← Zurück zum Bericht

Reisebericht · namibia-forum.ch

Simbabwe 2025 - Ein Reisebericht

von Akane · Sept. – Okt. 2025 · 26 Tage · Selbstfahrer · 41 Teile

Über diesen Reisebericht

Wir fahren im September und Oktober 2025 als Selbstfahrer von Johannesburg quer durch Simbabwe und über den Tuli Block zurück, vier Wochen im Dachzelt und als Selbstversorger. Simbabwe ist wenig bereist, und genau das prägt die Reise: In Gonarezhou stehen wir auf Exclusive Campsites hoch über dem Fluss, ohne Infrastruktur und ohne andere Fahrzeuge — die Chilojo Cliffs im Abendlicht gehören zu den Bildern, die bleiben.

Den meisten Raum bekommt Chitake Springs. Dort gibt es keinen Zaun und kein Camp, nur die Quelle, an der sich alles trifft. Wir sitzen am Fig Tree und warten, ein Rudel lauert an der Quelle, einen Büffelriss verpassen wir, weil wir gerade Kaffee kochen — und nachts brüllen Löwen direkt neben dem Zelt. In Mana Pools sind es Long Pool und der Elefantenbulle Boswell, der sich auf die Hinterbeine stellt, um an die Akazienschoten zu kommen. Die Wild Dogs bekommen wir nicht zu sehen.

Dazu Great Zimbabwe, die Felsenlandschaft von Matobo und zum Schluss zwei Nächte im Tuli Block. Wer ähnlich fahren will, sollte wissen: Die Exclusive Campsites in Gonarezhou und an den Chitake Springs haben nichts — kein Wasser, keine Toilette, keinen Zaun. Man muss alles mitbringen und damit umgehen können, dass nachts Tiere durchs Camp gehen. Es ist unser erster Reisebericht, geschrieben Monate nach der Reise.

Teil 131. März 2026

Unsere Simbabwe-Reise liegt nun schon mehrere Monate zurück, und wie so oft fehlte im Alltag nach Reiseende die Zeit, die Eindrücke (und Fotos) der Reise zu verarbeiten. Das versuchen wir nun mit unserem ersten Reisebericht nachzuholen und festzuhalten.

Wir sind Martin und Natascha aus München. Afrika haben wir erst in unseren frühen Corona-Jahren für uns entdeckt. Aus Mangel an anderen Reise-Alternativen ging es klassisch mit einer Namibia-Reise los, gefolgt von Südafrika, Uganda/Tansania, Botswana und nun Simbabwe in den Folgejahren. Wir sind gerne als Selbstfahrer und Camper unterwegs, haben wegen FOMO meist etwas zu viel im Programm, und schmeißen in der Planung auch gerne mal was um. Martin ist bei uns der designierte Fahrer und Foto-Verantwortliche, ich schaue gern aus dem Fenster, kümmere mich aber auch um die Planung.

Nun aber zu Simbabwe!

Es ist Januar 2025, und wir sind frisch zurück von unserer China-Reise, als wir auf Youtube bei einem Video vom Safari Expert über Simbabwe hängen bleiben. Relativ schnell formt sich der Gedanke, den nächsten Afrika Urlaub dort verbringen zu wollen. Wir beginnen mit der Recherche und planen eine ca. 3-wöchige Reise für September 2025. Einige Wochen später haben wir Flüge und ein Fahrzeug gebucht, eine Route erstellt und die Unterkünfte für die großen Stops gebucht.


Nach einigen Abwägungen beschließen wir, von München nach Johannesburg und Retour zu fliegen. Eine Woche vor Abflug wird unsere planmäßige Umstiegszeit in Paris CDG auf unter 1 Stunde gekürzt, was wir zum Anlass nehmen, den Flug kurzerhand zu stornieren und stattdessen mit Qatar Airways über Doha zu fliegen. Rückblickend ein Glücksfall, da Paris CDG genau an unserem Abreisetag vom Cyberangriff auf einen IT Dienstleister betroffen war.

Unterwegs waren wir mit dem HilCAM von Bushlore. Den HilCAM hätten wir eigentlich nicht ausgesucht, da er auf 4 Personen ausgelegt ist, es ist jedoch der einzige Bushcamper, der für unsere Daten verfügbar ist. Das Fahrzeug erweist sich als perfekt für uns - das Raumgefühl mit ausgeklappten Zelten ist großartig, und die Perspektive aus dem Seitenzelt erlaubt es, quasi auf Augenhöhe mit den Tieren zu sein.

Unsere geplante Route haben wir größtenteils beibehalten, aber es gab die ein oder andere Verschiebung an einigen Tagen. Mit Ausnahme der ersten Nacht in Johannesburg und dem Serolo Safari Camp am Ende der Reise sind wir komplett als Camper und Selbstversorger unterwegs, und würden das genau so wieder machen!

Zum Start ein Überblick über unsere Route. Vic Falls ist nennenswerterweise kein Bestandteil der Reise - dort waren wir im Vorjahr als Tagesausflug von Kasane.
Tag 0 Anreise München - Johannesburg
Tag 1 Ankunft Johannesburg
Tag 2 Übernahme Mietwagen und Fahrt zur Zvakanaka Campsite
Tag 3 Grenzübertritt Beitbridge, Fahrt nach Gonarezhou oder Stop in Chiredzi
Tag 4 Gonarezhou Chipinda Pools
Tag 5 Gonarezhou Chilojo Cliffs
Tag 6 Gonarezhou Chilojo Cliffs
Tag 7 Gonarezhou Hlaro
Tag 8 Transit Tag Gonarezhou - Great Zimbabwe. Übernachtung Clevers Lakeside Resort and Conference
Tag 9 Great Zimbabwe, Weiterfahrt Richtung Mana Pools. Übernachtung bei Chinhoyi
Tag 10 Mana Pools Nyamepi
Tag 11 Mana Pools Old BBC
Tag 12 Mana Pools Old BBC
Tag 13 Mana Pools Nyamepi
Tag 14 Chitake Springs Baobab Campsite
Tag 15 Chitake Springs Chitake 2 Campsite
Tag 16 Chitake Springs Chitake 2 Campsite
Tag 17 Transit Tag Mana Pools in Richtung Matopos. Übernachtung im Antelope Park
Tag 18 Matopos NP
Tag 19 The Farmhouse Matopos World's view
Tag 20 Grenzübertritt nach Botswana. Übernachtung Limpopo River Lodge
Tag 21 Serolo Safari Camp
Tag 22 Serolo Safari Camp
Tag 23 Grenzübertritt Südafrika, Übernachtung Matamba Bushcamp
Tag 24 Rückfahrt nach Johannesburg, Mietwagenübergabe und Heimflug nach München

Teil 231. März 2026

Etappe 1: Ankunft in Johannesburg, Fahrzeugübernahme und Fahrt in Richtung Grenze

Wir landen morgens in Johannesburg und haben einen freien Tag zur Verfügung, weil unser Fahrzeug erst am nächsten Tag verfügbar ist. Wir haben für den Tag kein Programm geplant und verbringen den Tag im Hotel und der angrenzenden Mall.

Am nächsten Morgen werden wir von Bushlore abgeholt und sind die ersten Kunden für die Fahrzeugübernahme. Die Übernahme ist leider so la la. Die Elektronik des Fahrzeugs wird uns falsch erklärt, das Auto ist nicht vollgetankt, und wie wir später feststellen, ist die zweite Batterie leergefressen, weil der Kühlschrank auf -17 Grad eingestellt war und die Batterie das nicht gut verkraftet hat. Wir verfrachten unser Gepäck im Auto und lassen die Koffer bis zur Rückgabe bei Bushlore, und machen uns auf den Weg.

Als nächster Programmpunkt steht Einkaufen an. Wir steuern einen Super Spar an, werden dort mit der Auswahl aber nicht glücklich und machen einen Umweg zu Checkers Hyper. Fürs nächste Mal merken wir uns, einfach direkt zu Checkers zu fahren - das ist einfach der beste Supermarkt.

Dann sind wir auch schon auf dem Weg in Richtung Norden. Unser Ziel ist die Zvakanaka Farm, wo wir die erste Nacht auf einer der Campsites verbringen werden. Die gut 400km gestalten sich schwieriger als gedacht wegen eines absoluten Anfängerfehlers: wir haben kein Bargeld dabei, zumindest keine Rand. Nachdem wir die ersten Mautstationen problemlos passieren konnten, geht es plötzlich nicht weiter. Die Betreiber stellen ihre Zahlungsmodalitäten um, ausländische Kreditkarten werden aktuell nicht akzeptiert. Not macht kreativ: beim ersten Mal tauschen wir mit einem anderen Reisenden den Mautbetrag in ZAR gegen USD. An der nächsten Station kommen wir mit USD durch, fahren dann aber doch lieber mal ab und ziehen Geld aus dem Automaten. Lektion gelernt: die Beträge für die Rückfahrt haben wir sogar mit einkalkuliert 😎

Insgesamt brauchen wir für die Strecke deutlich länger als gedacht und kommen bei Einbruch der Dunkelheit auf der Campsite an. Dass wir öfter ein bisschen trödelig unterwegs sind, sieht uns ähnlich, fürs nächste Mal nehmen wir uns aber vor, zeitiger loszukommen und uns besser vorzubereiten.

Auf der Campsite brennt schon ein Feuer, wir machen ein einfaches Essen und lassen den Abend ausklingen.

Am nächsten Morgen sehen wir erst, wo wir überhaupt gelandet sind. Die Campsite in Zvakanaka ist wirklich wunderschön, und eine absolute Empfehlung. Wir haben uns Sam's ausgesucht, und nach ausgiebiger Inspektion der anderen Sites landet diese im Ranking auf der 1. Die Campsites sind super ausgestattet und schön angelegt, und noch dazu sind die Betreiber wirklich nett.
Wir machen uns in Ruhe fertig, genießen einen Kaffee, und verquatschen uns dann noch mit den Besitzern, die uns empfehlen, auf jeden Fall nochmal Vorräte nachzukaufen.

Mit unserer morgendlichen Trödelei und dem erneuten supply run starten wir relativ spät in unsere zweite Etappe, was sich im weiteren Verlauf des Tages rächen wird.


Teil 331. März 2026

Etappe 2: Beitbridge und das Social Media Dilemma

Auf dem Plan für heute steht der Grenzübergang nach Simbabwe. Obwohl Beitbridge berüchtigt ist, sind wir hoffnungsvoll (und naiv), dass wir gut durchkommen werden und hoffen, dass wir am selben Tag noch nach Gonarezhou kommen. Unsere Camps sind zwar erst für den Folgetag gebucht, wir spekulieren aber auf einen walk-in. Dass daraus überhaupt nichts wird, ahnen wir noch nicht. Auch nicht, dass wir dem Endgegner schon bei Schritt 2 begegnen.

PXL_20250923_094437321(1).jpg

Nun ja, wir haben uns bemüht, vorab alles gut vorzubereiten. Ausgestattet mit E-Tip und vorab online ausgefülltem E-Einreiseformular dauert die Immigration bei mir keine 10 Minuten. Läuft. Bis es dann nicht mehr weitergeht. Martin steckt fest. Zunächst denken wir, dass es daran liegt, dass sie seine Online-Zahlung nicht zuordnen können. Tatsächlich ist das System noch so neu, dass sie die Zeitstempel der Zahlung abfragen und dann manuell Listen abgleichen. Doch auch nachdem sie die Zahlung gefunden haben, geht es nicht weiter.

Zum Glück bekommen wir Unterstützung von Cleopatra von Zimtourism, die uns erklärt, was da los ist. Leider leider hat Martin beim Einreiseformular seinen echten Job Titel eingetragen und keine pauschale Berufsbezeichnung. Er arbeitet im Social-Media-Bereich, und wie sich herausstellt, unterscheidet Simbabwe nicht zwischen Medien und Social Media - und schon ist Martin geflagged und erstmal zur Einreise gesperrt. Praxis-Tipp: Trigger-Begriffe wie Media am besten vermeiden 😎

Nachdem wir vermitteln konnten, dass Martin kein Journalist ist, sondern nur im Social Media Marketing arbeitet, wird ein Schreiben aufgesetzt, in dem Martin versichern muss, dass er nicht aus beruflichen Gründen nach Zim einreist und bekommt außerdem eine Wiedereinreisesperre von 90 Tagen. Das hochoffizielle Schreiben - immerhin eine halbe DIN A4 Seite - nimmt eine ganze Stunde in Anspruch, wir sind aber froh, dass es anscheinend eine Lösung gibt.

Oder auch nicht. Das E-Visum in Simbabwe ist zu diesem Zeitpunkt noch so neu, dass wohl nicht alle Fälle systemisch abbildbar sind. Im Vorjahr hatten wir noch ein handgeschriebenes Visum erhalten, nun druckt das System einen QR Code aus, der in den Reisepass geklebt wird. Das neue Problem: trotz Papier-Genehmigung zur Einreise versteht das System nicht, dass es nun den QR Code drucken darf. Anscheinend gibt es noch keine Hintertür für einen Override, und im System erscheint Martin noch immer als gesperrt. Die nächsten 2 Stunden verbringen wir damit, verschiedenen Leuten dabei zuzuschauen, wie sie sich vor dem Computer versammeln und auf den Bildschirm schauen. Ab und zu traut sich jemand, mal eine Taste zu drücken.

Dann plötzlich: ein QR Code kommt raus und wird in Martins Pass geklebt. Aber Moment - der war für einen anderen Reisenden und sie hatten die Pässe verwechselt. 😣

Schließlich schafft es die IT-Mitarbeiterin irgendwann und irgendwie, das System dazu zu bewegen, den richtigen QR Code auszudrucken und in den richtigen Pass zu kleben. Die Immigration ist geschafft.

Der anderen Stationen der Beitbridge Odyssee wie E-Tip, CVG (bei dem nie ganz klar ist, ob man es braucht oder nicht) und Zoll meistern wir dann noch irgendwie, sind aber nach der ganzen Ungewissheit, ob das überhaupt klappt, ganz schön k.o. und haben reichtlich Zeit verloren.

Unsere ursprüngliche Idee, direkt nach Gonarezhou durchzufahren, ist nicht mehr realisierbar, und wir kommen erneut bei Einbruch der Dunkelheit bei unserem Etappenziel in Chiredzi an.

Aus Mangel an Alternativen steuern wir den Hippo Valley Country Club als Campsite an. Wir sind froh, dass wir es geschafft haben, aber meine Güte, was für ein schrecklicher Camping Platz. Es gibt quasi keine Infrastruktur für Camper, sondern einfach eine große Fläche, auf der man stehen kann sowie eine total abgeranzte Gemeinschaftsdusche/Umkleidekabine anstelle von richtigen Ablutions. Aufgeräumt oder gar geputzt wurde das sicher das ganze Jahr noch nicht, und mit Gemeinschaftsdusche meine ich wirklich einen Raum mit Duschen, ohne Kabinen, dafür mit viel Schmutz. Wenn wir eine Alternative hätten, wären wir auf keinen Fall dort geblieben. Alternativlos habe ich den Preis auf 10 USD (immernoch frech für den Zustand) und die Nutzung von richtigen Waschräumen ausgehandelt, die es auch gibt, aber wohl nicht für Camper vorgesehen sind. Diese Adresse können wir in Chiredzi als Zwischenstopp jedenfalls überhaupt nicht empfehlen.

Trotzdem sind wir froh, dass wir es nach Simbabwe geschafft haben und einiges an Strecke zurücklegen konnten. Am nächsten Tag beginnt dann endlich der "richtige" Teil des Urlaubs: wir brechen auf nach Gonarezhou.

Teil 402. Apr. 2026


Etappe 3 - Gonarezhou, Place of Elephants Hyena


Heute geht es endlich nach Gonarezhou! Wegen unserer Grenz-Odyssee sind wir viel zu spät in Chiredzi angekommen und müssen vor der Fahrt in den Nationalpark noch unseren Supply Run bei Mnandi Meats (Empfehlung!) unterbringen und SIM-Karten besorgen. Wir besorgen zwei EcoNet SIM-Karten und jeweils Voucher für Datenvolumen und Telefonminuten. Die Mitarbeitenden helfen uns bei der Einrichtung und erklären uns die etwas gewöhnungsbedürftige Handhabung, insgesamt geht alles schnell und unkompliziert. Wir tanken voll und fahren dann endlich los.

Wir haben für die erste Nacht Chipinda Pools, eine der Developed Campsites, gebucht. Hier gibt es Ablutions und Wasser, aber keinen Standstrom. Für die Einfahrt von Chiredzi bietet sich Chipinda Pools als erster Stop an, wenn man früh dran ist, würde ich aber empfehlen, auf eine der Exclusive Campsites durchzufahren.

Wir bekommen die hinterste Campsite (ich glaube die 9). Es gibt genügend Abstand zu den Nachbarn, und insgesamt ist es eine schöne Campsite mit Blick auf den Runde. Bei unserer Ankunft gibt es im Flussbett schon ein bisschen Action (die am nächsten Tag in einem umgestürzten Baum endet).



Nachmittags fahren wir nochmal los, um die Gegend zu erkunden. Wir haben ehrlicherweise gar nicht so viel zu Gonarezhou recherchiert und fahren ohne viele Anhaltspunkte einfach mal los. Nach einem kurzen Stop am Masasanya Dam fahren wir zum Chivilla Falls View Point. Wir erwischen gerade so das goldene Licht, und der Anblick ist wunderschön. Landschaftlich sind wir jetzt schon total geflasht von diesem Park.



Nach einem kurzen Sundowner Stop finden wir uns wieder auf der Campsite ein, kochen und lassen den Abend im Camp ausklingen.


Nachts werden wir plötzlich von einem lauten Rumpeln geweckt. Ein Blick nach draußen offenbart nächtlichen Besuch von einer - in diesem Moment riesengroß wirkenden - Hyäne. In einem Anflug von Dummheit haben wir nicht nur den Gusseisentopf draußen stehen lassen, sondern auch Wasserkanister, eine Kühlbox und unsere Campingstühle/Tisch draußen stehen lassen. Jede Campsite verfügt über einen überdachten Bereich, der Verstaumöglichkeiten anbietet. Dass man dort am besten keine Sachen verstaut, hätte offensichtlich sein müssen, aber ohne ein paar Rookie-Fehler wäre es ja auch langweilig.

Wir beraten leicht panisch, was wir tun sollen, als die Hyäne mit der Kühlbox über die Campingstühle stolpert und vor Schreck abhaut. Nach einigen Minuten des vorsichtigen Ableuchten des Tatorts trauen wir uns nach draußen, um den Schaden zu begutachten und zu retten, was zu retten ist. Wir haben Glück: die Hyäne hat die Kühlbox nur am Deckel erwischt, welcher sich gelöst hat und die Hyäne aus dem Konzept gebracht hat. Der Inhalt der Box (Gemüse und Getränke) war wohl auch enttäuschend und bleibt unversehrt zurück. Ein Wasserkanister schafft es nicht, und der Deckel der Kühlbox erinnert uns fortan daran, nicht so blöde Sachen zu machen!



Nachts fängt es dann noch an zu regnen. Leider wurde uns der Regenschutz für das Seitenzelt bei der Übernahme auch nicht erklärt, sodass wir uns in das Dachzelt zurückziehen. Was für eine Nacht. Zum Glück können wir uns am nächsten Morgen über die Aufnahmen der Trapcam, die die Action festgehalten hat, amüsieren, bevor wir Chipinda Pools verlassen und unsere nächste Campsite ansteuern.

Teil 502. Apr. 2026

Etappe 4 - Gonarezhou Chilojo Cliffs Exclusive Campsite

Am nächsten Tag brechen wir nach dem Frühstück leicht gerädert von der turbulenten Nacht zu unserem nächsten Ziel auf: Chilojo Cliffs. Wir verbringen die nächsten zwei Nächte auf dieser Exclusive Campsite. Exclusive bedeutet hier: keine Facilities, dafür aber Wildnis pur.

Zu Chilojo Cliffs als Campsite gab es vor unserer Reise fast keine aktuellen Informationen oder Fotos. Ursprünglich gab es zwei Campsites in Chilojo, diese wurden aber wegen der Windverhältnisse geschlossen und sind nun nur noch Picnic Sites. Statt 2 Chilojo Sites gibt es jetzt nur noch eine, die etwas weiter weg ist und eine andere Sicht auf die Cliffs hat. Wir wussten also nicht, was uns erwartet, können diese Campsite aber sehr empfehlen.

Unterwegs zieht das Wetter immer weiter zu, dunkle Wolken bilden sich am Horizont. Wir fahren ein Stück auf der Hauptstraße, wo wir Bateleuren und Löwen begegnen. Nach Verlassen der Hauptstraße auf den Sililijo Loop gibt es wenige Sichtungen, und der Loop wird nach den ersten 5km auch sehr holprig. Aus der Ferne erhaschen wir unseren ersten Blick auf die Cliffs - trotz des schlechten Wetters strahlen sie rot. Insgesamt fällt uns auf, wie scheu die Tiere in diesem Park sind, was sicherlich auch daran liegt, dass es hier keine großen Besuchermassen gibt. Insgesamt begegnen uns unterwegs 2 Fahrzeuge.

DSCF5077.jpg


DSCF5069.jpg

Auf der Campsite angekommen beschließen wir, den Rest des Tages im Camp zu verbringen und die Aussicht zu genießen.


DSCF0292_PanoramaKopie.jpg


Teil 602. Apr. 2026

Unseren Morning Drive am nächsten Tag halten wir kürzer als gedacht. Gonarezhou heißt nicht ohne Grund Place of Elephants - sie sind einfach überall, und nicht immer gut drauf, wenn ein Fahrzeug vorbeikommt. Wir cruisen ein bisschen in Richtung Bopomela Causeway, als wir dort aber nicht weiterkommen, kehren wir zurück zu unserer Campsite und machen erstmal Frühstück.

Es ist immer noch bewölkt, aber zumindest regnet es nicht mehr. Die Temperaturen sind bisher deutlich angenehmer als befürchtet - eigentlich hatten wir uns auf große Hitze eingestellt, es ist immerhin Ende September. Nach dem chaotischen Start sind wir froh, dass wir einen langsamen Tag im Camp einlegen und erst am Nachmittag wieder zu einem Game Drive aufbrechen. Denken wir zumindest, bis langsam ein paar Besucher in unserem Camp eintrudeln.

Die Chilojo Campsite ist von viel Grün umgeben, und in der Mitte steht ein großer Baum mit kleinen gelben Blüten. Meine Botanikkenntnisse sind nicht ausreichend, um den Baum zu benennen, aber wir stellen schnell fest, dass die Elefanten große Fans dieser Blüten sind.
Zunächst haben wir nur einen Besucher, der genüsslich die Blüten vom Boden nimmt, mit der Zeit kommen immer mehr Elefanten direkt aus dem Fluss in unsere Campsite und genießen einen Snack. Wir platzieren uns nah an unserem Fahrzeug und verbringen den ganzen Nachmittag mit diesen wunderschönen Tieren. Schon bald ist der ganze Boden der Campsite mit Swirls verziert, die die Elefanten beim Aufsammeln der Blüten mit ihren Rüsseln hinterlassen. Auch einige andere Besucher lassen sich blicken - wir verzichten heute ganz darauf, nochmal rauszufahren. Mein Herz ist prall gefüllt nach diesem wunderbaren Erlebnis.



Teil 702. Apr. 2026

Etappe 5 - Gonarezhou Hlaro Campsite

Nach 2 entspannten Nächten in Chilojo Cliffs ist es Zeit, weiterzuziehen. Wir planen einen weiteren Stopp auf der anderen Seite des Runde Rivers in Hlaro. Hlaro ist ebenfalls eine der Exclusive Campsites und liegt hinter dem bekannteren Director's Camp, in mindestens genauso guter Lage. Außer einer Longdrop Toilette und einem fantastischen Ausblick gibt es nichts. Mehr braucht es aber auch nicht. Die Campsite ist sehr groß, und man findet eigentlich zu jeder Tageszeit Schatten, muss aber ggf. umparken, um nicht in der prallen Sonne zu stehen. Das Wetter ist am Vorabend aufgeklart, und so können wir die letzten beiden Tage in Gona richtig genießen.

Bevor wir umziehen, machen wir einen Morning Drive und beschließen, die Hauptstraße in Richtung Chipinda Pools zu fahren. Unterwegs treffen wir ein einziges Fahrzeug, jedoch mit dem entscheidenden Tipp: Nashörner im Sililijo Loop, und ein paar Buffalos in Richtung Chipinda. Wir cruisen ein bisschen auf der Hauptstraße, finden die Buffalos aber nicht und biegen dann auf den Sililijo Loop ab. Wir glauben eigentlich nicht so recht daran, die Nashörner tatsächlich zu finden. In Gona gibt es seit relativ kurzem wieder Black und White Rhinos, aber sie sind - wie die meisten Tiere hier - sehr scheu. Umso mehr freuen wir uns, dass wir unterwegs einen Long Tusker sehen.

DSCF5316.jpg

Und dann finden wir sie tatsächlich. Zwei Rhinos auf einer Lichtung. Obwohl wir noch ein ganzes Stück von ihnen entfernt sind, bemerken sie uns sofort und fangen an zu rennen. Wir sehen sie noch eine ganze Weile laufen, bis sie im Gebüsch verschwinden, aber ein ordentliches Foto ist in der Action nicht entstanden. Wir freuen uns riesig, die beiden gesehen zu haben, da wir auf dieser Reise nur an zwei Orten eine Chance auf Rhinos und somit auf die Big 5 haben.

DSCF5323.jpg

Auf der Hlaro Campsite angekommen geben wir unseren Vormietern, einer großen Gruppe aus 5 oder mehr Fahrzeugen, Zeit, die Campsite zu räumen. Die Site ist so groß, dass tatsächlich alle gleichzeitig unterkommen, ohne dass man einander stört. Wir machen erstmal Frühstück und erkunden die Gegend.

Hlaro ist dahingehend eine fantastische Campsite, als dass man einen super Blick auf die Klippen hat, aber auch relativ nah am Flussbett ist und das Geschehen sehr gut beobachten kann.


Nachmittags beschließen wir, noch zum Cliffs Viewpoint hochzufahren - die Entfernungen im Park sind relativ groß, aber diesen Programmpunkt wollen wir unbedingt noch absolvieren. Der Ausblick von oben ist wunderbar, und man bekommt ein ganz anderes Gefühl für Größe, wenn man die Elefanten von oben durchs Flussbett ziehen sieht. Landschaftlich ist dieser Park einfach unbeschreiblich - so vielseitig und einfach wunderschön.



Wir kehren im Abendlicht zurück zur Campsite, und während Martin noch das Auto parkt, springe ich raus und laufe zum Fluss. Gerade in dem Moment unserer Ankunft kreuzt eine riesige Herde Büffel den Runde. Was für ein Timing!

Wir genießen beim Abendessen den Anblick bis zum letzten Moment.

Teil 807. Apr. 2026

Etappe 6 - Unterwegs in Richtung Great Zimbabwe


Unser letzter Morgen in Gonarezhou bricht kurz vor Sonnenaufgang an. Aufwachen im Afrika-Urlaub ist immer ein kleines Mysterium für mich. Man kennt mich nicht als early bird, aber in Afrika hat das frühe Aufwachen eine Leichtigkeit und Natürlichkeit, die ich von zuhause nicht kenne. Nahezu jeden Morgen wachen wir vor Sonnenaufgang ganz von alleine auf, und unser Tagesablauf folgt auch sonst sehr stark der Sonne. Dadurch gehen wir natürlich auch viel früher schlafen, wenn wenn es erstmal dunkel ist, gibt es ja nicht mehr viel zu tun.

An diesem Morgen bin ich aufgeregt und wehmütig zu gleich. Der wunderbare Sonnenaufgang gibt mir einen Energie-Schub, gleichzeitig bin ich traurig, dass wir Gonarezhou heute wieder verlassen. Gerne hätten wir hier mehr Zeit verbracht, vor allem, weil es noch so viel zu entdecken gibt. Mit einem Blick auf unsere Route überlege ich kurz, ob wir eine Nacht dranhängen und irgendwoanders einsparen können. Da wir aber nicht wissen, welche Campsites heute verfügbar sind, und außerdem keine Ahnung haben, welche Straßenverhältnisse uns auf unserer Strecke tatsächlich erwarten, beschließen wir, unserem Plan zu folgen und weiterzuziehen. Da ich mich nicht von diesem Park losreißen kann, kehren wir nach einem kurzen Morning Drive nochmal ins Camp zurück und frühstücken ein bisschen länger als gewöhnlich. Dann ist es aber tatsächlich an der Zeit, aufzubrechen.


Heute steht die Fahrt in Richtung Great Zimbabwe auf dem Plan. Gail von der Zvakanaka Farm und ihr Mann hatten uns am Anfang unserer Reise eine landschaftlich schöne Route empfohlen. Da wir es nicht eilig haben, folgen wir der Empfehlung. In Chiredzi tanken wir nochmal auf. Weil wir wenig Lust haben, mit unserem Kompressor zu hantieren, überlassen wir den Reifendruck den Experten gegenüber der Tankstelle. Der Dollar dafür ist gut investiert, und so machen wir erst am letzten Tag in Zimbabwe Bekanntschaft mit unserem Kompressor.

PXL_20250928_102825169.jpg

Wir entscheiden uns - auf Basis von neueren Reviews - für eine Campsite im Clever's Lakeview Resort and Conferencing Center. Leider können wir die Campsite nicht empfehlen. Wir hatten sicher situatives Pech, aber auch abgesehen davon merkt man, dass das Resort das Konzept von Camping nicht wirklich versteht. Die Anlage des Resorts ansich ist sehr schön, mit einem tollen Seeblick und schönen Gartenanlagen, aber an den Camping-Plätzen merkt man, dass sie eigentlich nicht verstehen, wie Camping funktioniert.

Wir sind die einzigen Camper, aber die Stellplätze sind sehr eng konzipiert und nicht unbedingt für Camper mit Dachzelt geeignet. Die Braai facilities und Feuerstellen sind größtenteils kaputt. Immerhin sind die Ablutions ordentlich - hier gibt es nichts zu bemängeln.

Der Hauptgrund, warum wir das Resort nicht als Campsite empfehlen können, wird aber schon vom Namen der Unterkunft angedeutet "Resort and Conferencing Center". Das Conferencing Center liegt unmittelbar neben der Campsite, und wie der Zufall es wollte, findet am nächsten Tag tatsächlich eine Konferenz statt und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Das ist ansich okay, wenn aber Kleinlaster und Autos direkt an der Campsite vorbeifahren, um Stühle anzuliefern und der Soundcheck lautstark durchgeführt wird, finden wir das nicht angemessen. Als nach 22 Uhr noch immer Stühle hin und her gekarrt werden, spreche ich mit dem Manager on Duty und bitte darum, dass die schweren Fahrzeuge nicht direkt vor unserem Fahrzeug passieren. Er verspricht, dass keine Fahrzeuge mehr durchfahren werden, aber erst nach der 3. Beschwerde ist kurz vor Mitternacht dann wirklich Ruhe.

Auch sonst ist unser Abend irgendwie verkorkst. Wir vertrödeln irgendwie den Nachmittag und beschließen, heute mal auf Gas zu kochen und kein Feuer zu machen. Nachdem wir alles vorbereitet haben, stellen wir jedoch fest, dass kein Gas aus der Gasflasche kommt. Komisch, wir hatten ihn nur einige wenige Male zum Wasserkochen benutzt, und er kann eigentlich unmöglich schon leer sein. Wir greifen zur zweiten Flasche, welche jedoch ungewöhnlich leicht ist. Auch hier kommt kein Gas heraus. Also überlegen wir, welche Alternativen wir haben. Im Restaurant essen? Blöd, weil die Zutaten ja schon kleingeschnitten sind. Feuer machen? Dauert zu lange. Wir erfahren an der Rezeption, dass es in der Nähe eine neue Tankstelle gibt, und obwohl wir ungern im Dunkeln loswollen, machen wir uns auf den Weg und lassen die Flaschen auffüllen. Zurück im Camp: kein Gas. Letztlich stellen wir fest, dass der Kocher-Aufsatz wohl kaputt ist. An unseren Kochfeldern, die wir aus Faulheit heute nicht nutzen wollten, funktioniert alles problemlos.

Ziemlich genervt vom Verlauf des Abends lassen wir uns noch vom Conferencing Center ärgern und gehen dann endlich ins Bett.

Am nächsten Morgen sind wir froh, diese Campsite zu verlassen - denn obwohl wir wirklich früh aufstehen, geht der ganze Conferencing-Trubel direkt wieder weiter. Natürlich findet nicht immer eine Konferenz statt, und so kann die Erfahrung natürlich viel positiver ausfallen - aber die Kombination aus Conferencing und Camping funktioniert einfach nicht, und wir hätten zumindest erwartet, dass sie uns vor dem Check-in vorwarnen, da wir dann sicherlich eine andere Option bevorzugt hätten.


Teil 908. Apr. 2026

Unsere Erfahrung bei Clever's war als Camper nicht die Beste. Ob man vor 6 Uhr morgens schon die Campsite fegen muss, sei dahingestellt, wir sind aber dennoch erleichert, als wir morgens zusammenpacken.

Was war passiert?

Wir erinnern uns, dass bei der Übernahme unseres Autos nicht alles reibungslos lief: das Auto war nicht vollgetankt, uns wurden einige Dinge nicht oder falsch erklärt, und dann war da ja noch der Kühlschrank, der wer weiß wie lange schon viel zu niedrig eingestellt war. Ich frage bei der Übergabe sogar noch, warum das Display des Kühlschranks eine rot blinkende Batterie anzeigt, das sei aber normal und würde sich erübrigen, wenn sich die Batterie beim Fahren auflädt.

Nun war es so, dass wir schon eine Woche ohne Standstrom unterwegs waren - zunächst hatten wir uns nichts dabei gedacht. Wir sind viel gefahren und haben darauf gesetzt, dass sich die Batterie durchs Fahren und/oder Solar auflädt. Das war leider nicht so, und wir bemerkten es erst in Gonarezhou, wo es keinen Strom, keinen Handyempfang, und an einigen Tagen auch wenig Sonne gab. Die Batterie war zu diesem Zeitpunkt schon so geschwächt, dass der Kompressor zum Kühlen zwar ansprang, dann aber nicht genug Energiezufuhr bekam und direkt wieder ausging. Das Ergebnis: der Kühlschrank kühlt nicht.

Nun muss man wissen, dass wir eine schwierige Beziehung zu Camping-Kühlschränken haben. Bei unserer ersten Reise mit Camper in Namibia war unser Kühlschrank einfach kaputt. Zwar konnte der Kühlschrank nach ein paar Tagen getauscht werden, das traurige Bild der geschmolzenen Butter ist aber nicht vergessen. Bei unserem Fahrzeug für die Botswana-Reise war der Kühlschrank auf der Rückbank montiert - praktisch, um dranzukommen. Nicht so praktisch, wenn die Sonne durchs Fenster knallt und der Kühlschrank überfordert ist. Kühlschranksorgen gehören also zum Programm. Auch diesmal macht mich der Kühlschrank fast wahnsinnig. Wie gebannt bleibe ich am Kühlschrank stehen, sobald der Kompressor anspringt und beobachte das Trauerspiel der roten Batterie-Anzeige.

Wir haben von Autos und Elektronik wirklich keine Ahnung und lassen uns von Gemini und ChatGPT mal erklären, was das Problem mit der Batterie sein könnte. Dabei stellen wir fest, dass uns das Elektro-Panel im Auto ziemlich falsch erklärt worden ist. Bei der Übergabe fragen wir explizit, was wofür ist, und bei "Solar" bekommen wir die etwas fragwürdige Antwort, dass dieser Knopf für die Warmwasser-Aufbereitung über Solarstrom sei. Das kommt uns komisch vor, weil wir ja gar keine Dusche haben, aber ahnungslos wie wir sind, verlassen wir uns auf den "Experten". Tja, das war einfach falsch. Ohne den Solar-Button funktoniert nämlich die ganze Geschichte mit dem Solarstrom überhaupt nicht. Gut, dass wir das mal rausgefunden haben.

Zum Glück wirkt die Nacht am Standstrom wunder - die Batterie schafft es, sich zu erholen. Ich werde in den nächsten Tagen dennoch immer einen Moment länger am Kühlschrank verbleiben, wenn der Kompressor anspringt, bis das Vertrauen wiederhergestellt ist.

Bushlore empfiehlt uns, die Batterie dennoch auszutauschen, da wir aber weiterziehen wollen, haben wir darauf nicht so viel Lust und setzen darauf, dass die Batterie es für den Rest der Reise schafft.

Guter Dinge und gespannt auf Great Zimbabwe verlassen wir die Campsite.

Teil 1008. Apr. 2026

Great Zimbabwe

Wir sind früh dran, als wir gegen 8 Uhr auf dem Park Platz von Great Zimbabwe ankommen. Wir zahlen den Eintritt und entscheiden uns für eine geführte Tour. Am Eingang treffen wir unseren Guide, der uns kurz erklärt, was uns die nächsten anderthalb bis zwei Stunden erwarten wird. Er weiß noch nicht, dass die 2 Stunden sehr optimistisch angesetzt waren.

Wir starten mit dem Hill Complex und entscheiden uns für die leichte, neue Route auf dem Weg nach oben. Danach geht es über die Upper Valley Enclosure zum architektonischen Höhepunkt, der Great Enclosure.

Es ist wenig los und wir treffen nur auf eine Hand voll anderer Touristen. Schon beim Aufstieg zum Hill Complex weiß ich: das ist genau mein Ding. Tatsächlich möchte ich jede Abzweigung erkunden, und eigentlich auch jeden Stein anschauen. Martin weiß jetzt schon, was kommt. Seit wir gemeinsam Pompeii besucht haben, hat er gelernt, die Situation besser einzuschätzen: während er dachte, dass wir ein paar Stunden durch die Ruinen schlendern, war natürlich klar, dass wir den ganzen Tag dort verbringen und die letzten sein werden, die den Komplex bei Torschluss verlassen. Unser Guide bekommt nun auch ein Gefühl dafür, dass es eventuell ein bisschen länger dauern könnte.




Der Hill Complex gefällt mir besonders gut - man hat einen tollen Ausblick, und man kann hinter jeder Ecke etwas entdecken. Den ein oder anderen Klippschliefer zum Beispiel.

DSCF5556.jpg

Nach einiger Zeit verlassen wir den Hügel und arbeiten uns zu den neueren Bauten der Anlage vor - spannend ist, dass man den Fortschritt in der Technik wirklich gut erkennen kann. Unser Guide fragt uns unterwegs immer wieder ab, sodass wir stets gut aufpassen, um die Fragen beantworten zu können.


Zum "Abschluss" besichtigen wir die Great Enclosure, die mit ihrer Außenmauer sehr beeindruckend ist. Inzwischen sind schon deutlich mehr als 2 Stunden vergangen, ich möchte aber trotzdem noch ins Lower Valley, sodass wir noch einen Schlenker machen. Als unser Guide schon Anrufe vom Eingang bekommt, wo er denn bliebe, beschließen wir, dass Martin und der Guide schonmal langsam zurück zum Ausgang gehen, während ich nochmal eine Runde um die Great Enclore drehe. Ich kann mich nur schwer losreißen, aber nach knapp 4 Stunden Tour wird es doch Zeit, aufzubrechen.

Unser Guide verabschiedet uns mit einem schönen Zitat: the eagerness of the hearer quickens the tongue of the speaker.

Korrekt ist es wohl "the eagerness of a listener quickens the tongue of a narrator", aber die Bedeutung ist gefällt mir sehr. Auch unser Guide hat gemerkt, wie sehr wir uns für Great Zimbabwe interessieren, und obwohl er etwas länger als geplant mit uns unterwegs war, hatte auch er hoffentlich eine gute Zeit.


DSCF5622.jpg

Teil 1109. Apr. 2026

Etappe 7 - Von langen Fahrtagen und dem Glück des Ankommens

Es ist gegen 12 Uhr, als wir auf dem Parkplatz von Great Zimbabwe stehen und nicht so recht wissen, wie es genau weitergeht. In unserer ursprünglichen Planung haben wir diesen Tag als Puffer gesetzt, da wir keine Ahnung hatten, wie gut wir vorankommen, wie lange wir Great Zimbabwe besichtigen würden und ob wir danach überhaupt noch Lust haben, weiterzufahren. Das grobe Ziel ist, uns in Richtung Mana Pools vorzuarbeiten. Wir fühlen uns fit und beschließen, einfach mal loszufahren.

Vorab haben wir recherchiert, wo wir die Strecke tendenziell unterbrechen könnten, haben aber auch den kurz vor unserer Reise ziemlich frisch erschienen Zimbabwe Self-Drive Guide dabei. Das Buch hilft uns, auch ohne Internet Routen- und Unterkunftsoptionen zu recherchieren. Heute erweist es sich als besonders nützlich.


Wir wählen die Route über Gweru und Kadoma in Richtung Chinhoyi, da wir Harare gerne umfahren wollen. Die Fahrt ist in erster Linie lang, und nicht besonders ereignisvoll. Mal wieder lernen wir, dass man nie so schnell vorankommt, wie man denkt. In Simbabwe gibt es sehr viel LKW Verkehr - mit sehr langsamen LKW. Hat man so einen auf einer schmalen Straße erstmal vor sich, verliert man spürbar Zeit, und oft ist es wirklich zäh. In den größeren Orten staut es sich ab und zu an der Ortseinfahrt und -Ausfahrt.

Wir passieren auch einige Police Blocks, die aber nie ein Problem sind. Auf der gesamten Reise müssen wir nur zwei Mal unsere Papiere inkl. eTIP vorzeigen. Die restlichen Male werden wir entweder direkt durchgewunken, oder unterhalten uns kurz mit den Polizisten. Viele interessieren sich für unser Ziel und wo wir schon waren, und scheinen sich über Touristen zu freuen.

Ein ganz anderes Bild als in Südafrika. Wir wundern uns noch immer über die Episode am ersten Fahrtag, als wir relativ plötzlich von einem Polizisten angehalten werden. Er springt quasi auf die Straße und winkt uns an den Straßenrand. Angeblich hätten wir die zulässige Geschwindigkeit überschritten. Wir wundern uns, da wir kein Schild mit einer neuen Begrenzung wahrgenommen haben, noch komischer kommt uns aber die Argumentation des Polizisten vor. Da sei ja ein Stadion, und daher wäre die Geschwindigkeit hier begrenzt. Tatsächlich sehen wir in der Ferne das Stadion, was das aber mit dem Tempolimit zu tun hat, erschließt sich uns nicht. Der Polizist legt nach: ja, es gibt ja auch noch eine Schule, daher nur 80. Er nennt uns irgendeinen Betrag in Rand, der uns im Licht der gesamten Situation absurd vorkommt. Wir sehen keine Schule, kein Tempolimit und auch sonst keinen Grund, uns darauf einzulassen. Trotz so viel Kreativität merkt auch er, dass wir nicht zueinander finden. "So you have nothing for me today?" Wir bestätigen und ziehen weiter.

Zum Glück ist uns soetwas in Simbabwe nicht mal annähernd untergekommen. Überhaupt sind die Menschen sehr freundlich. Im Freundlichkeitsranking für das südliche Afrika würden wir Simbabwe glatt auf die 1 setzen.

Wir fahren immer weiter, und gedanklich setzen wir uns Chegutu als potentiellen Zwischenstopp, denn dort habe ich eine Campsite markiert, die in Frage kommt. Als wir nach Chegutu einfahren sind wir jedoch zwiegespalten. Eigentlich ist es noch zu früh, um uns schon niederzulassen, vor allem, wenn es ja nichts sonderlich interessantes gibt. Andererseits ist die nächste mögliche Station Chinhoyi, und das ist noch ein Stück.

Wir beschließen, bis Chinhoyi weiterzufahren, um für den nächsten Tag einen besseren Ausgangspunkt zu haben. Laut Navi mit Tracks4Africa Karte sollten wir noch bei Tageslicht ankommen. Das Navi weiß bloß leider nicht, wie oft man hinter einem LKW rumgurkt. Da wir jetzt ein Ziel haben, mache ich mich daran, eine Campsite zu finden. Ich kontaktiere Chinhoyi Caves über whatsapp, wider Erwarten sind sie aber ausgebucht. In unserem Self-Drive Guide finde ich Romsey Farm als Alternative. Die Beschreibung klingt gut, ich schreibe die beiden Nummern auf Whatsapp an. Hier macht sich bezahlt, dass der Guide noch so neu ist - die Telefonnummern stimmen. Doug, der Besitzer, antwortet uns schnell, dass wir gerne kommen können und schickt eine detaillierte Wegbeschreibung mit. Wir sind froh, dass wir eine Campsite haben, auch wenn Romsey Farm noch ein Stück hinter Chinhoyi liegt.

Die Dämmerung setzt ein, als wir Lion's Den passieren - hier ist es irgendwie wuselig, und wir kommen mit der Wegbeschreibung irgendwie durcheinander und biegen falsch ab. Fälschlicherweise verlassen wir uns auf das Navi - spätestens, als wir auf irgendwelchen Feldwegen landen, kommt uns die Routenführung verdächtig vor. Inzwischen wird es dunkel, und wir zweifeln, ob uns der Feldweg zum Ziel führen wird. Auf Umkehren haben wir wenig Bock, befürchten aber, dass es darauf hinauslaufen wird. Dann sehen wir ein Licht und hoffen, dass es die Campsite ist, und diese auch von unserem Feldweg erreichbar ist.

Wir sind wirklich froh, als wir es dann tatsächlich geschafft haben! Crispin, der Campsite Attendant, erwartet uns schon. Er hat Feuer gemacht, Wasser aufgesetzt und auch sonst alles vorbereitet. Kurz nach unserer Ankunft kommt auch Doug auf seinem Motorrad angefahren - er hatte eigentlich an der Einfahrt zur Farm auf uns gewartet, hat dann aber Scheinwerferlicht in der Ferne gesehen und schon vermutet, dass wir uns verfahren haben. Er begrüßt uns herzlich, und wir quatschen noch ein bisschen.

Wir sind von dem Tag und der langen Fahrt ziemlich erschöpft. Da Crispin das Feuer schon in Gang gebracht hat, machen wir ein schnelles Abendessen. Food Prep scheitert bei uns normalerweise (auch im Alltag) an mangelnder Planung, aber zum Glück hatte ich am Tag zuvor Paneer eingelegt. Wir schmeißen die Paprika-Paneer-Spieße, ein Knoblauch-Baguette und eine Bratwurst auf den Grill und freuen uns über eine richtige Mahlzeit. Wir hatten tatsächlich keine Mittagspause und haben während der Fahrt nur Snacks gegessen. Insgesamt war die Tour wohl ein bisschen zu ambitioniert, aber wir haben es geschafft.


Am nächsten Morgen lassen wir es langsam angehen - immerhin haben wir eine größere Strecke als gedacht zurückgelegt und sind nicht in Eile. Wir frühstücken in Ruhe und beobachten die Vögel auf der Campsite. Die Ruhe am Morgen gibt uns neue Energie, und wir sind wirklich froh, dieses Kleinod entdeckt zu haben.

Die Campsite ist super ausgestattet, es gibt richtiges Geschirr und Besteck, einen mit Gas betriebenen Eisschrank mit Eis, und einem wirklich herzlichen Service! Romsey Farm bekommt von uns eine absolute Empfehlung! Crispin kümmert sich wirklich um alles. Morgens geht schon wieder ein kleines Feuer, heißes Wasser ist aufgesetzt, und dann putzt er auch noch unser Auto 🙄

Doug kommt beim Frühstück auch nochmal vorbei, und wir unterhalten uns länger über die Farm. Wir zeigen ihm den Zimbabwe Guide mit seinem Eintrag, den er noch gar nicht kannte. Es ist ein schöner Moment, weil er sich aufrichtig freut, gelistet zu sein und dass wir seine Campsite darüber gefunden haben. Als wir zum Abschied - diesmal auf dem richtigen Weg - noch am Eingang zur Farm vorbeifahren, leiht er sich das Buch sogar noch kurz aus, um es seinen Kollegen zu zeigen.



PXL_20250930_074540403.jpg

Teil 1210. Apr. 2026

Etappe 8 - Endlich Mana Pools

Nach dem entspannten Morgen auf Doug's Campsite fühlen wir uns wieder ziemlich erholt. Durch die lange Etappe am Vortag haben wir einen Tag gewonnen und werden früher in Mana Pools ankommen.
Zuvor legen wir noch einen Stopp bei Lion's Den an, um unsere Vorräte aufzufrischen und Saucey Sue's bekannte Rolls zu probieren. Was direkt auffällt, ist wie viel touristischer es hier schon zugeht - wir sehen deutlich mehr andere Touristen und auch die ersten Camper-Mietfahrzeuge, aber im Vergleich zu Namibia oder Botwana sind dennoch wirklich wenige Touristen unterwegs.


Und dann sind wir unterwegs nach Mana Pools. Wir sind super gespannt, und die Erwartungen sind natürlich hoch - schließlich ist das neben VicFalls DIE Tourist Destination des Landes, und für uns der Hauptimpuls, diese Reise zu machen.

Wir haben vorab Schlimmes über den Straßenzustand zwischen Karoi und Mana Pools gehört, finden die Fahrt aber ziemlich okay - da hatten wir anderswo schon schlimmere Straßen. Wir kommen gut durch, registrieren uns im Marongora Parks Office und steuern dann den Nationalpark an. Am ersten Gate bittet uns der Ranger, eine Tüte Toastbrot für die "Polizei" mit nach Nyampei zu nehmen. Wir packen das Brot ein und wundern uns. Bei der Ausfahrt aus dem Park lassen wir die Aktion Revue passieren und können uns noch immer keinen Reim darauf machen. 🤪

Als erstes machen wir uns bei der Rezeption vorstellig. Wir haben (unnötigerweise) unsere Campsites vorgebucht, da wir aber einen Tag früher dran sind, brauchen wir eine zusätzliche Nacht.

Nyamepi ist das Hauptcamp in Mana Pools, hier gibt es Waterfront Campsites und normale Campsites, die Waterfront Sites sind etwas teurer, natürlich ist die Lage aber viel besser. Nicht alle Stellplätze sind gleich gut, einige verfügen über kaum Schatten. Wir hatten uns vorab die #21, eine der hinteren Sites ausgesucht, und für später die #27 (nicht empfehlenswert). Die Vorabbuchung ist für Nyamepi außerhalb des Annual Game Counts nicht notwendig, und wir würden das auch nicht wieder buchen. An der Rezeption bekommen wir auf Nachfrage eine Walk-In Rate und dürfen uns einfach eine Campsite aussuchen, die uns gefällt. Camping in Mana Pools ist sehr teuer, da die Preise auf Basis von 6 Personen berechnet werden, für 2 schlägt das natürlich sehr ins Gewicht. Mit Walk-Ins kann man zumindest ein bisschen sparen.

Die Bezahlung ist ein kleiner Akt - wir haben Bargeld (USD in kleinen Scheinen) angeschleppt, weil auf dem Buchungsformular von Mana Pools als Zahlungsmittel nur Bank Transfer (zu teuer) oder EcoNet (hab ich nicht) aufgeführt waren. Vor Ort fragt uns der Ranger, ob wir nicht lieber mit Kreditkarte zahlen wollen, aber irgendwo muss das Bargeld ja hin, und so müssen wir eben ein paar Scheine zählen.

Auf dem Weg begegnen uns die ersten Tiere, und ich bin aufgeregt. Wir fahren die Campsite an, suchen uns einen Platz aus, und warum auch immer will Martin dann unbedingt erst Feuerholz, Stühle, Tisch, etc. rausholen und aufbauen, während ich im Nachmittagslicht eigentlich direkt los will, um die Gegend zu erkunden. Wir kommen nicht auf einen Nenner, und ich bin ganz schön sauer, weil wir die beste Zeit des Tages verpassen. Als wir dann endlich losfahren, wissen wir eigentlich nicht so recht wohin und irren ein bisschen umher. Zu allem Überfluss haben wir hinten die Tür unseres Campers nicht richtig geschlossen und fahren ein Stück mit offener Tür. Verloren haben wir wohl nichts, jedenfalls vermissen wir bis heute nichts, aber alles ist natürlich total verstaubt. Ich reibe Martin unter die Nase, dass das wohl nicht passiert wäre, wenn wir einfach direkt losgefahren wären. Ein irgendwie unnötig blöder Start.

Wir, also eher ich, reißen uns zusammen, und finden dann doch noch Freude an den Sichtungen, auch wenn die Zeit wirklich schnell vorbeigeht und wir uns dann wieder im Camp einfinden.

Mana Pools hat irgendwie ein sehr spezielles Flair. Das Licht ist besonders, die großen Bäume bieten eine tolle Kulisse, und überhaupt ist alles so mehrschichtig. Irgendetwas passiert im Vordergrund, während im Hintergrund etwas ganz anderes los ist. Es ist gar nicht so einfach, das zu beschreiben, oder auf Bildern einzufangen, aber die nächsten Beiträge werden dennoch sehr fotolastig. 😄




Teil 1310. Apr. 2026

Mana Pools - Meet Boswell


Am nächsten Morgen sind wir wie immer früh wach und machen uns auf den Weg auf den Morning Drive. In Mana Pools scheint jedes Tier besonders fotogen zu sein. Wir erfahren, dass in Richtung von Mana Mouth Löwen gesichtet wurden, finden sie aber nicht. Nach dem Morning Drive steuern wir die Rezeption an und quatschen mit dem Ranger. Er erzählt uns, wie wir die berühmten Elefanten Fred Astaire (hängt gerne an der Rezeption ab) und Boswell (Long Tusker mit einer Entourage) erkennen können. Wir sprechen noch über die besten Campsites, und er schlägt uns vor, dass wir uns Mucheni 2 anschauen können, diese Exclusive Site sei heute noch frei, falls wir gegen Nyamepi upgraden möchten. In den nächsten Tagen werden wir noch öfter mit dem Ranger quatschen - er macht wirklich einen super Job, einige seiner Kollegen sind leider deutlich weniger kompetent.


DSCF5746.jpg

Wir kehren zum Frühstück und Duschen zurück ins Nyamepi Camp - bei dem Ablutionsblock für Damen bin ich positiv überrascht. Die erste Dusche hat einen Duschvorhang mit Monstera-Muster und einen schönen cobble stone Boden, das hat schon fast Spa-Character 😄 Martin kann das nicht so recht glauben, denn die Männerduschen sind wohl ziemlich rough.

Wir beschließen, uns Mucheni 2 tatsächlich anzusehen und verbringen den ganzen Nachmittag dort. Wir klappen die Zelte auf, ruhen uns aus und lesen ein bisschen. Mucheni 1 ist nur für Tour Operator Gruppen, und Mucheni 3 ist eine der besten Sites in Mana Pools, die jedoch schon besetzt war. Etwas später werden wir auch erfahren von wem.

Nach ein paar Stunden nähert sich ein anderes Fahrzeug. Simon (@brousinafrica) ist mit seinem Landrover unterwegs und hat Eugenie mit dabei. Wir werden den beiden noch häufig über den Weg laufen. Sie sind auf der Suche nach jemandem, der sich eine Campsite mit ihnen teilt. Das ist in Mana Pools offiziell erlaubt, und wohl auch ziemlich gängig und natürlich kostenmäßig attraktiv. Leider haben wir Mucheni ja selbst nicht gemietet, wir verbleiben aber so, dass wir uns nachher in Nyamepi wiedertreffen können. Dann gibts noch eine Roomtour unserer jeweiligen Fahrzeuge, und die beiden machen sich wieder auf den Weg.

Als wir wieder alleine sind, werde ich auf eine Gruppe Elefanten im Fluss aufmerksam. Einer davon ist ein Long Tusker mit Sender, und ich erinnere mich, dass der Ranger erklärt hat, dass Boswell oft eine Gruppe junger Bullen um sich hat, die sich freuen, wenn er leckere Snacks von den Bäumen pflückt und sie auch etwas abbekommen. Es ist natürlich ein Long Shot, aber ich beobachte den Elefanten in der Ferne und verfolge seine Route.

Dann kommt er tatsächlich kurz hinter unserer Campsite aus dem Wasser und zieht in Richtung Mucheni 1. Ich beschließe, ihm zu folgen, weil ich irgendwie im Gefühl habe, dass das der berühmteste Elefant Mana Pools sein könnte. Mein Gefühl basiert natürlich viel mehr auf Hoffnung als auf Ahnung.

Dann passiert alles ganz plötzlich. Er richtet sich auf, steht auf zwei Beinen und rupft Äste vom Baum. Ich kreische vor Überraschung oder Verzückung. Dann renne ich ein Stück Richtung Camper und rufe Martin zu, dass er schnell kommen soll. Mit Kamera natürlich.
Und dann haben wir wieder Glück - mindestens 5 Mal stellt sich Boswell immer wieder auf seine Hinterbeine und liefert eine Show für uns. Was für eine Sichtung, und das am ersten richtigen Tag!

Später erfahren wir zurück in Nyamepi, dass Simon und Eugenie bei einer Familie aus Zimbabwe untergekommen sind, und dass rund um Mucheni wohl den ganzen Tag Löwen rumlagen, wahrscheinlich direkt vor unserer Nase.

In diesem Beitrag hier ein kleiner Teaser. Boswell bekommt aber seine eigene Fotostrecke im nächsten Beitrag.
DSCF5762.jpg

Teil 1410. Apr. 2026

Boswell 🤩 wenn man ganz schnell durch die Bilder flippt, kann man sich den Bewegungsablauf fast vorstellen.

DSCF5866.jpg

DSCF5873.jpg

DSCF5878.jpg

DSCF5880.jpg

DSCF5881.jpg

DSCF5883.jpg

DSCF5885.jpg

DSCF5894.jpg

DSCF5896.jpg

DSCF5897.jpg

DSCF5900.jpg

DSCF5942.jpg

DSCF5959.jpg

DSCF5959.jpg

DSCF5959.jpg

DSCF5959.jpg

DSCF5962.jpg

DSCF5965.jpg

DSCF5975.jpg

Teil 1510. Apr. 2026

Eindrücke aus dem Afternoon Drive

Wir fahren wieder in Richtung Mana Mouth und treffen Elefanten, Büffel, Hyänen und Carmine Bee Eater, sowie jede Menge Elands. In keinem anderen Park haben wir bisher so große Eland Herden gesehen, wenn überhaupt, sind sie uns sonst nur vereinzelt begegnet.

Teil 1612. Apr. 2026

Mana Pools - Old BBC Campsite

Nach einem ruhigen Abend auf Nyamepi #21 werden wir heute zur Old BBC Exclusive Campsite weiterziehen.

PXL_20251001_162051814.jpg

Wir hatten ursprünglich, weil Old BBC zunächst nicht verfügbar war, New BBC gebucht. Die wenigen Informationen, die es zu den Camps online gibt, deuteten jedoch darauf hin, dass Old BBC die bessere der beiden sei. Sie wurde tatsächlich frei, über Whatsapp konnte ich bei einer wirklich hilfsbereiten Mitarbeiterin dann noch umbuchen - statt der eigentlich anfallenden Umbuchungsgebühr haben wir sogar noch einen Rabatt bekommen.

Zunächst unternehmen wir einen Morning Drive, der relativ ereignislos ist und kehren nochmal zum Nyamepi zurück. Unterwegs machen wir wie immer einen Stopp an der Rezeption, um uns nach den neuesten Ereignissen zu erkundigen. Anscheinend haben alle außer uns die mating lions bei Mucheni gesehen - die Chancen stehen aber gut, sie noch zu finden, da sich paarende Löwen sich wohl nur in einem kleinen Radius bewegen.


Auf der Rückfahrt zum Camp frühstückt ein Elefant genüsslich, und wir beschließen, dasselbe zu tun. Der Elefant könnte Fred Astaire sein, wir wissen es aber nicht sicher.

Während wir uns fertig machen, kommen Neuankömmlinge vorbei. Ein deutsches Paar sucht nach anderen Reisenden, die sich eine Campsite teilen wollen. Wir werden uns, wie fast alle, mit denen man Bekanntschaft schließt, noch oft wiedertreffen.


Nach dem Frühstück brechen wir nochmal auf einen Drive auf. Wir treffen unterwegs auf Simon und Eugenie, die von jemandem Koordinaten des Aufenthaltsortes der Löwen von heute Morgen bekommen haben. Die beiden selbst wollen nur noch einen Lunch-Stopp machen, bevor sie weiterziehen. Wir bieten ihnen unsere Old BBC Campsite an, und fahren nochmal los, um die Löwen zu finden. Als wir am Ziel ankommen, finden wir keine Löwen und sind ein bisschen frustriert, dass wir sie einfach nicht finden. Wir geben auf und brechen in Richtung Campsite auf.

Nun ist es so, dass die Beschilderung so la la ist und die Campsites bei Tracks4Africa komplett falsch eingezeichnet sind. Wir irren umher und finden die Campsite einfach nicht. Auf einem nicht sehr offiziell wirkenden Weg kommen wir irgendwie wieder bei der Rezeption raus, und der Ranger lacht. Es sei doch ganz einfach, Old BBC zu finden. Er schickt uns auf den richtigen Weg, und diesmal schaffen wir es tatsächlich. Simon und Eugenie nutzen maps.me und haben die Campsite besser gefunden als wir. Wir quatschen noch eine Weile, und sie empfehlen uns, morgens Long Pool aufzusuchen, da gäbe es ziemlich viel Action. Dann ist es Zeit, uns zu verabschieden.

Old BBC ist eine tolle Campsite. Es gibt eine Longdrop Toilette, ansonsten natürlich nichts, außer einen tollen Ausblick. Sie ist sicher eine der ruhigeren Campsites, gerade im Direktvergleich mit Mucheni, wo die Campsites näher beieinander liegen und auch öfter mal andere Fahrzeuge vorbeikommen.

Wir beschließen, uns heute nicht mehr von der Suche nach den Löwen treiben zu lassen. Heute wollen wir den Abend in der Nähe von Chikasiko Pools und dem für Mana Pools so typischen Wald verbringen. Diese Entscheidung erweist sich als im wahrsten Sinne goldrichtig.

Wir cruisen ein bisschen in der Gegend, als wir hören, dass Boswell und seine Entourage bei Chikasiko unterwegs sind. Der Tipp kommt von einem Fahrzeug, das wir noch nicht kennen (nach ein paar Tagen in Mana Pools kennt man eigentlich alle), der Fahrer kommt uns aber irgendwie bekannt vor. Es ist Francois (@forever.africa.travel), den wir aus Videos vom Safari Expert kennen. Sie sind die Mieter von Mucheni 3 und bestätigen, dass es eine der besten Campsites ist.

Im Wald vor Chikasiko versammeln wir uns alle auf dem "Parkplatz". Und tatsächlich, Boswell zieht durch den Wald, zeigt aber keine Tricks. Der Anblick der Elefanten im Wald ist dennoch wunderschön. Während die Elefanten im Wald die meisten Blicke auf sich ziehen, spielt sich neben uns eine zauberhafte Szene ab. Die Abendsonne taucht den Wald in ein unwirkliches, goldenes Licht. Ein paar Waterbucks ziehen vorbei und die Kulisse wirkt wie im Märchen.

Als das Licht schwindet, wird es Zeit, zur Campsite zurückzukehren. Wir beobachten noch den Sonnenuntergang und lassen den Abend ausklingen. Unser Toastbrot ist leider verschimmelt, ich backe also über dem Feuer noch für das Frühstück am nächsten Morgen.

Teil 1712. Apr. 2026

Mana Pools - Date Night

Am nächsten Morgen sind wir ein bisschen spät dran und kommen erst gegen 6:30 in Long Pool an. Es ist relativ ruhig, und wir nehmen uns vor, am nächsten Tag etwas früher herzukommen.



Den Tag gehen wir gemächlich an. Wir fahren ein paar neue Strecken ab und tauschen uns unterwegs mit anderen Reisenden/Suchenden aus. Eine der Hauptattraktionen in Mana Pools sind neben den Elefanten Wild Dogs - jedoch hat sie seit Tagen niemand gesehen, sie scheinen in die privaten Concessions gezogen zu sein.

Heute ist ein ruhiger Tag, wir verbringen viel Zeit im Camp, kümmern uns um Backups von unseren Fotos und loungen in unserem Camper, der für solche Tage einfach perfekt ist.


Nachmittags brechen wir zum Afternoon Drive auf und beschließen, nochmal die Gegend um Mucheni abzusuchen. Wir können einfach nicht glauben, dass die Löwen tagelang in der Gegend sind, und wir sie immer wieder verpassen. Zunächst scheinen wir wieder kein Glück zu haben. Aus einem Impuls heraus beschließen wir, uns nochmal die Stelle anzufahren, an der wir Boswell am ersten Tag gesehen hatten. Hier führt eine Sackgasse eigentlich nur noch zu Mucheni 1, aber wir schauen trotzdem mal vorbei. Und dann entdecken wir plötzlich eine Löwenmähne im Gebüsch. Ein paar Meter weiter liegt eine Löwin, es sind die mating lions, die hier seit Tagen gesichtet wurden. Es ist kompletter Zufall, dass wir sie finden. Von den Campsites sieht man sie nicht, und da hier keine richtige Straße entlangführt, kommt man normalerweise auch nicht einfach so vorbei. Wir sind lange das einzige Fahrzeug, bis wir ein anderes Fahrzeug herbeiwinken und sie auf die Löwen aufmerksam machen.

Die Löwen lassen sich bei ihrer Date Night nicht von uns stören. Für uns ist es das erste Mal, dass wir Löwen bei der Paarung sehen. Die Löwin steht auf und nähert sich dem Löwen an. Sie bestimmt genau, wann und wie lange es an der Zeit ist, und sobald der Akt verrichtet ist, lässt sich sich mit einer dramatisch anmutenden Art ins Gebüsch fallen.


Da der Löwe keine Aufmerksamkeit mehr von seiner Partnerin bekommt und die Date Night erstmal vorbei ist, bleibt ihm nichts anderes übrig, als den rest des Abends als der schönste Löwe von Mana Pools im Abendlicht zu posieren. Wir haben ja schon viele Löwen gesehen, aber in diesem Licht ist dieses Exemplar wirklich besonders schön, wenn nicht einer der schönsten Löwen. Ich kann mich gar nicht an ihm sattsehen. Auch jetzt finde ich ein Foto schöner als das andere. Wir wussten es an diesem Abend noch nicht, aber ab diesem Zeitpunkt sollte unsere Reise in einen löwenlastigen Trip umschlagen.


Im letzten Licht erreichen wir unser Camp als gerade ein mini kleiner Elefant mit seiner Mama die Campsite passiert.


Teil 1812. Apr. 2026

Mana Pools - Breakfast Buffet und Spurensuche


Am nächsten Morgen starten wir früher zu Long Pool, und siehe da - es ist einiges Los. Wir sind fasziniert von den verschiedenen Tieren, die miteinander interagieren und sich am Buffet in Long Pool bedienen. Krokodile schnappen nach Fischen im Wasser, verschiedene Vögel fischen auf den Rücken der Hippos nach ihrem Frühstück, und wir lernen eine andere Seite der kleinen, süßen Kingfisher kennen.


Die Kingfisher haben wir bisher nur dekorativ auf Ästen sitzen sehen, hier werden sie aber ihrem Namen gerecht und fischen. Was danach passiert, kennen wir noch nicht: ein Kingfisher zieht sich mit seinem Fang auf einen Baum zurück, und beginnt, den gefühlt für ihn viel zu großen Fisch mit ziemlich viel Schwung immer und immer wieder gegen den Baum zu schlagen. Es mutet ganz schön brutal an, das hätten wir dem Kleinen gar nicht zugetraut. Der Fisch zappelt noch eine Weile, bis er wortwörtlich erschlagen ist und der Kingfisher sich an den Verzehr macht. Wir haben Respekt vor ihm - das muss schließlich ziemlich anstrengend gewesen sein.


Wir verabschieden uns dann von der Old BBC Site, die wirklich sehr schön und empfehlenswert ist. Unsere nächste Nacht verbringen wir wieder in Nyamepi.


Wie gewohnt fahren wir erstmal wieder zur Rezeption. Hier erfahren wir vom Ranger, dass die Wild Dogs wohl weg vom Zambesi in Richtung Ingwe Camp gezogen sind und am Chiruwe River gesichtet worden. Man könne wohl an der Straße parken und einige Kilometer zum Fluss wandern. Er zeigt uns die Stelle auf der Karte und misst sogar die Entfernungen für uns aus. Wir zweifeln zwar daran, dass wir eine Wanderung durch den Bush unternehmen werden, beschließen aber trotzdem, Richtung Ingwe zu fahren.

Die Strecke dorthin ist wenig befahren - wenn man nicht im Camp übernachtet, verirrt man sich nicht dorthin. An der Abzweigung zu Ingwe bitte ich Martin, nach ein paar Metern nochmal zur Kreuzung zurückzukehren. Ich habe Spuren gesehen, die ich mir mal anschauen möchte. Man muss dazu sagen, dass wir vom Spurenlesen sehr wenig Ahnung haben, weil wir es einfach noch nicht so oft gemacht haben. Nicht jede Straße bietet sich dafür an, aber sandige Wege sind dankbar, einfach weil man überhaupt mal Spuren sieht. Meistens sind es natürlich irgendwelche Antilopen, diesmal werde ich aber stutzig. Mir sind kurz vor dem Abbiegen viele kleine Spuren aufgefallen, sie sahen nicht nach Huftieren aus.

Ich steige aus und begutachte die Szene. Ich habe aber nur einen Verdacht und traue mich fast gar nicht, diesen auszusprechen, weil ich wie gesagt ein ziemlicher Newbie im Spurenlesen bin. Ich rufe Martin, er soll sich das auch mal ansehen. Nicht, dass er viel mehr Erfahrung im Spurenlesen hätte als ich - schließlich sind wir ja immer gemeinsam auf Safari. Aber Martin ist mit Hunden aufgewachsen, und attestiert: das sind Spuren von Hundepfoten.

Die Spuren gehen eindeutig weg von der Abzweigung nach Ingwe und führen auf die Middle Ranger Road. Sie sehen frisch aus, und so beschließen wir, der Straße zu folgen und zu schauen, was passiert. Die Middle Ranger Road ist wahrscheinlich extrem wenig befahren - hier gibt es ja eigentlich nichts, und sie ist ziemlich weit ab vom Schuss. Wir folgen der Straße ziemlich lange, kreuzen trockene Flüsse und fahren quasi über Stock und Stein. Die Spuren nehmen kein Ende, hier ist eindeutig ein Wild Dog Pack unterwegs gewesen. Wir sind schon ziemlich nah an der Middle Ranger Station, als wir die Spuren nach einem weiteren Flussbett Crossing nicht mehr wieder finden. Uns war klar, dass die Wildhunde natürlich jeder Zeit einfach in den Bush abbiegen könnten und wir dann keine Chance mehr hätten, sie zu finden, und so war es dann auch.



Wir beschließen, umzukehren, und treffen an der Kreuzung von Ingwe ein Auto mit Rangern von der Painted Dog Conservation. Auch sie sind auf der Suche nach den Wild Dogs. Wir erzählen ihnen, dass wir lange den Spuren gefolgt seien, und sie sind etwas ungläubig, schließlich hätte dieses Pack Welpen dabei, und es wäre sehr ungewöhnlich, dass sie so weite Strecken laufen. Als wir ihnen die Fotos von den Spuren zeigen, bestätigen sie aber, dass es dieses Pack ist - man sieht auf einigen Fotos sogar die kleinen Tracks der Welpen. Unsere Wege trennen sich. Wir werden die Ranger später nochmal treffen, und es bleibt dabei, dass in diesen Tagen niemand die Wild Dogs findet.

Wir finden es ein bisschen schade, dass es nicht geklappt hat. Schließlich hatten wir nur in Sabi Sabi das Glück, Wildhunde zu sehen. Damals war es unsere zweite Safari, und ahnungslos wie wir waren, wussten wir damals noch nicht, wie selten man diese tollen Tiere zu Gesicht bekommt. Dennoch sind wir zufrieden, dass wir den Versuch unternommen haben, und es war spannend, die Spuren zu finden und ihnen zu folgen. Nun haben wir einen guten Grund, Mana Pools erneut zu besuchen - vielleicht wird es ein anderes Mal mit den Wild Dogs klappen.

Zurück in Nyamepi steuern wir die von uns gebuchte Campsite #27 an, die uns jedoch überhaupt nicht gefällt. Es gibt auch keinen Schatten. Kurzerhand fahren wir zur Rezeption, um uns zu erkundigen, welche Alternative frei ist. Der Ranger ist nicht mehr im Dienst, und seine Kollegin kann leider - wie sich später herausstellt - nicht mit dem Computer umgehen. Wir sollen uns einfach irgendwo, wo frei ist, hinstellen. Als wir die Rezeption verlassen wollen, wird es busy - das erste Mal kommt ein Gefühl von Trubel auf. Es kommen viele neue Fahrzeuge zum Check-in an. Während wir kurz noch das Wifi an der Rezeption nutzen, erfahren wir, dass ein englisches Paar die Reservierung für Chitake Baobab am nächsten Tag gegen Nyamepi tauschen möchte und kommen auf eine Idee.

Bevor sich diese manifestiert, verbringen wir aber noch einen schönen Abend um Nyamepi herum. Bei der Auswahl der neuen Campsite hatten wir natürlich ein bisschen Pech - genau die "freie" Campsite wurde kurz nach unserer Ankunft von einer Gruppe Südafrikanern angesteuert. Wir ziehen nochmal um und landen dann auf der #9, die wir ebenfalls empfehlen können.



Nach dem Afternoon Drive kochen wir ein Beef Stew mit den letzten Resten einer wirklich leckeren Curry Mischung aus Zanzibar.

PXL_20251004_180327994.MP.jpg

Dann machen wir etwas absolut blödes (ja, schon wieder!). Wir lassen das restliche Stew weiter auf dem Feuer kochen, und gehen schon mal in die Ablution Blöcke, um uns bettfertig zu machen. Gusseiserner Topf mit Deckel auf dem Feuer, was soll da schon passieren! Fragt mal die Hyäne, die Curry Mischung aus Zanzibar auch gut findet. Als wir zurückkommen, sehen wir den Deckel auf dem Boden liegen - vom Täter gibt es nur Fußspuren. Glücklicherweise ist dem Stew nichts passiert. Wie die Hyäne den Deckel überhaupt abbekommen hat, ist mir ein Rätsel. In unserer Vorstellung wird sie gemerkt haben, dass Gusseisen und Hitze keine sehr angenehme Kombination ist. Der heiße Deckel fällt zu Boden, die Hyäne haut ab. Wir hoffen, dass sie sich nicht verbrannt hat, und dass beide Parteien ihre Lektion gelernt haben. Wir werden in der Wildnis jedenfalls kein Essen mehr unbeaufsichtigt lassen!

Teil 1916. Apr. 2026

Etappe 9 - Chitake Springs

Nach 5 Nächten in Mana Pools beschließen wir am Morgen, keine weitere Nacht in Nyamepi zu bleiben, sondern einen Tag früher nach Chitake Springs aufzubrechen. Da wir mitbekommen haben, dass die Baobab Campsite für heute frei ist, machen wir einen letzten Game Drive und brechen dann in Richtung Chitake auf. Logistisch ist es empfehlenswert, erst Mana Pools und dann Chitake Springs anzufahren, da die Ausfahrt aus dem Park dann deutlich kürzer ist.

Für unseren Game Drive schauen wir mal wieder bei Mucheni vorbei, und siehe da - diesmal liegt ein Rudel Löwen direkt am Rand der Mucheni 2 Campsite. Wir beobachten die Löwen eine Weile von der Straße aus, einige Fahrzeuge fahren aber auf die Campsite, um eine bessere Sicht zu haben. Das ist eigentlich ein No-Go, und die Gäste der Campsite fahren kurz darauf vor, um die Fahrzeuge zu bitten, die Campsite zu verlassen. Auch wir sind keine Fans davon, wenn gebuchte Campsites von anderen Fahrzeugen aufgesucht werden - auf der Old BBC Campsite hatten wir sogar ungebetenen Besuch von einem Tour-Fahrzeug, das zum Sundowner auf die Campsite gekommen war. Wenn sich ein Fahrzeug mal auf eine Campsite verirrt oder einfach mal einen kurzen Blick werfen möchte, finden wir das aber völlig in Ordnung, solange ein rücksichtsvoller Umgang herrscht.

Wir beobachten die Löwinnen noch ein bisschen und fahren dann in Richtung Hauptstraße. Obwohl es mit den Wild Dogs nicht geklappt hat, haben wir das Gefühl, dass wir alles "erledigt" haben - das Highlight für uns bleiben die Elefanten von Mana Pools vor der wunderbaren Kulisse, die dieser Park bietet.




Nun sind wir aber gespannt auf Chitake Springs. Wir haben vorab gemischte Meinungen über die Campsites gelesen. Chitake Baobab wird gemeinhin als Overflow Campsite gehandelt, und Chitake 2 - unsere Campsite für 2 Nächte - hat den Ruf, die schlechtesten Views zu haben. Als Premium Campsite wird Chitake 1 gehandelt. Diese gilt als die schönste, aber auch teuerste der Chitake Sites.

Wir brettern über die Hauptstraße und fahren dann vorbei am zweiten Gate in Richtung Chitake Springs. Weil wir nicht wissen, ob die Campsite uns überhaupt gefällt, steuern wir die Campsite direkt an ohne einen Stopp beim bekannten Fig Tree einzulegen. Oben angekommen stellen wir fest, dass die Campsite wunderschön ist. Sie liegt abgelegen von der Spring auf einer Anhöhe und bietet einen tollen Ausblick, die Baobabs sorgen zusätzlich für eine besondere Atmosphäre. Dass die Campsite als Overflow Site gehandelt wird, liegt wohl daran, dass sie weiter weg vom Geschehen ist, und dass es keinerlei Facilities - nicht mal eine Long Drop - gibt.



Da es uns gut gefällt, beschließen wir, hier zu bleiben. Nun setzt aber ein Dilemma ein. Wir wissen ja nur informell, dass Chitake Baobab für heute frei ist, sind aber offiziell auf Nyamepi gebucht. Natürlich könnten wir einfach dort bleiben, ich werde aber unruhig und fühle mich ein bisschen gestresst. Was, wenn die Mieter doch beschließen, zu kommen statt wie geplant in Nyamepi zu bleiben? Oder jemand anderes die Campsite spontan bucht. Blöd natürlich, dass wir mit den anderen Reisen nicht einfach offiziell getauscht haben. Für peace of mind frage ich Martin, ob wir zum Zwischengate zurückfahren können, um dort unseren Wechsel offiziell zu machen. Die Fahrt dauert nur ca. 30 Minuten, aber das hätten wir natürlich in einem Abwasch auf dem Hinweg erledigen können.

Am Gate angekommen erkläre ich die Situation, nach einem kurzen Telefonat mit der Nyamepi Rezeption ist der Tausch bestätigt, und wir bezahlen artig das Upgrade von Nyamepi auf Chitake bar am Gate. Wahrscheinlich hätten wir das gar nicht machen müssen, aber ich merke direkt, dass ich viel entspannter mit der offiziellen Lösung bin.

Und so beginnt der Chitake Teil unserer Reise.


Teil 2016. Apr. 2026

Safari: Chitake-Style

Safari in Chitake funktioniert etwas anders, als im sonstigen Teil von Mana Pools. Hier gibt es keine Game Drives. Die Hauptattraktion besteht darin, zu Fig Tree zu fahren, und dann an der Quelle zu sitzen und darauf zu warten, dass etwas passiert. Lange war diese Stelle die einzige Frischwasserstelle weit und breit, und die natürliche Lage im Hang in Kombination mit der einzigen Wasserquelle sorgte für viele dramatische Szenen. Inzwischen gibt es bei diversen Lodges künstliche Wasserlöcher, was sich auch auf die Chitake Experience auswirkt, dennoch hat man hier die Chance, ein besonderes Schauspiel zu beobachten.

Nachdem wir also offiziell auf der Chitake Baobab Campsite eingezogen sind, fahren auch wir runter zu Fig Tree, dem großen Feigenbaum mit Blick auf Chitake Springs. Wir bauen unsere Camping Stühle auf und sehen uns um. Chitake ist heute ausgebucht: zu uns gesellen sich eine Gruppe von 3 Franzosen mit ihrem Tour Guide, eine südafrikanische Familie, und ein französisches Paar, ebenfalls mit Guide. Eine weitere Gruppe - die Bewohner von Chitake 2 - zieht ohne Guide durch den Busch. Die anwesenden Guides schütteln den Kopf über diese Leichtsinnigkeit.

Es scheint ein ruhiger Nachmittag am Fig Tree zu sein, bis einer der Guides uns auf die Löwen aufmerksam macht. Wir sind überrascht, denn wir hatten überhaupt nicht gemerkt, dass sie sich aus verschiedenen Richtungen der Quelle angenähert haben. Mit geübtem Auge - oder den entsprechenden Hinweisen der Guides - entdeckt man aber, dass sich dort ziemlich viele Löwen versteckt halten. Die Chitake Pride ist berüchtigt dafür, an der Quelle zu lauern und zu warten, bis durstige Tiere nicht anders können, als sich trotz der Gefahr an die Quelle zu trauen.

In der langsam einsetzenden Dämmerung werden die Löwen aktiver, aber die Zeit läuft gegen uns. Leider müssen wir bald aufbrechen, bevor wir aber los müssen, kommen einige Löwen selbst zum Trinken ans Wasser.



Dann ist es auch schon an der Zeit, zurück zur Campsite zu fahren. Wir richten uns ein, machen ein Feuer und Abendessen. Als wir uns zum Essen an den Tisch setzen, erblicken wir neugierige Augen in der Nähe. 3 Hyänen haben uns entdeckt und sind hoffnungsvoll, zum Abendessen eingeladen zu werden. Wir vertreiben sie relativ einfach mithilfe unserer Taschenlampen. Martin scherzt, ob die Hyänen schlau genug sind, um nicht immer aus der gleichen Richtung angelaufen zu kommen. Wenige Minuten später stellen wir fest: ja, sind sie. Zu dritt beschließen sie, unsere Campsite zu umkreisen, und ein bisschen mulmig ist uns schon, als sie aus verschiedenen Richtungen kommen. So langsam haben wir den Dreh mit den Do's and Don'ts mit den Hyänen aber raus, und dieses Mal gehen sie leer aus. Wir wissen nicht genau, ob es jetzt eigentlich 1:2, oder doch 3:0 für uns steht, sind aber froh, dass es keinen weiteren Zwischenfall gibt.

Teil 2125. Apr. 2026

Frühstück für Löwen

Nachdem wir einen wirklich schönen Abend auf der Baobab Campsite verbracht haben, brechen wir am Morgen früh auf und fahren runter zum Fig Tree. Zunächst scheint wenig los zu sein, mit den ersten Sonnenstrahlen finden sich aber die ersten Tiere am Hang ein. Zaghaft laufen sie zum Wasser, aber mit Ausnahme der Baboons scheinen alle angespannt zu sein. Kein Wunder! Denn hier lauern Löwen - und zwar überall! Sie tauchen nahezu unbemerkt auf und platzieren sich auf jeder Seite des Hanges. Gefühlt könnte hinter jedem Baum und Strauch ein Löwe liegen, und tatsächlich sind wir überrascht, wie viele wir entdecken. Sie sind nicht besonders aktiv, ab und zu kommen aber einige Löwinnen zum Wasser, um sich dann wieder in den Sträuchern hinzulegen.

DSCF6878.jpg

DSCF6881.jpg



DSCF6955.jpg

Wir sind sehr zufrieden mit der Löwen-Ausbeute des Morgens, beobachten die Baboons, die im Feigenbaum immer eine gute Show abliefern, und freuen uns besonders über Lilian's Lovebirds, die in großen Schwärmen immer wieder zum Wasser kommen.

Die Löwen ändern ab und zu ihre Position, aber alles sieht nach einem ruhigen Vormittag aus, und wir beschließen nach ein Paar Stunden, zurück zur Campsite zu fahren und ein ordentliches Frühstück zu machen. Die kühleren Morgenstunden, in denen die Tiere vermeintlich aktiver sind, sind immerhin vorbei, und wir freuen uns auf eine gemütliche Zeit auf der Campsite. Wie sich herausstellen wird, sollten wir nicht die einzigen bleiben, die ein großes Frühstück im Sinn hatten.

DSCF0450.jpg

Teil 2225. Apr. 2026

Showdown? Erstmal Kaffee.

Wir fahren also zurück zum Camp, machen ein Feuer und tischen ein großes Frühstück auf. Das zweite Frühstück nach dem Gamedrive ist für uns immer ein Highlight. Früh morgens packen wir schnell zusammen, um möglichst früh loszukommen. Oft gibt es einen Kaffee und ein paar Rusks, das richtige Frühstück folgt dann aber nach der Rückkehr vom Gamedrive. Wir machen oft ein Feuer, brühen einen zweiten Kaffee auf und genießen die Entschleunigung. Kaffee nehmen wir auch im Urlaub sehr ernst, und so findet sich in unserem Equipment eine Aeropress, eine Kaffeewaage, Handmühle, und natürlich Single Origin Specialty Coffee, der vor jeder Zubereitung frisch gemahlen wird. In diesem Urlaub ist der Kaffee besonders lecker, und wir freuen uns wirklich jeden Tag darauf. Seit unserer Botswana-Reise im Vorjahr hat sich zusätzlich noch eine etwas seltsame Tradition bei uns ausgeprägt: wir haben jetzt immer eine Panettone oder Colomba (je nach Jahreszeit) dabei! Wie wir auf die Idee kamen, sie mitzunehmen, wissen wir nicht mehr genau, aber es ist eine herrliche Kombination mit einer guten Tasse Kaffee. Eine gute Panettone bleibt tatsächlich sehr lange frisch, und für die nächste Reise ist schon vorgesorgt.

Nach dem Frühstück kümmern wir uns noch um unseren Camper, filmen eine kleine Room Tour als Erinnerung und packen dann langsam zusammen. Unsere nächsten zwei Nächte werden wir auf der Chitake 2 Campsite verbringen, die am nächsten am Fig Tree gelegen ist.

Wir fahren allmählich zurück zum Feigenbaum und wundern uns, dass wir niemanden vorfinden. Ich habe direkt eine Vorahnung, dass etwas passiert ist, allerdings wäre es auch nicht ungewöhnlich, wenn die anderen Gruppen die Mittagszeit im Camp verbringen oder bereits abgereist sind. Dann sehen wir plötzlich auf der anderen Seite des Hanges 3 Personen. Es sind das französische Paar und ihr Guide. Wir fragen uns, was sie da machen, aber schließlich darf man in Mana Pools und Chitake Springs ja fußläufig unterwegs sein. Dann laufen sie den Hang hinunter, überqueren die Quelle und kommen direkt auf uns zu. Sie sind außer Atem und aufgeregt. Der Guide erzählt uns, dass die Löwen auf der anderen Seite einen Buffalo erlegt haben, und sie sind extra zurück auf unsere Seite gekommen, um uns Bescheid zu sagen.

Während wir also gemütlich Kaffee getrunken haben, haben auch die Löwen Lust auf Frühstück bekommen. Als drei Büffel zum Wasser kommen, sehen sie ihre Chance und greifen an. Die Büffel behalten in der ersten Runde die Oberhand und vertreiben die Löwen. Dann werden sie übermütig und gehen erneut runter zur Wasserstelle. Die Löwen erwischen diesmal den schwächsten der Büffel und verletzen ihn. Sie versuchen, zu entkommen und laufen den Hang hoch, werden aber von den Löwen verfolgt.

Wir sehen diese Szenen natürlich nur auf einem Handy-Video, denn oben auf der Campsite haben wir überhaupt nichts davon mitbekommen. Der Rest der Jagd und der Kill finden dann abseits des Publikums statt. Der Buffalo schafft es noch den Hang hoch, hat aber letztlich keine Chance gegen die Löwen.

Das Gefühl, diese Szenen verpasst zu haben, ist ziemlich seltsam. Wir ärgern uns natürlich, dass wir nicht dort geblieben sind und ausgerechnet so etwas Spektakuläres verpasst haben. Andererseits hatten wir eine schöne Zeit auf unserer Campsite. Inzwischen ist genau diese Ironie ein Teil der Geschichte, wir haben aber gelernt: solange die Löwen dort sind, bleibt man dort sitzen. Egal, ob morgens, mittags oder abends. Ohnehin haben wir in Mana Pools gemerkt, dass die Faustregel, dass man die besten Chancen früh morgens oder später am Nachmittag hat, nicht ganz hinhaut.

Jedoch hätten wir ohne die Hilfe des Guides wahrscheinlich alles verpasst. Er leitet uns an, wo wir hinfahren müssen, um die Löwen und ihren Kill zu finden. Dankenswerterweise gibt es einen Weg, der genau dorthin führt, und auch das hätten wir ohne den Hinweis des Guides natürlich nie gewusst. Wir steigen also ins Auto und fahren los. Was an Chitake interessant ist, ist dass es nur so wenige Besucher gibt. Als wir beim Kill ankommen, sind wir die einzigen. Die beiden französischen Gruppen mit ihren Guides haben das Spektakel vorher mitbekommen, und die anderen beiden Gruppen sind schon abgereist.

Was wir als nächstes beobachten, ist faszinierend und unbarmherzig zugleich. Trigger Warnung: die nächsten Bilder können Unbehagen auslösen. Wir haben die sehr expliziten Bilder ausgelassen, die Szene zeigt jedoch Löwen mit ihrer Beute.

Natürlich ist das ganze Rudel anwesend und schlägt sich die Bäuche voll. Die kleinen Löwen sind für uns faszinierend - sie sind niedlich und noch ziemlich tollpatschig, aber auch ziemlich hungrig. Wir bleiben eine Weile und fragen uns, wie lange die Löwen wohl brauchen werden, um den Büffel zu verzehren. Einige Geier warten schon in freudiger Erwartung, sie werden sich aber noch gedulden müssen.



Im Verlauf des Tages werden die Löwen nur vereinzelt runter zum Wasser kommen, um zu trinken. Es wird aber ein ruhiger Nachmittag und Abend, da das Rudel in der Nähe des Kills bleiben wird.

DSCF7053.jpg

Mit gemischten Gefühlen kehren wir zu Fig Tree zurück. Die Szenen oben waren zweifelsohne Eindrucksvoll, aber das Wissen, etwas verpasst zu haben, nagt noch an mir. Dieses Gefühl wird noch eine ganze Weile vorhalten, aber so ist eben die Natur: voller Überraschungen und nicht planbar.

Zum Sundowner kehren wir nochmal zur Baobab Site zurück - diese ist heute unbewohnt, und wir treffen auf die andere französische Gruppe, die ganz geflashed sind von den Ereignissen des Tages. Im Abendlicht ist die Baobab Site immernoch wunderschön - aber das Gefühl, etwas verpasst zu haben, weil sie so schön ist, bleibt.

Der Rest des Abends auf Chitake 2 verläuft dann sehr ruhig. Wir sind zuvor gewarnt worden, uns zeitnah ins Fahrzeug zurückzuziehen, weil Chitake 2 mitten im Territorium der Löwen liegt. Heute Abend sind sie jedoch alle oben bei ihrem Kill, und so verbringen wir eine ruhige Nacht.



Teil 2329. Apr. 2026

Chitake Campsites

Chitake 2 als Campsite polarisiert. Bei unserer Vor-Recherche sind wir über einige negative Rezensionen gestoßen, die Chitake 2 als schlechte Campsite bezeichnen. Es gäbe keine View, und überhaupt sei das nur ein Stellplatz im Busch. Ganz falsch ist das nicht - im Direktvergleich mit Chitake 1, die schön am Flussbett gelegen ist, und Chitake Baobab mit der tollen Kulisse, kann Chitake 2 in Bereich "scenic" nicht mithalten. Wir sind trotzdem überrascht, als wir die Campsite beziehen. Es gibt einen schönen großen Baum, reichlich Platz, und eine Long Drop Toilette. Gar nicht so schlecht! Wir dekorieren die umliegenden Sträucher noch mit unserer Solar-Lichterkette, und voilà, hier lässt es sich aushalten!

An eine online Bewertung denke ich jedoch noch heute: "Chitake 2 is the best and most dangerous campsite". Die Guides, mit denen wir sprechen, bestätigen dieses Einschätzung - geschlossen stimmen auch sie für Chitake 2 als beste Campsite. Wenn man eben gerne nah dran am Geschehen ist. So richtig können wir uns nicht vorstellen, was das eigentlich bedeutet. Nicht umzäunte Campsites kennen wir natürlich sowohl von dieser Reise als auch aus Botswana, wo wir eines Morgens bei der Rückkehr vom Duschhäuschen auch mal zwei Löwinnen auf unserer Campsite erwischt haben, und Besuch von größeren und kleineren Tieren gehört zum Programm. Trotzdem hätten wir bisher keine Campsite als "most dangerous" bezeichnet.

Da das gesamte Löwenrudel auf der anderen Seite hinterm Hang abhängt, bleibt die erste Nacht auch ungefährlich. Nachts werden wir aber trotzdem von Besuch auf der Campsite geweckt. Es raschelt und knackt im Gebüsch, und wir versuchen, herauszufinden, wer die Ursache ist, sehen aber nichts. Trotz Vollmond und Night Vision Kamera dauert es wirklich lange, bis wir unsere Gäste identifizieren können: wir haben Besuch von Elefanten. Damit haben wir nicht gerechnet, denn um Chitake Springs herum gibt es sehr wenig Wasser. Wir hatten am Vorabend schon Elefanten in der Ferne gehört, tagsüber aber keinen einzigen gesehen. Wir hätten gerne einen besseren Blick auf unsere Besucher geworfen, sie sind aber erstaunlich gut darin, sich zu verstecken. Wir geben also auf und gehen wieder schlafen.

Ein bisschen aufgerecht bin ich trotzdem, denn im Seitenzelt des Autos fühlt sich alles nochmal näher als im Dachzelt an, und am liebsten schlafe ich auch mit "offenen Fenstern". Egal, ob es das erste Licht in der Dämmerung ist oder ein vorbeikommendes Tier - schlafen im Zelt mit offenem Blick ist einfach großartig!

In der nächsten Nacht machen wir die Fenster aber lieber zu. Dann bekommen wir ein Gefühl dafür, was es eigentlich heißt, wenn die Campsite im Revier der Löwen liegt.

PXL_20251006_163614214.jpg

Teil 2430. Apr. 2026

Im besten Licht abgestaubt

Der nächste Morgen bricht an, und wie man das so macht in Chitake Springs steuern wir direkt Fig Tree an. Wir haben es nicht weit - wären nicht potentiell ringsherum überall Löwen, könnte man von der Campsite auch kurz rüberlaufen, aber wir setzen uns brav ins Auto und fahren vor.

Meine FOMO ist natürlich auch schon hellwach, und so schwirren mir schon Gedanken durch den Kopf, ob denn heute überhaupt etwas am Fig Tree los sein wird, wenn die Löwen doch pappsatt hinter dem Hang rumliegen. Wir sind die ersten am Fig Tree, klappen unsere Stühle auf, und warten. Kurz nach uns kommt das französiche Paar mit ihrem Guide, und so hoffen und warten wir gemeinsam darauf, dass etwas passiert.

DSCF0475.jpg

Und wie es der Zufall will, stimmt unser Timing an diesem Morgen perfekt. Es ist im wahrsten Sinne ein Spiel aus Licht und Schatten. Die verpasste Action am Vortag und der Rückzug der Löwen auf die andere Seite des Hanges führen uns genau zu diesem Moment.

Gegen 6:30 Uhr steht die Sonne bereits hoch genug hinter dem Hügel, um ihr Licht über die Szenerie zu legen.
In diesem Moment erscheinen die Löwen am Kamm des Hanges und setzen sich in Bewegung, runter zum Wasser.

Zunächst erscheint eine Löwin, checkt die Lage und stillt ihren Durst.

Und dann sehen wir sie: immer mehr Löwen tauchen im Hintergrund auf.

Eine halbe Stunde später wäre es einfach nur ein weiteres, schönes Sighting gewesen. Doch jetzt entsteht etwas Besonderes: Licht, Staub und die Bewegung der Löwen verschmelzen zu einer unwirklich wirkenden Szene. Der aufgewirbelte Staub bricht die Sonnenstrahlen und legt einen goldenen Filter über den Hang.

Es ist nicht einfach, den Moment auf Bildern einzufangen - die Lichtverhältnisse sind schwierig, und der Augenblick flüchtig, aber er ist wunderschön anzusehen.



Ein paar Minuten später ist der Zauber vorbei - die Sonne hat sich schon ein Stück bewegt, und der magische Filter verschwindet. Als die letzte Löwin etwas später den Hang hinunterläuft, ist der Effekt nahezu vollständig vorbei. Dieser Kontrast zeigt: Timing ist alles. Manchmal klappt es einfach nicht, aber ein anderes Mal ist man vielleicht genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

DSCF7188.jpg

Teil 2501. Mai 2026

Just an ordinary day at Chitake Springs: kleine und große Begegnungen

Nachdem das Highlight des Tages schon früh am Morgen abgehakt ist, beschließen wir, beim Buffalo Kill des Vortags vorbeizuschauen. Wir haben keine Vorstellung davon, wie lange ein Löwenrudel an einem Büffel frisst, und sind vor Ort überrascht: die Löwen sind schon fertig sind, stattdessen erwartet uns eine Geierparade. Die Geier sind eifrig damit beschäftigt damit, sich über die Reste herzumachen. Wir sehen ihnen eine Weile zu, bevor wir zurück zum Fig Tree fahren. Hier ist alles erledigt - die Löwen werden den restlichen Tag wohl woanders verbringen.



Als wir zurückkommen, ist es ruhig am Fig Tree. Die Löwen haben sich zurückgezogen, und die anderen Tiere scheinen ein Gespür dafür zu haben, dass heute nicht viel Gefahr an der Quelle lauert. Sie trauen sich nun, zum Wasser zu kommen und zu trinken, und es kommt sogar ein Elefant vorbei.

DSCF0481.jpg

Am Nachmittag kommen dann die Löwen zurück und übernehmen wieder das Revier. Man sieht ihnen die vollen Bäuche richtig an, und sie scheinen durstig zu sein. Anders als am Vortag ziehen sie sich nicht in den Hang zurück, sondern verteilen sich im Flussbett. Jetzt, wo sie nicht mehr auf der anderen Seite lauern, merken wir, wie nah sie am Aussichtspunkt - und damit auch an uns - sind.



Auch bei den Baboons, die wie immer Unsinn am Fig Tree treiben, ist die Ankunft der Löwen nicht vorbeigegangen. Sie legen eine Zwangspause von ihrer Action ein und beginnen, sich zu verstecken. Ein kleiner Baboon ist sichtlich skeptisch ob dieser Situation 😄



Inzwischen ist auch eine neue Gruppe an Reisenden angekommen - sie haben einen Ranger dazu gebucht, der sie bei ihrem Aufenthalt in Chitake begleitet. Wir hatten vorher von dieser Möglichkeit gehört, haben sie aber nicht in Erwägung gezogen. An diesem Nachmittag sind wir dann aber ganz froh, dass Simon, der Ranger, dabei ist.

Denn nachdem die Löwinnen eine Weile im Flussbett geruht haben, bekommen sie Lust, heute mal auf der anderen Seite abzuhängen. Sehr nah an dem Arrangement der verschiedenen Camping Stühle kommt zuerst eine Löwin den Hang hinauf, und springt auf einen umliegenden Strauch. Diese Idee findet auch eine andere Löwin super, läuft gefühlt unmittelbar vor uns den Hang hinauf und am Feigenbaum vorbei, um sich auf demselben Strauch einzufinden. Die Szene ist ganz schön seltsam. Erstens sind wir es nicht gewöhnt, dass Löwen so nah an uns dran sind, während wir nicht in einem Fahrzeug sitzen. Zweitens: was machen die da eigentlich auf den Sträuchern? Wir erinnern uns an unsere Tanzania Reise, wo wir in Lake Manyara ausgerechnet nicht die auf den Bäumen sitzenden Löwen sehen haben, dann aber in der Serengeti Glück hatten. Hier hatten wir das nicht erwartet. Entweder wollen sie von den kleinen Insekten in Ruhe gelassen werden, eine bessere Aussicht genießen, oder vielleicht ist es auch einfach nur sehr bequem?


Auf den Stühlen sitzt natürlich schon längst niemand mehr, aber während wir alle die in der Nähe von Simon stehen, kommen uns die Löwen doch gleich viel größer vor als aus dem Auto.

Die Löwinnen sind nun also keine 20 Meter von uns entfernt und chillen auf dem Baum, als auch noch einer der beiden ausgewachsenen männlichen Löwen dazu kommt. Er lässt sich jedoch unter dem Strauch nieder.


Wir sind eigentlich schon spät dran. Die Sonne geht unter, und in der einsetzenden Dämmerung brechen wir auf zu unserer Campsite. Zum Glück - oder auch nicht - ist sie ja nicht weit. Zwischen dem Aussichtspunkt und unserer Campsite liegen vielleicht 200 oder 300m. Beziehungsweise: zwischen uns und den Löwen.

DSCF7309.jpg

Teil 2606. Mai 2026

Unter Löwen

Es ist unser letzter Abend in Chitake Springs, und wir kehren vergleichsweise spät zur Campsite zurück, da uns die auf Bäume springenden Löwen am Aussichtspunkt beschäftigt gehalten haben. Nun wird das also nichts, mit der Empfehlung der Guides, alles schon vorbereitet zu haben, bevor es dunkel wird. Beeilen wollen wir uns trotzdem ein bisschen und machen schnell (so schnell das eben geht) ein Feuer. Ein Abendessen muss her. Die Resteverwertung aus dem Kühlschrank diktiert: Salat und Bratwurst, dazu was sich sonst noch finden lässt.

Ich mache mich also daran, den Salat zuzubereiten, und zu diesem Zeitpunkt denken wir noch, dass es die Wurst vom Grill gibt. Dann durchkreuzt ein Geräusch den Plan. Löwengebrüll. Klingt so, als wäre es nicht so weit weg. Was natürlich irgendwie Sinn macht, weil wir ja mitten im Löwenrevier campen, und die Löwen ja offensichtlich auf unsere Seite gekommen sind und unweit von uns am Aussichtspunkt die Aussicht genießen. Das Brüllen kommt jedoch aus der anderen Richtung - ungefähr von unserem Toilettenhäuschen.

Uns wird ein bisschen mulmig, und wir beschließen, die Angelegenheit zu beschleunigen: die Bratwurst gibts dann also aus der Pfanne überm Gaskocher gebraten - denn bis das Feuer so weit ist, dauert es zu lange. Plan B sollte dann also relativ schnell gehen.

Der brüllende Löwe interessiert sich wenig für unseren Zeitplan, und brüllt einfach weiter. Bald hört sich das Brüllen so an, als würde der Löwe auch noch näher kommen. Und dann: ein zweiter Löwe, akustisch in Richtung Feigenbaum verortet, bloß näher dran. Mindestens ein Löwe hinter uns, und mindestens 3 Löwen vor uns in Richtung Aussichtspunkt. Vielleicht unterhalten sie sich ja darüber, ob sie sich in der Mitte treffen sollen.

Ehrlich gesagt haben wir jetzt Schiss. Wir drehen das Gas aus, nehmen den Salat und die Bratwurst mit und fliehen ins Zelt. Zum Glück haben durch das Seiten- und Dachzelt ziemlich viel Platz, und wir sind erstmal froh, dass wir drinnen sind. Bloß ist die Bratwurst noch gar nicht fertig. Wir warten ein bisschen, und als wir erstmal kein Löwengebrüll mehr vernehmen und mit Taschenlampen und Nachtsichtkamera keine Aktivität verzeichnen, trauen wir uns nochmal raus. Ganz nah am Fahrzeug braten wir die Wurst fertig und schmeißen noch eine Dose Chakalaka dazu.

Als das Gebrüll wieder einsetzt, beschließen wir, dass das Essen jetzt einfach fertig sein muss und flüchten erneut ins Zelt. Alles ist ein bisschen komisch: das Menü, Essen im Zelt, und das Gefühl, so unmittelbar von den Löwen umgeben zu sein.

Jetzt muss man dazu wissen, dass es für mich das Größte ist, wenn Tiere auf die Campsite kommen! Genau deswegen entscheiden wir uns ja für nicht umzäunte Campsites, wenn möglich. Vor unserer ersten Botswana Reise hatte Martin die ganze Zeit suggestiv gefragt, ob ich denn dann Angst hätte, wenn die Tiere kommen. "Natürlich nicht!" war meine Antwort - ich will ja, dass sie kommen und freue mich immer riesig. Umso seltsamer fühlt es sich also an, dass ich jetzt auch nervös bin. Wahrscheinlich ist das dieser gesunde Menschenverstand, von dem ich schon viel gehört habe 😗

Wir trauen uns dann nach dem Essen ein letztes Mal kurz heraus, um das Feuer zu löschen und eine schnelle Katzenwäsche vorzunehmen - zum Glück ist der Wasserhahn direkt an der Hintertür des Fahrzeugs, sodass wir halb drinnen, halb draußen hängen. Als wir uns dann ins Zelt zurückziehen, ist aber wieder business as usual. Ich mache erstmal alle "Fenster" am Seitenzelt auf. Immerhin will ich mir ja hier nichts entgehen lassen. Und so schaffen wir es dann, uns zu entspannen und lauschen dem Löwengebrüll bis wir irgendwann einschlafen.

Fotos gibt es von diesem Abend nicht.

Bei YouTube ansehen ↗

Teil 2706. Mai 2026

Abschied von Chitake

Am nächsten Morgen wachen wir später auf als sonst. Die Nacht war aber auch nicht besonders geruhsam. Wir beschließen, schnell zusammenzupacken und dann ein letztes Mal zum Aussichtspunkt zu fahren. Auf den wenigen Metern in Richtung Fig Tree entdecken wir auch schon die Übeltäter des Vorabends. Unweit von uns tun sie gerade so, als sei nichts gewesen.



Am Aussichtspunkt angekommen treffen wir unsere Bekannten der letzten Tage - sie scherzen schon, dass sie sich ein bisschen Sorgen gemacht hätten: Löwen in der Nähe, und Natascha und Martin sitzen morgens nicht schon am Feigenbaum 😣

Wir wollen gerade die Campingstühle ausklappen und uns einrichten, als die Löwen beschließen, ein bisschen Näher zu kommen. Der männliche Löwe hat wahrscheinlich auch nicht so gut geschlafen - denn er ist irgendwie schlecht drauf. Er knurrt und täuscht mehrfach eine Vorwärtsbewegung an. Wir sind wieder dankbar, dass Simon, der Ranger, dabei ist - und er ist die Ruhe selbst. Er stellt sich vor die Gruppe, und gibt mit einem bestimmten "Go back" den Ton an. Wir alle - anscheinend inklusive dem Löwen - sind beeindruckt von Simon, und der Löwe beschließt nach ein paar weiteren Scheinangriffen, sich unter einem Strauch niederzulasssen, dankenswerterweise mal nicht in unmittelbarer Nähe.

Nach dieser Begegnung brauchen wir erstmal Kaffee - wir klappen unsere Camping-Küche aus, mahlen unsere zweite Packung Bohnen, nachdem die besonders guten Bohnen von Coffee Collective leider schon aufgebraucht sind, und bereiten mit dem Löwen im Hintergrund ein kleines Frühstück zu. Es ist ein bisschen absurd, dass der Löwe in vielleicht 20 Metern Entfernung unter dem Strauch liegt. Wir starren ihn an, er starrt uns an, und wahrscheinlich weiß niemand von uns so recht, ob wir die Präsenz des jeweils anderen wirklich gut finden. Es ist aber auf jeden Fall ein Kaffee, an den wir uns noch lange erinnern werden.

Nach dem Frühstück wird es Zeit für uns, uns zu verabschieden und aufzubrechen. Wir checken schnell noch die Chitake 1 Campsite aus, um meiner Neugier nach Campsite-Vergleichen nachzukommen, und dann machen wir uns auf den Weg in Richtung Gate. Es ist eine relativ ereignislose Fahrt, bis uns auf den letzten ca. 5 Kilometern vor der Asphaltstraße ein Fahrzeug entgegenkommt und uns einen Steinschlag in der Windschutzscheibe beschert. Ich ärgere mich kurz, da wir aber ohnehin nichts dafür oder dagegen können, und unsere Selbstbehaltsversicherung, die in unserer regulären Haftplichtversicherung inkludiert war, noch bis genau einen Tag nach der Fahrzeugrückgabe läuft, beschließen wir, uns nicht weiter damit zu befassen und schließen diese Etappe unserer Reise voller intensiver Eindrücke ab.

Teil 2910. Mai 2026

Lion calling

So sitzen wir am Vorabend also in unserem Zelt, das Geschirr vom Abendessen notdürftig verräumt, und lauschen den Löwen.

Bei YouTube ansehen ↗

Teil 3010. Mai 2026

Etappe 10 - On the Road

Für uns ist es relativ ungewöhnlich, lange an einem Ort zu bleiben - meistens packen wir tatsächlich zu viele Programmpunkte rein und verbringen viel Zeit on the road. Im Simbabwe-Urlaub wollten wir es bewusst anders gestalten und haben uns in Mana Pools und Chitake Zeit gelassen. Die Tage ohne viel Fahrerei haben gut getan, nun erwartet uns aber ein langer Fahrtag.

Zurück auf asphaltierten Straße verspüren wir wieder wenig Lust, uns selbst um den Reifendruck zu kümmern. Wir stellen uns da wirklich ein bisschen an, aber der Kompressor in unserem Fahrzeug ist ein bisschen unbequem zu handhaben. Wir haben weder Lust, ihn von hinten aus einem schlecht zugänglichen Staufach rauszukramen, noch finden wir das Anklemmen an die Batterie besonders smart gelöst. Also versuchen wir, den Akt zu umgehen und fahren im nächsten Ort mal bei der Polizeistation vorbei, um uns zu erkundigen, wo denn jemand den Reifendruck für uns anpassen könnte. Die Polizisten - allesamt in in den Uniformen von Chelsea oder Arsenal gekleidet - sind überrascht, uns zu sehen, geben uns aber den Hinweis, dass es die Straße rauf einen Schrottplatz gibt. Zielstrebig steuern wir diesen an und wundern uns ein bisschen, wo wir denn gelandet sind, aber es klappt! Es ist natürlich eine seltsame Art, so etwas Banales wie Reifendruck anzugehen, aber wir freuen uns über die Begegnung auf dem Schrottplatz, und der nette Typ freut sich über sein Trinkgeld. Nahezu überall erleben wir die Leute in Simbabwe als sehr hilfsbereit und super freundlich!

Mit frisch aufgepumpten Reifen haben wir eine lange Strecke vor uns. Das Ziel ist, uns mit einem Zwischenstopp nach Matobo vorzuarbeiten, wo genau der Stopp sein wird, wissen wir aber noch nicht. Wir haben ein paar Zwischenziele ins Auge gefasst, wollen aber mal schauen, wie weit wir tatsächlich kommen. In Karoi tanken wir erstmal voll und kaufen noch ein paar Dinge im örtlichen Supermarkt und auf dem Gemüsemarkt ein, und dann geht der lange, monotone Teil des Tages los.

Wir fahren dieselbe Strecke wie auf dem Weg nach Mana Pools. Auf Höhe von Kwekwe zeichnet sich ab, dass wir den Tag ausreizen und bis zum Antelope Park bei Gweru durchfahren werden. Der Antelope Park ist eigentlich ein bisschen zu resort-y für unseren Geschmack, bietet sich als Zwischenübernachtung aber an, und wir haben Gutes über die Campsites gehört. Nach gut 520 km, was für die Straßenverhältnisse in Simbabwe eine wirklich lange Strecke ist, kommen wir bei Einbruch der Dunkelheit an der Rezeption von Antelope Park an, buchen eine Campsite und sind froh, die Tagesetappe erreicht zu haben.

Wir sind die einzigen Camper, und merken sofort, dass das Publikum im Resort anders ist, als wir es bisher in Simbabwe angetroffen haben. Wir würden unseren Urlaub nicht im Antelope Park verbringen wollen, aber für eine Übernachtung ist die Campsite sehr empfehlenswert. Es gibt alles, was man braucht, und wir freuen uns über eine Dusche zur Erfrischung. Als wir zurückkommen, erwartet uns auf der Wiese vor unserem Camper eine Herde Zebras. Vielleicht kommt sie in den frühen Morgenstunden nochmal vorbei - wir wissen es nicht genau, nehmen aber beim Aufwachen schnaubende Geräusche um uns herum wahr. Ob es wieder die Zebras waren, oder vielleicht Pferde, wissen wir nicht.

AdobeExpress-PXL_20251008_173927317~3.gif

Wo wir den Dreh beim Camping noch nicht so wirklich raus haben, ist beim Thema Wäsche. Leider sind wir am nächsten Morgen zu früh dran, um die Laundy Facilities zu nutzen, am Vorabend waren wir zu spät dran. Also waschen wir unsere Wäsche per Hand, hängen sie dekorativ auf dem Campingplatz auf. Lange Zeit zum Trocknen hat sie nicht, denn wir wollen nach dem Frühstück direkt weiter.


Teil 3117. Mai 2026

Etappe 11 - Matobo

Wir verlassen Antelope Park am Morgen und steuern Brooks Cafe in Bulawayo an. Mit Ausnahme vom Ankunftstag in Johannesburg und einem Snack bei Saucey Sue's auf dem Weg nach Mana Pools haben wir uns in diesem Urlaub bisher selbst versorgt, und so ist es nett, mal einzukehren. Wir bestellen Cappuccino, Carrot Cake und Cheesecake und genießen ein bisschen das städtische Flair, bevor wir uns wieder ins Auto setzen und das letzte Stück zu The Farmhouse bei Matobo zurücklegen. Es ist unsere letzte Etappe in Simbabwe.


Im Farmhouse haben wir 2 Nächte eingeplant, als wir am Nachmittag jedoch unseren Permit für Matobo National Park erwerben möchten, kommt es zu einer plötzlichen Planänderung. Die Frau an der Park Reception erklärt uns, dass es der bessere Deal sei, im Nationalpark zu übernachten, und ich überzeuge Martin von der Planänderung, indem ich darauf bestehe, dass wir es so machen. Wir bekommen noch eine kleine Karte mit der Info "Hier sind die Nashörner" und fahren dann nochmal beim Farmhouse vorbei, um Bescheid zu geben, dass wir erst morgen bei ihnen campen werden.

Wir fahren zuerst in den Whovi Game Park, dem Teil des Nationalparks, wo es wohl mehr Wildlife gibt als im Hauptteil. Der Park ist wie ausgestorben und wir begegnen keinem anderen Fahrzeug. Leider gelingt uns die Navigation nicht besonders gut - die Beschilderung ist dürftig, unser Navi mit Tracks4Africa Karte kommt nur schlecht zurecht, und die Wege sind wirklich schwer zu fahren. Landschaftlich ist es wunderschön, wir beschließen aber, abzubrechen und in den Hauptteil des Parks zu fahren. Wir kommen auf den sehr steinigen Wegen nur so langsam voran, dass wir Angst haben, es ansonsten bei Tageslicht nicht mehr herauszuschaffen. Wer hier unterwegs sein möchte, sollte sich auf anspruchsvolle Wege gefasst machen und Zeit mitbringen, um die Landschaft genießen zu können.

Wir schaffen es dann aus dem Park heraus und queren die Straße in den Hauptteil des Nationalparks. Zielstrebig steuern wir eine der Campsites an, bis vor uns ein umgefallener Baum auf dem Weg liegt. Ich sehe schon wieder die nächste Planänderung vor uns, aber wir beschließen, den Baum offroad zu umfahren und hoffen auf das Beste. Irgendwie funktioniert es, und wir schaffen es, die Campsite sicher zu erreichen.



Die Campsites im Matobo Nationalpark waren wohl lange Zeit sehr heruntergekommen, auf iOverlander hatte ich aber eine aktuelle, bessere Rezension gelesen, und es sieht so aus, als gäbe es aktive Bemühungen, die Campsites wieder attraktiver für Touristen zu gestalten. Und tatsächlich können wir uns nicht beschweren - es gibt ein paar nette Plätze, die Ablutions haben funktionierende Toiletten und Duschen, und es gibt sogar warmes Wasser über Solarstrom. Außer uns sind nur noch zwei weitere Parteien da. Wir haben ein paar Schwierigkeiten, das Feuer gut in Gang zu bringen, schaffen es aber, ein Essen zuzubereiten und noch ein Brot zu backen. Seit unser Toastbroat bei Ankunft in Mana Pools verschimmelte, haben wir einfach kein neues mehr gekauft, sondern backen fast jeden zweiten Tag.

Teil 3217. Mai 2026

Matobo Hills

Am nächsten Morgen steht viel Programm bevor: wir wollen die Höhlenmalereien besichtigen, Nashörner finden, und World's View ansehen. Nswatugi Cave ist in der Nähe unserer Campsite, und so steuern wir diese als erstes an. Unser Navi führt uns natürlich wieder über den holprigsten Weg und wir fragen uns, ob wir wirklich richtig unterwegs sind - als wir später unsere Campsite Nachbarn an der Höhle treffen, erfahren wir, dass es einen normalen Weg mit einem normalen Parkplatz gibt.

Wir hatten ehrlicherweise keine Ahnung, was uns bei den Höhlenmalereien von Matobo Hills erwartet ,aber als wir zu Nswatugi Cave kommen, sind wir geflashed. Die Malereien sind wunderschön.



Wir sind ganz alleine vor Ort und freuen uns, die Malereien in der Stille bewundern zu können. Wie wir später erfahren, gehören die Malereien in Nswatugi Cave zu den am besten erhaltenen und schönsten im Park - umso beeindruckender war unser erster Stop, die weiteren Höhlen konnten dann aber nicht ganz mithalten.

Wir besichtigen noch das White Rhino Shelter und machen uns dann auf den Weg in Richtung World's View, dem Aussichtspunkt und der Hauptattraktion des Parks. Unterwegs denken wir noch daran, wie zielsicher die Frau von der Park Reception auf die Karte gezeigt und "the rhinos are here" gesagt hat - bloß leider können wir uns mit der dürftig skizzierten Karte nicht orientieren. Auf dem Weg zu World's View entdecke ich aber etwas unter einem Baum. Es ist grau, und gar nicht so nah dran. Ist es ein Stein? Ist es ein Nashorn? Martin muss anhalten und ein bisschen zurücksetzen. Wir zücken die Ferngläser und schließen aus, dass es sich um Steine handelt, denn unter dem Baum bewegt sich etwas.

DSCF7378.jpg

Als bei unseren "Steinen" Öhrchen sichtbar werden, wissen wir: es sind Nashörner.

DSCF7384.jpg

Schließlich steht eins der beiden auf, und nun ist es wirklich offensichtlich.

DSCF7388.jpg

Wir scannen die Karte auf unserem Navi ab, um eine Möglichkeit zu finden, näher ranzukommen. Und wir haben Glück - tatsächlich geht einige hundert Meter hinter uns ein Weg ab, der genau zu den Nashörnern zu führen scheint.

DSCF7396.jpg

Nachdem wir einen guten Blick auf die beiden bekommen haben, ziehen wir weiter. Was für ein Glücksfund! Wir freuen uns sehr, dass wir die Nashörner tatsächlich gefunden haben.

Angekommen bei World's View sind wir überrascht: das ist mit Abstand die Attraktion auf unserer Reise, wo am meisten los ist. Der Parkplatz ist voller Busse. Es ist ein beliebtes Ausflugsziel für Schulklassen, und vereinzelt trifft man auch auf ein paar Kolonialismus-Cosplayer. Das Grab von Cecil Rhodes ist jetzt kein Bucket List Item für uns, aber wir möchten gerne die Aussicht genießen, und so kaufen wir Tickets und erklimmen den Hügel. Es ist wirklich interessant, wie viel hier los ist, und wie oft wir gegrüßt und angesprochen werden.



Oben auf dem Hügel entdecke ich sogar die Nashörner, die wir unten gesehen haben. Leider haben wir unsere Ferngläser im Auto gelassen, aber wenn man weiß, dass sie da sind, erkennt man sie auch mit bloßen Auge.

DSCF7422.jpg

Als wir mit einer Gruppe ins Gespräch kommen und ihnen die Nashörner zeigen, sind sie ganz aus dem Häuschen. Best day ever. Auf dem Weg zurück zum Parkplatz posieren wir noch für ein paar Fotos. Irgendwie ist das hier ein Ding, Fotos mit fremden Ausländern zu machen, aber die Leute freuen sich, und so machen wir mit. "This will be great on my Facebook" freut sich eine unserer neuen Freundinnen. Auch Facebook ist hier wohl noch ein Ding. Wir werden auch mehrmals gefragt, ob wir Nachkommen von Cecil Rhodes sind - nun ja, ich hoffe nicht 😗

DSCF7423.jpg

Auf dem Rückweg kaufen wir ein paar Souvenirs, besuchen nochmal die Nashörner, um festzustellen, dass es eigentlich 3 und nicht nur 2 waren, und schauen uns noch die restlichen Höhlen, die in unserem Ticket enthalten sind, an.



Auf dem Weg raus aus dem Park passieren wir wieder unseren umgefallenen Baum, nun schon zum 3. Mal - mit dem Unterschied, dass es diesmal ringsum brennt, was das Umfahren ein bisschen abenteuerlicher gestaltet. Größere Flächen stehen nun in Brand und qualmen - kein schöner Anblick.

01.jpg

Dennoch war es ein schöner und wirklich abwechslungsreicher Tag im Park. Wir fahren am Gate aus und machen uns auf den Weg zum Farmhouse, wo wir unsere letzte Nacht in Simbabwe verbringen werden.

Teil 3317. Mai 2026

Views

Zurück auf der Farmhouse Campsite ist heute deutlich mehr los - auch unsere Nachbarn aus der Campsite im Nationalpark sind heute hier. Nachdem wir uns eine Campsite ausgesucht und uns niedergelassen haben, beschließen wir, einen Spaziergang zum Sunset zu machen und laufen den Trail, der direkt von der Campsite abgeht. Wir sind ein bisschen spät dran, erwischen aber doch noch das gute Licht zum Sonnenuntergang. Die Landschaft um Matobo ist beeindruckend, und wir könnten uns gut vorstellen, hier mehr Zeit zu verbringen. Zum Farmhouse gehört ein großes Stück Land, und gerne würden wir noch die anderen Trails erkunden. Der Trail für den Sunset ist für heute aber perfekt - er ist gut markiert, macht Spaß und bietet views for days! Ein wirklich toller Ort, und die Campsite bekommt eine absolute Empfehlung. Tatsächlich sind wir ziemlich zufrieden mit unserem Split, eine Nacht im Park zu übernachten, und die letzte Nacht auf der Farmhouse Campsite zu verbringen. Nächstes Mal würde ich noch mindestens eine Nacht dranhängen!


DSCF0493_Panorama.jpg

Unsere letzte Nacht in Simbabwe lässt mich ein bisschen wehmütig werden. Auch wenn der Urlaub noch nicht zu Ende ist, ist die Zeit in Simbabwe sehr schnell vergangen, und ich bin gedanklich eigentlich noch nicht bereit, das Land am nächsten Tag zu verlassen.

PXL_20251010_170213864.NIGHT.jpg

Um die Wehmut noch zu verstärken, wachen wir am nächsten Morgen vor einer wunderbaren Kulisse auf. Die Sonne geht direkt vor uns auf, und wir haben aus unserem Zelt einen tollen Blick auf die Landschaft.

PXL_20251011_034210412.jpg

Vor dieser Kulisse gibt es dann auch unser letztes Frühstück in Simbabwe, mit dem selbstgebackenen Brot, Spiegelei, Baked Beans - und viel Käse. Das mit dem Käse ist eigentlich keine Absicht, aber ich habe am Anfang der Reise vor dem Grenzübergang nach Simbabwe aus unerfindlichen Gründen zusätzlich zu der Packung, die wir schon gekauft hatten, noch einen Doppelpack von diesem Parmalat-"Käse" in den Einkaufswagen geschmissen. Ich weiß gar nicht warum, denn eigentlich essen wir solchen Käse nur auf Burgern, und dafür hätte eine Packung locker gereicht. Aber irgendwie schien es mir in dem Moment total logisch, noch einen Doppelpack mitzunehmen. Dies wiederum führte dazu, dass wir diese Käsescheiben nun überall draufmachen, um sie endlich los zu werden. Martin wundert sich heute noch darüber, und beim Einkauf für die nächste Reise wird er mir das bestimmt nicht wieder durchgehen lassen.



Wir machen uns nach dem Frühstück fertig, packen zusammen und brechen auf. Für heute steht eine weitere lange Etappe an. Wir verlassen Simbabwe und planen den Grenzübertritt nach Botswana.

Teil 3419. Mai 2026

Etappe 12 - Abschied von Simbabwe

Wie immer ist es so, dass ich mit einem Fuß in der Vergangenheit stehe und eigentlich lieber in Simbabwe bleiben möchte, als wir aufbrechen und uns auf den Weg in Richtung Plumtree Border machen. Für heute steht der Grenzübertritt nach Botswana an, nicht aber bevor wir das erste Mal auf dieser Reise selbst unseren Reifendruck justieren müssen. Zuvor hatten wir immer eine Stelle gefunden, an der wir es gegen Trinkgeld machen lassen konnten, jetzt müssen wir aber selbst ran.

IMG_2196.png

Natürlich ist das komplett machbar, und wir stellen uns nur gerne ein bisschen an. Nachdem wir diese Hürde genommen haben, kommen wir bald an der Grenze an. Im Gegensatz zur Einreise nach Simbabwe haben wir dieses Mal keine Probleme, und es geht alles relativ fix auf der Zim-Seite.

In Botswana hingegen erwarten uns Lustlosigkeit und Prokrastination. Es ist überhaupt nichts los, und wir sind eigentlich schnell mit dem Papierkram fertig, der Schalter zum Bezahlen ist jedoch nicht besetzt. Wir geben Bescheid und erhalten die Info, dass bald jemand kommt. Nach 20 Minuten fragen wir nochmal nach. Ja ja, es käme bald jemand. Ich frage ein drittes Mal nach, und bin dann doch ein bisschen baff, als ich feststelle, dass die Person, die bald kommen sollte, die ganze Zeit mit im Raum gesessen und mitbekommen hat, dass ich schon 2 Mal nach ihr gefragt hatte. Nun fühlt sie sich tatsächlich angesprochen und bequemt sich, einen Raum weiter zu gehen und unsere Zahlung zu bearbeiten. Und dann sind wir auch schon in Botswana.

IMG_2258.png

Das Ziel ist es, uns so weit wie möglich in Richtung Tuli Block vorzuarbeiten. Auf der inspirationslosen Strecke haben wir keine so richtig sinnvollen Stopps identifiziert, sodass wir beschließen, bis zur Limpopo River Lodge durchzufahren. Es ist zwar eine weite Strecke, aber so haben wir weniger für den nächsten Tag vor uns.

Dann lasse ich mich jedoch von iOverlander Bewertungen zu einer anderen Campsite ablenken und so steuern wir erst Longwope Farmhouse and Camp an. Die Campsite selbst ist schön, aber die Lage im Nirgendwo und ohne Blick überzeugt mich nicht, sodass wir wieder aufbrechen. Der Abstecher inkl. Besichtigung der Campsite kostet uns aber locker eine halbe Stunde Zeit, und Martin ist nicht begeistert, da wir schon eine lange Fahrt hinter uns haben und die Gravel Road sich ganz schön zieht.

Als wir dann endlich an der Limpopo River Lodge Rezeption ankommen, stellen wir fest, dass wir - anders als per Email abgeklärt - nicht mit Karte zahlen können. Unsere letzten Rand wollen wir nicht ausgeben, da wir diese für die Mautgebühren auf der Rückfahrt eingeplant haben, also einigen wir uns darauf, die Formalitäten hinterher per Email zu klären und steuern auf die Campsite zu.

Die Campsites sind wunderschön gelegen, und ich finde, dass es die richtige Entscheidung war, nicht bei Longwope zu bleiben, aber Martin ist sauer, weil sich die Fahrt so lange gezogen hat und er wenig Erholungszeit hat. Wir streiten uns also ein bisschen. Da ich keine Lust habe, mir die Laune verderben zu lassen, setze ich mich eben alleine an den Fluss und genieße den Ausblick.


Die Campsite ist für einen Zwischenstopp auf jeden Fall empfehlenswert - jede Site hat eigene Ablutions, die top in Schuss sind, und die gesamte Anlage wirkt sehr gepflegt. Allerdings ist es von der Hauptstraße bis zur Campsite noch ein ziemlicher Ritt.

Uns was wir auch unterschätzt haben, sind die zahlreichen Fliegen, die sich jetzt auf jede Lichtquelle stürzen. Bisher hatten wir in dem Urlaub noch keine größeren Probleme mit Insekten, hier ist es aber wirklich extrem. Wir versuchen also, die Lichtquellen so weit weg vom Auto wie möglich zu platzieren, sind aber eigentlich zu spät dran damit und um unser Fahrzeug tummeln sie sich zahlreich.

Am nächsten Morgen gehen wir den Tag nach der langen Fahrt entspannt an. Wir haben es nun nicht mehr so weit bis zum Serolo Safari Camp, wo wir 2 Nächte verbringen werden und mal ausnahmsweise nicht selbst fahren und uns nicht selbst versorgen werden.

Teil 3525. Mai 2026

Etappe 13 - Serolo Safari Camp

Bevor wir uns auf den nun nur noch überschaubar langen Weg nach Serolo machen, boxe ich durch, dass wir noch einen Morning Drive auf dem Gelände der Limpopo River Lodge machen. Wir suchen uns einen Loop aus und fahren los. Unterwegs stellen wir relativ schnell fest, dass der Drive nicht sehr ergiebig ist, und so beschließen wir, eine andere Runde zu fahren und die Angelegenheit abzukürzen. Die Karte, die wir beim Check-In erhalten haben, ist natürlich nicht besonders detailliert, und unser Navi hilft uns ebenfalls nicht, und so biegen wir vielleicht, vielleicht auch nicht, falsch ab und landen auf einem Weg, bei dem wir immer mehr zweifeln, ob wir hier wirklich lang fahren sollten. Hier ist sicherlich schon lange niemand mehr langgefahren, und wir haben keine Ahnung, ob und wo wir wieder zu einem richtigen Weg aufschließen werden, oder ob wir irgendwann nicht mehr weiterkommen. Es ist jedenfalls ziemlich unentspannt, und wir sind froh, dass wir es irgendwann zurück auf einen besser befahrbaren Weg schaffen. Als wir uns wieder orientieren können, beschließen wir, das gesamte Unterfangen abzubrechen, zurück zur Hauptstraße aufzuschließen und uns auf den Weg nach Serolo zu machen.

Im Serolo Safari Camp angekommen können wir schon einchecken, obwohl wir relativ früh dran sind. Wir bekommen das erste Chalet, und nach fast 3 Wochen ist es ganz nett, eine feste Unterkunft zu beziehen. Die Chalets sind alle relativ neu renoviert - was vorher Safari Zelte waren, sind jetzt Bush Chalets, und sie sind geräumig und schön gemacht.

PXL_20251014_091347261.MP.jpg

Das Camp sowie das Schwester-Camp Mohave sind ausgebucht - eine Gruppe von Motorrad-Fahrern teilt sich zwischen den beiden Camps auf, wir bekommen aber fast nichts davon mit, dass es voll ist - denn das Team von Serolo bemüht sich sehr, dem anderen Paar, das nicht zu der Gruppe gehört, und uns eine ruhige und entspannte Erfahrung zu bieten.

Am Nachmittag kommen sie auf uns zu und teilen uns mit, dass wir uns beeilen sollen - wir müssten jetzt los. Eine kurze Fahrt später landen wir am Limpopo, wo uns ein gedeckter Tisch und der Afternoon Tea erwartet. Eine schöne Überraschung - um uns vom Trubel im Camp fernzuhalten, gibt es jetzt Snacks am Flussufer.


Nachdem wir gestärkt sind, geht es auch schon los auf den ersten Game Drive. Martin genießt es, nicht selbst fahren und auch mal nur schauen zu können. Für mich ist die Fahrt aber deutlich anstrengender - ich weiß nicht, ob es das Gelände ist, oder die Fahrt im offenen Safari-Fahrzeug, aber es poltert ganz schön, und wir werden gut durchgeschleudert. Eine Stelle hat es besonders in sich - und diese werden wir noch häufig passieren.

Es dauert nicht lange, bis wir im trockenen Flussbett des Motloutse Flusses die ersten Elefanten sehen. Ihr Verhalten haben wir so noch nicht beobachtet - mit ihren Rüsseln graben sie Löcher in das Flussbett und schlürfen dann das Wasser aus.


Wir legen eine relativ weite Strecke zurück und erreichen dann unser Ziel: ein Löwenrudel mit 3 kleinen Löwen. Die Eltern machen noch ein Nachmittagsschläfchen in der Nähe, aber die 3 Kleinen sind schon wach und posieren wie bestellt an einem Baum.


Wir hatten auf dieser Reise ja schon viel Glück mit Löwen und hatten einige tolle Sichtungen in Simbabwe, aber natürlich freuen wir uns über die weitere Sichtung, denn die Kleinen sind wirklich zuckersüß.


Als die beiden anderen Safari-Fahrzeuge aus Mohave dazukommen, brechen wir auf und machen uns auf den Weg zurück zum Camp, mit einem Zwischenstop für einen Sundowner. Wir freuen uns über ein Windhoek Lager, nachdem wir in Simbabwe das lokale Zambesi getrunken haben, was man aber wirklich nur sehr kalt trinken sollte.

PXL_20251012_155319956.MP.jpg

Unterwegs freuen wir uns noch besonders über einen Hasen, den man sonst so leicht übersieht.


Zurück im Camp dauert es nicht mehr lange, bis es Zeit zum Abendessen ist. Es gibt ein 3-Gänge-Menü, und es ist zur Abwechslung ganz angenehm, die Camping-Routine auszusetzen und sich nicht selbst zu verpflegen. Zum Essen trinken wir unseren eigenen Wein, den wir am Anfang der Reise gekauft haben. Dann haben wir festgestellt, dass Wein beim Camping gar nicht so praktisch ist. Er nimmt zu viel Platz im Kühlschrank ein, und da wir eigentlich nicht mehr als ein Glas trinken, dauert es einfach zu lange, bis die Flasche leer ist. Kurz vor Ende unserer Reise müssen wir uns also ranhalten. Die Flasche ist nach Etikett und Namen ausgesucht, aber der Chardonnay ist relativ belanglos.


Nach dem Essen ziehen wir uns in unser Chalet zurück und schlafen das erste Mal seit ein paar Wochen mit einem festen Dach über dem Kopf ein.

Teil 3630. Mai 2026

Outcast

Am nächsten Morgen steht nach einem schnellen Kaffee der Morning Drive an. Im Camp hören wir Warnrufe der Baboons am Limpopo und brechen in diese Richtung auf. Ein Leopard wird in der Gegend vermutet, und wir finden auch seine Spuren, nicht jedoch den Leoparden. Wir haben auf dieser Reise noch keinen gesehen - in Mana Pools hatten wir auch nur frische Tracks gefunden, die dazugehörige Katze aber nicht. Auf der Wunschliste für Sichtungen in den letzten Tagen der Reise stehen also: Leopard, Giraffe, braune Hyäne und Eule. Die Giraffe ist vielleicht nicht das offensichtlichste Tier auf der Wunschliste, wir haben auf dieser Reise aber tatsächlich noch keine gesehen - sie sind in Zimbabwe nicht sehr weit verbreitet. Einige wenige gibt es wohl in Matobo, aber dort sind sie uns nicht vor die Linse gekommen.

Am Limpopo ist es wunderschön - auch wenn dieser Teil des Game Drives sehr ruhig ist, genießen wir die Landschaft und erfreuen uns an den Vögeln am Fluss, wie diesem Ibis.

DSCF7575.jpg

Da es sonst sehr ruhig ist, verlassen wir die Gegend und wollen die Hauptstraße kreuzen, um wieder das Gebiet vom Vortag aufzusuchen. Unterwegs erfüllt sich dann schon ein Wunsch von der Sichtungsliste: die Giraffen-Sichtung ist geglückt! Es ist dann tatsächlich die einzige Giraffe der Reise, und ich freue mich sehr, dass es geklappt hat. Der gegenüber sitzende Bataleur muss sich also die Aufmerksamkeit mit der Giraffe teilen.


An der Hauptstraße sehen wir dann noch etwas, was wir noch nie gesehen haben: es ist ein kleiner Schakal mit seinen Eltern, und er ist wirklich sehr niedlich.


Dann begeben wir uns auf die andere Seite der Straße, kraxeln den Hügel hoch (nicht meine Lieblingsstelle) und legen einiges an Strecke zurück. Unterwegs sehen wir ein paar Elefanten und Klippschliefer - einige möchten jedoch lieber in Sträuchen als auf Steinen sitzen.


Dann kommen wir auch schon am Ziel des Morning Drives an: wir besuchen ein Löwenrudel. Es ist ein anderes Rudel als gestern, und die Geschichte zu diesem Rudel ist ein bisschen traurig. Unser Guide erzählt uns, dass eine Löwin zu jung geworfen hat und ihre zwei Jungen verstoßen hat. Die beiden haben sich eine Weile durchgeschlagen, seit kurzem sei aber einer der beiden nicht mehr gesichtet worden. Der andere versucht, sich in der Nähe des Rudels aufzuhalten, in der Hoffnung, akzeptiert zu werden, oder zumindest ein paar Reste abzubekommen. Das Rudel duldet ihn in einiger Entfernung, nimmt ihn aber nicht in die Gemeinschaft auf. Laut unserem Guide ist es aber zumindest ein gutes Zeichen, dass das Rudel ihn nicht verjagt.

Wir finden ihn in der Nähe der anderen Löwen, und es ist eine seltsame Szene. In der Umgebung haben wir Porcupine Stacheln auf dem Boden gesehen, und dann sehen wir, dass der Löwe einen Stachel mitten im Gesicht hat. Da er auf sich alleine gestellt nicht viele Optionen bei der Nahrungssuche hat, hat er wohl ausgerechnet ein Stachelschwein gejagt und gefressen. Es sieht nach einem unangenehmen Unterfangen aus. Auch sonst ist es nicht schön, den Löwen in einem so schlechten Zustand zu sehen - er ist sichtlich abgemagert und sieht ziemlich heruntergekommen aus. Aber das ist eben der Lauf der Natur.


Die anderen Löwen interessieren sich wenig für das Leid ihres Artgenossen (und Verwandten) und sind - wie so oft - in erster Linie damit beschäftigt, sich ein Plätzchen auszusuchen, auf dem sie bequem rumliegen und ein bisschen gähnen können.


Nach dieser Begegnung machen wir uns auf den Rückweg zum Camp, wo uns ein Frühstück erwartet.

PXL_20251013_081948339.MP.jpg

Danach ziehen wir uns in unser Chalet zurück und verbummeln den Tag bis zum Afternoon Tea. Ich habe in diesem Urlaub angefangen, Dune zu lesen, und weil ich eigentlich so ziemlich alles im Leben ein bisschen obsessiv mache, muss ich in jeder freien Minute weiterlesen, während Martin sich erstmal um das Backup der Fotos kümmert. Wir sind froh, dass wir uns für den Aufenthalt im Serolo Camp entschieden haben, da wir hier zum Ende der Reise richtig zur Ruhe kommen.

Teil 3731. Mai 2026

Blondie

Nach dem Afternoon Tea geht es wieder los zum nächsten Gamedrive. Wir drehen nochmal die Limpopo-Runde. Es ist wenig Aktivität zu verzeichnen, aber wir haben Glück und finden eine schöne Eule, und auch die anderen Vögel sind sehr hübsch.

PXL_20251013_134553649.MP.jpg


Mit der Eule hat sich Wunsch 2 von 4 erfüllt - so kann es weitergehen. Es sieht aber so aus, als würde dieser Evening Drive eher ruhig werden. Wir sind sind allein mit unserem Guide unterwegs - die anderen beiden Gäste waren, die sonst mit uns ausgefahren sind, sind mittags abgereist, nicht aber ohne am Vorabend davon zu erzählen, dass sie die braune Hyäne, die sie gesehen hatten, liebevoll Blondie getauft hätten, und sie Ähnlichkeit mit Julie, der Besitzerin des Camps, hätte.

Und dann können wir uns plötzlich selbst ein Bild davon machen, denn Martin entdeckt eine braune Hyäne. In Serolo hat man sehr gute Chancen, diese sehr scheuen Tiere zu sehen, und wir freuen uns riesig, dass es geklappt hat. 3 von 4.
Und tatsächlich - die Hyäne hat eine auffällig gesträhnte Haarpracht. Dass sie Ähnlichkeit mit Julie hat, finden wir aber trotzdem nicht.


Es ist schon ziemlich spät bei dieser Sichtung, und der obligatorische Sundowner hat noch nicht stattgefunden, was für uns nicht so schlimm ist. Wir gehen eigentlich davon aus, dass wir ihn auslassen und bald zurückfahren, immerhin ist es schon fast dunkel. Unser Guide wirkt auch ein bisschen angespannt. Ich vermute, dass er nicht ganz zufrieden mit dem Ablauf des Gamedrives war, oder vielleicht auch einfach müde ist. Relativ abrupt halten wir nach meinem "Lieblingshügel", bei dem die Fahrt immer so arg schaukelt, und der Guide schlägt vor, dass wir hier unseren Sundowner trinken. Nun ja, es ist nicht die schönste Stelle für einen Sundowner, aber warum nicht. Der Guide kontaktiert währenddessen noch das Fahrzeug der anderen Gruppe. Sie sind eine andere Route gefahren und waren erneut bei den Löwen von heute Morgen.

Unser Guide ist immer noch angespannt, blickt auf die Uhr und sagt, dass gleich eigentlich das Löwenrudel vorbeikommen muss. So richtig glauben wir das nicht, es ist ja nicht so, als würden die Löwen auf Bestellung vorbeikommen.

Tja, da lagen wir ganz schön falsch. Unser Guide ist schon seit Jahrzehnten im Tuli-Block unterwegs, und wenn er sagt, dass die Löwen gleich hier entlangkommen, dann ist das so. Wir können es noch weniger glauben, als es dann passiert: einer nach dem anderen kommen 8 Löwen auf uns zu und queren die Straße, direkt an uns vorbei. Unser Guide, dessen Anspannung wohl darauf zurückzuführen war, das richtige Timing zu erwischen, erzählt uns, dass es ein gängiger Korridor für dieses Rudel sei, und sie hier regelmäßig um 18:15 anzutreffen sind. Jetzt macht natürlich auch der improvisierte Sundowner Spot Sinn!


Der Abendhimmel färbt sich wunderschön, und es wird Zeit, aufzubrechen.

DSCF0552.jpg

Auf der Rückfahrt ist es schon dunkel, aber das ist uns gerade recht, denn schließlich fahren wir im Dunkeln nie selbst, und haben so selten die Gelegenheit, nachtaktive Tiere zu entdecken. Wir sehen eine African Wildcat, eine Ginsterkatze, und noch etwas, von dem ich nicht weiß, was es ist. Der Guide hat es uns sicher gesagt, aber jetzt, wo ich das körnige Foto sehe, frage ich mich, welches Tier es war. Leider können wir uns nicht genau erinnern, und da wir kein Reisetagebuch schreiben, können wir auch auf keine Notizen zurückgreifen. Auch unser Heft, in dem wir Tiere abhaken, gibt keinen Aufschluss darüber, was dieses Tier eigentlich ist. Vielleicht kann es hier ja jemand identifizieren? Wir haben auch noch die White-tailed Mongoose abgehakt, aber ich weiß wirklich nicht, was ich hier sehe.



Zurück im Camp gibt es ein sehr leckeres Abendessen - insbesondere die Sauce zum Fleisch ist so lecker, dass ich einfach nach einer Extraportion Sauce fragen muss. Das Essen war wohl schnell verschlungen, denn nur das Dessert hat es aufs Foto geschafft. Ein erfolgreicher Tag klingt aus, und wir sind gespannt, was unser letzter Drive am nächsten Morgen für uns bereit halten wird!

PXL_20251013_180708696.MP.jpg

Teil 3909. Juni 2026

Abgehakt

Nach einem schnellen Müsli am Morgen steht unser letzter Game Drive in Serolo an.

PXL_20251014_033617956.MP.jpg

Wir sind früh unterwegs, und als erste Sichtung des Tages präsentiert sich Blondie, die braune Hyäne, im warmen Morgenlicht. Martin entdeckt sie, als sie zwischen den Felsen entlangstreift, und wir freuen uns über unser Glück. Die braune Hyäne ist schnell wieder verschwunden, aber wir kommen nicht weit.


Am Fuß des felsigen Hangs wird unser Guide langsamer, blickt nach oben, und fährt dann zielgerichtet näher ran. Wir wissen nicht, wie er das von der Straße aus entdeckt hat, aber oben auf dem Felsen liegt ein Leopard. Wir haben es beim letzten Drive kaum zu hoffen gewagt, aber tatsächlich haben wir jetzt alle Tiere von unserer Wunschliste zusammen.


Langsam nähert sich das zweite Fahrzeug von Serolo, welches über die Sichtung informiert wurde, als unser Guide beschließt, den Hang hochzufahren, um einen besseren Blick auf den Leoparden zu erhaschen. Es ist sehr holprig, und eigentlich geht dort kein Weg entlang, aber wir sind beeindruckt von seiner Entschlossenheit und seinen Fahrfertigkeiten. Oben angekommen findet der Leopard das aber nicht so entspannt und haut ab - wir sehen ihn noch kurz in Bewegung, und das andere Fahrzeug funkt uns zu, dass er sich am Hang entlang bewegt und wahrscheinlich bald an einer unzugänglichen Stelle verschwinden wird. Wir erhaschen dann noch einen Blick auf ihn, und dann ist er tatsächlich weg - auf dem steinigen Gelände oben können wir - und wollen wir - ihn nicht hinterherfahren. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, ihn einfach von unten zu beobachten, aber man weiß ja nie. Wir treffen oben dafür aber nochmal die braune Hyäne, und dann ist es an der Zeit, wieder nach unten zu fahren.

DSCF7834.jpg

Als letzten Stopp auf der Fahrt besuchen wir nochmals das Löwenrudel mit den kleinen Löwen. Sie haben sich ein schattiges Plätzchen am Flussbett gesucht und haben es sich bequem gemacht. Nun hatten wir auf dieser Reise ja viele schöne Löwensichtungen, und die Löwen haben sich ins Zeug gelegt, uns gute Fotomotive zu liefern.


Einer der kleinen Löwen sticht jedoch im Foto Contest hervor. Mit verträumtem Blick posiert er für uns und liefert ab. Wie kann ein Löwe nur so niedlich sein? Diese Wimpern! Dieser Blick! Wir sind verliebt.

Ob er die Fotogenität von der Mama hat, wissen wir anfangs nicht so recht.

DSCF7903.jpg

Aber dann gibt es auch noch ein Shooting mit den Eltern, und wir sind mit den Ergebnissen auch sehr zufrieden!

Es ist die letzte Löwensichtung der Reise, denn nachdem wir zurück ins Camp kehren und noch ein ordentliches Frühstück zu uns nehmen, ist es an der Zeit, unsere Sachen zu packen und aufzubrechen. Wir lassen uns ein bisschen Zeit, und machen uns dann auf den Weg in Richtung Grenze nach Südafrika.

PXL_20251014_080837508.MP.jpg

Der Aufenthalt in Serolo hat uns gut gefallen, und auch wenn wir gerne selbst fahren, ist es zur Abwechslung ganz nett, geführte Aktivitäten zu haben. Die braune Hyäne und den Leoparden, aber auch die kleineren, unscheinbaren Tiere, hätten wir auf eigene Faust bestimmt nicht gesehen!

Es ist ein bisschen schade, dass wir nun aufbrechen, denn nun haben wir nur noch eine Nacht vor uns, bevor diese Reise zu Ende geht.

DSCF7853.jpg

Teil 4012. Juni 2026

Etappe 14 - Aufbruch

Wir verlassen Serolo und machen uns auf den Weg zum Platjan Grenzübergang, da Pont Drift nicht passierbar ist. Der Grenzposten ist klein und sehr überschaubar, und die Ausreise aus Botswana geht sehr fix. Bei der Einreise nach Südafrika interessiert sich der Grenzbeamte sehr für unseren Camperaufbau und lässt sich jedes Fach ganz genau zeigen. Besonders interessiert ist er an dem Seitenzelt, denn dieser Aufbau ist ja relativ ungewöhnlich. Nachdem wir ihm alles gezeigt haben, reisen wir ein und machen uns auf den Weg zu unserem letzten Stopp der Reise.

Wir hatten es bis zum Vortag offen gelassen, wo wir unsere letzte Nacht verbringen wollten, Matla Noka gefiel uns sehr gut, war aber leider ausgebucht. Netterweise haben wir von ihnen aber andere Empfehlungen bekommen, und sind so bei Matamba Bush Camp gelandet, was bequem auf halber Strecke zurück nach Johannesburg lag.

Die Fahrt dorthin war wegen der schlechten Straßen auf südafrikanischer Seite etwas zäh, aber unproblematisch. Als wir ankommen, sind wir sehr angetan - das Gelände ist sehr gepflegt, die Campsites sind schön angelegt, und es gibt sogar einen Pool. Auch die Ablutions sind sehr liebevoll gemacht, insbesondere die Outdoor-Dusche ist toll. Auf dem Gelände gibt es verschiedene Antilopen, aber keine Raubtiere, und so kann man verschiedene Spazierwege erkunden. Es ist einer der heißesten Tage unserer Reise, und der Spaziergang ist ein bisschen anstrengend, sodass wir bald wieder zu unserer Campsite zurückkehren und den Tag ausklingen lassen.


Am nächsten Tag packen wir alles weitestgehend ordentlich zusammen - unsere Koffer und Reisetaschen stehen noch bei Bushlore, aber wir sortieren trotzdem schon mal vor, damit wir bei der Rückgabe alles nur noch in die Koffer schmeißen müssen.

Die Fahrt zurück nach Johannesburg ist stressfrei, denn dieses Mal haben wir südafrikanische Rand dabei, um die Mautgebühr bar zahlen zu können, und so kommen wir ohne Drama und ohne Zeitdruck bei Bushlore an. Wir haben uns einen späten Rückgabezeitpunkt kurz vor Schluss ausgesucht, und die Mitarbeitenden haben nicht mehr so richtig Lust auf eine gründliche Übergabe.

Nach 4735km, die wir auf dieser Reise zurückgelegt haben, übergeben wir unseren treuen Gefährten also zurück an Bushlore. Es gibt noch eine kurze Diskussion, da wir den Wagen nicht vollgetankt haben - schließlich hatten wir ihn auch nicht vollgetankt übernommen. Wir reichen dann noch die Quittungen für den Gas-Refill ein, und die Warnwesten, die wir am Anfang der Reise kaufen mussten. Unsere Übernahme war ja ein bisschen verkorkst, und wir hatten uns extra vorab informiert, ob Warnwesten dabei seien, da sie in Zimbabwe verpflichtend mitzuführen sind. Nur um dann unterwegs festzustellen, dass sie nicht vorhanden waren. Alles jedoch keine großen Probleme - die Geste zur Kompensierung unserer Aufwände, die uns per whatsapp versprochen wurde, blieb jedoch aus. Wir haben aber auch nicht nachgehakt.

Zum Ende unserer Reise findet unsere Kühlbox mit den Hyänen-Bissen auch noch einen neuen Besitzer. Ich frage den Fahrer, der uns zum Flughafen bringt, ob wir die Kühlbox dort stehenlassen können, er packt sie aber direkt ein und lässt uns wissen, dass sich jemand anderes über die Kühlbox freuen wird.

Und dann ist es schon so weit: wir erreichen den Flughafen und läuten die nun wirklich letzte Etappe der Reise ein. Ich mache noch einen kurzen Abstecher in die Lounge, die reichlich aus der Zeit gefallen wirkt, bevor wir dann boarden und unseren ersten Flug nach Doha antreten. In Doha angekommen verbringen wir die Wartezeit auf den Weiterflug ebenfalls in der Lounge, die jedoch sehr voll ist, sodass es schwierig ist, überhaupt Plätze zu bekommen. Dennoch ist es ein angenehmer Aufenthalt an einem sehr guten Flughafen - wenn bloß alle Umstiegsverbindungen so komfortabel wären. Auch der zweite Flug ist komfortabel, und wir erreichen München am frühen Nachmittag. Wie immer verbringen wir mehr Zeit am Gepäckband als nötig, bevor wir unser ganzes Gepäck beisammen haben und uns auf den Heimweg machen.

Es war eine tolle Reise, und ich bin jetzt schon wehmütig, dass sie vorbei ist. Tatsächlich gibt es nicht viel, was wir rückblickend anders gemacht hätten, und das kommt bei uns gar nicht so oft vor. Simbabwe ist ein fantastisches Reiseland, das viel zu bieten hat. Ich bin mir sicher, dass es uns wieder dorthin verschlagen wird, und ich freue mich auf unsere nächste Begegnung mit diesem wunderbaren Land.

Und so endet unser erster Reisebericht, der uns eine schöne Möglichkeit bot, die Reise noch mal Revue passieren zu lassen, über Erinnerungen zu sprechen, und die Fotos aus den Untiefen der Festplatte hervorzuholen.

Teil 4112. Juni 2026

Epilog

Reisedauer: 26 Tage inkl. Reisetagen
Reisezeitraum: 20.09. bis 15.10.2025
Südafrika: 2 Übernachtungen
Simbabwe: 19 Übernachtungen
Botswana: 3 Übernachtungen
Flugzeug: 2 Übernachtungen

Fahrzeug: Hilcam von Bushlore
Gefahrene Kilometer: 4735

PXL_20260503_132502251.jpg


Primäre Kamera:
Fujifilm X-H2S
FUJINON XF500mm F5.6 R LM OIS WR
FUJINON XF100-400mm F4.5-5.6 R LM OIS WR
TAMRON 17-70mm F/2.8 Di III-A VC R

Sekundäre Kamera:
Fujifilm GFX 50R
Canon 70-200mm F2.8 IS USM I (mit Techart Pro Adapter für Canon EF auf Fujifilm GFX)
FUJINON GF50mm F3.5 R LM WR

Video:
GoPro Hero 11 Black (primär im Auto)
DJI Osmo Pocket 3

Nachtsichtkamera:
Yashica Vision

Trail Cam:
K&F Concept 4K Trail Camera Dual Lens Starlight Night Vision 48MP WiFi Bluetooth Game Camera

Und natürlich das iphone von Natascha für schlechte Handyfotos und Videos 😗

Simbabwe 2025 - Ein Reisebericht von Akane

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/306868-simbabwe-2025-ein-reisebericht

Stand: letzter Berichtsteil vom 12. Juni 2026

Die Rechte am Text und an den Bildern liegen beim Autor. Ausdruck für den eigenen Gebrauch.