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Reisebericht · namibia-forum.ch

"Safari", Löwinnen überall!

von Black Lion · März 2026 · 18 Tage · Selbstfahrer · 48 Teile

Über diesen Reisebericht

Als Selbstfahrer reist Plüsch-Löwin «Safari» mit ihrem Ghostwriter im März 2026 zum dritten Mal nach Namibia, diesmal in den Süden und in den Kgalagadi Transfrontier Park. Erzählt ist der Bericht durchgehend aus der Sicht der (Plüsch-)Löwin «Safari», die den Autor als ihren Ghostwriter, Chronisten, Privat-Chauffeur, Privat-Reiseleiter und Privat-Löwe-Für-Alles auftreten lässt. Die Gedanken und Konversationen der durch Namibia reisenden (Plüsch-)Löwin sind frei erfunden und sollen den Leser mit viel Witz-, Wort- und Suchspielen unterhalten. Die Reise selbst, der darin vorkommenden Erlebnisse, Fotos und alle Angaben dazu sind aber echt.

Gemeinsam organisiert mit Steffi von Namibia Click and Travel, wurde für die Reise Hilux mit Dachzelt bei Safari Car Rental gemietet. Die Route führt von Windhoek über ein 4x4-Fahrtraining auf Ababis nach Sesriem/Sossusvlei, weiter durch die Tirasberge zum Fish River Canyon und dann danach über Mesosaurus, das Red Dune Camp auf Farm Tranendal für vier Nächte in den Kgalagadi Transfrontier Park (Mata Mata, Twee Rivieren, Nossob). Auf der Rückfahrt nach Windhoek kommt noch ein Zwischenstopp auf der Lapa Lange Lodge bei Mariental hinzu.

Die Reise fällt in die namibische Regenzeit: Der Fish River führt Wasser, das Auobtal steht grün statt staubig und mit gelegentlichen Gewittern am Abend. Zwei Wochen vor dem Abflug erlitt der "Privat-Chauffeur" einen Bandscheibenvorfall im Nackenwirbel — er fuhr trotzdem. Höhepunkte sind eine jagede "Löwin" im Dead Vlei mit anschliessender Touristenfalle und Krönung von «Safari» zur ersten "Namib Wüsten-Löwen-Königin von Sossusvlei und Sesriem", viele freundliche Erlebnisse mit Namibianern, Farmbesitzern, anderen Touristen und einer Erdmännchen-Dame und vielen Grosskatzen-Sichtungen im KTP (ganzes Löwenrudel bei Kwang und eine von zwei Löwinnen auf einen Baum gejagte Leopardin bei Rooibrak).

Teil 101. Apr. 2026

(English version of this travel report is available here)


Namibia

Das Land in welchem ich vor zwei Jahren mein Löwinnenherz gelassen habe. Ein Land, von welchem ich immer wieder geträumt habe das dort alle meine Träume wahr werden können. Und mein grösster Traum war nichts geringeres als zu einer echten und berühmten Löwin zu werden! Ja, man wird ja wohl noch träumen dürfen!
Wieso? Ach, ich habe vor lauter Schwärmerei natürlich mal wieder vergessen mich vorzustellen. Ich bin Königin "Safari"!

Chronist! Präsentiert mein Foto!


Safari: "Wer soll das sein?"

Chronist: "Die Löwin oder der Mann?"

Safari: "Beide!"

Chronist: "Also der Mann heisst Valentin und die Löwin Sirga. Über die gab es mal einen Film!"

Safari: "Kenne ich beide nicht. Also sprich, kennt die doch bestimmt niemand mehr! Sprich nicht berühmt genug! Sprich, versuch's nochmal!"

Chronist: "Wie ihr wünscht, eure Majestät."


Safari: "Und wer ist das?"

Chronist: "Das sind Elsa und Joy Adamson!"

Safari: "Elsa? War das nicht die Eiskönigin? Und warum ist das Foto in Schwarz-Weiss?"

Chronist: "Nein, ich meine natürlich die berühmte Löwin Elsa. Und das Foto ist in Schwarz-Weiss, weil es schon fast 80 Jahre alt ist."

Safari: "BITTE WAS?!? Ich bin doch keine 80. jährige Oma! Selbst Tantchen ist ja noch nicht mal so alt!

Chronist: "Entschuldigt bitte zu tiefst eure Majestät. Gewährt ihr mir noch einen letzten Versuch?"

Safari: "Weil du es bist."


Safari: "Awww! Königin Nala! Mein Vorbild! Jetzt fühle ich mich wirklich geehrt! Wobei ich glaube, dass ich bis zu ihrer Berühmtheit noch einen sehr weiten Weg vor mir habe.
Aber Dankeschön! Das ist wirklich lieb von dir mich mit Nala, der Königin des geweihten Landes zu vergleichen." =^.^=

"Um aber unsere Untertanen, ähmm... ich meine natürlich unsere Leserschaft nicht noch weiter zu verwirren, ist es, denke ich, jetzt an der Zeit für mein richtiges Foto... Chronist!"

Chronist: "Das mit der Krone, eure Majestät?"

Safari: "Ich bitte darum!"


Und für alle die sich jetzt fragen, ob ich nun völlig durchgedreht und übergeschnappt bin, kann ich sagen:

Ja bin ich! Aber zurecht!

Und für alle die wissen wollten, wie es dazu kommen konnte, dass eine grosskatzenverrückte Plüschlöwin zu einer Königin wurde, möchte ich sagen: Heftet euch an meine Schwanzquaste und lest meinen Reisebericht! =^.^=

Euch erwarten, unglaubliche Erlebnisse, herzliche Begegnungen, ein Safari-Suchspiel, ein Lied zum mitsingen, ein Dashcam-Video-Beweis und eine Geschichte die ihr so bestimmt noch nie gelesen habt!




Anordnung der Königin: "An alle die eventuell schon mehr über meine Reise wissen. Nicht spoilern und Schnauze halten!"

Chronist: "Safari! Wortwahl bitte!"

Safari: "Was denn?!? So heisst das Ding zwischen meinen Augen und Nasenspitze nunmal!"

Teil 203. Apr. 2026

Kapitel 1: Kaputt?

Wie so häufig, fängt eine Reise nach Afrika weit vor dem Abreisetag an. In unserem Fall ungefähr 6 Monate vorher, nachdem mein Reiseorganisator in zwei seiner drei Wochen Sommerurlaub doch Zuhause für die Firma arbeiten musste und daher den Entschluss fasste, seinen nächsten Urlaub in einem Land mit eingeschränkter Erreichbarkeit zu verbringen. Und was böte sich da besser an als Namibia? Also Okay von der Familie eingeholt, günstigen Flug in der Nebensaison gesucht und gebucht und Steffi von Namibia Click and Travel kontaktiert. Da es wieder (leider nur) 2 Wochen waren, wollten wir uns diesmal auf den südlichen Teil des Landes konzentrieren. Also Sossusvlei, Fish River Canyon und den Kalahari Tranfrontier Park (KTP), von welchem wir sehr viel Positives gelesen haben. Nachdem recht schnell klar war, dass die Buchungen im KTP die schwierigsten werden würden, warteten wir ersteinmal ab, was Steffi für 4-5 Tage dort würde noch erbeuten können. Am Ende wurden es dann, nach einer geplatzten Buchung in "Mata Mata" für die letzte Nacht, "Mata Mata Campsite", "Twee Rivieren Campsite", "Nossob Superior Campsite" und nochmal "Twee Rivieren Campsite". Die Tatsache, dass unsere darauf folgende und letzte Unterkunft vor dem Abflug die 385km weit entfernte "Lapa Lange Lodge" war, schreckte meinen Privat-Chauffeur damals nicht. Und auch generell hatte er auch mit Ababis 4x4-Fahrtaining - Seserim - Sossusvlei - Tiras eine teilweise recht enge Zeittaktung in seiner Reiseplanung. Aber als routinierter Fahrer sah er das recht entspannt bis ungefähr 2 Wochen vor Abflug.

Reiseleiter: "AUuuu!"
Safari: "Was ist los? Geh mir jetzt ja nicht kaputt!"
Reiseleiter: "Bandscheibenvorfall im Nackenwirbel in kombination mit tauben rechten Zeigefinger, Muskelverspannungen und Schmerzen im ganzen rechten Arm. Ich bin aber echt ernsthaft am überlegen..."
Safari: "Nix da! Ich freu mich jetzt schon ein halbes Jahr auf diese Reise! Ich will nach Namibia! Daher denke ja nicht dran! Und du brauchst ja, jetzt erst recht, schliesslich auch mal Urlaub!"

Zum Glück haben wir eine sehr weise Löwin (Ärztin) in der Familie, welche meinen Reiseleiter mit so viel Medikamenten und Schmerzmitteln versorgt hat, so dass es für ein ganzes Löwenrudel gereicht hätte. Und zum Glück gehörte Autofahren noch zu einen der Positionen die einigermassen angenehm war. Im Gegensatz zu am PC sitzen oder, wie sich leider erst später herausstellte, gerade im Dachzelt liegen. Problemmatisch war dann noch, dass mein Reiseleiter nichts schweres tragen sollte. Ich mit meinen 3kg Plüschgewicht war da weniger das Problem. Aber die 23kg Reisetasche (zum Glück mit Rollen) und die schweren Kameras und Objektive schon eher.
Apropos Gewicht. Um mich und seine ganze Kameraausrüstung ins Handgepäck zu bekommen (max. 8kg), hat er erstens auf einen Laptop verzichtet und die Bilder-Datensicherung übers Handy gemacht. Ja das geht! Und zweitens hat er sein schweres Teleobjektiv in einer passenden Kühltasche als persönlichen Gegenstand deklariert. Das war zwar nicht dumm, aber zeitweise ziemlich unpraktisch.

Reiseroute:

08.03.2026 Direktnachtflug Eurowings Discover
09.03.2026 Londiningi Guest House in Windhoek
10.03.2026 Ababis Guestfarm
11.03.2026 Sesriem NWR Camp
12.+13.03.2026 Farm Tiras
14.+15.03.2026 Mount Canyon Guestfarm
16.03.2026 Mesosaurus Camp
17.03.2026 Red Dune Camp
18.03.2026 Kalahari Game Camp (Upgrade auf Chalet)
19.03.2026 Mata Mata Camp
20.03.2026 Twee Rivieren Camp
21.03.2026 Nossob Premium Camp
22.03.2026 Twee Rivieren Camp
23.03.2026 Lapa Lange Lodge
24.03.2026 Direktnachtflug Eurowings Discover

Stromversorgung:
12V/220V Konverter mit EU-Steckern für den Zigarettenanzünder.
Wir haben also unsere Batterien (Handy/Kameras) immer tagsüber wärend der Fahrt geladen. =^.^=

Navigationssystem:
Handy mit OpenStreetMap in Verbindung mit dem eingebauten Navigationssystem meines Reiseleiters.

Kameraausrüstung:
Canon R50 + Tamron 10-24 (Landschaften)
Canon R10 + Sigma 50-500 OS (Tiere und Nahaufnahmen)
Sigma 12mm F1.4 (Sternenhimmel!!!)
Sigma 105mm F1.4 (Lichtmonster *)
Sigma 18-200 C (Allrounder)
Simga 2x-Konverter (für noch mehr Vergrösserung)
Canon 24mm 2.8 Pancake (Kameraabdeckung)

(*) Safari zu Privat-Fotograf: Wehe dir, wenn ich wegen dem Riesen-Ding wieder mehrmals durch den Flughafenscanner muss!

Teil 305. Apr. 2026

Kapitel 2: Lioness on Board

Wie schon bei unserer letzten Reise 2024, so ging es auch diesesmal an einem Sonntag Nachmittag los mit dem Auto in Richtung Frankfurt Flughafen. Bei 3-4 Stunden Fahrzeit und mit bis zu 18°C Aussentemperatur, war dies auch schon einmal ein erster Dauertest für meinen Privat-Chauffeur mit seinem Bandscheibenvorfall. Mit "Gateway-Gardens" kannten wir ja schon den Weg zu unserem Parkhaus, welches wir gegen 17:30 Uhr erreichten und wo wir unser Auto für die nächsten 16 Tage abstellen konnten. Der Weg zur S-Bahn-Station war diesmal dann auch nicht ganz so mühsam. Zwar war der Zugang zur Station immer noch eine halbe Baustelle, aber dafür gingen die Rolltreppen. Vor 2 Jahren musste mein Reiseleiter seine schwere Reisetasche noch die Treppen selber runtertragen.
Mit der S-Bahn (S9) ging es dann genau eine Station weiter zum Bahnhof Frankfurter Flughafen, wo wir dann praktischer Weise auch gleich in Terminal 1 bei unseren Check-In-Schalter herauskamen. Die 21kg Reisetasche wurde ja noch problemlos angenommen, aber der Wanderrucksack fürs Handgepäck mit mir und der Kameraausrüstung wurde sehr kritisch beäugt.

Check-In-Mitarbeiter: Und das auf ihrem Rücken geben sie auch auf?
Reiseleiter: Nein, Löwen gehören ins Handgepäck!
Check-In-Mitarbeiter: Drehen sie sich mal um! Und das passt?
Reiseleiter: Ja, das passt.
Check-In-Mitarbeiter: Maximal 8kg?!
Reiseleiter: Habs extra nachgewogen.

Mit der Angst im Nacken, dass wir ab jetzt auf der Fahndungsliste der Handgepäck-Schummler waren und ich dann 5-Minuten vorm Boarding würde dazu genötigt werden doch noch mit horrenden Extrakosten ins Hauptgepäck verfrachtet zu werden (habe da mal ein beunruhigendes Youtube-Video gesehen...), ging es dann weiter zur automatischen Passkontrolle. Doch dort ging dann der Reisepass nicht plötzlich nicht! Selbst nach dem dritten Versuch kam einfach nur ein nichtsaussagendes grosses rotes Kreuz auf dem kleinen Display. Aber auch hier hatte mein Reiseleiter eine Lösung parat, indem er einfach seinen Personalausweis einsetzte.

Und dann kam die Gepäck-Kontrolle, mit welcher ich seit der Australien-Reise leichte traumatische Erinnerungen verbinde...
Warum mein Reiseleiter seinen Plastik-Gürtel ausziehen musste, entzieht sich bis heute meiner Kenntnis. Und dann wollten sie mich anscheinend auch erst gar nicht kontrollieren (in den Scanner schieben). Vielleicht sah ich ihnen zu bissig aus?
Aber Kontrolle muss eben sein, so dass ich nach dem Scan, wie sollte es auch anders kommen, natürlich auch wieder zur Sonderkontrolle rausgezogen wurde... Daran war bestimmt nur wieder dieses blöde Riesen-Objektiv schuld!
Während mein Reiseleiter sofort anbot, aus Angst um seine Objektive den Rucksack selber auszupacken, meinte der Beamte nur ganz ruhig, dass das ja nur eine zufällige Standardkontrolle sei. Ja ja, von wegen! Am Ende wurde dann aber tatsächlich nur ein Sprengstoffabstrich vom extra in einer Kühltasche eingepackten Teleobjektiv gemacht, welches sich aber natürlich zu diesem Zeitpunkt ganz unten im Rucksack befand. Naja, so hatte mein Reiseleiter wenigstens die Gelegenheit alles neu sortiert einzupacken.


Der Weg zum Gate C20 war dann mal wieder der maximal längst mögliche Weg vom Terminal 1 aus und entsprach fast schon einer kleinen Wanderung (ca. 600m). Mit 10kg auf dem Rücken (7.5kg Handgepäck + 2.5kg persönlicher Gegenstand) aber dann doch nicht ganz so angenehm. Und wie fast immer, waren wir um 19:30 Uhr, also 2 Stunden zu früh, da. Aber besser so als umgekehrt.


Wie immer versuchte ich meiner ersten Aufgabe, Kontakte knüpfen, gerecht zu werden, indem ich ganz lieb aus dem Rucksack schaute. Aber irgendwie nahm niemand wirklich Notiz von mir. Entweder war einfach zu viel los, oder es war einfach so ein "Typisch Deutsch"-Verhalten der Reisegäste. Erst nach ungefähr einer Stunde gelang es meinem Reiseleiter die 5er-Reisegruppe aus NRW neben uns in ein Gespräch zu verwickeln und ihnen unser Fotobuch von meiner ersten Namibia-Reise 2024 zu zeigen.


Irgendwann ging dann auch das Boarding los, bzw. wurden wir ersteinmal in Busse verfrachtet und zur Aussen-Park-Position gefahren. Dort angekommen mussten wir aber noch weitere gute 15 Minuten im Bus warten, weil der Kabinen-Service noch nicht ganz fertig war. In einem vollgestopften Bus wurde das dann aber nicht nur mir, sondern auch allen anderen Fahrgästen zu warm, was leichte Unmutsäusserungen hervorbrachte. Aber zumindest haben wir dort erfahren, dass der Busfahrer länger als bis Mitternacht arbeitet würde. Und seine Kollegen auch noch die ganze Nacht durch, so dass uns solch ein Fiasko wie kürzlich am Münchner Flughafen würde erspart bleiben. Dort mussten nämlich kürzlich alle Passagiere unfreiwillig wegen einem Nachtflugverbot für einen eigentlich 90-minütigen Flug im parkenden Flugzeug übernachten...

Unser Sitzplatz-Lotteriespiel ging diesmal mit einem freien Nebenplatz nur teilweise auf. Aber der Airbus A330 war auch fast voll besetzt, so dass wir uns glücklich schätzen konnten zumindest einen freien Platz neben uns zu haben. Ich hatte da aber spontan eine Idee, wie ich dieses Problem würde lösen können...

Safari: "Magst du einen Privatflieger haben?"
Reiseleiter: "Was hast du vor?!"
Safari: "Ich rufe einfach laut: LION ON BOARD!"
Reiseleiter: "Und wer soll dann das Flugzeug fliegen?"

Letztendlich haben wir uns dann mit dem einen freien Sitzplatz zufrieden gegeben und uns nach dem pünktlichen Abflug um 22:00 Uhr den Minecraft-Film angeschaut. Man war der Film peinlich!
Müde wie wir waren, versuchten wir dann zu schlafen. Wobei es bei meinem Reiseleiter beim dem Versuch blieb. Viel zu gross für die Economy und mit seiner kaputten Bandscheibe im Nacken, musste ich ihm letzlich aushelfen zumindest eine Position zum Dösen zu finden, indem ich mich auf seinen Schoß setzte und er seinen Kopf auf meinem Kopf abstützte. Und es sollte nicht das letzte Mal sein, dass ich neben meiner Rolle als Kontaktknüpfer, Fotomodell und Kameraauflage auch als Kopfkissen würde herhalten müssen. Aber um ehrlich zu sein: Für eine Reise nach Namibia würde ich (fast) alles tun!

Teil 409. Apr. 2026

Kapitel 3: "Pro", wie Profi oder Professionell

Ein weiterer Grund, warum wir nicht schlafen konnten, waren die vielen Turbolenzen über der Sahara und dem Äquator. Und wären die Piloten den Gewitterzellen nicht so geschickt ausgewichen, wären wir bestimmt noch deutlich heftiger durchgeschüttelt worden. Irgendwann vor dem Morgengrauen gaben wir das Schlafen dann endgültig auf und schauten uns noch einen weiteren Film an („IF – Imaginary Friend“), bis schließlich auch schon das Frühstück serviert wurde. Dabei habe ich mich auch ein wenig mit meiner Sitznachbarin Kiara aus Windhoek angefreundet. Besonders ihre coolen Kopfhörer hatten es mir angetan.



Die Landung am "Hosea Kutako Airport" war dann auch pünktlich um 9:20 Uhr. Und da wir in der letzten Reihe saßen, waren wir auch die Ersten, welche über die hintere Treppe aussteigen konnten.



Aus anderen Reiseberichten wussten wir, dass jetzt Eile angesagt war. Also nutzte mein Privat-Träger seine langen Beine voll aus und legte ein ordentliches Tempo vor. Nach einer kurzen Verwirrung in der Ankunftshalle, wo denn nun der Weg zu den Visa-on-Arrival-Schaltern war (ganz rechts in der grossen Halle), waren wir dann tatsächlich die Dritten in der Schlange. Allerdings freuten wir uns etwas zu früh. Der Grenzbeamte an unserem Schalter hatte am vorherigen Sonntagabend offenbar bis tief in die Nacht gefeiert hatte und drohte nun, mit offenen Augen in seiner Kabine einzuschlafen. Gerne hätte ich ihm ja einen Kaffee oder eine Cola angeboten, aber beides gab es ja leider erst nach den Kontrollen. So kamen wir immerhin noch in den Genuss, die sehr laute Ansage der Poilizeichefin mitzuerleben, die allen anwesenden Touristen ausdrücklich einbleute, ja keine Bußgelder direkt an Polizisten zu bezahlen oder gar zu versuchen, diese zu bestechen.
Trotz der langen Visa-Prozedur waren wir mit bei den Ersten die zur Gepäckausgabe kamen. Und da unsere auffällig beklebte Reisetasche auch unter den Ersten auf dem Laufband war, konnten wir uns auch gleich am noch nicht überfüllten MTC-Schalter nebenan anstellen. Also noch schnell das grosse "MTC-Touristen-Abzocke-Paket" erworben und schon waren wir wieder online. Wobei... wollten wir nicht eigentlich ein paar Offline-Tage hier in Namibia verbringen?

Ein kleinen Scherz erlaubte sich noch die Beamtin beim Zoll, als sie nach meinen Einreisepapieren fragte. Routiniert erklärte ich ihr, dass ich ja offensichtlich zu den Einheimischen gehöre! =^.^=

Hinter dem Zoll wurden wir dann auch schon von "Pro", unserem Fahrer von "Safari Car Rental", empfangen und gefragt, ob wir noch irgendwas brauchen. Wir waren tatsächlich die einzigen Gäste, die er vom Flughafen abholen musste, sodass wir nach einem kurzen Abstecher zum ATM (nur südafrikanische Rand) auch gleich losfahren konnten. Wir wollten gerade die Ausfahrschranke vom Parkplatz passieren, als plötzlich das Telefon meines Reiseleiters mit der neuen namibianischen Nummer vibrierte. Etwas irritiert über die ebenfalls auf dem Display angezeigte namibianische Nummer nahm er das Gespräch an - nur um im nächsten Moment schockiert zu erfahren, dass er seinen Reisepass am MTC-Schalter vergessen hatte! Also schnell nochmal zurück in den Flughafen, durch den Scanner, an den MTC-Schalter, wieder durch den Scanner und zurück zu "Pro", welcher geduldig mit mir am Auto wartete. "Oh Mann, geht das schon wieder los!", dachte ich nur und erinnerte mich sogleich an unsere Verluste bei unserer letzten Reise. Das kann ja heiter werden.

Mit "Pro" verstanden wir uns sogleich super, so dass die Fahrt zur Autovermietung auch ruhig hätte etwas länger dauern können. Und wie grün es überall war! Das war ja wie bei uns Zuhause im Spät-Fühling!




Bei "Safari Car Rental" angekommen wurden wir auch gleich von der Rudelanführerin..., ähm ich meine natürlich Chefin Rike, persönlich begrüßt. Sie erkannte mich sofort (ich muss wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben), so dass auch die Formalitäten für meinen Privat-Chauffeur schnell erledigt waren. Von "Pro" liessen wir uns dann noch die wichtigsten Dinge am Auto zeigen (Wagenheber, Allrad-Zuschaltung, 2. Ersatz-Rad), sowie noch einmal den Dachzelt-Abbau. Recht bald konnten wir dann auch mit dem vorläufigen Einräumen des Fahrzeugs beginnen. Apropos Fahrzeug: Der Toyota Hilux den wir hatten sah mal wieder aus wie neu! Mit nur 66669 km auf dem Tacho und fast neuen Reifen war er mit seiner zusätzlichen Campingausrüstung perfekt für unsere Reise ausgestattet.




Als Dank für seine freundliche und kompetente Unterstützung und Einweisung bekam dann "Pro" anstatt eines Trinkgeldes sogar ein kleines verpacktes Geschenk, über das er sich sehr freute. Und auch die erste digitale Kopie meines Fotosbuches von 2024 konnten wir bei "Safari Car Rental" lassen. "Pro" wollte sich unbedingt alle 84 Seiten mal in Ruhe ansehen, anstatt nur schnell durchzublättern. Es dürfte letztendlich so um die Mittagszeit gewesen sein, als wir uns von Rike und Pro verabschiedeten und losfuhren.



Unser erstes Ziel war wie immer der Superspar bei der "Maerua Mall" in Windhoek. Über die neue Autobahn war dieser auch sehr schnell zu erreichen. Dort deckten wir uns ein für die ersten Tage, inklusive Notreserven (Cola!!!) und kauften auch ein leckeres Sandwich als Mittagessen. Und danach ging es auch schon quer durch die Stadt zu unserer ersten Unterkunft, dem "Londiningi Guest House". Da es noch früher Nachmittag war, versuchte mein Reiseleiter spontan noch eine Stadtrundfahrt bei "Bwana Tucke-Tucke" zu organisieren. Leider gab es an diesem Tag jedoch keine passende Gruppe, der wir uns hätten anschließen können – und für uns allein war es zu kurzfristig und zu stressig. So entschieden wir uns lieber im Hinterhof vom "Londiningi Guest House" unsere Zimmer zu tauschen (Zimmer 9 statt 6), unsere Sachen zu sortieren und den Hilux richtig einzuräumen.





Zimmer 9 hatte den Vorteil, dass wir unseren Toyota direkt neben dem Hintereingang parken und so auch unsere Kühltruhe direkt an eine Steckdose anschliessen konnten. Und vielen Dank an Steffi von "Namibia Click and Travel" für das schöne Notizbuch!



Nach einer für meinen Reiseleiter dringend notwenidigen Dusche, gingen wir dann gegen 17:00 Uhr dann auch noch, über einen weiteren Abstecher zum ATM (NAD), zu "Joe's Beerhouse". Ich kann schon irgenwie verstehen, warum dieses Lokal (oder passt eher Schneke?) von vielen Touristen und vielleicht auch Einheimischen so gehypt wird. Und der "Lion's Paw Chocolate Brownie" war ja auch lecker. Aber irgendwie wollte der Funke bei uns nicht so richtig überspringen. Vielleicht auch deswegen, weil wir allein an einem grossen runden Tisch saßen und meinem Reiseleiter der rechte Arm wegen seiner Bandscheibe ordentlich wehtat.




Zurück im "Londiningi Guest House" ruhten wir uns noch kurz aus, bevor es um 19:00 Uhr zum Abendessen ging.



Da hier alles nach Zimmernummer organisiert war, bekamen wir auch hier wieder unseren eigenen Tisch für uns alleine. Allerdings saßen wir strategisch grünstig beim Wasserspender, so dass die neben uns plazierte "Camelhorse-Safari-Elfer-Truppe" gar nicht daran vorbeikam, ihre erste Löwinnensichtung zu bekommen. =^.^=



Aber auch die Kellnerin war total nett zu mir und freute sich darüber in meinem Fotobuch von 2024 ein wenig blättern zu dürfen. Wie vermutet war sie noch nie wirklich aus ihrer Umgebung herausgekommen und wusste daher gar nicht, wie schön ihr eigenes Heimatland eigentlich ist. Viel zu schnell verging der Abend mit dem leckern Abendessen. Aber nach einer schlaflosen Nacht im Flieger waren wir froh uns gegen 21:15 Uhr ins gemütliche Bett kuscheln zu dürfen.

Und morgen würde unser Abenteuer mit einer ersten Löwinnensichtung dann richtig losgehen! =^.^=

Teil 512. Apr. 2026

Kapitel 4: Löwenfutter

Es war noch dunkel draussen, als ich aufgewacht bin. Zuerst dachte ich ja, dass es zur Freude der Namibianer regnen würde. Aber nach einem kurzen Check auf der rückseitigen Terrasse stellte sich schnell heraus, dass das passelnde Geräusch nur vom Wind in den Bäumen kam. Immer noch etwas müde, habe ich mich nochmals ins gemütliche Bett gekuschelt und mir die ersten Abenteuer unserer Reise herbeigeträumt, während draussen nicht nur die Hunde, sondern auch eine Autoalarmanlage geheult haben.
Als es draussen langsam hell wurde sind wir aufgestanden und haben uns das Guest House mal etwas näher angesehen. Dafür das die Anlage fast mitten in der Hauptstadt liegt, ist sie wirklich schön gestaltet.






Dabei bekam ich auch die Gelegenheit mich mit meinesgleichen anzufreunden. Wobei die kleine Hauskatze leider etwas schüchtern war.



Etwas weniger schüchtern waren dann da schon die Kellnerinnen beim Frühstück. Auch sie schauten sich neugierig mein Fotobuch an und am Ende reichte es auch für ein Gruppenfoto.



Fast zeitgleich mit der Reisegruppe, fuhren dann auch wir los in unseren ersten Namibia-Abendteuer-Tag. Unser erster Stopp war die "Klein Windhoek Schlachterei" im Norden von Windhoek in der Albert Wessels Street. Hier wollten wir uns noch mit richtigem Wildfleisch für unsere kommende Braai-Abende am Lagerfeuer versorgen. Während ich auf unser Auto aufpasste ging mein Privat-Chauffeur in den Laden. Und dank meines guten Gehörs konnte ich das Gespräch mit der Verkäuferin mit einem Ohr mitverfolgen.

Privat-Chauffeur: "I would like to have 300 Gramm of game meat. Do you have something to sell?"
Verkäuferin: "I have to look."
*Verkäuferin verschwindet im Hinterraum und kommt nach 5 Minuten mit einem sehr grossen Stück Kudu-Fleisch zurück. Sie legt das Fleisch auf die Waage, welche 1.7kg anzeigt.
Verkäuferin: "This is Kudu. Okay?"
Privat-Chauffeur: "Sure* Please make me 3 or 4 slices."
*Verkäuferin verwindet wieder im Hinterraum und kommt nach weiteren 5 Minuten mit dem selben Fleischstück zurück. Sie legt das zuvor gezeigte aber nun in vier Stücke geteilte Kudu-Fleisch auf die Waage, welche natürlich immer noch 1.7kg anzeigt.
Privat-Chauffeur: "A said I would like to have 300-400 gramm for me for braai! This is way too much!"
Verkäuferin: "But you said '4 pieces'."
Privat-Chauffeur: "I said '4 slices' and 300-400 gramm. Zero dot three kilogramm, you understand? How should I eat alone 1.7kg?! With this I could feed a lion!"
*Safari brüllt im Auto*
Safari: "Futter für einen Löwen?! Hier! HIIIIER!!!"

Zu meinem absoluten Mismut, blieben meine Rufe im Laden jedoch ungehört. Na mein Privat-Chauffeur kann was erleben, wenn er zurück kommt. Ich jage ihm jedenfalls nichts mehr!
Als er dann tatsächlich mit nur mit vier winzigen Kudu-Scheibchen zurückkam, schaute ich, wie vermutlich jede beleidigte Katze, ihn mit meinem Hintern nicht mehr an. Ohne ein Wort zu wechseln fuhren wir dann noch kurz an die nächste Shell-Tankstelle, um unser Auto auf 160 Liter Diesel vollzutanken. Jaja, dafür hatte er dann plötzlich Geld... *grumel*

Über die Autobahn A1 umfuhren wir das Windhoeker Stadtzentrum und bogen auf die nach süd-westen verlaufende C26 ab. Dort kamen wir nach wenigen Kilometern und hinter einer Müllhalte in eine der Polizei-Kontroll-Stationen, welche es vermutlich an jeder Ausfahrstrasse aus Windhoek gibt. Der von seinen Kollegen am Posten alleine gelassene Polizeitbeamte machte mit seinem Sturmgewehr um die Brust gleich einen ernsten Eindruck. Letztendlich wollte er aber nur den (deutschen!) Führerschein meines Privat-Chauffeur sehen. Da dieser diesen aber noch in der grossen Reisetasche hinten im Canopy hatte, konnte er seinen Führersvhein ersteinmal nicht vorzeigen. Netter weise wollte uns der Polizeitbeamte trotzdem schon weiterfahren lassen. Vermutlich hatte er sofort erkannt, dass mein Privat-Chauffeur einfach nur ein unwissender Tourist ist. Oder aber er dachte sich, dass ich, eine einheimische Löwin, schon würde auf ihn aufpassen. Aber mein Privat-Chauffeur wäre nicht mein Privat-Chauffeur, wenn er nicht pflichtbewusst an der Strassenseite angehalten, den Führerschein aus der Reisetasche geholt und es dem Polizeitbeamten trotzdem gezeigt hätte. Ab da blieb der Führerschein dann auch immer im Geldbeutel in der Hosentasche.



Nach ein paar weiteren wenigen Kilometern durch eine schöne hügelige und völlig grüne Landschaft endete die Teerstrasse in einer breiten weiterführenden Schotterpiste. Spätestens jetzt war ich gefühlt richtig in Namibia angekommen.
Auf dem nächsten Hügel mit zusätzlich schöner Aus- und Weitsicht, reduzierten wir den Reifendruck auf 1.8 bar und den Blasendruck auf null und schossen ein paar Landschaftsfotos.




Über viele Kilometer folgten wir teilweise frisch gekräterten C26 bis hinter der Fram "Göllschau", um dann auf die D1265 in Richtung "Nauchas" und "Spreetshoogte Pass" abzubiegen. Hier hatten wir auch unsere erste unverhoffte Sichtung in Form einer Schildkröte. Von ihr wurden wir auch dezent darauf hingewiesen, wie man in seinem Urlaub in Namibia fahren sollte. Langsaaaaam und entspaaaaannt.




Da ich ja kein Löwenfutter erhalten habe, habe ich unterwegs versucht mir selber was zu jagen.
(Foto: Safari jagt Rinder)


Und ja, ich war verzweifelt!
(Foto: Safari jagt Verkehrssünder)


Mein ständiges Bitten nach Stopps fiel dann auch irgendwann meinem Privat-Chauffeur auf...

Privat-Chauffeur: "Safari, jetzt sag doch mal was mit dir los ist! Dieses Schweigen und ständig diese Stopps."
Safari: "Was erwartest du denn von einer halb verhungerten Löwin?!?"
Privat-Chauffeur: "Halb verhungert!? Wieso...??"
Safari: "DIE EINEINHALB KILO FLEISCH ZUM BEISPIEL, WELCHE DU HAST LIEGEN LASSEN!"
Privat-Chauffeur: "Hey, Schrei mich doch nicht gleich so an!"
Safari: "SETZ MICH DOCH AUS, WENN ICH DIR NICHT PASSE!"

Das hätte ich besser nicht sagen sollen... Wir haben daraufhin tatsächlich angehalten und er hat mich ausgesetzt und ist weggelaufen!!!

HILFE!! Arme, ausgehungerte, ausgesetzte Löwin in... weiss jemand wo ich bin???
Auf dem Schild steht irgendwas mit "Nett hier" und "Baden-Württemberg" (Link zum Sticker)!

Teil 618. Apr. 2026

Kapitel 5: Das Herz Namibias

Anmerkung des Privat-Chauffeurs zum letzten Kapitel:
Keine Sorge. Safari überdramatisiert nur mal wieder. Ich habe sie natürlich nicht zurückgelassen und bin nur 20m weiter zum Baum mit den Mahaliwebern gelaufen. Also alles halb so wild.





Standpauke von Safari:
Halb so wild?! HALB SO WILD?!
Naja, ich jedenfalls habe solch einen Schock bekommen, so dass ich doch glatt vom Schild gefallen bin!


Am Ende haben wir uns dann aber Beide wieder etwas beruhigt und noch weitere Fotos am südlichen Wendekreis gemacht.


Kurz vor der Farm "Nouams" durfte ich dann doch nochmals mein Jagdglück versuchen. Und während mein Privat-Fotograf also meine Jagdszene über seine Kamera auf der SD-Karte verewigte, raste plötzlich ein Auto an uns vorbei.

Ach, wäre ich doch einfach beim 100-km/h-Schild geblieben...

(Foto von Safari beim Achtung-Rinder-Schild)


Da dann auch mein Privat-Chauffeur Hunger bekam, sind wir zur nicht mehr weit entfernten Farm "Nouams" gefahren. Und während ich wieder auf unser Auto aufpassen durfte, ist mein Privat-Chauffeur in den kleinen Hof-Laden gegangen. Wirklich was zu Essen hat er aber nicht gefunden. Nur eine Tischdecke als Souvenir, sowie etwas Salz fürs Braai. Also soweit alles völlig unspektakulär.
Komisch wurde es für mich aber, als er dann schnell ein paar Fotos auf sein Handy übertragen hat und damit nochmal zurück in den Laden gegangen ist. Was hatte er denn jetzt vor?!?

Als er nach kurzer Zeit wiederkam, grinste er wie ein Honigkuchenpferd. Verwundert fragte ich ihn, was denn passiert sei und bekam folgende Geschichte erzählt...
Bei seinem Einkauf im Hof-Laden wurde er von einem Mann (dem Farmbesitzer?) angesprochen, was er denn eben an der Strasse fotografiert habe. Ihr erinnert euch an das Auto, dass uns passierte, als ich mich gerade auf die Lauer nach Rindern gelegt hatte? Dieser Mann muss wohl im vorbeifahrenden Auto gewesen und meinen Privat-Fotografen gesehen haben. Mich als gut getarnte Löwin hat er natürlich übersehen.
Seine Frage bekam er dann jedenfalls wahrheitsgemäß folgendermaßen beantwortet:

Farmbesitzer: "Hi! What did you see back there on the road?"
Privat-Fotograf: "I have seen a lion!"

Die Beiden haben nur kurz gelacht und meinen Privat-Fotografen vermutlich als unwissenden Tourist abgestempelt. Und der Mann ist dann auch gelassen seiner Wege gegangen, als mein Privat-Fotograf die Sachen bei der Farmbesitzerin bezahlt hat.
Doch wer meinen Privat-Fotografen kennt der weiß, dass er sowas nicht auf sich sitzen lassen wollte. Immerhin hatte er ja ein "Beweisfoto"...

Als mein Privat-Fotograf dann, nach der Übertragung des obigen Beweisfotos auf sein Handy, zurück in den Laden gegangen ist, um eben zu beweisen, dass er wirklich eine Löwin gesehen hat, ist dann folgendes passiert:

Mit einem leichten Grinsen im Gesicht zeigt mein Privat-Fotograf das Foto der Verkäuferin und denkt sich:
'Die erkennt bestimmt gleich, dass ich nicht gelogen, aber trotzdem nur einen Scherz gemacht habe. Immerhin ist Safari ja nur 110cm und keine 240cm gross. Und als eine erfahrene Farmbesitzerin erkennt sie bestimmt auch gleich, dass Safari nur Plüsch-Löwin ist.'

Die Farmbesitzerin hingegen dachte:
'Scheisse! Der Mann hat nicht gelogen! Da versteckt sich tatsächlich eine Löwin im Grass! Was mache ich jetzt bloß? MEINE RINDER!! Ich muss sofort meine Rinder irgendwie in Sicherheit bringen! Und einen Jäger muss ich auch gleich organisieren, dass er mir die Löwin einfängt oder zumindest vertreibt! Oh mann! Ich hatte heute doch noch echt andere Probleme zu lösen!!!'
Ja, ich konnte es selbst kaum glauben, als mir mein Privat-Fotograf dieses gerade stattgefundene Erlebnis erzählt hat! Sie hat mich tatsächlich für eine ECHTE LÖWIN gehalten!!!
Wow! Das hat mich so unglaublich glücklich gemacht! Auch wenn mir die Farmbesitzerin dabei etwas leidtat. =^.^=

Nachdem die Farmbesitzerin dann doch etwas zu lange und zu still auf das auf dem Handy angezeigt Foto gestarrt hatte, klärte mein Fotograf die Situation auf. Er zeigte ihr ein anderes Foto von mir und dem "Achtung-Rinder-Schild", wo ich komplett zu sehen war. Und auf diesem Bild hat dann auch sie erkannt, dass von mir gewiss keine Gefahr für sie oder ihre Rinder ausgeht. Und nachdem ihr der Riesen-Stein vom Herzen gefallen ist, hat auch sie gelacht.

Ach wie gerne wäre ich direkt mit dabei gewesen. Aber stattdessen bewachte ich aber das Auto und bestaunte den schönen Blumengarten.





Unsere weitere Reise führte dann über "Nauchas" auf die D1275, vorbei an "Namibgrens" zum "Spreetshoogte Pass".



Vom oberen View Point hat man wirklich eine fantastische Aussicht auf das tiefer gelegene Land. Und für einen Moment hatte ich das Gefühl, bis hinter den Horizont sehen zu können.





Doch mein persönlicher Lieblingsplatz lag etwas weiter unten beim tieferen View Point. Denn hier hat es neben einem schönen schattenspendenden Baum...



... auch ein "Gondwana Herz" zum liebhaben.


Ich mag dieses Foto. =^.^=

Mit Unterstützung der Motorbremse im 2. und 1. Gang, ging es dann die 1000m Höhenmeter die steile Passstrasse hinunter. Die hat immerhin bis zu 22% Gefälle! Das war definitiv nur was für Schwindelfreie wie mich und meinen Privat-Chauffeur.

Auf der Tiefebene angekommen, entdeckten wir bei der "Farm Ubib" dann entweder sehr merkwürdige Kühe oder ein verwirrendes "Achtung-Pferde-Warnschild"...




Am Ende der D1275 ging es dann links ab auf die C14. Und von hier aus war das bekannte "Solitare" mit seiner berühmten "McGregor's Bakery" und dem von jedem heiß begehrten "Apple Pie" dann auch nicht mehr weit. Natürlich mussten wir hier einen (Tank-)Stopp einlegen und überprüfen, was an den Apfelkuchen-Gerüchten dran ist.




Mein Gaumen-Fazit lautet: Schmeckt gut. Aber ich weiß auch, wo ich einen besseren Apfelkuchen bekomme.

Viel interessanter waren sowieso die verwirrten Blicke der anderen Touristen und der frechen Spatzen auf mich. =^.^=



Ein weiteres Highlight waren für mich die Erdhörnchen. Hier konnte ich meine Anpirschkünste mal so richtig demonstrieren. Ich wette ohne Lockmittel/Futter kommt sonst niemand so nah ran wie ich!



Privat-Fotograf: "Doch ich mit meiner Kamera!" 🙂



Safari: Sehr witzig, mein Lieber. Sehr witzig. Ich lach mich tot... nicht.

Ja und dann kam der Traum jedes Hobby-Fotografen in Form jede Menge herumstehender alter und total verrosteter Autos.
Kann mir das jemand mal erklären, warum fast jeder Tourist Fotos von den Dingern macht?



Wobei mal so auf einem Traktor sitzen war schon mal ganz nett.



Bis zur "Ababis Guestfarm", unserem Endziel für den heutigen Tag, war es dann nur noch ein Katzensprung von 14km.



Hier wurden wir erst von ein paar Ziegen vor dem Garten und dann von zwei sehr lieben Hunden im Garten begrüßt, bis wir uns schließlich zu Katrin, der hier lebenden Rudelanführerin... ähm ich meine natürlich, Farmbesitzerin, vorarbeiten konnten.





Da wir für die kommende Nacht die einzigen Camper waren, konnten wir uns die Campsite aussuchen. Mein Privat-Chauffeur fragte noch kurz, ob er denn schon den Theorieteil des 4x4 Fahrtrainings machen könnte. Da der Fahrtrainer noch unterwegs war, musste dies ganz normal morgen früh stattfinden. Kurz wurden noch die Zeiten fürs Abendessen abgesprochen und schon ging es zu den Campsites.

Mit der Campsite Nr.3 suchten wir uns die abgelegenste Campsite heraus.



Mein Löwe-Für-Alles ging dann erst mal im urigen Dusch-und-Toilettenhäuschen sich duschen und abkühlen. Dann baute er das Dachzelt auf und ging sich wieder unter der Dusche kurz abkühlen. Dann wurde sich etwas ausgeruht und dann wieder per 5 Sekunden Dusche abgekühlt. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass es an diesem Nachmittag auf Ababis sehr heiß war?



Aber mit heißen Temperaturen hatten wir ja gerechnet und diese auch genossen. Weniger genossen haben wir aber die, zwar nicht stechenden aber dafür umso nervigeren Fliegen. Mit denen hatten wir zwar auch gerechnet und ein entsprechendes geruchsintensives Gegenmittel zum Einsprühen gekauft, aber den Fliegen war das anscheinend egal. Die wollten, auf Teufel komm raus, jede Körperöffnung (Ohren, Nase und Mund) genauer inspizieren. Ich war ja zu meinem Glück immun. Als Plüsch-Löwin habe ich ja keinerlei Öffnungen. Aber mein Löwe-Für-Alles war fast nur mit seinen Pfoten am Wedeln und Fliegen verscheuchen.
Erst als er schwarze Socken zum Trocknen aufstellte, fanden das einige der Fliegen interessanter...



Am Ende war aber alles halb so wild und wir wurden, durch die sich gegen Abend bildenden Quellwolken, mit einem absolut traumhaften Sonnenuntergang belohnt.




Was soll ich sagen? Ich strahlte nur so vor Glück!




Mein erster richtiger Sundowner!



Für 20 Uhr waren wir dann zum Abendessen auf der Veranda des Haupthauses angemeldet. Und fast wären wir zu spät gekommen, da der direkte Fussweg von der Campsite, wohl durch die letzten Wassermassen im "Tsondab" Fluss, an einer kleinen Klippe endete. Im Dunkeln suchte mein Pfadfinder-Löwe mit seiner Stirnlampe einen Ersatzweg und fand diesen zum Glück auch ein paar Meter weiter Flussaufwärts.

Das Abendessen selber fand mit Katrin und Uwe, Isabell und Roland (unser 4x4-Fahrlehrer) und allen anderen Gästen plus Praktikant an einem großen Tisch statt. Das Essen selber war nicht nur sehr lecker, sondern auch sehr unterhaltsam! Und das lag nicht nur an den interessanten Gesprächen über Schlangen, Fahrtrainings (Roland saß uns direkt gegenüber) und Kirche, sondern auch an den fünf Geckos die an der Hauswand zwei der riesigen Netzflügler fingen. Das Größenverhältnis zwischen Gecko und Netzflügler war dabei in etwa so, als wenn ich einen ganzen Springbock alleine verspeisen würde. Dem entsprechend war der Gecko nach seiner Mahlzeit wie wir: Völlig satt und fast kugelrund!



Zum Glück haben auch die riesigen Netzflügler, wie fast alle fliegenden Insekten denen wir begegnet sind, keine Stacheln.



Im Gegenteil waren diese Rieseninsekten sogar so friedlich, so dass erst Roland und dann auch mein Reisebegleiter einen auf den Finger nahm.
"Roland, der Netzflügler-Flüsterer" =^.^=


Gegen 21:30 Uhr machten wir uns in völliger Dunkelheit dann über den trittsichereren Fahrweg auf den Rückweg zu unserer Campsite. Dabei wurden wir, wegen dem Licht der Stirnlampe, von sehr vielen Netzflüglern "geknuddelt", was für mich eindeutig eine arge Verletzung meiner Privatsphäre darstellte.

Eigentlich hatten wir uns so auf die erste Nacht im gemütlichen Dachzelt gefreut. Aber leider machte die leicht verschobene Bandscheibe meines Reisebegleiters ihm hier einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Sobald er sich hinlegte, fing fast der komplette rechte Arm an zu schmerzen. Verzweifelt kletterte er nochmals aus dem Zelt und warf sich eine zweite Schmerztablette ein. Danach muss er sich noch mit ein paar ersten Milchstraßen-Foto-Versuchen abgelenkt haben. Ich hingegen war schon längst im Land der Träume...

Teil 724. Apr. 2026

Kapitel 6: Mit vier Pfoten geht es immer besser!
(Mittwoch, 11.03.2026)

Noch lange vor Sonnenaufgang wachten wir in der Morgendämmerung auf. Ich, als Löwin im Einklang mit der Natur, natürlich gut erholt und voller Energie. Mein Reisebegleiter... nun ja, sagen wir einfach, er war froh, nach ein bisschen Schlaf wieder aufstehen zu dürfen.



Gerne hätte ich ihm ja im Mondschein beim Zeltabbau geholfen. Aber mit meinen zwei linken Pfoten wäre ich ihm dabei vermutlich eher hinderlich gewesen. Dafür bekam er aber meinen vollen Respekt für den überaus sauberen Abbau noch vor den ersten Sonnenstrahlen!



So konnten wir den heraufziehenden Sonnenaufgang in aller Ruhe genießen – und alleine das war jede Minute des frühen Aufstehens wert.





Da wir uns auf praktischen und zeittechnischen Gründen auch für das Frühstück auf "Ababis" angemeldet hatten, verließen wir kurz vor 8 Uhr unsere Campsite und fuhren hinüber zum Farmhaus. Ich bewundere ja meine kleineren Felidae-Verwandten. Trotz der Gegenwart des zwar lieben, aber auch großen Hundepaars, blieben sie völlig entspannt auf ihren ganz gemütlichen Plätzchen liegen. "Ababis" ist wirklich ein kleines Tierparadies auf Erden.






Roland, unseren 4x4 Fahrtrainer, trafen wir schon beim Frühstück. Und nachdem wir uns bei dem ausgiebigen Frühstücksangebot gestärkt hatten, ging es anschließend in gemütlicher Runde mit dem theoretischen Teil los.

(Schulungsraum)


Da ich, im Gegensatz zu meinem Privat-Chauffeur, von Technik nicht viel verstehe, konnte ich mir nicht wirklich viel merken. In Erinnerung geblieben ist mir nur noch der Leitsatz vom 4x4-Fahren: "So langsam wie möglich, so schnell wie nötig." Und, dass es um Getriebe- und Kupplungsarten, sowie Differenzialsperren ging. Soweit ich das verstanden habe, hatte unser Toyota Hilux eine automatische Hinterpfoten-Verknotung sobald der Vier-Pfoten-Antrieb aktiviert war. Deswegen sollte man in diesem Modus auch keine engen Kurven auf hartem Untergrund (Teer) fahren. Oder so ähnlich?
Mann ich bin eine Löwin, ich muss sowas nicht wissen!

Viel spannender war ohnehin der praktische Tei, der kurz nach 10 Uhr begann. Mit Roland auf meinem Beifahrersitz machten wir erst einmal eine Vollbremsung, bevor wir dann in das teils sandige, teils steinige Flussbett hineinfuhren. Dort erklärte dann Roland meinem Privat-Chauffeur, wie und wo lang und in welchen Getriebe-Gängen er am besten fahren sollte. Und nachdem mein Privat-Chauffeur dies und auch die Fahrzeugabmessungen halbwegs im Griff hatte, wurde es ernst. Mit der nächsten praktischen Aufgabe vor Augen, lotste uns Roland in eine besonders tiefsandige Stelle. Dort durfte sich dann mein Privat-Chauffeur erst einmal so richtig eingraben und festfahren. Natürlich mit voller Absicht.



Da passte echt keine Schwanzquaste mehr unter das Auto! Nur ein kleines Stückchen tiefer und wir hätten ganz schön buddeln müssen, um unser Fahrzeug da wieder herauszubekommen! Doch unter Rolands Anleitung schaffte es mein Privat-Chauffeur, sich ganz langsam und kontrolliert aus dieser Situation wieder freizufahren. Ich war ehrlich beeindruckt. Von meinem Privat-Chauffeur und vom Fahrzeug!

Doch wer nun denkt, das war schon alles: Weit gefehlt! Danach wurde es erst richtig interessant, als es in eine alte Kiesgrube mit jede Menge Böschungen und Hügelchen ging. Nicht nur einmal hatte mein Privat-Chauffeur ernsthafte Bedenken das von Roland vorgegebene Hindernis wirklich zu schaffen. Aber unser Hilux bewies am Ende was in ihm steckte (und was eben auch nicht)! Und zweimal stand er sogar nur auf zwei Pfoten... ähm, ich meine natürlich Räder! Für euch Zweibeiner nichts Besonderes, für mich hingegen ein echtes Kunststück!

Und zum Abschluss haben wir dann noch den stürmischen "Olymp" erklommen. Hier zeigte sich abermals, dass vier Pfoten einfach besser sind als nur zwei. =^.^=




Danke Roland für Alles!!! =^.^=



Zurück am Farmhaus, war der Fahrspaß gegen 13:30 Uhr dann leider vorbei. Allerdings genau zur richtigen Zeit, da wir ja heute noch nach "Sesriem" und vielleicht auch noch ins "Sossusvlei" wollten. Also fix bei Katrin die Verköstigungen bezahlt, ein paar Fotos übers Mobilfunknetz in die Heimat geschickt und schon bekam mein Privat-Chauffeur seine Offroad-Fahrtraining-Urkunde von Roland. Jetzt konnte auf dem letzten Stück ins Sossusvlei nun wirklich nichts mehr schiefgehen.

Teil 826. Apr. 2026

Kapitel 7: Auf in die Wüste!

Vorbei am Köcherbaum unweit von "Ababis" ging es zur C19, wo wir unseren "Olymp" nochmals aus einer neuen Perspektive von unten bestaunen konnten.




Die C19 Schotterpiste selber war, wie eigentlich fast alle Strassen auf unserer Reise, in einem ausgezeichneten Zustand. Da hatten wir im Vorfeld auch schon anderes gelesen. Hier ein paar Impressionen von Unterwegs.




Und ja, ich habe ein Faible für Tierwarnschilder entwickelt. Für mich als Löwin ist das ja auch nur logisch. Denn wo vor Huftieren gewarnt wird, müsste es für mich ja auch welche zum Jagen geben.



Gegen 15:15 erreichten wir dann "Sesriem" und bekamen vom Wachpsosten am ersten Gate die Nummer 82 zugewiesen. Ich vermute mal wir waren das 82. Fahrzeug an diesem Tag. Vom Wachposten wurden wir dann auch gleich zum zweiten Gate weiter innen weitergeschickt, um dort unsere Parkgebühr für einen Tag zu bezahlen.



Zurück an der Rezeption im Camp (also dort wo auch der Shop und die Bar ist) konnten wir uns auf der Campsite anmelden. Wir bekamen die Campsite 4 zugewiesen. Diese hatte einen schönen Abstand zu den anderen Campsites, war aber trotzdem nicht allzuweit ab vom Schuss.

Als nächste Attraktion stand der "Sesriem-Canyon" auf dem Reiseplan. Der Weg dorthin war leider übeles Wellblech. Aber zum Glück waren es ja nur 4km und somit ausnahmsweise ertragbar.
Am Parkplatz vor dem Canyon waren wir zu dieser Mittagshitze lediglich das zweite Auto, was auf nur sehr wenige Touristen im Canyon hindeutete.



Wie vermutlich viele andere Besucher vor uns, fragten wir uns zunächst, wo genau der Einstieg zum Canyon zu finden ist. Wirkliche Wegweiser hierfür gibt es vor Ort ja komischer Weise keine. Die Lösung, bzw. der Weg war dann aber doch nicht allzuschwer zu finden. Einfach vom Parkplatz aus durch die Absperrung laufen und dann nach Rechts (Richtung Westen) der dort beginnenen Senke folgen. Diese führt immer tiefer bis man schließlich über eine schmale Treppe unten im Canyon ankommt.



Senke (Eingang zum Canyon)


Der Eingang zum Canyon eignete sich auch perfekt für einen kleinen Touristen-Hinterhalt. Das war schon fast wie bei Wilhelm Tell!
"Durch diese hohle Gasse müssen sie kommen!"



Und ich bin mir ziemlich sicher... sie hat mich tatsächlich nicht gesehen. =^.^=



Da ich definitiv den schattigeren Teil des Canyons bevorzugte sind wir nach Osten zum Anfang gelaufen. Hier gab es sogar noch etwas Wasser! Eine willkommene Abwechslung zu der ansonsten sehr trockenen Umgebung.




Für ein paar Minuten hatten wir diesen Ort ganz für uns allein. Doch dann – wie es auf unseren Reisen fast schon Tradition ist – tauchte der obligatorische Schweizer mit seinem Freund auf. Nach ein paar ersten Sätzen auf Englisch, wechselten wir dann recht schnell ins Schwiitzerdütsch und tauschten uns über die bisherigen Reisestationen aus. Da die beiden für den heutigen Abend noch keine Unterkunft hatten, haben wir ihnen "Ababis" und Rolands 4x4 Fahrtraining empfohlen.

Auf dem Rückweg habe ich dann für mich auch einen passenden Wanderstock gefunden. =^.^=




Theoretisch kann man den Canyon wohl auch bis zu seinem Ende erkunden. Aber das war uns dann zu weit, bzw. zu Heiß und die Zeit zu knapp. Da bespaße ich doch viel lieber die nächsten Touristen die unverhofft zu ihrer wohl ersten Löwensichtung kamen. Und der Guide der Truppe war auch sehr nett. Der fand nämlich, dass mein Namen super zu mir passt, weil "Safari" auf Swahili ja "Reise" bedeutet.

Zurück über die Huppel-Piste ging es wieder nach "Sesriem" und dann durchs zweite Gate auf die Teerstrasse in Richtung "Sossusvlei". Auf dem Weg zum "Sossuspoort Viewpoint" bei der "Dune 1" haben wir eine rein männliche Straussen-Gruppe, sowie einen süssen Vogel gesehen. Müsste eine Rüppell Trappe sein, wenn ich mich nicht irre.




Am Aussichtspunkt bot sich uns ein beeindruckender Blick über das "Tsauchab-Tal", welches sich rund 60 Kilometer tief in die rote Namib-Wüste hineinzieht.




Und hier war es endlich so weit. Zum ersten Mal durfte ich meine Pfoten in den roten Sand der Namib setzen. 🙂



Da es erst kurz nach 18 Uhr war und das innere zweite Tor noch bis 20:30 Uhr geöffnet blieb, fuhren wir weiter. Immer der untergehenden Sonne entgegen, tiefer in das Tal hinein.



Unser Endziel wurde schließlich die Dune 40, die sich im goldgelben Abendlicht farblich von ihrer allerschönsten Seite zeigte.



Aber auch ich konnte mit meiner Fellfarbe in diesem fantastischen Licht ganz gut mithalten.


*Safari zu ihrem Privat-Fotografen*
Safari: "Warum ist denn das Foto so schief?!"
Privat-Fotograf: "Das ist ein europäischer Blickwinkel!"
Safari: "Aha... Das kapierst auch nur du!"

Genauso schräg wie der Bildwinkel, war auch die Frau auf dem Foto. Die ist nämlich nur schnell zur Düne gerannt und hat etwas Sand in ein Glas gefüllt. Und wofür? Für Zuhause! Ich hoffe nur zum Wohle der Namibwüste, dass sie ein Einzelfall bleibt!

Aber zurück zu ein paar weiteren schönen Fotos von der Düne, dem Sonnenuntergang und mir.





Und so als "Cargirl" mache ich doch auch keine schlechte Figur. =^.^=



Privat-Fotograf: "Safari! Das ist das falsche Auto!"
Safari: "Wie falsch? Aber der hat doch die gelbe Kordel... Egaaal!
Die Camper gehören doch eh alle Ober-Löwin Rike von Safari Car Rental!"



Erst als wir uns auf den Rückweg zum "Sesriem-Camp" machten, bemerkten wir unseren Zeitplanungsfehler. Zwar war das zweite innere Tor bis um 20:30 Uhr geöffnet, aber die Sonne ging natürlich bereits schon um 19:15 Uhr unter! Und eigentlich sollten wir, aus Sicherheits- und Versicherungsgründen, im Dunkeln kein Auto mehr fahren... Ich hoffe Ober-Löwin Rike von "Safari Car Rental" liest hier nicht ganz so genau mit, bzw. drückt vielleicht auch mal ein Auge zu. Und neben einem wunderschönen Sonnenuntergang, sahen wir tatsächlich noch unser erstes Raubtier: Einen Schakal!




Kurz vor 20 Uhr erreichten wir schließlich wieder "Sesriem". Das letzte Dämmerlicht war gerade verschwunden, und die Campsite lag bereits völlig im Dunkeln. Doch der Aufbau des Dachzelts war inzwischen für meinen Privat-Reiseleiter schon zur Routine geworden. Nach einer kurzen Fellpflege und einem einfachen, aber zufriedenstellenden Salami-Butterbrot-Abendessen, lagen wir daher schon gegen 21:30 Uhr im Bett.
Ich schlief wieder sofort ein. Mein Privat-Reiseleiter etwas später. Was wir beide zu diesem Moment unter den Sternen Namibias allerdings noch nicht ahnten: Der nächste Tag würde alles bisher dagewesene toppen.

Bleibt also dran an meiner Schwanzquaste!
Eure Safari =^.^=

Teil 929. Apr. 2026

Kapitel 8: Die unglaubliche Sensation im Dead Vlei!

Ich bin mir nicht ganz sicher. Aber vermutlich war es entweder der unruhige Schlaf meines bandscheibengeplagten Privat-Reiseleiters, oder der Bio-Blasen-Wecker, der uns um 4:50 Uhr aufstehen ließ. Oder vielleicht auch beides. Da wir ja am Vorabend nicht wirklich zum Campieren sondern nur zum Schlafen gekommen waren, musste mein Privat-Reiseleiter auch nur das Dachzelt zusammenklappen und einpacken. Und so kam es, dass wir um 5:30 Uhr tatsächlich die Ersten am zweiten inneren Gate waren! Da blieben noch ein paar Minuten, um sich schnell was zwischen die Zähne zu schieben, bevor dann überpünktlich um 5:43 Uhr die Schranken geöffnet wurden.
Mit den erlaubten 60 km/h sind wir losgefahren. Alle schön vorbildlich in einer Reihe, wie eine in der Dunkelheit leuchtende Lichterkette. Dann, hinter der ersten Kurve und ausser Sichtweite des Gates, waren plötzlich alle Geschwindigkeitsbeschränkungen egal. Die Kolonne zerfiel, Motoren heulten auf, und es wurde beschleunigt, was das jeweilige Fahrzeug hergab. Mein Privat-Reiseleiter meinte, dass wir teilweise bestimmt mit weit über 100 km/h überholt wurden. Und das, wie wir später rekonstruieren konnten, vom Sossusvlei-Shuttle-Service und anderen professionellen Reiseleitern!
Okay, zugegeben. Als wir auf halben Weg, nach dem "Tsauchab-River-Crossing", dann wieder überholt wurden, hat sich mein Privat-Chauffeur an den Überholer dann auch drangehängt und ihn quasi als Strassenzustands-Auskundschafter ausgenutzt. Zumindest solange bis dessen Geschwindigkeit dann doch wieder für sein eigenes Sicherheitsgefühl zu gross wurde.

Mit dem Gefühl Letzter zu sein, erreichten wir den 4x2-Parkplatz am Ende der Teerstrasse und liessen ihn gleich links liegen. Nur schnell den All-Pfoten-Antrieb hinzugeschaltet, einmal tief durchgeatmet und schon ging es in das berühmte sandige Flussbett des ausgetrockneten Tsauchabs.
Rolands Tipp vom 4x4-Fahrtraining folgend, bauten wir gut Geschwindigkeit auf (ca. 40 km/h), um die Gefahr eines Steckenbleibens zu minimieren. Mit dieser Strategie überholten wir dann wiederum tatsächlich ein anderes Fahrzeug auf dem Abschnitt, welches nur halb so schnell war wie wir. Und als wir am "Dead Vlei-Parkplatz" ankamen, waren wir die Ersten?!?

Okay... damit hatten wir jetzt nicht gerechnet, aber hatten natürlich auch nichts dagegen die Ersten am "Dead Vlei-Parkplatz" zu sein. =^.^=

Also schnell in der Morgendämmerung, wo ja noch alles schattig ist, einen möglichst schattigen Parkplatz für später gesucht, Trinken und Kamera in den Wanderrucksack gepackt und schon machten uns auf den Weg.
Und gerade als wir mit unserer Wanderung ins Dead Vlei starteten, kamen die nächsten Fahrzeugen mit den nächsten Touristen an.



Da war es übrigens 6:45 Uhr und die Sonne konnte nicht mehr weit vom östlichen Horizont entfernt sein.



Denen in fast gerader Linie stehenden und weiß bemalten Pfosten folgend, liefen wir in nur 15 Minuten ins Dead Vlei. Und zusammen mit einer netten Gruppe Japaner, waren wir dann tatsächlich die Allerersten Besucher an diesem noch sehr frühen Morgen.
Ich glaube ein völlig menschenleeres Dead Vlei sieht auch nicht jeder.



Vorbildlich studierten wir ersteinmal die hier geltenen Benimm-Regeln. Keine Drohnen, kein Klettern und generell kein Berühren der Bäume!



Mit der Qual der Wahl, machten wir uns auf zu unserem ersten Baum und machten das was wohl jeder Tourist hier macht. Fotos.



Doch dann! Völlig unerwartet, machte mein Privat-Fotograf eine wirklich sensationelle Entdeckung!

Während ich das tat was Löwinnen nunmal so tun, entdeckte mein Privat-Fotograf eine Antilope im Dead Vlei! Ein Springbock der wirklich am allerletzten grünen Busch vor der sich dahinter ewig erstreckenden Namib-Wüste seinen Magen füllte!



Doch wer jetzt denkt, dass war schon alles - nein!
Denn was er dann sah, würde ihm wirklich niemand glauben, wenn er nicht ein Beweisfoto gemacht hätte!
Und das war wirklich die Senstion des Tages! Ach was sage ich! Die Sensation des Jahrhunderts!

Erst nur eine kurze Bewegung in seinem Augenwinkel wahrnehmend, entdeckte er eine sich anschleichende, jagende Löwin!


- Absolut senstationelles Foto von einer jagenden Löwin im Dead Vlei !!! -


Unglaublich, nicht wahr?

So natürlich wundervoll!
Und einfach nur elegant und fotogen!
Ich mag Aktion-Fotos von mir. =^.^=

Leider bot das Gelände viel zu wenig Deckung, so dass ich am Ende wirklich keine Chance hatte auch nur ansatzweise dem Springbock näher zu kommen, ohne von ihm gesehen zu werden. Er ist daher seiner Wege gegangen, zurück ins Sossusvlei.

Wir hingegen widmeten uns wieder den toten und lebenden Bäumen. Die laufen auch wenigstens nicht weg. =^.^=




Und gegen kurz nach 7:30 Uhr schaffte es dann auch die Morgensonne über die riesige Düne des "Dead Vlei".




Baum Nummer 3, oder 4? Ach wer weiss das schon so genau.





Es waren jedenfalls genug Bäume für alle da.




Irgendwann wurde der Schatten im Tal der toten Bäume immer spärlicher. Und da weder ich noch mein Privat-Fotograf grosse Lust darauf hatten von der heissen Sonne durchgebraten zu werden, machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Toyota auf dem Parkplatz.

Privat-Fotograf: "Safari? Würde es dir was ausmachen dich auf dem Rückweg im Rucksack zu verstecken?"
Safari: "Kann ich machen. Was hast du vor?"
Privat-Fotograf: "Ich hab da eine Idee die dir gefallen könnte."

Und damit ihr die folgende Begegnung auch in vollen Zügen miterleben könnt, hier noch die "Original-Fotos" von meiner Springbock-Jagd am frühen Morgen. Diese bitte kurz einprägen. Denn diese Fotos werden ab nun eine wichtige Rolle spielen.

!!!!! Sensationelles Foto A: "Springbock im Dead Vlei!!!!!



!!!!! Noch sensationelleres Foto B: Jagende Löwin im Dead Vlei!!!!!


Wir waren noch nicht ganz oben auf der ersten Sattel-Düne, als uns auch schon ein erstes geeinetes Opfer entgegenkam. Es war ein englisches Ehepaar eines schon etwas älteren Semesters. Und die nicht ganz so sportliche Frau, ich nenne sie jetzt einfach mal "Elisabeth", keuchte schon merklich durch den für sie anstrengenden Anstieg.

Private-Photographer: "Hi! How are you?"
Elisabeth: *breathing heavingly* "Hi! I'm fine, I'm fine"
Private-Photographer: "Congratulations! You just did the last slope. It's amazing down there in the Vlei. The light, the shadows and the dead trees between the dunes...
And I even saw a hunting lioness this morning!"

Elisabeth: *looking suspicious* "You are kidding me!"
Private-Photographer: "No! Really! I can show you the photos I made."
Elisabeth: "Seriously?!"

Private-Photographer: *showing her sensational photo A* "See! Here is the antilope gazing at the bush..."
Private-Photographer: *skipping to sensational photo B* "...and here is the lioness."

Elisabeth: *a bit shocked* "Oh my god!!! Darling see! He is telling the truth! A lioness!! Unbelievable!"

Was soll ich sagen... Ich war stolz wie Simba nach der Rückeroberung seines Königreiches!!!
Ich meine ich bin jetzt doch wirklich in voller Grösse auf dem Foto zu sehen. Und trotzdem war Elisabeth und auch ihr Mann völlig überzeugt, dass ich eine wahrhaftig echte Antilopen-jagende Löwin bin!
Boah! Mein plüschiges Löwinnen-Herz platze nur so vor Freude!

Danke, völlig besorgte und leicht verängstigte Elisabeth! Danke, Danke, Danke!!! =^.^=

Elisabeth: *now worried* "Is the lioness..., is she still down there?!?"
Private-Photographer: "No, don't worry! I caught her!"
Elisabeth: *puzzled* "YOU DID WHAT??!!"

Unter den ungläubigen Augen von Elisabeth nahm mein Privat-Fotograf seinen Rücksack vom Rücken und öffnete das Hauptfach, aus welchem ich ihr wiederum mit einer Freudenträne in meinen Augen entgegenstrahlte.

Privat-Fotograf: "Here she is! Sorry for the joke, but I hope I made your day!"
Elisabeth: *laughs with all her heart* "You did! You definetly did!"

Ich glaube die Frau war sehr froh darüber es am Ende doch nicht mit einer erwachsenen 130kg schweren Raubkatze zu tun zu haben, sondern nur mit einer kleineren süssen 3kg schweren Kuschelkatze. Und ich glaube auch, dass ihr diese Begegnung wirklich den Tag gerettet hat. Denn ich bin mir fast sicher, dass sie nur aus Liebe zu ihrem Mann die Strapazen auf sich genommen hat. Damit er, wie sollte es auch anders sein, im Dead Vlei Fotos von toten Bäumen machen kann.

*Safari zu ihrem Privat-Fotografen*
Safari: "Das war ja aber schon etwas gemein, so eine ahnungslose Touristin hinters Licht zu führen. Mit einem erfahrenen einheimischen Guide würde das hier vermutlich nicht funktionieren."
Privat-Fotograf: "Top die Wette gilt! Da vorne kommt einer mit seiner Touri-Gruppe!"


Ich versteckte mich also ganz schnell wieder im Wanderrucksack und lauschte gespannt der Dinge die da kamen.

Privat-Fotographer: "Hi! How are you?"
Tour-Guide: "Fine! And you?"
Privat-Fotographer: "I am excited! I just had an unbelievable sighting!
I saw a hunting lioness in the Dead Vlei over there!"

Tour-Guide: "That's impossible. You must have misjuged something."
Privat-Fotographer: "No really! I can show you the photos!"
Privat-Fotographer: *showing ihm photo A* "See! Here is the springbock at the bush..."
Privat-Fotographer: *skipping to photo B* "...and here is the hunting lioness."

*Tour-Guide stares for some seconds at photo B on the camera display...*
Tour-Guide: "I can't believable it! I never ever heard of a similar sighting here. When did you see the lion?"
Privat-Fotographer: "This morning! Just when the sun came up."

*Some of his tour guests also take a look at photo B*

Tour-Guide: "This morning!?! And in which direction did the lion go?"
Privat-Fotograf: "Well, I catched her!"
Tour-Guide: "Sorry, what?"
Privat-Fotograf: "I catched the lioness!"
Tour-Guide: "WHAT!?!"

Tourist: "Ah, that's a toy lion!"

*Tour-Guide takes a third look at the photo and starts to laugh*
Tour-Guide: "Oh! You tricked me! You really tricked me!"

Ich war fassungslos! Ist es denn zu glauben? Er glaubte es auch! Er, der hier bestimmt schon tausendmal im Dead Vlei und Sossusvlei war!
Ich werd noch verrückt! Nein, was rede ich denn! Ich werd noch zu einer echten Löwin! Zu einer ECHTEN LÖWIN !!!!!
Ich könnte BRÜLLEN VOR FREUDE!!!

Mit einem absolut unbeschreiblichen Glücksgefühl sind wir dann das restliche Stück zum Parkplatz gelaufen und haben uns dort ersteinmal einen erfrischenden Schluck gut gekühlten Wassers gegönnt. Einmal zum Abkühlen der Körpertemperatur und einmal zum Abkühlen meines Gemütszustandes. Nicht das ich wieder in eine Glücksstarre verfalle wie vor zwei Jahren schonmal.
Und auch wenn ich am Anfang das Gefühl hatte durch das Folgen der linken Fahrspur vom Kurs abgekommen zu sein, war der Weg durch den Tiefsand für mich trotzdem noch wie fliegen... . Genauso wie die Teerstrasse ab dem 4x2-Parkplatz. Die Dünenlandschaft links und rechts wehte nur so an uns vorbei, während ich weiterhin mit meinen Gefühlen über allen Wolken schwebte.




Erst die grosse Oryx-Herde, welche am "Sossuspoort Viewpoint" bei der "Dune 1" vor uns die Strasse überquerte, holte mich wieder aus meinem schönen Tagträumen zurück.





Zum Glück ist das kein Nashorn, sonst hätte mein Privat-Fotograf das Foto wegen der genauen Positionsangabe wohl leider zensieren müssen. -_-



Aber bei diesen ganzen Oryx-Sichtungen und unseren dadurch verursachten Foto-Stopps kam mir eine Idee...

Safari: "Du ich habe da eine Idee..." *flüster*
Privat-Fotograf: "Das funktioniert nie im Leben! Aber ich bin dabei!"
Safari: "Das werden wir ja sehen!"

Wir hielten also bei der kleinen Flussdurchfahrt beim Abzweig zur "Sossus Dune Lodge" an. Und während ich mich gerade noch sichtbar unter einem Baum versteckte, holte mein Privat-Fotograf seine Kamera mit dem grossen Teleobjektiv hervor.

Die Falle war gestellt...

Teil 1006. Mai 2026

Kapitel 9: Safaris Touristenfalle!

Die Falle am "River Crossing vor Sesriem" war gestellt und die Jagd auf Touristen eröffnet!

Unser Plan war eigentlich recht einfach. Mein Privat-Fotograf musste nur so tun, als ob er gerade eine mega-tolle und sensationelle Tiersichtung beobachte. Und ich? Ja ich musste einfach nur ich sein: Eine wilde Löwin! =^.^=




Mein Privat-Fotograf hatte unseren Camper so positioniert, so dass er die vom "Sossusvlei" kommenden Fahrzeuge schon von weitem erspähen konnte. Und die Fahrzeuge welche vom "Sesriem-Camp" durch die Flussbett-Senke mussten, hatte er im Rückspiegel im Blick.



Und wie auf einer richtigen Jagd, war ersteinmal warten angesagt. Und während ich es mir im Schatten des Baumes gemütlich machte, hat mein Privat-Fotograf nebenbei was getrunken und die ersten Foto- und Dashcam-Sicherungen gemacht.

Aber dann, nach nur wenigen Minuten, kam schon das erste Fahrzeug vom Sossusvlei!
Ich habe mich also, bereit zum Sprung, schön flach auf den Boden gelegt und mein Privat-Fotograf seine gut ein halben Meter lange Kamera mit Teleobjektiv aus dem Fahrerfenster gestreckt. Um die Illusion nicht zu zerstören, hat er nicht einmal zum ankommenden Fahrzeug geschaut, sondern seinen Blick voll und ganz auf mich konzentriert. Nur mit seinen Ohren konnte er lauschen, wie die Motorengeräusche des sich nähernde Fahrzeugs immer lauter wurde und dann einfach an uns vorbeifuhr?!

Was?
Warum?
Hey! Kommt zurück!
Ihr verpasst gerade...
...die Sichtung eures Lebens...

Aber durch einen Fehlschlag lässt sich eine Löwin wie ich natürlich nicht entmutigen. Bei meinen Schwestern klappt es mit der Jagd schliesslich auch nicht immer auf anhieb!
Als dann aber auch die nächsten sechs Fahrzeuge ohne überhaupt langsamer zu werden an uns vorbeifuhren, musste ich eine Kriesensitzung mit meinem Privat-Fotograf abhalten.

Safari: "Du muss dich entweder mehr anstrengen oder du brauchst ein grosseres Teil!"
Privat-Fotograf: "Ein noch grösseres und schwereres Objektiv macht meine Bandscheibe nicht mehr mit und ich streng mich doch schon so gut an wie es geht!
Ich denke du darfst dich einfach nicht so gut verstecken, so dass die Leute eine Chance haben dich zu sehen."
Safari: "Okay, mache ich. Aber dafür steigst du bitte ab jetzt aufs Dach und versteckst dich nicht mehr hinter der Windschutzscheibe und dem Rückspiegel!"

Aus Sicherheitsgründen ist er nätürlich nicht aufs Autodach gesteigen, sondern hat sich bei offener Fahrertür nur auf die Einsteigshilfe gestellt. Aber dennoch ragte er nun mit seiner Grösse gut ersichtlich über das Autodach hinaus.
Und ich machte es mir nun auf dem dicken Ast gemütlich. Durch meine Fellfarbe zwar immer noch getarnt, aber alles andere wäre dann auch zu offensichtlich gewesen.



Zum Glück kamen auch die nächsten sechs Fahrzeuge aus Richtung des Airstrips/Sossusvlei, denn so waren sie als weiss leuchtende Punkte schon von Weitem zu erkennen. Zu unserem Pech jedoch hielt auch hier niemand an. Ich fragte mich, ob wir immernoch etwas flasch machten, oder ob es einfach am Ort lag. Im Etosha-Park wären jetzt bestimmt schon zwei Autos neben unserem Camper gestanden. Oder die Leute haben einfach keine Zeit mehr heutzutage, beziehungsweise einen viel zu straffen Zeitplan im Urlaub. Ach, wenn die alle nur wüssten was sie verpassen!



Tschüss Reisebus voller sensationshungriger Touristen. Auch wenn ihr mich nicht gesehen habt, ich habe euch gesehen!

Da nun auch die Bildersicherungen fertig waren, wollten wir schon aufgeben und selber weiter fahren, als das nächste weisse motorisierte Gefährt am Horizont aufblitzte. Also gut, einen letzten Versuch noch.
Ich machte mich also auf meinem Ast breit, während mein Privat-Fotograf zum wiederholten Male halb aufs Dach steig und den völlig begeisterten Wildlife-Fotografen miemte. Ab ungefähr einer halben Löwinnen-Springlänge (ca. 100m) hörten wir das lauter werdende Brummen des Motors wie er sich näherte.
Doch genau auf der Höhe unseres Wagens verwandelten sich die Motorengeräusche plötzlich in Bremsgeräusche!

Sie halten an! Sie halten tatsächlich an!!!



Um diesen Moment in vollen Zügen zu geniessen, müssen wir in der Zeit ca. 30 Sekunden in die Vergangenheit reisen und uns imaginär in das andere Auto des jungen deutschsprechenden Paares begeben.

*Partnerin zu ihrem Partner*
Partnerin: "Schau mal dort vorne! Da steht ein Mann auf der Tür und fotografiert irgendetwas im Busch.
Komisch... Ich sehe da nichts, du etwa?
Partner: *ganz cool* "Ja, einen Löwen."
Partnerin: "Einen WAS?!? WO? HALT AN!!!
*Partner macht eine halbe Vollbremsung und setzt dann noch ein Stück zurück*
Parnter: "Dort auf dem Baum liegt er."
*Partnerin lacht laut und macht erste Fotos von mir*
Partnerin: "Geil! Einfach nur geil!"

Schnell ging mein Privat-Fotograf zum Fahrzeug des jungen deutschen Paares und teilte ihnen freudig mit, dass die Beiden unseren Tag gerettet haben. Und auch wenn die Beiden in unsere Falle getappt waren, waren sie froh angehalten zu haben. Hier erzählten sie uns auch den oben geschriebenen Wortwechsel. Allerdings habe ich im nachhinein den Verdacht, dass zumindest er mich im Dead Vlei schon zuvor gesehen hatte. Sonst wäre er nicht so ruhig beglieben.

Nach ein paar weiteren netten Worten und Reiseerzählungen fuhren die Beiden dann glücklich weiter. Und auch wir wollten eigentlich weiter, als dann das nächste Auto anhielt, die Insassen ihre Fenster runtermachten und mit ihren Handys mich abfotografierten wie ein Weltstar!

Diesmal war es eine ganze Vierer-Truppe im lebenserfahrenen Alter aus Deutschland, welche überglücklich war auf unsere Touristenfalle hereingefallen zu sein. Auch diesmal unterhielt sich mein Privat-Fotograf mit den netten Leuten und beglückwünschte diese zu ihrer ersten Löwen-Sichtung, während meine Glücksgefühle in ungeahnte Höhen schossen.

Aber es sollte noch besser kommen. Beflügelt von den beiden Erlebnissen, blieben wir noch etwas länger auf der Lauer. Und nur wenig später hielt nicht nur ein, sondern gleich zwei Autos gleichzeitig an!

Ich glaub es nicht! Ich verursache meinen ersten Löwin-Sichtungs-Stau!!!



Etwas überfordert ist mein Privat-Fotograf erst zu dem Fahrzeug gelaufen, welches etwas weiter weg von meinem Baum zum stehen kam. Dort schaute eine Frau, ich nenne sie jetzt mal "Susan", verwundert aus dem Beifahrerfenster, da sie mich wegen der Entfernung und meiner natürlichen Tarnung noch nicht gesehen hatte.

Susan: "What do you see?"
Private-Photographer: *with enthusiasm* "A lion!"
Susan: WHAT?! WHERE???
Private-Photographer: "At the tree."
*Susan searching the tree with her camera*
Susan: "Oh there! Genious! *smilies*
Can we make a photo?"
Private-Photographer: "Sure!"



Viel besser als die Frau mit ihrem Mann, waren aber die vier Südafrikaner im zweiten Auto. Mit denen hatten wir so richtig Spaß! Die stiegen nämlich aus ihrem Auto aus und genossen ihre Löwinnen-Sichtung wirklich in vollsten Zügen. Besonders Chris, der Ober-Löwe der Truppe, war begeistert und meinte, dass wir ja nie unseren Humor im Leben verlieren sollten. Aber auch seine Mitreisenden meinten, dass dieser Halt der beste Stopp des ganzen Tages war.
Und mal ehrlich: Wann hat man auch schon mal die Chance mit einer Löwin ein Selfie zu machen, ohne Angst haben zu müssen gefressen zu werden? =^.^=

Vielen Dank euch für das Video und das Foto!

Sensations-Video: Löwin bei Sesriem gesichtet! (Link zum Video)



Danach wurde mein Privat-Chauffeur noch zu einer traditionellen Runde Springbock-Köttel-Weitspucken eingeladen, bei dem er als Neuling glücklicher Weise den zweitletzten Platz belegte, da er ansonsten hätte einen Ausgeben müssen. Es ist erstaunlich, wie weit die Dinger fliegen können!

Mit einem Gemütshoch sondergleichen sind wir nach den Südafrikanern dann auch in Richtung "Sesriem-Camp" abgezogen. Und mit ganzen zwölf "gefangenen" Touristen konnte ich am Ende meiner Jagd auch wohl mehr als nur Stolz sein!

Aber wer jetzt denkt, dass wars schon. Weit gefehlt! Das Beste kommt erst noch!

Teil 1107. Mai 2026

Kapitel 10: Safaris Veradeligung

Nach meiner erfolgreichen Touristenjagd dachte ich eigentlich, dass es das jetzt gewesen sei. Ehrlich! Ich ging wirklich davon aus, dass wir im Camp-Shop nur noch ein paar Vorräte auffrischen und mein Privat-Chauffeur sich noch was schnelles zwischen die Zähne schieben würde. Aber da kannte ich meinen Privat-Chauffeur wohl noch nicht gut genug!



Wir erreichten das "Sesriem-Camp" ziemlich genau gegen Mittag und mein Privat-Reiseleiter ging als erstes in den Shop um ein paar Mineralwasserflaschen und Süssgetränkedosen zu besorgen. An der Kasse fragte er dann die Kassiererin, ob es denn auch hier ein Sichtungsbuch gäbe, wo man Tiersichtungen eintragen könnte.

Shop cashier: "I'm sorry. We had a sighting book in the past, but not anymore. But what did you see?
Private-Photographer: "Oh, I saw quite a lot of anymals! I saw a jackal, a big group of oryx, a spingbock and a lioness!"
Shop cashier: "Sorry, you saw a LION?!"
Private-Photographer: "Yes, a lioness!"
Shop cashier: "Sorry, but that can't be true."
Private-Photographer: "I can show you the photos, if you like."
*Shop cashier woman coming around her desk to take a closer look*
Private-Photographer: *showing her sensational photo A* "See! Here is the antilope at the very last bush in Dead Vlei..."
Private-Photographer: *skipping to sensational photo B* "...and here is the hunting lioness."
Zur Wiederholung, hier nochmals die beiden "Sensations-Fotos":
Sensations-Foto-A: "Springbock im Dead Vlei

Sensations-Foto-B: Jagende Löwin im Dead Vlei
Mit sichtbar offenen Mund starrte die gute Frau auf das Kameradisplay, wo das Sensations-Foto-B mit mir zu sehen war. Sie gehörte zu meinen, ich nenne sie ab jetzt "Gläubigen", und rief aufgeregt die Rezeptions-Mitarbeiterin von gegenüber zu sich. Auch hier zeigte mein Privat-Fotograf ihr zunächst das Sensations-Foto-A mit dem Springbock im Dead Vlei und dann Sensations-Foto-B mit mir in Lauerstellung. Was soll ich erzählen? Auch sie war überzeugt, dass ich auf dem Foto eine echte Löwin war!
Natürlich wurde mein Privat-Fotograf sofort ausgefragt, wann und wo genau er die Löwin denn gesehen habe, was er leicht mit weiteren Fotos vom Dead Vlei und seinen vertrockneten Bäumen belegen konnte. Durch die aufgeregte Unterhaltung der Dreien angelockt, kam als nächstes dann auch die Kellnerin aus der Bar, ich nenne sie jetzt mal "Sarah" da sie später noch eine Rolle spielen wird, hinzu. Und auch sie wurde, als sie die Fotos gesehen hatte, sofort zu meiner nächsten Gläugien!
Mit der Situation leicht überfordert, riefen die drei Damen als nächstes noch ihren Kollegen aus dem Lager hinzu, um noch eine vierte Meinung zu bekommen. Auch er konnte die Behauptung von einer Löwin im Sossusvlei ersteinmal nicht glauben und schaute sich das Sensations-Foto-B daher ganz genau an. Aber nach dem anscheinend unumstösslichen Beweisfoto glaubte er es auch!
Aber er war ein mann der Tat und erkannte, dass man zum Schutz der Gäste vor einer wilden und furchterregenden Löwin umgehend das Management informieren musste...

...jaaaa...
Und hier scheiden sich nun die Erinnerungen von mir und meinem Chronisten. Seine Wahrheit ist kurz und langweilig. Meine 'alternative' Wahrheit hingegen ist viel spannender und lustiger und für das weitere Verständnis unserer Reise sowieso unabdingbar!

Chronist-Version:
Da mir die Situation nun doch zu heiß wurde und ich keine allgemeine Panik auslösen wollte, hielt ich den Mann noch rechtzeitig auf. In beisein aller vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe ich dann ein weiteres Foto von Safari gezeigt, auf welchen gut zu sehen war, dass sie keine grosse und gefährliche, sondern eine ganz weiche und liebe Löwin ist.
Trotz oder vielleicht auch gerade wegen meines Scherzes, haben alle am Ende herzhaft gelacht und sich für diesen schönen Scherz bedankt.

Safari-Version:
Um den Mann aus dem Lager beim Management zu unterstützen, ging mein Privat-Fotograf mit nach draussen vor den Shop. Und einmal dürft ihr raten wer da auf dem Parkplatz im Auto wartete und diese noch nichts ahnend bewachte. Natürlich ich! Eine absolut wilde und (un)gefährliche (Plüsch-)Löwin! =^.^=
Die ungefährliche Wahrheit erkennend, hat der Mann freudig gelacht und die Idee vorgeschlagen, den drei Damen im Shop doch einen kleinen Schrecken einzujagen. Da wir schon so viel Schabernak an diesem Tag angestellt hatten, waren wir da natürlich gerne dabei!

Mein Privat-Chauffeur ging wieder zurück in den Laden und lenkte die drei Damen für ein paar Momente ab. Während dessen kletterte ich auf den Rücken des Mannes und umschlang seinen Hals mit meinen samtweichen Vorderpfoten. Dann rannte er in den Shop und rief laut: "She's got me! She's got me!" Nur um im nächsten Moment mich zu meinem Privat-Fotografen zuzuwerfen, welcher mitten zwischen den nun völlig schockierten Frauen stand. Alle wichen sie einen Schritt zurück bevor auch sie erkannten, dass ich zwar eine Löwin, aber eben auch keine ganz wilde Löwin war.

Wir haben alle Gelacht und dann noch viel mehr Gelacht, als mein Privat-Fotograf noch von Elisabeth und dem Tour-Guide im Dead Vlei erzählte. Und auch von den vier Fahrzeugen, welche wir zu einem Sichtungshalt bringen konnten.
Und zur Krönung meinte Sarah, die Kellnerin von der Bar, noch am Ende zu mir: "You are the first desert lion queen here in Sesriem!"
Und genau dies war fortan mein Titel!
"Safari, die erste Namib-Wüsten-Löwen-Königin von Sossusvlei und Sesriem"

Teil 1210. Mai 2026

Kapitel 11: Löwinnen überall!

Chronist: "Können wir ab jetzt bitte wieder zur richtige Wahrheit zurückkehren?"
Safari: "Als ob du immer und überall bei der richtigen Wahrheit bleiben würdest! Vergiss nicht! Jetzt kommt der Teil mit Lydia!"

Also weiter in der Erzählung.

Mit unseren Shopeinkäufen bin ich wieder zurück ins Auto, um meiner Pflicht als Wach-Löwin nachzukommen. Mein Privat-Chauffeur hingegen wollte noch unbedingt im Restaurant eine Kleinigkeit zum Mittag essen. Dort traf er an der Bar wieder auf die vier Südafrikaner. Zur Erinnerung: Das waren die mit dem Löwen-Selfie-Foto und dem Köttel-Spuck-Wettbewerb. Die arme Breeda, welche verloren hatte, musste ihren Jungs wirklich ein Bier ausgeben. 🙁
Im Gespräch mit der Gruppe, welche übrigens als eine Art Betriebsausflug zusammen durch Namibia reisten, wurden dann noch weitere persönliche Geschichten erzählt. Und da auch Sarah, die Kellnerin, meinen Privat-Fotografen nochmals darum bat ihrem Bar-Kollegen die Sensationsfotos von der jagenden Löwin zu zeigen (er war auch ein Gläubiger 🤩 ), kam er nicht wirklich zum Essen. Erst als sich die Südafrikaner verabschiedeten, kam etwas Hoffnung auf den griechischen Salat mit Hühnchenstreifen in Ruhe futtern zu können. Doch kaum war die südafrikanische Gruppe aus dem Restaurant, als auch schon eine junge Frau vom anderen Ende der Bar herüberrutschte.

Diese junge Frau war Lydia, eine Reiseleiterin aus Uganda, und hatte wohl mit einem Ohr etwas von einem sensationellen Foto einer jagenden Löwin im Dead Vlei mitbekommen. Sie fragte, ob sie das Foto den auch mal sehen dürfte, was sich mein Privat-Fotograf natürlich nicht zweimal fragen lies. Auch sie bekam zuerst Sensations-Foto-A (Springbock) und dann Sensations-Foto-B (Löwin Safari) auf dem Kameradisplay gezeigt und war sofort überzeugt. Als Influencerin auf Instagramm sah sie natürlich sofort das Potenzial eines solch phänomenalen Fotos und riet meinem Privat-Fotografen es sofort auf Social Media zu posten. Da mein Privat-Fotograf aber keine Social Media Accounts hatte, war das natürlich nicht möglich. Und als Lydia stolz ein Löwenrudel-Kurzvideo mit über 1000 Likes präsentierte, bot mein Privat-Fotograf ihr einfach an das Foto auf ihr Handy zu übertragen, so dass sie es selber posten könne. Ich gehe mal stark davon aus, dass Lydia in diesem Moment einen imaginären Blick in die Zukunft vor Augen hatte, in welcher ihr dieses Sensations-Foto mit der jagenden Löwin im Sossusvlei vermutlich mehrere Millionen von Likes und tausende von Kommentaren auf ihren Instagramm-Kanal einbringen würde. 😄
Aber zu ihrer absoluten Verzweiflung funktionierte weder die Bluetooth-Übertragung auf ihr iPhone noch auf ihr älteres Android. Dafür wurde dann zumindest meinem Privat-Fotografen ein Flyer ihres Reisebüros in die Hand gedrückt und ihm das Versprechen abgenommen sich nach dem Urlaub umgehend bei ihr zu melden. Und auf eine gemeinsame Reise nach Ostafrika hat sie ihn auch noch gleich eingeladen... 🙄
Bevor Lydias Reisegruppe dann auch weiterfahren musste, hat mein Privat-Fotograf sie, unter dem Vorwand ihr unbedingt noch die Fotos von den drei Leoparden aus unserem Fotobuch zeigen zu müssen, noch an das von mir bewachte Auto gelockt. Ich weiss bis heute nicht wie, aber er hat es tatsächlich noch geschafft unserFotobuch aus der Beifahrertür zu holen und ihr die entsprechende Fotobuchseite zu zeigen, während ich die ganze Zeit auf dem Beifahrersitzt saß. Erst als er dann direkt auf mich zeigte, traffen sich unsere Blicke...

Ich habe in meinem ganzen Leben noch niemanden so lauthals Lachen hören! Sie hat sich wirklich gekrümmt vor Lachen, als sie erkannte, dass sie die letzte halbe Stunde in die Falle einer Plüsch-Löwin getappt war. Oder, um Lydia selbst zu zitieren: "You have cracked my ribs, Safari!". Denn natürlich haben wir uns nach der Reise bei ihr gemeldet und ihr noch das versprochene Sensations-Foto zukommen lassen. 😉

Leider blieb ihr nur Zeit für ein schnelles Selfie.



Danke auch dir vielmals, Lydia!
Auch du hast mich darin bestärkt, dass man alles sein kann was man nur will!
Und in meinem Fall ist das natürlich:
Eine ECHTE und WILDE LÖWIN!

Es war kurz nach 13 Uhr, als auch wir endlich von "Sesriem" losfuhren. Kaum zu glauben, dass erst ein Vormittag vergangen war! Vor uns lag eine mehrstündige Fahrt nach "Tiras" endlang der schönen C27, welche am Rande der Namib-Wüste nach Süden führte.




Doch nach den aufbauenden und traumwahrwerdenden Erlebnissen im Sossusvlei und in Sesriem an diesem Morgen war für mich an Stillsitzen nicht mehr zu denken.

Mein sehnlichster Traum: Zu einer wilden und echten und berühmten Löwin zu werden war wahrgeworden!

Wenn zwar nur in den Augen meiner Gläubigen. Aber dafür mehrfach!

Ich strotzte nur so vor Löwen-Kraft, -Energie und Selbstbewusstsein!
Ich hätte einen Elefanten niederingen können!
Ich hätte ganz Etosha im Sturm erobern können!
Ich hätte vor unbändiger Freude so laut brüllen können, so dass es in GANZ NAMIBIA ZU HÖREN GEWESEN WÄRE!!!

Brüllen!
Das war die Lösung!

Als neue Namib-Wüsten-Löwen-Königin von Sossusvlei und Sesriem brauchte ich ja noch eine Rudel-Hymne zum Mitsingen!
Und mir fiel auch gleich genau das richtige Lied dazu ein: Das Lied der Löwinnen!

*Safari zu ihrem Privat-Chauffeur*
Safari: "Spiel meine Hymne! Spiel das Lied der Löwinnen!"
Privat-Chauffeur: "Lied der Löwinnen? Du meinst das Lied der englischen Frauenfussball-Nationalmannschaft?"
Safari: "JA! Aber mit meinen umgedichteten Strophen wird es unser Lied werden!"
Privat-Chauffeur: "Moment. Du hast einen neuen Liedtext?"
Safari: "Natürlich! Und damit das auch richtig funktioniert, müssen die fett geschriebenen Wörter besonders laut gebrüllt... ich meine gesungen werden!"



Feel the energy rise, as cool desert air fills the night.
In the heart of our journey united side by side.
Raise your voices high and let our anthem ring out.
With the roar of the lionesses hear the whole world shout!

Ohhhhooo…Ohhhhooohhh…!!!

Under the starlight, new wonders revealed!
Our hearts blazing with courage, refusing to yield.
Rike commands her pride, giving orders with might!
Safari stands fearless behind, her heart brimming with pride.

Sonja anchors the basecamp, a fortress standing strong.
Logi and Konni are relentless, posting all day long.
Every mile of ground covered, each second we fight!
We rise as one pride, with destiny in sight.

Oh, we are the lionesses, hear our roar!
From Namibia to the world, we'll soar!
With love and unity, we lift our heads up high.
In destiny’s embrace, we'll never say die.

Ohhhhooo…Ohhhhooohhh…!!!

Even when cornered, we never lose heart or the fight.
Lydia strikes true, with the power to set things right.
Elisabeth steps up to the path with nerves made of steel.
Steffi leaps forth, making her victory real.

As our pride erupts in joy, the whole nation quakes.
Our roars boom like thunder, as history awakes.
Waving tails with fur of gold, united we stand!
On this epic journey, we walk in our land!

Oh, we are the lionesses, hear our roar!
From Namibia to the world, we'll soar!
With love and unity, we lift our heads up high.
In destiny’s embrace, we'll never say die.

For every lioness who paved the way.
We honour your legacy, come what may.
With dreams ignited and hearts burning bright.
We carry your spirit forward, ever ready to fight!

In the story of lionesses, you've etched your name.
Inspiring generations to strive for the same.

Raise your voices loud and strong, let our anthem ring.
The lionesses' spirit fuels the joy that we sing.
We stand together now, this moment we claim.
Forever united in campfire's flame!

Our roar lives on, in harmony and grace.
With honour won, we all proudly embrace!



Safari: "Oh, jetzt bin ich erst so richtig heiß! Spiel es nochmal!"

Privat-Chauffeur: "Hab bitte erbarmen mit meinen Ohren!"

Safari: "Niemals! Ich sagte NOCHMAL!"

Privat-Chauffeur: "Hilfe! Ich habe eine Raubkatze erschaffen!"

Safari: "Wie wahr! Oh wie wahr-rrrrrrrRRRRRRRRR!"

*Safari brüllt laut*

"NOCHMAL!!!"



PS: Ich wünsche allen Löwenmamas alles Liebe und Gute zum Muttertag! Das Lied der Löwinnen gilt auch für euch!
Safari =^.^=

Teil 1312. Mai 2026

Anmerkungen zum "Lied der Löwinnen"

Ghostwriter:
"Sag mal Safari. Die Namen in deinem Lied sind ja alles Namen von Personen.
Also:

Rike, von Safari Car Rental, mit deren Camper wir unterwegs waren.
Steffi, von Namibia Click and Travel, die uns die Reise organisiert hat.
Logi und Konni (Daxiang) aus dem Namibia-Forum, die uns mit ihren Tipps geholfen haben.
Lydia, die Reiseleiterin aus Uganda die sich fast vor Lachen die Ribben gebrochen hätte.

Doch wen meist du mit Elisabeth? Etwa die Dame im Dead Vlei die als erstes auf unser Löwinnen-Jagd-Foto hereingefallen ist?"

Safari:
"Eigentlich meinte ich meine Reisebericht-Stamm-Leserin (sphinx) aus dem Namibia-Forum. Aber deine Elisabeth darf sich gerne auch angesprochen fühlen, falls sie das hier je lesen sollte. Genauso wie Kiara vom Hinflug. Die habe ich auch noch nicht vergessen."

Ghostwriter:
"Und wer ist Sonja?"

Safari:
"Nicht spoilern! Die kommt noch!"

Teil 1413. Mai 2026

Kapitel 12: Sommerresidenz

Nach leider nur 12-maliger Wiederholung meiner Hymne, von welcher ich jedes Wort lauthals hinaus in die Namib gebrüllt habe, kam die Erlösung meines Privat-Chauffeurs in Form einer neuen Sichtung. Mitten im "NamibRand Naturreservat" sichteten wir zwei Bergzebras. Vermutlich ein Paar, welche Abseits der Strasse nach etwas fressbaren suchten und ansonsten ihrer Wege gingen.






Der weitere Weg nach "Betta" war gezeichnet von einer schier endlosen Strasse und noch endloseren Weiten.




"Betta" lag so ziemlich auf halben Wege zwischen "Sesriem" und "Tiras" und eigente sich hervorragend als Zwischenstopp. Für uns gab es ein erfrischendes Getränk zur Abkühlung und für unseren Camper neue Energie in Form von Diesel-Treibstoff. Und die Toiletten auf der Rückseite des Hauses sind mir auch noch positiv in Erinnerung geblieben.



Gut gestärkt konnten wir dann auch die nächsten zwei Stunden oder 140km in Angriff nehmen.





Hinter "Spes Bona" ging es dann weiter bis zum Ende der Strasse am Abzweig an der C13. Gerne hätte ich ja noch im Nahe gelegenen "Helmeringhausen" vorbeigeschaut. Aber für noch einen Zwischenstopp fehlte nun einfach die Zeit. So sind wir nach rechts, Richtung Süden, abgebogen.
Und nach einer weiteren halben Stunde erreichten wir das grosse Tal im "Tirasberg Conservancy". Die plötzliche Aussicht war einfach gigantisch!



Durch die vielen Satellitenbilder, welche sich mein Privat-Reiseleiter bei der Planung der Reise angeschaut hatte, erkannte er auch sofort den Hügel mit unserer Campsite.

(Farm Tiras)


Eine gute Stunde vor Sonnenuntergang erreichten wir dann "Farm Tiras", wo wir auch schon von Tanja, unserer Gastgeberin für die nächsten zwei Tage, erwartet wurden. Mit dem "Mountain Camp B" hatten wir hier einer der Orte gebucht, auf welche ich mich im Vorfeld am meisten gefreut habe. Auch wenn ich persönlich noch lieber das "Rustic Camp" in Beschlag genommen hätte. Aber dieses war zum Zeitpunkt unserer Buchung leider schon vergeben, nur im jetzt doch frei zu sein! Für einen Moment überlegten wir, ob wir nicht tauschen sollten. Aber für das "Rustic Camp" brauchte es leider eine gewisse Vorbereitungszeit, da es dort kein fliesendes Wasser gibt. Von daher blieben wir bei unserem "Mountain Camp". Und da wir bis jetzt die einzigen Gäste waren, hatten wir den Hügel auch für uns ganz alleine. =^.^=

Die Übergabe der Schlüssel und die Erläuterung des Weges auf einer kleinen Karte verlief schnell. Unter anderen auch, weil mein Privat-Chauffeur den Weg schon aus den Satellitenbildern kannte. Kurz informierte uns Tanja noch über die anderen Wege zu schönen Orten und über die Wildpferde auf der Farm. Und eigentlich hätten wir uns mit ihr bis in die Nacht hinein unterhalten können, wenn wir nicht noch unser Camp bei Tageslicht hätten aufbauen wollen. So verabschiedeten wir uns nur kurz bis Morgen und schon ging es zur Campsite.

Das "Mountain Camp" hat uns auf Anhieb gefallen. Besonders der Balkon über den WC und Duschräumen, sowie die Feuerstelle mit der bemalten Mauer drumherum, sind schon etwas besonderes. Und dann natürlich die Aussicht! Nach meiner Ernennung zur Königin, habe ich mich hier gefühlt, wie auch einer Sommerresidenz! Nur der Sonnenuntergang wurde mir leider duch die aufziehenden Wolken verwehrt.





Um später nicht im Dunkeln zu stehen, wurde zuerst das Lagerfeuer angezündet und dann erst das Dachzelt aufgebaut. So hatten wir dann schon in der Dämmerung ein gut brennendes Feuer mit Glut zum Grillieren. Wir hatten ja schliesslich noch die Orxy-Steaks aus Windhoek auf welche wir uns freuen konnten.

Die Steaks mit Kartoffeln waren gerade fertig, als plötzlich neben mir was auf den Boden aufschlug. Zuerst konnte ich nichts entdecken. Doch dann traf mich was an der Schulter! Und dann auch am Kopf!
Hilfe! Ein Heuschrecken-Geschwader greift uns an!

Zum Glück für uns waren die Heuschrecken uns gegenüber unbewaffnet und wurden lediglich vom Licht des Feuers angezogen. Dies bewies dann auch eine etwas ungeschickte Heuschrecke dadurch, dass sie direkt in die Feuerglut hineinflog...
Um aber etwas Ruhe am Lagerfeuer zu bekommen, hat mein Grillmeister einfach die LED-Campinglampe unten in die Auffahrt gestellt. So konnten sich viele der lichtverliebten Tierchen dort versammeln, ohne geröstet zu werden.

Wir blieben noch wach bis fast um Mitternacht und bewunderten den funkelnden Sternenhimmel samt Milchstrasse.




Privat-Fotograf: "Sag mal, musst du deine Nase den wirklich überall reinhalten?"
Safari: "Ups... Sorry!" =^.^=

Teil 1516. Mai 2026

Kapitel 13: Schöne Überraschungen

"Safari! Aufstehen! Fotoshooting!"

Mit diesen Worten wurde ich leicht unsanft aus meinem Land der Träume herauskatapultiert. Und wie schön ich gerade geträumt hatte! Darüber wie sensationgierig über mich und meiner Sichtung im Sossusvlei in den namibianischen Nachrichten und Zeitungen berichtet wird!
Mit einem ausgiebigen Gähner habe ich dann langsam meine Augen geöffnet und festgestellt... dass es noch Stockdunkel war?!?
Vermutlich hatte bei meinem Privat-Fotografen mal wieder der Bio-Wecker zugeschlagen.
Immer noch müde und noch nicht fähig ganze Sätze zu bilden, habe ich meinen Privat-Fotografen kurz gefragt:

Safari: "Wie spät?"
Privat-Fotograf: "5:15 Uhr!"
Safari: "WAAAASSS!!! Warum zum Teufel weckst du mich um diese Uhrzeit?!"
Privat-Fotograf: "Als Königin von Sesriem und Sossusvlei musst du doch noch gekrönt werden!"
Safari: "Und womit willst du mich hier draussen in der Natur und mitten in der Nacht den bitteschön krönen?"
Privat-Fotograf: "Mit dem Schönsten was die Welt zu bieten hat!"

Jetzt wurde ich doch langsam neugierig, was er denn wohl meinte, und stand natürlich ebenfalls auf. Als ob ich auch eine andere Wahl gehabt hätte.
Was mich dann erwartete, war dann einfach nur traumhaft schön!



Awww...
Danke, mein lieber Privat-Fotograf, -Reiseleiter, -Chauffeuer und was du sonst noch alles für mich bist!

Wir haben uns dann nochmal ins Dachzelt zurückgezogen und im warmen Bett durch unser Fenster auf den Sonnenaufgang gewartet.





Zum Frühstück gab es ein einfaches Salamibrot mit Landjäger und Käse sowie eine Bratkartoffel vom letzten Abend. Und wie ebenfalls am letzten Abend, hatten wir auch heute Morgen wieder ein paar wenige Heuschrecken zu Besuch.





Vermutlich waren sie aber noch im Energiesparmodus, denn sie verhielten sich absolut ruhig.

Mit einer weiteren Übernachtung auf Tiras stand heute nichts Festes auf unserem Reiseplan. Wir hatten also den ganzen Tag zur freien Verfügung. Was also tun? Naja, wer meinen Privat-Reiseleiter kennt, der weiß, dass er den ganzen Tag schon wieder voll durchgeplant hatte.
Als Erstes auf seiner Wunschliste stand für den heutigen Tag ein Ausflug zur berühmten D707. Eine Strasse entlang der Namib-Wüste, von der viele behaupten, sie sei die schönste Strasse ganz Namibias. Na dann schauen wir mal!



Na, der Ausblick sieht doch schon mal schön aus! Und dabei waren wir noch auf der C13 und noch gar nicht auf der D707! Die begann erst noch 5km südlich der "Farm Tiras"!



Zuerst ging es zwischen zwei Bergen hindurch und vorbei an der "Farm Excelsior", welche zwar mit Kaffee und Kuchen warb, aber von der Ferne aus keinen gemütlichen Eindruck machte. Und dann, kerzengrade Strassenabschnitte so weit das Auge reichte. Östlich die Tirasberge und im Westen die roten Sanddünen der Namib-Wüste.





Was soll ich sagen? Wer Weite und Einsamkeit sucht, der ist hier wohl genau richtig. Neben nur einer Handvoll unaufhaltsamer Autos haben wir zumindest aber auch noch ein paar Tiere gesehen. Solange man im Fahrzeug fuhr, waren die erstaunlicherweise meistens noch sehr gechillt. Aber wehe, man hält an und will ein Foto machen!







Irgendwo auf der Hälfte der D707 sind wir dann stehen geblieben, haben den Motor und die Musik ausgemacht und sind einfach mal ausgestiegen.



Stille...



Doch dann rief mein Privat-Fotograf plötzlich: "Safari! Drei Autos am Horizont! Foto-Falle! Versteck dich!"

Wo um alles in der Welt soll ich mich hier bloss auf die Lauer legen? Hier gibt es ja gar nichts Gescheites zum Verstecken!
Naja, ich habe mein Bestes gegeben...



... und natürlich umsonst. Mein Privat-Fotograf wurde mit seinem Teleobjektiv auf dem Autotürrahmen stehend von den drei vorbeikommenden Autos einfach ignoriert, die mit grossem Abstand hintereinander herfuhren. Ich vermute mal die gehörten zusammen und hatten, wie anscheinend viele Touristen, keine Zeit.

Mit einem Blick auf die digitale Karte überlegten wir, ob wir durch die Hitze noch eine weitere Stunde bis zum Ende der D707 fahren sollten. Doch von "Spes Bona" aus waren es dann auch wieder mindestens 1.5 Stunden über die C-Strassen, oder 2 Stunden zurück über die D707 nach Tiras.
Wir entschieden uns direkt zurückzufahren, uns etwas auszuruhen und dann am Nachmittag noch eine Runde über das Farmgelände zu drehen.

Auf dem Rückweg kamen wir wieder am "Vogelbaum" vorbei. Diesen hatten wir schon auf dem Hinweg entdeckt, als alles Federvieh Reissaus nahm, als wir anhalten wollten. Dieses Mal versuchten wir es vorsichtiger und schlichen uns langsam an.





Doch ohne Deckung vergebens! Mal wieder nur Flügel und Hintern! *gruml*
Aber bei diesen schier endlosen Weiten, so wie hier bei "Gunsbewys", sieht man ja heute schon wer übermorgen zu Besuch kommt!




Schon leicht durchgeröstet von der Mittagshitze kamen wir wieder an der "Farm Excelsior" vorbei und lasen erneut das Werbeschild mit Kaffee und Cold Drinks. Aber auch von dieser Seite aus, sah die Farm nicht so aus, als ob es hier ein gemütliches Plätzchen geben würde. So fuhren wir mit 60 km/h an der Farmzufahrt vorbei, nur um im gleichen Moment aus den Augenwinkeln Tische und Stühle schön platziert unter den Bäumen zu sehen. Hmm... ob vielleicht doch...
Es dauerte ein paar weitere Entscheidungssekunden, bis wir schliesslich doch anhielten, umdrehten und zurückfuhren. Erst einmal nur mit dem Gedanken: Wir können ja erstmal nur schauen.

Was wir dann sahen, sah dann aber mehr als nur gemütlich aus.
Unweit der Strasse stand ein mit netten Sprüchen und mit Sonnenblumen bemalter Caravan. Und vor dem Caravan gab es drei Tische mit Sitzgelegenheiten, welche urig und mit ganz viel Liebe plaziert waren.



Vor dem Eingang saß ein junger Mann und eine Oma, die uns nett begrüsste und gleich neugierig fragte, wie es denn komme, dass eine Löwin mit einem Privat-Chauffeur durch Namibia reise. Ich weiss nicht wie, aber durch ihre offene und freundliche Art habe ich sie sofort in mein Löwinnen-Herz aufgenommen. Und während sich mein Privat-Chauffeur im Caravan am Kühlschrank und an den Keksen selbst bedienen durfte, zeigte ich Sonja, der Caravan-Lady, voller Stolz mein Fotobuch von meiner letzten Namibia-Reise und erzählte ihr von meinen Erlebnissen und Abenteuern. Und während sie langsam durch mein Fotobuch blätterte, sprach sie zu dem jungen Mann neben uns immer mal wieder, dass er diese Orte im Buch unbedingt auch besuchen müsste.



Denn wie sich dann bald herausstellte, war der junge Mann auf seinem ganz eigenen Abenteuer unterwegs. Nur mit einem Fahrrad, war er schon aus "Kapstadt" bis hierher geradelt und wollte noch über "Sesriem" und "Swakopmund" bis zur "Skelettküste". Doch aktuell wartete er hier auf einen Freund, der morgen oder vielleicht auch erst übermorgen mit einem Fahrrad hier ankommen sollte. Irgendwie hatten wir etwas Mitleid mit ihm, als er von den Strapazen erzählte, die das Fahrradfahren auf den unbefestigten Strassen mit sich bringt und schenkten ihm unsere noch übrig gebliebenen Lammrippen. Nicht, dass der Gute uns noch auf halbem Weg vom Fahrrad kippt!



Aber auch Sonja, die Caravan-Lady, hatte einiges aus ihrem Leben zu erzählen. Und so verweilten wir fast eine Stunde bei ihrem Caravan-Café.

Danke Sonja, für deine Offenheit und die schöne Zeit!

Teil 1618. Mai 2026

Kapitel 14: Natur pur!



Bis zu unserem nächsten Halt bei Tanja auf "Tiras" war es nur ein Katzensprung. Hier wollten wir uns eigentlich nur ein paar Fotos über das Gäste-WLAN nach Hause schicken und uns für unseren Self-Drive über das Farmgelände anmelden. Aber da wir im Gegensatz zum Vorabend heute Zeit hatten, wurde aus dem 'kurz' ein 'bisschen länger'.



Wir waren gerade angekommen, als auch schon die nächsten potenziellen Gäste am Farmhaus ankamen. Es war ein Paar aus Südafrika, dass nach dem besten Weg nach "Sesriem" fragte. Mal davon abgesehen, dass sie an der D707 gerade vorbeigefahren waren, waren es auch über die schnellere C13/C27 mit ihrem Trailer mindestens 4 Stunden Fahrzeit bis "Sesriem"! Und da es ja schon Nachmittag war, rieten nicht nur Tanja, sondern auch mein Privat-Chauffeur davon ab, diese Strecke noch am selben Tag zu fahren. Unsere analogen Strassenkarten vorzeigend, rieten wir ihnen entweder noch bis maximal "Betta" zu fahren oder gleich hier zu bleiben. Die Campsite C unter uns war ja noch frei.
Während sich die Beiden etwas abseits an ihrem Trailer beratschlagten, kam Tanja mit einer gut gekühlten Flasche Wasser wieder zu uns zurück und erzählte uns, dass am Vorabend auch noch eine ganze Familie mit ihrem Camper nach Sonnenuntergang ankam. Die hatten Entfernungen und Fahrzeiten wohl ebenfalls völlig unterschätzt! Zum Glück gibt es auf Tiras für solche Fälle eine Notfall-Campsite beim Farmhausgelände, wo Tanja dann diese Spontan-Gäste unterbringen konnte.

Das Paar aus Südafrika hatte sich mittlerweile entschieden. Sie wollten die nächste Nacht hier bleiben. Während Tanja also wieder zurück ins Farmhaus eilte um die Schlüssel zu holen, bekamen wir Besuch von "Miez-Man". Als noch junger Kater war er ganz schön wild, aber gleichzeitig auch ein hübscher Kerl!



Aber nicht nur der Kater, auch der wunderschöne Garten hatte inzwischen unsere Aufmerksamkeit geweckt. Mit Tanjas Erlaubnis schauten wir uns also ein wenig um.




Hallo? Jemand zuhause?


Wir waren noch nicht weit gekommen, als uns "Miez-Man" auch schon seine nützlichen Eigenschaften demonstrierte. Ich sag da nur: Guten Appetit!


Hier gab es wirklich allerlei zu entdecken. Gärten, Hühner, Hüte und Schmetterlinge!






Satter "Miez-Man"


Seine Schwester "Minki" hingegen war nur am Pennen... ähm... ich meine natürlich Energiesparen!



Nachdem wir unsere Exkursion durch den Garten beendet hatten, sprachen wir Tanja nochmal bezüglich der Farmrundfahrt an. Wir wollten unser Glück bei den Wildpferden im nördlichen Teil der Farm versuchen. Tanja erklärte uns auf einer einfachen Karte welche Wege wir nehmen mussten, um dort hinzugelangen. Eigentlich wollte sie ihre letzte handgezeichnete Karte nicht aus der Hand geben. Aber als wir ihr als Pfand unser Fotobuch von 2024 anboten, war der Deal perfekt. Während Tanja nun neugierig in unserem Fotobuch stöbern konnte, zogen wir mit ihrer Karte los.

Wir mussten zuerst über die Strasse zurück zur Campsite und um den Hügel herum. Hier entdeckten wir eine weitere botanische Überraschung. Einen noch relativ jungen Köcherbaum.



Von dort aus ging es dann weiter durch ein weiteres Tor zur ersten Rindertränke, wo auch schon der erste Wegweiser für die Rundfahrt stand. Weiter ging es durch ein Flussbett an dessen Rand hoch oben in einem Baum fleissig an einer Webervogel-Kolonie gearbeitet wurde.



An der nächste Rindertränke stand dann der nächste Wegweiser, welcher entlang des Weidezauns nach Norden zeigte. Wir waren vielleicht 300m gefahren, als der Orientierungssinn meines Privat-Chauffeurs Alarm schlug. Über eine Art Triangulation mit den umliegenden Bergen und Tälern, sowie des Weidezauns und der hinter uns liegenden Rindertränke, bestimmte sein internes Navigationssystem, dass wir unmöglich auf dem richtigen Weg sein konnten, auch wenn uns der Wegweiser eindeutig hierher gelotst hatte. Also umgedreht und zurück bis zum Wegweiser und dann den anderen Weg eingeschlagen. Dieser führte uns erneut durch das Flussbett zur dritten Rindertränke. Hier versammelten sich allerdings keine Rinder, sondern Spatzen.



Oder sind das vielleicht sogar Webervögel? Wir brauchen dringend einen Ornithologen in unserem Rudel! Der wüsste beim nächsten Federvieh bestimmt sofort, zu welcher Art dieser gehört.



Weiter ging es zwischen zwei Bergen hindurch in Richtung Damm. Dort sahen wir dann zwar keine Pferdeherde, aber dafür eine Rinderherde.





Und natürlich gab es auch ganz viel Landschaft, Weite und Einsamkeit.




Auf dem Rückweg haben wir dann noch einen Abstecher zur "Rustic Campsite" gemacht. Falls ich es in meinem Leben jemals wieder hierher nach Tiras schaffe sollte, dann will ich unbedingt hier campieren! Dieser Platz mitten in der Natur ist einfach unglaublich schön und so vollkommen ruhig, abgelegen und idyllisch.



Und die Aussicht bis zum Horizont ist auch ein gigantisches Natur pur!





Selbst wenn man hier nackt aus der Dusche kommt und sich von der Sonne auf der Bank trocknen lässt, gibt es weit und breit einfach niemanden der es sehen und den das stören könnte. Bis auf den eventuell anwesenden Partner oder Camping-Kollegen natürlich.



Über einen Umweg über die Farm (mein Privat-Reiseleiter musste mal nach Hause telefonieren), fuhren wir zurück zur Campsite. Und während ich den Sonnenuntergang mal wieder irgendwo hinter den Wolken suchte, bereitete mein Privat-Grillmeister bereits unser nächstes Braai vor.




Bei einem gemütlich knisternden Feuer gab es in der Abenddämmerung wieder leckeres Oryx-Steak mit Beilagen. Und diesmal konnten wir, Gott sei Dank, den ganzen Abend auch ohne Heuschrecken-Attacke genießen. =^.^=




Mit der letzten Fackel unseres Lagerfeuers sind wir dann schlafen gegangen. Und während mein bandscheibengeplagter Privat-Chauffeur nach einer schmerzfreien Schlafposition suchte, träumte ich schon von unseren nächsten Abenteuern.

Und selbst wenn Morgen eigentlich nur gemütlicher Fahrtag zur "Mount Canyon Guestfarm" geplant war, also eigentlich nichts besonders Spannendes, sollte uns Namibia auch diesmal wieder mit einer unglaublichen Geschichte überraschen. Bleibt also dran an meiner Fährte! Es lohn sich!

Eure Safari =^.^=

Teil 1720. Mai 2026

Kapitel 15: Safari, die Samariter-Löwin
(Samstag, 14.03.2026)

Auch an diesem Morgen wurde ich wieder von meinem Reisebegleiter noch vor dem Morgengrauen geweckt. Diesmal kam bei ihm jedoch neben seinem Bio-Wecker auch noch die zweite Ausscheidungsmöglichkeit in flüssiger Form zum Zug. Das war seit gestern schon das dritte Mal, dass er es so eilig hatte.
Er vermutete, dass es vielleicht das Trinkwasser der Farm war, auf das er so reagierte. Ich hingegen hatte eher den Verdacht, dass es vielmehr eine Nebenwirkung der ganzen Schmerztabletten war, von denen er bisher täglich zwei genommen hatte.
Wie dem auch sei. Es war zu früh. Und vor allem war es zu kalt. Also zwei gute Gründe noch bis zum Sonnenaufgang dösend liegend im warmen und gemütlichen Bett zu bleiben.



Erst mit den ersten Sonnenstrahlen sind wir dann aufgestanden und haben, nach einem einfachen Frühstück, unsere sieben Sachen zusammengepackt. Dann ein letztes Mal rüber zur Farm, um den Campingschlüssel abzugeben und um unser Fotobuch wieder gegen die handgezeichnete Farm-Karte zurück zu tauschen. Gerne wäre ich noch zwei weitere Tage hier geblieben!



Kurz vor 10 Uhr sind wir dann losgefahren. Weit kamen wir allerdings nicht bis zu unserem nächsten Kurzereignis. Ungefähr 3km vor Tiras sahen wir einen kleinen SUV am Strassenrand stehen, welcher aus näherer Betrachtung nicht nur einen platten, sondern sogar einen völlig zerstörten rechten Hinterreifen hatte. Natürlich hielten wir an und fragten den jungen Franzosen, ob er Hilfe benötige, was dieser jedoch dankend ablehnte. Mit dem Hinweis, dass die Farm Tiras nicht weit ist falls er doch Hilfe braucht, sind wir dann weitergefahren. Auf der C13 immer weiter Richtung Süden.




Nicht selten habe ich mich gefragt, wovon die Tiere hier draussen eigentlich leben. Wie z.B. diese Gruppe an Straussen, welche wir unweit des Weges sichteten.




Die Wüstenmelonen am Strassenrand dürften ihnen wohl auf jeden Fall zu hart sein.

Wenig später erreichten wir das Dörfchen "Aus", was mit seinen geschätzten 100 Einwohnern die wohl wichtigste Siedlung im Umkreis von 100 Kilometern ist! Immerhin laufen hier überregional wichtige Strassen wie die B4 und die C13 zusammen. Und einen Bahnhof, ein Hotel und eine Kirche gibt es hier auch!
Nach zwei Tagen in einsamer Natur, bekommt man hier ja fast schon wieder Grossstadt-Feeling. =^.^=




Die gute Infrastruktur nutzend, füllten wir nicht nur den Tank unseres Gefährtes an der Tankstelle, sondern auch dessen Reifen mit frischer Druckluft auf 2.0 bar beim Reifenhändler daneben. Und nach einem kurzen Schlenker durch den Lebensmittel-Shop, waren auch unsere Getränke-Vorräte wieder gut aufgefüllt.

Jetzt waren wir bereit für 180 km Teerstrasse! Wie unfassbar nicht-aufregend! -_-

Aber ein Fahrtag war nun mal ein Fahrtag und gehört nunmal auch zu solch einer Reise hinzu.
Also los, Herr Privat-Chauffeur! Drück kräftig aufs Gaspedal!

Wir kamen ganze 7 km weit, bis wir wieder anhielten. Ihr fragt euch warum? Oh, dazu gibt es tatsächlich eine interessante Geschichte.

Wir waren also gerade mehr oder weniger aus "Aus" herausgefahren, als wir in der Ferne auf unserer rechten Seite ein stehendes Auto bemerkten. In Europa etwas ganz normales, aber hier in Namibia mitten im Nirgendwo? Mein Privat-Chauffeur machte daher schonmal langsamer und wurde dann noch langsamer, als eine Person hilfesuchend auf die Strasse lief und uns zuwinkte.


(Link zum dazugehörenden Dashcam-Video)

Wir hielten an und fragten, ob etwas was passiert sei. Eine andere Touristin war mit ihrem Auto liegen geblieben, weil ihr das Benzin ausgegangen war. Sie fragte uns, ob wir sie nach Aus zur nächsten Tankstelle fahren könnten, von welcher wir ja gerade erst herkamen. Samariter-Löwin und Hilfs-Chauffeur, die wir nun mal waren, konnten wir ihre Bitte natürlich nicht abschlagen. Wir wendeten kurz, während sie ihren Ersatzkanister aus dem proppenvollen Kofferraum herauszog und schon waren wir auf dem Weg in die Regionalmetropole "Aus". Auf dem Weg erfuhren wir von der jungen Frau, dass sie aus China kommt, "Yumeng" heisst und dass die letzte Tankstelle wohl kein Benzin mehr hatte.
An der Tankstelle in "Aus" begrüssten wir den Tankwart dann heute zum zweiten Mal und baten ihn diesmal den Kanister mit Benzin aufzufüllen. Das misslang dem Tankwart jedoch in der Form, dass der Kanister überlief (zum Glück im Dreckwasser abgesicherten Bereich) und wir jetzt nicht nur einen benzingefüllten, sondern auch benzingetränkten Kanister hatten. Ohne eine weitere Sauerei in unserem Wagen zu verursachen, gestaltete sich der weitere Transport des Benzinkanisters also schwierig. Doch hier kam meinem Privat-Chauffeur die gute Idee, den Kanister einfach in eine grosse Plastiktüte zu stecken, die er glücklicherweise noch von Zuhause mitgenommen hatte.
Vorausdenkend fragten wir auch gleich noch nach einem Trichter zum Einfüllen. Aber einen solchen gab es angeblich nicht. So musste zur Not später eine halb aufgeschnittene PET-Flasche herhalten, von welchen wir ja noch genügend in unserem Müllbeutel hatten.

Auf der Rückfahrt zu Yumengs Wagen unterhielten wir uns weiter und hörten nun auch den deutlich interessanten Teil ihrer Geschichte. Denn was uns am Anfang gar nicht aufgefallen war, nicht nur Yumeng, sondern auch ihr Auto stammte aus China! Also ich meine jetzt nicht per Flugzeug hierher geflogen und per Schiff hierher transportiert, so wie wir und unser Toyota Hilux. Nein!
Sie ist mit ihrem Auto von China aus, über Russland, Finnland und durch weitere 65 Länder in Europa und Afrika, bis hier nach Namibia gefahren! Wow! Das nenne ich mal ein Abenteuer!

Zurück an Yumengs Wagen sah man ihrem Auto die Strapazen dieser langen Reise auch deutlich an. Besonders die Windschutzscheibe war mit notdürftig geflickten Löchern und mit Klebeband überklebten Rissen übersät und gehörte dringenst ausgetauscht. Yumengs Problem war nur, dass ihr chinesisches Fabrikat hier nicht verkauft wurde und sie daher an keine Ersatzteile herankam! o.o
Natürlich half mein Privat-Chauffeur ihr anschließend noch das Benzin so vorsichtig wie möglich in den Tank zu füllen, während ich dem armen Auto mal ein paar dringend benötigte Liebkosungen schenkte.




Bleib tapfer, geplagtes Hybrid-Auto und Wohnwagen für Yumeng! In ein paar Monaten bist du hoffentlich wieder bei dir Zuhause in China. Halte durch!



Mit einem guten Gewissen einem Menschen in Not geholfen zu haben, zogen wir weiter. Der geteerten B4 folgend, immer weiter Richtung Osten.
Solche schnurrrr-geraden Strassen findet man in Europa immer weniger. Mein Privat-Chauffeur hat nämlich mal von einem Strassenplaner gehört, dass gerne absichtlich leichte Kurven in neue Strecken eingebaut werden, um die Aufmerksamkeit der Fahrer besser aufrechtzuerhalten. Und Aufmerksamkeit brauchte es hier auch, denn die Strasse, beziehungsweise der Fahrstreifen war recht schmal im Vergleich zu den viel breiteren Gravelroads.

Weniger Aufmerksamkeit schenkten wir aber den seltsam tanzenden Jungs am Strassenrand, welche dazu noch ein Richtungsschild als Schlagzeug misbrauchten. Die wollten, zusammen mit ihren auf der anderen Strassenseite wartenden Kollegen, uns bestimmt nur um Geld anbetteln.



So fuhren wir und fuhren, bis wir die Brücke über den "Fish River" / "Fischfluss" erreichten. Hier machten wir am angrenzenden Rastplatz eine kurze Sightseeing-, Drink- und Snackpause. Und da wir ja in der namibianischen Regenzeit unterwegs waren, führte der Fluss auch überraschend viel Wasser.




Safari: "Wäre es nicht schön, wenn auch ein Fluss nach mir benannt werden würde? Ich meine, wer mag den schon Fische ausserhalb seines Tellers?"
Privat-Chauffeur: "Träum weiter, Safari. Ausserdem passen Löwen und Wasser ja wohl so gar nicht zusammen."

Seufz... auch wenn er leider recht hatte, hatte er eben recht.
Aber man wird ja wohl noch träumen dürfen! =^.^=

Teil 1822. Mai 2026

Kapitel 16: Träume werden wahr

Bis zu unserem Abzweig zur C12 war es vom Fish River nicht mehr weit. Da wir ab der Kreuzung nun wieder auf unbefestigten Wegen unterwegs waren, wurde sogleich auch wieder der Reifendruck abgelassen. Hier gab es früher wohl einmal einen kleinen Haltepunkt der Eisenbahn mit dem Namen "Jurgen". Vermutlich wohl noch aus der Kolonialzeit. Aber so, wie die Gleise aussehen, ist hier bestimmt schon seit Jahrzehnten kein Zug mehr abgefahren.



Je näher wir dem Naute-Damm kamen, desto mehr bewässerte Landwirtschaft war abseits der Strasse zu sehen. Und dann, ganz unverhofft und plötzlich, erfüllte sich plötzlich mein nächster Wunsch!

Safari: "STOPP! Halt an!"
Privat-Chauffeur: "Was? Warum?"
Safari: "MEIN FLUSS!!!"
Privat-Chauffeur: "Wie?! Dein Fluss? Ich... ich glaubs nicht!"

Mir egal, ob mein Privat-Chauffeur es glaubte oder nicht. Aber hier, am Fusse des Naute-Damms, war er: MEIN Fluss!!! 🤩



Und gratis obendrauf gab es auch noch eine kostenlose Reifenoberflächenreinigung in Form einer Flussdurchfahrt.



Weiter ging es, vorbei an der Zugunglücksstelle, wieder zurück zu den Gleisen und anschließend kilometerlang an ihnen entlang bis zum Bahnübergang bei "Chamaites".




Hier begann die etwa 13 km lange Zufahrt zu unserem nächsten Refugium: Der "Mount Canyon Guest Farm".





Kurz darauf erreichten wir am späten Nachmittag das Farmhaus und wurden, nachdem wir an der Rezeption geklingelt hatten, von Abraham freundlich begrüsst. Wir hatten das obere der beiden Mountain Chalets gebucht, den "Luiperd Room 6".



Wie sich schnell herausstellte waren wir für die nächsten beiden Tage wieder die einzigen Gäste! Nichtsdestotrotz bekamen wir den vollen Service und konnten sogar die Zeit für das Abendessen bestimmen! Ja wie cool ist das denn bitte?! Strategisch wählten wir 18:00 Uhr, um dann noch genug Zeit am Chalet für den Sonnenuntergang um 19:15 Uhr zu haben.
Nach der Schlüsselaushändigung, begleitete Abraham uns zum Chalet, um uns dessen technische Raffinessen zu zeigen. Anstelle eines klassischen Nasenhöhlenaustrocknungsgerätes (Klimaanlage) gab es zu meiner Freude ein Kühlgerät, welches mit Luftbefeuchtung die Frischluft von draussen abkühlen konnte. 🤩
Und dann das an den Fels gebaute Chalet selber! Ein Traum! Hier würde ich am liebsten sofort sesshaft werden und den ganzen Tag nur alle vier Pfoten von mir strecken!





Und auch die Aussicht war von Beginn an vielversprechend.



Die Zeit bis zum Abendessen nutzte ich zum Ausruhen und Energiesammeln, während mein Privat-Reiseleiter das halbe Auto leerräumte. Denn wir hatten uns dieses Chalet nicht nur wegen der traumhaften Lage ausgesucht, sondern auch um nach ungefähr einer Woche mal unser Bilder zu sichern, etwas Wäsche zu waschen und sowieso alles neu einsortieren zu können.

Wie vereinbart begaben wir uns weniger später dann auch schon zum Farmhaus, wo wir von Abraham und unserem 3-Gänge-Buffet-Abendessen erwartet wurden. Wow! Und das obwohl wir ja, wie schon erwähnt, die einzigen Gäste waren!
Es gab paniertes Oryx-Schnitzel, Bratkartoffeln, Gemüse und verschiedene Salate zur Auswahl an der Theke. Alles allein schon für sich ein herrlicher Gaumenschmaus!
Lediglich Zitronenscheiben für die eiswürfelgekühlte Cola hatten sie nicht, aber waren sofort bereit unsere selbst mitgebrachte Zitrone zu verarbeiten.



Ebenfalls ein schönes Zeichen der Gastfreundschaft fand ich, dass Abraham auch zu uns an den Tisch kam und wir uns mit ihm etwas unterhalten konnten. Hier erfuhren wir unter anderem, dass er die Rinderzucht wegen den unzuverlässigen Regenmengen in den letzten Jahren aufgegeben hatte und nun zum Touristenfänger geworden war. So wie ich ja auch! =^.^=

Als wir kurz vor Sonnenuntergang zurück zum Chalet fuhren, fühlten wir uns kugelrund, so vollgefressen hatten wir uns! Wobei sich mein Privat-Reiseleiter wohl leicht überfressen hatte, so schnell wie er wieder auf das WC flüchtete. Er musste wirklich dringend zusehen, dass er von den Schmerztabletten loskam.

Unseren Sundowner verbrachten wir dann gerade noch rechtzeitig auf der über dem Chalet angelegten Aussichtsplattform. Dort blieben wir auch bis weit über die Abenddämmerung hinaus und beobachteten stillschweigend das Farben- und Wolkenspiel am Himmel.






Und ich erinnere mich auch noch gut daran, dass wir uns am Ende einfach nur mit dem Rücken auf den Boden gelegt und zu den vielen tausend Sternen hinauf geschaut haben. Das war einfach unbeschreiblich schön!





Für einen langen Moment überlegte ich, einfach hier oben meine Augen zu schliessen und einzuschlafen. So wie es meine wilden Artverwandten jede Nacht in der Kalahari oder im Etosha tun.
Aber letztlich wurde ich, müde wie ich war, doch nach unten getragen und zwischen vielen Kissen in ein grosses und weiches Bett gelegt. Und während mir augenblicklich die Augen zufielen, erwachte ich in meinem Traum wieder oben auf der Aussichtsplattform als echte und wilde Löwin und schaute weiter hinauf zu den leuchtenden Sternen. =^.^=

Teil 1924. Mai 2026

Kapitel 16: Lion River Canyon mit kostenlosen Streicheleinheiten
(Sonntag, 15.03.2026)

Einfach Schnurrrrrtastisch!

Was gibt es schöneres als nach 7 Stunden Tiefschlaf gut erholt aufzuwachen? Und die Tatsache, dass es erst kurz nach Vier war und draussen noch die Sterne funkelten, war sogar noch schöner!
Leise schlichen wir uns für eine Weile raus und gingen wieder hinauf zur Aussichtsplattform. Die Aussicht und die Sterne! Ich konnte mich daran wirklich nicht sattsehen!




Nachdem wir uns dann nochmals ins Bett verkrochen hatten (war dann doch zu frisch), sind wir erst zwei Stunden später richtig aufgestanden. Nur eine kurze Katzenwäsche und schon waren wir Punkt 7:00 Uhr zum Frühstück am Farmhaus. Rozelle, die Frau von Abraham, hat auch beim Frühstück keine Mühen gescheut uns alles anzubieten was sie auch einer ganzen Reisegruppe angeboten hätte. Aber wir sind sehr genügsame Frühstücker. Einen frischen Orangensaft, ein Butterbrot mit Wurst und vielleicht noch etwas Obst reichen uns völlig aus für einen guten Start in den Tag.

Kurz nach Sonnenaufgang fuhren wir gegen 7:30 Uhr dann auch schon los. Wie ein von Delphinen begleitetes Boot... ähm ich meine natürlich wie eine von Vögeln begleitete Löwen-Königin, fuhren wir die 13 km zurück zur Hauptstrasse.

Video mit von den uns begleitenden Vögeln (Link zum Dashcam-Video)

Unser Ziel für heute war der berühmte "Fish River Canyon", in den übrigens auch "mein Fluss" mündet.



Obwohl wir uns beeilten, um den Canyon bei schönem Morgenlicht zu erreichen, zog sich der Weg dann aber doch schon etwas. Und bei "Hobas" musste ich für einen kurzen Moment sogar um meine Einreise bangen! Nein! Ihr könnt mich doch jetzt nicht draussen lassen!
Zu meinem Glück war der Wachmann auf meiner Seite und ich konnte meine doppelte Artzugehörigkeit als Löwin und Plüschtier geltend machen.



Nachdem wir den Parkeintritt bezahlt und nochmals das letzte WC vor dem Abgrund besucht haben, ging es dann auf die letzten Kilometer zum ersten Aussichtspunkt. Am "Fish River Canyon Viewpoint" angekommen konnten wir gerade noch schnell folgendes Foto schiessen, bevor wir unverhofft die nächste schöne Begegnung hatten.



Ich hatte mich noch nicht einmal richtig in Pose werfen können, als dann auch schon der riesige Canyon weit in den Hintergrund und ich kleines Kuschel-Löwi gewaltig in den Vordergrund gerückt wurde. Denn hinter uns kamen Arno und Pia aus der schönen Schweiz den Aufgang zur Aussichtsterrasse hinauf und machten mich augenblicklich zum Zentrum aller Aufmerksamkeit. Was soll ich sagen? Die waren mir mit ihrer Offenheit auch sofort so sympathisch, wie langjährige Freunde!
Wir unterhielten uns sehr ausgiebig über Löwinnen als Reisebegleiter, den Canyon, die Schweiz und was uns sonst noch so alles einfiel. Und natürlich mussten auch Fotos gemacht werden! Denn genau wie mein Privat-Fotograf sind auch Arno und Pia begeisterte Hobby-Fotografen.




Ich hoffe ihr nutzt meine Steilvorlage und haltet euer Versprechen euch hier im Forum anzumelden. Denn ich würde nur zu gerne euren Reisebericht lesen, wo ihr eine Löwin am "Fish River Canyon" getroffen habt! =^.^=

Das nächste Touristen-Unikat trafen wir dann direkt vor der Aussichtsterrasse. Dort stand nämlich mit pinkem Gesicht ein irischer Abenteurer und erzählte anderen Gästen von seinen bisherigen Reiseerlebnissen. Viel besser als diese war jedoch seine Profession! Als Physiotherapeut war er genau der richtige Profi für meinen bandscheibengeplagten Privat-Reiseleiter. Und neben ein paar Ratschlägen, bekam mein Privat-Reiseleiter sogar noch eine kostenlose 5-Minuten-Nacken-Massage (mit Aussicht)!

Ja, vielen Dank, Michael!



Mit all diesen Erlebnissen verbrachten wir fast eine Stunde am "Fish River Canyon Viewpoint". Und auch wenn durch die höher steigende Sonne der Schattenwurf im Canyon immer weniger wurde, wollten wir uns noch die anderen Aussichtspunkte ansehen. Als nächstes fuhren wir daher im langsamen Löwen-Trap-Tempo (maximal 20km/h) zum Parkplatz des "Hiker's Viewpoint" hinüber.



Vom Parkplatz aus mussten wir noch das letzte Stück auf eigenen Pfoten zurücklegen, um zum Aussichtspunkt und dessen Picknickplatz mit Plumsklo zu gelangen. Hier beginnt auch der Abstieg zum Wanderweg durch den "Fish River Canyon", dessen Betreten für normale Besucher strengstens verboten ist. Ich kann mir gut vorstellen das hier in der Vergangenheit der ein oder andere am noch kühlen Morgen die 550 Höhenmeter zum Fluss herunter gewandert ist und es dann in der aufkommenden Mittagshitze nicht mehr aus eigener Kraft nach oben geschafft hat. Von der Absturzgefahr ganz zu schweigen.



Da blieb ich doch lieber hier oben und genoss die Aussicht auf den Canyon und den nächsten potenziellen Zwischensnack.





Wobei... Ich glaube diese Plattgürtelechse ist sicherlich kein gesundes Fressen. So wie die aussieht ist da viel zu viel Farbstoff drin!

Für ungefähr eine halbe Stunde hatten wir den Aussichtspunkt für uns alleine, bis ein belgisches Urlauberpaar hinzukam. Und da der Mann sich wohl durch das Teleobjektiv meines Privat-Fotografen beeindrucken ließ, wollten er und seine Frau unbedingt ein professionelles Foto mit mir haben.

Ja, gerne doch! Und vielen Dank für die Streicheleinheit!



Nach den netten Belgiern, kam dann auch noch ein Paar aus Südafrika zum Aussichtspunkt. Die wollten zwar kein Selfie mit mir, aber dafür gerne ein Foto von der ersten Namib-Wüsten-Löwen-Königin von Sossusvlei und Sesriem haben.

Auch mit ihnen kamen wir ins Gespräch. Er, ein Farmer aus Südafrika, erzählte uns von seiner Angst, dass er aufgrund seiner weissen Hautfarbe und Kolonialvergangenheit seine Farm weggenommen werden könnte. Soweit nicht schön. Wie dann aber ausgerechnet er ein Anhänger des wohl launischsten Präsidenten der Welt sein konnte, der sich einfach aus einer Laune heraus mit Gewalt das nimmt was er will, entzog sich völlig meinem Verständnis. Besonders dann wenn er ja eigentlich will, dass sich andere Männer eben nicht mit Gewalt das nehmen was sie wollen. Er versuchte noch meinen Privat-Fotografen zu bekehren, aber der stand auch ganz fest auf meiner Seite. So einigten wir uns am Ende, dass wir uns eben nicht einig waren und gingen unserer Wege.

Vom "Hiker's Viewpoint" sind wir dann noch zum "Sunset Viewpoint" gefahren. Wieder in langsamen Löwen-Trap-Tempo, da die Wege entlang der Felskante doch sehr uneben waren. Hier hatten wir noch einmal einen dritten Blick auf den Canyon, aber dafür diesmal jedoch ohne jegliche Infrastruktur.




Dafür gab es für mich speziell einen Aussichtspunkt auf dem Aussichtspunkt. =^.^=



Gegen 12:30 Uhr waren wir dann zurück in "Hobas" und plünderten dort im Shop die letzten Flaschen mit sprudelndem Mineralwasser.



Und das alles unter den Augen dieses wirklich grimmig dreinblickenden Parkplatzwächters!

Teil 2025. Mai 2026

Kapitel 17: Ein Roadhouse voller Löwinnen!

Da die Mittagszeit schon längst vorüber war, meldete sich der leere Magen meines Privat-Chauffeurs. Außerdem gingen uns die Bargeldreserven zur Neige und unser Hilux wollte auch mal wieder betankt werden. Was lag daher näher, als auf dem Rückweg einen Zwischenstopp im "Roadhouse Canyon" zu machen. Von diesem Ort hatten wir schliesslich schon während unserer Reiseplanung gehört und gelesen. Also gesagt, getan!

Zuerst wurde der Hilux mit ungefähr 80 Litern Diesel versorgt und dann zum Abkühlen im Schatten eines überdachten Stellplatzes abgestellt, bevor wir uns auf der Suche nach einem Mittagessen das Haupthaus betraten. Ich kann mich noch gut an die ersten überraschten Blicke der Angestellten erinnern, als ich an die Rezeption im Shop trat. Offensichtlich sah man hier eine Löwin nicht alle Tage.
Aber neben einem kurzen Moment der Verwunderung, sah ich auch sofort echte Herzlichkeit und Freundlichkeit in deren Augen. Das waren nicht nur Angestellte, sondern auch Löwinnen im Herzen! Also Rudelschwestern!

Für unser Mittagessen suchten wir uns einen schattigen Tisch im Aussenbereich aus. Für mich war das natürlich auch strategisch der perfekte Platz“, um den Touristen des ankommenden Gruppenreisebusses aufzulauern! =^.^=



Ich bekam allerdings gar nicht genug Zeit mir ein geeignetes Touristen-Opfer auszusuchen, als wir auch schon von Löwin Selma bereits mit einem erfrischenden Getränk versorgt wurden. Und natürlich mussten sie und Löwin Mendy mich für ein gemeinsames Foto nicht zweimal fragen. =^.^=




Safari: "Ohhh! Jaaa! Am Ohr mag ich es am Liebsten!"
*Schnurrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr*
Safari: "Und jetzt bitte eine Kuschelrunde!"




Als dann kurz darauf auch noch unser Mittagessen kam, fühlte ich mich erneut wie eine Königin!



Und wie an jedem guten Adelshof gab es natürlich auch hier Spatzen die ihren Teil vom Festmahl stibitzen wollten.




Nach dem Essen, sahen wir uns dann noch etwas im Garten um. Das "Roadhouse Canyon" machte seinem Namen mit den vielen alten Autos wirklich alle Ehre. Hier gab es, ähnlich wie in "Soliare", von alt und überraschend gut erhalten, bis ganz alt und verrostet viele interessante Fotomotive für Oldtimerliebhaber.



Ich frage mich, was wohl zuerst da war. Das Autowrack oder der Köcherbaum?


(Antwort: Das Autowrack)

Und es gab auch ein neues Warzenschwein-Schild für meine Sammlung!



Und ein weiteres Namibia-Herz zum Knuddeln und Liebhaben!



Zum Abschluss wollte mein Privat-Reiseleiter noch ein wenig durch den Shop stöbern und unsere Bargeldreserven am ATM aufstocken (es gab südafrikanische Rand!). Ich hingegen nutzte die Zeit viel lieber für einen Plausch mit meinen Herzens-Schwestern und noch ein paar weitere Kuscheleinheiten. =^.^=




Danke, Löwin Milencia! Deine herzliche Umarmung werde ich nie vergessen! =^.^=

Teil 2125. Mai 2026

Extra-Kapitel: Hört den Gesang der Löwinnen!

Safari: "Oh wie war das schön! Darüber könnte ich glatt wieder ein Lied singen!"

Privat-Chauffeur: "Du hast doch nicht etwa schon wieder ein Lied von Emelia Everton über die englische Frauenfussball-Nationalmannschaft umgedichtet?"

Safari: "Und ob ich das habe! Ein neues Lied! Und dieses Mal musst du auch mitsingen!"

Privat-Chauffeur: "Muss ich wirklich? Gibt es da nich noch eine andere..."

*Safari brüllt*
Safari: "NEIN! Als deine Königin befehle ich es dir!"

"Hear our Roar"
"Safari Version"

Feel the energy rise, let the campfires ignite.
In the land of Namibia, we are ready to ride.

Raise your voices higher, let the anthem unfold.
In the roar of the lionesses, a pride is born!

Under the shining light, new wonders revealed!
With courage on fire, never to yield.
Safari in the middle, get cuddles from all.
Yumeng on the road, just driving along.

Kiaras moments are also strong.
Melanie and Dorie they sing every song.
Every mile we cover, every moment in time.
We rise as one, in rhythm and rhyme.

Oh, we are the lionesses, hear our roar!
From Namibia to the world, we'll soar!
With love and unity, we lift our heads high.
In destiny’s embrace, we'll never say die.

Oh, we are the lionesses, hear our roar!
From Namibia to the world, we'll soar!
With love and unity, we lift our heads high.
In destiny’s embrace, we'll never say die.

From the stunning starlight, to the fires divine.
Selma and Mendy are just a pure shine!
Just weaving magic on moments we glance.
Milencia’s famous cuddle, what a glorious dance!

As the pride erupted all nations look.
With every roar rising in a powerful shook.
Waving tails in sync, together we stand.
In this epic journey, we are hand in hand!

Oh, we are the lionesses, hear our roar!
From Namibia to the world, we'll soar!
With love and unity, we lift our heads high.
In destiny’s embrace, we'll never say die.

For every lioness who paved the way.
We honour your legacy, come what may.
With dreams ignited and spirits bright.
We carry your fire, we’re ready to fight!

In the history of lionesses, you made your claim.
And future generations forever the same!

Oh, we are the lionesses, hear our roar!
From Namibia to the world, we'll soar!
With love and unity, we lift our heads high.
In destiny’s embrace, we'll never say die.

Oh, we are the lionesses, hear our roar!
From Namibia to the world, we'll soar!
With love and unity, we lift our heads high.
In destiny’s embrace, we'll never say die.

Raise your voices strong, let the anthem ring.
The lionesses' spirit, the joy they bring.
Together we stand, this moment is ours
Forever united, like the brightest stars!

Continuely roaring, in harmony and grace.
With the lionesses singing, we will always embrace!

Teil 2228. Mai 2026

Kapitel 18: Natürliche Farbenspiele

Nach den herzlichen Ereignissen am "Roadhouse Canyon" machten wir wieder uns auf den Rückweg zu unserer Löwenhöhle bei der "Mount Canyon Guestfarm". Unterwegs sahen wir ein paar Springböcke und dann...
... Regen!



Ja, es regnete! Aber leider nur ein paar Dutzend Tropfen oder so. Gerade genug, um die Windschutzscheibe wieder sauber zu bekommen. Aber leider viel zu wenig, um den Durst des ausgetrockneten Bodens zu stillen.

An der nächsten Kreuzung zur C12 durfte ich dann ein weiteres Warnschild in meine Sammlung aufnehmen.



Nein! Nicht das! Soll das etwa wieder eine Anspielung auf irgendwas sein?! Ich meinte jedenfalls das andere Schild mit dem Kudu drauf!



Also geht doch!
Wo war ich stehen geblieben? Ach ja.

Wir waren also auf dem Rückweg zu unserer Löwenhöhle und folgten der C12 wieder bis nach "Chamaites" beim Bahnübergang. Von dieser Seite aus war die Einfahrt zur "Mount Canyon Guestfarm" wirklich nicht zu übersehen.



Der Anfahrtsweg durch die Natur und die drei Tore fühlte sich fast schon wie ein kleiner Game-Drive an. Neben vielen Vögeln, die oft ein Stück vor uns herflogen, entdeckten wir auch eine Gruppe Oryx etwas abseits im Gelände.



Den restlichen Nachmittag verbrachten wir in unserem Refugium, mit erfrischenden Getränken und Duschgängen, sowie einer ausgiebigen Energiesparphase - also dösen und ausruhen. Nebenbei wurden auch noch weitere Fotos übers Handy auf eine externe SSD gesichert.

Das Abendessen hatten wir heute für 17:30 Uhr bestellt, da das mit dem Sonnenuntergang gestern ja dann doch etwas knapp gewesen war. Das hatte außerdem den Vorteil, dass wir die kurze Strecke zum Farmhaus auf leisen Pfoten zurücklegen und dabei kleinere Dinge entdecken konnten.






Unter den wachsamen Augen der Wacht-Gans erreichten wir das Farmhaus gerade noch rechtzeitig vor dem heranziehenden Regenschauer.





Auch an diesem Abend war das Essen wieder ausgezeichnet und exklusiv für uns angerichtet. Es gab wieder verschiedene Salate, Süsskartoffeln und als Hauptspeise Oryx-Gulasch mit Reis. Hmmm... einfach lecker! =^.^=



Nach dem genüsslichen Abendessen hatten wir dann sogar noch kurz Zeit uns den Garten und den Pool anzuschauen, bevor die nächste heranziehende Regenwolke uns zurück in unsere Löwen-Höhle scheuchte. Aber für so einen schönen Regenbogen nehme ich gerne ein paar Wassertropfen in Kauf!





Das bunte Farbenspiel des Sonnenuntergangs und der Abenddämmerung genossen wir erneut in völliger Ruhe und Einsamkeit auf der Aussichtsplattform über unserer Höhle, während in der Ferne vereinzelt Regenschauer und ein Gewitter niedergingen.




Was für ein herrRRRrrrRRRrrrRRRrrrRRRrrrRRRlicher Tag!

Teil 2330. Mai 2026

Kapitel 19: Versteckte Spielchen und professionelles Verstecken
(Montag, 16.03.2026)

Das Schöne an einer eigenen einsamen Löwenhöhle ist, dass man die ganze Nacht durchschnurren kann, ohne dass es einen anderen stört. Zumindest vermute ich, dass ich die ganze Nacht durchgeschnurrt habe, denn mein Privat-Reiseleiter und ich waren am nächsten Morgen wieder fit wie ein verspieltes Löwenjunges.




Neben Aufräumen, Packen und Autoeinladen, begrüssten wir auch die ersten Sonnenstrahlen an diesem Morgen auf unserer Aussichtsplattform.




Da wir heute wieder einen kurzen Fahrtag und Einkaufstag hatten, hatten wir unser Frühstück erst auf 8:30 Uhr bestellt. Und wie am Vortag, so wurden wir auch heute wieder von Rozelle fürstlich bedient.
Als wir fragten, warum sie denn keine abgelegenen Campsites weiter draußen den Canyons anbieten, erzählte sie uns, dass ihrer Mutter das Haus und die Campsites an der Strasse in "Chamaites" gehören. Und natürlich wollten sie sich innerhalb der Familie keine Konkurrenz machen. Des Weiteren erzählte sie uns aber auch, dass ihre Mutter einen ausgezeichneten Apfelkuchen ohne Rosinen macht, welchen wir unbedingt mal probieren sollten.

Nach einer schönen Verabschiedung von Rozelle und Abraham fuhren wir gegen 9:30 Uhr los und steuerten, mit dem Geschmack von Apfelkuchen bereits im Mund, direkt den Shop von Rozelles Mutter Meisie an.

Neben blickdicht eingezeunten Campsites mit jeweils eigener Dusche, WC und Braai-Stelle, gab es hier anscheinend auch weisse Iglu-ähnliche Unterkünfte?



Da wir hier eigentlich nur kurz den Apfelkuchen besorgen wollten, blieb ich im Wagen. Allerdings war der Aussenbereich so humorvoll dekoriert, so dass mein Privat-Chauffeur nicht dadrum herumkam ein paar originelle Fotos zu machen.





Neben dem Apfelkuchen-To-Go hat mein Privat-Chauffeur dann noch weitere Getränke-Vorräte, sowie Kissenbezüge als Souvenier für Zuhause eingekauft. Und obwohl er also viel mehr Geld ausgegeben hatte als eigentlich geplant, kam er mit einem recht fröhlichen Grinsen zurück.

Safari: "Was hast du jetzt wieder angestellt?"

Privat-Chauffeur: "Ich habe der Verkäuferin im Shop die Fotos von deiner Jagd im Dead Vlei gezeigt. Was soll ich sagen? Sie ist eine deiner überzeugtesten Gläubigen!"

Safari: "Oh, das freut mich! Und wie hast du die Sache aufgelöst? Hast du ihr ein weiteres Foto von mir gezeigt?"

Privat-Chauffeur: "Nein, habe ich nicht. Ich habe ihr gesagt, dass sie unbedingt ihre Tochter Rozelle in der Lodge anrufen soll, wenn sie nähere Details dazu wissen möchte."

Safari: "Na das kann ja ein sehr interessantes Telefonat werden! Da würde ich nur zu gern Mäuschen spielen!"

Die anschliessende Fahrt nach Keetmanshoop war dann eigentlich ereignislos. Bis auf die Sache mit "Puffi". Aber das passt besser zu einem späteren, deutlich blutrünstigen Kapitel unserer Reise.

In Keetmanshoop steuerten wir zuerst einen ATM und dann den Superspar an, um uns mit weiteren Vorräten und Grillfleisch für die nächsten zwei Tage zu versorgen. Und wie immer, wurden wir natürlich sofort als wohlhabende Touristen erkannt und angebettelt. Aus Mitleid und als Anerkennung fürs Aufpassen auf unseren Camper, brachte mein Privat-Chauffeur der alten Frau aus dem Superspar ein Brötchen und einen Landjäger mit. Aber die Jungs die uns später an der Puma-Tankstelle einfach mal so mit ausgestreckten Armen entgegengelaufen kamen, bekamen lediglich die Gegenfrage an den Kopf geworfen, warum sie denn an einem Montag nicht in der Schule waren! Das fand sogar der Tankwart gut!

Nach dem Menschentrubel in Keetmanshoop ging es wieder hinaus in die weite Wildnis. Als nächstes stand auf unserem Reiseplan der Besuch des berühmten Köcherbaumwaldes auf dem Gelände der "Farm Gariganus". Aber nicht nur wegen der Köcherbäume waren wir hier, sondern auch wegen dem "Giants Playground". Des Weiteren hatten wir auch etwas gelesen, dass es hier Geparde in einem Gehege geben soll. Aber um diese zu sehen muss man anscheinend das Glück haben genau zur Fütterungszeit dort zu sein.
An der Farm angekommen, folgten wir den Anweisungen der Beschilderung und stellten unser Auto auf dem Parkplatz ab. Im Büro bekamen wir dann nach Bezahlung der Eintrittsgebühr von Frau Nolte noch einen kleinen Zettel mit ein paar Erläuterungen zu den Bäumen, sowie ein paar selbstverständlichen Regeln. Ja und dann durften wir ganz offiziell und ganz alleine zum 400m entfernten Köcherbaumwald fahren.
Neben uns stand an diesem Nachmittag nur ein einziges weiteres Fahrzeug auf dem Parkplatz. Wir hatten also den ganzen Wald quasi für uns.

Der Köcherbaumwald ist durch einen Maschendrahtzaun eingezäunt und hat zwei Ein- und Ausgänge. Sich hier zu verlaufen, sollte also nur schwer möglich sein.



Zu Beginn folgten wir noch einem Trampel-Pfad und vermuteten, dass es wohl eine Art Rundweg geben würde. Aber da sich die Spur des Weges schon nach ein paar Grosskatzensprüngen verlor, haben wir unsere eigenen Wege gesucht.

Um ehrlich zu sein, habe ich als Löwin jetzt kein so grosses Interesse an Pflanzen und Bäumen. Von daher ging ich, nach dem ersten obligatorischen Köcherbaum-Safari-Foto, lieber meinem eigenen Zeitvertreib nach.



Safari: "Also ich bin dann mal weg. Tschüss!"

*Safari tapst zwischen den Bäumen davon*

Privat-Fotograf:
"Wie? Was? Safari!"
Ähm... ja, dann muss wohl ich ab hier alleine und ohne Safari über meine Erlebnisse im Köcherbaumwald berichten.

Der Köcherbaum ist eigentlich kein Baum, sondern eine Pflanze. Dies erkennt man auch recht schnell an seinen "Blättern", welche eine sehr grosse Ähnlichkeit mit einer Aloe-Pflanze haben.



Der botanische Name der Pflanze ist daher auch "Aloe Dichotoma".

(Foto 1)


Der Baum, oder besser gesagt die Pflanze, kann bis zu 9 m hoch wachsen und einen Stamm mit bis zu einem Meter Durchmesser bilden.

(Foto 2)


Der Köcherbaum wächst meistens auf felsigen Untergrund. Deswegen bildet er auch keine tiefen Wurzeln aus, da er sich an den Steinen im Boden mit seinen Wurzeln festhalten kann.

(Foto 3)


Ein Köcherbaum kann bis zu 300 Jahre alt werden und ist nicht frostempfindlich.

(Foto 4)


Der Köcherbaumwald auf der "Farm Gariganus" isT ein natürlich gewachsener Wald und ist 1955 zum nationalen Monument erklärt worden.

(Foto 5)


Ansonsten...
...irgendwie hatte ich die ganze Zeit so ein Gefühl...
...beobachtet zu werden... 😐
Safari: "Mann! Du wärst so eine leichte Beute gewesen!"

Privat-Fotograf: "Whaa! Wo kommst du denn auf einmal her?"

Safari: "Ich war nie weit weg. Lass mich mal deine Fotos sehen."

*Safari schaut sich die oben gezeigten Bilder*

Safari: "Jupp. Bis auf das erste Baumkronen-Foto bin ich tatsächlich auf jedem deiner Fotos zu sehen."

Privat-Fotograf: "Was??? Lass mich sehen!"

*Privat-Fotograf schaut sich die oben gezeigten Bilder nun auch genauer an*

Privat-Fotograf: "Okay. Das erste Bild ist einfach. Das zweite... ah hier! Das dritte Foto... wo zum Teufel bist du denn?"

Bis auf das erste Baumkronen-Foto hatte ich es tatsächlich geschafft, mich in jedes seiner Bilder zu schleichen! Und ohne dass er es merkte! Wir haben einige der Fotos dann auch digital nach Hause an seine Verwandten geschickt. Besonders seine Tante und seine Schwester hatten viel Spass daran mich in den Fotos zu suchen. 🙂

Also, meine lieben Leserinnen und Leser. Ich, die erste Namib-Wüsten-Löwen-Königin von Sossusvlei und Sesriem, fordere euch heraus! 😈

Bis zu wechem Foto könnt ihr mich, Safari, entdecken?

Ich wünsche euch viel Spass beim Suchen!

Eure Safari =^.^=


Und achja. Meine Krone bekam ich hier natürlich auch noch. 🤩

Teil 2403. Juni 2026

Safari-Suchspiel-Auflösung/Tipps
Foto 1:
Ich glaube hier braucht es, glaube ich, keine Auflösung.

Foto 2:
Ziemlich unten und fast mittig im original Foto.


Foto 3:
Hier habe ich mich ziemlich mittig im Bild hinter ein paar Grasbüscheln versteckt.


Foto 4:
Hier bin ich zwischen den zwei grossen Köcherbäumen versteckt.


Foto 5:
Und hier braucht man im Originalbild wirklich fast ein Fernglas, um mich zwischen den zweit Stämmen der Zwillingsbäume zu entdecken. =^.^=

Und für alle die Spass am Suchspiel haben oder ihre Augen für die nächste Löwensichtung trainieren wollen, kommt hier noch ein Extra-Foto. =^.^=

Foto 6:

Teil 2504. Juni 2026

Kapitel 20: Löwen-Spielwiese

Auf dem Rückweg zum Parkplatz am Köcherbaumwald lief uns dann noch dieser kleine Kerl über den Weg.



Und bei diesem Baum kann man sich schon mal fragen, ob das noch ein Köcherbaum oder schon ein Webervogelnestbaum ist.



Unser nächstes Ziel war dann der "Giants Playground", welcher ja als zweite Attraktion im Eintrittspreis für den Köcherbaumwald mit inbegriffen war. Dieser Ort liegt von der Farm "Farm Gariganus" aus ungefähr 4 km weiter in Richtung Westen und war von der C17 aus nicht zu verfehlen.

Als wir dort ankamen staunten wir nicht schlecht über das halbe Dutzend Motorräder die vor dem Eingangstor abgestellt waren. Und während sich mein Privat-Reiseleiter nochmals eincremte und seine Kamera vorbereitete, kamen noch weitere Motorrad-Fahrer mit ihren Bikes hinzu.
Wie sich durch ein Gespräch mit den Bikern herausstellte, gehörten alle zu einer geführten deutschen Biker-Touri-Truppe, welche für 2 Wochen mit ihren Motorrädern über Namibias unbefestigte Pisten düsten. Wie sagte der eine Biker so schön: Das war kein Fahren mehr, sondern vielmehr ein Schwimmen über die Piste! Und ich sage nur: Gott schuf die meisten Tiere aus einem Guten Grund mit vier Pfoten! ^^

Aber das allerbeste an der Truppe war, sie hatten auch einen plüschigen Reisebegleiter mit dem Namen "Mr.Croc"! Na mit dem musste ich mich ja wohl mal austauschen! So, von Plüschtier zu Plüschtier.



Wir gingen dann auch gemeinsam in das "Giants Playground" Gelände hinein. Und wie der Name ja quasi dazu auffordert, spielte ich natürlich erstmal Löwen-Königin auf meinem Königsfelsen. =^.^=



Das ganze Areal sieht wirklich einem Steinklotz-Spielplatz für Riesen ähnlich. Überall lagen aufgespaltene und oberflächenerodierte Felsen die so aussehen, als hätte ein Riese sie absichtlich übereinandergestapelt. Hier konnte nicht nur ich mich gut verstecken.



Den Klippschliefer im Visier, schlich ich mich langsam näher...





...und stellte fest, dass zwischen den Steinen sogar eine ganze Klippschliefer-Familie wohnte!
Und wie in jeder guten Wohngegend gab es auch hier verschiedenste Untermieter.



Nach einer guten halben Stunde hatten wir das Gefühl, auch hier alles gesehen zu haben, und verließen gemeinsam mit der Biker-Truppe das Gelände. Dabei wurden wir netterweise von dem Tour-Leiter auf seinem Anhänger (mit Ersatz-Motorrad) das Stück mit zur Hauptstrasse mitgenommen. Der machte es als Einziger richtig und fuhr auch Auto.

Das letzte Etappenziel für heute lag nur noch ein Viertelstündchen entfernt. Nach nur 22 km erreichten wir die Farm "Mesosaurus".



Wie immer parkten wir brav vor dem Bürogebäude und wollen uns anmelden. Doch es war keiner da! Stattdessen hing eine laminierte Seite neben der Tür, welche genau für einen solchen Fall alle nötigen Informationen und Anweisungen enthielt. Ich mag es, wenn es auch unkompliziert geht.



Der Wegbeschreibung folgend erreichten wir wenig später die Campsites. Ja, man liest richtig. Das "Mesosaurus Bush Camp" besteht tatsächlich aus mehreren "Campsites", welche in Rufweite voneinander auf dem Camping-Gelände im Tal verteilt sind. Das hatten wir so nicht erwartet, stört aber auch nicht. Schliesslich waren wir wieder die einzigen Gäste an diesem Tag und können uns frei entscheiden, welchen Platz wir nehmen wollten. Wir entschieden uns für Campsite 4, neben einer Webervogelkolonie und in der Nähe der Sanitäranlage.




In aller Ruhe und in guter Gesellschaft der Webervögel, grillten wir das im Keetmanshooper Superspar gekaufte Fleisch über der Feuertonne, während am nördlichen Horizont immer dichtere Wolken aufzogen.




Diese Wolken verwehrten uns an diesem Abend auch den Sonnenuntergang, so dass wir noch vor der Abenddämmerung mit Essen, Aufräumen und Dachzeltaufbau fertig waren.



In Gedanken versunken, saßen wir mit zunehmender Dunkelheit noch eine Weile am Feuer, während die Wolken am Himmel immer bedrohlicher wurden. Und als wir uns dann im Dachzelt schlafen legen wollten, fing es an zu donnern.
Nicht ganz sicher, wie blitzsicher so ein Dachzelt eigentlich ist, zogen wir uns daher vorsichtshalber ins Auto zurück und konnten aus diesem faradayschen Käfig beobachten, wie ein Gewitter mit kräftigem Wind über uns hinwegzog.



Da an diesem Abend mehrere Gewitterzellen in der Umgebung unterwegs waren, blieben wir dann sicherheitshalber auch im Auto und versuchen es uns dort gemütlich zu machen. Und zu allem Überfluss, wurde mein Privat-Chauffeur auch wieder von seinen heftigen Arm und Nackenschmerzen geplagt. Am Ende war es dann schliesslich die reine Müdigkeit, die ihn einschlafen lies.

Wie soll das bloß in drei Tagen im KTP gutgehen, wenn wir dann noch zusätzlich dicht an dicht mit anderen Campern auf dem Campingplatz stehen?

Teil 2607. Juni 2026

Kapitel 21: Giel, der Fossilienflüsterer
(Dienstag, 17.03.2026)

Es war bereits tiefste Nacht, als mein Privat-Reiseleiter und ich, zusammengekuschelt auf dem Fahrersitz, aufwachten. Die Gewitter hatten sich anscheinend verzogen oder irgendwo entladen und waren weder zu hören noch zu sehen. Müde und etwas gerädert standen wir auf und kletterten ins eigentliche Bett im Dachzelt. Mit einer richtigen Liegefläche unter uns und in eine kuschelige Decke gehüllt, fielen uns sofort wieder die Augen zu...


In der Morgendämmerung wachten wir wieder auf und schälten uns aus dem Dachzelt. Nach dieser ungemütlichen Nacht starteten wir heute aber definitiv mit einer gemütlichen Gangart in den Tag.
Auf unserer Campsite bei dem Webervogelbaum, die mit ihrem lauten Theater übrigens jeden Wecker ersetzen, war es immer noch sehr bewölkt am Himmel. Doch im Osten, hatten wir freie Sicht auf den Horizont. Genau dort, wo um Punkt 6:54 Uhr die Sonne hinter einem Köcherbaum aufging.



Für ein paar Momente genossen wir einfach die Wärme, die uns die Sonne mit ihren Strahlen spendete.



Unser erstes Ziel an diesem Morgen war wieder das Bürogebäude in der Nähe der Hauptstrasse. Wir hatten nämlich am Vortrag gesehen, dass es von dort aus täglich um 9 Uhr eine Fossilienführung gibt. Da wir direkt von der Campsite kamen, waren wir natürlich viel zu zeitig da. Und während ich es mir im Auto auf dem Beifahrersitz gemütlich machte, sah ich, wie wenig später auch ein weiteres Auto ankam.



Es war der alte und liebenswürdige Giel, der Besitzer der "Farm Mesosaurus". Und so wie ich mich freuen durfte, auch unser Führer an diesem Morgen für die Fossilien-Tour!
Nach einer ausführlichen Begrüßung, unterhielten sich er und mein Privat-Reiseleiter über die letzte Nacht auf der Campsite und verschwanden kurz im Bürogebäude für die Bezahlung der Führung. Dort bekam mein Privat-Fotograf auch schon die ersten Exemplare gezeigt und ausführlich erläutert.



Auf weitere Gäste hoffend, warteten wir noch ein extra Viertelstündchen auf weitere Besucher, welche aber leider ausblieben. Dafür wurde Herr Steenkamp zu einem meiner "Gläubigen", als er von meinem Privat-Fotografen mit Hilfe der Beweisfotos davon überzeugt wurde, dass es im Sosusvlei eine jagende Löwin gegeben hat. Er hatte die plausible Vermutung, dass ich wohl aus einer Farm ausgebüchst bin und nun im Sosusvlei mein Unwesen treibe. Als er dann wenig später von meinem Privat-Fotografen gezeigt bekam, dass besagte Löwin im Auto sitzt und wir hier mit ihm unser Unwesen trieben, hat er nur gelacht und sich gefreut eine Löwen-Königin zu Besuch zu haben. So wie er mir, so glaube ich, war ich auch ihm sympathisch. =^.^=

Seine Tour begann zunächst mit einem Besuch an einem Grab eines deutschen Kolonial-Soldaten, welcher 1904 hier in einem Gefecht mit den einheimischen Namas gefallen war.



Für mich interessanter wurde es dann aber danach, als wir ein paar Schritte auf den angrenzenden Hügel gingen und Giel mir die ersten Versteinerungen der Mesosaurus zeigte.





Diese Saurier lebten hier tatsächlich vor 250 Millionen Jahren in einem grossen Binnenmeer. Und deren Fossilien, die man auch in Südamerika finden kann, sind auch ein Beweis dafür, dass es mit "Gondwana" mal einen Grosskontinent gegeben haben muss.



Das erste Fossil hat übrigens Giels Sohn per Zufall gefunden, als sie vor vielen Jahren den Weg ausgebaut haben.



Nach den Fossilien hat uns Giel dann noch zu seinem Natur-Stein-Musik-Instrument geführt. Nach einer erstaunlich gekonnten musikalischen Darbietung von "Bruder Jakob" und "Jingle Bells", erklärte er uns noch, was es mit dem "Lack der Wüste" auf sich hat.



Zum Abschluss durfte ich noch in einen Köcherbaum klettern und erfahren, dass diese baumartigen Pflanzen Flachwurzler sind und ihre bitter schmeckende Flüssigkeit im Stamm speichern. Und falls ich je mal Probleme mit Parasiten haben sollte, so empfahl Giel mir, dass ich es doch so tun sollte wie die Oryx-Antilopen und die ebenfalls bitter schmeckenden Blätter fressen sollte. Ich glaube da achte ich lieber gleich darauf erst gar keine Parasiten zu bekommen...



Mit seinen 82 Jahren war Giel natürlich nicht mehr der Jüngste und musste uns schon nach einer guten Stunde verlassen, um sich von der Hitze auszuruhen. Wir durften aber noch so lange bleiben wie wir wollten und konnten uns zum Beispiel noch seinen Lieblings-Köcherbaum ansehen.




Und Sinn für Humor, hatte der alte Herr Steenkamp auf jeden Fall auch.



Gegen 11:30 Uhr verliessen dann auch wir das Farmgelände und machten uns auf zu unserem nächsten Ziel. Der C17 in Richtung Osten folgend, sahen wir unterwegs etwas Federvieh. Da wir immernoch keinen Ornithologen mit dabei hatten, ist folgende Artbestimmung ohne Gewähr.

Das hier könnte vielleicht ein Steppenbussard sein.


Und dies sind eventuell zwei Gabarhabichte?


In "Koes" haben wir dann einen kurzen Halt gemacht und haben uns im Liquor Store mit weiteren Snack-Vorräten und Getränken versorgt, bevor es dann für mich zum ersten Mal in die roten Dünen der Kalahari ging. Und die eben noch völlig ebene Strecke verwandelte sich in eine richtige Berg- und Talbahn.


Teil 2710. Juni 2026

Kapitel 22: Safari, eine grausame Jägerin?

Achtung!

In diesem Kapitel kommen ausschliesslich tote Tiere vor!

Wer das nicht sehen möchte, sollte bitte nicht auf die Bilder-Links klicken.

Wer auch das nicht lesen möchte, darf gerne direkt zum nächsten Kapitel springen. Inhaltlich verpasst ihr dadurch nichts.

Alle hier gezeigten Tiere wurden höchstwahrscheinlich von anderen Autos überfahren und lagen schon tot auf der Strasse. Damit nicht noch mehr Autos drüberfahren oder sogar Motoradfahrer darüber stürzen, wurden sie neben die Fahrbahn gelegt.

Die in diesem Kapitel gezeigten Fotos haben gewiss auch einen makaberen Beigeschmack. Aber ohne etwas makaberen Humor kann man tote Tiere leider auch nicht lustig reden.

Man hätte dieses Kapitel auch sicher weglassen können.
Aber Erstens ist es nun einmal genauso passiert.
Und zweitens soll dieses Kapitel auch daran erinnern, sich mal wieder eine wichtige Sache ins Bewusstsein zu holen:

Fahrt bitte immer vorsichtig!
Besonders auch gerade wegen der Wildtiere!



Um das gleich folgende Erlebnis und die Reaktionen meines Privat-Chauffeurs besser zu verstehen, müssen wir einen Tag zurückreisen.

Wir waren vom Naute Damm (das ist der beim Löwen-Fluss) auf der C12 unterwegs zur B4, als meine scharfen Löwen-Augen plötzlich etwas auf der Strasse liegen sah. Mein Privat-Chauffeur hatte hingegen diese potenzielle Beute vermutlich wieder nur für einen Stock gehalten und war dementsprechend überrascht, als ich ihn anbrüllte, sofort anzuhalten. Zu seinem Glück tat er auch wie ihm geheißen und ich stieg aus und rannte zu der Stelle zurück. Lag da doch tatsächlich eine noch halbwegs frische Puffotter auf der Strasse!
Nur daran denkend, dass diese Schlange ja eine fantastische neue Erstsichtung war, schnappte ich mir meine gefundene "Puffi" und brachte sie freudestrahlend zu meinem Privat-Fotografen zurück. Seine Reaktion war dann jedoch nicht ganz das was ich erwartet hatte...

Privat-Fotograf: "Was zur Hölle schleppt du da für ein Vieh an! Ist das etwa eine Schlange?!"
Safari: "Hey! Sag ja nichts gegen meine 'Puffi'! Die ist noch ganz frisch!"
Privat-Fotograf: "Ganz frisch?! Hast du sie etwa gerade selbst..."
Safari: "Natürlich! Was hast du denn erwartet? Ich bin schliesslich eine Löwin!"
Privat-Fotograf: "Und was machen wir jetzt mit dem Ding?"
Safari: "Ja was wohl? Du machst natürlich ein Beweis-Foto von Puffi und mir."

Das hat mein Privat-Fotograf dann auch getan. Jedoch nicht ohne ein gehöriges Stück Sicherheitsabstand.

Foto von Safari mit "Puffi", der toter Puffotter

Nach dem Foto habe ich "Puffi" dann noch weiter ins Gras gelegt und ihren Körper der Natur überlassen.
Was mir an diesem Tag allerdings noch nicht bewusst war: Mein Privat-Fotograf glaubte, dass ich die Puffotter erlegt hatte. Ich hingegen dachte nur behauptet zu haben die Puffotter mit meinen scharfen Löwensinnen eigenständig gefunden zu haben.


Zurück in der Gegenwart der grasbedeckten Kalahari Wüste, waren wir auf der C17 erst ein paar Dünen weit gekommen, als wir uns die Umgebung auch mal genauer ansehen und vor allem auch mal erfühlen wollten. Wir hielten also an und stiegen aus. Und während sich mein Privat-Chauffeur einen Busch suchte, machte ich das was Löwinnen nun mal so tun. Ich ging auf Jagd-Streife.
Tja, was soll ich anderes sagen: Aber etwas weiter die Strasse entlang lag "Wanni" der tote Waran mitten auf der Fahrbahn. Dort konnte ich ihn natürlich nicht liegen lassen und brachte auch ihn zurück zu unserem Auto.

Privat-Fotograf: "SAFARI!!! Sag mal was fällt dir eigentlich ein!"
Safari: "Was hast du denn jetzt schon wieder?! Das ist doch nur ein toter Waran!"
Privat-Fotograf: "Nur ein toter Waran?! Wenn du so weiter machst, dann werden wir noch wegen Wilderei vor Gericht gebracht!"
Safari: "Na den Richter will ich sehen, der guten Gewissens eine Löwin wegen Wilderei verurteilen kann!"
Privat-Fotograf: "Gestern erst die Schlange! Heute ein Waran! Und was muss morgen dran glauben? Vielleicht ein Springbock?!?"
Safari: "Woher soll ich das wissen? Schliesslich sind es ja deine Artverwandten die 'Puffi' und 'Wanni' getötet haben! Wenn du also jemanden hier anklagen willst, dann verklag dich selber!"

Privat-Fotograf: "Moment... Hast du nicht gestern noch gesagt, dass du selbstständig die Schlange erlegt hast?"
Safari: "Ich habe gestern 'Puffi' nur auf der Strasse gefunden. Genau wie auch 'Wanni' eben. Also beruhige dich und mache einfach ein Foto, okay?"

Foto von Safari mit "Wanni", dem toten Waran

Nachdem sich mein Privat-Fotograf etwas beruhigt und ein Foto gemacht hatte, führen wir weiter. Und wie als Beweis für meine Unschuld, lag nur wenig später das nächste tote Tier auf einer unübersichtlichen Kuppe und mitten auf der Strasse.

Safari: "Mach langsam. Da vorne liegt wieder etwas auf der Strasse. Diesmal würde ich sagen ist es ein kleiner Fuchs den es erwischt hat."

*Safari und ihr Privat-Chauffeur halten an und steigen aus*

Safari: "Okay, es ist ein Löffelhund. Hilf mir mal ihn von der Strasse zu tragen."
Privat-Fotograf: "Boah! Stinkt der!"
Safari: "Ja klar. Der liegt da bestimmt auch schon seit mindestens zwei Tagen rum."
Privat-Fotograf: "Ich glaube diesen Geruch werde ich für mein Leben nicht mehr vergessen!"
Safari: "Jetzt hab dich nicht so und pack mit an. So ist eben nunmal die Natur."
Privat-Fotograf: "Muss ich von ihm auch ein Foto machen?"
Safari: "Er ist, auch wenn er tot ist, trotzdem eine Erstsichtung. Also bitte ja!"

Foto von Safari mit totem Löffelhund

Safari: "Und würdest du mir noch einen Gefallen tun?"
Privat-Fotograf: "Kommt darauf an welchen."
Safari: "Fahr wenigstens bitte du vorsichtig."

Teil 2810. Juni 2026

Kapitel 23: Ein Camp zwischen allen fünf Elementen

Auf und ab, auf und ab führte die schnurrrrrgerade Strasse über unzählige Kuppen und Wannen, bis sie plötzlich aufhörte?!



Zum Glück war das nur eine optische Täuschung, denn hinter der nächsten Kuppe machte die Straße einfach eine scharfe 90°-Kurve nach links und folgte nun parallel zu den roten Kalahari-Dünen nach Norden bis zum Auob-Tal. Wie schon die Kalahari-Dünen, so war auch das Auob-Tal von Photosynthese treibender Botanik dominiert.



Umso erstaunlicher war dann auch, dass wir zwischen all dem Grün unsere nächste Sichtung machten. Diesmal war es zu unserer Freude ein lebender Waran!




Ein Stückchen weiter erreichten wir dann die "Farm Tranendal" (Nummer 184), welche das "Red Dune Camp" betreibt.



Wie schon auf anderen Farmen, wurden wir auch hier zunächst vom Hofhund entdeckt und angebellt. Zum Glück kann mein Privat-Chauffeur auch mit Hunden gut umgehen und nach etwas Suchen und einmal Fragen schließlich auch die Farmbesitzerin ausfindig machen. Es wurden kurz die Formalitäten geklärt und das hier noch verfügbare WLAN für einen Anruf nach Hause genutzt, bevor wir dann unter Begleitung zweier Angestellten das eigentliche Eingangstor zum Camp passieren durften.



Der anfangs steile Weg führte sofort aus dem Tal hinaus in die Dünen der Kalahari. Und zu unserer Freude sahen wir auch ganz kurz eine Löffelhund-Familie auf dem Weg. Leider nahmen diese gleich Reißaus, so dass mein Privat-Fotograf keine Chance auf ein schönes Erinnerungsfoto hatte.

Vor dem Camp wurden wir dann noch vor der steilen und sandigen Auffahrt gewarnt. Aber nach Rolands Fahrtraining war das für meinen Privat-Chauffeur und unseren Hilux ein Kinderspiel.

Oben auf der Düne angekommen, wusste ich bereits, dass es sich mehr als gelohnt hat hierherzukommen. Während die beiden Angestellten, ein Mann und eine Frau, noch kurz das Camp auf Vordermann brachten bewunderten wir erst einmal die schöne Aussicht und das natürliche Farbenspiel. Und dabei war ja noch nicht mal Sonnenuntergang!



Die Frau und der Mann haben sich anschließend auch noch interessiert mein Fotobuch angeschaut. Wie viele, so waren auch sie neugierig wie es denn in anderen Teilen ihres Heimatlandes aussieht.
Tja, und dann waren wir wieder alleine. Ganz alleine auf dieser wunderschönen Campsite mit Braai-Stelle und Aussichtsplattform!




Wie man auf dem letzten Foto erkennen kann, hatten wir nicht viel Zeit unsere Sachen auszuladen, als wir uns auch schon wieder vor der grossen heranziehenden Gewitterwolke ins Auto zurückziehen mussten. Zum Glück regnete es nicht lange und bescherte uns sogar ein weiteres schönes Naturereignis. Nämlich einen farbenfrohen Regenbogen!




Und jetzt wissen wir auch, dass am Ende eines Regenbogens kein Sack Gold, sondern Plüsch-Löwinnen zu finden sind. =^.^=

Während mein Privat-Reiseleiter das Dachzelt aufbaute und ein kleines Feuer in der Grillstelle entfachte, dekorierte ich unseren Tisch für das Abendessen. Es gab Oryx mit Brötchen und einfachen Beilagen.



Den Rest des Nachmittags genossen wir mit grandioser Aussicht in allen Richtungen auf unserer Campsite. Und dank der vorteilhaften Wetterlage konnten wir den Sundowner in vollen Zügen geniessen.



Was für ein Anblick! Die Elemente Luft, Feuer, Erde und Wasser in ihren wundervollen Farben!

Die Aussichtsplattform war einfach der perfekte Platz zum Abhängen und Beobachten.




Und mit zunehmender Abenddämmerung, kam auch noch das fünfte Element hinzu. Blitze! Pure Energie!




In dieser Nacht blieben wir von einem Gewitter verschont. Und dank der leichten Schrägstellung des Dachzeltes, schliefen an diesem Abend nicht nur ich, sondern auch mein privater Reisebegleiter sofort ein.

Teil 2914. Juni 2026

Kapitel 24: Ruhetag mit Upgrade
(Mittwoch, 18.03.2026)

*Schnurrrrrrrrrrrrrrrrrrrr*

Was gibt es Schöneres als nach einer erholsamen Nacht, mit dem ersten Licht am Horizont aufzuwachen? Und das auch noch in einem weichen und warmen Bett inmitten der Natur! Hier mutiert man doch gerne zur morgendlichen Sonnenanbeterin.



Und was ebenfalls wunderschön war: Wir hatten Zeit!
Zeit, um an diesem Morgen alles mit einer extra Portion Gemütlichkeit anzugehen.



Und sogar Zeit, uns das andere Camp 1 anzusehen.




Dieses war zwar auch schön, aber unser Camp 2 gefiel mir eindeutig besser. Unter anderem auch wegen dem kleinen WC und Duschhäuschen im Hang am Baum.



Da wir an diesem Tag nicht viel vorhatten, sind wir so lange wie möglich auf unserer Campsite geblieben und erst gegen 10 Uhr losgefahren.

Nach einer kurzen Abmeldung bei der Farmbesitzerin auf der "Farm Tranendal", ging es dann auf der C15 wieder Richtung Süden, immer am Rand des Auob-Tals entlang.



Zu unserer Freude begegneten wir auch einem der berühmten Kalahari-Ferraris. Und während mein Privat-Chauffeur und die Passagiere sich gegenseitig zuwinken, sind die Pferde nach meinem Anblick glaube ich noch schneller gelaufen. =^.^=


(Link zum dazugehörenden Dashcam-Video)

Mit der wohl kürzesten Fahrstrecke der ganzen Reise, erreichten wir nach nicht mal ganz zwei Stunden auch schon unser heutiges Endziel: Die "Kalahari Game Lodge". Und der Name war hier schon fast Programm. Denn allein schon auf der Zufahrt sahen wir die ersten Springböcke und einen Strauß.



Eigentlich hatten wir auf der "Kalahari Game Lodge" wieder eine Campsite gebucht, welche wie die Chalets auch, am Rand des Trockenflusses liegen. Aber nach zwei Nächten Dachzelt und vier weiteren kommenden Nächten im Dachzelt, kam mein Privat-Chauffeur auf die gute Idee mal nach einem Upgrade auf ein richtiges Bett zu fragen.




Und da im Prinzip fast alle Unterkunftsmöglichkeiten der Lodge noch frei waren, war das natürlich überhaupt kein Problem. Lediglich das Chalet musste nur noch schnell hergerichtet werden. Mein Privar-Chauffeur nutzte die Zeit und das WLAN wieder für ein Telefonat nach Hause, als sich plötzlich ein sehr mutiges und fast schon zutrauliches Erdmännchen uns näherte.



Wie sich später herausstellte war das "Mia", das Erdmännchen-Mädchen, welches von einer der Angestellten von Hand aufgezogen worden war und seitdem diese überall hin begleitete. Sie war daher, wie "Carlos" damals auf der "White Lady Lodge" (siehe Hummeldumm), ein süßes Teilzeit-Maskottchen auf der "Kalahari Game Lodge".


(Foto ist vom nächsten Morgen)

Als wir wenig später unser Chalet "Duker B" beziehen konnten, war optisch alles tip-top. Gemachte Betten, aufgeräumte Kaffee und Tee-Ecke und ein sauberes Bad. Meine feine Löwennase jedoch vernahm einen Geruch der einem überchlorierten Babybecken ähnelte. Also schnell alle Lucken auf und das Chelet auf Durchzug gestellt!




Den weiteren Nachmittag verbrachten wir jeweils artgerecht am Pool. Während mein Privar-Chauffeur seinem Nacken was Gutes tat und wie eine reglose Leiche auf seinem Rücken durch den Pool trieb, relaxte ich auf der Liege und verfeinerte meine Energiespartechnik. Und da die Lodge ihren Gästen Badetücher kostenlos zur Verfügung stellt, war die Liege doppelt so gemütlich.



Erst ein paar Regentropfen weckten mich später aus dem Energiesparmodus und liesen mich Schutz unter dem Sonnenschirm suchen. Und da mein Privat-Fotograf nun faul auf der Liege lag, nutzte ich die Gelegenheit, um auch mal ein paar Fotos zu machen und die tierische Nachbarschaft auszukundschaften. =^.^=



Wie jeder, so fing auch ich erstmal klein an.

Rote Libelle/Dragonfly

Vogel, irgendeiner

Fuchsmanguste


Die Position mit Blick auf das nahe gelegene Wasserloch war aber auch ideal zum Ausspähen grösserer potenzieller Beutetiere.



Zunächst war da der Gnu-Wächter, der immer ein wachsames Auge auf das Wasserloch hatte.


Dann kam eine Zebraherde mit einem jungen Fohlen vorbei, um ihren Durst zu löschen.




Und als letztes durften die Springböcke trinken.

Endlich mal einer, der seinem Namen Ehre macht!


Aber nicht nur am Wasserloch nahm die Bevölkerungsdichte zu, sondern auch bei uns am Pool. Neben mir und meinem Reisebegleiter, hatte es sich mittlerweile auch Tochter Lisa mit ihrer Mutter auf ihren Liegen gemütlich gemacht. Die Beiden waren ohne Papa/Ehemann zu Zweit unterwegs und wären an diesem Abend unsere Nachbarinnen auf der Campsite gewesen, wenn wir nicht das Upgrade auf das Chalet gemacht hätten. So bekamen sie aber, für ein schönes Lagerfeuer, unser restliches Feuerholz spendiert.
Etwas später kam dann auch noch das Paar aus Düsseldorf wieder zurück, welche direkt nach uns eingecheckt hatten. Die beiden waren für nur 3 Stunden schon mal in den KTP gefahren. Und das inklusive der Zeit für Ein- und Ausreise! Zumindest konnten sie uns jetzt aus erster Hand erzählen, dass die Grenzformalitäten kein Hexenwerk waren und einfach nur Zeit kosteten.

Wärend wir uns weiter entspannten und mein Fotobuch für netten Gesprächsstoff sorgte, konnten wir einige Zebras beobachten die es uns gleichtaten. ^^



Hmm... so ein kleiner Drink wäre jetzt tatsälich nicht schlecht!


Gegen Abend kamen dann weitere tierische Besucher ans Wasserloch. Zunächst war da diese Gnuherde mit Jungtieren.



Die hatten sich schon fast alle satt getrunken, als plötzlich der Wasserloch-Wächter erwachte und seinesgleichen laut blöckend in die Flucht trieb. Wie? Was? Warum?



Das dachten sich auch ein paar Jungsters und kamen einfach wieder zurück. So ganz nach dem Motto: Fang mich doch erstmal du alter...!



Da ging es bei den Oryx schon wesentlich gesitteter zu. Die kamen einfach ans Wasserloch, tranken friedlich und verschwanden dann leise wieder.



Den ganzen Nachmittag mit den ganzen Beutetieren vor der Nase, bekam ich am Abend dann auch richtigen Löwen-Hunger. Und da wir ja ein Upgrade hatten, durften wir uns ja auch bekochen lassen.



Es gab lecker Wildfleisch-Lasagne =^.^=



Ab Morgen würde es in den KTP gehen. Oh, ich freute mich ja schon so darauf endlich auch andere Grosskatzen zu sehen!

Teil 3019. Juni 2026

Kapitel 25: Für die Königin! Rollt den grünen Teppich aus!
(Donnerstag, 19.03.2026)

Heute!
Ja heute war es endlich soweit! Heute würden wir in den Kalahari-Tranfrontier-Park (KTP) nach Südafrika fahren!
Ohhh, und wie meine Schwanzquaste voller Vorfreude hin und her wippte! Ich war ja so aufgeregt!

Dementsprechend war ich es an diesem Morgen, die meinen Privat-Chauffeur zeitig um 6:00 Uhr geweckt hatte. Und ich war es auch, die ihn dazu angetrieben hatte, bis knapp vor 7:00 Uhr alles einzuladen und abfahrbereit zu sein. Denn um diese Uhrzeit begann die Frühstückszeit auf der "Kalahari Game Lodge" und wir wollten unbedingt die Ersten sein.



Wir waren mitten beim Frühstück, als wir unverhofft Besuch vom Lodge-Maskottchen bekamen. "Mia", das süße Erdmännchen, hatte mit ihrer Ziehmutter wieder Touristen-Betreuungs-Dienst und sorgte sogleich mit ihrer Zutraulichkeit für absolute süße Unterhaltung bei allen Gästen.



Den Blick unter den Frühstückstisch wird mein Privat-Fotograf wohl so schnell auch nicht vergessen. Und nein, wir haben sie weder gefüttert noch sonst irgendwie angelockt!



Den absolut süßesten und herzerweichensten Knuddelmoment hatte ich dann aber nach dem Frühstück! Denn "Mia" war wirklich ein sehr mutiges Erdmännchen. Die hatte noch nicht einmal Angst vor einer grossen und wilden Löwin wie mir!




Vor der Reise hätte ich nicht einmal davon zu träumen gewagt, dass ich mal mit einem Erdmännchen kuscheln würde!



Das musste ich gleich mal meinen Plüschtier-Reisebegleiter-Kollegen erzählen, welche mit dem Paar aus Düsseldorf unterwegs waren.



Danke Mia! =^.^=




Etwas später als ursprünglich geplant, aber dieses Erlebnis mit "Mia" war es auch jede einzelne Sekunde wert gewesen, kamen wir von der "Kalahari Game Lodge" los und standen keine 30 Minuten später am Grenzposten zwischen Namibia und Südafrika. Da wir die einzigen Reisenden zu dieser frühen Uhrzeit waren, ging die Ausreise auf namibianischer Seite mit ungefähr 15 Minuten sogar relativ zügig. Und dann... ja dann war der langersehnte Moment endlich da!


Rollt den grünen Teppich aus!
Safari die Erste, Namib-Wüsten-Löwen-Königin von Sossusvlei und Sesriem aus Namibia,
kommt zum Staatsbesuch in die Kalahari nach Südafrika!

Die Einreise nach Südafrika und die Parkanmeldung, inklusive Laufzettel, in Mata Mata dauerte dann etwas länger. Aber nachdem wir uns noch kurz die Camping-Area angesehen und noch ein paar Erfrischungsgetränke und Knabbervorräte im Shop gekauft hatten, fuhren wir los. Und was soll ich sagen? Den grünen Teppich hatte man tatsächlich schon für mich ausgerollt!




Wie schon in Namibia, so blühte und grünte es im ganzen Park. Für meinen Geschmack vielleicht auch etwas zu viel. Denn wie sollten wir bei solch hohem Grasbewuchs meine Verwandten finden? Ich hoffte doch sehr das dies nur schwierig, aber nicht unmöglich werden würde. Zum Glück waren wir aber gut vorbereitet und hatten noch ein Ass im Ärmel mit dabei.

Safari: "So, wo sollen wir unsere Augen besonders offen lassen? Was sagt die KKK?"
Privat-Chauffeur: "KKK? Was meinst du?"
Safari: "Na 'Konnis-Katzen-Karte' natürlich!"

Ja, wir haben tatsächlich Konnis Reisebericht vom September/Oktober 2025 studiert und jede ihrer Katzensichtungen dort eingetragen. =^.^=



Unsere erste Sichtung war dann aber eine Spotted Eagle-Owl, die gut geschützt im Schatten eines Baumes ihr Mittagsschläfchen hielt.


(Konnis ornithologische Korrektur: Blassuhu / Verreaux´s Eagle Owl)

Zumindest vermute ich, dass es eine Eule dieser Art war. Falls nicht, bitte korrigieren! Federvieh ist nun mal absolut nicht mein Spezialgebiet.

Weiter ging es mit Geiern - vielleicht White-backed Vultures? - , welche meine Hoffnung auf Raubkatzen mit Beute rapide ansteigen lies.



Leider blieb es bei meiner Hoffnung und wir folgten weiter dem Auob-Tal Richtung Süden.

Im Trockenflusstal gab es immer mal wieder kleinere Gruppen von Pflanzenfressern zu sehen, so wie zum Beispiel Oryx-Antilopen mit Jungtieren.



Gnus durften natürlich auch nicht fehlen.



Und eine Straussen-Gruppe auf Futtersuche war auch dabei. Wobei sie bei dem aktuellen Pflanzenwuchs vermutlich eher die Qual der Wahl hatten.



Als Vertreter der Klasse der Reptilien hat sich uns dieser kleine Kerl gezeigt.


(Konnis Vermutung: Westlichen Streifenskink / Western Rock Skink)

Tja, und dann machte der KTP als Vogelparadies seinem Namen alle Ehre. Und da wir immer noch keinen Ornithologen mit dabei hatten und mein Privat-Chauffeur sich die "KTP Map & Guide" Broschüre auch noch auf Englisch gekauft hat, muss ich jetzt damit irgendwie klarkommen.
Sprich, sämtliche Federvieh-Artbezeichnungen könnten falsch ins Deutsche übersetzt worden sein. Falls ich die Vogelart überhaupt richtig bestimmt habe...

Eine Trappe. Die kenne ich.


Keine Ahnung. Irgendein Vogel halt.

(Kronenkiebitz. Danke Konni!)

Cape Crow? Vermutlich?


Und mit guter Wahrscheinlichkeit ein Gabar Goshawk.

(Konnis besserer Tipp: Singhabicht / Pale Chanting Goshawk)

An den Wasserlöchern "Dalkeith", "Veertiende Boorgat", sahen wir die fast allgegenwärtigen Gurrtauben/Cape Turtle Doves und bei "Dertiende Boorgat" Gelbbauchgirlitze/Yellow Canarys.




Zwischendurch gab es dann auch mal ein Erdhörnchen und dann bei "Kamqua" jede Menge Springböcke.




Auf dem gut besuchten Picknick-Platz bei "Kamqua" machten wir dann auch eine kurze Pause, wo ich als Löwin natürlich die ersten neugierigen Blicke auf mich zog.



Auf dem Weg zur Sanitäranlage schauten wir uns ein wenig um und blieben plötzlich verdattert stehen. Dieses Kennzeichen an dem Camper kam uns irgendwie vertraut vor. Und erst auf den zweiten Blick erkannten wir: Der Camper kam aus Deutschland!



Natürlich sind wir kurz hingelaufen, um ein kurzen Plausch mit den Leuten zu halten und sie nach ihren Sichtungen auszufragen. Es waren Silke und Harald aus Tölz, welche ihre Rentenzeit offenbar damit verbrachten zwischen Namibia, Südafrika, Botswana und vermutlich noch mehr afrikanischen Ländern hin und her zu pendeln und ihr Leben zu genießen. Und auch, wenn sie in den letzten Tagen keine Löwen gesehen hatten, waren die Beiden uns sofort sympathisch. Und voll nett war auch, dass wir ihnen auf unserer weiteren Pirsch ein Stück weit hinterherfahren durften. So ganz nach dem Motto: Acht Augen sehen mehr als vier. =^.^=

Auf dem Weg nach Südosten, ging es dann also ein Stück gemeinsam weiter. Zuerst begegneten wir einem "Sonnenschirm-Schwanz"-Erdhörnchen...



..., dann einer Straussen-Familie die in der Mittagshitze vor sich hin hechelten.



Die nächsten Sichtungen waren dann wieder fliegende Feder- und Daunenträger.

Ich denke das könnte ein Steppenbussard/Steppe Buzzard sein.


(Laut Konni wäre hier richtig: junger Singhabicht / Pale Chanting Goshawk)

Und laut dem Tierbestimmungsbildern müsste dies hier ein Booted Eagle sein, der als König von "Batulama" den anderen Tauben das Fürchten lehrte.



(Natürlich lag ich auch hier falsch. Konni sagt es ist ein Raubadler / Tawny Eagle)

Und dann sahen wir noch, hoch oben in einem ausgetrockneten Baum, einen... Southern Pale Chanting Goshawk? Vielleicht? Eventuell?


(Konnis Korrektur: junger Schwarzbrust-Schlangenadler / Black-chested Snake Eagle)

Auf jeden Fall habe ich ihm den Kopf verdreht! 😄



Als Vorspeise gab es dann wieder Erdhörnchen...



...und dann als Hauptgericht Oryx...



... für die Fotokamera meines Privat-Fotografen, bevor wir dann "Auchterlonie" mit dem kleinen Museumshäuschen erreichten.

Je weiter wir nach Süden fuhren, umso weniger Tiere sahen wir. Okay, die Gnuherde passt da jetzt nicht ganz so ins Bild, aber es war wirklich so.



Irgendwo bei "Monro" haben wir dann vielleicht noch einen weiteren Steppenbussard/Steppe Buzzard gesehen...


(Vertraut besser Konni, wenn sie sagt, dass es ein weiterer junger Singhabicht / Pale Chanting Goshawk ist)

... und dann war das Auob-Tal wie ausgetorben. Bis auf die ganze Botanik natürlich.




Mit einem Auge auf der Uhrzeit, es war immerhin schon 14:30 Uhr, haben wir dann noch überlegt bis "Twee Rivieren" durchzufahren. Aber da es ab "Houmoed" nur über die Dünen ging, haben wir dort umgedreht und uns auf den Weg zurück nach "Mata Mata" gemacht.

Teil 3121. Juni 2026

Kapitel 26: Wer sucht, der findet... das was er nicht gesucht hat!

So langsam fing ich an, mir Sorgen zu machen. Bisher hatten wir an Huftieren, kleinen Nagern und jeder Menge an Vögeln schon viel gesehen, aber bezüglich Katzen stand der Zähler noch auf Null. Und so schön das teils goldene Gras, die blühenden Blumen und die grünen Bäume auch waren, so reduzierten sie die Chance auf eine Katzensichtung doch erheblich. Einmal tiefenentspannt im Schatten eines Baumes ins hohe Gras gelegt, war selbst ein ausgewachsener Löwe schon nach einem Katzensprung Entfernung von der Straße praktisch unsichtbar. Und anders als bei seiner ersten Reise nach Afrika, hatte mein Privat-Reiseleiter diesmal keine Löwen- oder Leopardensichtungssicherung in seiner Reise eingebaut. Zwar war erst ein guter halber Tag von unseren vier Tagen im KTP vergangen, aber in mir kamen schon wieder Etosha Erinnerungen hoch, wo wir teils tagelang vergeblich nach Katzen gesucht hatten.

Unsere nächste Sichtung war wieder ein Erdhörnchen. Oder vielleicht auch das Gleiche von vorhin? Es sollte auf jeden Fall nicht das letzte Erdhörnchen für heute bleiben.



Oh! Ich bin mir ausnahmsweise mal bei einer Vogelart wieder sicher! Das ist ein Sekretär!



Wir waren schon wieder zurück bei "Rooibrak", als wir einen Falken bei der Landung sahen. Und auch wenn er eine schöne Gesichtszeichnung hat, so bin ich mir nicht sicher, ob es wirklich ein Lanner Falcon ist.




Der Picknick-Platz bei "Kamqua" war nun auch wie ausgestorben. Wie vermutlich jedes halbwegs intelligente Lebewesen, so hatten sich auch die meisten Touristen wohl einen schattigeren Platz gesucht.



Privat-Chauffeur: "So, Safari. Wo sind denn nun deine ganzen Artverwandten?"

Safari: "Wenn ich das wüsste, dann wären wir nicht hier, sondern bei meinen Schwestern und Brüdern!"

Privat-Chauffeur: "Hast du zumindest irgendeine Vermutung wo sie sein könnten?"

Safari: "In Mata Mata war für vermutlich gestern eine Löwensichtung auf der Upper Dune Road markiert. Dort waren wir heute noch nicht."

Privat-Chauffeur: "Die Chancen das die noch da sind und wir die dann auch finden ist aber ziemlich gering."

Safari: "Ich weiss! Aber hast du denn eine bessere Idee?"

Die hatte er nicht. Und so fuhren wir von "Kamqua" auf die "Upper Dune Road". Auf dem Weg nach "Vaalpan" und wieder zurück bekamen wir immerhin ein besonders fotogenes Oryx und ein kleines, scheues Steinböckchen vor die Linse.





Zurück in "Kamqua" rückte eine Herde Springböcke dem üppigen Grün im Tal zu Leibe. Und das unter der Aufsicht genau eines Gnus. Die hatten ihre Hufe aber auch wirklich überall mit im Spiel.




Etwas später entdeckten wir, auf unserem Rückweg nach "Mata Mata", dann auch die vielleicht dazugehörende Gnuherde. Zumindest war diese eindeutig auf dem Weg zum gleichen Wasserloch.



Sind schon irgendwie süß, diese Hörnchen.



Noch süßer wurde es dann zwischen dem "Veertiende Boorgat" und "Dalkeith". Dort sahen wir nämlich ein nur wenige Tage altes Springböckchen samt Mama.



*Safari zum Fohlen*
Safari: "Versteck dich nicht. Ich tue dir nichts. Ehrlich!"



Hinter "Dalkeith" überholten wir dann eine Kuhantilope/Red Hartebeest, die da gemütlich ganz allein ihrer Wege ging.



Etwas mehr Bewegung bekamen wir nur wenig später zu sehen, als eine ganze Herde Oryx über den Dünenkamm ins Tal galoppierte. Für einen Moment spitzte ich meine Ohren. Ob denen vielleicht noch eine Raubkatze hinterherrannte?




Aber anscheinend hatten die es nur eilig zur Wasserstelle zu kommen, bei welcher es von Gurrtauben nur so wimmelte.




Für ein paar Momente ging jeder seinem Treiben nach, bis plötzlich alle auffiel, dass auch eine Löwin anwesend war!



Safari: "Hallo! Ja, ich sehe euch auch!"



Und auch wenn die Geier-Bande bereits in der Nähe war, so war ich nicht auf Beutejagd, sondern auf Löwenjagd!



Aber es blieb dabei. Kein Öhrchen, keine Schwanzquaste, ja nicht mal ein entferntes Brüllen war an diesem Tag zu hören. Und die Wolken am Himmel bauten sich auch schon wieder für den nächsten Regenschauer auf!



Zurück in "Mata Mata" gaben wir an der Rezeption unseren Laufzettel ab und fuhren zur Campsite. Nachdem wir einmal katzentypisch um die ganze Campsite gefahren waren, entschieden wir uns für das Eck ganz am Ende. Unsere nächsten Nachbarn waren daher keine anderen Camper, sondern die Erdmännchen-Familie, welche dort in der Nähe ihren Bau hatten. =^.^=




Auf dem Weg zum Hide beim Wasserloch, ist mein Privat-Fotograf von einigen anderen Campern als der "Löwenmann" wieder erkannt worden. Wobei, solange ich ihm über die Schulter schaute, war das ja auch nicht sonderlich schwer. Auf jeden Fall hatten wir unter den Parkbesuchern schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. =^.^=

Vom Hide aus beobachteten wir eine Schildkröte, die sich langsam, aber unbeirrbar wie ein Panzer den Gurrtauben am Wasserloch näherte.




Aber auch hier von Katzen keine Spur. Dafür waren wir, nach den Aussagen eines anderen Campers, wohl einen Tag zu spät.

Bevor wir wieder im Dunklen würden kochen und essen müssen, sind wir dann doch recht bald zu unserem Platz zurück. Und während mein Privat-Chauffeur das Dachzelt aufbaute und Spaghetti Napoli über dem Gasbrenner kochte, grübelte ich über eine neue Strategie für den nächsten Tag. Aber so sehr ich auch grübelte, mir fiel einfach keine Lösung ein, wie man Löwen zwischen den Kalahari-Dünen aufspüren sollte. Vor allem, wenn man sich quasi nur auf einem Weg bewegen konnte der dazu die meiste Zeit auch noch tief unten im Tal entlangführte!

Da half eigentlich nur sehr viel Glück, dass die Löwen zu einem kamen oder sich sonst irgendwie auf sich aufmerksam machten. Glück, von welchem ich sehnlichst hoffte, dass wir morgen mehr davon hatten.

Hoffentlich...

Teil 3225. Juni 2026

Kapitel 27: Safari, die Spotterin!
(Freitag, 20.03.2026)

Neuer Tag, neues Glück!

So lautete zumindest mein Motto für heute. Und da wir unser Glück so gut wie möglich ausreizen wollten, waren wir an diesem Morgen mit die Ersten, welche sich ihren Laufzettel an der Rezeption abholten wollten. Dazu musste diese aber erst einmal aufmachen!
Während wir also warteten unterhielten wir uns noch etwas mit den anderen Gästen. Ich weiss nicht genau wie, aber irgendwie erfuhren wir an diesem Morgen von einer sensationellen Löwen-Sichtung am Vorabend am "Kalahari Tentet Camp" mit 4 Löwinnen und 3 Jungen. War ja klar wo wir unsere Augen nun besonders offen halten würden.

Die erste Sichtung um 6:45 Uhr war jedoch wieder ein Geier auf einem Baum. Und als ich diesen fragte: "Wo zum Geier stecken nur meine Artverwandten?", bekam ich leider keine Antwort von ihm.



Vielleicht wusste er es selber nicht, denn rund um "Sitsas" und dem "Kalahari Tentet Camp" war absolut nichts zu entdecken. Dafür hatten wir aber bei "Craig Lockhart" eine schöne Sichtung.

Direkt vor der aufgehenden Sonne, sahen wir im goldenen Licht ein Rudel Schakale durch das Tal tollen und spielen.




Damit mein Privat-Fotograf nicht noch durch das Sonnenlicht erblindet, habe ich ihm erlaubt noch einen grossen Katzensprung weiter zu fahren und weitere Fotos im Seitenlicht zu machen. So erkennt man dann auch deutlich mehr von dem, was diese Rabaukenbande untereinander anstellte.




Ja, der Schwanz ist immer ein beliebtes Angriffsziel...



Da fragt man sich zwischendurch schon, ob das noch Spiel oder schon Ernst ist.





Am Ende wurde dann aber in Seelenruhe noch was getrunken, bevor dann alle Schakale auf der anderen Talseite im hohen Gras verschwunden sind.



Ebenfalls im noch schönen Morgenlicht präsentierte sich dann uns als nächstes eine grasende Oryxherde am Wegesrand.




Und flugfähige Tiere durften natürlich auch nicht fehlen.

Irgendein Geier. Vielleicht vom "Kap"..., also Kapgeier... Vielleicht.



Und, da bin ich mir nun wieder sicher, denn keiner stolziert so wie er, ein Sekretär.



Wir machten uns gerade wieder auf den weiteren Weg nach "Dalkeith", als mein Privat-Chauffeur auch schon wieder anhielt. Etwas irritiert sah ich ihn an, als er ganz gespannt auf den Strassenboden starrte. Und auch wenn er sich nicht ganz sicher war, so war ich mir sofort ganz sicher! Das waren Löwenspuren!



Endlich einem Lebenszeichen meiner Verwandtschaft vor Augen, folgten wir der Fährte entlang des Weges Richtung Süden. Und vor lauter Spurenverfolgung hätten wir doch tatsächlich fast die Giraffen am Hang verpasst. Das wäre es noch gewesen, wenn wir die "übersehen" hätten. 😄




So schön diese Tiere auch sind, so drängte ich meinen Privat-Chauffeur dann doch recht bald der Löwen-Fährte weiter zu folgen. Denn keiner von uns Beiden konnte sagen, wie frisch diese Spuren waren. Von daher konnten die Löwen theoretisch direkt vor uns sein.
Die Spur führte uns zielstrebig fast bis zum "Veertiende Boorgat" Wasserloch, wo sie dann zu meiner Enttäuschung im Gestrüpp verschwand...
Zwar untersuchten wir noch intensiv die nähere Umgebung und versuchten auch unser Glück direkt am Wasserloch, jedoch vergebens.

Was wir aber fanden war ein anderer Parkbesucher der auch die Spuren gesehen und diesen gefolgt war. Aus "Urikaruus" kommend hatte er an diesem Morgen bei "Kamqua" auch schon eine Löwin die Strasse überqueren und hinter einer Klippe verschwinden sehen.
Wir bedankten uns bei ihm artig für diesen Tipp und merkten uns für später bei "Kamqua" die Augen wieder besonders offen zu halten. Und vielleicht würden wir von dieser Löwin auch noch eine Nachricht in der Kalahari-Zeitung finden. Diesen Trick hatten wir ja jetzt schliesslich gelernt.

Auf unserem weiteren Weg sahen wir die üblichen Parkbewohner wie Springböcke und Oryx-Antilopen. Aber auch seltenere Parkbewohner bekamen wir zu sehen, wie zu Beispiel diesen Erdmännchen-Späher.



Und dieser war natürlich nicht alleine, sondern bewachte pflichtbewusst seine Familie mit halberwachsenen Nachwuchs. =^.^=




Mit ihren aufgestellten Schwänzen merkt man sofort, dass auch sie zu den katzenartigen Raubtierchen gehören. Allerdings haben sie in meinen Augen trotzdem einen ziemlichen Dialekt.



Und das ist... schön... aber bei Botanik bin ich definitiv raus.



Als Löwin kenne ich nur Baum, Blume, Gras und Busch. Das reicht!

Wir näherten uns "Kamqua" und machten etwas langsamer. Unser Löwen-Tippgeber hatte ja etwas von "Klippen" erzählt. Ob er wohl diese gemeint hat?



Wir wollten gerade anfangen auf dem Weg im Sand nach Spuren zu suchen, als dann auch schon unser Tippgeber neben uns anhielt. Wir hatten tatsächlich die richtige Stelle gefunden. Aber ohne Röntgenblick konnten wir auch nicht über die Minifelskante um die Ecke schauen. Was also tun...
Plötzlich kam mein Privat-Chauffeur auf die geniale Idee die "Upper Dune Road", welche in der Nähe abzweigte, ein Stück hochzufahren. Vielleicht konnten wir ja von der anderen Talseite aus über die Kante zu schauen und so mehr entdecken.
Gesagt, getan! Mit unserem Tippgeber im Schlepptau bogen wir bei "Kamqua" auf die "Upper Dune Road" und fuhren die Strasse Stück für Stück aufwärts.

Privat-Chauffeur: "Ich sehe nichts. Kannst du was sehen Safari?"

Safari: "Jup, kann ich. Dort drüben liegt eine Löwin."



Privat-Chauffeur: "'Dort drüben' liegt ein halber Kontinent."

Safari: "Und auf diesem halben Kontinent liegt eine Löwin unter einem Baum."

Privat-Chauffeur: "Jetzt ehrlich?! Unter welchem Baum meinst du denn was gesehen zu haben?"

Safari: "Ich meine nicht, ich sehe sie. Direkt am Horizont bei den gelben Blumen, im Schatten dieses zweistöckigen grossen Baumes."

Privat-Chauffeur: "Ich sehe immer noch nichts..."

Safari: "Dann nutze endlich mal dein Vergrösserungs-Dings-Bums! Und mach Fotos!"



Wie mein Privat-Fotograf schnell feststellte, war die Höhe unser Position noch ausbaufähig. Und für die geschätzten 500m Luftlinie, brauchte er auch noch mehr Vergrösserung (Telekonverter) für seine Kamera. Durch die generelle Entfernung und die schöne aufsteigende heisse Luft, konnten die folgenden Fotos unmöglich scharf werden. Aber mir war das egal. Dort drüben auf der anderen Talseite lag meine erste, selbst erspähte Kalahari-Seelen-Schwester und das war alles was zählte!



Und sie war nicht alleine! Bei ihr waren noch zwei weitere Löwinnen und ein Mähnenlöwe.




Für eine gute Stunde taten wir auf der einen Talseite und die Löwen unter dem Baum auf der anderen Talseite das gleiche, nämlich Energiesparen! Wir, indem wir mit abgestellten Motor einfach beobachteten und anderen Parkbesuchern erklärten, wo sie suchen mussten. Und die Löwinnen und der Löwe indem sie sich einfach fast regungslos auf den schattigen Boden legten. Ob es denen wohl aufgefallen wäre, wenn ich mich einfach dazugelegt hätte? =^.^=

Teil 3328. Juni 2026

Kapitel 28: Namibia? Südafrika? Botswana? Mir doch egal!

Da bis zum Abend bei meinen Seelenverwandten nicht mit viel Bewegung zu rechnen war, sind wir dann in der Hoffnung auf eine noch bessere Sichtung weitergefahren. Unser Weg führte weiter nach Süden über "Rooibrak" und "Montrose" nach "Batulama". Irgendwo in dieser Gegend sind wir dann einer weiteren Giraffen-Herde begegnet.



Denen war es wohl auch zu heiss, weswegen sich einige lieber in den Schatten verzogen.



Und hier tagt wohl ein Familienrat.



Und fliegendes Getier gab es natürlich auch wieder.

Irgendein Falke vermutlich. Einmal sitzend.

(Konni sagt, der Falke ist ein Schwarzbrust-Schlangenadler)

Und einmal fliegend.


Bei "Gemsbokplein" gab es dann mal wieder was jagbares. Wie zum Beispiel diese Kuhantilope, welche so in ihr Futter vertieft war, so dass sie uns keines Blickes würdigte.



Bei "Auchterlonie" sind wir dann auf die "Lower Dune Road" abgebogen, da ich mir im Nossob-Tal mehr Sichtungsglück erhoffte. Auf der Dünenstrasse nahm uns zunächst ein Oryx strenggenommen die Vorfahrt. Aber für ein paar schöne Fotos drückten wir da natürlich gerne mal ein Auge zu.




Und dann gab es Sträusse mit Chicken! Nein, keine Blumensträusse und auch keine frittierten Hühnchenstückchen, sondern eine echte Straussen-Familie mit Nachwuchs!





Gegen 13:30 Uhr erreichten wir dann das Nossob-Tal und wurden bei "Kij Kij" zunächst von einer Trappe entdeckt. Oder umgekehrt, je nach Sichtweise.



Weiter ging es für uns Richtung Süden, wo wir auf fast anfassbare Gnus trafen.



Dann kam wieder der nicht vorhandene Ornithologe in mir zu seinem Glück. Zuerst mit einem fliegenden Lannerfalken (Lanner Falcon)...


... und dann mit einem Ausschau haltenden Steppenfalken (Greater Kestrel)

(Die sich bei Vögeln wesentlich besser auskennende Konni sagt, dass es ein junger Singhabicht ist)

Alle Vogelart-Angaben wie immer ohne Gewähr. =^.^=

So fuhren wir durch das Nossob-Tal und sahen eigentlich genauso wenig wie Tags zuvor im Auob-Tal. Denn noch hielt mein Privat-Fotograf immer mal wieder an und fotografierte irgendwelche Steine?!?



Safari: "Sag mal, was fotografierst du da eigentlich?

*Privat-Fotograf voller Enthusiasmus*
Privat-Fotograf: "Das sind Landesgrenzsteine!"

Safari: "Du fotografierst Steine? Bist du jetzt zu den Geologen übergelaufen?"

Privat-Fotograf: "Nein, natürlich nicht. Aber diese Landesgrenzsteine definieren die Grenze zwischen Südafrika und Botswana in der Örtlichkeit. Siehst du den RSA-Schriftzug? Das bedeutet 'Republic South Africa', also das wir auf der Seite Südafrika sind."

Safari: "Das wusste ich doch schon vorher, dass wir in Südafrika sind. Also was bringt uns das?"

Privat-Fotograf: "Ja, aber jetzt schau dir mal dieses Foto an. Da steht 'RB' für 'Republic Botswana' drauf!"



Safari: "Moment... Heisst das etwa, dass wir nicht nur in Südafrika, sondern auch streng genommen in Botswana waren? Ja wie geil ist das denn!"

Botswana! Staatsbesuch!
Rollt sofort den grünen Teppich für die Erste Namib-Wüsten-Löwen-Königin von Sossusvlei und Sesriem aus!

Ach, das habt ihr ja schon.
Und sogar mit Snacks... ähm... Springböcken drauf! Wie zuvorkommend! =^.^=



Zur königlichen Unterhaltung gab es dann bei "Samevloeiing" eine Kampfvorführung der Oryx-Bullen-Bruderschaft.

Auftritt der Kontrahenten.


"Get ready! Fight!"



Für mich der Gewinner der Herzen.



Gegen 14:30 Uhr erreichten wir dann das grösste Camp im Park, "Twee Rivieren". Dort machten wir erst einmal eine kurze Trink und Futterpause hinter dem Eingangstor. Und obwohl keine anderen Parkbesucher auf der Picknick-Site waren, waren wir dennoch nicht alleine.

So wie es aussah waren zwei Fuchsmangusten dabei den Platz auf Essensreste zu durchsuchen und so sauber zu halten.



Und um die ganz kleinen Krümel kümmerten sie natürlich die Spatzen, die schon sehr neugierige Blicke auf das Butterbrot meines Privat-Chauffeurs warfen.



Nach einer kurzen Anmeldung für unsere Camping-Übernachtung an der Rezeption am Haupttor, meldeten wir uns auch gleich wieder ab. Denn schliesslich wollten wir auch noch den Nachmittag im Park verbringen. Zuvor ging es aber noch in Shop und zur Tiersichtungstafel, wo wir auch brav unsere Löwen-Sichtung bei "Kamqua" markierten.



Etwas irritiert schaute ich auf die rote Löwenmarkierung bei "Kij Kij" und bei "Leeuwdril". Zwei Stellen an welchen wir erst vor kurzem vorbei gekommen waren und keine 150-200kg schwere Raubkatze gesehen haben. War ja klar, dass ich mir diese Stellen für die Nachmittagsfahrt nochmals genauer ansehen wollte.

Kurz vor 16 Uhr ging es dann auch schon wieder los. Zuerst nach "Samevloeiing", wo die botswanischen Springböcke nun die Seite gewechselt und zu südafrikanischen Springböcken geworden waren. Aber egal welche Nationalität sie auch hatten. Lecker sahen sie trotzdem für mich aus. =^.^=



Weiter ging es mit einer..., ich tippe mal auf junger Steppenbussard, Sichtung.


(Wohl eher wieder ein junger Singhabicht. Danke Konni!)

Und dieser Vogel, vielleicht eine Lannerfalke, hatte sogar Beute gemacht!


(Konni: Junger Kampfadler. Zum Glück ist das hier keine Ornithologie-Prüfung für mich...)

Bei "Leeuwdril" haben wir dann extra langsam gemacht. Aber so gut wir auch nach rechts und links spähten, von Löwen keine Spur. Dafür sahen wir ein recht ungewöhnliches Paar. Nämlich ein Gnu und eine Kuhantilope, welche sich vermutlich nur den Schattenplatz teilten.




Und nach einem weiteren Sekretär, kamen wir dann auch schon bei dem Wasserloch "Kij Kij" an, wo ausser einigen Bäumen und ganz viel Gras nur ein im Schatten parkender Campingwohnwagen zu sehen war. Dieser schien dort schon eine ganze Weile zu stehen und könnte daher potenziell schon etwas interessentes beobachtet haben.



So leise wie möglich, fuhren wir hinüber und fragten nach. Und in der Tat hatte das Paar aus Deutschland etwas gesehen. Nämlich einen Löwen! Dieser war jedoch von der Wasserstelle aus in Richtung "Lower Dune Road" im Gebüsch verschwunden. In der Hoffnung, dass er sich vielleicht nur in den nächsten Schatten gelegt hatte, fuhren wir ganz langsam die "Lower Dune Road" ein Stück hinauf und wieder herunter ohne etwas zu sehen. So ein Mist! Vermutlich waren wir auch hier einfach wieder eine halbe Stunde zu spät.

Da wir ja Zeit hatten und auf Nummer Sicher gehen wollten fuhren wir auch nochmal zurück zur Hauptstrasse und dann ein paar Meter Richtung "Nossob", um vielleicht wieder auf Entfernung etwas zu entdecken.

Und da...

..., ja da sah ich ihn!

Meinen nächsten Löwen!



Im Gegensatz zum Rudel bei "Kamqua" am Morgen, war dieser hier auch nur ca. 200m entfernt und eignete sich auch viel besser für eine nähere Beobachtung. Aber irgendwie schien er meine volle Aufmerksamkeit nicht ganz so zu genießen wie ich. Denn schon nach 3 Minuten stand er auf und überließ mir das Wasserloch ganz alleine.




Safari: "Hej! Glaub ja nicht ich bring dir dein Abendessen noch vorbei, wenn du jetzt einfach abhaust!"




Er lies sich nicht beirren und ging seinen Weg hinauf auf die Düne. Was er von dort oben sah, hätte ich nur zu gerne gewusst.



Da sich die Sonne schon merklich dem Horizont näherte, war es auch für uns an der Zeit aufzubrechen. Und das war auch gut so, denn in Botswana bauten sich schon wieder die nächsten Gewitterzellen auf.



Die ehemals südafrikanischen Springböcke grasten im letzten Sonnenlicht dann auch schon wieder auf der botswanischen Seite, als wir das Wasserloch "Samevloeiing" passierten. Ich glaube die denken bei jeder Staatsgrenzenquerung, dass das Gras auf der anderen Seite einfach grüner sein muss. XD



Als wir gegen 18:45 Uhr in "Twee Rivieren" ankamen, wurden wir von einer Rotte Touristen aufgehalten, welche sich alle unter einem Baum versammelt hatten. Neugierig wie Katzen nunmal sind, fragte ich nach was sie denn glaubten entdeckt zu haben. Und nach einer wagen Beschreibung, dass dort oben auf einem Ast eine Eule sitzt, entdeckten dann auch wir die vermutlich noch junge Eule nach mehreren Suchrunden.



(Merke: keine Eule, sondern ein Perlkauz!)

Und zur Freude des Entdeckers und Tippgebers, bekamen einige der Anwesenden auch diese Eulen-Fotos auf ihr Handy übertragen. Denn mit normalen Smartphones sahen deren Fotos wohl eher so aus.



Nach dieser Erstsichtung stellen wir unser Auto auf dem recht vollen Campingplatz ab und gingen erst einmal ins Restaurant zum Abendessen. Dort trafen wir zu unserer Freude wieder auf Silke und Harald aus Tölz, welche uns zu ihrem Tisch einluden. Das war echt nett, denn so konnten wir uns gegenseitig gut unterhalten. Die Beiden erzählten von ihren vielen Erlebnissen in Afrika und ich erzählte ihnen voller Stolz, wie ich meine ersten Kalahari-Löwen entdeckt hatte. Und während Harald und mein Privat-Reiseleiter die Empfehlung des Abends probierten (Lammschwanz mit Beilage), blätterte Silke interessiert in meinem Fotobuch.

Gegen 21:00 Uhr sind wir dann auch gemeinsam zurück zum Campingplatz gelaufen. Und zu unserer Freude erlaubten es uns Silke und Harald unser Auto auch auf ihren wesentlich ruhigeren Platz neben ihren Campingwohnwagen zu stellen. Da wir alle am nächsten Morgen früh los wollten, beglückwünschten wir uns noch zu unserer letzten Insekten-Sichtung an diesem Tag und gingen zeitig ins Bett. Was zum Teufel haben wir da eigentlich fotografiert?!


(Konnis Tipp: Stab- oder Gespenstschrecke)

An diesem Abend hat sich mein Privat-Reiseleiter auch bewusst dafür entschieden, das Dachzelt nicht mehr aufzubauen, sondern die Nacht auf dem Fahrersitz zu schlafen. Und während wir uns aneinander kuschelten und uns über unsere ersten Löwen-Sichtungen an diesem Tag freuten, schlief er tatsächlich recht bald, ohne seine ihn sonst plagenden Armschmerzen, ein.

Was uns wohl am nächsten Tag erwarten würde?
Hoffentlich noch viel mehr Löwen!

=^.^=

Teil 3401. Juli 2026

Kapitel 29: Der Weg nach Norden
(Samstag, 21.03.2026)

Obwohl wir die komplette Nacht im Auto verbracht hatten, hatten wir erstaunlicherweise richtig gut und vor allem durchgeschlafen! So wachten wir, gemütlich zusammengekuschelt, wie fast an jedem Morgen pünktlich zur Morgendämmerung auf.
Nach einer kurzen Katzenwäsche und einem noch kürzeren Frühstück, konnten wir auch Silke und Harald einen guten Morgen wünschen. Die waren in ihrem Wohnmobil sogar noch schneller abfahrbereit als wir! Einmal, weil sie sich zu Zweit bequem die Arbeit teilen konnten und Silke zum Beispiel schon einmal den Laufzettel besorgte. Und zum Anderen weil einfach das Frühstück auf später verschoben wurde. Bei denen merkte man spätestens jetzt, dass sie absolute Safari-Profis und ein gut eingespieltes Team waren.



Aber auch wir hatten recht schnell unseren Laufzettel am Parkeingangshäuschen abgeholt und sind den Beiden dann hinterher gefahren.

Noch vor dem Sonnenaufgang, war unsere erste Sichtung an diesem Morgen ein Schakal, der recht vorsichtig einen Streifzug durchs Tal Richtung Camp machte.



Und erst bei "Samevloeiing" ging dann die Sonne auf und beleuchtete das goldene Gras für die Springbock-Herde.



Was für ein schöner Anblick! Sowohl die Sonne, als auch die Antilopen!

In einem gemütlichen Löwentrapp-Tempo folgten wir Silke und Harald, welche für uns die Vorhut bildeten und im Nossob-Tal nach der nächsten Sichtung Ausschau hielten. Lange Zeit sahen wir, ausser den üblichen Pflanzenfressern, nicht besonderes, bis das Wohnmobil plötzlich stehen blieb und Silke Richtung Sonne schaute. Ich ahnte sofort, dass die sie etwas spannendes entdeckt hatte, konnte aber aus unserer tieferen Position nichts erkennen. Nur ganz viel Gras, Sträucher und ein paar Bäume waren zu sehen.
Langsam fuhren wir näher und fragten Silke vorsichtig, auf was wir denn achten sollten. Mit Freude zeigte sie ins Gestrüpp und sagte, dass sich dort Wildkatzen versteckt hätten!
Kleine Wildkatzen! Das waren zwar nicht meine direkten Verwandten, aber eindeutig näher dran als irgendwelche Antilopen.
Meine Schwanzquaste machte inzwischen ihr ganz eigenes Eigenleben, als ich auf jede noch so kleine Bewegung zwischen den Sträuchern wartete. Und dann sah ich sie auch für ein paar wenige Augenblicke, als sich die beiden kleinen Katzen tiefer in die Büsche zurückzogen.




Na, wenn diese Erstsichtung mal kein guter Start in den Tag war. =^.^=

Weiter ging es mit einer gut gehörnten Kuhantilope...



... hungrigen Gnu-Kälbern...



... und den längsten Wimpern die ich je gesehen habe!



Und auch dieser stramme Oryx-Hintern sah einfach nur zum anbeissen aus! =^.^=



Aber auch meine gefiederten Freunde zeigten sich an diesem Morgen von ihrer schönsten Seite.

Einmal hatten wir, diesmal hoffentlich richtig bestimmten, Singhabicht / Pale Chanting Goshawk, welcher sich zu meiner Ehren in die Lüfte erhob.



(Konni Korrigiert auf junger Schwarzbrust Schlangenadler / Black-chested Snake Eagle)

Als nächstes ganz oben auf einem Baum, einen... "sah süß aus und hatte auch Federn"


(Nach Konnis Einschätzung ist der Süße ein Junger Lannerfalke / Lanner Falcon)

Dann einen eventuell einen weiteren Singhabicht


(Steppenbussard / Common Steppe Buzzard. Danke Konni!)

Und dann noch einen... ,ja einen... Adler?


(Konni präzisiert auf: Heller Raubadler / Tawny Eagle)

Hilfe! In meinem englischen KTP-Guide Heft sind doch nur 235 Vögel abgebildet!

Gegen 9:30 Uhr erreichten wir dann, pünktlich zur dringend benötigten Pinkelpause, den Rastplatz bei "Melkvlei".



Während mein Privat-Chauffeur also zur Toilette ging und ich auf unser Auto aufpasste, erlangte ich wohl sofort wieder etwas an Aufmerksamkeit. Zumindest wurde ich wenig später von einer völlig unbekannten Parkbesucherin gefragt, ob sie denn ein paar Beweis-Fotos von mir machen dürfte. Sie hätte bis jetzt nämlich noch keine Löwen gesehen, sagte sie.



Und das tolle an mir ist ja auch, dass man mich wunderbar im Arm halten kann. =^.^=



Zurück bei Silke und Harald, saßen und tranken wir noch etwas gemeinsam an einem der Picknick-Tische. Und mit dem Webervogelnest über uns, wurden wir auch sehr gut unterhalten.
Und zwar von einem Gecko, einem Skink und einem Glanzstar!





Da Harald und Silke noch ein wenig bleiben und ausgiebiger Frühstücken wollten, haben wir uns bis zum Abend in "Nossob" verabschiedet und sind alleine weiter gefahren. Ich hatte nämlich Hummeln unterem Schwanz und wollte unbedingt ganz in den Norden nach "Kwang". Dort lebten nämlich, wie wir aus dem Reisebericht von René/Ytramix wussten, ein ganzes Löwenrudel mit Junglöwen!

Mit zunehmenden Sonnenstand wurde es dann auch immer wärmer und Schattenplätze waren heiss begehrt!

Entweder unter Bäumen, so wie es die Springböcke und Oryx-Antilopen taten.




Oder im Schatten unter der Straussen-Mama. Wobei ich mich echt frage, ob brüten bei dieser Hitze überhaupt noch notwendig ist.



Viel praktischer haben es da die Erdhörnchen. Die haben ihren Sonnenschirm-Schwanz immer mit dabei. 🙂




In der Nähe von "Jan se draai" sind wir dann auf Lisa und ihre Mutter gestossen, welche hinter einer Biegung mit ihrem Toyota am Strassenrand standen. Die Beiden kannten wir ja noch von unserem gemeinsamen Pool-Nachmittag an der Kalahari Game Lodge.



Sie erzählten uns, dass sie erst vor 2 Minuten genau an dieser Stelle eine Löwin und einen Löwen über die Düne haben laufen sehen! Doch jetzt als wir auch da waren, war natürlich mal wieder kein Katzen-Öhrchen mehr zu sehen!

Ach menno!

Aber so war die Natur eben nun mal. Oft war man eben nicht zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle, sondern einfach einen Augenblick zu spät. Trotzdem hätte ich mir fast vor lauter Frust in den eigenen Schwanz gebissen!

Dafür schlossen wir drei Löwinnen und mein Privat-Chauffeur uns nun zusammen und gingen gemeinsam auf die Sichtungs-Pirsch. Mit Hilfe von Lisa und ihrer Mutter haben wir sehr viele Vögel gespottet. Wie z.B. diesen..., ich rate wieder mal, ... Singhabicht?



(Bis auf das Alter, lag ich nach Konni diesmal sogar richtig! Junger Singhabicht)

Und dann ein... keine Ahnung.
Es konnte aber auf jeden Fall fliegen!


(Laut Konni noch ein Singhabicht)

Weiter ging es mit diesem Raubtier-Kollegen, welchen ich jetzt hoffentlich nicht fälschlicher Weise als "Adler" bezeichne.



(Konni: Raubadler = Raubtier + Adler. Stimme also! =^.^=)

Der nächste hatte dann sehr viele schwarze Federn und einen auffällig orangenen Schnabel.


(Konnis Ornitologisches Gutachten besagt: Gaukler / Bateleur)

Und dann hatten wir noch einen... ich geb's auf! Hier im Kgalagadi Transfrontier Park gibt es ja Gefühlt mehr Vogelarten als Löwen!


(Lannerfalke)

Oh! Oh! Oh! Endlich mal wieder ein Vogel der in diesem Touristenheft auch abgebildet ist! Das ist ein Lannerfalke!



Beim Rastplatz bei "Dikbaartskolk" brauchten Lisa und ihre Mutter dann eine Pause, weswegen sich unsere Wege dort dann auch wieder trennten. Wie schon gesagt, wollte ich so zügig wie möglich nach "Nossob" und von dort weiter nach "Kwang". Jeder zusätzliche Stopp bedeutete schließlich wertvolle Minuten weniger bei meinen Verwandten.

Nach "Dikbaartskolk" kam, wenn ich mich richtig erinnere, dann auch der Abschnitt mit der leicht versenkten Strasse. Zwar saßen wir in unserem Hilux ja schon etwas höher. Aber dieser Vorteil wurde leider durch das ebenso hohe Gras wieder zunichte gemacht. Dem entsprechend, und auch durch das harte Mittagssonnenlicht, war die tierische Fotoausbeute bis "Nossob" dann eher sehr mager. Dafür genossen wir eben mehr die Landschaft.





Gegen 14:00 Uhr erreichten wir dann das überschaubare "Nossob-Camp" im schon abgeschiedeneren Teil des KTP. Das Camp war zwar deutlich kleiner als Twee Rivieren, hatte aber alles, was der naturverbundene Parkbesucher so brauchte: eine Zapfsäule, einen Mini-Shop, einen Pool und sogar WLAN. Ich persönlich interessierte mich allerdings mehr für die markierten Löwen-Sichtungen auf der Sichtungskarte.
Wir meldeten uns an der Rezeption an und erhielten die Premium Campsite 6. Im Gegensatz zur "normalen" Campsite, hat man durch zwei bis drei Bäume ein wenig mehr Abstand zu seinem Nachbarn und vor allem auch seine eigene Sanitär-Anlage, Grill-Stelle und Stromanschluss. Dafür war man aber ein gutes Stück weiter vom Pool, dem Shop und dem Wasserloch mit dem Aussichtsversteck entfernt.



Zu meinem Leidwesen, war mein Privat-Chauffeur durchgeschwitzt und hatte einen Löwenhunger. Zwei Argumente gegen die ich nur schwer etwas ausrichten konnte. Dabei brauchte ich doch noch unbedingt meine Dosis an Löwen heute!
Als Kompromiss gab es einen Sprung unter die Dusche und eine schnelle Notration Spaghetti Napoli. Mit einem Kurzbesuch im Shop und einem aktualisierten Laufzettel waren wir dann aber auch bald wieder im Park unterwegs. Und wenn die Karte nicht lügte, dann waren es nur noch 23 km bis nach "Kwang" und dem dort hoffentlich auf mich wartenden Löwenrudel. =^.^=

Teil 3504. Juli 2026

Kapitel 30: Die Jäger von Kwang

Als wir gegen 16 Uhr endlich an der für mich berühmten Wasserstelle "Kwang" ankamen, also die Stelle von der ich mir schon seit Wochen wünschte hinzureisen, sahen wir genau diese folgende Szene.



Ein leeres Wasserloch, zwei bis drei Bäume, und ganz weit hinten im Tal ein paar Gnus. Also alles in allem genau die Sorte Aussicht, die einem förmlich zuruft:
Hier gibt's nichts zu sehen. Fahr einfach weiter!

Nicht ganz so ins Bild passten aber die drei abgestellten Fahrzeuge samt Insassen. Und der eine hatte auch ein ziemlich dickes Ding (Teleobjektiv) im Anschlag. Möglichst unauffällig fuhren wir zu einem der Fahrzeuge hin und fragten nach, ob hier irgendwas besonderes zu sehen wäre. Und zu meiner Freude wurde uns bestätigt, dass hier tatsächlich Löwen anwesend waren! Allerdings dämpfte die Beschreibung dann auch gleich wieder die Vorfreude, denn diese lautete lediglich: "Dort drüben unter dem Baum."
Wir mussten dreimal nachfragen, um herauszufinden, dass tatsächlich der erste Baum gemeint war, welcher gerade mal ein Katzensprung von der Wasserstelle entfernt war.

Wir suchten uns eine strategisch gute Parkposition und mein Privat-Fotograf fing an die schattige Stelle unter dem Baum ganz genau unter seine Tele-Vergrösserungs-Lupe zu nehmen. Das Ergebnis war jedoch nichts! Kein Öhrchen, kein Schnurrhaar, keine Schwanzquaste, nichts!



Aber gefiedertes Volk war zu sehen, wie der eben gelandete Lannerfalke.



Und als dann auch noch einer dieser "ich-weiss-nicht-zu-welcher-Art-du-gehörst"-Adler auf dem Erdboden landete und dort die längste Zeit herumstolzierte als sei er hier der König am Wasserloch, fing ich schon an zu zweifeln, ob wir von den anderen Touristen nicht vielleicht auf den Arm genommen worden waren.




Doch dann sah ich sie! Ganz knapp über den Grashalmen, zwei Löwinnen-Öhrchen!



Und dann noch für einen kurzen Moment auch noch eine Hinterpfote, bevor alles wieder im hohen Gras verschwand.



Aber zumindest wusste ich jetzt sicher, dass ich nicht die einzige Löwin hier an der Wasserstelle war.

Nach 40 Minuten des Wartens wurde es dann mal spannend, als ein einzelnes durstiges Gnu sich der Wasserstelle näherte.



Und man kann mir erzählen was man will, aber diese Viecher sind nicht blöd! Die wissen genau, dass da irgendwas im Busch ist, wenn an einem Wasserloch fünf Autos rumstehen und jeder mit seiner Kamera wie gebannt ins scheinbare Nichts zielt.




Doch die einzige Löwin der Gnu-Bulle sehen konnte war ich. Und da ich ihm nicht gefährlich genug aussah, war der Durst am Ende dann doch grösser. Tja, ich bin eben eine perfekte Ablenkung.



Und es reichte auch für ein paar Schluck Wasser, bis...
...ja bis sich meine Schwester dachte den freiwilligen Gast mal etwas genauer ins Visier zu nehmen, was diesem wiederum vermutlich den Schreck des Tages eingebracht hat.



Und während das Gnu mit voller Geschwindigkeit davon galoppierte, bekam auch ich einen Schreck! Aber einen freudigen Schreck!
Ja schau mal, wer da alles die ganze Zeit schon im Gras lag! Drei Löwinnen und ein Löwe!




Safari: "Hallo Safo, Betzi, Twiggy und Menelaos, Königinnen und König der Kalahari! Ich bin Königin Safari von Sossusvlei und Sesriem."

Jetzt, da alle wach waren, gab es auch etwas Interaktion zu sehen!

Einmal 'schmusi' mit Kuschelmähne. 😄




Jedoch schien Menelaos von so viel Zuneigung seiner Jägerin Twiggi sozial leicht überfordert zu sein und ging ihr lieber aus dem Weg.




Safo, Schwester Nummer Drei, schaute sich erst einmal etwas um und machte dann etwas Gesichts-Muskel-Joga.





Generell wurde sich dann in die schattigeren Plätzchen umpositioniert, während die Gnus weiter hinten in der prallen Sonne standen.



Als sich dann alle Vier wieder hingelegt hatten, war wieder absolut Nichts zu sehen, ausser schattigem Gras.
Mein absoluter Respekt! Wahrliche Geisterlöwen! =^.^=



Etwas spannend wurde es dann noch, als die ganze Gnuherde keine 50m entfernt vorbeizog an dem Löwenrudel vorbeizog. Doch diesmal rührte sich kein Öhrchen. Und ich denke, auch die Gnus wussten was sie da taten.

Für ein paar weitere Minuten blieb es ruhig, bis sich eine meine Schwester Betzi aufsetzte und für ein paar schöne Fotos posierte. Zumindest dachte das mein Privat-Fotograf. Ich hingegen, der Löwensprache mächtig, wusste spätestens jetzt, dass es sich wohl möglich sehr lohnen würde noch weiter zu warten.





Ach wie schön ist Schwesternliebe! Da wäre ich nur allzu gerne mittendrin!





Mit zunehmender Stunde versammelten sich dann immer mehr Gurrtauben an der von den Löwen beschützten Wasserstelle.




Wobei die Tauben von den Löwen nur vor den Grasfressern beschützt wurden. Freie Fahrt, oder besser gesagt, freien Flug hatten die Adler oder Falken, welche immer mal wieder in Höchstgeschwindigkeit über das Wasserloch jagten und versuchten eine Taube beim Abheben zu erwischen.



Privat-Fotograf: "Safari! Schau! ein Löwenjunges!"

Safari: "Ich wusste es! Endlich kommen sie zum Trinken!"

Privat-Fotograf: "Wie du wusstest es? Hast du etwas doch Röntgenaugen oder was?"

Safari: "Natürlich nicht! Aber was glaubst du wen Mama Betzi vorhin wohl angefaucht hat? Bestimmt keinen Grashüpfer."

Privat-Fotograf: "Moment... Du hast ihnen schon Namen gegeben?"

Safari: "Na klar! Und jetzt rede nicht so viel, sondern mache das wofür ich dich mitgenommen habe! Da kommen nämlich bestimmt gleich noch mehr!"

Und wie immer wenn es um Löwen geht, hatte ich Recht. =^.^=

Unter meinen wachsamen Augen und natürlich auch unter denen ihrer Mama, trauten sich die Kleinen endlich aus dem Gras.



Auftritt der Rasselbande!



Awww.... ^^
Kommt ruhig näher. Tantchen tut euch nichts.



Privat-Fotograf: "Das eine Löwenjunge sieht verletzt aus."

Safari: "WAAASSS!!! Wer wagt sowas! Dem werde ich aber sowas von...(zensiert)!!!"

Leider sah man ihm auch an, dass es ihm nicht ganz so gut ging. Denn während seine Geschwister und Halbgeschwister muter miteinander tobten und spielten, hielt er sich merklich zurück. Oder es lag vielleicht auch einfach nur daran, dass er der Kleinste unter seinen Geschwistern war. Und irgendwie hatte ich auch das Gefühl, dass er deswegen von seiner grossen Halbschwester auch ein wenig gemobbt wurde. Jedenfalls hielt sie ihren jüngeren Halbbruder eine ganze Weile am Schwanz fest. Was aber auch irgendwie wieder total süß war.






Nach dem einige ein wenig gedrunkten hatten, wurde weiter munter das Wasserloch erkundet, miteinander gespielt und anschleichen geübt. So wie zum Beispiel Löwchen Nummer 5 sich hier schon professionell hinter fünf Grashalmen versteckte und seine Geschwister ins Visier nahm.



Hier mal alle Fünf auf einem Bild.



Safari: *Seufz* "So jung müsste man nochmal sein! Dann würde ich mich zu ihnen gesellen und mitspielen. Wobei... warum nicht?"

Privat-Fotograf: "Nix da! Ich sag es dir! Ich nehm dich an die Leine, wenn du auch nur eine Anstalt machst hier aus dem Wagen zu springen!"

Safari: "Aber diesmal passt doch alles! Ich bin eine Löwin! Ich habe die richtige goldgelbe Fellfarbe! Und ich habe sogar auch genau die richtige Kampfgrösse für die Kleinen! Ein Löwenjunges mehr oder weniger fällt den zwei Mamas bestimmt nicht auf!"

Privat-Fotograf: "Und du weisst auch ganz genau, welches Löwenjunge zu welcher Mama gehört?"

Safari: "Nein, aber...!"

Privat-Fotograf: "Und weisst du überhaupt wer von den drei Löwinnen überhaupt Mama ist?"

Safari: "Nein, aber...!"

Privat-Fotograf: "Und hast du irgendwo ein 'Eau-de-la-meute' herumliegen? Oder wie willst du das mit dem Rudelgeruch anstellen?"

Safari: "Nein, habe ich nicht..."

Privat-Fotograf: "Safari. Jetzt geniesse doch einfach mal den Moment so wie er ist. Und ich mache derweil ein paar weitere Fotos als Erinnerung und für unser Rudel Zuhause. Okay?"

Auch wenn ich mit meinem ganzen Herzen wünschte es wäre anders, aber diesmal hatte er leider Recht. Selbst ohne meinen Plüschanteil hätte ich als echte kleine Löwin nicht einfach zum Rudel spazieren können. Also tat ich ausnahmsweise mal wie mir geheissen und genoss einfach den Moment. Und der war, ich kann es nicht anders sagen, W-U-N-D-E-R-S-C-H-Ö-N !!!

Sieht schon ganz schön kräftig aus der kleine Löwe.



Der gewinnt bestimmt schon jeden Kampf gegen seine Geschwister!




Hier sieht man übrigens ein gutes Beispiel einer Löwen-Jagdtechnik, bei der die Hinterbeine des Opfers mit einem gezielten Pfotenschlag überkreuzt werden und es so zu Fall gebracht wird.




Und hier der klassische Nackenbiss. Wie goldig! =^.^=



Und immer wieder Anschleich-Übungen. Am Besten natürlich von hinten!





Oder mit natürlicher Deckung. =^.^=



Zum Leidwesen der Kleinen, waren die Gurrtauben aber noch ausserhalb ihrer Reichweite.





Die hatten aber sowieso schon mit den ebenfalls jagenden Raubvögeln genug zu tun!



Im schönsten Abendsonnenlicht gab es dann noch ein paar letzte Fotos, bevor die Rabauken zurück zu ihrer Mama und Tanten mussten.





Nachdem sich alle Löwen wieder ins hohe Gras gelegt hatten, hatte ich und mein Privat-Fotograf auch mal Zeit die Fotos der anderen anwesenden Tiere zu sichten.
So wie zum Beispiel diese beiden Raben, die zum Baden gekommen waren.





Und auch dieser Raub-Adler, der sich nach der ganzen Fliegerei auch mal erden musste.



Wie so oft bei unseren Löwen-Begegnungen, hatte mein Privat-Chauffeur die genaue Abfahrtzeit in Abhängigkeit der Entfernung zum Camp berechnet. Und so waren wir an diesem Abend dann auch die Allerletzten, die den Rückweg nach Nossob antraten.

Safari: "Tschüss, meine liebe Verwandtschaft! Und vielen Dank, dass ihr euch von eurer schönsten Seite gezeigt habt. Bis morgen früh, wünsche ich euch eine gute Nacht!"



Mit den maximal erlaubten 50 km/h, fuhren wir also die Strasse zurück und verpassten den sowieso nicht vorhandenen Sonnenuntergang an diesem Abend.



Allerdings hatte der Kgalagadi Transfrontier Park an diesem Abend noch eine andere Überraschung parat. Denn so ungefähr 3 km vor dem Tor trafen wir wieder auf die anderen Parkgäste, welche mit uns die Zeit bei den Löwen verbracht hatten.
Wie immer fragten wir neugierig nach der Sichtung und bekamen per Zeigefinger die Richtung zu vier Geparden angezeigt!
Na die nehmen wir doch auch gerne noch mit! =^.^=





Gerade noch pünktlich zur Torschliessung erreichten wir das "Nossob Camp". Nach Abgabe des Laufzettels trafen wir dann noch Silke und Harald auf der Campsite. Diese hatten ihr Wohnmobil neben das Wohnmobil von Waldemar gestellt. Er war ebenfalls ein Deutscher und auch schon seit ein paar Wochen ganz alleine im südlichen Afrika unterwegs.
Zusammen unterhielten wir uns noch eine ganze Weile. Hauptsächlich darüber, dass das Leben im Camper sich zwar romantisch anhört, aber nicht selten alles andere als bequem ist. Und auch über Starlink und Waldemars Erfahrung, dass dieses Kommunikationssystem in Namibia geoblockiert ist, bevor dann gegen 21 Uhr jeder von uns ins Bett wollte.
Da die drei unser Angebot, mit uns zur Premium Campsite zu kommen, dankend abgelehnt hatten, fuhren wir dann die paar Meter im Dunkeln zu unserem heutigen Schlafplatz.

Von der doch recht positiven Erfahrung der letzten Nacht, wollte mein Privat-Chauffeur sich den Zeltaufbau wieder sparen und direkt im Auto schlafen. Für mich kein Problem. Nur als dann mein Privat-Chauffeur innerhalb einer Stunde zum dritten Mal alle Fenster aufmachte, ausstieg, die Campinglampe am Waschhäuschen anschaltete und dann noch mindestens fünf-mal ums Auto lief, mussten dann doch mal dringend ein paar Worte gewechselt werden.

Safari: "Bis du jetzt zum Kater geworden? Oder warum läufst du so katzentypisch fünf-mal um deinen Schlafplatz, bevor du dich endlich hinlegst?"

Privat-Chauffeur: "Glaube mir. Ich würde auch schon viel lieber im Land der Träume sein, wenn es in unserem Wagen nicht so brüllend heiss wäre. Und da ich nur sehr ungerne mit offenem Fenster schlafen möchte, bleibt mir nichts anderes übrig als durchzulüften."

Safari: "Dann tue was du nicht lassen kannst. Ich jedenfalls mache jetzt die Augen zu und Träume von den fünf süssen Löwenkinder die wir gesehen haben."

Er hat noch zwei weitere Male die ganze Prozedur durchgezogen, bevor er dann doch das hintere Fenster einen kleinen Spalt offengelassen hat und übermüdet eingeschlafen ist.

Ich hingegen war fast wunschlos Glücklich. Denn der heutige Tag hatte eigentlich alles geboten, was ich mir von dieser Reise erhofft hatte. Und alles was jetzt noch in den verbleibenden anderthalb Tagen kommen würde, wäre einfach nur noch ein schönes zusätzliches Geschenk.

Tja, hätte ich an diesem Abend schon gewusst, was mich am nächsten Morgen erwarten würde, ich hätte vor lauter Aufregung kein Auge zugetan! =^.^=

Teil 3606. Juli 2026

Kapitel 31: Löwin - Liebe - Leidenschaft
(Sonntag, 22.03.2026)

Dass diese Nacht nicht besonders erholsam gewesen war, merkten wir spätestens um Punkt 6:10 Uhr, als der Handy-Wecker klingelte. Ein Geräusch, das wir während unseres gesamten Urlaubs bislang erfolgreich vermieden hatten. Heute rettete es uns allerdings vor dem Verschlafen. Schließlich wollten wir so früh wie möglich wieder zu meinen Verwandten nach "Kwang"!

Also raus aus dem Auto, kurz frisch gemacht und wieder rein ins Auto! Moment... kam wir da nicht gerade erst her?
Egal! Weiter im Text!

Nächster Punkt: Ab zur Rezeption, um unseren Laufzettel abzuholen. Dort angekommen erwartete uns aber eine Schlange. Also keine echte Schlange, sondern eine schon erstaunlich lange Besucher-Schlange.
Brav, wie fast alle anderen Gäste, stellten wir uns an und mussten wie viele ziemlich lange warten. Einmal bis die Rezeption überhaupt aufmachte. Und dann noch einmal bis wir an der Reihe waren. Mit einer Viertelstunde Verspätung, also für mein Gefühl eine Ewigkeit zu spät, passierten wir daher erst um 6:45 Uhr das Tor.

Jetzt aber nichts wie los! Auf nach Kwang zu den Löwen-Cubbies!

Wie schon am Abend zuvor, fuhren wir mit der höchsten Geschwindigkeit welche die Strasse und Sichtverhältnisse zuließen, Richtung Norden. Bis... , ja bis mein Privat-Chauffeur plötzlich hinter einer Kurve fast eine Vollbremsung hinlegte...

Safari: "Warum hälst du..."



Safari: "...oooohhh!" O.O --- "BOYS!" =^^= --- "HellooOOOUUWW!!!"



Safari:
"Na ihr zwei Prachtkerle?
So ganz alleine hier draussen?"

"Was würdet ihr davon halten ein neues Rudel zu gründen?"

"Ihr Zwei und ich?
Wir Drei passen doch bestimmt perfekt zusammen!"

"Ihr seid doch hoffentlich noch zu haben, oder?"



Safari:
"Ich hätte sogar schon ein passendes Königreich... ähm... ich meine ein eigenes Revier!
Ist zwar in Namibia und ein bisschen weit weg, aber auch eine Wüste! Die Namib! Und die riesig! Wirklich riesig!
Gut... mit Antilopen ist es dort vielleicht etwas schwierig... Aber dafür habe ich jede Menge Touristen dort gesehen!"

"Los! Springt rein!"

"Mein Privat-Chauffeur bringt uns da sicherlich sofort hin, wenn wir wollen."




*Safari zu ihrem Privat-Chauffeur:*
Safari: "Hey! Warum machst du die Seitenfenster zu?!?"

*Privat-Chauffeur etwas panisch*
Privat-Chauffeur: "Weil du gerade mit zwei ausgewachsenen Löwen flirtest?!... Vielleicht??!!... So ganz eventuell???!!!.."

Safari: "SEI STILL! UND HALT DICH DA RAUS!"




Safari:
"Wo war ich stehen geblieben? Ach ja!"

"Moment... Wo sind die beiden Kragenfluffies hin?"

"Die sind an uns vorbei gelaufen!"

"Los! Hinterher!"




Safari:
"Hey ihr Zwei! Ich bin's nochmal!"

"Ich meine es echt ernst! Ich könnte euch jede Menge Touristen im Sossusvlei jagen! Ehrlich! Die bleiben immer sofort stehen, wenn sie mich sehen und wollen Fotos machen!"




*Safari hält inne*
Safari: "...Ihr seht irgendwie traurig aus... So als ob ihr ganz einsam und alleine auf dieser Welt wärt..."



Safari: "Und du..., du mein armer Löwe, hast sogar eine Träne im Auge! Warum? Da kommen mir auch gleich die Tränen!" *schnief*



Safari: "Kommt zu mir in meine plüschigen Pfoten und lasst euch knuddeln und trösten! Von allen Löwinnen da draussen kann ich zumindest das am Besten!"



Ich weiß bis heute nicht, warum mich dieser Moment so tief berührt hat. Denn die Beiden liefen einfach weiter, ohne sich noch einmal umzusehen. Und trotzdem wusste ich sofort, dass sie unbemerkt ein kleines Stück meines plüschweichen Herzens mit sich genommen hatten. Es war einer dieser seltenen Augenblicke, von denen man schon im gleichen Moment weiß, dass man diesen in seinem Leben niemals mehr vergessen wird.

Privat-Chauffeur:
"Kopf hoch, Safari! Die Beiden sind bestimmt noch auf ihrer Walz und daher wahrscheinlich auch noch nicht Mental bereit für eine Rudelgründung. Weisst du, Männchen brauchen da in ihrer Entwicklung meistens etwas länger."

"Und ich glaube ich weiss auch genau, was zumindest dich jetzt wieder aufheitern könnte!"

*leicht deprimiert*
Safari: "Was denn?"

Privat-Chauffeur: "Löwen-Cubbies!"

Stimmt! Die hatte ich fast vergessen! =^.^=

Teil 3708. Juli 2026

Kapitel 32: Die Löwen von Kwang

Während ich mir also wegen der beiden Boys die letzten Tränchen aus den Augen kniff, fuhren wir auch schon weiter. Weg von meinen Kragenfluffies und hin zu meinen kleinen Großnichten und Großneffen.

Doch auch diesmal sollten wir es nicht bis nach "Kwang" schaffen. Denn ungefähr 5 km vor der Wasserstelle standen nämlich drei Fahrzeuge sehr verdächtig auf der rechten, talzugewandten Strassenseite. Und drei Autos am Straßenrand bedeuteten im KTP fast immer eines von zwei Dingen: Grosskatzen... oder Menschen, die hoffnungslos versuchten, Grosskatzen zu finden.
Vorsichtig stellten wir uns dazu und suchten das Tal nach interessanten Lebewesen ab.



Privat-Chauffeur: "Ich sehe was, was du nicht siehst! Und das ist Orange-Grau!"

Safari: "Ein Schakal! Die habe ich auch schon bemerkt."

Privat-Chauffeur: "Sollen wir nachfragen, was es sonst noch wo zu sehen gibt?"

Safari: "Besser ist. Ich habe da so ein Gefühl in meiner Schwanzquaste..."



Da man im KTP nur in den Camps und an Picknickstellen aussteigen darf, fuhren wir also zum nächsten Wagen und fragten mal nach. Die Antwort der Frau auf dem Beifahrersitz, ich nenne sie jetzt mal "Evelyn", war daraufhin zwar ungewöhnlich, hatte aber schon einmal einen sehr wichtigen Informationsgehalt.

Evelyn: "Oh! Hey darling! Here is another lion in the car!"

Na endlich mal wieder jemand, der mich sofort als Löwin erkannt hat! Diese Frau hatte eindeutig Ahnung. Und ohne es zu ahnen, waren die Beiden auch die Entdecker der anderen Löwen gewesen, indem sie eines der Löwenjungen entdeckt haben, welches sich auf einem umgestürzten Baum gemütlich gemacht hatte. Mit Stolz zeige uns "Mike" ein ähnliche Foto, wie das folgende. Wobei sein Foto deutlich schöner und schärfer war, was vielleicht auch an seiner Riesenkamera und Riesenobjektiv gelegen haben könnte.



Nachdem "Mike" dann auch noch so freundlich war, uns eine gute Positionsbeschreibung der anderen Löwen zu geben, haben wir sie dann auch entdeckt. Ja, auf dem nächsten Bild sind tatsächlich mindestens vier Löwen zu sehen!



Leider ähnlich, wie vorgestern bei meiner allerersten Löwensichtung im Auob-Tal, so war das Löwenrudel von der Strasse ziemlich weit weg. Mit geschätzten 200m Entfernung konnte man die Löwen zwar sehen, wenn sie sich bewegten. Aber für gute und sensationelle Fotos waren sie dann leider doch zu weit weg. Von daher entschuldigt bitte meinen Privat-Fotografen für die schlechte Qualität und achtet mehr auf den Inhalt.

Twiggi, Safo und Betzi hatten in der Nacht Beute gemacht, von deren Resten sich Twiggi erst einmal ein weiteres Stück abnahm.



Diese Ablenkung lies sich Menelaos nicht entgehen, um bei Twiggi einen Phäromonencheck durchzuführen.



Also hübsch ist er ja schon. Aber gegen meine zwei Kragenfluffies vom Morgen kam selbst er nicht ganz an. =^.^=



Er gehörte trotzdem wohl eher zu den schüchternen Männchen. Denn als sich Schwester Safo versuchte ihn zu bezirzen, versteifte er sich wieder wie ein Granitstein.



Etwas turbulent wurde es dann kurz, als Menelaos zu Twiggi an den Kadaver und Safo wieder Menelaos um ihren Schwanz wickeln wollte. Das war dann wohl allen ein Stück zuviel an sozialer Interaktion, so dass die beiden Löwinnen ein Stück flüchteten, um zu den anderen wieder den manchmal nötigen Privatssphären-Abstand zu bekommen.



Und Safo legte sich auch gleich unter einen ganz anderen Baum.



Von den Löwenjungen war leider nicht viel zu sehen. Die lagen die längste Zeit, wie auch die Erwachsenen, einfach nur herum. Und wenn sie sich mal bewegten, so sah man leider meist auch nur die Öhrchen.

Nach einen halben Stunde des Beobachtens, fuhren wir mit "Evelyn" und "Mike" noch zur Wasserstelle nach "Kwang". Wir hatten nämlich von anderen Parkbesuchern gehört, dass es dort auch noch Löwen geben sollte.
Eigentlich sprach aus Löwensicht alles dagegen. Nach einem Riss blieb ein Rudel normalerweise bei seiner Beute. Aber ein kurzer Kontrollblick kann ja nicht schaden. Man weiß ja nie, was meine Verwandtschaft wieder für Ideen hat.

Am Wasserloch in "Kwang" standen dann tatsächlich zwei Fahrzeuge unter den Bäumen und schienen auf etwas zu warten. Und da, wie bei meinen Artverwandten üblich, wie immer nichts zu sehen war, fragten wir wieder nach. Und tatsächlich wurde behauptet, dass hier Löwen in der Nähe waren. Da aber nicht einmal ein Schwanzschlag zu sehen war, vermutete ich schon, dass die Leute uns eigentlich von der Sichtung am letzten Abend erzählt hatten und nun immer noch vermuteten, dass das ganze Rudel versteckt im hohen Gras liegen würde. Doch dann zuckte tatsächlich für einen Herzschlag eine Quaste in der Ferne über das Gras!

Mit nun bekannter Peilung, welchselten wir unsere Position zurück zur Strasse, um mit einem höheren Standpunkt mehr sehen zu können. "Mike" sah die beiden Löwinnen und ein Junges dann auch als Erstes und äusserte den Satz, welcher mir als Inspiration für meinen Reiseberichtstitel diente.

Mike: "There are lions everywhere!"

Natürlich hatte ich keine Ahnung, wer die Drei waren, und ob sie auch zum Rudel gehörten. Und da auch sie leider zu weit weg von uns waren, konnte ich auch nicht nachfragen, sondern nur Beweisfotos machen.




Da wir ja heute leider wieder zurück nach "Twee Rivieren" mussten, musste ich mich auch von diesen Seelenverwandten viel zu früh verabschieden.

Auf dem Rückweg nach "Nossob" haben wir natürlich nochmals nach dem Rudel bei Riss geschaut. Da aber mit viel Sucherei nur noch ein halber Bauch von Menelaos zu finden war und der Rest des Rudels sich vermutlich im Schatten unterhalb der Grashalmgrenze für den Rest des Tages ausruhte, standen an der Stelle auch keine weiteren Safarigäste mehr.

Was sich dafür nicht unterhalb der Grashalmoberkante versteckte, waren mal wieder die flugfähigen Bewohner der Kalahari. Die schienen beschlossen zu haben, heute sämtliche Fototermine wahrzunehmen.

Einmal ein junger Singhabicht, hoffentlich, welcher sich im Dornenbusch wohl keinen ungünstigeren Aussichtsplatz hatte suchen können.



Weniger dornig, dafür aber auch weniger Aussicht, hatte dieser Singhabicht, welcher sich bei meinem Anblick augenblicklich in die Lüfte erhob.





Und hier hat wohl die Luftraumsicherung geschlafen!
Achtung!
Kollisionskurs!




Auf dem weiteren Weg zurück ins Camp, funktionierte der Buschfunk ausgezeichnet. Wir berichteten von unserer Löwensichtung beim Riss im Tal und bei "Kwang" und die entgegen kommenden Besucher berichteten uns von zwei Löwen am Wasserloch in "Nossob". Das waren bestimmt die zwei Boys vom Morgen! War ja klar, wo ich als nächstes hinwollte. =^.^=

Teil 3810. Juli 2026

Kapitel 33: Herzensbrecher!

Kaum im Camp angekommen, parkten wir unseren Toyota im Schatten unter dem grossen Baum und machten uns auf den kurzen Weg am Shop vorbei zum Aussichtsversteck. Dort begegneten wir am Eingangstunnel auch wieder "Evelyn" und "Mike" mit der Riesenkamera, welche ebenfalls den gleichen Tipp bekommen hatten und auch zum Aussichtsversteck wollten.
Gemeinsam und im Flüsterton, gingen wir möglichst geräuschlos durch den Tunnel zum überdachten Versteck. Und mit einer, durch meine Nervosität deutlich überhöhten Pulsfrequenz, schlich ich mich auf leisen Pfoten bis ganz nach vorne. Für einen winzigen Moment traute ich mich gar nicht hinzusehen. Was, wenn die beiden inzwischen verschwunden waren?

Gaaaanz langsam lugte ich über das dort angebrachte Geländer und...
...mein Herz machte einen Extra-Freuden-Hüpfer! Denn ich sah, was ich mir sosehr gewünscht hatte!



Die zwei süssen Prachtkerle waren noch da! =^.^=




Und wie majestätisch sie da im Schatten des Busches lagen! Wie zwei echte erhabene Könige der Kalahari!




Awww... diese prachtvolle und flauschige Mähne mit ihren golden-hellen und schwarz-dunkeln Farben!



Ja! Bitte schüttel sie für mich! =^.^=



Boah! Diese perfekte pinke Zunge! Einfach zum Küssen!




Oh! Und dann auch noch schöne lange Reißzähne!



Und nicht zu letzt... diese gold-gelben Augen! Einfach zum Verlieben!



Ich werde euch "Siegfried" und "Roy" nennen!

Aber das allerschönste war aber, dass mein "Siggi" wieder glücklich war! Denn so wie er sich zufrieden putzte, musste es ihm doch einfach nur gutgehen.




Und als er aufstand, sah er wieder gesund, stark und mächtig aus!



Oh! Er hat mich angeschaut! Habt ihr es gesehen?! Er hat mich angeschaut!!!



Nur das mit dem würdevollen Positionieren beim Trinken, müssen wir wohl noch etwas üben, mein Lieber.



Oh ja! Lass mich ganz tief in deine wunderbar furchteinflössenden Augen schauen!




Macht Platz für den König!



Ohhhoohhh! Jetzt "flehmst" du! Wie Sexy!




Und ein süsses Ringelschwänzchen hast du auch noch! Dein zukünftiger Nachwuchs wird dich dafür soooo lieben!



Doch wie so oft nach einem absoluten Höhenflug der Gefühle, kommt der tiefe Fall.

Gefallen war "Roy", schon seit langem in einen tiefen Schlaf und rührte sich nicht.
Niederfallen lies sich "Siegfried" im Baumschatten und war er nicht mehr gesehen.
Und zu allem Überfluss kam dann auch noch der Fall hinzu,...
...dass wir nach "Twee Rivieren" weiterfahren mussten...

Schau nicht so blöd du... du... Afrikamittelreiher! (Yellow-billed Egret)
Noch nie eine unglücklich verliebte Löwin gesehen!?!



Während ich zurück ins Auto musste und dort meine Ohren, mein Schwanz, meine Pfoten, also einfach alles hängen lies, musste mein Privat-Chauffeur noch den Laufzettel aktualisieren lassen, in den Shop, Fotos nach Hause schicken und aufs Klo musste er auch noch! So kamen wir fast erst eine Stunde später, gegen 12 Uhr in "Nossob" los. Fast eine Stunde in der sehr wahrscheinlich bei "Siegfried" und "Roy" am Wasserloch gar nichts passiert ist, aber alles hätte passieren können!

Genauso wie hier!

Teil 3914. Juli 2026

Kapitel 34: Süden ist auch nur eine mögliche Himmelsrichtung

Ach wie gerne wäre ich noch viel länger in "Nossob" geblieben, so wie "Silke" und "Harald" mit ihrem Wohnmobil. Vor allem weil aller Wahrscheinlichkeit nach die beiden Kragenfluffies der letzte Löwen-Höhepunkt war, welche ich auf dieser Reise sehen würde. Der südliche Teil des Nossob-Tals und auch das Auob-Tal wirkten bislang nämlich eher etwas... katzenunterbevölkert.
Auf der anderen Seite war ich aber auch dankbar für alles was wir zwischen "Kwang" und "Nossob" gesehen hatten. Und alles, was jetzt noch kommen sollte, würden wir einfach als schönes Abschiedsgeschenk der Kalahari mitnehmen.

Neugierig wie wir waren, nahmen wir diesemal die Schleife bei "Marie Se Gat". Dort begegneten wir einigen Stäussen-Müttern und -Vätern, die stolz mit ihrem frisch geschlüpften Nachwuchs unterwegs waren.



Sowie plötzlich, wenn ich das richtig sehe, einem ganzen Strauss-Harem!



Ein gutes Stück weiter überholten wir dann eine Herde Springböcke, welche genau in der gleichen Himmelsrichtung unterwegs waren wie wir.



Diese wollten bestimmt nach "Kaspersdraai", wo schon ihre entfernt verwandten Oryx-Antilopen bereits auf sie warteten, um mit ihnen die neusten Vegi-Locations auszutauschen.




Auf der Strecke bis "Dikbaartskolk" erwarteten wir, wegen der eingeschränkten Aussicht der tiefer gelegten Strasse, nicht viel zu sehen. Und dies wurde uns auch schon im Vorfeld von einigen uns entgegenkommenden Parkbesuchern bestätigt. Diese tauschten sich nämlich alle freiwillig und ausnahmslos mit uns aus und bekamen dafür von uns den Tipp mit meinen zwei lieben Kragenfluffies am Wasserloch in "Nossob".

Eine Ausnhame war dieser...
Moment ich schau mal in meine "Safaris-Singhabicht-Steppenbussard-und-Schlangenadler-Sammlung" (SSSuSS)
... Singhabicht, welcher hoch oben auf einem verdorrten Baum direkt neben der Strasse gut zu sehen war.





Am Picknickplatz in "Dikbaartskolk" machten wir dann eine kleine Blasendruckablas- und Erfrischungspause. Dort trafen wir dann auch zufällig auf "Waldemar" vom Vorabend. Eigentlich wollten wir mit Freude von unseren neuen Sichtungen erzählen, aber der Arme hatte leider ganz andere Probleme. Durch einen plötzlichen Todesfall in seiner Familie, wollte er verständlicherweise nur noch ganz schnell nach Hause und war deshalb auch ziemlich durch den Wind. Und ich glaube es tat ihm auch ganz gut sich mit meinem Privat-Chauffeur etwas zu unterhalten und den Rat zu bekommen, jetzt nichts in Eile zu überstürzen und sich wohlmöglich noch selber in Gefahr zu bringen. Denn an dem traurigen Ereignis ließ sich nun leider nichts mehr ändern.
Wir wünschten ihm noch alles Gute, bevor wir dann weiter fuhren.

Nach diesem kleinen Downer ging es so weiter wie es aufgehört hatte. Nämlich ganz weit oben!

So wie hier bei diesem... es flog auf jeden Fall ziemlich hoch und damit ausserhalb meiner Artbestimmungsreichweite!



Und das sind zwei... einmal jung und einmal alt... ach hol mich doch der Geier!



Und dies alles unter der Begleitung von ein paar fliegenden Schäfchen...



...-Wolken natürlich.

Den Kopf in den Wolken, hatten wohl möglich auch die beiden nächsten Parkbesucherinnen, welchen wir auf unserem Weg nach Süden bei "Jan se draai" begegneten. Nachdem wir uns, wie mit den anderen Parkbesuchern auch, uns nicht über unsere unspektakulären Sichtungen ausgetauscht hatten, erzählten wir den beiden Frauen noch von den zwei Löwen in "Nossob". Enttäuscht erzählten sie uns, dass sie ausser mir noch keine anderen Löwen gesehen hätten und bedauerlicher Weise auch gerade auf dem Weg zu ihrer nächsten Übernachtung nach "Twee Rivieren" waren.
Diese Aussage brachte das interne Navigationssystem meines Privat-Chauffeur für einen Augenblick derart durcheinander, so dass er völlig irritiert die Beiden fragte, ob ihnen denn bewusst war, dass sie gerade nach Norden fuhren. Also weg von "Twee Rivieren" und hin nach "Nossob".
Diese etwas unsicher gestellte Frage, verunsicherte wiederum die beiden Frauen, ob mein Privat-Chauffeur sich denn sicher sei, dass ihr Weg nicht nach "Twee Rivieren" führte.
Für meinen Privat-Chauffeur einspringend, antwortete ich den Beiden daraufhin, dass man die Tage, an denen mein Privat-Chauffeur nicht wusste wo er war und wo es lang geht, an den Hörnern eines Erdmännchens abzählen konnte. Nämlich Null-Komma-Null!
Ich weiss nicht, ob es nun meine überzeugende Argumentation oder einfach mein löwinnenhaftes Selbstbewusstsein war. Jedenfalls entschieden sich die beiden schließlich doch umzudrehen und besser meinem Privat-Navigationssystem zu vertrauen.

Das nächste kleine Highlight flog uns dann wenig später in Form eines sehr schnellen roten Punktes durch unser Geschichtsfeld. Instinktiv auf schnelle Bewegungen reagierend, waren wir sofort im (Foto-)Jagd-Modus und verfolgten den kleinen Vogel mit unseren Augen bis zum nächsten Baum.

Na? Was bist denn du für ein hübscher kleiner Flitzer?



Nun dank seiner auffällig roten Brustfarbe, kann ich diesmal mit grosser Sicherheit sagen, dass es ein Rauchbauchwürger / Crimson-breasted Shrike war.



Weiter ging es mit Madame- und Monsieur Strauss, bis wir dann auch schon bei "Melkvlei" den nächsten Picknickplatz im Nossob-Tal erreichten.




Dort trafen wir wieder auf "Waldemar", welcher mit seiner Sturmwind-Maschine (Druckluft-Reiniger) damit beschäftigt war seinen Kühler am Fahrzeug von den tausenden von Grassamen zu befreien, welche er sich von seinem Weg aus Botswana nach "Nossob" eingefangen hatte. Hier erinnerte sich mein Privat-Chauffeur auch wieder daran, dass an diesem Morgen ein anderer Gast ihn erwähnt hatte. Dieser Mann aus Südafrika hatte zu seiner Bekannten gesagt, dass "Waldemar" noch ohne Visum wohl möglich illegal im KTP war. Dies und auch die Tatsache, dass "Waldemar" seinen Laufzettel an diesem Morgen nicht in "Nossob" abgeholt hatte, addierten sich nun zu seinen Problemen. Von daher befragten wir etwas ratlos ChatGPT und bekamen als beruhigende Antwort, dass er das Visa an der Zollstation in "Twee Rivieren" bekommen würde und dass er dort auch die Sache mit dem vergessenen Laufzettel klären könnte. Er wäre nicht der Erste dem das passiert.

Mit diesen beruhigenden Antworten, ging es weiter nach "Kij Kij", wo ein Sekretär vielleicht für einen Augenblick überlegte, auch mal meine Papiere zu prüfen. Ich denke er wusste aber schnell, dass er in diesem Kampf gegen mich keine Chance gehabt hätte...



Neben dem Sekretär, warteten auch noch zwei deutsche Parkbesucher in ihrem Wohnmobil am Wasserloch. Diese warteten anscheinend wieder auf den Löwen von vorgestern. Für einen Moment überlegten wir, ob wir uns dazustellen sollten. Am Ende entschieden uns aber eher dafür, vielleicht später nochmals vorbei zu kommen.

So flogen die Kilometer nur so dahin. Immer weiter nach Süden. Immer weiter unserem letzten Übernachtungsplatz im Kalahari-Transfrontier-Park entgegen. Und auch wenn ich mich immer noch auf alles freute, was uns auf unserer restlichen Reise noch über den Weg laufen würde, wusste ich tief in meinem weichen Löwinnenherz genau:
Mit jedem Kilometer ließen wir die Heimat meiner großen Verwandtschaft ein kleines Stück weiter hinter uns.

Teil 4017. Juli 2026

Kapitel 35: Hormonelle Übersprungshandlungen

Die Entscheidung von "Kij Kij" weiter zu fahren war goldrichtig. Denn keine 5 km weiter südlich sahen wir schon aus der Ferne mehrere Wagen am Strassenrand sehen. Und diesmal mussten wir auch nicht nachfragen. Durch meine mittlerweile gut auf Katzen-Öhrchen trainierten Augen, entdeckte ich die Geparden sofort. =^.^=



Es waren drei Geparden, welche es sich im Schatten des einzig grösseren Baumes gemütlich gemacht hatten. Jedoch anders als bei meinen Artverwandten, lagen die Drei gut sichtbar auf dem Boden. Und darüber hinaus wurde auch regelmäßig immer wieder mal ein Köpfchen angehoben. So als ob sie jeden Moment damit rechneten, dass ihr Abendessen vorbeikommen würde.



Das die drei Geparden dennoch den halben Tag gepennt hatten, erkannte man gut an ihrem trägen "Ich-bin-noch-nicht ganz-wach"-Gähnen.



Aber immerhin stand mal einer der Brüder auf.



Nach ungefähr 40 Minuten kam dann endlich mal etwas Bewegung in die Gruppe und steigerte in uns die Hoffnung auf ein paar schöne Punkte-Katzen-Fotos, so wie zum Beispiel dieses hier.



Tja... und was dann folgte kann wohl auch nur unter Katern passieren.
Ja, wie soll ich es sagen... ich nenne es jetzt mal: Jugendlich hormonell bedingte Übersprungshandlungen



Oder achtet am besten einfach auf die Gesichtsausdrücke der beiden, denn diese waren einfach nur göttlich!



Am Ende war aber alles anscheinend nicht schlimm und auch nur halb so wild. Auf jeden Fall haben die beiden Jungspunde am Ende friedlich miteinander geschmust wie ein Liebespärchen.



Safari: "Ich glaube zumindest zwei der drei Jungs hätten jetzt gerne ein nettes Weibchen in ihrer Gruppe."

Privat-Chauffeur: "Ja, die würden bestimmt sehr gerne auch ein wenig mit dir kuscheln. Soll ich dir jetzt ein paar Punkte ins Fell machen?"

Safari:
"Nein Danke. Nicht meine Art."

"Auch wenn der Gepard eine grosse Katze ist, so ist er doch keine Grosskatze wie ich. Verwandtschaftstechnisch sind die drei Brudis näher mit Hauskatzen verwandt als mit mir. Das merkt man auch daran, dass sie wie Kleinkatzen schnurren können."

Privat-Chauffeur: "Du schnurrst doch aber auch ab und zu."

Safari: "Ja, aber nur wenn meine plüschige Seite dies will!"

Der anscheinend jüngste Gepard des Dreiergespanns hielt sich aus den lustvollen Übungen seiner Brüder im Übrigen heraus, so dass ich mich fragte, ob er überhaupt ein richtiger Bruder war. Anhand des noch sichtbar längeren Nackenfells und der etwas geringeren Körpergrösse wirkte er jedenfalls jünger und wurde von den beiden älteren Männchen eventuell nur adoptiert.



Schnupper-Dreieck =^.^=



Da nun alle drei Geparden-Kater auf ihren schlaksigen Beinen waren zogen sie im besten Abendlicht los.
Vielleicht auf dem Weg zum nächsten Wasserloch?



Oder sie gingen gemeinsam auf Streife?



Oder vielleicht gingen sie auch auf Jagd!?



Zumindest waren das meine Gedanken, bevor alle drei Kater sich wieder hinlegten und sich gegenseitig das Fell putzten. Das war zwar süß, aber...
...verstehe einer mal diese Geparden!



Lange blieben sie dann aber doch nicht liegen, sondern zogen den Sonnenstrahlen folgend weiter das Nossob-Tal hinauf.

Und auch für uns war es an der Zeit weiterzuziehen. Denn erstens stand die Sonne schon recht tief. Und Zweitens hatte ich von einem der Parkgäste den Tipp bekommen, dass es bei "Rooiputs" auch noch einen Löwen geben sollte.
Mit Spannung führen wir also unserem Tippgeber hinterher, bis dieser vor einer kleinen Baumgruppe halt machte. Und ich muss zugeben, dass ich ohne unseren Tippgeber, wie viele andere auch, an dieser Stelle einfach vorbeigefahren wäre.



Obwohl doppelt so gross und mindestens dreimal so schwer wie ein Gepard, war von dem Löwen unter dem Baum erst einmal nicht viel zu sehen, als wir ankamen. Und wir hätten vermutlich von dem verschlafenen Kater auch nicht mehr als sein Bäuchlein gesehen zu sehen bekommen, wenn er nicht doch für einen Moment sein Haupt erhoben hätte.



Und auch wenn es mir keiner glauben wird, aber ich denke er hat instinktiv meine löwinnenhafte Anwesenheit gespürt und nur deswegen seinen Kopf gehoben. =^.^=

Mit der unerbittlichen Sonnenuhr voraus, mussten wir aber dann auch schon bald weiter. Aber nicht ohne ein Foto von dem wohl berühmtesten Baum des Kgalagadi Transfrontier Parks zu machen. Auch wenn dieser Baum seine Berühmtheit wohl alleinig seiner exklusiven Lage für Webervögel zu verdanken hat.



Von dort oben muss man wohl eine so schöne Aussicht wie von einem Penthouse haben! Und mit mir dachte das bestimmt auch diese Oryx-Antilope.



Dies war dann auch die letzte Sichtung dieses ereignisreichen Tages. Langsam versank die Sonne hinter den roten Dünen der Kalahari und tauchte die Landschaft noch einmal in warmes Gold. Ich hätte mir keinen schöneren Abschluss wünschen können.



Gegen 19 Uhr ereichten wir "Twee Rivieren", wo wir unseren Laufzettel an der Rezeption abgaben. Dort schien ich schon einen gewissen Berühmtheitsgrad erlangt zu haben, da die Dame an der Rezeption mich schon bei meinem Namen kannte. Gut, ich kann mir vorstellen, dass sie normalerweise keine Löwen "im" Camp haben. Hoffentlich jedenfalls...

Da wir vermutlich die letzten Camper an diesem Abend waren, waren natürlich alle besten und zweit-besten Plätze auf der Campsite schon belegt. Und auch Waldemar musste sich wohl Notgedrungen neben die Sanitäranlagen stellen. Aber dennoch fanden wir ein einigermaßen ruhiges Plätzchen an einem leichten Hang zwischen Sanitäranlagen und Restaurant. Dort baute mein Privat-Chauffeur unser Dachzelt auf, bevor er, nach einer kurzen Dusche, mit mir in Restaurant zum Adendessen ging.

Und was soll ich sagen. Nach diesem ereignisreichen Tag hatte ich einen Löwenhunger!



Während wir auf unser Essen warteten, ging ich nochmals unsere ganzen Sichtungen durch. Mit den vier selbstentdeckten Löwen bei "Kamqua" und dem Kater bei "Kij Kij" an Tag zwei, dem Löwenrudel bei "Kwang" mit Menelaos, Twiggy, Betzi und Safo und ihren fünf Cubbies, sowie den weiteren zwei Löwinnen mit ihrem Jungen, meinen zwei Kragenfluffies bei "Nossob", sowie dem Einzelgänger vorhin, hatte ich insgesamt 20 Löwen gesehen! Und auch über die sieben Geparde konnte ich mich wahrlich auch nicht beklagen. Ja wenn das am Ende mal kein grosses Glück war, welches wir da in unseren lediglich vier Tagen hatten!

Safari: Was ist eigentlich morgen so an Sichtungen zu erwarten?

Privat-Chauffeur: "Ich fürchte nicht viel. Wahrscheinlich so wie an unserem ersten Tag im Auob-Tal. Du erinnerst dich?

Safari: "Du meinst den Tag, an dem wir kein Katzenöhrchen gesehen haben?"

Privat-Chauffeur: "Ja, genau den. Vielleicht sehen wir nochmals Giraffen oder ein paar Erdmännchen. Und mit ganz viel Glück eventuell sogar nochmal einer deiner Löwen in der Ferne."

Safari: "Okay. Ich habe verstanden. Aber nach gestern und heute würde ich sagen, wir nehmen einfach mit was kommt."

Privat-Chauffeur: "Was würdest du denn gerne noch sehen, wenn du dir was wünschen dürftest?"

Safari: "Ich? Ich würde mir wünschen nochmal einer Löwin ganz tief in die Augen schauen! Und du?"

Privat-Chauffeur: "So einen Leoparden auf einem Baum fände ich zum Abschluss nicht schlecht."

Safari: "Gib mir einen Leoparden und ich jag ihn für dich auf einen Baum!"

Privat-Chauffeur: "Ha! Das will ich sehen!"



Der Cheeseburger schmeckte im Übrigen ausgezeichnet. Nur die Bedienung wirkte auf mich leicht irritiert und nervös. Gut, dies mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass sie vermutlich zum ersten Mal einer Löwin ihr Fressen serviert hatte.

Müde und satt gingen wir gegen 21:30 Uhr zurück zur Campsite und kletterten dort ein letztes Mal in unser Dachzelt. Und obwohl, wie auf solchen engen Campsites üblich, noch lange hier und da ein unnatürliches Geräusch von den anderen Campern zu hören war, schlief mein Privat-Reiseleiter dank der leicht schrägen Stellung des Dachzeltes ohne Nackenschmerzen doch recht bald ein. Und auch ich kuschelte mich zusammen und fing an von meinen zwei Jungs und unserem gemeinsamen Rudel in der Namib zu träumen, bevor auch mir müde die Augen zufielen. =-.-=

Teil 4120. Juli 2026

Kapitel 36: Löwen garantiert!
(Montag, 23.03.2026)

Irgendwann vor Sonnenaufgang wurden wir von den ersten Vögeln und auch den ersten Camp-Nachbarn geweckt, welche möglichst leise sangen oder viel zu laut zusammenpackten. Oder vielleicht war es auch umgekehrt. Egal.
Da ich mich nicht an die vergangene Nacht erinnern konnte, mussten wir gut geschlafen haben, so dass wir gut erholt in unseren Fahrtag mit eingebauter Pirschfahrt starten konnten. Denn heute mussten wir ja spätestens zur Mittagszeit wieder zurück nach Namibia, so dass wir die restlichen 266 km nach "Lapa Lange" noch im Tageslicht schaffen würden.
Ähnlich wie unsere Nachbarn, versuchten wir auch so leise wie möglich unsere sieben Sachen und das Dachzelt zusammenzupacken. Und bis auf das Abschalten der Alarmanalage und das brummende Motorengeräusch unseres Hilux, schafften wir das auch ganz passabel, so dass wir ein paar Minuten vor Sonnenaufgang zum Rezeptions- und Zollgebäude vorfahren konnten.
Ich blieb wie fast immer im Wagen und passte auf unsere Sachen auf, während mein Privat-Chauffeur sich in die Warteschlange vor dem Wärterhäuschen einreihte. Und während ich es mir in der Fahrerkabine schon einmal gemütlich machte, hörte ich mit einem Ohr den Konversationen in der Warteschlange zu.

Neben dem üblichen Small-Talk über das Wetter, wurden hier im Kgalagadi Transfrontier Park natürlich auch die letzten Sichtungen besprochen. Und da wir ja erst gestern aus dem Gebiet um "Nossob" kamen, konnte mein Privat-Chauffeur natürlich von unseren tollen Löwen-Sichtungen erzählen. Wenn auch gut gemeint, so waren diese Erzählungen für eine der wartenden Besucherinnen, ich nenne sie jetzt mal "Helen", wie Salz auf eine offene Wunde, denn sie sagte daraufhin:

Helen: "I would be so happy to see a lion. Haven't seen one in four days!"

Privat-Chauffeur: "Well... One lion, I can guarantee you!"

Okay, das war mein Stichwort.
Ich fing mir also schon mal an mein Fell zu putzen, während mein Privat-Chauffeur mit seinem Blick in die Zukunft und der darin garantiert vorkommenden Löwen-Sichtung die Frau anlächelte, welche ihrerseits natürlich erst einmal völlig irritiert war. Und ein anderer Parkbesucher, welcher wohl meinte, dass mein Privat-Chauffeur das wohl nur ironisch gemeint haben könnte, setzte sogar noch einen obendrauf.

Park-Visitor: "I will not leave this park before I have seen a leopard!"

Naja, ich hoffe er hatte noch mindestens 4 Wochen im Park vor sich...

Als sich dann die Warteschlange in Bewegung setzte, konnte mein Privat-Chauffeur unseren Laufzettel dann auch schon recht bald in Empfang nehmen. Und natürlich kam er danach gleich darauf zu mir und bat mich höflichst "Helen" zu seiner versprochenen Löwen-Sichtung zu verhelfen. Und da ich das sehr gerne tue, ließ ich mich dann auch nicht zweimal bitten. Nach einem weiteren Informations-Verarbeitungs-Moment hat "Helen" sich dann aber gefreut, gelacht und uns viel Sichtungs-Glück gewünscht. 😄

Zur Belohnung für meine gute Tat, dürfte ich dann noch auf einer Oryx-Antilope reiten. =^.^=



Um 6:40 Uhr verliessen wir dann "Twee Rivieren" und fuhren geradewegs zur Wasserstelle "Samevloeiing".



Dort sahen wir zwar keine grösseren Tiere, dennoch ging es dort zu wie in einem Taubenschlag.




Ich glaube in diesem Moment habe ich mir gewünscht, dass sich mein Privat-Chauffeur auch mal verfährt und einfach dem Nossob-Tal weiter folgt. Aber diesen Gefallen tat er mir natürlich nicht und fuhr das Stück zurück zur Kreuzung und dann die Auob-Strasse hinauf in die Dünen. Und wie erwartet sahen wir, ausser ganz viel natürlicher Fauna, erst einmal nichts.
Und hinter der nächsten Düne,... wieder nichts.

Aber wenn schon nicht auf die Vierbeiner verlass ist, so zumindest auf die flugfähigen Bewohner. Denn nur eine Düne weiter sahen wir einen dunklen Punkt auf der Strasse stehen. Dieser dunkle Punkt entpuppte sich beim näher kommen zur Weißflügeltrappe / Northern Black Korhaan. Für mich ein schönes Erfolgserlebnis, da ich doch tatsächlich seine Art bestimmen konnte!




Seinen grossen Bruder, die Riesentrappe, erkannte ich hingegen auch schon ohne Nachschlagewerk. 🙂



Weniger Erfolg hatte ich jedoch mit diesem Vogel, der am Himmel seine Kreise zog.


(Danke Konni für die Bestimmung dieses Schwarzbrust-Schlangenadlers!)

Und diesen vielleicht noch jungen Lannerfalken...





,sowie diesen Singhabicht...




... hätte ich ohne meine SSSuSS (Safaris-Singhabicht-Steppenbussard-und-Schlangenadler-Sammlung) nicht bestimmen können.

Und wie KTP-Kenner am nächsten Foto gut erkennen können, war dies auch schon die ganze Foto-Ausbeute bis "Auchterlonie".



Danach steigerte sich unser Sichtungs-Glück jedoch merklich, denn hinter "Gemsbokplein" rief mein Privat-Chauffeur plötzlich völlig entzückt zu mir.

Privat-Chauffeur: "Oh, schau mal! Wir haben Glück! Ich kann eine Giraffe sehen!"



Was der Gute jedoch übersah, waren die zunächst vier...





... und dann die gefühlt komplette Giraffenpopulation des südlichen Auob, welche wie wandelnde Türme durchs Tal zogen.




Irgendwie auffällig in der Gruppe war die eine Giraffe ganz rechts, welche ein deutlich dunkleres Muster als die anderen hatte. Hier lies ich mich durch meinen Privat-Fotografen belehren, dass dies wohl einer Mähne bei Löwen entspräche. Okay, das nehme ich jetzt, nicht hinterfragt, einfach mal so hin.



Mit dem Blick noch in der Ferne, hätten wir dabei fast die Erdmännchen-Familie übersehen, welche sich unweit der Strasse zum Abschied der Namib-Löwen-Königin, also meiner Wenigkeit, aufgestellt hatten.





Das war echt süß von euch!

Als nächstes Wasserloch lag dann "Rooibrak" auf unserem Weg. Mal sehen, ob uns dort auch was Schönes erwartete.

Teil 4223. Juli 2026

Kapitel 37: Löwinnen unter sich

Die Wasserstelle "Rooibrak", welche wir uns nun näherten, markierte schon die Hälfte der Strecke nach "Mata Mata". Und mit noch nicht einmal zwei von den geplanten sechs Stunden auf Pirschfahrt, waren wir noch mehr als nur gut in der Zeit.

Schon aus der Ferne sahen wir die strahlend weisse Karosserie eines anderen Fahrzeuges in der Nähe des Wasserlochs stehen. Und da es nur ein Auto war und nicht mehrere, rechnete ich mit einer weiteren Raubvogel- oder Eulen-Sichtung. Und ich vermute, dass mein Privat-Chauffeur eine ähnliche Meinung hatte wie ich, als er sagte:

Privat-Chauffeur: "Schau mal dort vorne. Da steht ein Auto! Der sieht bestimmt irgendwas in einem der Bäume."

Safari: "Vergiss die Bäume! ICH SEHE ÖHRCHEN!"

Jawohl! Öhrchen!



Und zwar ein paar Löwinnen-Öhrchen, welche sich im Schatten des grossen Baumes neben der Wasserstelle gerade noch über der Grashalmkante gegen den vom Sonnenlicht hell beleuchteten Hintergrund abhoben!



Hallo, Schwester "Livi"!
Du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich freue dich hier zu sehen! =^.^=



Wir standen also am talseitigen Rand des Weges, ich schon im Genuss jeden Momentes mit meiner Schwester und mein Privat-Fotograf schon fleissig am Fotografieren, als der andere Parkbesucher mit seinem Wagen zu uns rüberfuhr.

Freundlich begrüssten wir uns und tauschten uns kurz über unsere anderen Sichtungen aus, welche aber bisher in keinster Weise spannender waren, als diese Löwin hier am Wasserloch. Schon wieder meinen Blick zu "Livi" schwenkend, hörte ich ihn dies noch bestätigen, dass diese zwei Löwinnen bisher auch seine beste Sichtung an diesem Morgen waren.

Moment... Sagte er eben ZWEI?!!

Unsere Gesichter müssen ausgesehen haben wie das von dem Erdmännchen aus dem letzten Kapitel, als er uns die zweite Löwin zeigte, welche zwischen den Bäumen auf der anderen Strassenseite lag. Mit vielleicht zwei Katzensprüngen lag sie quasi direkt neben der Strasse und hätte mir einmal längs über den Rücken lecken können, wenn sie dies gewollt und sich entsprechend angeschlichen hätte.

Stattdessen leckte sie aber lieber tiefenentspannt und zufrieden ihre Pfoten. =^.^=




Safari:
"Sei gegrüsst! Meine Schwester im Herzen!"

"Ich bin 'Safari', eine Wüsten-Löwen-Königin aus der Namib zu Besuch hier bei euch in der Kalahari."




Safari: "Darf ich bitte bitte ein wenig mit euch hier abhängen?"



Safari: "Und ist es okay, wenn ich "Amy" zu dir sage?"



Ich bin mir sicher! Das zweifache Naselecken kann man zweifelslos als zweifaches "Ja" interpretieren. =^.^=

Oh, wie war ich Glücklich! Endlich war ich nicht nur eine Löwin, sondern auch Teil eines Löwinnen-Rudels geworden!




Privat-Fotograf: "Ich habe da mal eine Frage an die Löwen-Expertin. Ist die Löwin dort drüben eventuell schwanger oder einfach nur vollgefressen?"

Safari: "Ich würde sagen, so zufrieden wie 'Amy' hechelt... ähm... lächelt, hoffe ich ja stark auf beides!"




Und obwohl "Amy" vermutlich allen Grund gehabt hätte in den Löwen-Energiesparmodus zu wechseln, war sie mir zuliebe sehr wachsam und beobachtete ihre Umgebung genau.




Safari: "Ich weiss zwar nicht was du siehst, aber deine Zähne sehen jedenfalls noch tip-top aus, 'Amy'!"



Safari: "Oh! Und darf ich dich noch um einen Gefallen bitten? Schau mir doch mal bitte ganz tief in die Augen, ja?!"




Safari: "Danke" =^.^=

Amy war wahrlich eine Königin unter uns Löwen, dass spürte ich sofort. Denn nur wahre Königinnen können sich, so wie sie, Sphinx-Like auf den Boden legen und dabei noch wie eine von Gott berufene Monarchin aussehen.




Und wie bei jeder vornehmen Katze, steht natürlich die Fellpflege an erster Stelle.




Danach sagte sie mir aber auch ganz deutlich, dass sie sich für mich nun genug in Pose geworfen hatte.
Und nein, mit so einer starken Löwin wie ihr, wollte selbst ich mich nicht anlegen.



Also doch eine Runde Energiespar-Modus...




Privat-Fotograf: "Puh! Noch ein paar Fotos mehr und ich kann ein photogrammetrisches 3D-Modell von ihr machen."

Safari: "Wie viele Fotos hast du denn bisher von ihr gemacht?"

Privat-Fotograf: "Moment... lass mich nachsehen... fast 200 Stück!"

Während wir in der Löwen-Energiespar-Pause so nebenbei ein paar Kekse knabberten und eine Limo tranken, wie andere Leute im Kino, kam der eine Tourist oder die andere Parkbesucherin vorbei, lies sich von uns die Löwen-Sichtung erklären, machten ein Foto und fuhren weiter. So standen wir am Strassenrand, schon seit einer guten Stunde, und genossen einfach die Atmosphäre der Anwesenheit meiner Artverwandten.

Bis "Amy" wieder wach wurde, sich aufrichtete und meinen Privat-Fotografen ein schönes Seiten-Portrait für unsere Foto-Sammlung machen ließ.




Aber irgendetwas hatte sie auch bemerkt oder gesehen...

Privat-Fotograf: "Hey Safari. Schau mal zu der anderen Löwin hinüber. Warum liegt sie so flach wie eine Flunder auf dem Boden?"

Safari: "Wie? Was?... WAAAAS!!!"



Safari: "DIE IST IM JAGD-MODUS!!!!!"

*Safari folgt wie gespannt dem Blick von der am Wasserloch auf der Lauer liegenden 'Livi'*

Safari:
"Sie sieht was! Aber was?"

"Mist! Ich kann nichts sehen! Das Auto vor uns ist im Weg!"

Privat-Fotograf: "Ich sehe auch nichts. Soll ich ein Stück vorfahren?

Safari:
"SPINNST DU?!! BLOS NICHT!!!"
"Damit würden wir 'Livi's Jagdpläne zunichte machen!"

"Was immer auch da kommt. Es will bestimmt zur Wasserstelle!"

Und alles, was zur Wasserstelle wollte, musste auch automatisch an Livi vorbei...



Insofern war es strategisch das Beste sich ganz still zu verhalten und die Luft anzuhalten.
Und auch wenn die sechs Sekunden sich wie eine halbe Ewigkeit anfühlten, so mussten wir doch nicht lange warten, bis...

Safari: "Ist es ein Springbock? Ist es ein Gnu? Ist es ein Oryx?"

Privat-Fotograf: "Oh! Ich glaube da kommt was."

Safari: "Es ist eine..."

Privat-Fotograf: "Es ist ein..."

Safari und Privat-Fotograf zusammen:

"!!!!! ICH - GLAUB - ES - NICHT !!!!!!"

🤩 =O.O= 🤩 =O.O= 🤩 =O.O= 🤩 =O.O= 🤩

Teil 4325. Juli 2026

Kapitel 38: Die unglaubliche "Ich-glaube-es-nicht"-Sichtung

Anmerkung des Chronisten:
Ich möchte vor den nächsten Zeilen darauf hinweisen, dass Safari von ganzen Herzen und mit ganzer Seele sich als Löwin fühlt und sieht. Und ich bitte jeden es ihr nachzusehen, wenn sie selbstverständlich für ihre Seelenschwestern Partei ergreift und gleich... ich nenne es jetzt mal... sehr drastische Ausdrucksweisen verwendet.
Diese hier gleich verwendeten Wörter und Ansichten spiegeln nicht die Ansichten des Chronisten wider. Vielmehr wurde ich von Safari gezwungen das folgende Erlebnis genauso aufzuschreiben.


Safari: "Was sagst du da? Habe ich das etwa richtig gehört? Du bist nicht auf der Seite von Livi, Amy und mir?! Das ist Hochverrat an der Krone!!!"

Wo waren wir stehen geblieben? Achja...

Safari und Privat-Fotograf zusammen:

"!!!!! ICH - GLAUB - ES - NICHT !!!!!!"

Privat-Fotograf: "EIN LEOPARD!"

Safari: "EINE LEOPARDIN!"



Privat-Fotograf: "Woher willst du so schnell wissen, dass er eine sie und sie nicht ein er ist?"

Safari: "Das erkennt man doch an der Figur! Und jetzt mache Fotos! Das glaubt uns Zuhause sonst keiner!"



Ich denke es ist mehr als verständlich, dass nicht nur ich, sondern auch mein Privat-Fotograf mit vielem, aber gewiss nicht mit einer Leopardin gerechnet hatten.

Und wie sie durch das Tal stolzierte!
So als ob sie die Königin der Kalahari wäre!

Welch ein Hochverrat!!!

Da sträubt sich mir mein Fell aber sowas von!

Oh, ich weiss ganz genau, welches Spiel du hier spielst Mieze!
Du willst meinen Schwestern wohl die Show stehlen, wie?!

So nach dem Motto:
"Seht alle her! Hier kommt die Hauptattraktion!"

Aber nicht mit uns!

Das wirst du gleich noch sowas von bereuen, meine hinterhältige, hübsche und hochnäsige Hochstaplerin!!



Safari: "Na pass bloss auf meine Liebe, dass du nicht gleich ein paar deiner Punkte verlierst!"

Privat-Fotograf: "Das sind Rosetten. Wann lernst du das endlich? Und hör bitte auf mich die ganze Zeit mit deinem Schwanz zu schlagen!"

Safari:
"Sag mal kapierst du gerade gar nichts?! Ich jage gleich mit meinen beiden Schwestern diese Leopardin!"

"Also sag das, wenn dann nicht mir, sondern meinem Schwanz! Und jetzt schweig! Und hör auf mich abzulenken!"

"Konzentrier dich lieber auf das, wofür ich dich mitgenommen habe!"

Privat-Fotograf-Kamera: *_Klack_*


Immer noch nichts davon ahnend, dass sie gerade von drei Löwinnen ins Visier genommen wurde, tapste die Leopardin zielstrebig auf die Wasserstelle zu. Immer weiter in Richtung der Falle welche Schwester "Livi" ihr gestellt hatte...
Und während der Puls der Rosetten-Mieze vermutlich noch recht gechillt war, pochte mir nur so das Herz in meinem Kopf! Zu sagen, ich wäre auf 180, wäre noch die Untertreibung des Jahrhunderts.

Privat-Fotograf-Kamera: *_Klack_*


Safari: "Kommt ruhig noch ein Stückchen näher und du wirst gleich dein goldenes Wunder erleben!"

Privat-Fotograf-Kamera: *_Klack_*


Safari: "Halt dich bereit! Gleich fliegen die Fetzen!"

Privat-Fotograf-Kamera: *_Klack_*

Safari: "Livi hat den Angriff gestartet!!!"

Privat-Fotograf-Kamera: *_Klack_*

Safari: "Sie nimmt Fahrt auf!"

Privat-Fotograf-Kamera: *_Klack_*

Safari: "WAS?!? DU KÄTZCHEN WILLST ZU MIR?!!"

Privat-Fotograf-Kamera: *_Klack_*

Safari: "NA LOS! KOMM HER UND ICH ZEIGE DIR DASS ICH AUCH AN FÜNF ENDEN BEWAFFNET BIN!!!"

Privat-Fotograf-Kamera: *_Klack_*

Safari: "Los Livi! Ein Sprung noch und du hast sie!"

Privat-Fotograf-Kamera: *_Klack_*

Safari: "NACH LINKS! Sie weicht nach links aus!!!"

Privat-Fotograf-Kamera: *_Klack_*

Safari: "Bleib dran, Livi!"

Privat-Fotograf-Kamera: *_Klack_*

Safari:
"Amy! Jetzt du!"

Privat-Fotograf-Kamera: *_Klack_*

Safari: "Schneide ihr den Weg ab!"

Privat-Fotograf-Kamera: *_Klack_*

Safari: "Mist! Das blöde Auto! Ich sehe sie nicht mehr! Wo ist sie ihn???"

Privat-Fotograf-Kamera: *_Klack_*


Safari: "NEIN!!! Das Flitzchen hat's den Vögeln nachgemacht!"

Was so viel bedeutete, dass die Leopardin auf einen Baum bis ganz nach oben geklettert war. Dort wo normalerweise nur die Vögel auf den dünnen Zweigen sitzen.

Und auch wenn die Jagd leider erfolglos geblieben war, so machte ich meinen Schwestern keinen Vorwurf. Sie hatten wahrlich alles gegeben die Leopardin zu erwischen. Aber dieses Büsi war eben auch ein schnelles Kätzchen.



Trotzdem hatten wir der Mieze gezeigt, wer hier die Königinnen der Kalahari sind!

Nämlich die mächtige "Amy"...



... die athletische "Livi"...



... und die erste Namib-Wüsten-Löwen-Königin von Sossusvlei und Sesriem!

=^.^=

Teil 4425. Juli 2026

Kapitel 39: Heldin wider Willen

Während der Puls aller Anwesenden so langsam wieder nach unten ging, hatte "Livi" noch eine genial fiese Idee. Zwar war die Leopardin durch ihre Pranken gehüpft, aber eine Geheimwaffe hatte sie trotzdem noch, um der Kletter-Katze zu zeigen, wer hier der Boss war.



Privat-Fotograf: "Was macht denn die eine Löwin da? Warum sitzt die so komisch?"

Safari: "Sie mobbt."

Privat-Fotograf: "Bitte was macht sie?!?"

Safari: "'Livi' mobbt die Leopardin, welche über ihr auf ihrem Baum gefangen ist."

Privat-Fotograf: "Häh? Verstehe ich nicht."

Safari: "Ist auch besser so. Um das zu verstehen, bräuchtest du sowieso so eine Nase wie 'Livi' oder ich."



Mit meinen beiden Löwinnen-Schwestern, die sich inzwischen im Schatten erholten, und der Leopardin, die hoch oben in ihrem Baum festsaß, war erst einmal eine Patt-Situation entstanden. Wir kamen nicht zu ihr hoch und sie konnte nicht herunter, ohne wieder an uns vorbeizumüssen. So hatten wir in aller Ruhe die Zeit anhand der gemachten Fotos die Jagd zu analysieren.

Safari: "Zeig mal deine Fotos. Ich hoffe doch schwer sie sind auch was geworden!"

Privat-Fotograf: "Ja..., leider nicht alle sind was geworden. Aber ein paar gute sollten trotzdem mit dabei sein."

*Privat-Fotograf wechselt auf seiner Kamera zum ersten Bild zurück*

Privat-Fotograf: "Hier ist das erste Foto, bevor die Jagd losging."



Safari: "Ja, da sieht die Gute noch ganz entspannt aus. Da hatte die Möchtegern-Königin der Kalahari wirklich noch keine Ahnung, dass nicht nur ein paar Parkbesucher, sondern auch drei Löwinnen sie in diesem Moment schon ins Visier genommen haben!"

Privat-Fotograf: "Drei Löwinnen? Zählst du dich etwa mit?!"

Safari: "Ja, logisch! Ich habe ja auch mitgemacht! Zeig mal das nächste Foto!"



Safari: "Oh! Sehr schön! Da sieht man richtig gut, welchen Schreck ihr 'Livi' mit ihrem Angriff eingejagt hat! Und schau in welche Richtung die Leopardin ersten Schreckensmoment lossprintet. Das war mit Sicherheit 'Livi's Strategie sie zu mir zu treiben!"



Safari: "Hmm... Öhrchen nach hinten, verengte Pupillen... Ich würde sagen jetzt setzt bei der Guten so langsam das Adrenalin ein. Würde mich nicht wundern, wenn sie sich auch ins Fell gemacht hat."

Privat-Fotograf: "Ich glaube das würde in diesem Moment jedem passieren, wenn ein 150kg Kampf-Katzen-Monster auf einen zugestürmt kommt..."



Safari: "Siehst du! Ich habe dir doch gesagt gleich fliegen die Fetzen! Also die Gras-Fetzen natürlich."



Safari: "Oh ja! Das war genau der Augenblick, wo sie mir in die Augen schaut und merkt, dass sie direkt auf mich zu rennt!"

Privat-Fotograf: "Wie war das? Du bist an fünf Enden bewaffnet? Wolltest du sie mit deinen Plüsch-Pfoten zu Tode knuddeln, oder was?"

Safari: "Ein selbstsicherer Auftritt ist alles, worauf es ankommt! Sieh ihr doch ins Gesicht! Da steht die pure Panik geschrieben! Das heißt, sie hat mir geglaubt! Und das ist alles was zählt!"

Privat-Fotograf: "Ich glaube ja eher, sie hatte Angst vor der riesigen Löwin, welche hinter ihr herrannte. Schau dir mal das nächste Bild an!"



Safari: "Ja, da hätte 'Livi' die Rosetten-Mieze fast gehabt!"



Safari: "Wie heisst das bei euch Menschen so passend? Sie hat die Füsse in die Hände genommen? Also bei ihr dann, die Pfoten in ihre Pfoten... oder so ähnlich..."



Safari: "Boah! Schau dir diese Bilder an!"



Safari: "Schau sie dir an und merke dir, welche Entschlossenheit und Kraft jeder Löwin innewohnt!"



Safari:
"Einfach grandios, wie 'Livi' da abhebt und über den Boden fliegt!"

"Schade, dass wir kein Video davon haben."

*Privat-Fotograf schaut Safari entgeistert an*

Privat-Fotograf: "Vielleicht doch! Wenn die Zündung an war... Ja sie war an!"

Safari: "Wie? Du meist wir haben die Jagd auf Dashcam?"

Privat-Fotograf: "Ja! Haben wir!"

*Privat-Fotograf schaut sich das Dashcam-Video auf dem Mini-Bildschirm an*

(Link zum Dashcam-Video)

Privat-Fotograf: "Safari? Du bist dir wirklich ganz sicher, dass du ein Teil der Jagdgruppe warst und der Leopardin den Weg versperrt und sie nach links abgelenkt hast?"

Safari: "Ja. Wieso fragst du?"

Privat-Fotograf: "Weil mir gerade etwas sehr Interessantes auffällt..."

Safari: "Und das wäre?"

*Privat-Fotograf schaut noch einmal auf das Video und spult ein kleines Stück zurück*

Privat-Fotograf:
"Nun...
...Ich weiss du würdest sowas nie zugeben...
...aber du hast mit deinem Einsatz der Leopardin tatsächlich das Leben gerettet!"

Safari: "WAS?!?"

Privat-Fotograf:
"Ja wirklich! Das hast du!"

"Denn hätte die Leopardin ihren Kurs auf unser Auto gehalten, wäre sie genau in die Pranken der anderen Löwin gelaufen."

Safari: "Sie wäre in Amy´s Pranken gerannt? Und ich habe das verhindert? Das darf nicht sein! ZEIG HER!"

*Safari schaut sich das Dashcam-Video an*

Safari:
"Du hast Recht..."

"...sowas würde ich nie zugeben!"

Teil 4528. Juli 2026

Kapitel 40: Wie bestellt! Einmal Leopard auf Baum bitte!

Nachdem wir nun also offiziell festgestellt hatten, dass ich zwar an der Jagd beteiligt gewesen war, aber am Ende wohl doch Livi's genialen Plan unabsichtlich durchkreuzt hatte, konnten wir uns als nächstes auf die Suche nach der Leopardin machen. Hierzu fuhren zu dem anderen Wagen direkt vor uns vor, in welchem ein junges Pärchen aus Deutschland ihr Glück über diese einmalige Sichtung, genauso wie wir auch, kaum glauben konnten. Im etwas Stolz zeigte mein Privat-Fotograf noch sein sensationelles Foto mit "Livi" wo sie die Leopardin jagt, bevor wir freundlich nachfragten, wo die Leopardin denn nun eigentlich genau abgeblieben war. Mit der Beschreibung "ganz oben auf dem Baum" hatte ich ja schon gerechnet. Das Problem war nur, welcher Baum? Denn die Rosetten-Mieze war mit ihrer Fellmusterung verdammt gut getarnt.




Von dort oben hatte die Gute zwar bestimmt eine gute Aussicht, Gemütlich war diese aber gewiss nicht. Immer wieder kletterte sie ganz vorsichtig Stück für Stück tiefer, um auf den tieferen dickeren Ästen besseren Halt zu finden.




Nach gut einer Viertelstunde hatte sie sich schließlich Stück für Stück bis auf halbe Höhe heruntergearbeitet.





Safari: "Bitteschön, mein Herr Tier-Fotograf. Einmal, wie gewünscht, ein Leopard auf einem Baum."

Privat-Fotograf: "Ich kann es immer noch nicht fassen! Wahnsinn! Echt der Wahnsinn!"



Auf der Hälfte der Höhe angekommen, wurde die Rosetten-Mieze dann vorsichtig und kontrollierte erst einmal den Boden in der näheren Umgebung.



Ich glaube, was sie dort unten entdeckte, gefiel zwar mir, ihr dagegen überhaupt nicht, denn Schwester "Livi" und Schwester "Amy" lagen nur zwei Katzensprünge von ihrem Baum entfernt. Diese Erkenntnis bewegte die Leopardin sogar wieder dazu, zur Sicherheit wieder ein Stück hinauf, in den Sichtschutz der Blätter zu klettern, von wo sie ab dann faktisch nicht mehr zu sehen war.




Während meine beiden Seelen-Schwestern alle Zeit der Welt hatten zu warten, lief uns leider langsam aber stetig die Zeit davon. Immerhin hatten wir noch 325 km und einen Grenzübertritt vor uns. Von daher gab es noch ein allerletztes Abschiedsfoto, bevor wir uns auf den Weg machten.



Wirklich weit kamen wir aber erstmal nicht, denn es hatte sich mittlerweile eine gute Fahtzeug-Schlange rund um die Raubkatzen-Sichtung gebildet, an welcher wir uns erst einmal vorbeidrücken mussten. Dies gab uns aber auch nochmals die Gelegenheit, von dieser wirklich einmaligen Sichtung zu erzählen und unser sensationelles "Livi-Jagd-Foto" zu zeigen. Aber das Beste war, dass ausnahmslos alle zwar meine Schwestern aber nicht die Leopardin gesehen hatten! Hier zahlte es sich für die kommunikativeren Parkbesucher mal wieder aus sich ausgetauscht zu haben. Denn nur so konnten wir ihnen erklären, in welcher Baumkrone sie nach der perfekt getarnten Rosetten-Mieze suchen mussten.
Letztendlich mussten wir dann aber den Weg für das drängelnde Fahrzeug hinter und frei geben und weiterfahren.

Unser nächster Stopp war an der Picknick-Site bei "Kamqua", wo wir für eine kurze Blasendruckablasspause anhielten und einige der frühstückenden Parkgäste darauf aufmerksam machten, dass gleich am nächsten Wasserloch zwei Löwinnen eine Leopardin auf einem Baum gefangen halten. Ich glaube ich habe daraufhin noch nie jemanden so schnell zusammenpacken sehen. =^.^=

Ebenso dankbar waren aber auch alle anderen Parkbesucher, welche uns auf der Strecke nach "Mata Mata" entgegen kamen und welchen wir von unserer unglaublichen Sichtung erzählen konnten. Aber der Kgalagadi Transfrontier Park wäre bestimmt nicht der KTP, wenn es zum Abschied nicht noch Federvieh zu sehen gegeben hätte! Irgendwo auf Höhe von "Dalkeith" bekamen wir von einem anderen Touristen, nach diesen Kameraden gezeigt.



(Konni sagt es ist ein Fleckenuhu / Spotted eagle-owl)

Diesmal war es ein... ich gebe es auf! Ein Uhu vielleicht? Oder eine fleckige Eule? Auf jeden Fall ein Vogel mit Federn!

Kurz vor Mittag erreichten wir dann das Camp Mata Mata. Dort durfte ich beim letzten Tor dann auch noch meine Kletterkünste unter Beweis stellen. =^.^=



Nach einer kurzen Runde im Shop und an der Tankstelle, machten wir dann noch einen allerletzten Abstecher am dortigen Wasserloch, wo wir dann die nächste unglaubliche Begegnung hatten!



Meine Jagd auf die Leopardin hatte sich nämlich schon im Park herumgesprochen! Denn ich wurde von einer Frau auf dem Campingplatz gleich erkannt und angesprochen, ob ich nicht ihren Freunden von diesem einmaligen Erlebnis aus erster Kralle berichten könnte. Ja wer glaubt es denn! Ich wurde tatsächlich ein wenig berühmt!

Ja, da staunt ihr, ihr... Afrikamittelreiher!



Auch wenn wir eigentlich in Eile waren, aber so viel Zeit für eine kurze Erzählung und ein paar Fotos musste natürlich sein.

Aber dann hiess es endgültig Abschied nehmen.

Auf Wiedersehen Kgalagadi Transfrontier Park! Dein königlicher Empfang hat die erste Namib-Wüsten-Löwen-Königin von Sossusvlei und Sesriem zutiefst geehrt!



Die Wiedereinreise nach Namibia gestaltete sich dann eigentlich problemlos. Hier die Reisepassnummer ausfüllen, oder das Fahrzeugkennzeichen eintragen und noch die Fragen nach Namen und Geschlecht beantworten und schon war der Papierkram erledigt. Und wie bei allen anderen auch, mussten nur alle Schuhe und die Reifen unseres Toyotas desinfiziert werden. Meine Pfoten blieben vor der Prozedur zum Glück verschont, denn in die Brühe hätte ich die niemals freiwillig eingetaucht!

Teil 4602. Aug. 2026

Kapitel 41: Safari, die Königin

Zurück in meines Herzens Heimatland stand uns nun eine längere Fahrt zur nächsten Lodge vor uns. Und immer noch voll erfüllt von all den schönen Erlebnissen, war ich wieder voller Energie! Ja, ich hätte vor lauter Freude wieder sowas von Brüllen können!

Brüllen!
Da gab es doch eine Lösung!

Safari:
"Chauffeur!"

"Spiel mein Lied!"

"Spiel das Lied der Löwinnen!"

Privat-Chauffeur:
"Oh nein! Nicht noch einmal! Das kannst du mir nicht antun! Wir haben 3.5 Stunden Fahrt vor uns!"

Safari:
"Und ob ich das kann! Ich bin schließlich eine Königin!"

"Außerdem schuldest du mir auch noch was für den Leoparden, den ich dir auf den Baum gejagt habe!"





"Das Lied der Löwinnen" / "Roar of the lionesses"

"Safari Version II"

Feel the energy rise, as faint starlight fills the night.
In the heart of our pride united side by side.
Raise your voices high and let our anthem ring out.
With the roar of the lionesses hear the whole world shout!

Ohhhhooo…Ohhhhooohhh…!!!

Under the sunlight, new wonders revealed!
Our hearts blazing with courage, refusing to yield.
Safari commands the pride, giving cuddles with might!
Silvia drives fearless behind, her heart brimming with pride.

Luisa anchors the basecamp, a fortress standing strong.
Amy and Livi are relentless, hunting all day long.
Every mile of ground covered, each second we fight!
We rise as one pride, with destiny in sight.

Oh, we are the lionesses, hear our roar!
From Namibia to the world, we'll soar!
With love and unity, we lift our paws up high.
In destiny’s embrace, we'll never say die.

Ohhhhooo…Ohhhhooohhh…!!!

Even when cornered, we never lose heart or the fight.
Silke strikes true, with the power to set things right.
Ute steps up to the path with nerves made of steel.
Andrea leaps forth, making her victory real.

As our pride erupts in joy, the whole nation quakes.
Our roars boom like thunder, as history awakes.
Waving tails with fur of gold, united we stand!
On this epic journey, we walk in our land!

Oh, we are the lionesses, hear our roar!
From Namibia to the world, we'll soar!
With love and unity, we lift our paws up high.
In destiny’s embrace, we'll never say die.

For every lioness who paved the way.
We honour your legacy, come what may.
With dreams ignited and hearts burning bright.
We carry your spirit forward, ever ready to fight!

In the story of lionesses, you've etched your name.
Inspiring generations to strive for the same.

Raise your voices loud and strong, let our anthem ring.
The lionesses' spirit fuels the joy that we sing.
We stand together now, this moment we claim.
Forever united in campfire's flame!

Our roar lives on, in harmony and grace.
With honour won, we all proudly embrace!




Die Fahrt über die perfekt präparierte C15 fühlte sich an als würde man auf Wolken schweben. Und obwohl mir mit der Vorbefahrt an der "Kalahari Game Lodge" und an der "Farm Tranendal" mit der "Red Dune Campsite" klar wurde, dass wir uns nun endgültig auf dem Rückweg befanden, schwebte ich in meinem Glück ebenso in den Wolken. Hätte mir noch vor vier Tagen jemand gesagt, dass ich gemeinsam mit zwei meiner Schwestern eine Leopardin auf einen Baum jagen würde, ich hätte ihn für völlig verrückt erklärt. Aber da genau dies an diesem Morgen passiert war, büllte... ich meine... sang ich mein Lied umso inbrüstiger!

So vergingen die Nachmittagsstunden ohne das ich es gross bemerkt hätte, vorbei an "Gochas" auf die C18 bis kurz vor "Witbooisvlei". Dort durfte ich dann nämlich ein weiteres Tierschild in meine Sammlung aufnehmen. 🙂



Weiter ging es auf der M29 in Richtung "Mariental", wo wir nach einer weiteren halben Stunde Fahrt schon um 16:45 Uhr unsere letzte Unterkunft auf dieser Reise erreichten.



Die Lodge "Lapa Lange" hatte uns unsere Reise-Agentin "Steffi" empfohlen. Zum einen, weil die Lodge, wie von meinem Privat-Reiseleiter für die letzte Nacht gefordert, feste Unterkünfte hatte und verkehrstechnisch günstig zwischen "Windhoek" und dem KTP lag. Und zum anderen, weil man hier auch noch Aktivitäten buchen konnte, wie z.B. den "Bushman Walk".

Wie schon fast auf einer Gäste-Farm, wurden wir auch hier erst einmal schwanzwedelnd von der lieben Lodge-Hündin begrüsst, bevor uns dann "Luisa" an der Rezeption freundlich in Empfang nahm. Und wie es sich schnell herausstellte, waren wir schon wieder die einzigen Gäste! Da fühlte man sich doch gleich wieder wie eine Königin mit eigenem Hofstaat!

Von daher war es auch überhaupt kein Problem, dass mein halb verhungerter Privat-Chauffeur einen belegten Toast bestellen und eine erfrischende Runde im Pool drehen konnte. Und das auf einer Gartenanalage, die auf mich eigentlich schon fast viel zu grün wirkte, um hierher zu passen.




Ich hingegen kühlte mich erst einmal dösend in unserem Zimmer ein wenig ab, bevor ich dann auf unserer eigenen Terrasse den See bestaunte und unsere Wäsche bewachte.





Dabei entdeckte ich sogar noch ein Vogel, welcher für mich mal wieder nicht näher identifizierbar war.


(Konni sage es ist ein Kammblässhuhn / Red-knobbed Coot)

Pünktlich zum Sonnenuntergang trafen mein Privat-Reiseleiter und ich zum Abendessen ein. Und wir wurden von "Luisa" sogar tatsächlich vor die Wahl gestellt, ob wir gerne Wildfleisch probieren, oder doch lieber ein klassisches Hähnchen haben möchten.
Ein möglichst breit gezogenes Grinsen meinerseits, bei dem meine scharfen Beisserchen auch nur ganz kurz aufblitzten, machte ziemlich deutlich, dass diese Frage eigentlich überflüssig gewesen war. =^.^=



Dieser kleine Schwerz war dann auch der perfekte Türöffner, um "Luisa" für mein Fotobuch zu begeistern und es ihr als Nachtlektüre auszuleihen und mitzugeben. Wir haben sogar kurz darüber gesprochen mein Fotobuch von 2024 zum Selbstkostenpreis für den kleinen Lodge-Souvenir-Shop dazulassen. Aber solche in Europa produzierte Einzelstücke sind hier in Namibia leider viel zu teuer.



Das Abendessen selbst war im Grossen und Ganzen wie überall in Namibia sehr lecker. Zumindest bis auf das Wildfleischsteak. Vermutlich war der Koch der Meinung gewesen, dass eine zähe Wüstenlöwin auch ein entsprechend zähes Steak zu schätzen weiß.



Absolut vollgefressen rollten wir fast über den grünen Rasen zu unserem Zimmer. Und während ich mich schon einmal in meinem Teil des Bettes breit machte, verwendete mein Privat-Reiseleiter den anderen Teil für die Sortierung unserer Reiseutensilien. Mit anderen Worten, es wurde unsere Reisetasche gepackt und für den morgigen Rückflug vorbereitet.

Irgendwie bekam ich dadurch jetzt schon "Heimweh"...

Morgen würde die Reise zu Ende gehen. Aber zumindest Heute Abend gehörte mein Herz noch ganz Namibia.

Teil 4706. Aug. 2026

Kapitel 42: Wenn ein Jäger Jäger besucht, wird gejagt!
(Dienstag, 24.03.2026)

Ich denke, ein besseres Zeichen für einen erholsamen Schlaf hätte es kaum geben können, denn wir blieben tatsächlich bis fast zum Sonnenaufgang im Bett liegen. Und da mein Privat-Reiseleiter ja schon alles am letzten Abend für den heutigen Tag vorbereitet hatte, mussten wir auch gar nicht viel tun. Sprich, ich musste gar nichts tun und mein Privat-Fotograf musste sich nur frisch machen, anziehen und seine Kamera richten.

Wie am Vorabend mit "Luisa" verabredet, waren wir dann auch pünktlich um 7:00 Uhr an der Rezeption der Lapa Lange Lodge und wurden dort schon von unserem Guide "Martin" erwartet. Mein Privat-Reiseleiter hatte nämlich über Steffi von Namibia Click and Travel für uns an diesem Morgen einen "Bushman Walk" gebucht.
Zu Fuss ging es von der Lodge aus in den Busch, wo dann auch schon nach ein oder zwei Geparden-Sprint-Distanzen drei Männer von dem Volke der San vor ihrem "Busch-Fernseher" auf uns warteten.



Als frühere Kongurrentin um Wild und Nahrung, waren die Drei zunächst wohl etwas irritiert, nicht nur einen Touristen, sondern auch eine Löwin zu Besuch zu haben. Und die sprachliche Barriere, welche nur durch unseren Guide "Martin" überwunden werden konnte, half auch nicht gerade dabei sofort allerbeste Freunde zu werden.



Dafür merkte man gleich, dass die drei San Profis waren, indem was sie taten. Nicht nur das sie wussten, was man alles mit einem Termitenhügel anstellen kann, auch die Buschzeitung wussten sie gekonnt zu lesen. Anders als mein Privat-Fotograf, der selbst nach der pantomimischen Darstellung des zu den Fussspuren passenden Tieres mehr als nur einmal völlig daneben lag. Wobei auch ich gestehen muss, dass ich als optische, akustische und olfaktorische Jägerin jetzt auch nicht jede Tierspur auf Anhieb erkannt hätte.



Nach den Tierspurlesen stand dann als nächstes das Feuermachen auf dem Tour-Programm. Auch hier waren die drei San gut vorbereitet und hatten im Vorfeld schon allerlei brennbares wie kleine Zweige und getrockneten Mist zusammengesammelt. Nur das Anzünden mit dem Feuerbohrer war dann echte Männerarbeit, an welcher sich mein Privat-Fotograf auf Nachfrage auch ein Stück beteiligen durfte. Nicht nur wegen seiner Ungeschicktheit, hielt ich lieber etwas mehr Sicherheitsabstand, denn ich wollte mein Schicksal nicht herausfordern und mir wohlmöglich noch ein paar Brandflecken im Fell zuziehen.



Am Ende der Tour bekamen wir dann noch die Gelegenheit das selbstgemachte Armband der Tochter meines Privat-Reiseleiters zu verschenken und eines der handgemachten Armbänder der San für eben jene Tochter zu erwerben. Wer möchte kann sich folgendes Foto mal näher ansehen und raten, welches Armband von der Tochter ist. Sollte, anders als ich im Köcherbaumwald, auch nicht allzu schwer zu finden sein. =^.^=



Nach ungefähr einer Stunde liefen dann wieder zurück zur Lodge, wo wir auch schon "Luisa" zum Frühstück erwartet wurden. Sie hatte sich am Vorabend und an diesem Morgen tatsächlich mit grosser Freude unser Fotobuch von unserer Namibia-Reise 2024 angesehen und war gleichzeitig etwas traurig nicht genügend Zeit gehabt zu haben meinen Reisebericht darin zu lesen. Als dann mein Privat-Fotograf auch ihr anbot den Reisebericht digital zu kopieren, bekam er von ihr eine so freudige Umarmung, welche einer Löwin mehr als würdig gewesen wäre. =^.^=

Nach dem Frühstück und einer kleinen Ruhepause auf unserem Zimmer ging es dann wieder zur Rezeption. Auch diesmal wurden wir wieder von "Martin" abgeholt und zu einem dieser typischen Touristen-Sichtungs-Landcruiser gebracht. Eigentlich hätten wir als Gäste hinten auf einem der offenen Sitzbänke platznehmen sollen. Dort fühlte sich mein Privat-Fotograf dann aber zu alleine und zu hoch positioniert, so dass er fragte, ob wir uns auch auf dem Beifahrersitz setzen durften. Das war für "Martin" natürlich kein Problem und sowieso auch viel besser, da wir uns nun mit ihm auf der Fahrt über das was nun kommen würde unterhalten konnten.

Eigentlich besteht die auf der Lapa Lange Lodge angebotene Aktivität "Cheetah Encounter" darin, dass man mit dem Fahrzeug in das grosse Gehege der Geparden fährt und diese dann vom Fahrzeug aus beobachten und fotografieren kann, während die Geparden gefüttert werden. Und viel mehr hatten wir von dieser angebotenen Aktivität eigentlich auch nicht erwartet.

Unser Guide hatte da aber ganz andere Vorstellungen... Aber erst einmal der Reihe nach.

Als wir ins Gehege fuhren, hatten die beiden Geparde schon ihr Fressen bekommen und waren schon fleissig am mampfen.




Wie "Martin" erklärte, waren die beiden Geparde Geschwister. Einmal "Malo" die Gepardin, welche in der Sonne direkt hinter dem Zaun an ihrem Leckerbissen nagte.




Und einmal "Chucky", der seine Mahlzeit lieber im Schatten eines Busches zu sich nahm.

Nachdem "Martin" ausgestiegen und den Gemütszustand seiner beiden Zöglinge kontrolliert hatte, hatten er und mein Privat-Fotograf abgesprochen, dass "Martin" mit der Zweit-Kamera auch ein paar Aufnahmen machen sollte.

So wie zum Beispiel dieses Foto hier, von "Malo".



Die war nach ihrer Mahlzeit so entspannt, dass sie einfach mal aufstand und sich noch zu ihrem fressenden Bruder "Chucky" in den Schatten legte.




Auf diese Gelegenheit hatte der Singhabicht, welcher schon die ganze Zeit auf dem Zaun saß nur gewartet!




Damit hätten wir es eigentlich belassen sollen. Aber "Martin" hatte mich im Fahrzeug nicht vergessen und kam auf die glorreiche Idee mich auch seinen beiden Zöglingen vorzustellen...

...und das war KEINE GUTE IDEE!

Ich bescheinige unserem Guide gerne, dass er weiss wie man mit Geparden umgeht. Aber von dem würdevollen Umgang mit Plüschlöwinnen hatte er absolut sowas von gar keine Ahnung!

So trägt man doch keine Löwen-Königin!



Safari:
"Und du, Chucky! Hör sofort auf, mich so anzustarren!"

"Ich bin eine Löwin! Kein Katzenspielzeug!"



Und dann kam der Moment, an welchem ich mir gewünscht hätte, eine richtige und echte Löwin zu sein. Denn dieser böse Geparden-Kater hat es tatsächlich gewagt mir IN DEN SCHWANZ ZU BEISSEN!

Safari:
"AUA!"
"LASS LOS!"
"Oder...
...ich hole meine SCHWESTERN!!!"

Zu meinem Glück konnte mich "Martin" aus "Chuckys" Griff befreien und mich sicher wieder zurück zum Fahrzeug bringen.

Trotzdem hatte ich den Schock meines Lebens!

Und nur dank meines Privat-Fotografen, welcher mich behutsam gestreichelt und getröstet hat, konnte ich mich ganz langsam wieder erholen.

War also meine Intuition also schon im KTP bei den drei Geparden absolut richtig gewesen! Erstens, dass mir Punkte nicht stehen. Und zweitens, dass ich mit Geparden-Kater definitiv nicht kompatibel bin. Aber auf mich hört ja mal wieder keiner!

Teil 4808. Aug. 2026

Kapitel 43: Namibia weint!

Tja und dann hieß es Abschied nehmen von unserer letzten Unterkunft. Und mit dem bevorstehenden Abflug am Abend, machten wir uns zeitig auf den Weg.



Zuerst ging es auf der M29 nach Mariental, wo ich noch einen "Hungry Lion"-Burgerladen entdeckte.



Da aber nur unser Hilux Hunger nach etwas Diesel hatte, fuhren wir dort nur um die Ecke zur nächsten Tankstelle. Und dies war dann auch gleich der richtige Ort, um den Luftdruck der Reifen wieder für die Teerstrasse auf 2.0 bar zu erhöhen.

Ab Mariental ging es dann nur noch nach Norden. Entlang der B1 immer diesen komischen Funktürmen folgend.



Und je weiter wir nach Norden kamen, umso bedrohlicher wurde diese riesige Unwetterwolke vor uns.



Ja, bis es dann schliesslich vor Rehoboth so sehr Wildhunde und Grosskatzen regnete, so dass sogar an einer Stelle die Strasse unter Wasser stand!



Man hätte gerade meinen können, dass ganz Namibia darüber trauert, dass die erste Namib-Wüsten-Löwen-Königin von Sossusvlei und Sesriem das Land verlassen muss...

In Rehoboth haben wir uns an der Tankstelle dann noch ein original "Schnitzelbrötchen" als Mittagessen gekauft. Das war nochmal ganz witzig, weil mein Privat-Chauffeur der Einzige im Laden war, der dieses Wort korrekt aussprechen konnte. =^.^=

Da aber schon die nächste grosse Regen heranzog, mussten wir noch ungefähr 40km weiter fahren, bis wir für eine Pause genügend Abstand zu den umherziehenden Regenwolken hatten.




Als wir uns schliesslich Windhoek näherten, ging dann plötzlich alles drunter und drüber. Eigentlich wollten wir, wie beim letzten mal, zur Autowasch-Station beim Eros-Center, neben Joe's Bierhaus. Aber dann verpasste mein Privat-Chauffeur die Autobahn-Auffahrt und musste vor der Polizeikontrolle wenden. Und dann nahm er, in der Annahme schon auf der A1 zu sein, auf dem Zubringer noch die falsche Spur, welche ihn in Richtung Flughafen leitete. Leicht frustriert über so viel Missgeschick, fuhr er die nächste Ausfahrt einfach raus und plante den längeren Weg durch die Stadt zu nehmen. Ja und dann sah er die Shell-Station neben der Autobahn beim Truckport und fuhr dorthin.

Gut volltanken mussten wir sowieso. Und durch einen Anruf bei "Safari Car Rental" konnte dann auch schnell geklärt werden, dass wir unser Auto nicht noch extra waschen mussten. Das hatte ja schon der mächtige Regen auf dem Weg hierher bestens erledigt.

Mit keinen weiteren Erledigungen auf unserer To-Do-Liste vor der Auto-Rückgabe, konnten wir uns also den Weg durch Windhoek komplett sparen und fuhren gleich zu "Safari Car Rental an der B6.

Dort kamen wir dann auch nach 3661 gefahrenen Kilometern um kurz nach 14:30 Uhr an und wurden sogleich von Rike begrüsst. Sogleich fing mein Privat-Chauffeur an von der unglaublichen Sichtung der jagenden Löwin im Dead Vlei zu erzählen, um eine weitere Gläubige für meine Sammlung zu bekommen. Aber Ober-Löwin Rike roch den Braten sofort, dass ich da wohl meine Pfötchen mit im Spiel hatte. Und auch "Pro", der uns vor 15 Tagen den Hilux übergeben hatte, erkannte mich auf dem Kamera-Bildschirm sofort. Nur ein weiterer herbeigerufener Kollege, hat das Beweisfoto der jagenden Löwin im Dead Vlei einfach mal so als Tatsache hingenommen. Und das obwohl ich direkt vor seiner Nase saß! =^.^=



Ohne Schäden oder sonstigen Problemen, war die Autorückgabe nur Formsache. Und wie schon bei der letzten Reise, wollte ich die Shuttle-Fahrt zum Flughafen so lange wie möglich hinauszögern und lieber unter dem Vordach in Ruhe noch die frische Luft genießen. Ich war sogar so ruhig, so dass ich sogar noch einen allerletzten gefiederten Besuch bekam. Und zwar von...
...Moment..., wie heisst du?

Königswitwe?!!

Echt jetzt?!

Ich hoffe dies ist kein unheilvolles Zeichen meiner vorzeitigen Entkrönung oder so...



(Königswitwe / Shaft Tailed Wydah)

Aber irgendwann wollten die Mitarbeiter von Rike dann doch mal in den Feierabend und so mussten wir für mein Gefühl viel zu früh zum Flughafen gebracht werden. Immerhin durfte ich wieder vorne sitzen.



Gegen 16:30 Uhr waren wir dann am "Hosea Kutako Airport" und verbrachten erst einmal einige Zeit auf dem angenehmeren unklimatisierten Vorplatz und beobachteten die vorbeikommenden Leute. Wobei ich auch glaube, dass die anwesenden Leute im Gegenzug auch ganz genau mich beobachteten...



Bis dann mein Privat-Reiseleiter auf die Idee kam, doch schon mal vorzeitig das Hauptgepäck abzugeben. Im Nachhinein eine sehr gute Idee, da unser Hauptgepäck mit 23.9 kg stolze 400g zu schwer war und das obwohl er schon seine alten Lederschuhe bei "Safari Car Rental" als Spende zurückgelassen hatte. Da hat wohl doch jemand zu viele Souvenirs gekauft...

Da die Waage aber unnachgiebig war, musste ein weiteres Kameraobjektiv aus der Tasche zu mir in den Rucksack umgepackt werden, was bei dem schon auf den letzten Kubikzentimeter genutzen Stauraum einige Zeit in Anspruch nahm.
Dadurch gestresst hatten wir unseren ursprünglichen Plan total vergessen und sind dann gleich durch die Sicherheits-Kontrollen zum Gate gelaufen. =-.-=

Dort standen wir nun am fast überfüllten Gate und fragten uns, wie wir nun die nächsten zwei Stunden verbringen sollten, bis eine ältere Dame auf mich aufmerksam wurde. Die Gute hieß "Christiane" und war mir sofort sympathisch! Und dass obwohl ich von ihrer Muttersprache kein Wort verstehe, denn sie kam aus Frankreich! Wir unterhielten uns über Gott und die Welt und sie genoss es auch sichtlich in meinem Namibia-Fotobuch zu blättern und sich durch die Fotos an eigene Reisemomente zu erinnern. Und auch sie hätte mir das Buch direkt aus der Pfote für ihre Enkelin abgekauft, wenn es nicht so teuer gewesen wäre. Und der dort Abgebildete Kudu-Kadaver war jetzt vielleicht auch nichts für zartbesaitete Enkelinnen.

So vergingen die zwei Stunden am Ende dann doch wie im Flug, was man von dem eigentlichen Flug der darauf folgte leider nicht behaupten konnte. Mit der gleichen Platzwahl wie auf dem Hinflug, hatte mein Privat-Reiseleiter diesmal ziemlich Pech. Denn genau in seiner Dreierreihe saßen die wohl drei grössten und kräftigsten Männer der ganzen Economy-Klasse. Da hatte am Ende sogar ich mehr Platz im Handgepäckfach!
Hinzu kam dann noch die böse Klimaanlage! Die war nämlich so kalt eingestellt, so dass mein Privat-Reiseleiter am Ende sogar seine Winterjacke angezogen hat!



Ohne Schlaf, kamen wir dann am nächsten Tag relativ pünktlich um 5:40 Uhr in Frankfurt an und waren froh uns wieder etwas entfalten und bewegen zu können. Routiniert holten wir unsere Reisetasche ab, gingen unkontrolliert durch den Zoll und standen dann eine S-Bahn-Station weiter wieder vor unserem Auto, wo unsere Reise vor zwei Wochen begonnen hatte.

Ich sage es euch. Ich fühlte mich noch nie so fehl am Platz wie hier!



Aber das Allerschlimmste war...



... SCHNEE!

Ich will wieder zurück!

Zurück nach Namibia!
Zurück in die Namib!
Zurück in mein Königreich!




Dorthin, wo ich das Herz Namibias umarmen durfte!



Dorthin, wo ich als erste Namib-Wüsten-Löwen-Königin von Sossusvlei und Sesriem nicht nur Steinböcke, sondern auch Touristen gejagt habe!



Dorthin, wo es die schönsten Sonnenuntergänge gibt, die man sich vorstellen kann!



Dorthin, wo man Abends, umgeben von Wildnis, am Lagerfeuer leckere Steaks grilliert!



Dorthin, wo man des Nachts nicht einschlafen möchte, weil die tausend Sterne über einem einfach nur so wunderbar schön sind!



Dorthin, wo ich mich als Löwin perfekt tarnen und verstecken kann!



Dorthin, wo noch jeder gerne jedem hilft, egal ob man eine Plüschlöwin, Chinesin, irischer Physiotherapeuth oder Privat-Chauffeur ist!



Dorthin, wo sich die Elemente der Natur begegnen und einen immer wieder aufs Neue ins ehrfürchtige Stauen versetzten!



Dorthin, wo ich sogar von Erdmännchen geknuddelt werde!



Dorthin, wo meine Seelenschwestern und -brüdern in der Kalahari wild und frei sind!




Dorthin zurück, wo ich mein Herz gelassen habe...


Und bis dahin wird hoffentlich gut auf mein Königreich aufgepasst!

Safari
=^.^=

"Safari", Löwinnen überall! von Black Lion

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/306871-safari-loewinnen-ueberall

Stand: letzter Berichtsteil vom 08. Aug. 2026

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