie Boote oder Menschen unter, um zu schauen was passiert, und dann kommt noch dazu das Krokodil und frisst einen auf.
Vom Boot aus sahen wir einen unglaublich schönen Untergang, der auf Fotos nur kitschig aussieht, in echt aber so schön ist, dass es schon fast weh tut.
Zurück haben wir gebraait und unsere Sachen gepackt, da wir am nächsten Tag früh los wollten. über die Grenze nach Botswana, einkaufen in Maun, versuchen Gas zu besorgen und dann weiter ins Okavango-Delta.
19. August 2011, Freitag, 8. Tag in Namibia/Botswana Mit der Sonne sind wir um halb sieben aufgestanden, haben kurz geduscht (das ist manchmal wirklich eine Qual, da die Duschen hier fast alle offen sind, so dass Innen- und Außentemperatur gleich sind, was bedeutet dass man sich frierend unter ein dünnes Rinnsal lauwarmes Wasser stellt und echt richtig friert, besonders schlimm ist es, wenn auch noch ein bisschen Wind weht...), gefrühstückt (bei 6,5 Grad – es war aber mittags wieder bei 30 Grad), Zelt abgebaut und losgefahren. der Grenzübertritt war relativ problemlos und schnell (ca. 30 min), und jetzt ist auch unser Carnet offiziell eingestempelt. Kaum waren wir in Botswana war wieder ganz viel Vieh auf den Strassen, Esel, Ziegen, Kühe, Pferde, Hunde; wobei Ziegen noch ausweichen, wenn ein Auto kommt aber alle andere Tiere bleiben einfach mitten auf der Strasse stehen und schauen mit ihren großen Augen. Noch dazu war die Strasse in einem schlechten Zustand voller Schlaglöcher, das hieß also fahren, bremsen wegen einem Tier, beschleunigen, bremsen wegen einem Schlagloch, beschleunigen, bremsen wegen einem Tier,...Schließlich kamen wir doch noch relativ gut in der Zeit in Maun an, wo wir erst mal botswanische Pula besorgten und uns wieder auf die Suche nach Gas machten – erfolglos. Nach dem Einkauf von Lebensmitteln für die nächsten fünf tage fragten wir doch noch mal in einem Laden nach, ob sie wüssten, wo es Gas gäbe. Sehr bemüht telefonierten die beiden im laden alle möglichen Stellen ab, bis er schließlich meinte, er würde mit uns irgendwo hinfahren, wo es Gas geben könnte. Also habe ich mich hinten ins Auto gequetscht und er ist mit uns losgefahren durch ganz komische Strasse, irgendwo in irgendwelche versteckten Sandpisten. Ein bißchen mulmig war uns schon, wo bringt der schwarze Mann uns hier hin? Schließlich kamen wir zu einem Gasfabrikgelände, wo auch wirklich Gas verkauft wurde. Waren wir froh! Doch es stellte sich heraus, dass unsere Gasflasche kein kompatibles Ventil hatte und wir kein Gas bekommen konnten. Ah, endlich haben wir Gas gefunden und können es nicht in unsere Flasche füllen. Völlig genervt wollten wir so weiter fahren, wir hatten ja immer noch ein paar Kilometer vor uns und wollten nicht wieder im Dunkeln ankommen, während TT (so hieß der, der uns geholfen hat) telefonierte und telefonierte. Schließlich meinte er zu uns, ein Freund von ihm würde uns seine Gasflasche mit Kochstelle leihen. Wir haben ihn wohl mit großen Augen angeschaut. Also haben wir den Freund getroffen, haben dessen Flasche mit Gas befüllt und sind nun glücklichst losgefahren. Wir sind tief beeindruckt von dieser Offenheit und Hilfsbereitschaft, die uns hier entgegengebracht wird. Die letzten 120 Km des Tages war reine Offroad-Piste, und ich war heilfroh, dort nicht fahren zu müssen. Wellblechpiste mit teilweise Tiefsand, Schlaglöchern, Bodenwellen und allem was man sich nicht von einer Strasse wünscht. Es war eine echt ätzende Fahrt, wir konnten auch höchstens 60kmh fahren, da es sonst zu gefährlich mit dem Tiefsand wurde. Dafür freuten wir uns aber auch schon auf unsere nächste Unterkunft. Im Stockdunkeln kamen wir endlich komplett müde und fertig an, und bekamen unseren Platz zugewiesen. Der Boden war sandig, es war stockdunkel, kein Licht, kein Strom, Mücken und Hippos, die gefühlte zwei Meter neben uns planschten. Andi hat uns noch kurz Nudeln auf dem Feuer gemacht, während ich das Zelt im Dunkeln aufgebaut habe. Hier fühlten wir uns gar nicht wohl, zudem konnten wir noch nicht mal sehen, was eigentlich um uns herum war. Schlecht gelaunt sind wir ins Zelt gekrochen mit dem Vorsatz am nächsten Morgen sofort weiter zu fahren, es könnte bei Tageslicht gar nicht so toll aussehen, dass uns das irgendwie entschädigen würde.
ein sehr schöner und interessanter Bericht mit sehr schönen Fotos... Bin gespannt auf die weitere Reise und bleib ruhig weiter so ausführlich.
Viele Grüße,
Wildhund
NunananiThemenstarter521 Beiträge · seit 201118. Okt. 2011 ·
20. August 2011, Samstag, 9. Tag in Botswana Früh sind wir aufgewacht und wurden von einem wunderschönen Sonnenaufgang auf den Tag eingestimmt. Nachdem es nun hell war, sahen wir uns die Gegend an, und es war doch sehr schön hier; es war sogar richtig schön. (http://www.dizhana.co.za/) Neben unserem Zelt war ca. 30 m weiter ein Wasserloch, in dem Hippos lebten, Bäume, Savanne, blauer Himmel und in jede Himmelsrichtung ein fantastischer Ausblick, so wie man sich Afrika vorstellt. Nach einem schönen Buschfrühstück neben Gurrtauben, Gelb- und Rotschnabeltokos, haben wir die Buschdusche ausprobiert. Diese Dusche ist nach oben und zu zwei Seiten offen, so dass man in der Sonne stehend mit Blick auf das Wasser und über das Land duschen kann (den offenen Blick hatte man übrigens von der Toilette aus auch). Mit ein bisschen Glück konnte man auch von hier aus Elefanten sehen, wir sahen aber nur Elefanten Poo.
Das war wirklich richtig schön und überzeugte uns, hier noch eine Nacht bleiben zu wollen. Bei Tageslicht sah doch alles anders aus. Den Tag verbrachten wir dann damit, die nähere Gegend zu erkunden, zu lesen und zu entspannen. Nachmittags machten wir dann einen GameDrive mit einem Guide, der aus dem nächsten Dorf kam und sich sehr gut in der Gegend auskannte. Zudem war wohl in der Nähe eine Jagdfarm und wir Fotografiertouristen sollten nicht in die Schusslinie der Jagdtouristen kommen. Auf dem zweistündigen Gamedrive sahen wir Unmengen von Hippos, die wir ja auch nachts gehört hatten, Impalas, Steenböcke, Giraffen, zwei Elefanten, die von einem Baum aßen und noch ein paar andere Böcke, den Sonnenuntergang sahen wir wieder tiefst romantisch über dem Fluss (wohl ein Arm des Chobe) mit Hippos, begleitet von Grillengezirpe und Froschgequake.
Zurück bei unserem Zelt haben wir noch in unserem Potjie einen Eintopf über dem Feuer gekocht und haben den fantastischen Sternenhimmel genossen, den Hippos beim Schnauben, Fressen und lachen (Hohohohoho...) zugehört und sind nach einem wunderschönen Tag glücklich in unser Zelt gekrochen.
21. August 2011, Sonntag, 10. Tag in Botswana Mit Sonnenaufgang sind wir aufgewacht und nach einer wieder unglaublich tollen Dusche und einem guten Buschfrühstück sind wir für einen Tagesausflug Richtung Chobe gefahren. Der Weg dorthin war wieder sandiges Wellblech und nach dem Eintrittstor wurde er richtig abenteuerlich. Ich war wieder froh, nicht im Regen hier zu sein. Unendlich weite Savanne um uns herum und heißer Wind. So wie man sich Afrika von Filmen her vorstellt. Leider sahen wir außer ein paar Böcken keine Tiere, dafür war die Landschaft unglaublich beeindruckend.
Da wir abends noch mal einen geführten GameDrive machen wollten, fuhren wir nur ca. 4 Stunden im Chobe herum, um kehrten dann wieder um. Kaum hatten wir das Tor hinter uns gelassen, standen plötzlich lauter Elefanten vor uns auf der Strasse, die gemütlich an den Bäumen fraßen. Plötzlich nahm einer der Elefanten einen mittelgroßen Baum mit seinem Rüssel fest und bog ihn einfach um. Mit einem Knack war der Baum umgebrochen und interessierte dann nicht mehr weiter. Wir waren sehr beeindruckt, dass Elefanten solche Kraft in ihren Rüsseln haben, einen doch relativ stabil aussehenden Baum so einfach abzuknicken.
Zurück bei unserem Zelt haben wir langsam angefangen, schon mal einzupacken, da wir am nächsten Tag früh los wollten, um den Tag im Moremi Game reserve zu verbringen und abends nach Maun weiter zu fahren. Unseren abendlichen GameDrive durften wir diesen Abend ohne Guide fahren, so lange wir die selbe Strecke wie am Vortag fuhren; Gesagt-getan, wieder erst am Fluss entlang an den Hippos vorbei hinein in den Busch und dann wieder zurück. Außer ein paar Böcken und dem fantastischen Abendlicht sahen wir nicht mehr viel, aber es war trotzdem sehr schön. Diesen Abend waren wohl alle Campsites ausgebucht und kurz bevor es ganz dunkel war, kam noch ein Pärchen an, die unbedingt noch campen wollten, also wurden wir gefragt, ob sie sich zu uns stellen könnten, da sie aber so was von arrogant zu uns waren und noch Zeltchalets frei waren, sagten wir, wir hätten lieber unsere Ruhe. Mit ein bisschen schlechtem Gewissen machten wir uns wieder ans Kochem im Potjie als noch mal ein Auto ankam, die ganz verzweifelt wirkten. Nachdem Andi ihnen den Weg zur Rezeption gezeigt hatte (im Dunkeln war der Weg eigentlich nicht zu finden), überlegten wir uns schon, ob wir die auch noch mal wegschicken könnten und ja genau, das Pärchen kam vollkommen verzweifelt und fertig mit der Welt zu uns und fragte, ob sie bei uns bleiben könnten. Die beiden waren im Tiefsand stecken geblieben und hatten sich dann noch gefahren, so dass sie viel zu spät zwei Stunden schon auf den echt üblen Strassen entlang gefahren waren. Die beiden schienen ganz nett, also luden wir sie zum Essen ein und halfen ihnen noch, das Zelt aufzubauen und sich zurecht zu finden. Wir verbrachten schließlich noch einen richtig netten Abend mit den beiden aus Spanien und waren richtig lange wach – bis ca. halb elf.
22. August 2011, Montag, 11. Tag in Botswana Wieder mit Sonnenaufgang aufgestanden, stellten wir fest, dass die Spanier schon wieder weiter gefahren waren. Also haben wir alleine gefrühstückt und unsere Sachen gepackt und sind losgefahren Richtung Moremei, natürlich hatten wir auch noch mal den herrlichen Ausblick genossen gehabt. Kurz nachdem wir losgefahren waren, sahen wir neben der Straße eine riesige Elefantenherde, die mit ihren Jungen unterwegs waren. Neben uns waren bestimmt 20 Elefanten, die gemütlich Bäume anfraßen. So könnte eigentlich jeder Tag beginnen.
In Moremi wollten wir eine große Runde von etwa 100km fahren, um so noch vor Dunkelheit in Maun anzukommen. Letztes Jahr waren wir hier in der Regenzeit gewesen als alles grün war, blühte und unter Wasser stand und man die ganze Zeit aufpassen musste, nicht im Schlamm stecken zu bleiben. Dieses Jahr war alles trocken, staubig und ausgedörrt und wir erkannten kaum etwas wieder. Unglaublich wie gegensätzlich Regen- und Trockenzeit sind. In dem tiefen Sand kamen wir nicht sehr schnell voran, so dass wir nach zwei Stunden erst ein bisschen mehr als 20 km zurückgelegt hatten. Also beschlossen wir, nicht den Rundweg zu fahren, sondern nach einem Drittel wieder umzukehren. Trotz unser guten Ausschau nach Löwen sahen wir auch heute keine, dafür aber wieder die üblichen Böcke, Giraffen mit ihren Jungen, die sehr tollpatschig laufen, Zebraherden mit ihren Jungen, Gnus, einen Adler mit Beute und diverse Vögel jeglicher Größe.
Völlig verstaubt und richtig durstig kamen wir abends in Maun an, wo wir im „The Old Bridge Backpackers“ wie auch letztes Jahr schon übernachten wollten. Dort trafen wir auch das spanische Pärchen wieder und wurden an diesem Abend von ihnen zum Essen eingeladen, was wieder ein sehr netter Abend wurde. Leider war in ganz Maun immer noch alles geflutet, dieses Jahr hatte es wohl weiter nördlich so viel geregnet, dass die Flut über das Delta noch höher war als sonst und der Höchststand auch erst später erreicht worden war, so dass der ganze Boden feucht und stinkig war.
23. August 2011, Dienstag, 12. Tag in Botswana Nach einer stinkigen, feuchten Nacht sind wir aufgestanden und haben erst mal neue Pläne geschmiedet, da wir doch nicht mehr in die Central Kalahari fahren wollten. Selbst während der Regenzeit war es dort schon sehr sandig gewesen und ich wollte nicht wieder den ganzen Tag im Auto sitzen, um im Sand 10 kmh zu fahren und womöglich stecken zu bleiben in dieser Hitze. Also fassten wir den Entschluss noch ein bis zwei Nächte in Maun zu bleiben, aber in einer anderen Unterkunft, das Auto in die Werkstatt zu bringen (irgendwas klapperte da nicht so gut) und in Ruhe unsere Vorräte aufzufüllen. Irgendwie gibt es in Maun etwa 10 Unterkünfte, die wir jetzt schon fast alle kannten und alle nicht so toll waren. Schließlich fanden wir aber doch noch eine nette Unterkunft, Island Safari Lodge (www.islandsafarilodge.com), direkt am Fluss gelegen ein bisschen außerhalb der Stadt in der wir uns ganz wohl fühlten. Irgendwie vertrödelten wir den restlichen Tag mit einkaufen und Suchen, wo was zu finden sei (inzwischen sind meine Sonnenbrille und meine Handtasche kaputt und müssen ersetzt werden, wir brauchen immer noch Gas, das Auto muss von innen und außen gewaschen werden – alles ist voller Sandstaub - , der Kühlschrank braucht wieder einen Converter, so dass er an die Steckdose gesteckt werden kann,...). Nachmittags lag ich noch ein wenig am Pool mit Blick auf den Okavango und habe es mir gut gehen lassen. Abends waren wir im Restaurant der Unterkunft essen, endlich gab es wieder Steak für Andi, und sind dann wieder früh ins Bett.
24. August 2011, Mittwoch, 13. Tag in Botswana Aufgewacht bei diesigem Himmel und lauten Vogelgezwitscher. Da die „Brücke“, ein aufgehäufter Stein- und Sanddamm, zu unserer Unterkunft heute zwischen 8 und 17 Uhr repariert werden sollte, ist Andi ohne mich kurz vor acht nach Maun gefahren, um das klappernde Geräusch unseres Autos nachschauen zu lassen, das Auto von innen und außen waschen zu lassen und zu tanken. Mittags kam er dann mit einem Boot zurück zu unserer Unterkunft, wo ich den ganzen Vormittag am Fluss gesessen war und das Treiben beobachtet hatte. Nach einem kleinen Lunch haben wir das Internet strapaziert und Pläne für die nächsten Tage gemacht. Spätnachmittags sind wir noch ein wenig durch den Busch spaziert, haben unser Auto von der anderen Seite über die neue „Brücke“ geholt und sind nach dem Essen früh ins Bett.
NunananiThemenstarter521 Beiträge · seit 201128. Okt. 2011 ·
So, jetzt habe ich wieder ein bißchen Zeit zum Weiterschreiben:
25. August 2011, Donnerstag, 14. Tag in Botswana Nach einem frühen Frühstück sind wir bei strahlendem Sonnenschein los Richtung Maun gefahren, um Essen und Getränke für die nächsten Tage einzukaufen und mal wieder einen Converter für den Kühlschrank zu besorgen, damit wir ihn auch an Strom anschließen konnten. Dann sind wir losgefahren Richtung Magkadigkadi-Pans. Auf dem Weg dorthin sind wir an einer toten Kuh und einem angefahrenen toten Zebra vorbei gekommen. In Magkadgkadi selber waren die Wege wieder tiefsandig und es lagen überall erlegte abgenagte Gerippe herum. Es mussten also irgendwo Löwen sein.
Rechts neben uns floß die ganze Zeit ein Fluß, der Botetei, während das Land links neben uns ganz ausgedörrt war. Plötzlich überquerten vor uns hunderte von Zebras und Gnus den Weg vor uns. Wir standen bestimmt eine halbe Stunde da und beobachteten die beeindruckenden rennenden Tiere. Ein bisschen kann ich mir jetzt die Herdenwanderungen vorstellen.
Auf unserem weiteren Weg sahen wir noch ein paar Impalas und wieder ganz viele Elefanten. Unsere Schlafstelle für diese Nacht lag wieder total einsam fernab von jeglicher Zivilisation auf Sand mit Blick auf den Botetei. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten, sind wir noch mal los, um die Gegend und die Tiere anzuschauen und ein bisschen Holz fürs Feuer zu sammeln. Wir sahen wieder Elefanten, Böcke, Zebras, Giraffen, Gnus und Unmengen an Gerippen. Abends saßen wir mit tausenden von Mücken, Fliegen, Faltern und anderen Fliegtieren am Lagerfeuer, haben die Sterne beobachtet und sind wieder früh ins Zelt gekrochen, was mitunter auch daran lag, dass sie Mücken echt unerträglich waren.
26. August 2011, Freitag, 15. Tag in Botswana Nach einer schwülwarmen Nacht sind wir bei Sonnenaufgang aufgestanden, um heute wieder weiterzufahren Richtung Süden und Gaborone, auf etwa halbem Weg wollten wir in einem Rhino Sanctionary schlafen. Auf unserem Weg mussten wir den Boteti überqueren, eine Fähre, die mit zwei winzigen Außenbordmotoren betrieben wurde und auf die man zentimetergenau auffahren musste, brachte uns über den Fluß.
Nachdem dieses Abenteuer gemeistert war, ging es vier Stunden geradeaus, bis wir bei dem Khama Rhino Sanctionary ankamen. Dieses Reservat war in den neunziger Jahren gegründet worden, da die Population der Nashörner auf etwa neun Stück in ganz Botswana zurück gegangen war. Hier wurden dann Nashörner (Breit- und Spitzmaulnashörner) sicher untergebracht und nachdem es wieder ein paar mehr gab, wurden die auch wieder ausgesiedelt. Hier gab es sehr schöne Möglichkeiten zu zelten, bis zum nächsten waren es etwa 500 meter und man konnte an den Wasserlöchern sehr schön die Tiere und auch ein Nashorn mit seinem Jungen beobachten. Hier hat es uns so gut gefallen, da wären wir gerne noch länger geblieben.
Neben den Nashörnern waren hier auch Giraffen, Böcke, Wildschweine, Hyänen, Kudus,... und eine unglaubliche Anzahl verschiedener Vögel. Neben den üblichen Tokos und Tauben waren hier etwa 200 verschiedene Vögel. Wir sahen aber nur Kakadus, hellblaue Vögel, rotbauchige, schwarzweiße, Wildhühner (die echt richtig laut schrien – besonders gegen sechs Uhr morgens, eine Sirene ist nichts dagegen) und ein paar kleinere. Unter fantastischem Sternenhimmel haben wir endlich mit unserem Gaskocher gekocht, neben dem Lagerfeuer, und sind früh ins Zelt, weil es doch schnell kühler wurde.
27. August 2011, Samstag, 16. Tag in Botswana Früh mit Sonnenaufgang aufgestanden um dann gemütlich bei 3 Grad Frühstück zu machen und bei 7 Grad zu frühstücken. Zu Hause würde ich nie bei so kalten Temperaturen draußen sitzen und frühstücken, aber bis wir dann unsere Sachen gepackt hatten und das Auto beladen war, hatte es schon 23 Grad. Wir sind dann noch mal los zu dem Wasserloch, wo wir am Tag zuvor das Breitmaulnashorn mit seinem Jungen gesehen hatten, und sahen dort im Morgenlicht Zebras, Böcke Strausse und ein Nashorn, was sehr schön war. Neben uns waren ein paar Ranger, die uns sehr interessant über ihre Arbeit und die Nashörner erzählten. Nach etwa einer Stunde reden mit den rangern sind wir noch zu einem anderen Wasserloch gefahren, das sehr friedlich war und wir noch mal sehr beeindruckend verschiedene Tiere beim Trinken beobachten konnten. Ein bisschen wehmütig machten wir uns schließlich mittags auf den Weg weiter Richtung Gaborone. Jetzt war das wilde leben im Busch mit den Tieren auch schon wieder vorbei. Die zeit vergeht viel zu schnell und wir beide hätten es noch länger mitten in der Wildnis ohne andere Menschen und ohne Zivilisation und Komfort ausgehalten. Auf der Fahrt war es in unserem Auto über 40 Grad heiß und das erste mal auf der ganzen Reise hätte ich mir doch ein kleines AirCondition gewünscht. (Draußen waren es aber nur 34 Grad) In Gaborone trafen wir Freunde, die uns in einem traumhaft schönen B&B unterbrachten. Dort stand genau so ein Bett, wie ich es mir die letzten Wochen gewünscht hatte, mit sauberer weißer gestärkter Bettwäsche und einer gemütlichen Matratze. Nachdem wir uns ein bisschen ausgeruht hatten, trafen wir unsere Freunde wieder zum Abendessen in einem GamePark kurz vor der Stadt, wo abends auch Rhinos zum Restaurant kamen. Es wurde ein sehr netter unterhaltsamer Abend, wobei sie immer wieder erstaunt betonten, dass sie gar nicht fassen konnten, dass wir am Boden mit unserem Zelt geschlafen hatten, und erzählten uns dann Schauergeschichten, wie Löwen, Hyänen, Hippos, Elefanten und Affen Zelte am Boden ignorieren würden und und und. Ich hatte mich aber nie unsicher gefühlt. - Die Geschichten kannte ich ja auch davor schon. Nachdem wir noch kurz ihr Haus anschauen durften sind wir für unsere Verhältnisse echt spät ins Bett gekommen und haben in diesem wunderbaren weißen weichen Bett sehr gut geschlafen.
Silberadler563 Beiträge · seit 200928. Okt. 2011 ·
Hallo Nunanani,
schön, dass wir durch den ausführlichen Reisebericht an dem Erlebten etwas teilhaben dürfen. Du schreibst: "... Nach einem ewig langen Flug – von München nach Paris, von Paris sehr komfortabel mit dem A 380 nach Johannesburg und von dort schließlich nach Windhoek ..." Mich interessiert, warum Du die Flugroute über Paris und Johannesburg gewählt hast, um nach Windhoek zu kommen.
Gruß Mike
NunananiThemenstarter521 Beiträge · seit 201128. Okt. 2011 ·
Hallo Mike,
wir haben den Flug ganz einfach so gewählt, weil es der günstigste war 😉 Sooo schlimm war es aber nicht und rückzugs, von Kapstadt aus, sind wir auch nur einmal umgestiegen. Ich schlafe sowieso sofort ein, sobald ich in ein Flugzeug steige.
NunananiThemenstarter521 Beiträge · seit 201129. Okt. 2011 ·
28. August 2011, Sonntag, 17. Tag der Reise Nach dem besten Frühstück unserer gesamten bisherigen Reise mit Müsli, Obstsalat, Eiern, Speck und Pancakes sind wir losgefahren Richtung Südafrikanische Grenze. Nachdem wir schon ein paar Kilometer unterwegs waren, fiel Andi plötzlich ein, dass er seine Kreditkarte vergessen hatte, also sind wir wieder umgekehrt und wirklich, er hatte sie in unserem B&B beim Bezahlen vergessen. Zum Glück war sie nicht woanders verloren gegangen. Also zweiter Versuch los zu fahren, diesmal klappte auch alles ohne Probleme. Der Grenzübertritt war auch problemlos, nur ist es uns immer noch nicht verständlich, wann wir wo welchen Zettel bekommen, wo welcher Stempel hin muss, wann man welches Papier gestempelt oder nicht wieder vorzeigen muss. Nach einigem Fragen und umherirren waren unser Auto und wir also in Botswana ausgestempelt und in Südafrika eingestempelt, das Auto hatte seine Papiere alle ordnungsgemäß gestempelt und weiter ging's. Kaum waren wir über die Grenze schon sah die Landschaft ganz hügelig und südafrikanisch aus, aber immer noch eine unendliche Weite. Auf dem Weg nach Pretoria haben wir noch zwischendurch Halt gemacht, eine neue Sim-karte gekauft und endlich wieder ein Pick'nPay nach dem anderen. Eine Freundin, die wir in Pretoria besuchen wollten, musste an diesem Tag leider arbeiten, organisierte uns aber ein nettes B&B (http://www.schoongezich.co.za/) und wir verabredeten uns für den nächsten Tag auf der Messe, auf der sie arbeitete. Andi und ich genossen noch den Garten, der sehr schön mit Springbrunnen angelegt war, aßen dort Abends und sind früh ins Bett gegangen. Abends war es hier recht kühl, und ich war froh über meine warmen Sachen, die ich dabei hatte. Ich schlafe auch mit Schlafsack im Bett, weil die Räume ja auch so kalt und zugig sind. Jeder, der schon mal in Afrika war, wird den Satz kennen: „Ich habe nie so gefroren, wie in Afrika!“
Übrigens: die Palmen, die in Moremi stehen (eigentlich ist da überhaupt kein Palmengebiet) wurden dort von den Elefanten im Zuge der Nahrungsaufnahme- und Verdauung hingebracht. Also, die Elefanten haben an der Küste Palmen angefressen, sind dann durchs Land gelaufen und haben die Palmensamen in Moremi wieder ausgeschieden.
29. August 2011, Montag, 18. Tag in Südafrika Am Morgen sind wir bei strahlend blauem Himmel, Sonnenschein und noch kühlen Temperaturen aufgestanden, haben gefrühstückt und sind dann mit Hilfe unseres GPS zu der Ausstellung gefahren, auf der unsere Freundin arbeitete, die Pretoria Spring Show. Alles, was auch nur im entferntesten mit Agrikultur zu tun hat, wird dort ausgestellt, Von Mohairteppichen über Pfannen, Töpfe, Badewannen, Geschirr, Schermaschinen, T-Shirts, Kühe, Schafe, Biltong, Lampen, einfach alles. Sie erklärte uns, wo ihre eigene Boutique in Pretoria war, die wir ja unbedingt ansehen wollten. nachdem wir uns zum Abendessen wieder verabredet hatten, sind wir also los, ihre Boutique anschauen. Die lag sehr schön an einer Straßenkreuzung neben ein paar anderen sehr netten Boutiquen und ein paar kleinen Cafés. Nachdem wir uns dort erfolgreich umgeschaut hatten, sind wir noch in eine riesige Shopping Mall und haben uns dort auch erfolgreich umgeschaut. Vom ganzen Shoppen erledigt, sind wir wieder zurück in unsere Unterkunft, wo wir noch im Garten saßen. Abends waren wir noch sehr nett mit unserer Freundin sehr gut Steak essen und hatten somit einen sehr schönen Tag.
30. August 2011, Dienstag, 19. Tag in Südafrika Nach dem Frühstück sind wir bei strahlendem blauen Himmel, Sonnenschein und angenehmen Temperaturen losgefahren und haben dann noch eine Werkstatt für unser Auto gesucht, weil der seit zwei Tagen so nach verbranntem Gummi roch. Als wir in der Werkstatt waren, war der Gestank natürlich wieder weg, wahrscheinlich war ein Plastik von unten gegen das Auto und dann dort verschmort. Nachdem also mit unserem Auto alles gut aussah, sind wir losgefahren Richtung Nelspruit und auf der Fahrt zeigte sich Südafrika das erste Mal von seiner nicht so schönen Seite. Über Kilometer waren neben der Autobahn Schilder aufgestellt, dass man die nächsten Kilometer nicht anhalten dürfte, da hier ein „Hi-Jacking Hotspot“ sei. Über Kilometer erstreckten sich auch ein oder mehrere Townships, die wir ja bis jetzt noch gar nicht gesehen hatten.
Nach vier Stunden Fahrt ohne Pause am Straßenrand, wuchsen plötzlich neben der Strasse ganze Wälder und alles war sehr grün im Gegensatz zu den letzten Wochen. Schließlich kamen wir in der Nähe von Nelspruit an, in einem wunderschönen, ruhigen Guest House (http://www.ekukhanyeni.co.za/) und wurden von Stefanie herzlichst begrüßt. Wir waren die einzigen Gäste und bekamen ein Zimmer mit Ausblick auf Garten, Berge, Bäume und Weite und einem 2mx2m Bett.
Schnell sind wir noch in den doch noch recht kalten Pool gesprungen, haben Tischtennis gespielt und haben uns die Gegend angeschaut. Abends hatten wir ein sehr nettes sehr gutes Essen mit Stefanie und Ian, die uns sehr interessant von Ihrer Arbeit hier und früher im Krüger-Park erzählten. Die beiden hatten viele Jahre im Krüger im Rangerdorf gelebt und im Park gearbeitet. Satt und zufrieden sind wir nach noch ein bisschen Afrikanischem fernsehen (ins Feuer schauen) ins Bett.
31. August 2011, Mittwoch, 20. Tag in Südafrika Nachdem es hier so ruhig und friedlich war, haben wir ausgeschlafen und erst um halb zehn sehr gut gefrühstückt mit frischem Obst, Müsli, Toast (bei strahlendem Sonnenschein). Da reisen doch anstrengend ist und wir uns hier so geborgen und aufgehoben fühlten, wollten wir diesen Tag mal nur ganz entspannt die nähere Umgebung erkunden, in den Swimming Pool und einfach die Natur und die Einsamkeit hier genießen. Vormittags lagen wir also in Liegestühlen im Schatten und haben gelesen, Mittags gab's einen Mittagsschlaf, Nachmittags waren wir am Pool, haben das Blau des Himmels beobachtet und stundenlang gezählt, wer wie viele Meerkatzen sieht. Abends hatten wir das ganze Guest House für uns, saßen vorm Kamin und durften die riesige Küche benutzen, um einen kleinen Topf Nudeln zu kochen.
1. September 2011, Donnerstag, 21. Tag in Südafrika Aufgewacht bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Nach dem wieder sehr guten Frühstück mit Obstsalat, Müsli, Croissant, Eiern, Speck, Tomaten, Pilzen und Toast sind wir nach Nelspruit zum Tanken und in eine der beiden größeren Shopping Malls gefahren. Dort haben wir uns wieder mit Essen eingedeckt, da wir die nächsten Tage nach Mozambique ans Meer in ein Selfcatering-Cottage fahren wollten. Nach noch ein bisschen Rumstöbern sind wir schnell wieder zurück in unser friedliches menschenleeres B&B gefahren. Dort haben wir Avocado-Sandwiches gegessen und sind dann ein bisschen auf den nächsten Berg gewandert von dem aus man einen fantastischen Blick hatte. Nach der Wanderung und Tischtennis spielen, haben wir noch ein sehr gutes Drei-Gänge-Essen mit Stefanie gegessen und sind früh ins Bett, da wir ja am nächsten Tag eine lange Fahrt nach Mozambique vor uns hatten.
NunananiThemenstarter521 Beiträge · seit 201129. Okt. 2011 ·
2. September 2011, Freitag, 22. Tag in Mozambique Aufgestanden bei strahlend blauen Himmel und wie jeden Tag Sonnenschein. Nach einem wieder sehr guten Frühstück sind wir losgefahren 470 km Richtung Mozambique nach Xai-Xai (sprich Schai-Schai). Spannend sollte der Grenzübertritt werden, da wir erstens noch kein Visum hatten und das erst an der Grenze kaufen wollten und zweitens sollte die Grenze nicht ganz ungefährlich sein. Als wir schließlich an der Grenze ankamen, stürzten sich alle möglichen Menschen wie die Schmeißfliegen auf uns, wollten uns Dinge verkaufen, uns den Weg zeigen, Geld wechseln, Papiere in die Hand drücken... Stress breitete sich aus und da es eh schon so warm war, waren wir in kürzester Zeit in Schweiß gebadet. Das Ausstempeln aus SA verlief problemlos, so kamen wir an die Mozambiquanische Grenze, wo wieder tausende von Menschen sich auf uns stürzten, zwischendurch wuselten noch Militär, irgendwelche Leute, die mit Karten vor unser Nase rumwedelten, sie seien offiziell und dann raunte immerzu irgendwo jemand einen utopischen Wechselkurs in unsere Ohren. Problemlos bekamen wir unser Visa, mit Foto, stempelten unser Auto ein, bekamen wieder irgendwelche Zettel, die später vom Militär überprüft wurden. Endlich über die Grenze hielt uns auch schon die Polizei an, quatschte kurz mit uns und sagte dann: Please give me a present!“. Also bekam er ein kleines „present“ und wir fuhren weiter. Die karge Landschaft wurde nach und nach grüner und grüner, neben uns wuchsen Bananenstauden, Palmen und Zuckerrohr und das Land wurde flach. Über „Potholes-Strassen“ und „Gravelroad“ fuhren wir Kilometer um Kilometer Richtung Meer.
Zwischendurch dachten wir, wir wären in eine Sackgasse gefahren, da vor uns eine Brücke für Züge war, gerade als wir umdrehen wollten, kamen uns auf den Schienen Autos entgegen. Wir staunten nicht schlecht. Also fuhren wir auch, als frei war, auf den Schienen über die Brücke. Wieder ein kleines Abenteuer gemeistert.
Die Häuser neben der Straße waren alle unglaublich bunt und im portugiesischen Stil.
Nach ewiger Fahrt kamen wir schließlich in unserer Unterkunft an (www.nascer.co.za), wo wir ein schönes großes Chalet mit Blick aufs Meer bekamen. Mit ein paar Strandläufern (den Tieren) sind wir noch am einsamen Strand spaziert und ins warme Meerwasser gesprungen. nach einem Sundowner auf unserer Terrasse hat Andi wieder fantastisch gekocht und wir sind früh ins Bett gegangen mit dem Meeresrauschen im Hintergrund.
3. September 2011, Samstag, 23. Tag in Mozambique Nach einer schwülwarmen, stickigen, mückigen Malaronenacht sind wir bei starkem, kühlen Wind und bedecktem Himmel am Strand des Indischen Ozeans aufgewacht. Nach unserem Frühstück sind wir erst mal losgegangen, den Strand genauer anschauen, nachdem wir eine Stunde in die eine Richtung über feinsten, weichen, weißen Strand gelaufen waren und wir nur zwei andere Menschen gesehen hatten, sind wir langsam wieder zurück.
Bei einem kleinen Shop haben wir uns fürs Mittagessen eine Art Semmeln geholt und nach einem kleinen Lunch sind wir wieder an den Strand. Leider war der Wind immer noch so kalt, dass wir nicht ins Wasser wollten, sondern habenn nur das Meer, die Strandläufer und vor allem die Krabben beobachtet.
Den ganzen Tag sahen wir wieder kaum andere Menschen und wir genossen die ewigen Strände nur für uns zu haben. Nachmittags waren die Wolken auch wieder weg, nur der Wind, der eigentlich ganz angenehm war, blieb. Abends haben wir noch gebraait und wegen des Sturms waren auch keinerlei Viecher mehr da, was sehr angenehm war. Nach ein bisschen Sterne anschauen, den Wellen zuhören sind wir wieder früh ins Bett.
Die nächsten drei Tage verliefen ziemlich genauso, deswegen lasse ich die jetzt einfach aus. Das Wetter wurde ein bisschen schöner und weiterhin waren wir weit und breit die einzigen Menschen.
6. September 2011, Dienstag, 26. Tag in Mozambique Heute waren wir um 5.55 Uhr am Strand, um die Sonne aufgehen zu sehen, leider war sie aber wohl um 5.40 Uhr aufgegangen, und wir sahen sie schon rötlich über dem Meer stehen. Nachdem der Tag so schön begonnen hatte, sind wir nach einem kurzen Frühstück losgefahren zurück Richtung SA dort wieder nach Nelspruit.
Bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen sind wir Kilometer um Kilometer und Stunde um Stunde durch Mozambique Richtung Grenze gefahren. Diesmal sind wir durch die Hauptstadt Maputo gefahren, die uns sehr beeindruckt hat. Alles war hektisch laut und chaotisch, die Autos und Eselkarren sind qureuz und quer gefahren, zwischendurch sind Menschen über die Strassen gerannt, jeder wollte jedem etwas verkaufen und wir mittendrinnen mit unserem unauffälligen Auto.
Der Grenzübertritt verlief problemlos und relativ schnell, etwa eine halbe Stunde und die letzte Stunde Fahrt in SA hatten wir doch auch schon richtig Hunger. Also haben wir in der Shopping Mall (klimatisiert, kühl, gepflegt und relativ ruhig) ganz entspannt Burger und Avokado-Sandwiches gegessen und uns einen Internetstick besorgt und natürlich noch ein bisschen rumgestöbert. Gegen späten Nachmittag waren wir dann wieder zurück in unserem B&B Ekukhanyeni, wo wir sehr herzlich begrüßt wurden. Nach einem fantastischen 3 Gänge-Essen sind wir früh und erledigt ins Bett und freuten uns auf den nächsten Tag im Krüger national Park. Vielleicht würde Andi da endlich seinen ersten wilden Löwen sehen!
endlich geht Dein Bericht weiter. Ich bin bereits gespannt, ob Ihr im Krüger dann eure Löwen gesehen habt. Freu mich auf die Fortsetzung, Viele Grüße, Wildhund
NunananiThemenstarter521 Beiträge · seit 201131. Okt. 2011 ·
Vielen Dank! Ja, die Löwen...!
7. September 2011, Mittwoch, 27. Tag in Südafrika Wieder sind wir um kurz vor sechs aufgestanden, um möglichst viel vom Tag zu haben, da wir heute in den Krüger National Park fahren wollten. Das Frühstück (je zwei Sandwiches, Muffins, Joghurt, Bananen und Tee) hatten wir dabei, um es im Park zu essen. Nach etwa einer Stunde Fahrt waren wir schließlich da und fuhren auf Teerstrassen durch den Park. Insgesamt gibt es im Park etwa 3000 KM Strasse, also hatten wir uns vorher eine kleine Route, die an einem Tag zu machen ist, ausgesucht, die am Fluss Sabie entlang führte. Am ersten Wasserloch frühstückten wir schließlich mit Blick auf ein paar riesige Vögel, Hippos und ein paar Böcke.
Auf unserem weiteren Weg kamen wir zu einem Bird Hide (was für friedliche tolle Plätze – da könnte ich mich ja tagelang rein setzen), bei dem wir wieder faszinierende Vögel sahen, leider weiß ich die ganzen Namen nicht, vielleicht lerne ich sie bis zum nächsten Mal, Hippos, die ihr Revier markierten und sogar ein Krokodil.
Im KNP ist es ganz praktisch, dass noch so viele andere Autos unterwegs sind, so weiß man immer, wo was zu sehen ist; zu vergleichen ist ein solcher GameDrive mit denen in Botswana oder auch Simbabwe oder Mozambique nicht, aber es ist trotzdem wahnsinnig beeindruckend und man sieht doch sehr viele wilde Tiere; leider verpassten wir ein Löwenweibchen um etwa eine Minute, dafür sahen wir ein totes Impala in einem Baum hängen; es muss kurz zuvor von einem Leopard gerissen und zwischen die Äste gehängt worden sein. Außerdem sahen wir wieder Elefanten, Kudus, Zebras, Nashörner, Giraffen, Baboons und ein Sitatunga.
Gegen späten Nachmittag nach acht Stunden im Park haben wir uns dann doch etwas erledigt und voller Eindrücke wieder auf den Rückweg in unser B&B gemacht, wo wir abends noch gut gegessen und früh geschlafen haben.
8. September 2011, Donnerstag, 28. Tag in Südafrika Heute lag wieder ein langer Autofahrtag vor uns. Nach einem guten Frühstück sind wir losgefahren, um knapp 600 km in die Drakensberge in das Champagne Valley zu fahren. Dort wollten wir in einem sehr netten, kleinen B&B bleiben, wo wir auch vor vier Jahren schon einmal sehr schöne Tage verbracht hatten. Nach sieben Stunden Autofahrt über schnurgerade Straße ein paar Hügel hoch und runter (bis zu 1900 m) kamen wir schließlich an. Sehr herzlich und voller Freude wurden wir vom Jimmy und Heather in Empfang genommen, die sich sichtlich freuten, uns wiederzusehen. Nachdem wir ein bisschen auf der Terrasse gequatscht hatten und den Blick über den Garten bis hin zum höchsten Berg Dragon's Peak genossen hatten, sind wir zum Essen bei dem Drakensberg Boys’ Choire gegangen.
Inzwischen war schon wieder fast Vollmond und das Land und die Berge leuchteten silbern im hellen Mondlicht. Auf unseren Fahrten war uns des öfteren aufgefallen, dass es zwischendurch immer wieder ganz grüne Wiesen gab, die im sonst so trockenen verdörrten Land sehr auffielen. Uns wurde erklärt, diese grünen Wiesen seien Firebreaks. Per Gesetz sei jeder Landbesitzer verpflichtet, solche Firebreaks bis Ende Juli einzurichten, indem die Felder kontrolliert abgebrannt würden, woraufhin sehr schnell grünes Gras nachwächst, das nicht so leicht brennen kann. So könne sich im Falle eines Buschfeuers das Feuer nicht ausbreiten.
9. September 2011, Freitag, 29. Tag in Südafrika Nachdem wir gemütlich ausgeschlafen hatten und nach einem sehr guten Frühstück auf der Terrasse mit Blick über die Drakensberge begleitet von lauter kleinen Vögeln und elf über uns kreisenden Geiern sind wir erst mal 10 km den Berg runtergefahren, um dort unsere Wäsche abzugeben und noch mal fünf Kilometer weiter ein paar Shops anzuschauen und zu stöbern. Eigentlich wollten wir ein wenig wandern im Monk's Cowl gehen, da es aber 32 Grad hatte, beschlossen wir doch lieber in das nächste Hotel zu gehen und uns dort an den Pool zu legen. Mit Blick über ewige Weiten auf die Drakensberge lagen wir also an einem saukalten Pool und genossen das Leben.
Kurz vor Sonnenuntergang waren wir wieder bei unserem B&B und gingen dort ein wenig über die nächsten Hügel spazieren. Abends saßen wir noch ein wenig mit Jimmy und Heather und sie erzählten uns sehr interessant, wo sie schon alles in Afrika waren und was sie so erlebt hatten. Es ist schön mit jemand zu sprechen, der ähnliche Reisen gemacht hat und sich zum einen vorstellen kann, wie alles so ist und zum anderen echtes Interesse an den Erlebnissen zeigt. Plötzlich sagte Jimmy, wir sollten mal rausschauen, der Hügel gleich angrenzend an den Garten brennt. Irgendjemand hatte an drei Stellen angefangen, das strohtrockene Gras abzubrennen. Wir verstanden erst gar nicht, was los ist und warum sie sich gar nicht aufregten, war das jetzt gewollt oder nicht? Schließlich begriffen wir, das waren Brandstifter gewesen, die das wohl lustig fanden. Die Farmer und Leute, die hier in der Gegend wohnten, verließen sich aber einfach auf ihre Firebreaks. Niemand kam, um es zu löschen, niemand kümmerte sich um die Brandstifter und so etwas wie eine Feuerwehr gibt es hier gar nicht. Die Asche des riesigen Feuers flog bis zu uns, wir konnten die Hitze des Feuers spüren und besonders hörten wir das Prasseln des Feuers. Noch dazu ging ein Wind der das Feuer immer weiter und weiter antrieb. Mir war das ganz schön unheimlich, vor etwa einer Stunde waren wir da noch spazieren gegangen und nun stand alles lichterloh in Flammen.
Trotz des aufregenden Feuers sind wir noch kurz was essen gegangen, und haben danach das Feuer unter dem Vollmond weiter beobachtet. Inzwischen war auch der ganze Boden bei uns schon mit Asche bedeckt und alles roch nach Rauch. Aber niemand machte sich Sorgen, also gingen auch wir bald zu Bett, um zu warten, wie es am nächsten Morgen aussehen würde.
NunananiThemenstarter521 Beiträge · seit 201103. Nov. 2011 ·
10. September 2011, Samstag, 30. Tag in Südafrika Neugierig sind wir am nächsten Morgen aufgewacht und haben als erstes geschaut, was alles verbrannt war.
Wirklich der ganze Berg bis zu den Firebraks war verbrannt. Wir konnten es irgendwie gar nicht richtig fassen, dass jemand mutwillig einfach einen ganzen Berg abfackelt.
Nach dem Frühstück mit Blick auf den verbrannten Berg sind wir ein paar Kilometer den Berg hochgefahren, um uns dort eine Vogel-Show anzuschauen. Höchst eindrucksvoll wurden uns die Eulen, Adler und Falken erklärt und uns wurde gezeigt, wie sie leben und wie sie von Menschen trainiert werden können. Dazu hatten wir den fantastischen Weitblick über das gesamte Tal. Andi hätte am liebsten den Adler mitgenommen. Gegen späten Nachmittag als es nicht mehr ganz so heiß war, sind wir auf eine kleine 2 Stunden Wanderung gegangen, durch die verbrannten Felder und in einen uralten Wald an einem Fluss entlang. Wie verwunschen sah hier alles aus. Immer wieder auf unserer Reise sahen Gegenden aus, wie aus „Herr der Ringe“ und wir konnten uns lebhaft vorstellen, wir J.R.R. Tolkien in Südafrika war und hier seine Landschaftseindrücke bekommen hatte. Abends packten wir wieder unsere Sachen ein, um am nächsten Tag früh wegzukommen. Mit Jimmy und Heather hatten wir uns schon für Februar in Kapstadt verabredet, also würde der Abschied von den beiden nicht für lange.
11. September, Sonntag, 31. Tag in Südafrika Früh sind wir aufgestanden, um knapp 700 km durchs Landesinnere Richtung Süden zu fahren.
Nach 9,5 Stunden im Auto und unglaublich vielen Baustellen, sind wir schließlich in der Mitte von Nichts in Colesberg angekommen. Der Ort liegt genau auf der Hälfte der Strecke zwischen Johannesburg und Kapstadt, sowie Durban und Kapstadt, die beiden Haupttverbindungsstrassen treffen sich hier. In dem Ort gibt es eigentlich nur eine Tankstelle, einen Supermarkt und hunderte von B&Bs und Übernachtungsmöglichkeiten. Hier kommt man nur zum übernachten her, und ist möglichst schnell wieder weg. Nach einigem Suchen fanden wir schließlich eine okaye Unterkunft, haben noch kurz was gegessen und sind dann ganz erledigt vom ewigen fahren früh ins Bett. Aber dafür wussten wir ja, dass der nächste Tag nicht mehr so lange zum Fahren werden würde.
12. September 2011, Montag, 32. Tag in Südafrika Nach einer unruhigen Nacht sind wir früh aufgestanden und nach einem leichten Frühstück losgefahren Richtung Witmos. Dort wollten wir Katrina und ihre Familie und natürlich die Ochsenwagen besuchen und dort ein paar Tage bleiben. (http://www.oxwagoncamp.co.za/) Nach einer kurzen Vier-Stunden Fahrt kamen wir schließlich auf der Farm an. Der nächstgrößere Ort (größer ist relativ) ist 60 km entfernt und die letzten 20 km zur Farm gehen nur über Gravelroad. Anton, Katrinas Mann, nahm uns herzlichst in Empfang und zeigte uns gleich unseren Ochsenwagen und alles andere wichtige und ließ uns dann in unserem Ochsenwagen umgeben von Natur, Bergen, pupsenden Angoraziegen und Kühen ein wenig ankommen. Neben unserem Ochsenwagen stehen noch vier andere im Halbkreis um einen großen Braaiplatz und es gibt ein Haus mit Kamin, Küche, Bädern und einem riesigen Esstisch. Elektrizität gibt es keine, dafür muss man abends einige Öllampen anmachen und fühlt sich um Jahrhunderte zurückversetzt.
Wie schön ist diese Ruhe und diese Stille, außer Tieren und dem Wind ist hier nichts zu hören oder zu sehen. Wir fühlten uns gleich wieder sehr wohl und freuten uns, hier ein paar Tage verbringen zu können. Am späten Nachmittag sind wir dann noch zur Farm gefahren, um Katrina zu besuchen und mit allen ein bisschen zu quatschen. Katrina machte uns noch ein fantastisches Essen, welches wir mit zu den Ochsenwägen nahmen, um es dort an dem riesigen Tisch im Feuerlicht zu essen. Nachdem wir noch ein bisschen afrikanisch fern gesehen hatten, sind wir im Mondschein zu unserem Ochsenwagen gegangen und haben uns dort in unsere Schlafsäcke, unter eine normale Decke und unter eine Schafswolldecke gelegt und haben es genossen wieder so sehr in der Natur zu sein. Die Ziegen und Kühe schliefen irgendwo weit entfernt von uns, also war außer dem Rauschen des Windes absolut nichts zu hören. Diese Stille ist so beeindruckend und beruhigend.
13. September 2011, Dienstag, 33. Tag in Südafrika Kurz nach Sonnenaufgang, also um viertel vor sieben sind wir bei strahlendem Sonnenschein aufgestanden nach einer doch recht kühlen Nacht; - zum Glück hat mein Schlafsack seine Komfortzone bei -4 Grad -, haben gefrühstückt und uns fertig gemacht und sind dann zur Farm gefahren, da Anton uns mit auf einen Berg nehmen wollte, wo vielleicht ein paar Böcke wären. Er wollte mit seinen Arbeitern Jungschafe runtertreiben, um sie zu impfen. Auf dem Weg sahen wir endlich Springböcke und sogar ein schwarzer Springbock war dabei, Blessböcke, auch weiße und Kudus. Vom Gipfel aus hatten wir einen fantastischen Blick über das Farmland, wo überall Ziegen und Schafe rumliefen. Nach diesem schönen Erlebnis sind Andi und ich zu Katrinas Shop „The Studio“ in Bedford, einem kleinen 40 km entfernten gefahren, um uns den Shop anzusehen und ein bisschen mit Katrina zu plaudern. nachdem wir in einem Farmstall auch noch ein zweites Frühstück zu uns genommen hatten, sind wir wieder zurück zu unseren Ochsenwägen gefahren. Dort angekommen rief Andi plötzlich, ich sollte unbedingt schnell in das Haus kommen, es sei wohl ein Monkey drinnen gewesen! Und tatsächlich hatte ein Monkey oder mehrere alles in heilloses Durcheinander gebracht, mein Obst aufgegessen und alles angebissen, was er gefunden hat. Erst befürchteten wir, dass wir etwas offen gelassen hatten, aber dann sahen wir, dass er sich ein Loch in ein Insektengitter gemacht hatte, durch das er reingekommen war.
Ich war so was von sauer, mein ganzes Obst hatte so ein kleines Vieh aufgegessen und dann auch noch so ein Chaos, wenigstens hatte er nicht auch noch reingemacht! Nachdem wir alles wieder sauber gemacht hatten und das Loch reparier hatten, setzten wir uns noch ein bisschen in die Sonne und genossen den Nachmittag.
Spätnachmittags sind wir noch ein bisschen den nächsten Hügel hochgeklettert und abends hat Katrina uns wieder sehr gutes Essen (Lambchops!) vorbei gebracht, das wir gegessen haben. Leider waren abends ein paar Wolken am Himmel, dass wir nur ein paar Sterne und den aufgehenden Mond nur hinter den Wolken sehen konnten, aber trotzdem war es wieder ein tolles Erlebnis, mitten in der Wildnis zu schlafen und der Natur so nah zu sein. 14. September 2011, Mittwoch, 34. Tag in Südafrika Nachdem wir ewig ausgeschlafen haben, haben wir den ganzen Tag gefaulenzt, die Sonne genossen, die frische Luft, die Ruhe, die pupsenden Goats und das Nichts tun müssen. Andi hat noch ein bisschen am Auto rumgewerkelt, die Nacht-Tier-Such-Lichter sollten auf einen separaten Schalter verlegt werden, und nachmittags sind wir noch mal für eine Stunde spazieren gegangen. Nach einem kurzen Besuch auf der Farm und Besuch des Internets haben wir uns wieder Lambchops gegrillt, Feuer im Kamin gemacht, Sundowner getrunken, das Auto gepackt und einfach die Ruhe wieder genossen. Diesen Abend waren keine Wolken am Himmel und es war ein unglaublicher Sternenhimmel zu sehen. Ich haben nie so viele Sterne wie da gesehen. Das Bild eines solchen Sternenhimmels war für mich so eindrucksvoll, dass ich es so schnell nicht vergessen werde. Später kam noch der noch immer fast volle Mond raus und alles war hell in silbernes Licht getaucht. Ohne jegliches Licht konnte man draußen rumlaufen und trotzdem die Gegend und alles erkennen (dafür waren es nicht mehr ganz so viele Sterne).
immer noch keine Löwen in Sicht? Ich hoffe, Ihr habt danach keine weiteren Ärger mit den Monkeys mehr gehabt... Weiter so, lese den Reisebericht sehr gerne, vor allem, weil es nicht eine "übliche" Tour ist.